Ausgabe 
(8.11.1944) 298
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parteiamtliche Tageszeitung

pas Amtsblatt das Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtlich«» Vsrkümdungablatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

14. Jahrgang

Mittwoch, 8. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Völlig neue Lage an der Westfront

Von den Deutschen geschalten ■■ Biilere anglo-amerikanische Erkenntnisse

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aktbericht unseres Vertreters

. Lissabon, 7. Nov. Wider Willen ■■ einer gewissen Scheu, aus der

^.r" wieder eine versteckte Bewunde-

herausklingt, berichten die eng

b nn d amerikanischen Kriegskorre- identen ausführlich über die unvor-

ellbar

schweren Kämpfe auf der Insel

und

SepreBte r„ etwas Milch ^ fft man tüchtig, :ner Butter oda '

Deutschen Reidubtfa

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W 12853,701 u Lisa Bieder a Jushaltsgeld nur un n Fahrkartenschal tu lurch ihre Händel, und dabei zwisdua, künfte geben I Ab ch und rnhig - tna ien9tzeit neben alea au Bieder ist nur ein 1 deutschen Frauen- uns zugleich. Weil kriegswichtige Heise ollen wir am Schaltet ußern, das Fahrgeld und keine Fragt lingt notwendig istl

t Deine TatigkatviricM im zu uns, zur Deutschen in. Meldung für den Etn* las zuständige Arbeitsamt

en für den Siegl

Angel), u. B 8567, niohsieder f, Aqua* ote unter F 8981. ch, gr. u. kl Zei* lompl, Zirkelkasten, ter E 2055.

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Akten, Kleider aal eibmasch., Tisch, it D 2054 . '

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i| an könne es im Hauptquartier Mont- , er ys einfach . nicht fassen, daß die irschen Truppen auf der fast völlig von ■ Fluten überspülten Insel immer noch ialfen, ja, daß sie sogar noch in der itwareü, den von Vlissingen ausgehen- i Angriff der englisch-kanadischen ■inen in Richtung auf Middelsburg Inhalten. Es gelang den Engländern jj a ller Anstrengungen nicht, sich im jje des Monats in den Besitz von Mid- -.jjurg zu setzen. Die von Montgomery gesetzten Truppen müssen vielmehr zum Halse im Wasser kämpfen. In ™ Funkbericht wird erklärt, man ine mehr von einer Seeschlacht, als von • Landschlacht rings um Middelburg Die Aussichten, im Wasser zu jnken, seien mindestens ebenso groß ■ t die, von einer Kugel getroffen zu irden. Nur einige Dämme seien nicht »flutet, dafür aber stark vermint.

En englischer Kriegskorrespondent, der iden Kämpfen auf Walcheren teilnimmt, jählt u. a.: „Das erste, was ich vön mei- s Landungsboot aus sah, war, daß ein Üf nach dem anderen von dem gut- gelten deutschen Feuer erfaßt wurde jin die Luft flog; die Mannschaften »en tot, das Kriegsmaterial lag im üser. Weniger schwer getroffene Lan- ugsboote, die an uns vorbeifuhren,' men die Leichen auf dem ganzen Ver- A herumliegen. Es waren die grauen- dtesten Momente meines Lebens. Das ratsAe, Abwehrfeuer war von einer ge- idezn teuflischen Genauigkeit. Der Be- ikhaber eines Geschwaders von klei­nen Kriegsschiffen, das unsere Landung nersfiiizte, erklärte, er habe den größ- i Teil seiner Schiffe verloren, und auf a iibriggebliebenen seien die Mann- iafoerluste bis zu 80 v. H. gestiegen.“ Audi ostwärts Aachen hat der deutsche iiersfand sich nicht im geringsten ge- Die Deutschen haben, so stellen rfisdie Berichte fest, örtlich die Initia- an sidi gerissen nnd gehen zu Gegen­den über. Die Amerikaner müßten r schwersten Verlusten versuchen, [«Einbrüche wieder zu bereinigen. In k englischen Bericht heißt es: „Un- [ Truppen bekämpfen heute einen ganz ;ren feind als noch vor sechs Wochen. Zahl der gegen uns eingesetzten Pan- 'ht größer als jemals seit den Kämpfen I« Normandie. Die deutschen Waffen sich verbessert und vermehrt. Die *che Infanterie wird jetzt durch mehr wr und mehr Geschütze gedeckt und «fitzt, als wir es bisher überhaupt Westeuropa erlebt haben.“

Sonders bemerkenswert aber ist, daß ;t von englischer und amerikanischer Ke unumwunden zugegeben wird, daß ~ Deutschen bei weitem größere Ge- , ’ ,e aus den letzten Schlachten ziehen ®ten als die Alliierten. In einem eng- ®u Bericht heißt es: „Den Deutschen gelungen, in drei Schlachten eine 'mg neue Lage an der Westfront die Schlachten von Arnheim, Ant- !'Pen und Aachen zu schaffen. Wie die liegen, ist Antwerpen noch längst benutzbar. Unser Versuch, die ["bene Armee südlich der Maas einzu- ist dagegen mißlungen. Die Deut- ."a konnten neue Stellungen am Nord- . r .der Maas beziehen, und die ent-

|.:, ei dend wichtigen Brücken von Moer- ■5''"fden rechtzeitig gesprengt. Noch per aber ist es, daß die Deutschen !esen zwei Monaten neue Divi-

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sionen in großer Zahl auf die Beine stellen und den Einheiten, die die Schlacht in Frankreich mitmachten, eine Atem­pause verschaffen konnten. Ein Großan­griff auf Deutschland ist heute weit schwieriger noch als vor sechs Wochen.“

Ein solcher Großangriff liegt natürlich noch in Eisenhowers Absicht, und die englisch-amerikanischen Kriegskorrespon­denten schildern ausführlich die umfas­senden Vorbereitungen, die Eisenhower für ihn trift.

Über die Stimmung der USA-Soldaten gibt der Bericht eines bekannten ame­

rikanischen Ausländskorrespondenten in der „Chicago Sun“ Aufschluß. Es heißt darin: „Es gibt wohl kaum einen einzigen amerikanischen Soldaten, der in den letz­ten Wochen nicht geglaubt hätte, späte­stens Weihnachten zu Hause sein zu kön­nen“. Die Amerikaner zu Hause hätten kaum eine richtige Vorstellung von dem Heimweh der amerikanischen Soldaten. Sie wüßten nicht, wie sehr sich die Boys, die schon so lange fort seien, nach Hause zurücksehnten. Dazu komme, daß sich die Kämpfe zur Zeit in einem außerordent­lich unwirtlichen Gelände und bei den

schlechtesten Witterungsverhältnissen ab­spielten. Tagelang komme kein warmes Essen zu den Einheiten und sie müßten sich mit kalten Rationen begnügen. Es wird zugegeben, daß auch maßgebende politische Kreise rm SeptembeT der An­sicht waren, die Alliierten seien auf dem Marsch zum Rhein und darüber hinaus quer durch die deutsche Tiefebene nach Berlin. Noch vor Weihnachten würde man die deutsche Reichshauptstadt unter allen Umständen erreicht .haben. Alle diese Hoffnungen seien zusammengebrochen.

Wertvoller Zeitgewinn für die deutsche Führung

Durch die großen Schlachten von Arnheim, Aachen und im Mündungsgebiet von Maas und Schelde

Berlin, 7. Nov. Die Kämpfe an den Brennpunkten der West- und .Ostfront standen auch am Montag noch unter der Auswirkung der erfolgreichen Gegenan­griffe unserer Truppen. So konnten z. B. die Bolschewisten ihre schweren Stöße auf Budapest nicht fortsetzen, weil sie starke Kräfte zur Abwehr der in ihren Rücken vorgedrungenen deutschen Pan­zer abziehen mußten, während südöstlich Aachen unsere Panzergrenadiere aus der am Vortage erkämpften Basis heraus ihre Gegenstöße gewinnbringend fortzusetzen vermochten. Noch bedeutsamer für die Gesamtlage war der durch zahlreiche Gegenstöße gekennzeichnete Widerstand unserer Truppen im Mündungsgebiet der Maas. Die heroischen Verteidiger von Walcheren erwehrten sich weiterhin im gleichzeitigen Kampf gegen die Meeres­fluten wie gegen das Massenaufgebot des feindlichen Materials der britisch-kanadi­schen Angriffe. Im Mündungsgebiet der Maas konzentrierten unsere Truppen ihren Widerstand auf die Brückenköpfe bei Willemstaad, Moordijk und nordwest­lich Hertogenbosch, in deren Schutz die schweren Waffen auf das nördliche Fluß­ufer gebracht wurden. Von dort aus schir­men diese jetzt ihrerseits durch ihr Sperr­feuer die in den Brückenköpfen verblie­benen Nachhuten ab. Nach Überführung der Batterien und Sturmgeschütze wurden die Moordijk-Brücken gesprengt, denen die wochenlangen Angriffe der Briten und Kanadier gegolten hatten.

Damit ist das Hauptziel der schweren Abwehrkämpfe erreicht. Trotz hoher feindlicher Verluste, die allein an Pan­

zern der Waffenausrüstung von etwa vier britischen Panzerdivisionen entsprechen, sind alle Durchbruchsversuche der Anglo- Amerikaner zur Abschnürung unserer Truppen von den Maasübergängen ver­geblich geblieben. Die Briten selbst sahen sich am Montagabend in einer Meldung zu dem Eingeständnis gezwungen, daß mit den großen Schlachten um Arnheim, Aachen und der jetzigen im Mündungs­gebiet von Schelde und Maas die deutsche Führung im Wettlauf um die Zeit zwei wertvolle Monate gewonnen habe, die zur Anlage neuer Befestigungen, zur Reorga­nisation des Widerstandes nnd zur Auf­stellung neuer Truppen erfolgreich aus­genutzt worden seien.

Daß trotz dieser drei großen Schlachten die Kampfkraft unserer ständig am Geg­ner .stehenden Truppen voll erhalten blieb, zeigen die blutige Abfuhr der süd­östlich Helmond unseren Brückenkopf am Deurne-Kanal angreifenden Briten und die weiteren Angriffserfolge im Ein- bruchsrau-m von Germeter, wo unsere Truppen in schwerem Ringen um Vosse­nack und am Nordrand des Ruhlert-Wal- des wichtige Fortschritte machten. Von den 39 Panzern und Panzerspähwagen, die am Montag von unseren Truppen vernich­tet oder erbeutet wurden, entfielen allein 18 auf den Abschnitt Vossenack. Die Mehrzahl der übrigen Panzer wurde bei den örtlichen Kämpfen in den westlichen Vogesen zur Strecke gebracht, wo der Feind zwischen Baccarat und Remiremont an zahlreichen Punkten, vor allem in den Waldgebirgen auf dem Westufer der Meurthe, vergeblich angriff.

Verbrecher als „Reiter der Zivilisation"

Stalin als Wolf im Schafskleid — Freche Entstellung der Wahrheit

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Stockholm, 7. Nov. Aus Anlaß des 27. Jahrestages der bolschewistischen Oktoberrevolution hielt Stalin auf einer ■Sitzung der Moskauer Sowjets eine Rede, die eine unverschämte Umkehrung der Wirklichkeit darstellte und die in dem Satz gipfelte: „Der Bolschewismus hat die Zivilisation Europas gerettet“. Darin be­stehe, so fuhr Stalin fort, das Verdienst der Sowjetunion vor der Geschichte der Menschheit.

Widerliche Heuchelei

prahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung

Dr.WTSch. Berlin, 7. Nov. Wenn der Hofjude des Kreml, Ilja Ehrenburg, dieser Tage wieder über die kommende Befrei­ung der Welt durch den Bolschewismus mauschelte, so konnte einen das nicht mehr besonders in Erstaunen versetzen, aber das ist denn nun doch wirklich der Gipfel, wenn Stalin selbst anläßlich des Jahrestages der bolschewistischen Revo­lution die Stirn hatte, zu behaupten, daß „der Bolschewismus die Zivilisation Euro-

»fiiis Märchenhafte grenzender Kampfgeist

Walcheren, das erbittertste Treffen seit der Invasion

Mholm, 7. Nov. Berichte englischer ^Korrespondenten über die Kämpfe et Insel Walcheren heben den ans «tenhafte grenzenden Kampfgeist der ti* i? en der deutschen Stützpunkte uf' Her Kampf auf Walcheren gehöre i d* yHersten Treffen, die die Briten ;. e . r Evasion durchzustehen hätten. !>L einem Bericht des Londoner Korre- :, ?.4 en der amerikanischen United- . Sentur werden folgende Feststel- ir gemacht: „Die Deutschen entlang i U . ?ds sind ausgezeichnete Gegner.

p 1 ® abermals erwiesen, daß ihre iU, B . Un st die Kriegführung ist. Sie Tp.:,, lnf r wesentlich größere Menge an •,!; e c ® Ins <hließlich schwerer Artillerie t j ’ Q I S die meisten Fachleute an- «■-f-ij e s deutschen Einsatzes an seinen ^Dpi(°1 ten ^' r möglich gehalten haben.

Sc ?en sind vorzüglich in Form so- ^Nach d^b ver ^ ü ^ en dB er äußerst

3en bereits- manche Lehre eip- uiussen und die Deutschen haben

zweifellos noch einiges auf Lager. Tau­sende von Fanatikern warten auf uns mit Geschützen und Granaten in schnell aus­geworfenen Fuchsbauten, die sich auf dem größten Teil des Weges zum Rhein an­einanderreihen. Die menschliche Mauer wird durch einen Wall von Stahl ergänzt, einen Wall von zu vieren und fünfen ern- gegrabenen Panzern, darunter sogar Ti­gern, die von Könnern bedient werden. Hinter diesen Panzerfestungen Jolgt eine Reihe frisch befestigter Städte.“

Eichenlaub verliehen

Berlin, 7. Nov. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an H-Gruppenführer und Gene­ralleutnant der Waffen-M Max Simon, Kommandeur der W-Panzer-Gren.-Division ,Reichsführer, H“, an den früheren Kom­mandanten einer Unterseeboot-Schule, Kapitän zur See Werner Hartmann, an Major Klaus Hilgemann, Batail­lonskommandeur in einem rheinisch-west­fälischen Grenadier-Regiment.

pas gerettet“. Die ganze Welt müßte, wenn sie nicht in Feigheit, politische Hörigkeit und in einen für politische Klugheit gehaltenen Wahnsinn verstrickt wäre, gegenüber einer solchen geradezu unfaßbaren Frechheit in ein Höllengelächter ausbrechen und in Empö­rung überkochen.

Zwei Namen genügen, um der ganzen Menschheit zu dokumentieren, daß die Bestie Bolschewismus durch alle vor­geblichen und scheinbaren Wandlungen hindurch in ihrem satanischen Wesen unverändert geblieben ist: K a t y n und Nemmersdorf.

In diesen Tagen waren neutrale Journa­listen in dem kleinen ostpreußischen Ort und haben nach ihrer Rückkehr mit Wor­ten tiefsten Entsetzens geschildert, in welch kaum vorstellbar grauenhafter Weise die sowjetischen Horden auf höhe­ren Befehl ihre Opfer tierisch mißhandelt und dann gewaltsam mit Bajonetten und Messern, durch Nackenschuß oder Skal- pierung ohne Rücksicht auf Alter und Gschlecht hingemordet haben. Die Macht­haber in Moskau legen heute aus be­stimmten außenpolitischen Gründen Wert darauf, vor der Weltöffentlichkeit als einigermaßen gesittete Demokraten zu er­scheinen und haben darum die Frechheit besessen, ihre vor einem internationalen Ausschuß nachgewiesenen Greueltaten zu bestreiten oder gar uns in die Schuhe zu schieben. Wo man noch zu sehen vermag und sehen will, herrscht Klarheit darüber, daß alles nur Tarnung ist, was Stalin und seine Leute tun, um sich die .Unter­stützung der von Churchill und Roosevelt angeführten und betroffenen Völker bei ihren unbegrenzten Bolschewisierungs- plänen zu sichern. Die jüngsten Ereig­nisse haben auch in Schweden und in der Schweiz Veranlassung zum Nachdenken in dem Sinne gegeben, daß der Bolsche­wismus sich neuerdings wieder selbst ent­larvt hat, daß ihm durch die Vorgänge im Baltikum, in Polen, in Finnland und in Rumänien die Maske wieder vom Ge­sicht gerissen wurde, daß den Verspre­chungen gegenüber dem Baltikum die Tatsache der Massenerschießungen und der Deportation von Tausenden und aber Tausenden gegenübersteht. Wenn man in England und in Amerika heute so tut, ( als ob man an die Greuel von Nemmersdprf nicht glaube, so ist das widerliche Heu- (Fortsetzung auf der nächsten Seite)

In Ungarn haben die bisherigen Ab­wehrkämpfe und vor allem der Flanken­angriff unserer Panzer zu einer Entspan­nung der Lage südlich Budapest geführt. Es wiederholt sich hier ein ähnlicher Vor­gang wie seinerzeit bei Warschau, wo die bolschewistische Offensive ebenfalls durch kraftvolle Flankenangriffe dicht vor ihrem Ziele liegen blieb.

Durch V 1 zerstört

Stockholm, 7. Nov. Nach einer Mitteilung des „Daily Herald“ zerstörte ein V-l-Ge- schoß bei Hungerford die wichtige Eisen­bahnbrücke der Southern Railway, also der südlichen der vier großen englischen Eisenbahngesellschaften.

Wie Reuter meldet, lag nach Anbruch der Dunkelheit am Montagabend Südeng­land wieder unter dem Feuer der V 1. Das Sperrfeuer der Flak, so heißt es in dem Bericht, sei eines der stärksten ge­wesen, die jemals ^n diesem Gebiet gehört wurden.

Zunehmende deutsche Stärke

Genf, 7. Noy. Der englische Kriegskorre­spondent der BBC Chester Wilmot, er­klärt in.einem Kommentar: „Wir müssen zugeben, daß die Deutschen sich in den letzten Monaten in erstaunlicher Weise er­holt haben. Heute kämpfen wir gegen einen ganz anderen Feind. Panzer vom Typ Tiger und Panther sind wieder in Aktion getreten, und zwar in größerer Zahl als wir sie seit den Kämpfen in der Normandie erlebt haben. Die deutsche In­fanterie wird durch schweres Granat­werfer- und Artilleriefeuer unterstützt, als wir es zuvor in Westeuropa erlebt haben. Es liegen noch schwere Kämpfe yor uns. Die Deutschen haben für diese Umorgani­sation und neue Ausrüstung auf Grund der drei Schlachten von Antwerpen, von Aachen und Arnheim Zeit gewonnen. Sie haben diese Monate gut angewandt zum Aufbau der neuen Divisionen. Sie ver­stärkten die Verteidigungsanlagen des Westwalles und legten neue Verteidi­gungsanlagen entlang der Maas hinter dem nördlichen Ende des alten Westwalles an. Sie hatten Zeit, hinter dieser vorgescho­benen Verteidigungsstellung neue Befesti­gungen am Rhein selbst arizumlegen. Es ist heute sehr viel schwerer, nach Deutschland hineinzukommen als es vor sechs Wochen

Lehren für Holland

Von unserem Amsterdamer Vertreter

Dr. A. Eickhoff

Der Kampfraum Holland steht seit Wochen im Mittelpunkt des Geschehens an der Westfront. Das verhältnismäßig kleine Land, das jedem Deutschen so be­kannt schien, hat inzwischen offenbart, daß man es doch erst genauer auf der Landkarte studieren muß, wenn man den militärischen Vorgängen genau. folgen will. Nicht nur die Begriffe Nord-, Süd- und Mittelholland werden im deutschen Sprachgebrauch oft anders verwandt, als sie den hier üblichen Provinzgrenzen ent­sprechen, auch die Wasserscheiden weisen eine Vielfalt auf, so daß man nicht mit der Kenntnis vom Rheindelta allein aus­kommt. Man muß schon eine gute Karte zu Hilfe nehmen, um zu studieren, in wie­viel Arme sich Maas und Rhein spalten, und welch verschiedene Bezeichnungen die einzelnen Arme haben, um zu erken­nen, daß der Begriff „untere Maas“ zum Beispiel nicht allgemein verwandt werden kann. Erst so wird man sehen, was Berg- sche Maas, Wal, Lek, Rhein, Alter Rhein usw. bedeuten. Auch dann noch wird man die vielen Kanäle berücksichtigen müssen, die alle diese Flußtäler miteinander ver­binden und die inzwischen noch durch die Süßwasser-Überschwemmungen zu einem Verteidigungssystem geworden sind, das dem deutschen Widerstand einen sehr differenzierten Rückhalt gibt.

Nachdem durch den deutschen Erfolg bei' Arnheim die ursprünglichen operati­ven Absichten Eisenhowers zunächst ge­scheitert sind, ist Süd- und Südwestholland mit seinen zahlreichen Wasserscheiden Mittelpunkt einer bedeutsamen Vorent­scheidung an der Westfront überhaupt ge­worden. Der Niederländer aus Rotterdam, den Haag und Amsterdam, der bei ent­sprechendem Wetter schon den Lärm des Kampfes zu hören meint und überdies durch die Seegefechte vor der Küste täg­lich an die Nähe der Front gemahnt wird, verzeichnet natürlich alle Meldungen mit peinlichster-Sorgfalt. Er hat es sich aber abgewöhnen müssen, die Entwicklung etwa im Stil des 5. September zu sehen. Die feindliche Agitation, die damals schon von der Einnahme von Breda sprach, hat viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Man vertratet heute den deutschen Meldungen in ihrer betonten Sachlichkeit weit mehr, als das früher-der Fall war. Man hat auch einsehen gelernt, daß die Raumentfernun­gen, wie z. B. „der Katzensprung von Breda bis Rotterdam“, heute infolge des deutschen Widerstandes nicht mehr nach D-Zug-Stunden zu berechnen sind und auch nicht nach alliierten Erfolgswünschen, sondern allein nach den fortschreitenden Schwierigkeiten, die der feindliche Vor­marsch gefunden hat.

Auch in anderer Hinsicht ist das Baro­meter der Niederländer auf einem sehr tiefen Stand angelangt. Die gesamte Be­völkerung genießt heute bereits einen Vorgeschmack dessen, was Belgien und Frankreich jetzt als „Befreiung“ erleben, nachdem man im September durch die Be­folgung unsinniger Feindparolen selbst dafür gesorgt hatte, daß der gesamte Ver­kehr lahmgelegt wurde. Damals hatte der berüchtigte Oranje-Sender natürlich mit lebhafter Unterstützung des Londoner Rundfunks versichert, Holland werde in drei Tagen erobert sein. Aus den drei Tagen ist inzwischen der dritte Monat der Belagerung geworden, und von der „Be­freiung“ ist nur ein schlechter Vorschuß

Wachsende Krisensfimmung in Belgien

Die hungernden und frierenden Belgier zutiefst enttäuscht

ep. Zürich, 7. Nov. „Die Lage im von den Alliierten besetzten Belgien spitzt sich täg­lich mehr zu. Hunger und Frieren sind die Feinde Nummer 1 einer Rückkehr des öffentlichen Lebens - zu Ruhe und Ord­nung. In Brüssel herrscht Krisenstimmung. Die Stadt hungert und friert. Fleisch gibt es, sofern man solches findet,, nur noch in Miniaturrationen. Butter ist unauffind­bar“, wird der „Revue“ in Lausanne ge­meldet. Das Blatt schreibt weiter: „Schon seit drei Monaten gibt es selbst keine Margarine mehr. Die Hausfrauen wissen nicht mehr, wie sie die Mahlzeiten zu­sammenstellen sollen. Die meisten Restau­rants sind geschlossen. Was die Kohlen an­geht, so werden sie mit dem Herannahen des Winters immer seltener. In den Berg­werken fehlt es an Holz , um die Stollen abzustützen, die Kumpels sind unter­ernährt und vermögen nicht mehr den An­forderungen zu genügen.“

Überrascht sind besonders die neutralen Beobachterkreise über die sich immer mehr verschlimmernde Lage, weil gerade in Bel­gien mehr als 95 Pr'ozent der industriellen Anlagen intakt sind. Die Schlote rauchen aber nicht, und die Räder stehen still, weil die Versorgung mit Kohle nicht nur allein durch die katastrophal gefallene Produk­tion in der Förderung, sondern auch durch die teilweise Desorganisation des Eisen­bahnnetzes illusorisch geworden ist. Dazu kommt, daß die Regierung Pierlot sich nach den Berichten von Korrespondenten der amerikanischen Agenturen United Press und Associated Press einer stets

wachsenden Agitation seitens der links­revolutionären Kreise gegenübersieht. Die tiefe Enttäuschung der Bevölkerung, die sich in ihrem Glauben an die Alliierten ge­täuscht sieht, macht sich in immer wieder­kehrenden Demonstrationen Luft.

In einem Artikel über die Lage in Bel­gien schreibt Vernon Bartlett, der kürzlich Belgien besuchte, im „News Chronicle“: „Wenn nicht noch vor Einbruch des Win­ters beträchtliche Mengen von Nahrungs­mitteln und Kohlen verteilt werden, dann wird das belgische Volk nicht mehr für eine Propaganda sein, die ihm vorhält, daß es ihm materiell unter der deutschen Be­satzung besser ging.“

Daß diese Auffassung heute von weiten Kreisen der belgischen Bevölkerung offen ausgesprochen wird, bestätigt auch ein Kaufmann, der aus Belgien in der Schweiz eingetroffen ist. Er erklärte, daß das bel­gische Währungsexperiment völlig fehlge­schlagen sei. Die schweren Störungen des Wirtschaftslebens und die Unruhen in den größeren Städten hielten an. Die Stim­mung der Bevölkerung gegen die Alli­ierten nehme deshalb ständig zu, und in Brüssel höre man immer wieder den Aus­spruch, daß es unter den Deutschen doch besser gewesen sei.

„Dagsposten" teilt Fälle mit, ln denen ln Schweden internierte sowjetische Kriegsgefan­gene sich weigerten, in die Sowjetunion zurück­zukehren. Einer von ihnen habe, als er abtrans­portiert werden sollte, sogar Selbstmord be­gangen. Anderen gelang es, vor dem Abtrans­port die Flucht zu ergreifen.