Ausgabe 
(3.11.1944) 294
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Brcmcrjcitung

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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeister» der Freien Hansestadt Bremen

Nummer 294 14. Jahrgang

^Bremer 9tadiriditcn

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Bremen: Geschäftsstelle und Schrift« leitung: Geeren 6-8, Buf 2 19 31; ''Jacht­ruf und sonntags 2 47 65; Sykel Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingenf Bahnhofstr. 6, Ecke Poststraße, Ruf *34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 und 8; Bremen-Blumenthalf Kapit.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 u. 84

Freilag. 3. November 1944

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Beichssiaühallers in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

Jnk von heofo

Erzähl

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Bolschewistische Gefahr erkannt

Europäische Schläfer erwachen Monotone Gleichschaliungsmethoden Moskaus

DraMöericM unserer Berliner Schriftleitung

Df.W.Sch. Berlin, 2 . Nov. Selbst in verstaubtesten Winkeln Europas be- Ische AtTfianeo sich allmählich die Schläfer, die gier nur die bösen Nazis als Alpdruck (pfänden, die Augen zu reiben und zu trennen, daß eben diese Nazis doch die (inzis e M ac ht au * der Welt repräsen- mcn, die Europa vor der bolschewisti- deB Überflutung zu retten vermag. Auch Illusion, daß sich der Bolschewismus westeuropäischen Zivilisationsbegrif- etwas angenähert haben könnte, 'windet gegenüber den brutalen, von j Sowjets geschaffenen Tatsachen im- ttr mehr dahin.

£ s ist heute roter Frühling, so jam- jrt auf einmal die schweizerische Zei- Tat,so wie es einmal Fronten- .uhling gewesen ist. Die schwere Hand L roten Zaren legt sich über die Völker und fern. Er braucht sich nicht mehr |£r illegalen Komintern zu bedienen, ihm ""iigen heute die Widerstandsgruppen «f dem Kampf gegen Deutschland, die Inn ihre Waffen - als Werkzeuge des ceml gebrauchen sollen. Das Blatt ver- .-Ktist auf die Demonstrationen, die gegen am SchienensbniMit dem Kreml mißliebigen Regierungen

- '' : -, -citot/Jati 11 tt r] auf ,1 jr* Bnlsrhe-

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Krieges der icuÄ seph Hülsenbeet r lat seine Frau CiiJi erdienst überm*** Da muß der Tagte, hr für mich habei^M ödister. Gewissen^ eit erfüllt sie, diekoB 1 '! e ist, nun die neues 19 lichten, die'dasAÄ ferkegt neben der&j

invieHlHutäbvori _ nd vor allden Andern! en Reichsbahn an nl

eschen Reidisb^m, ircaa D;|

9! Meldung für den Ebu dees zuständige Aibehte

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geniert werden, und auf die Bolsche *ierung und Deportationen der Bevöl- _bning im Baltikum, die unterdessen !Biuter fortschritten. Auch dieSchwei- m Mittelpresse wendet sich jetzt gegen jjea Wahn, daß im Baltikum eine etwas [ildere Form der Bolschewisierung geübt Moskau habe jetzt, so heißt es die Gleichschaltung auf allen Ge- fof-'n in die Wege geleitet.

Wenn das Blatt meint, daß die Sowjets

viiv&s uüubia uvi ovigs- - - , «

ben der Betreuiud® den verschiedenen Staaten von einan-

ir abweichende Methoden zur Anwen- idnng brächten, so erscheinen uns im Gegenteil die Wege des Bolschewismus ii ifcer sturen .Brutalität äußerst mono-

___ton. Es sind überall gelehrige Schüler

iegswichtig arbeiteMiKculsöskaus am Werk, die im Auftrag der

al Mtldimn fiir d~HI Fiwifr". 111 . ?__] J __ r\ 4 -i Pftk

wntrollkommissare oder der sowjetischen irmeeführer die Unterwühlungsaktion weitertreiben, bis das betreffende Land __ jnnfer weitgehendsterGleichschaltung n zu leihen od. tc4ji vollkommene Hörigkeit von Moskau .ngebote unter 5 läjfeljracht ist. In Finnland hat Shdanow fJiJhir, seiner Rückkehr aus Moskau die

äW?el noch straffer angezogen. Der fin-

hat die

........- . Kommunistenhäuptling -

® e ' «5 Sprfsien Angriffe gegen die finnische

^ierung _ unternommln, die auf der ichen Linie liegen wie die Drohung italienischen Kommunistenhäuptlings kiiatti, der in der gröbsten Form alle reise gewarnt hat, noch weiterhin 'ndwelche Störungsversuche gegen die Eigkeit der Kommunisten zu unterneh- a. Die Auflösung des Schutzkorps, die Finnen aufgezwungen wurde, beraubt Land der letzten Möglichkeit*, die *6 Ordnung aufrechtzuerhalten, und reitet das bolschewistische Chaos vor. Jkch in Rumänien dauert das Kessel- pSKn gegen die rumänische Regierung « Die Kundgebungen, die dort von rigen Moskauschülern vor dem König- Sen Schloß gegen die Regierung insze-

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im. m- Kochgel.-

bliert. Zim. mbilW Angeb. unt, J Sj teizb. Zim. m. K -

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Angeb. unt. 2.^1 ! rufst.' Rentner Leuten. AM. t 1 , Herr s.' möbl. lelingen. Ang. n 6 j. Toehter s. 21 möbliert. Ang.» au s. leeres Zufj mheit. Angeb. I*. t. Dame s. 1-2 M ScliwaehhaQ 8 ' « s. möbl. od. le^

Iremens.

Zim. für Gefolg^ ^ ... 0 _ 0

üfaeh 792,<L ie »den Forderungen des Wohnung m- K y t |Ä|' tl es nicht entspreche, erinnern an die T r i: 0 mägl.sS eil T or ß ä nse in Teheran, wo Moskau

!b ' Angeb nn 1 ' S|fc Wri L° r derungen ebenfalls durchDe- Mädchen's. BöH."B«nslrationen des Volkes den nötigen ü od. Kücbfflle^faebdruck '

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;i. m. Kiichentlen U cr jvommumstentunrer rarrascaiit

:emens. Angeb-^J* Kabinett eingetreten ist, was natür

Tim. v. Bernt ^ ..... , ».

, v g 5 4 B . - zu geben suchte. In Bukarest

Herrn ge®- j ac ^ e demnächst so weit gediehen,

- iru-hmben. >5*®n^aer Kommunistenführer Patrascanu

Zim. v. HMr^-jj »ntrum. Ab?* ^

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jres sep. ZM- j. Zimmer ge»

wieder nur als eine Etappe auf

tücbenben. Be« jjjtl Berlin,

Bolschewistisches Märchen von Kalyn wird wiederholt

mstädt. Ang. ? h" P»J EI ' lin,, 2 - Nov. Nachdem die Reaktion Allf- uiiisB v s :' ui ? m dichen Stellen der Sowjetunion . g n U n 'tölw-m? 1 ' <c|,i en Marken Eindruck, den die deut- Heiznug, L/., ani L dichen Enthüllungen über die

ißu. Ang^^ao^ jj'sehen Morde der Sowjetsoldateska 6 ot», ''^huldigen Einwohnern ostpreußi- *f2 L. Drfschaften in der ganzen Welt rfho*fs-H* u. Kerufen haben, zunächst betretenes ms ' * Jl *" ..... A »liA Sen r war w 'il sich nunmehr das .Friseur be' äf Sjti e Informationsbüro der Sowjet- ra ^vhfhoIe» SI 3 !flol* an ?, es ' c hts der vor der ganzen Welt - £te En t la "ung der bolschewistischen

K'tft. VH echt bolschewistischer nd Gär^S - f** ' n d' e groteske Lüge retten, ? är , t 0 ßem i i s *%i' «in e S 1 i E Ee * den ostpreußischen Opfern !nt a gen z. A J S Gtl> Sandpff el J te deutsche Filmaufnahmen seb., *.& laten v ^ u ® er dem hätten deutsdie Sol-

l^ififnf. A #«ctn: lese ^Preußischen Volksgenossen ssen und dann photographiert.

r- i?f r 469 AA des sowjetischen Infor-

??Ll 6 od.® - gVfciji) , Eu / os schlägt sich selbst. Hier e re rin f -«ah»- Betri ? rec h e bolschewistische Äbleug-

* m -l&abover von Katyn wiederholt.

oiese Frechheit hilft den Bolsche- 4 i etll ., nic hts. Ebenso wie in Katyn eine Ith < lr | r *? e Kommission einwandfrei » aren bolschewistischen Ver- kstial? Jestgestellt hat, so sind die j Mordtaten von Nemmers- W j n ihrigen ostpreußischen Ort- htt" aurc k die Untersuchung von siT«? rzten un d einer internationalen t-stop '° n C ^ e umfangreiche Zeugen-

m auTestellt hat, einwandfrei als 'den u c auld der bolschewistischen

B bes tätigt worden.

dem weiteren Weg der Bolschewisierung anzusehen ist. DieTASS treibt diese Entwicklung mit schweren Angriffen gegengewisse Organisationen in Ru­mänien weiter, denen die Sabotage an den' Waffenstillstandsbedingungen zum Vorwurf gemacht wird. Das ist eine be­sonders beliebte Methode Moskaus, um einen Vorwand für die weitere bolsche­wistische Durchdringung zu finden.

Sogar die schwedische Presse wird all­mählich angesichts des fortgesetzten bolschewistischen Vernichtungskampfes gegen die Finnen äußerst nachdenklich, nachdem man früher sich in Überredungs­künsten nicht genug tun konnte, die Fin­nen möchten sich doch im Vertrauen auf dieGroßzügigkeit und Anständigkeit der Bolschewiken diesen unterwerfen. Der

Rote Frühling, von dem dieTat schreibt, wird nun allmählich doch in immer weiteren Bereichen als eine Er­scheinung mit antieuropäischen Vorzei­chen erkannt. Selbst dieNational­zeitung, die sich früher in ihrem Haß gegen die Nazis von niemand übertreffen lassen wollte, kommt jetzt zu neuen Ein­sichten.Man erinnert sich vielleicht, so schreibt jetzt auf einmal das Blatt,daß Sowjetrußland eben doch die Vormacht der kommunistischen Weltrevolution war und bleiben wird.

Nicht als kriegführend anerkannt

Genf, 2. Nov. Auf ein Anfrage, ob Bul­garien nach Abschluß des Waffenstill­

standes als mitkriegführend anerkannt werde, erwiderte Unterstaatssekretär Law im britischen Unterhaus: Es ist voll­kommen richtig, daß der Waffenstillstand jetzt beschlossen worden ist. Aber die Stellung bleibt dieselbe. Die Bulgaren sind von keiner der alliierten Regierun­gen als mitkriegführung anerkannt worden.

Diese Feststellung kennzeichnet so recht die jämmerliche Rolle der Sofioter Verräter-Regierung, deren Ministerpräsi­dent selbst gestern sich noch ausführlich für die Knechtung bei den Alliierten be­dankte, indem er die Gnade Moskaus rühmte. Bulgarien darf zwar weiter seinen Blutzoll für die Alliierten ent­richten, von einer Anerkennung kann jedoch keine Rede sein.

USA verschweigen ihre Kriegsschiilsverlusle!

Bilanz der See- und Luftschlachten bei Formosa und den Philippinen

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T o k i o, 2 . Nov. Wie aus einwandfreien Unterlagen, die der japanischen Marine­leitung zur Verfügung stehen, hervorgeht, hat die USA-Flotte im Pazifik, bei Formo­sa und vor den Philippinen, eine entschei­dende Niederlage erlitten, die der Kata­strophe von Pearl Harbour durchaus gleichzusetzen ist. Aber nach derselben Taktik, nach der die Regierung in Washington nach Pearl Harbour verfuhr, wird auch- jetzt wieder dem amerika­nischen Volke die Wahrheit verschwiegen. Statt dessen versucht die amerikanische Agitation im Aufträge des Präsidenten Roosevelt und seiner Helfershelfer, die Dinge auf den Kopf zu stellen und aus den amerikanischen Niederlagen japanische zu machen.

Im Rahmen dieser Fälschungen werden von der USA-Marineleitung immer wieder^ Berichte herausgegeben, die phantastische Angaben über angebliche japanische Ver­luste machen und den Eindruck erwecken wollen, als seien die Japaner im Pazifik vernichtend geschlagen worden. Während sich die Phantasiemeldungen überschlagen, legt das USA-Marineministerium über die amerikanischen Verluste in diesen beiden See- und Luftschlachten ein auffallendes Schweigen an den Tag.

Soeben hat erst wieder Admiral N i - raitz, der Oberbefehlshaber der USA- Seestreitkräfte im Pazifik, ein amtliches Kommunique über die Schlacht bei den Philippinen herausgegeben, das von angeb­lich hohen Verlusten der Japaner zu be­richten weiß, aber jede Zahlenangabe über die Ausfälle auf amerikanischer Seite ge­flissentlich meidet. Nimitz will diese Ver­

schleierungstaktik damit begründen, daß weder der Name der beschädigten USA- Schiffe von versenkten ist überhaupt keine Rede noch Umfang und Größe des Schadens genannt werden könnten, weil solche Informationen für den Feind von Wert sein würden, dei 1 hierausRück­schlüsse über die Größe der USA-Seestreit- kräfte, die in den philippinischen Ge- - wässern operieren, machen könnte und er­fahren würde, welche Schiffe zum un­mittelbaren Einsatz zur Verfügung stehen.

Diese Erklärung von Nimitz trägt deut­lich den Stempel einer Ausrede und be­weist, daß Washington das größte Inter­esse daran hat, nidits über den Umfang der Niederlagen seiner See- und Luft­streitkräfte im Pazifik durchsickern zu lassen, um nicht die Stimmung in den USA, die ohnedies von wachsender Kriegs­müdigkeit zeugt, nicht noch weiter zu ver­schlechtern. Roosevelt und seine Clique fürchten die Wahrheit und unterdrücken sie daher mit allen ihnen ,'zur Verfügung stehenden Mitteln. Dagegen glauben sie, durch ihre Lügenberichte über die angeb­lich ungeheuer schweren japanischen Ver­luste dem Volk eine neue Mutspritze geben zu können.

Den amerikanischen Phantasieberichten werden von japanischer Seite eindeutige Beweise entgegengesetzt, aus denen die Größe der amerikanischen Niederlage und der gewaltige Umfang der bei Formosa und den Philippinen eingesetzten Streitkräfte der USA-Flotte und -Luftwaffe hervor­gehen.

Die japanische Marineleitung hat ein­wandfreie Beweise dafür, daß der Feind

.Neuer Kriegswinter unvermeidlich'

Sagt neutraler Kriegskommentator

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

g. Berlin, 2 . Nov.Ein neuer Kriegs­winter ist unvermeidlich, stellt der mili­tärische Mitarbeiter vonAfton Tidnin- gen fest. Dip außerordentlich harte Ver­teidigung der deutschen Atlantikstütz­punkte, die die alliierten Operationen im Westen verzögert hat, die geschickte Räumung Estlands ohne größere Ver­luste, die hartnäckige Verteidigung in Ostpreußen, die Rückführung großer deutscher Truppenteile aus dem Balkan­raum alle diese Ereignisse zeigen, daß Deutschland auch weiterhin in der Lage ist, den Kampf weiterzuführen. Diese neutralen Feststellungen werden jeden Tag erneut durch den Wortlaut des OKW.-Berichtes bestätigt.

Während die Kämpfe im südholländi­schen Raum trotz der; Erbitterung, mit der sie geführt werden, einen mehr vor­bereitenden Charakter haben, stehen un­sere Truppen an der Seite der ungari­schen Verbände im Raum südöstlich Bu­dapest gegen einen scharf andrängenden Feind, der sich bald am Ziel seiner Wünsche glaubt. Hier wird seit Wochen mit steigender Heftigkeit um die Theiss- Übergänge gekämpft. Jener Fluß schnei­det Ungarn sozusagen in zwei Hälften in eine nordwestliche und eine südöstliche. Das breite, aufgeschüttete Flußbett der Theiss scheidet das Land nicht nur geo ; graphisch, sondern auch landschaftlich: Auf der einen Seite liegt das eigentliche Pußta-Gebiet mit seinen weiten Feldern und Steppen, über' die die Sowjets an­stürmten, auf der anderen Seite liegt das Kulturland Ungarns mit der Hauptstadt Budapest.

Ein neues Moment, das jedoch bis jetzt keinen Einfluß auf die Kampfhandlungen ungarischen Raum haben kann, ist durch die Landung englischer Truppen an der Dalmatinischen Küste entstanden. Das von Banden verseuchte Hinterland, das. teilweise in der Gewalt der Tito-An­hänger ist, bot für diese, Landungen einen geeigneten Platz. Weit über 500 Kilo­meter liegt der ungarische Kampfraum von jenen Landungsunternehmungen entfernt.

Pie -entgegengesetzte deutsche Front im

Nordwesten Europas, im südholländischen Gebiet, weist Kämpfe von nicht weniger großer Erbitterung auf. Hier haben die Angriffe des Feindes auf die beiden deut­schen Positionen an der äußeren Wester­schelde ihren Höhepunkt erreicht. Ver­bissener Widerstand deutscher Truppen nördlich Brügge und auf der Insel Wal- cheren hat den Feinden bisher die Be­nutzung der Westejrschelde und damit des großen Hafens Antwerpen unmöglich ge­macht. Der Kampf, der in diesen Stütz­punkten ausgefochten wird, hat eine weite Wirkung. Dürch ihn konnte der Feind bis­her nicht daran denken, über Aachen hin­auszustoßen. Durch ihn ist der Feind an die weit entfernt liegenden Nachschub­häfen im französischen Raum gebunden. Durch ihn konnte der Generalangriff auf den Rhein nicht beginnen. Neben diesem Schwerpunkt der Kämpfe im südhollän­dischen Raum haben sich die gegnerischen Angriffe im lothringischen Gebiet ver­stärkt. Hier versucht der Feind, südlich der Festung Metz und nördlich des Gebirgs- raumes der Vogesen einen Keil in die deutsche Front hineinzutreiben, was bisher jedoch, wie schon vor Wochen, ge­scheitert i?t.

Zu dem Schwerpunkt im ungarischen Raum und dem neuentstandenen Kampf­gebiet an der Dalmatinischen Küste, zu dem Schwerpunkt im südholländischen Raum und den neuaufgeflammten Kämp­fen im lothringischen Abschnitt kommt noch der großaufgezogene bolschewistische Angriff an der Narewfront. Sein Ziel: Die Aufrollung der deutschen Ostpreußen­stellung von Südosten her, wurde nicht einmal zum Teil erreicht. Während der sowjetische Angriff auf Ostpreußen von Osten her schon seit Tagen zum Stehen gekommen ist, meldet der heutige OKW.- Bericht auch den großen Abwehrerfolg, den unsere Truppen auch in diesem Front­sektor errungen haben.

Die Schlußfolgerung jenes zu Anfang zitierten schwedischen Militärkommenta­toren läßt sich auch auf die heutige Front­lage anwenden:Die harte deutsche Ver­teidigung an allen Fronten hat gezeigt, daß alle Spekulationen über eine schnelle Kriegsentscheidung übereilt gewesen sind.

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in den Schlachten von Formosa und den Philippinen ein Drittel bis die Hälfte seiner Seestreitkräfte verloren hat, und zwar wurden 19 feindliche Flugzeugträger versenkt. Davon sind elf eigentliche Flug­zeugträger modernsten Typs, die eine Ge­schwindigkeit von 30 Seemeilen ent­wickeln und rund 100 Flugzeuge an Bord haben, versenkt worden.

Dabei ist zu beachten, daß der Neubau dieser Flugzeugträger etwa Jahre in Anspruch nimmt. Daneben hat der Feind Flugzeugträger in den Kampf geführt, die aus Handelsschiffen umgebaut sind und durchschnittlich 30 bis 50 Flugzeuge an Bord haben, von denen die Hälfte für Er­kundung und Abwehr verwandt wird, während die andere Hälfte znm Angriff eingesetzt werden kann.

Weitere Versenkungseriolge

Tokio, 2 . Nov. Das Kaiserliche Haupt­quartier gab am Donnerstag bekannt: Japanische Luftstreitkräfte griffen auch am 1 . November feindliche Seestreitkräfte in der Leyte-Bucht an, wobei sie ein Schlachtschiff oder einen Kreuzer sowie drei Kreuzer versenkten. Drei weitere Schlachtschiffe würden beschädigt.

Neue* Anschlag auf de Gaulle?

Drahtbericht unseres Vertreters

jb. Genf, 2 . Nov. Die nordamerikanische Agentur Associated Preß berichtet über eine Anzahl von Explosionen, die sich am 1 . November in Paris ereigneten und Flie­geralarm auslösten. In Wirklichkeit habe es sich aber nicht um Bombenwürfe, son­dern um den Versuch eines Anschlags auf de Gaulle gehandelt. Die Explosionen er­folgten * am südöstlichen Stadtrand kurz nachdem de Gaulle dort bei Totenfeier­lichkeiten auf den Friedhöfen eine Rede gehalten hatte. Entgegen dieser amerika­nischen Darstellung .wird in einem amt­lichen Kommunique behauptet, es seien mit Explosivstoffen beladene Waggons, die in der Vorstadt standen, in die Luft' geflogen, wobei Schäden und Verluste entstanden seien.

Schwerter verliehen

Führerhauptquartier, 2 . Nov. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Ge- neralleutnäntHans Kaellner, Komman­deur der niedersädisischen 19. Panzer-Di­vision, als 106., an Oberst Werner Mum­me r t, Kommandeur des sächsischen Panzergrenadier-Regiments 103, als 107. Soldaten der Deutsdien Wehrmacht.

Boslioa Osten

Von

Dr. Franz Lüdtke

Als vor mehr als fünfhundert Jahren die Horden aus Osteuropa in Ostpreußen einbrachen und in Gilgenburg Männer, Frauen, Greise und Kinder niederge­metzelt und selbst in der Kirche, wohin sie sich geflüchtet hatten, abgeschlachtet wurden, bis die Flamme alles verzehrte, da ging ein Schrei des Zornes durch die Ordenslande, und in aller Herzen wurde ein einziger Ruf laut: Vergeltung! Aber es war nur das kleine Ordensland, dessen Leid bis zum Himmel schrie im Reich blieb man taub und stumm, und keine Hand regte sich, dem Orden und damit dem Osten in ihrer Schicksalsstunde zu LIilfe zu eilen. So kam über die deutsche Bastion an der Grenze die lange, bittere Not. Und Gilgenburg wurde vergessen in all den Greueln, die danach geschahen; nur die Blätter - der Geschichte hielten das Entsetzliche fest.

Heute ertönt wieder ein entsetzter Zornruf durch das Land: Nemmers- d o r f ! Ein halbes Jahrtausend und mehr liegt zwischen den Untaten von Gilgen­burg und Nemmersdorf; die Bastion an der Grenze trägt wiederum Not und Leid, von keiner Zeit aber läßt Sich der rasende Bolschewismus in der Entsetzlichkeit sei­ner grauenhaften Mordtaten überbieten. Doch diesmal geht das Echo, das Nemmers­dorf auslöste, nicht nur durch die Gaue Ostpreußens; es tönt durch ganz Deutsch­land, Millionen Herzen schlagen für die geschändeten, gemordeten Volksgenossen, und Millionen Hände greifen zur Waffe, den Frevel zu sühnen und neue Untat von den bedrohten Räumen fernzuhalten. Es geht um das deutsche Leben um Be­harren und Kampf.

Depn das ist der Sinn einer Bastion: zu beharren und zu kämpfen, der Festung, die hinter ihr liegt, Schutz zu geben, Wel­lenbrecher zu sein in der andringenden Flut und dann, wenn die Stunde reif ist, Ausfalltor zu werden zu Schlacht und Sieg. Die Festung heißt Deutschland, seine Ba­stion ist der Osten.

Der Osten hat immer die Aufgabe be­griffen, die ihm das Schicksal gestellt hatte. Was kam nicht alles seit dem Tag von Gilgenburg über den Osten nicht über das Ordensland nur, sondern über alle Gaue, die zur Grenzmacht gegen die Massen der Steppe bestimmt waren! Zur Not der Polen, Schamaiten, Moskowiter und ihrer asiatischen Helfer kam über Schlesien die Mongolennot, über die Ost­mark die Türkennot, dazwischen die Not der Hussiten, dann wieder der Russen, der Polen und endlich der Bolschewisten. Es ist wahrlich ein roter, blutroter Faden, der die Geschichte des Ostens durchzieht, und wollte man ein Buch schreiben, das nidits anderes enthielte als das Entsetzen, das Grauen, das die Menschen der Grenze heimgesucht hat, so würde man beginnen können, doch nicht aufhören so groß ist das Ausmaß dessen, was hier zu sagen wäre.

Indessen: jede Münze ist doppelt ge­prägt, und noch erwuchs uns Deutschen aus jedem Leid neue Kraft, aus jeder Not der Wille, sie zu überwinden. Wir sind als Volk nicht sdiwächer geworden durch alle die Frevel, die man uns antat, sondern stärker. So wird es auch diesmal werden, und Nemmersdorf wird nicht das letzte Wort sein, das im Osten gesprochen wird. Denn eins ist sicher: die Bastion wird ge­halten. Der einzelne kann untergehen, aber die Nation wird leben, und was in Schutt und Asche sank, wird schöner auf­erstehn. Die Russenflut von 1914 hat vieles in Ostpreußen zerstören können, nicht aber die Bereitschaft der Menschen zu neuem Aufbau. Je mächtiger der Tod war, um so mächtiger war auch das Leben.

Ein Stück ostdeutscher Geschichte klingt im Erinnern auf es ist genau fünfund-

Arnheim bedeutete einen Wendepunkt

Es ging längst nicht alles programmgemäß

ep. Zürich, 2. Nov. In London herrscht nach einer Meldung des Londoner Kor­respondenten derGazette de Lausanne allgemeine Niedergeschlagenheit über den versteiften deutschen Widerstand und die Hinauszögerung des Kriegsendes. Im ein­zelnen führt der Korrespondent aus:Die britischen Blätter sprechen jetzt offen von einer militärischen Wiedergeburt der deutschen Widerstandskraft. Außerdem erkennt man in London, daß sich längst nicht alles programmäßig abgespielt hat. Der mißlungene Aufstand von Warschau und die britische Niederlage von Arnheim haben recht niederschmetternd auf die englische Kriegsmoral gewirkt.

Zu einer ähnlichen Feststellung gelangt auch der soeben aus der Schweiz zurück­gekehrte militärische Mitarbeiter von Reu­ter, Kimche:Was einen bei der Rückkehr nach England nach nur einmonatiger Ab­wesenheit beeindruckt, ist der Wandel in der Einschätzung der Dauer und der End­phase dieses Krieges. Ich fand dies über­all, wohin ich kam. Arnheim bedeutete den Wendepunkt. Überall sagten mir die Leute das gleiche. In der neutralen Schweiz wie auch in England und Frankreich: Der deutsche Widerstand hat sich be­trächtlich versteift. Die Führung der deut­

schen Wehrmacht ist imstande gewesen, eine Krise nach der anderen zu über­winden. Es hat sich erwiesen, daß die Schlacht um Deutschland länger und här­ter sein wird, als es noch vor einem Monat aussah."

Ralston zurückgelreien

Stockholm, 2. Nov. Wie Reuter aus Ot­tawa meldet, hat der kanadische Verteidi­gungsminister Ralston seinen' Austritt aus dem Kabinett erklärt. Regierungskreisen nahestehende Persönlichkeiten erklärten, daß Ralston wegen der Frage der Verstär­kungen für die Überseetruppen seinen Rücktritt erklärt habe. General Mollaugh- ton, der frühere Oberkommandierende der kanadischen Truppenteile über See, wurde Ralstons Nachfolger.

Wie verlautet, hat Ralston, der vor kur­zem von einer Frontreise aus Europa zu­rückgekehrt war, mit Entsetzen feststellen müssen, daß die kanadischen Ausfälle weitaus höher waren alsvorher berech­net wurde. " fordert deshalb, daß alle kanadischen Soldaten zwangsweise in Übersee eingesetzt werden könnten und nietet mehr auf freiwilliger Basis. Hierbei sei ftr auf harte Opposition gestoßen.