Ausgabe 
(7.11.1944) 297
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Parteiamtliche Taaeszeifunn

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

SW 297 M-Jahrgang

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Dienstag, 7. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Goldap - Symbol neuer Kriegslage

Drei Wochen Oslpteuflenschlachi Hoffnung anf Blitzsieg enttäuscht Folge des Zeitgewinns

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unserer Berliner Schriftleitung

ltfr w. Sdi. B e r 1 i n, 6. Nov. Goldap vom Kjiewistischen Feinde befreit! Die Ein- Kgfinge vernichtet oder gefangen!

wir diese Freudenbotsciiaft des Tjjjgen OKW.-Berichtes in ihrer stra­fen Bedeutung auch nicht über­legen wollen, so ist sie uns doch jeden- j,;ein glückverheißendes Symbol für 'Wendung im Kriegsgeschehen, die sich ret||jiesen Wochen abzuzeichnen beginnt, jjs vor vierzehn Tagen die Schlacht im eußisdien Grenzraum, die damals Woche dauerte, mit der Aus­

UUÖ auf 200 km Front, von der Me- .jniiiidung bis Augustow und mit den ',§lei Einbrüchen des Gegners zwischen

I* Ortsgruppe Allst«, NSF. und DFW, ap :ben ihre genaue d Drtsfrauenschaftsleiial er Str. 33, auf, y, 7 Uhr, Pantoffel,'»! Beteiligung, _ ftf 1 916 Uhr, Haßkaaffl iterinnen wollea J sse ihrer Ortsgruppe» ufgeben.

men und Goldap sich dramatisch zu- ji/te, wurden die Nachrichten aus dem überall im Reich als ein Alarm- der höchsten Stufe, als ein Aufruf letzten Einsatz für die Verteidigung vaterländischen Bodens empfunden. Inn wir noch nach der Einnahme von der Auffassung Ausdruck gaben, uns diese Tatsache nicht fassungslos g knieweich machen könne, daß wir is vielmehr auf die anlaufenden militäri- Gegenmaßnahmen verlassen könn- a so haben die Ereignisse inzwischen fees Vertrauen gerechtfertigt, ffir kennen den bolschewistischen Ter-

Geschäftsstelle jcdl __

tschlag. SprechstüMsliT,[ etK j er aU s aufgefundenen Befeh-

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stag u. Freitag, 15-!|j und Rückfragen Mo» 18 Uhr.

; von heute

Zeitspiegel ienten berichten. U.lil iir jeden etwas (Abu

Ji, m denen der sowjetischen Infanterie fcsidiert wird, daß sie nach erfolgtem ftnhbruch kaum noch zu kämpfen, son- m nur zu marschieren brauche. Nach ,§sierburg, nach Königsberg, nach Pom- m und schließlich nach Berlin. Das Ke man nach den Erfahrungen des iutschlandsender: ilJi mmers im Mittelabschnitt der Ostfront Mozart, Brahms, Lieds »hl in Moskau wie im westlichen Grosso von Gsmioida andlager als eine Unmöglichkeit be- ijjuet, daß drei Wochen nach dem Be- Inn'des heuen Ansturms auf- den La- enstaum des Reiches von Osten her in Tteentlichen Frontabschnitten das mili- ;die Gesdrehen im Zeichen der deut- en Initiative stehen würde. Nicht ob wir uns nun dem Glauben hin- feen wollten, daß die Kraft des bolsche- gisüsdien Gegners sich bereits endgültig ? Erschöpfung zuneige,-Die Kämpfe im «taten, insbesondere im Raum vor Bu- Jgst, lassen vielmehr erkennen, daß die »vjets immer noch neue Verbände in die Brachten zu werfen und damit kritische uionen heraufbeschwören vermögen, eine aber kann als sicher angenom- 1 werden, daß die Sowjets die zur fSegen die Ostgrenze des Reiches ver- 'Hen Kräfte eingesetzt und daß sie ihnen dennoch festgerannt haben, Bwdi die deutsche Wehrmacht im west-

hmann jetzt Schüssel- 'el. 2 3151, Postanschr.

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irlz, v. Braui. Lääa inzenstr. 61. E. 41814 in und Ehrenzeieha lefon. od. schriftliti

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lax 1- KohL^Flci?*»#ß nl)rch in das Reich zu hindern, euenstraße 21® 1 Vnn diese schweren Aufgaben- im

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^ken im wesentlichen gemeistert wer- jPkonnten und wenn sich auch im r^ten eine Wende für den Zeitpunkt dehnet, 'an dem die zurückgenomme- beute zum Teil noch verzettelten Ji a !. ,f .dem Balkan zu einem starken «kräftigen Verband zusammengefaßt j« werden, so ist das alles ganz zwei-. ? ,n der Richtung zu deuten, daß sich isammenhang mit der inneren Kon- .wation, mit der äußeren Kräftesamm- '! and mit der gesteigerten Produktion uf f " affen als Auswirkung der totalen fberhehnng eine wesentliche Verschie- d 5 s Kräfteverhältnisses abzeichnet ;r. 24 , Ji«- * Vn S X feiterhin z " erhoffen ist. f* kl* S-s!' Ang- j st ? rk und entscheidend der Geg- ® -Vegesack. f, ! ' Dr ch diese Entwicklung getroffen

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t|i flt a ^ s «6m Feindlager selbst. Man gibt

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St. Schnlkenntn. U egeTber, Kost u. W- se. Bob. Bfecie, mst,, Friesoythe L0.

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man nicht im Pazifikkrieg in des Teufels Küche kommen wolle!Time and Tide überschreibt eine militärische Lagebe­trachtung durchaus entsprechend unserer ArgumentationDer Zeitfaktor. Weder das britische Empire, noch die Vereinigten Staaten könnten sich einen Abnutzungs­krieg im Fernen Osten leisten, sondern müßten im waren Sinne des Wortes einen Blitzkrieg führen, um auch dort die end­gültige Entscheidung zu beschleunigen. Die Alliierten unterlägen auch in jenem Kriegsgebiet einem Zwang, der nur durch eine möglichst schnelle Beendigung des Krieges in Europa erleichtert werden könne. Der Verlauf des Krieges gegen Japan hänge in der Tat davon ab, ob der Krieg in Europa bis Weihnachten vorüber sei. Aber durch die scharfen Dämpfer, die den optimistischen alliierten Erwartungen im Westen versetzt wurden, sähen sich die Anglo-Amerikaneer vor die harte Tatsache gestellt, daß das Ringen

über diesen Zeitpunkt hinaus in seftier ganzen Schwere weitergehe.

In denSunday Times gestehtScru- tator, daß sich seit der Niederlage von Arnheim ein tiefer Pessimismus auf die Stimmung in England gelegt habe. Wenn die Anglo-Amerikaner nach ungeheuren Blutopfern schließlich sehr verspätet zur Beherrschung der Scheldemündung gelan­gen sollten, so könnten sie dieses Erfolges nicht mehr froh werden. Die ungeheuren Verluste im Endkampf um die Insel Wal- cheren hat das britische Hauptquartier jetzt selbst mit der Feststellung zugeben müssen, daß die Landungsfahrzeuge, die mit Angehörigen der britischen Marine und des Seesoldatenkorps bemannt waren, zu 80 Prozent versenkt oder vernichtet worden sind. In dem erwähnten Artikel Scrutators wird mit allem Nachdruck festgestellt, daß die deutschen Truppen ihr Ziel erreicht hätten und daß die Ver­zögerung in der Eroberung der Schelde­

mündung entscheidende Bedeutung haben könne, weil trotz der Erklärung Roosevelts eine Invasion Deutschland während der Wintermonate als unwahrscheinlich unzu- sehen sei.

Man fragt sich drüben, was die Deut­schen mit der gewonnenen Winterzeit machen würden. Wenn es Deutschland ge­lingen sollte, den Krieg über den Winter durchzuhalten, werde es Zeit gewinnen, um seine Geschosse gegen Engländer und Amerikaner abzufeuern und seine Luft­waffe zu verstärken oder zn erneuern. Wir werden wohl auch sonst noch einiges mit der gewonnenen Zeit anzufangen wissen! Wenn es soweit ist, werden es die Gegner schon merken. Uns genügt vor­läufig. die Tatsache und das Eingeständnis der Gegner, daß wir ihre Pläne für 1944 durchkreuzt und damit 'eine entscheidende Wende des Kriegsgeschehens herbeige­führt haben.

Frankreichs innere Lage immer kritischer

Die Situation in höchstem Maße feuergefährlich

Drahtbericht unseres^ Vertreters

ost. Stockholm, 6. Nov. Aus Paris treffen neue Nachrichten ein, die klar erkennen lassen, daß die politische Krise immer ge­fährlichere Formen annimmt. Eine Reihe britischer und neutraler Korrespondenten sind in Anbetracht der neusten Entwick­lung in Paris eingetroffen, um sich an Ort und Stelle von der Lage zu überzeugen Unter ihnen befindet sich auch der Lon­doner Berichterstatter vonStockholms Tidningen, der in einem ersten Bericht aus Paris folgendes schildert:Die politi­sche Spannung in Frankreich, die vor allem durch die Pariser .Bannbulle gegen die bolschewistischen Milizen ausgelöst wurde, hat keine Erleichterung erfahren. Zunächst hatte man den Eindruck, daß de Gaulle die erste Runde in diesem Kampf mit den Kommunisten gewonnen hätte, aber die Krise ist noch nicht vorbei, und mit wachsender Beunruhigung beobachtet man in Paris die weitere Entwicklung.

Die Kommunisten verbergen nicht ihre Erbitterung, aber es erscheint wenig glaubhaft, daß sie sich mit der Waffe in der Hand gegen den Beschluß de Gaulles zur Wehr setzen werden. Die Atmosphäre

in Paris ist jedoch geladen von Panik­gerüchten, von Mißtrauen und Angst vor der Zukunft. Sie ist im höchsten Grade feuergefährlich, und ein einziger über­eilter Schritt der Gaullisten oder der Kommunisten kann leicht die gefürchtete Explosion herbeiführen.

Im übrigen muß man damit rechnen, daß die augenblicklich herrschende Span­nung in Frankreich immer gefährlicher beim Herannahen des Winters werden wird, denn in diesem Winter wird ganz Frankreich frieren, da in den größten Teilen Frankreichs jeder Brennstoff fehlt. Die Bergwerke arbeiten nur mit halber Kraft,-und wegen dev Zerstörung de? Ver­kehrsnetzes stehen Hunderte von Fabriken still, da auch dort die Kohle, die Elektri­zität und alles andere fehlen. Die Arbeits­losigkeit ist immer mehr gestiegen. Schon allein diese Tatsache sollte genügen, um einen beunruhigenden Hintergrund für die. Unruhe darzustellen, die jetzt im Win­ter noch viel schäffere Formen annehmen wird, wenn es den Gaullisten nicht ge­lingt, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Wenn das französische Volk nicht nur arbeitslos sein wird, sondern obendrein auch halb verhungert und friert und dar­

Immer neue Sowjetforderungen

Ganze bolschewistische Arbeit unter dem Segen Englands

res hätte erringen müssen, wenn

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

Dr. W. Sch. Berlin, 6. Nov. Die lügen­strotzende und hündisch unterwürfige Rundfunkrede des, finnischen Verräters und Innenministers Hillilae findet in neuen Nachrichten über die Entwicklung in Finnland eine aufschlußreiche Beleuch­tung. Man erfährt jetzt aus einer Stock­holmer Meldung der LondonerDaily Mail, daß in einigen finnischen Garnison­städten blutige Zusammenstöße stattge­funden haben, deren Ursprung in der wachsenden Empörung über den Prozeß der hemmungslosen Bolschewisierung des Landes zu suchen ist. Weite finnische Kreise können es nicht fassen, daß jetzt zwei Kommunisten in das Kabinett aufge- nommen werden sollen, die jahrelang wegen Landesverrats im Gefängnis saßen. Daß durchaus nicht alle Finnen die Augen vor den Folgen des Verrats der Clique um Mannerheim verschließe^, zeigt die Haltung der Weißen Garde, die während des finnischen Bürgerkrieges 1918, zum Kampf gegen die Bolschewiken aufgestellt worden war und die sich Ende der ver­gangenen Woche, wie dieDaily Mail

Wie Goldap gesäubert wurde

Vergebliche Durchbruchsversuche des Gegners

6. Nov. In der Nadit zum die deutschen Verbände nzen I 6*'S pt 'ni fl S'^lu .'Wisdien Stellungen vor Goldap an

in ständigem, hartem

Jäwaci* B, 1 s wte» Ik l . m ] d dem sich verzweifelt wehren- nif K ß- # e 'b^ d> e sowjetische Hauptkampf- ,fs Hastedt« ®f£ja- anther stießen bereits am Frei- ab^ beB t t>ittag nach Goldap hinein und roll-

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einen, jo,, ,1^? deren Mitte das Rathaus und die liil Ifc

- Srin au ^ den großen viereckigen 1-'... »q P a ! z mit seinen hellen Giebelhäu-

, Eitzenbädf geiob»* fc^die Kirche stehen. In den Nach* ZB? eben f s ___ hjf anden gingen die deutschen Gre-

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S te den verschiedenen Straßen und de r Stadt vor und begannen die

j,!/ en d Verbände einer Grenadier- |L, . an l linken Angriffsflügel sich sehr Pj den Besitz einer entscheidenden fis** 01 ' Goldap bringen konnten, stie- 1 Grenadiere einer schlesisch-su- ^ä^a Panzerdivision von Nord- hf " asten und die Grenadiere ei-

aanteriedivision von Süden um- 4

fassend gegen die Stadt selbst vor. In den regnerischen Morgenstunden des Freitag lief der Angriff flüssig. Gegen die Stadt und einige wichtige Geländepunkte. In der Nacht zum Sonnabend versucht der Feind, durch heftige Gegenangriffe den Ring um die Stadt zu durchbrechen, jedoch fingen Panzer und Grenadiere die Sowjets an allen Stellen nach blutigen Kämpfen auf und fügten ihnen schwerste Verluste zu. Die Sowjets, die sich im Verlauf des Sonnabendvormittags mit schweren Gra­natwerfern, Pak und Salvengeschützen verbissen wehrten, gingen im Raum Gol­dap ihrer völligen Vernichtung entgegen. Um Gebäude, in denen sich bolschewisti­sche Einheiten mit Scharfschützen, Panzer­büchsen und Maschinengewehren einge­nistet haben, wurde erbittert gerungen. Goldap, das bereits 1657 von den Russen geplündert und eingeäschert worden ist, hat in den 14 Tagen sowjetischer Besatzung ein ähnliches furchtbares Schicksal durch­gemacht wie vor 300 Jahren.

Kriegsberichter Karl Otto Zottmano.

berichtet, geweigert hat, sich entwaffnen zu lassen.

Diese Zuspitzung der inneren Gegen­sätze stellt den Hintergrund dar, auf dem der Minister Hillilae seinen jämmerlichen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet hat, doch nur ja alles zu begreifen und zu tun, was die Bolschewiken bisher verlangt haben und weiterhin verlangen könnten. Die Forderungen der Sowjets aber kennen offenbar keine Grenzen. Es bandelt sich nicht mehr nur um die Aus­legung der einzelnen Bestimmungen des Waffenstillstandsdiktats, wobei man bei­spielsweise die Höhe der Tributzahlungen durch die Bestimmung des günstigsten Geldwertes gegenüber der ursprünglichen Annahme mehr als verdoppeln kann, es liegen auch übereinstimmende Nachrich­ten schwedischer und schweizerischer Blätter vor, nach denen die jetzt wieder unter dem Vorsitz von Shdanow in Hel­sinki tätige sowjetische Kontrollkommis­sion auf einmal mit ganz neuen Forde­rungen heraüsrückt, die im Waffenstill­standsdiktat noch nicht: verzeichnet sind 1 .

Der Bolschewismus macht keine halbe Arbeit, 'er zielt überall, wo der Wider­stand aufgegeben wird, auf die vollkom­mene Bolschewisierung. Im neuen rumä­nischen Kabinett haben die Kommunisten nunmehr schon Vertreter, unter ihnen den Chef' der Kommunistischen Partei Pratascanu und den stellvertretenden Ministerpräsident Groza.

All das geschieht unter dem Segen Eng­lands, seiner Plutokratie und seiner Kirche. Stolz kann der bolschewistische Hofjude Ilja Ehrenburg sich heute dar- auf berufen, daß der Bolschewismus heute ebenso wie vom norwegischen Exkönig von den englischen Bischöfen als Be­freierin in dem Sinne begrüßt werden, daß er Europa und die Welt gerettet habe. Der Dekan von Canterbury, Dr. Johnson, fühlt sich vetpfliehtet, diese > Auffassung mit der Behauptung zu unterstreichen, daß die Menschheit bei der Sowjetunion tief in Schuld stehe. Man faßt sich an den Kot>f und hält solche Äußerungen aus solchem Munde-nicht für möglich, _ weil doch alle Welt unter Einschluß der 'eng­lischen Öffentlichkeit weiß, welche Ant­wort man bekommen würde, wenn man etwa die baltischen Völker nach dem Urteil über ihreBefreier fragen würde. Die . Hintergründe der Rede .Hillilaes deu­ten-auch .darauf hin, daß im finnischen Volke ein fürchterliches Erwachen be­gonnen hat

über hinaus auch eine Inflation von ernst­lichem Ausmaß droht, dann ist es höchst fraglich, ob es den Gaullisten gelingen wird, das bisherige politische System auf­rechterhalten zu können.

Weiterer Absturz Rumäniens

Drahtbericht unseres Vertreters

ost. Stockholm, 6. Nov. Moskau hat in den letzten Tagen derartig seinen Druck gegenüber Rumänien verstärkt, daß die Regierung in Bukarest neu gebildet wer­den mußte. Beachtenswert an der Minister­liste, die jetzt veröffentlicht wurde, ist eine einzige Tatsache: der stellvertretende Ministerpräsident tn efffir üeuen Regierung ist ein gewisser Groza, der schon 1941, als der Krieg mit der Sowjetunion begann, nach Moskau flüchtete. Damit wäre die zweite Phase im Kampf der Sowjetunion um die politische Macht in Rumänien ab­geschlossen. Die letzte Phase ist, nach alt­bekannten Methoden, daß die politische Macht restlos in die Hände der Bolsche- sten gelegt wird.

Eichenlaub für RIaskowitz

Führerhauptquartier, 6. Nov. Der Führer verlieh das Eidienlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generaloberst Johannes Blaskowitz, Oberbefehls­haber einer Armeegruppe, als 640. Sol­daten der deutschen Wehrmacht und über­reichte ihm am gleichen Tage persönlich die hohe Auszeichnung.

Generaloberst Blaskowitz befehligte die deutschen Truppen in Süd- und Südwest­frankreich, als der Feind mit überlegenen Kräften an der französischen Südküste landete und gleichzeitig in der Normandie die deutsche Front durchbrach. Seiner Entschlossenheit und überlegenen Führung gelang es, die ihm unterstehenden Ver­bände allen Einschließungsversuchen des Geghers zu entziehen. Unter starken Kämpfen gegen vielfache Übermacht führte er seine Armeegruppe voll kampf­fähig zurück, so daß sie in die neue deutsche Westfront eingegliedert werden konnte.

Soziale Gerechtigkeit

Von

Otto Biedermann

Im Mittelpunkt unseres nationalsozia­listischen Denkens, FUhlens und Handelns steht der deutsche Mensch. Die Gemein­schaft der deutschen Menschen meinen wir, wenn wir von Sozialismus sprechen. Mit diesem entscheidenden Gedanken ist zugleich eine Kampfstellung bezogen, um die heute in einem weltweiten Ringen ge- fochten wird. Seit über hundert Jahren gellt nunmehr schon der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit durch die Welt. Mit der technischen Revolution, die das hinter uns liegende Jahrhundert kennzeichnet und mit einer Landflucht und dem gigan­tischen Anwachsen der Städte verbunden ist, wuchs in gleichem Umfang das so­ziale Problem. Von den Feinden jeder wahren Gemeinschaft ebenso wie von den Gegnern jedes Persönlichkeits­wertes wurde dieses Problem sehr bald erkannt. Die heraufdämmernde materielle und geistige Not eines großen Teiles der Menschheit, die sich im Rahmen dieser Entwicklung immer mehr von der natür­lichen Grundlage jeder menschlichen Exi­stenz, vom eigenen Boden, löste, wurde in eine politische Willenskundgebung um­gegossen. So ist das vergangene Jahrhun­dert einem einzigen Gärungsprozeß zu vergleichen, in dem sich zwei völlig ent­gegengesetzte Kräfte, eine verproletari- sierende, der Dumpfheit und Verzweiflung zustrebende Masse und ein diese Masse beherrschendes Ausbeutertum, zu gemein­samem Handeln verbanden.

Dieser Machtakt, der sich ständig stei­gerte und ausweitete, schloß alle jene Ver­suche ein, die aus Blut und Rasse kom­menden Höchstwerte völkischen Lebens ebenso aus den Angeln zu heben, wie auch diejenigen Kräfte zu beseitigen, die zwar auf dem Boden dieser Werte standen, je­doch nicht in der Lage waren, sie mit vitaler Stärke und Kraft zu verteidigen. Die geistig-seelische ebenso wie die ma-i terielle Not von Millionen Menschen war der Nährboden jener Parasiten, die den Klassenkampf predigten, nachdem sie selbst das Volk in Klassen zerrissen hat­ten, die die Menschen aufeinanderhetzten und als lachende Dritte aus ihrer Aus­einandersetzung den Nutzen zogen. Sie beuteten die Menschen aus und stürzten sie in ein soziales Chaos, um in gleicher Minute mit dem größten Betrug aller Zeiten ihre Ausbeutungsobjekte gegen die sogenannten Ausbeuter zu führen. Partei­zersplitterung, Not und Elend, Streiks, Unruhen das waren die äußeren Symp­tome einer ständig zunehmenden sozialen Not, die sich unter dem Trugbild einer Scheinblüte vollzog, bis schließlich der erste Weltkrieg das Signal dazu gab, in einem schweren Ringen den gordischen Knoten, den diese Probleme zu bilden schienen, zu zerschlagen. Mit seinem Be­ginn lösten sich alle jene Kräfte zu freier Entfaltung, die unter der Oberfläche den Todesstoß für den innerlich schwach ge­wordenen Volkskörper vorbereiteten.

Am Ende dieses ersten Weltkrieges stand das deutsche Volk dann vor der Frage, in einem allgemeinen Chaos unter­zugehen oder aus tiefster Not jene Kräfte zu entwickeln, die fähig und imstande waren, die entscheidende Frage unseres Jahrhunderts durch Besinnung auf die eigene Kraft und auf eine große Gemein­samkeit zu lösen. Immer mehr entfernen wir uns heute von dem Erlebnis jenes Zusammenbruches und seiner katastro­phalen Folgen. Selbst wenn wir persönlich an diesen dramatischen Vorgängen betei­ligt waren, scheint es uns, als hätte sich vor diese Ereignisse ein Vorhang gezogen, vor dem sich eine neue, uns aber heute schon selbstverständlich gewordene Welt

Zeitplan der Feinde durchkreuzt

Erbitterter deutscher Widerstand an der ganzen Westfront

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. Lissabon, 6. Nov. Die schweren Kämpfe im Mündungsgebiet der Schelde bilden den Gegenstand ausführlicher Be­trachtungen in der englischen Presse und im Rundfunk. In allen Kommentaren wer­den sie als Vorbereitungen für ein kom­mende große Offensive gegen Nordholland bezeichnet, die erst dann in Gang kom­men könne, wenn die Hafenzugänge nach Antwerpen völlig freigekämpft seien; allerdings gebe man zu, daß diese Groß­offensive ursprünglich bedeutend früher gestartet werden sollte. Der USA-Funk- korrespondent in London, Murrow, er­klärte in seinem heutigen Bericht, es habe leider nahezu acht Wochen gedauert, bis man auf der Insel Walcheren einiger­maßen Boden gewonnen habe, und es werde rfoch länger dauern, bis die Zu­gänge nach Antwerpen wirklich frei seien. Zumindest^sse man noch einige Wo­chen warten, bis der Hafen von Antwer­pen verwendungsfähig sei. Dies liege vor allem daran, daß die Deutschen immer noch mit ihren schweren Geschützen den Hafen Antwerpen unter Feuer nehmen können. Keinesfalls dürfe man erwarten, daß Antwerpen nunmehr ungefähr die Rolle des Hauptzufuhrhafens der Alliier­ten spielen werde; dazu liege er allzu nahe an der deutschen Front.

Im übrigen wird zugegeben, daß die bri­tische Flotte bei den letzten Operationen, vpr allem auf der Insel Walcheren, schwerste Verluste hatte. In einem eng­lischen Überseebericht wird erklärt, vier

von je acht Fahrzeugen, die in den Kampf eingriffen, seien verlorengegangen, und zwar in den meisten Fällen mit der ge­samten Besatzung. Die letzten Berichte aus dem Hauptquartier Eisenhowers vom Montagmorgen sprechen von heftigen Kämpfen an verschiedenen Frontabschnit­ten. Der deutsche Widerstand sei nach wie vor äußerst heftig.

Tiefe Enttäuschung ruft in London das Steckenbleiben der sowjetischen Offen­sive in Ostpreußen hervor. In einem ame­rikanischen Bericht wird festgestellt, es sei kein gutes Zeichen, daß die sog.große Schlacht um Ostpreußen plötzlich sang- und klanglos aus dem sowjetischen Be­richt verschwunden sei.

73 Abschüsse

Berlin, 6. Nov. Die Verluste, die die anglo-amerikanischen Terrorflieger am 5. Nov. und in der Nacht zum 6. Nov. bei ihren Angriffen auf das Reichsgebiet er­litten haben, stellen sich nach den nach­träglich eingegangenen Meldungen als er­heblich schwerer heraus, als im heutigen Wehrmachtbericht angegeben wurde. Die Gesamtzahl der von den deutschen Luft­verteidigungskräften vernichteten feind­lichen Flugzeuge beträgt danach 73, dar­unter mindestens 36 Bomber.

Die nordamerikanische Rüstungsproduktion blieb im September um 4 v. H. hinter dem Vor­anschlag zurück, wie das Washingtoner Kriegs- p»oduktionsamt bekanntgab. Sie lag zugleich um 2 v. H. unter dem Monatsdurchschnitt de« Jahres 1944.