Ausgabe 
(9.11.1944) 299
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Parieiamtliche Tageszeitung

pa» Amtsblatt des Regierenden Bürgenneistors der Freien Hansestadt Brssun

Nummer^B7 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichssiatthallers in Oldenburg und Bremen

Donnerstag. 9. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Großer Abwehrerfolg in Kurland

BeschuB des Großraums von London durch „V 2" verstärkt

Führerhauptquartier, 8. Nov. Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nachdem seit dem 15. Juni der Groß­em von London mit nur kurzer Un- lefirechung und in wechselnder Stärke ,„ter dem Feuer der „V i“ liegt, wird die- , e r Beschuß seit einigen Wochen durch jen - Einsatz eines noch weit »irksameren Sprengkörpers, der „V 2“, verstärkt.

An der Nordspitze von Walcheren be­haupteten sich die eigenen Stützpunkte juch gestern gegen den von Westen und Osten angreifenden Feind. Der Brücken- hopf Moerdijk wurde in harten Kämpfen »gen starke Panzerangriffe gehalten, l'nsere Artillerie bekämpfte wirksam feindliche Ansammlungen und anhaltende Bewegungen im Raum • von Nimwegen und östlich Helmond. — Panzer und Gre­nadiere vernichteten südöstlich Stolberg die dort abgeschnittene nordamerikanische Kräftegruppe und eroberten nach schwe­ren Kämpfen den Ort Kommerscheidt trotz erbitterter Gegenwehr zurück. 1 ) nordamerikanische Panzer wurden da­bei abgeschossen, zwei erbeutet, über 3ÖO Gefangene eingebracht. — Nach starker Artillerievorbereitung trat der Feind in den frühen Morgenstunden zwischen Pont i Mousson und Chateau Salins zu dem dort erwarteten Großangriff an. Schwere Kämpfe sind entbrannt. Eigene Stoßtrupps sliefien südlich und südöstlich Chateau Sa­lins und an der Nordostecke des Parroy- ffaldes tief in die feindlichen Stellungen vor, sprengten 25 Bunker und kehrten mit Gefansenen und umfangreicher Beute in die eigenen Linien zurück.

Im Etruskischen Apennin wurden feind­liche Vorstöße in dem Frontbogen nörd­lich Roccas-Casciano in der Tiefe des Hauptkampffeldes von der dort kämpfen­den Infanteriedivision aufgefangen.

Von der Balkanfront wird weiterhin lebhafte Kampftätigkeit ohne wesentliche Veränderung der Lage gemeldet. Im Tal der südlichen Morava scheiterten stärkere Angriffe der Bulgaren. — In der Ägäis versenkte ein eigenes Torpedoboot ein Unterseeboot des'Feindes. — Vor Buda­pest und nördlich der Bahnlinie Cegled— Szolnok wiesen unsere Panzer und Gre- aadiere starke Angriffe der Bolsche­wisten ab. Durch Gegenangriffe wurden die Sowjets aus mehreren Ortschaften geworfen. — An der mittleren Theiß stehen deutsche und ungarische Verbände in harten Kämpfen mit stärkeren feind­lichen Angriffsgruppen. Schlachtflieger führten bei Tag und Nacht wirksame An­griffe gegen den sowjetischen Nachschub. Im ostpreußischen Grenzgebiet kam es nr zu örtlichen Kämpfen. Die Wucht der bolschewistischen Angriffe gegen un­sere Nordfront hat gestern auch im Raum T »n Autz nachgelassen. Wo der Feind weiter angriff, wurde er, zum Teil in Ge­genstößen, geworfen. Damit ist der von den Sowjets erstrebte Durchbruch in Kur- l«nd gescheitert. In zwölftägiger erbitter- kr Abwehrschlacht haben unsere Divi­sionen dem Ansturm überlegener bolsche­wistischer Kräfte standgehalten und dabei einen großen Teil der sowjetischen An- griffsverbänds, vor allem der eingesetzten ranzertruppen, zerschlagen. Vom 26. Ok- jober bis zum ?. November würden 602 feindliche Panzer vernichtet, 239 sowje­tische Flugzeuge über dem Kampfraum •^geschossen, davon 110 durch Flakar­tillerie der Luftwaffe. — In Finnland kam *? nordwestlich Ivalo und westlich des '•rlanger-Fjords zu örtlichen Gefechten ®it Finnen und Bolschewisten..

“ei Angriffen nordamerikanischer Ter- 'ortlieger auf das südliche Reichsgebiet *Mden durch Flakartillerie der Luftwaffe •■eben viermotorige Bomber zum Absturz gebracht. In den Wohngebieten von Mar- T r S a. 1. Drau und Wien entstanden ge- tül Se Gebäudeschäden.

■P as Oberkommando der Wehrmacht Pt>t ferner bekannt:

Die organisierte Aufstandsbewegung in er Slowakei ist zusammengebrochen und Sachlagen. In schwierigen über zwei • »pnate andauernden Wald- und Gebirgs- ojnpfen haben Truppen der Waffen-H 3 des Heeres unter Führung der M- tiergruppenführer und Generale der W*|Wen-H Berger und Höfle die West- und ittelslowakei von einem unter bolsche- •stischer and tschecho-slowakischer Füh- stehenden hinterhältigen Feind und y. 1 ®?« Mitläufern gesäubert. General "ssi, Mitglied der Londoner Emigranten- egierung und Befehlshaber der sogenann- - , tschecho-slowakischen Nationalarmee, , “ sein Stabschef wurden gefangen- Fiommen. Der Versuch unserer Ostfront

111 den __ _L.i Anfclän-

n 7«uiien. Uer Versuch unserer usurum Rücken zu fallen, hat die Anfstän- .r' tl n ei \ über 4000 Tote und dazu mehr als .. 'Gefangene gekostet. Nach vorläufi- (5 Feststellungen wurden zwei Panzer-

' ^Stellungen wurden zwei ranzer- ,.se, 267 Flugzeuge, 309 Geschütze und ,.i gesamten Vorräte der Aufständischen tagtet. Die vollständige Säuberung des wirü i V ? n de " festlichen Bandengruppen

fortgesetzt.

Er ?änzend zum Wehrmachtbericht wird Be riet: Verbände germanischer und let- ® er h-Freiwilliger haben sich in den

Kämpfen in Kurland besonders ausge­zeichnet. — Bei der Räumung der ägäi- schen Inseln und des griechischen Fest­landes haben sich die dort eingesetzten Transportverbände der Luftwaffe unter besonders schwierigen Bedingungen be­währt und die Rückführung von Truppen und wertvollem Material sichergesteift.

Der Einsatz von V 2

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

Dr. W. Sch. Berlin," 8. Nov. Die in den letzten Wochen steigend zum Ausdruck.ge- brachte maßlose Enttäuschung vor allem unserer westlichen Gegner über den von unseren Truppen erkämften Zeitgewinn ist vor allem in der an Gewißheit grenzenden Sorge begründet, daß — über die Auswir­kungen der totalen Volkserhebung hinaus­gehend — die gewonnene Zeit dem Einsatz neuer Waffen auf deutscher Seite zugute kommen wird. Unsere militärische Führung macht über diese Entwicklung kein großes Geschrei, sondern läßt zunächst die Tat­sachen sprechen Seit, einigen Wodien schon ist, wie wir heute durdi den Wehr­machtbericht erfahren, das Feuer von V 1 gegen den Großraum von London durch

den Einsatz von V 2 verstärkt worden. Diese zweite Vergeltungswaffe wird ge­genüber der seit dem 15. Juni eingesetzten als ein noch weit wirksamerer Spreng­körper gekennzeichnet.

Als die Briten glaubten, daß sie nadi der Eroberung der nordfranzösischen Ab- sehußbasen für V 1 vor diesen gefürchteten Sprengkörern Ruhe haben würden, bra­chen sie das bis dahin geübte Schweigen und gaben diekatastrophalenZer- störnngen zu, die im Großraum von London durch V 1 verursacht worden sind und weiter verursacht werden. Nach den anfänglichen Bagatellisierungsversuchen hörten wir jetzt ans britischer Quelle, daß oft ein einzelner V-l-Sprengkörer bis zu 500 Häuser vernichtet oder schwerstens be­schädigt habe. Und wie dann die Gesami- wirkung zeitweise ansgesehen haben muß, konnte man sich leicht errechnen, wenn man. wußte, daß an manchen Tagen durch­schnittlich jede Viertelstunde einer dieser Sprengkörer in den Großraum von Lon­don einflog. Wenn V 2 nun noch ein weit wirksamerer Sprengkörer ist, so kann man ahnen, wie schwer Südengland\ und der Grofiraum von London seit den! Be­ginn des neuen Einsatzes getroffen worden

Chaos in Frankreich stört Eisenhowers Plane

Gefährdung der rückwärtigen Verbindungen

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. Lissabon, 8. Nov. Aus Berichten englischer Blätter spricht immer deutlicher die Sorge, mit der man im Hauptquartier Eisenhowers die wachsende Unordnung in Frankreich verfolgt. Maßgebende militä­rische Kreise sehen den Augenblick immer näher kommen, wo das allgemeine Chaos die rückwärtigen Verbindungen der anglo- amerikanisdien Truppen gefährdet. In Frankreich haben sich innerpolitische Kämpfe „aller gegen alle“ entwickelt. Die konservative Londoner Wochenschrift „Truth“, die häufiger als andere Organe Dinge veröffentlicht, die offiziell totge­schwiegen werden, spricht von einer „ver­antwortungslosen Aufputschung der

fungs

Massen“. Gewisse revolutionäre Kreise — „Truth“ wagt es nicht, den Ausdruck Kommunisten zu gebrauchen — suchten durch die Jagd nach angeblichen Deut­schenfreunden alle Gegner loszuwerden, die sich ihnen entgegenstellen könnten. „Truth“ spricht von einem „Zurücksinken Frankreichs in die Barbarei“ und erklärt, die jetzige politische Entwicklung werde eines Tages damit enden,, daß auch de Gaulle und seine Mitarbeiter plötzlich als Deutschenfreunde angeklagt und hinge­richtet würden.

In englischen eingeweihten Kreisen gibt man sich wenig Illusionen hinsichtlich der Dauerhaftigkeit des de Gaulle-Regimes

und der Fähigkeiten des Generals hin. Die Briten halten aber an ihm fest in der Hoff­nung, die englische Position in Frankreich so lange zu halten, wie dies unter den heutigen Umständen und angesichts der Erfolge des Bolschewismus noch möglich ist.

Nach einer Meldung aus Paris hat die ..Regierung“ de Gaulle dekretiert, daß das jüngste Amnestiegesetz auch auf den be­rüchtigten kommunistischen Abgeordneten Thorez angewandt wird. Thorez wird also dadurch in die Lage versetzt, an den Sit­zungen des Nationalrates teilzunehmen und wieder die Leitung der Kommunisti­schen Partei übernehmen. Thorez war 1939 vom Militärgericht wegen Desertion aus der Armee in Kriegszeit zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Politische Kreise in Paris sehen in der Amnestie Thorez’ ein weiteres Anzeichen dafür, daß de Gaulle alle politischen Streitigkeiten zu vermeiden sucht, das heißt mit anderen Worten, gegenüber den Kommunisten zu­rückweicht.

Schwerter verliehen

Führerhauptquartier, 8. Nov. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Ge­neralmajor Hermann Hohn, Komman­deur der hessisch-moselländisehen 72. In­fanterie-Division.

sind. Der Stellvertreter des Premiers, Attlee, wußte schon, was er sagte, als er vor einiger Zeit von „schrecklichen Din­gen“ sprach, von denen er Kenntnis habe und die er für England fürchte.

Bezeichnend für die starke Betroffen­heit ist es besonders, daß die englische Regierung bisher über V 2 kein Sterbens­wörtchen gesagt und die eigene Presse sowie die ausländischen Journalisten zu strengstem Schweigen verpflichtet hat. Man wollte es so darstellen, als ob die in den letzten Wochen verursachten Explo­sionen auf die schon bekannten Flugbom­ben zurjickzufükren seien. Allmählich

sind aber doch einige Einzelheiten über die Wirkungen von V 2 durchgesickert. Mitte Oktober wurde eine Londoner Bahn­station durch eine der neuen V-2-Waffen völlig zerstört. Der Stadtteil wurde gegen­über der Öffentlichkeit vollkommen ab­gesperrt, so daß keinerlei Einzelheiten bekannt werden konnten. Weiter heißt es in englischen Berichten, daß vor der außerordentlich starken Detonation von den Geschossen nichts zu Hören oder wahrzunehmen sei. Es handle sick um eine unerklärliche Explosion und einen außerordentlich starken Luftdruck. Eine der Folgen des Einsatzes der neuen Waffe ist, daß die englische Regierung die Zu- rückführung von Evakuierten nach Lon­don sofort wieder verschoben hat. Mit Absperrmaßnahmen und Schweigetaktik’ schafft die englische Regierung die Tat­sache nicht aus der Welt, daß wir, je länger je mehr, die Früchte deutschen Erfindergeistes zur Geltung zu bringen und den zeitweiligen waffentechnischen Vorsprung der Feinde einzuholen und zu überholen vermögen.

Befehl der Gefallenen

Von Oberbereichsleiter Karl Kieckbuscb

Wie oft wurde in friedlichen Zeiten mit mehr oder weniger Pathos der Vers aus der Edda zitiert: Und ewig lebt der Toten Tatenruhm! -Mancher mochte dabei den­ken, daß es sich mehr um einen Trost an unsere Toten handele, als um eine Forde­rung, die die Lebenden selbst anging. Wie sollte eine Zeit friedlicher Sicherheit und allgemeinen Wohllebens sich dieses „ewige Leben des Tatenruhms“ auch innerlich vor­stellen? Leben hat doch nur, was Gestalt annimmt und in dieser Gestalt dann auch wirksam in das Leben eingreift. Wo aber war die lebendige Gestalt des Taten­ruhms der Toten und wo war ihr Wirken auf das Leben? Hier sehen wir heute weiter, als wir jemals früher sahen.

Die jetzige schwere Phase des Krieges ist wahrhaft zu einer geistigen Wieder­auferstehung aller tapferen Toten unseres Volkes aus der fernsten und der jüng­sten Vergangenheit unserer Nation ge­worden. Glauben wir doch nie- in- einer eitlen Selbstüberschätzung, daß gerade unsere Generation sich zu einem totalen Krieg bis zur Bildung des Volkssturmes erheben würde, wenn unsere Ahnen um Deutschland immer nur geschachert und gegaunert hätten. In unseren Adern ist heute das Erbe aller Jahrhunderte und aller Kriege und Kämpfe unserer Ge­schichte lebendig geworden.

Am 131. Jahrestage der Völkerschlacht bei Leipzig als der sieghaften Krönung des Opfers des preußischen Ländsturms und der preußischen Landwehr rief uns der Führer zum Volkssturm. In diesen Ruf aber hallte die Mahnung aller tapfe­ren Toten unseres Volkes hinein: Wahrt das deutsche Erbe für eure Kinder, so wie wir es wahrten für euch! In den kämpfen­den Fronten im Osten, Norden, Süden, Westen und im Volkssturm des ganzen Reiches hat der Tatenruhm unserer Toten wieder Gestalt gewonnen. Und in der Tapferkeit der durch dieses Ahnenerbe verpflichteten Männer beweist er die Wirk-

Zunehmendes Uefaergewichl der Verteidigung

Alle Anstrengungen der Feinde im Osten vergeblich — Uebergewicht des deutschen Kämpfers

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter

Diese ersten Novembertage stehen zwar noch im Zeichen sowjetischer Offensiven, so in Kurland und zwischen Donau und Theiß. Ferner machten sich auch feindliche Massierungen an gewissen Abschnitten der Weichselfront bemerkbar, wo es seit Monaten verhältnismäßig ruhig gewesen war. Grundsätzlich aber ist doch eine er­hebliche Veränderung eingetreten. Man muß Vor allem auch auf die Wende in der Schlacht um Ostpreußen hinweisen, auf die Entspannung im Kampfraum südlich Budapest und auf ähnliche Erscheinungen an der mittleren Theiß, an den Ostbeski­den und an der slowakischen Ostgrenze. Selbst die kurländische Schlacht weist ein erhebliches Abflauen auf, das sicher nicht im Programm der sowjetischen Führung lag sondern eine Erscheinung ist, die mit dem Kräfteschwund der Offensivarmeen zusammenhängt. Nach zwölf Tagen scheint das Ringen zwischen Libau und Autz dem natürlichen Ablauf zu verfallen, der noch immer das Kennzeichen sowjetischer Großangriffe gewesen ist.

Die Nachhuten unserer Heeresgruppe Balkan stehen noch im Kampf gegen bol- schewisierte Bulgaren, die im Strumitza- tal nach Erfolgen haschen, ohne sie als erwünschtes Zeichen ihres Gehorsams ge­genüber Moskau auch erringen zu können. Es bleibt den bulgarischen Truppen nichts anderes übrig, als sich allabendlich die Lücken zu betrachten, die die deutsche Abwehr in ihre Verbände gerissen hat. Die sowjetische Unterstützung ist hier verhältnismäßig gering. Das ist kein Wun­der denn der Heeresgruppenfuhrer Mali- nowski braucht den letzten Verband, um zwischen Donau und Theiß die Lage, die sich für ihn vielversprechend angelassen hatte, nicht in das völlige Gegenteil Um­schlagen zu lassen. Das OKW. meldet aus­drücklich die Entspannung der Lage vor Budapest Die Ursache dieser Wandlung

liegt im Eingreifen deutscher Panzerreser­ven. Sie sind in die rechte Flanke der feindlichen Heeresgruppe hineingestoßen und haben den ganzen Nachschubapparat in Unordnung gebracht, Kolonnen abge­fangen oder vernichtet und damit selbst die in dieser Beziehung minder anfälligen Sowjets in eine schwierige Lage gebracht.

Schließlich ist kein Zweifel, daß das Gelände südlich Budapest nicht mehr so ideal für schnelle Bewegungen ist wie am Anfang der sowjetischen Operation das zwischen Donau und Theiß. Zwischen Cegled und Budapest und Donau ziehen sich ganze Ketten von Sümpfen, die zwei­fellos einer entschlossenen Verteidigung brauchbaren Rückhalt bieten. Der Geg­ner spricht darum auch vom Vorhanden­sein einer ausgebauten ungarischen Ver­teidigungslinie zum Schutze Budapests. Andere Störungen für den Feind gehen von unserem Sperriegel zwischen Cegled und Szolnok aus, wo entschlossener Wi­derstand den Feind am Vordringen nach Norden hindert. Denselben Einfluß strömt unser Brückenkopf an der Donau bei Dunafoeldvar aus, so daß der Gegner sich in seinem Angriffsraume auf beiden Sei­ten nicht nur durch die Flüsse, sondern auch durch unseren Gegendruck beengt sehen muß. Das dem Gegner zugerufene Halt rührt vornehmlich von den Panzer­kräften her, die dem Feind in heftigen Begegnungen schwere Verluste zufügten und ihm auch bereits einige Gelände­punkte im unmittelbaren Südosten vor Budapest aus der Hand nahmen. Daß der Gegner breiteren Raum braucht und ihn sich zu verschaffen sucht, geht aus den ersten Anzeichen eines Vorfühlens gegen den genannten Donaubrückenkopf hervor. Nordöstlich dieses Kampffeldes will der Feind nach Zurücknahme unserer Fluß­verteidigung die Theiß forcieren. Wo er das versuchte, wurden Gegenangriffe an­gesetzt. Diese Anstrengungen der Sowjets stehen in engem Zusammenhang mit sei­

nem Druck aus dem Raum Ungvar—Mun- kacs nach Westen, nicht nur gegen die Slowakei, sondern auch gegen das Nord­ufer der oberen Theiß.

Der auffälligste Wechsel hat im ost- preußischen Grenzraum stattgefunden. In Goldap wurde die 88. Schützendivision restlos vernichtet. Sie erlag einem konzen­trischen Angriff, der sich inzwischen gegen den Goldaper See fortsetzt. Der Feind ist hier völlig in die Defensive gefallen. Er macht keine Miene, die Schlacht gegen Ost­preußen wieder in Bewegung zu bringen. In 14tägiger Abwehrschlacht wurde der Großangriff zum Stehen gebracht. Die letz­ten Tage zeigten unsere Divisionen bereits wieder Initiative. Der Abweisung dieses Frontalsturmes entspricht die Vereitelung aller Durchbruchsversuche an der Narew- front, die wochenlang betrieben wurden, weil sie die operatiie Ergänzung zur Ope­ration gegen Ostreußen darstellten. Ge­rade in den östlichen Räumen Ostpreußens und in seinem Südosten hat sich das solda­tische Übergewicht der Abwehrfront durch­gesetzt. Führungskunst und Truppenlei­stung haben eine Lage repariert, die nicht ohne Krise war. Sie wurde gemeistert mit unbändigem Kampfesmut und fanatischer Entschlossenheit. Das gleiche Bild zeigt die Schlacht in Kurland nach zwölf Tagen. Auch hier wurde vereitelt, was der Feind mit vielen Divisionen erzwingen wollte.

Es ist keine Frage, daß ein solcher Ab­lauf der Herbstschlacht den Ostgegner ent­täuschen muß. Er weiß Ostpreußen nicht nur festungsartig geschützt. Er muß über­all deutsche Gegenangriffe erwarten, wo seine eigenen Kräfte in ihrem Angriff er­lahmen. An Flanken und Flügeln muß er auf der Hut sein, denn von dort kam in Ungarn und Ostpreußen immer wieder die Gefahr, die alle seine Anstrengungen ver­geblich macht. Unsere Verteidigung ist reger denn je, voller Initiative unc^' Ent­schlußfreudigkeit, voll Kampfesmut und Kninpffriscke.

samkeit seines ewigen und unsterblichen Lebens.

So ist ein Volk, das seinen Toten das ewige Leben in sich selber bewahrt, auch niemals allein! Es sind nicht alle Tage und insonderheit nicht die Zeiten des Frie­dens, in denen uns das unaufhörliche Mit­marschieren der Toten unseres Volkes mit uns Lebenden innerlich bis zum Letzten bewußt wird. In den Zeiten der Not aber stehen die Helden unserer Geschichte lebend und verpflichtend unter uns.

Wie schmachvoll erscheinen uns die Zei­ten, als vor 26 Jahren am 9. November 1918 unser Volk diese Beispiele ewigen deutschen Tatenruhms vergaß und sich selber mit einer schandvollen Erniedri­gung und mit ehrloser Niederlegung der Waffen begnügte. Wir müssen es für alle Zeiten als eine Lüge brandmarken, wenn man damals vorgab, daß das der „Wille des Volkes“ gewesen sei. Das Geschrei revoltierender Feiglinge, auch.-W5~-ri.sif- in Form hungerleidender Volksmassen auf» treten, hat niemals das Recht, sich als den „Willen des deutschen Volkes“ zu bezeich­nen. Das sind Untergangsstimmungeh schlechtgeführter und verführter Volks­massen gewesen, wie wir sie heute nicht mehr kennen. Diese inszenierten Massen­stimmungen zum Volkswillen deklariert zu haben, war eine der jüdischen Tod­sünden der Demokratie.

Wenn wir heute vom Willen des deut­schen Volkes sprechen, so meinen wir das ewige Volk aller Deutschen der Vergan­genheit, Gegenwart und Zukunft. Dieser Volkswille ist keinen Augenblicksstim­mungen unterworfen, sondern unwandel­bar und ewig, wie unsere Art! In diesem Willen sprechen sie alle mit, die tapferen Toten aller Jahrtausende, die Toten des Weltkrieges, die Gefallenen unserer Re­volution und dieses Krieges. Im ewigen Wollen des deutschen Volkes sprechen alle die Bauern mit, die den Osten jenseits der Elbe und längs der Donau kolonisierten und damit die Voraussetzungen schufen für unser Brot. Es sprechen mit die deut­schen Arbeiter und Handwerker, die seit jeher den Pflug schufen für den deutschen Bauern und dem deutschen Soldaten das Schwert schmiedeten. Nicht zuletzt spricht mit die ewige deutsche Mutter, der wir die Erhaltung unseres Blutes danken von Generation zu Generation. Geführt ist der Chor dieser Sprecher von den Kündern und Tatzeugen unvergänglicher deutscher Größe. Sie alle haben nicht nur dafür ge­arbeitet und gelitten, daß das Reich' gerade bis auf uns bestehe und dann 1944 oder 1945 zugrunde gehe. Sie alle wollten das Ewige Reich I

Wer aber diese Stimmen' der Vergan­genheit kennt, der hat sich des ewigen Tatenruhms“ unserer Gefallenen würdig zu erweisen, so schwer ihm das Schicksal die Erfüllung dieser Pflicht auch macht! Es wird sich ein 9. November 1918 in unserer Geschichte niemals wiederholen. Ein Haufen von Meuterern, streikenden Arbeitern und hysterischen Weibern, aber auch eine Clique verräterischer Generale und ehemaliger Oberbürgermeister haben nicht das Recht, über die Taten eines Her­mann des Cheruskers, eines Karl des Großen, eines Kaiser Heinrich, eines Friedrich Barbarossa, eines Prinzen Eugen, Alten Fritzen, eines Bismarck, aber auch eines Kant, Goethe, Beethoven, Wagnet und über den Willen aller noch ungebo­renen Deutschen hinweg, ihr Gejohle und Geschwätz als „deutschen Volkswillen“ zu proklamieren.

Von diesem Bewußtsein ist heute das lebende deutsche Volk im ganzen durch­drungen. Unsere Feinde sind darüber zu­tiefst entsetzt! Die wiedergewonnene see­lische Größe und Kraft unserer Nation hat unseren Feinden die letzten leicht­fertigen Hoffnungen zerschlagen, gerade als sie glaubten, den Erfolg ihres Ver­brechens gegen das Reich schon in der Hand zu haben. Der heutige Opfergang der deutschen Front und Heimat stellt die Ehre unserer Generation wieder her, die am 9. November 1918 verlorengegangen war. Mit diesem Opfergang folgt unsere ganze Generation dem Marsch jener Män­ner, die schon am 9. November 1923 bereit waren, dem Befehl eines Führers der Deutschen auch dann zu gehorchen, wenn