Ausgabe 
(10.11.1944) 300
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

SuppV, 011 ■

Sten von U '^^l

• Do*

.1

Der 'Ä e i ö %

lb d es <V H,

r^psS

SS 5 Äi

N "<te

rbeit des ui a Wtn onatii „i!'_ Stat >ii

^bend s f iche

der

sämiuj 4 '■ und in

s

Ersch eint 6mal wöchentlich

uonatsbezug 2,30 RM elnschl. Zustell­gebühr; Postbezugspreis monatlich J 30 KM (elnschl. 21 Rpf. Post- aeitungsgebühr) zuzügl. 36 Rpf. Be­stellgeld- Postscheck: Hamburg 172 72. Anzeigenpreise und Autnahmebedln- pjngen laut Preisliste. Aufnahme­termine ohne Verbindlichkeit

Brcmcrjcitung

^Bremer 9tadtrid)teti -

Geschäftsstellen!

Bremen: Geschäftsstelle und Schrlft- leltung: Geeren 6-8, Ruf 2 19 31; Vacht- ruf und sonntags 2 47 65; Syke: Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 6, Ecke Poststraße, Ruf 2 34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24,

Ruf 4 und

Bremen-Blumenthal:

Kapit.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 u. I

'erden,

»«

- **,

n ’ dessen 9 ^'! F '<| ® Zeit bedarf ° les S ‘ege s '

Pörieiamiliche Tageszeitung

Das Aoisbloü des Begierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

dpostdiensteii n beniand ua J' t:,

stell ‘ wn£i I??

1 Postämtern

2 he fiudlicS aT! ;i

Ferner ist a * a * ^ 1

Altpapier T" J

ec *tig en b >< ä-ä

e-fannlmachungeV

s«pwk

,5 U hr ~. Wol tas«Sääl

5” n g- Kamerad«

Jo ^« 19-20 lHj v

echstunde in Lära

Ortsgruppen Bim

jabe der Lebensmitt, ZU den üblichen ststellen. für die vom KIHj Sonnabend, n«. r Ortsgruppe äi.v

nk von heule

15: Unterhaltungst»

' der Jugend, 18jf ä ohte. 20.15: RichariV chlandsender). -Dai )ziger Gewandhaus®! Hermann Abeu Prometheus" voa lü

nässe Rezep

tag oder. WeiäkoK t ein in Viertel ge! ein, gibt einige gers ti und reichlich in lz »sehen. Man mischt rffeln Essig, etwa & n r man kann auch n. Das Ganze muß iich aufgetragen w;

Freitag, IQ. November 1944

der Nationalsozialisten Bremens

Amilichos Verkündungsblatl des Belchsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

Schwerpunkt wieder im Weslraum

Jbwehrerfolge in der Schlacht an der lothringischen Grenze — Eisenhower ließ Armee Pailon -ntr.tpn

Von '

s. Zigiarreng^sch. as. iriegsdaner zu pachte unter T 2194, bl. Z. m. Heiz. u. K::: fc. Ang. u. M 2037. j in- u. Schlafzi., en il. Ausf. Ang,

Bremen, Postfach irr, 53 J 4 , 8. kl, nfl sehe. Ang. u, W s. möbl. Zi., am 1:' igebote unter L $ ner v. berufst. He unter E 2042. mbl. o, teilmbl fr* w. Küchenhen. P *' s. möbl. heizt», t Fjndorff). Ang. S il. Zimmer m,J«j ;. Angebote u. ” ‘ möbl. od. teilw. ßJj Zi. m. Kii. od. Kcfijq Koch, Am Wal*

. 2 erwachs. iü& unmöbl. Wohnuv igeb. unt. H 203 mbl. Zi. m. Kitt edt-Sebaldsbr. 1 p,, Geschäftsl.,1** vohnung. Ang.lJ ertes Zimmer fl® r Wall 121 ,

1-2 leere Wohnr-Z--,

Ichellhase, Uejentti . -

ntner s. einf. «j 88 FZ Ugeb. unt. E MJ., a. d. Lande m«i Verpfleg. Ang. iu s. Zimmer n. M utzung. Ang« ^ i,

|. Schlafstelle. 0 •;

ä. Nähe Brem. 8 W.

. sof. od «’■*•§£ K'ben. f- 2 H. »• mögl. Zentrum, geh. u. B 21lß. , r s. kleine JWg, •aum. Ang. a -

Ä'fijf

zur

t. .

unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter Die britisch-kanadische Heeresgruppe y seit Wochen in den Angriffskämpfen der Scheldemündung und in Nordbra- tant gefesselt. Die Masse der 1. amerika- uischen Armee ist mit etwa einem patzend Divisionen, darunter einem Drit- | ( 1 Panzerdivisionen, im rund 100 Kilo efer breiten Abschnitt von Aachen stär­ker engagiert, als ihrem Führer Hodge echt sein wird. Die 7. USA-Armee m Süden der Westfront bemüht sich seit Wochen um die Zugänge zu den Vogesen d deren westlichen Vorhöhen. Nur die USA-Armee P a 11 o n s hatte sich die fetzten drei Wochen kaum von der Stelle

gerührt.

Dafür war sie im September — nach Festlaufen ihres Bewegungsfeldzuges — and bis in die Mitte des Oktober nicht nir Ruhe gekommen. Über die Ebene von Terdun konnte diese Feindgruppe noch segen die Westfront der Festung Metz Vorkommen. Hier wurde sie jedoch — vor allem durch den entschlossenen Ein­satz der dort garnisonierenden Waffen- ; c h u len — zu Boden gezwungen und zum Stellungskrieg verurteilt. Sie machte seit­dem an der Peripherie der Festung stän­dige Anstrengungen, sich an und in den eigentlichen Festungsbereich heranzuar­beiten. Doch war die Infanterie Pattons am wenigsten geeignet, hier zu Erfolgen m kommen. Sie zeigte sich recht feuer- empfindlich, eine militärische Untugend, die sich gerade im Kampf gegen befestigte Stellungen rächen muß. Diese Armee hatte eilen verhältnismäßig leichten Weg nach Avranches hinter sich. Die Träger der schweren Kämpfe nach der Landung wa­ren die britischen, kanadischen und ame­rikanischen Divisionen der anderen Ar­meen gewesen. Die 3. amerikanische Armee hatte solange in Bereitschaft ge­standen. Sie war also nicht frontbewähft- Grolle Erfahrungen mochte sie auf ihrem Vormarsch auch kaum gesammelt haben. Was Krieg ist, erfuhr sie erst im Kampf­raum Metz. Sie beugte sich ihm. In ört­lichen Gefechten mit dem deutschen Brückenkopf verbrauchte sie Teilkräfte, aas denen der Festungsbezirk völlig in­takt hervorging.

Doch kann Eisenhower auf das Ge­fleht der Armee Patton auf die Dauer nicht verzichten. Daß südlich Metz ge­wisse offensive Vorbereitungen vor sich [fingen, war an dieser Stelle wiederholt, ssagt worden. Es war auch angedeutet orden, daß sieb Patton auf Kosten der Machbarten 7. Armee verstärkte, wo- [esen dieser Armee französische Kräfte iberwiesen wurden. Die Erfahrungen mit «r Festung Metz im September und Ok- ™er schreckten offenbar vor einem fcekten Angriff gegen diesen Brücken­kopf ab. Dagegen schien sich Eisenhowers Mab von einem Engagement südlich von mehr zu versprechen. Auch hier ™ue sich der Gegner in der ersten Oktoberhälfte verschiedentlich offensiv ■würdet. Nomeny war damals als Ge- fechstsort genannt worden. Der kleine laß Seille war zwischen den Kampflinien Sengeblieben. Der Rhein-Marne-Kanal «dete meist die .Südbegrenzung der tak- aschen Gefechte.

^un ist diese 3. amerikanische Armee wischen Pont a Mouson und Chateau,Sa- „ ® s (Salzburgen) zum Großangriff ange- l’Wn. Die Angriffsfront mißt mehr als

Verfüg 1 “ 18 :?' Kilometer Ausdehnung. Ihre Lage ent-

ner,

haben

AMfeb. nn»r

Zi

s ö,

2 a. fttö* ß •

Gröl* 1 : J

Kochg. «•f g.

wertv.

n|- BJ5

, daß die ganze Festungsfront Peinlich gemieden und umgangen w Stof " • - - * ■’

Metz

u ___wird.

Stoß gilt zunächst dem Lothringer i c ® e n, zielt jedoch auch auf das Saar- ae&en. Was die Armee Patton bisher in le neue Schlacht geworfen hat, dürfte tnm die Masse der Armee darstellen. Die rannte Angriffsausdehnung im Südosten a den Rhein-Marne-Kanal angelehnt, Pncht zunächst auch nicht für ernstlich D®einte Fernziele wie etwa das Saar- j!® en ' Vor dem Feinde lag zunächst die ? e > die er überschreiten konnte. Dann .rauhte schlagartig die völlig vorberei- 'y e , Abwehr ein, die dem Gegner größte .»«te beibrachte. Die Amerikaner sind tystei

"11. 9*gSS

.6 am

Ge ifnstraße 6 ?' ieg niöÄ

jCon ke mhc 6i öl) lä®

lebsbnüjj’ l3 ä j ■filner SltnS-PZM-.

ematiker in ihrer Kriegführung. Darum ? patton au di zunächst nur einen Teil i L er verfügbaren Kampfkraft eingesetzt ,• -■ e . n - Er weiß, wie schwierig und lang- iifjflerig es j s ^ deutsche Stellungsabschnitte i ^fkien. Er rechnet selbst mit großen k «Wien. Um einen Angriff unter solchen Li" UT, d Gegenwirkungen aufrechtzuer- j. e J' nraucht man einen ständig fließen- j, Wrom von Reserven. Auf diese Vor- sw irtsdiaft mag es zurückzuführen sein, pi" 11 dieser neue Angriff in seiner ersten taj 6 ^i^t die Masse einer ganzen Armee, üürn erst Teile angetreten findet, in jf r P e f ner verlegte den Angriffsbeginn f H ., e hühen Morgenstunden, weil er den m *ühßl als Ergänzung und Entlastung j. e s Nebelsdiießens ajisnutzen wollte.

vorher festgestellten Artillene- „il'Wungen ließen auf- trommelfeuer- >ij., Eröffnung schließen, die dann auch

Wenn der Gegner ,l » durch Aussparung der Metzer Be- Wrgen leichteres Spiel zu haben, wird bald die Feststellung machen

müssen, daß im Angriffsraume zwischen Mosel und Rhein-Marne-Kanal die letzten Wochen äußerst ausgewertet wurden, in - ihnen wertvolle Tiefenverteidigung ent­stand, die niederzukämpfen sehr schwer sein wird.

Eh® ersten Kämpfe haben sich schnell zn Heftigkeit, gesteigert. Das wird bis zum überschreiten der Kulminationskraft die­ser Offensive so bleiben. Jeder Angriff überschreitet einmal seinen Höhepunkt und schwächt sich dann ab. Es wird die Aufgabe der Verteidigung im Lothringer Raume sein, diesen Termin so frühzeitig herbeizuführen, daß der Feind keine Ge­legenheit hat, seinen operativen Zielen schnell nah zu kommen. Am rechten Flü­gel seiner neuen Offensive bekam der Feind südlich und südöstlich Chateau Sa- lins schon zu spüren, daß die Verteidigung sich keine Gelegenheit entgehen läßt, in eigenen Vorstößen örtliche Vorteile zu ge­winnen, wie es soeben am Rande des Parroywaldes, der das Schlachtfeld ab­grenzt, mit Niederkämpfen einer amerika­

nischen Bunkerlinie geschah. Mit solchen kleinen und größeren Überraschungen muß Patton im weiteren Verlauf seines Angriffes ebenso rechnen wie mit opera­tiven Gegenmaßnahmen.

Aktion größten Sills?

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

bm. Berlin, 5. Nov. Der Großangriff der 3. nordamerikanischen Armee hat den Schwerpunkt der Schlacht um Deutsch­land in den Westraum verlagert, zumal im Augenblick von den Fronten des Ostens nur örtliche Kampfhandlungen ohne stra­tegische Reichweite gemeldet werden. Die endgültige Beurteilung des nordamerika- nisenen Großangriffs und seine Zielsetzun­gen ist im Augenblick noch nicht möglich, da noch nicht zu übersehen ist, ob die Amerikaner durch ihre Operation ledig­lich die eigentliche Ausgangsposition für die geplante Großoffensive gewinnen wol­len oder aber ob dieser Angriff den Auf­takt zu einer Reihe von Offensivunter­

nehmungen bildet, die zeitlich und strate­gisch zu einer einheitlichen Aktion großen Stils koordiniert sein würden. Verschie­dene Beobachtungen sprechen dafür, daß die Nordamerikaner mehr als nur eine Ausgangsposition zu weiteren Operationen gewinnen wollen. Beiderseits von D i e - denhofen erfolgten nordamerikanische Erkundungsvorstöße, die im Zusammen­hang mit dem Großangriff zwischen Pont a Mousson und Chateau Salins stehen können. Auch im Raum von Aach e,n zeigen sich zunehmende Andeutungen nordamerikanischer Angriffsvorbereitun­gen. Der Gegner begann hier, die deut­schen Stellungen mit Nebelgranaten zu beschießen. Erst in den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob Eisenhower hier einen zweiten Schwerpunkt zu bilden beabsich­tigt. Die gleiche abwartende Haltung ver­langt das Kampfbild in Holland, wo im Raum von Nimwegen britische Panzer­bereitstellungen zu beobachten sind. Der Gegner hat hier weiterhin starke Schlacht­fliegerverbände eingesetzt

Rooseveli brauch! Stimmvieh nicht mehr

Der Mann des neuamerikanischen Imperialismus — Sidney Hillmans Wahlmacher-Rolle

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

Rn. Berlin, 9. Nov. Natürlich beherrscht ein Ereignis wie die dritte Wiederwahl Roosevelts zum Präsidenten der USA das öffentliche Interesse, besonders in den an­gelsächsischen, aber auch in den neutralen Ländern in hohem Maße. Auch der Kreml zeigt sich erfreut, was bei der Einstellung Roosevelts nicht wunder nimmt. Aber die Spannung, mit der man das Ergebnis die­ser Wahlen erwartet, ist auch ein routine­mäßiger Vorgang. Andererseits fehlt der Wiederwahl jeder sensationelle Beige­schmack, denn mit dem Erfolg Roosevelts wurde allgemein ziemlich fest gerechnet. So ist diese Wahl eigentlich bemerkens­wert nur durch die Tatsache, daß sie an der bisherigen Lage nichts wesentliches än­dert. Einige Persönlichkeiten, die bisher häufiger genannt wurden, werden nach den gleichzeitig erfolgten Kongreß-Neu­wahlen vermutlich aus der politischen Be­richterstattung verschwinden, wie etwa die Abgeordneten Hamilton Fish, und Nye, andere neue werden hinzukommen und eine größere Rolle spielen, wie etwa Sidney Hillman, der eigentliche Wahl­macher Roosevelts. Aber das Gesamtbild bleibt davon unberührt.

Ein deutscher Pressevertreter, der viele Jahre in den Vereinigten Staaten gearbei­tet hat und die dortigen Verhältnisse gut kennt, macht in der neuesten Nummer des „Reih“ einige interessante Mitieilungen über die Person Hillmans und seine Me­thoden. Sidney Hillman ist ein aus Lett­

land eigewanderter Jude, einst Zuschnei­der in einer Chikagoer Konfektionsfirma, dann Gewerkschaftspräsident der Ver­einigten Schneiderarbeiter, nach 1933 mehrfach Arbeitskommissar in Roosevelt- schen New Deal-Ämtern. Er ist im allge­meinen wenig beliebt, hat infolgedessen mehrfach hohe Ämter aufgeben müssen, aber — und das ist das Entscheidende — Roosevelt schätzt ihn außerordentlich. Seit etwa einem Jahr war er wieder an der Arbeit für den Präsidenten und dabei hat er eine Art politischer Erfindung ge­macht, die Roosevelt sehr zustatten ge­kommen ist. Er hat das politische Aktions­komitee (P. A. C.) gegründet, sozusagen einen politisch-propagandistischen Stoß­trupp der großen Gewerkschaftsdachor­ganisation C. J. O. Dieses Komitee hat Hillman zwar als „unparteilich“ bezeich­net, vom Kongreß konnte ihm auch mit dieser Gründung keinerlei Gesetzwidrig­keit nachgewiesen werden, aber er hat das P. A. C. eben doch nur für Roosevelt ein­gesetzt, und alle Berichte aus den Ver­einigten Staaten stimmen darin überein, daß das mit großem Erfolg geschehen ist.

Die Soldatenstimmen sind in dem bis­herigen Ergebnis nicht enthalten. Aber auch sie werden keine wesentliche Korrek­tur bringen, denn man muß sich vergegen­wärtigen, daß Roosevelt jetzt seit elf Jahren Präsident der USA ist und daß die meisten der amerikanischen Soldaten seit ihrer späteren Kindheit keinen anderen Präsidenten als eben Roosevelt kennen.

Englische Äußerungen über V 2

„Fliegende Telegraphen Stange mit Feuerschweif “

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 9. Nov. „Fliegende Bom­ben kamen auch in dieser Nacht nach Südengland herein und verursachten Sach­schäden und PersonenverInste“. Diese la­konische Mitteilung am Ende des gesen­deten Nachrichtendienstes war das ein­zige, was die Engländer Donnerstag morgen zum Einsatz von V 1 und V 2 ver­lauten ließen. Vorher wurde immerhin ausführlich über die Angaben des deut­schen Wehrmachtberichtes referiert und hinzugefügt: Nach Mitteilungen aus einem neutralen Lande „handle es sich um ein neuartiges Geschoß“. Weiter nichts, kein Dementierversuch, kein Ansatz — etwa wie seinerzeit bei Beginn der V-l-Bombar- dements —, die neue deutsche Waffe lächerlich zu machen. Die amerikanische Associated Press zitiert, aus London da­tiert, die Wehrmachtangaben über den Einsatz von V 2 und zitiert außerdem aus neutralen Quellen Mutmaßungen über den Charakter der neuen Waffe. Eine andere USA-Meldung aus London besagt, daß die dortigen Abendblätter vom Mittwoch das deutsche Kommunique ohne Kommentar Wiedergaben und stellenweise Beschrei­bungen über den mutmaßlichen Charakter der Waffe veröffentlichten, und zwar unter Berufung auf neutrale Quellen und ohne Bezugnahme auf die bereits gewon­nenen peinlichen Erfahrnugen im Lon­doner Raum selbst.

Später hat sich dann das englische Reuterbüro veranlaßt gesehen, eine Mel­dung über V 2 zu veröffentlichen. Danach ist V 2 eine gewaltige Stange, von der man sage, daß sie einen Sprengstoff besitze, der etwa eine Tonne Sprengstoff enthalte. Reuter schreibt dem neuen deutschen Ferngeschoß eine Reichweite bis zu 600 km zu und glaubt, das Geschoß mit einer lan­gen, ziemlich starken Rakete, die ein Schwanzsteuer wie gewöhnliche Bomben besitze, vergleichen zu können. Diese Ra­kete sei bis zn 16 Meter lang und gleiche

einer „fliegenden Telegraphenstange“, die einen Feuerschweif hinter sich herzieht. Das Geschoß soll schneller als der Schall sein, so daß es im Ziel einschlägt, ehe man sein Nahen hören kann.

Beim Einsatz der V 1 hat es Wochen gedauert, ehe die ersten zuverlässigen Berichte über die Wirkung der Waffe aus England eintrafen. Dieses Mal scheint das Schweigegebot noch schärfer zu sein, und zwar besonders für die ausländischen Be­richterstatter. Man hat sogar versucht, durch mehr oder weniger geschickte Tar­nung den Einsatz der V 2 zu vertuschen und hat sich dabei folgenden Tricks .be­dient: Als die deutschen Truppen die

nordfranzösische Küste räumten, jubelte ganz Südengland auf, nun sei es vorbei mit den fliegenden Bomben. Wenige Tage später kamen jedoch die Zeitungen' mit den erstaunlichen Erklärungen, warum trotz des Wegfalls der angeblichen Start­plätze der V 1 in Nordfrankreich London weiter unter dem Feuer deutscher Ver­geltungswaffen liege. Vollständig ver­schwiegen wurde aber, daß es ich in Wirk­lichkeit um eine neue Waffe handelt, die sich wesentlich von der Flügelbombe unterscheidet, die gräuschlos ist und wegen ihrer hohen Geschwindigkeit nicht gesehen werden kann. Das ist für die bri­tische Abwehr von größter Bedeutung, denn die V 1 konnte in ihrem Fluge be­obachtet werden und man konnte sie auch hören.

Man wird also abwarten, bis die bri­tische Zensur, durch die Umstände ge­zwungen, Einzelheiten über die Wirkung der V 2 bekanntgeben wird. Auffallend ist schon jetzt eine Tatsache: In den letz­ten Tagen haben prominente britische Militärs im Rundfunk Vorträge gehalten, in denen sie immer wieder mit Nachdruck unterstrichen, daß die schweren Opfer und Strapazen, die Grofi-London Ihit- mache, noch nicht abgeschlossen seien und „das große Buch des Kriegseinsatzes der Londoner Bevölkerung noch m!>:■>' h ungeschriebenes Kapitel enthalte".

Das ist ein Moment, das sicher erheblich mitsprechen wird. Roosevelt hat gesiegt, über er wird damit rechnen müssen, daß er während seiner vierten Präsident­schaftsperiode manchem Widerstand be­gegnen wird.

Aber auch das ändert nichts an den Grundlinien, die neu bestätigt wurden: konsequentes Zusammengehen mit Stalin und Churchill, maximale Ausweitung des nordamerikanischen Einflusses in der Welt, praktische, wenn auch nicht , propa­gandistische Nichtachtung der Interessen aller kleinen und schwächeren Völker. Das ist Roosevelts wahres Programm, an ihm wird er eisern festhalten.

Begriffe wie Monroe-Doktrin und Atlan­tik-Charta werden auch in der neuen Pe­riode der nordamerikanischen Politik inhaltlose Parolen bleiben, Sehr hübsch ist in diesem Zusammenhang in einem Londoner Kommentar von „Dagens Nyhe- ter“ der Satz, „erst die Zukunft könne lehren, wieviele außenpolitische Entschei­dungen infolge der Rücksichtnahme Roose­velts auf seine Wahlnotwendigkeiten auf­geschoben wurden.“ Natürlich bezieht sich das vor allem auf die Haltung des Weißen Hauses gegenüber den Millionen tschechi­schen und italienischen Wählern in den „Staaten“. Aus Rücksicht auf sie hat Roosevelt manche Verschleierung seiner wahren Haltung vorgenommen.

Roosevelt war und ist der ausgeprägteste Vertreter des neuamerikanischen Impe­rialismus. Gerade deshalb dürfte die Mehr­zahl der amerikanischen Stimmen für ihn abgegeben sein. Die Enttäuschungen wer­den aber nicht ansbleiben. Wie Roosevelt heute noch der Mann der Kriegskonjunk­tur ist, wird er eines Tages der Mann der Nachkriegsdepressionen sein.

Eichenlaub verliehen

Führerhauptquartier, 9. Nov. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Edu­ard Brunner, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment, als 638. Sol­daten der Deutschen Wehrmacht.

Neue Waffen

Von

Hans Hertel

Von führenden Männern des Reiches wurde wiederholt der kommende Einsatz neuer Waffen angekündigt. Seitdem sind auch bereits einige neue Waffen verwen­det worden: V i, V 2, dessen noch wesent­lich größere Wirkung er zunächst noch zu verschweigen sucht, deren gewaltige Wir­kung auf London der Gegner jetzt all­mählich eingesteht, der Ein-Mann-Tor- pedo, ein neues Sturmgeschütz und ein neuer Panzer, daneben mehrere Nah­kampfmittel. Schon diese Auswahl zeigt, daß die Neubewaffnung unserer Wehr­macht auf breiter Grundlage vor sich geht. Eine Reihe neuartiger Kampf­mittel ist im Entstehen. Der größte Teil befindet sich bereits im Serienbau, andere neue Waffen sind in der Konstruktion fertig. Es ist selbstverständlich, daß über diese Waffen in der Öffentlichkeit nichts mehr gesagt wird. Zur rechten Zeit wird unser Volk Einsatz und Erfolg der erwar­teten neuen Waffen aus dem OKW.-Be- richt entnehmen, und der Feind wird merken, daß die Ankündigung neuer Waf­fen alles andere als leere Versprechung darstellte.

Um so mehr ist es notwendig, daß unser Volk sich zum Thema neue Waffen die richtigen Gedanken macht. Über die Schwarzseher, die überhaupt nicht an den Einsatz neuer Waffen glauben, kann man zur Tagesordnung übergehen. Es handelt sich um die Menschen, die an nichts glauben und an allem zweifeln, vor allem auch au sich selbst. Den Krieg wer­den wir nicht mit diesen Typen gewinnen, sondern trotzdem. Daß wir neue Waffen bekommen, steht außer Zweifel. Jede neue Waffe ist für sich allein ein technischer Fortschritt, einige bedeuten eine geradezu sensationelle Weiterentwicklung der Waf­fentechnik. Wie richtig diese Behauptung ist, wird sich beim Einsatz der neuen Waf­fen heraussteilen. Die Pessimisten werden durch die Tatsachen widerlegt werden.

Auf der änderen Seite' stehen die Überoptimisten. Sie glauben, daß beim Einsatz neuer Waffen die Kriegsent­scheidung zu unseren Gunsten gewisser­maßen auf Kommando fallen wird. Selbst­verständlich werden die neuen Waffen uns dem Sieg bedeutend näherbringen, in der Waffe allein liegt aber niemals eine Kriegsentscheidung, auch nicht in der überlegenen Waffe. Wenn das der Fall wäre, müßten die Anglo-Amerikaner die­sen Krieg längst gewonnen haben. Sie hatten in den letzten Jahren stets die Luftüberlegenheit und sind seit Beginn der Invasion an Material und Menschen­zahl im Westen eindeutig stärker gewe­sen als wir. Trotzdem haben sie damit die Niederwerfung des Reiches nicht erreicht. Ebenso wenig haben das die Bolschewisten durch die brutale Aufopferung gewaltiger Menschenmassen unter ihrem beispiellosen Materialeinsatz erreicht. Wenn wir nach den Gründen für diese Tatsachen forschen, dann finden wir sie nicht in den Waffen, sondern bei den Menschen.

Der Herr des Schlachtfeldes ist nicht die Waffe, selbst die beste nicht, sondern der Soldat. Er gibt der Waffe ihre Bedeu­tung, durch ihn verwandelt sie sich aus toter Materie zu einem sinnvollen Werk­zeug der Kriegführung. Die beste Waffe ist wertlos ohne Soldaten, die bessere Waffe wird abgewertet, wenn sie in den Händen eines feigen Mannes ruht, dem ein tapferer Soldat entgegentritt. Der Tapfere siegt selbst mit der schwächeren Waffe. Bei gleichwertiger Bewaffnung liegt der Sieg beim besseren Soldaten. Dieser Ge­dankengang beweist am besten, daß es in

General Eisenhowers Nachschubsorgen

Es fehlt immer noch an Höfe n — Zerstörtes Eisenbahnnetz

Drahtbericht unseres Vertreters

ost. Stockholm, 9. Nov. Der heldenhafte Abwehrkampf der deutschen Atlantik­stützpunkte, der den Briten und Nord­amerikanern die Benutzung der Kanal­häfen" zum größten Teil noch immer un­möglich macht, sowie die weitgehende Zer­störung des Eisenbahnnetzes im belgisch- fronzö.sischen Raum, die nicht so sdinell behoben werden kann, haben, wie sich aus allen britischen und nordamerikanischen Meldungen und Korrespondentberichten über diesen Fragenkomplex ergibt, das britisch-nordamerikanisme Oberkom­mando angesichts der brennenden Nach­schubsorgen gezwungen, den Nachschub zwischen England und der Front zu einem großen Teil auf den Luftweg zu ver­legen.

In welch starkem Maße dies das britisch­nordamerikanische Potential belastet, er­geben weitere britische Meldungen. Weit über 1000 Transportflugzeuge müssen für diese Zwecke eingesetzt werden. Diese Flugzeuge,. die hauptsächlich vom Luft­transportverband der in England statio­nierten 9. USA-Luftflotte und vom Luft- transportverbard der britischen Luftwaffe gestellt werden, erfordern eine umfang­reiche Bodenorganisation, die insgesamt mehr als 100 000 Mann Bodenpersonal ein­spannt. Die Transporimaschinen — in der Hauptsache lmrdamerikonische Douglas-

Flugzeuge — befördern in Richtung Front vor allem Truppen, Waffen, Gerät und Sa­nitätsmaterial, während ihr Transport­raum für den Rückflug für die zahlreichen Verwundeten der Westfront bereitgestellt werden muß.

Briten beschießen Lazarette

Berlin, 9. Nov. Amtlich wird verlaut­bart: Der Kommandant des von den bri­tischen Truppen eingeschlossenen deut­schen Stützpunktes Dünkirchen hat vor einigen Tagen gemeldet, daß die britische Artillerie die Lazarette in.Dünkirchen beschossen und getroffen hat, obwohl ihre Lage dem britischen Befehlshaber genau bezeichnet war und er zugesagt hatte, auf die Lazarette Rücksicht zu ilehmen. Auch nach Einlegung eines schriftlichen Pro­testes durch den Kommandeur von Dün­kirchen bei dem britischen Befehlshaber wurde die Beschießung kurz darauf nachts wiederholt. Militärische -Anlagen befanden sich nicht in der Nähte des be­schossenen Lazarettes. Da die genaue Lage der Lazarette in Dünkirchen den britischen Truppen bekanntgegeben war, kann es sich bei ihrer Beschießung nicht um Zufallstreffer gehandelt haben.

Die Reichsregierung hat deshalb durch das Auswärtige Amt gegen diese erneute Völkerrechtsverletzung der Briten über die Schutzmacht entschieden Verwahrung eingelegt.