Ausgabe 
(1.11.1944) 292
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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des ReichsslahhaUers in Oldenburg and Bremen

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292 14. Jahrgang

Mittwoch, 1. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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etzle Chance des Jahres1944verpaßt

Sowjetische Großoffensive gegen Ostpreußen ergebnislos ™ Cyrill Falls warnt vor Illusionen

■iltberlcht unserer Berliner Schriftleitung

ff. Set. Berlin, 31 Okt. Im ostpreu- matstr. 15 Ih,,. Grenzraum ist ein Abwehrsieg

istadt s B rscheinei > ^Ktngen worden, der in seiner ganzen ssturin ™' Freiwi %Xiegischen Bedeutung für die weitere 16, täoiirT eriien ‘i fffe-führung noch gar nicht zu übersehen en. Anmli/ I ’ t 36 9 s =» r)as ist der Sinn der Feststellung im Anmeldunae" 3^ Wehrmachtbericht, nach dem

Fr eitag 3 «,'B jeutsdien Truppen unter dem Befehl — Sebaldsbiürt r : Generals der Infanterie Hoßbach in telkssturm im Schlacht von 14 Tagen die sowjeti-

N ov„ 20 Uhr, jj, j (B Großangriffe zum Stehen gebrach v „ Nov - Uhr für, j kn Feind unter schwersten Ver- md f ' ir ■' n geschlagen haben. Die Zahlen über

41le u~ N ot " 18 C' 1 enorm hohen Menschen- und Mate- PünMiTerlf 3 Jeinsatz der Sowjets und über die ge- jen-MeldeUstes fff 1«™ Materialausfalle. die der Gegner and morgen ab iji- der vierzehntägigen Schlacht erlitten teile aus. _ 1 unterstreichen noch einmal die weit-

Deutschen Volk™- «den Spekulationen, die der Feind senstr. 12 , täglich,, dem Beginn der Offensive gegen die Hufe. Heute 19.31 j Ue Provinz des Reiches verbunden Geschäftsstelle j ..

äC Wifpaii wir uns auch keineswegs der

alter S wer^ td »iiAfo 111 £ hingeben, daß die Bolschewiken stattfindenden" ojß’ bereifs . am Ende ihr . er 9 f , fen * ivkra ! t

tsstelle ^ Kdangt seien, wenn wir vielmehr wei- äie Betreuten ab «Bin mit einer Wiederholung und viel­in der Geschä/tsigBil sogar mit einer Steigerung der Ir vnn haute Fetischen Anstrengungen zu rechnen neUle b, so ist doch gerade auch nach be- Musikalische KiW Uten Feststellungen im gegnerischen 8 ?q . d . eutscilen kl ganz klar zu erkennen, daß man . 1 , 913: Frontbericbs (jetzt eine entscheidende Chance als »benY n E Sichtet ansehen muß: Das für das Jahr 'ÄT«Ä « aufgestellte Kriegsführnngspro-

idfunk: „Die Gesckii ,ilDI ’ sle anI dem We S e «er konzeil- ute Melodienfolge. --hm Angriffe erfolgreich zu Ende zn tat.

JDer Britische Militärkritiker Cyrill mzen, frischen Fräiütlh gibt offen zu, daß nach dem jekocht und durdi efcten des anglo-amerikanischen An- t die Flüssigkeit um j m Gebiet unserer westlichen Gren-

den Deutschen eine entscheidende ohnet je L,ter 8*^ in diesem Jahr nur noch mit

_______ iSeSffis erfolgreichen Vormarsches der

od. Motoisctlep-P^naee in Ostpreußen und in Polen' Bdeigebracht werden können. Es sei «np.o.b. hscieiplich, daß Churchill Stalin über V ? Pläne unterrichtet habe, nach denen .rrirtLllg t Alliierten im Westen eine weitere iweise. Ang. F Jiit Anstrengung machen wollten, um Herr s. möbl. & ^deutsche Verteidigung noch vor Ende IS ^ er 2U Brechen, und daß er vorge- ..y -in habe, diesen Versuch durch eine iische Offensive zu unterstützen.

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Oktober ist nun zu Ende gegangen General Eisenhower war im Westen ■flgeu, all seine Anstrengungen auf vorbereitende Aktion zn konzentrie­re auf die Öffnung des Hafens Ant- n und damit auf die Beseitigung unüberwindbaren Nachschubschwie- iten zielt.

^iebzeitig ist im Osten die sowje- Großoffensive gegen Ostpreu- zum Stehen gebracht worden. Hier dte es sich, wie Cyrill Falls offen um „die einzige in diesem Winter verbliebene Chance“. „Es ist Selbst- so stellt er tiefbekümmert fest, n wir das nicht einsehen“. Die Be- Jg der beiden großen deutschen »erfolge im Westen und im Osten vom Feinde gar nicht bestritten ,®' Wenn auch die Briten, Kanadier Amerikaner durch die letztmögliche ntrafion ihrer verfügbaren Kräfte ., Truppen zum Rückzug von Süd- C^od nach Walcheren und in Nord- f® 11 ! zn geschlossenen . Absetzbewe- iK,- Auf Brückenkopfstellungen süd- [’te Maas gezwungen haben, £0 bleibt entscheidende Zeitgewinn, den

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— durch den zähen und elastischen Bestand erkämpft haben g® Falls bestätigt, daß die deutsche PJWigung in der Umgebung von Ant- zusammen mit dem heroischen fkjstand in den Atlantik-Stützpunkten, fjwf entschieden habe, daß der Krieg meht zn Ende gehen könne. „Das ist »*nr schwerer Schlag, da man im r'rten Lager fest mit dem Siege in die- Jahre gerechnet hatte.“ bandelt sich bei diesen englischen wtungen durchaus nicht um eine piesei —» 18 Stimme-in der Wüste. Der bri-

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die Scheldemündung von den Anglo-Ame­rikanern beherrscht w'erden sollte, so wird Antwerpen, nachdem die Kämpfe in Holland sich nunmehr schon in den zwei­ten Monat hineingezogen haben und an der Maas in gleicher Weise wie an der Front von Aachen bis zur Burgundischen Pforte eine starke Widerstandslinie orga­nisiert werden konnte, längst nicht mehr die Bedeutung für den Gegner gewinnen können, die ihm zugedacht war, als mit

der Luftlandung in Arnheim der entschei­dende Schlag der Invasion geführt werden sollte.

Wenn jetzt auch die Sowjetoffensive im ostpreufiischen Grenzgebiet zunächst zum Stehen gebracht werden konnte, so wird damit der erste große Sieg im Kampf um die Zeit bestätigt. In diesem Zusammen­hang steht auch der schwere Schlag, der den Sowjets im Raum nördlich Debrecen zugefügt werden konnte. Die Kämpfe an

dieser Front gehen gewiß auch weiter, wie der Vorstoß des Feindes mit neu herangeführten Verbänden in Richtung auf Kecskemet erkennen läßt. Aber schließlich werden die Gegner im Westen und im Osten schon erfahren, wie wir die gewonnene Zeit genutzt haben und weiter nützen werden. Sie ahnen es, und das er­klärt die beweglichen Klagen von Cyrill Falls über die verlorene Chance des letzten Jahres.

Erbitterte Schlucht um Muus und Weslerschelde

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Massiver Versuch Montgomerys, Antwerpen zu öffnen

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter

Als die 2. britische Armee Anfang Sep­tember ohne größere Kämpfe Antwerpen besetzte, wird weder der Führer dieser Armee noch sein Heeresgruppenbefehls­haber Montgomery gezweifelt haben, daß damit auch schon Antwerpen benutzbar wäre. Zunächst mußte der- Feind auf den Widerstand bei Merxem hinweisen, wenn eilige Kritiker in England nicht verstehen, wollten, daß nicht sofort neue Divisionen im neugewonnenen Hafen ausgeladen würden. Merxem kam schließlich in bri­tische Hand, ohne daß deswegen mit dem Hafen Antwerpen etwas anzufangen ge­wesen wäre. Nun lag es an der Artillerie­sperre, die 1 wir bei Breskens und Vlissin- gen errichtet hatten. Sie verbot gebiete­risch jeden Versuch, die Wasserstraße zu forcieren. Inzwischen waren Wochen ver­gangen. Die Kanadier waren mit der Masse ihrer Armee bis zur Höhe der bri­tischen Armee aufgerückt.

Antwerpen aber blieb wertlos. Gerade in den Wochen, wo es darauf ankam, an der Front möglichst stark zu sein, mußte alles, was der Front, zugeführt wurde, über Hunderte von Landstraßenkilometern herangeschafft werden, weil die französi­schen Bahnen nur wenige Prozente der Nachschubtonnen zu befördern vermögen. So entstand für Montgomery und seine Armee eine vordringliche Aufgabe: Be­seitigung der Sperre der Westerschelde und Öffnung des Antwerpener Hafens. In seinem Entwurf, dessen Einzelteile in­zwischen sichtbar geworden sind, verband der Feind das Zufahrtsproblem mit einem anderen Plan, einer größeren Operation, für die die Öffnung der Westerschelde nur ein Teilstück war. Sie wies gegen die untere Maas, richtete sich damit auch gegen unsere . gesamte westholländische Verteidigung und erstrebte mit dem Maaslauf den Rückhalt an einer starken Linie, bei deren Erreichen man auch der ständigen Sorgen um die Sicherung gegen Überraschungen von Westen her ledig sein würde.

Montgomery verfolgte also verschiedene Vorteile: er wollte gleichsam mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, doch verbot zunächst der Frontverlauf im süd­westholländischen Raume eine einheitliche Unternehmung. In wochenlangen Anläufen

verbrauchte der Feind Kraft und Zeit, um bei den Kanadiern und Briten einen brei­ten zusammenhängenden Angriffsraum zu schaffen, der ihm den Großangriff gegen den Unterlauf der Maas und mit einem linken Flügel den direkten Stoß von Osten her in die Halbinsel Beveland hin­ein gestattete. Erst am 24. Oktober konn­ten Dempsey und Crerariihren ge­meinsamen Angriff beginnen. Er wurde auf der Linie Bergen op Zoon—Roosen- daal — Breda —Tilburg — s’Hertogenbosch eröffnet. Es erwies sich bald, daß der Feind sehr starke Kräfte bereitgestellt und durch Reserven, vor allem an Pan­zern. aufgefrischt hatte. Mit wachsender Wucht hat die Schlacht inzwischen das Format eines Großkampfes angenommen. Mehr als 80 km breit ist die zusammen­hängende Angriffsfront, die durch die ge­nannten holländischen Städtchen ihre klare Linienführung erhalten hat. In Til­burg und Bergen op Zoon kam es zn Strafienkämpfen. Hertogenbosch ging in erbittertem Ringen verloren. Der Durch­bruchartige Charakter gegen die Maas­mündung ist nicht zu verkennen, doch wurden alle Versuche; ans ..Einbrüchen einen Durchstoß zu formen, .aufgefangen. Wie der OKW.-Bericht betont, war die Übermacht des Gegners an Truppen und Waffen so stark, daß unsere tapfer kämp­fenden Divisionen an einigen Stellen weichen mußten. Wenn sie trotzdem den Durchbruch vereitelten, ist diese Abwehr­leistung besonderer Anerkennung wert.

Eine beigeordnete Unternehmung rich­tet sich gegen Südbeveland. Zum kanadi­schen Druck gegen die verbindende Land­brücke von Osten her hat der Feind vor Tagen eine Landung an der Südküste der Halbinsel gefügt; an mehreren Stellen wurde sie versucht, nur an einer glückte sie. Nachdem zusätzlich auch Panzer -auf Südbeveland gebracht wurden, räumten dessen Verteidiger die Insel, doch ist das benachbarte Walcheren in unserer Hand. Die Batterien von Walcheren glaubte der Feind mit Bomben, die die Deiche zerstör­ten, zur Aufgabe ihrer Stellungen und zur Ausschaltung bringen zu können. Er hat nur die Inselbevölkerung getroffen, die ihre tiefgelegenen Höfe aufgehen mußte. Die Batterien sind intakt geblieben und stellen mit denen von Vlissingen eine kräftige Feuersperre dar, die den von Beveland nach Westen drückenden Kana­

diern noch schwer zu schaffen machen werden.

Alle übrigen Ereignisse im Westen wie die ständigen Angriffsversuche der 7. USA- Armee gegen örtliche Ziele, die ihr keiner­lei Vorteile bringen, treten gegenüber dem massiven Versuch Montgomerys in den Hintergrund. Je länger die,ruhigen Abschnitte der Westfront still bleiben, um so mehr können sich unsere Stellungsab­schnitte festigen. Der Feind kann das nicht verhindern.

T elegrammwechsql Führer — Duce

Berlin, 31. Okt. Anläßlich des 22. Jah­restages des Marsches auf Rom fand am 28. Oktober ein Telegrammwechsel zwi­schen dem Führer und dem Duce statt, in dem der unerschütterliche Glaube zum Ausdruck kommt, daß die nationalsozia­listische und die faschistische Revolution im Kampf gegen die plutokratischen, jüdi­schen und bolschewistischen Systeme die gemeinsamen Feinde überwinden und den Endsieg erringen werden.

Warnung vor Optimismus

Genf, 31. Okt. In einem in zahlreichen USA-Zeitungen' verbreiteten Artikel schreibt der Jude Walter Lippman, daß die Gespräche über Friedenspläne und über Dumbarton Caks auf einer gewalti­gen Fehlschätzung der Kriegslage be r ruhten. Die Annahme, daß der Krieg so gut wie vorüber oder doch wenigstens [vollkommen gewonnen sei, sei falsch und der Glaube daran schlafwandlerisch. Er müsse zu herzzerbrechenden Enttäuschun­gen führen und die Leiden des Krieges noch mehr verlängern. Der weitere Kämpf werde so gut wie sicher bitter und blutig sein.

Durch deutsche Gegenangriffe zerschlagen

Sowjetisches Oberkommando zum Fiasko des Angriffs auf Ostpreußen

Sinne im „Daily Telegraph“ fest, Überschreitung der deutschen Mi< i ZWar e ’ ne gute Schlagzeile für die »^“■amerikanischen Blätter geliefert, K '®t den Krieg zu gewinnen geholfen ßjW.dcrNachschub nicht sicher- *■ 1 se i- Selbst die Bombardierung von '„■ eten , dieses unsagbar grausame i„r!? n ^r Anglo-Amerikaner gegen- j;«® holländischen Verbündeten, «iTf der Ansicht von Mertin für die XrT’en von zweifelhaftem Wert gewe- erscheint das Verbrechen gegen jdksehes Kulturland, das viele Gene- F*r n v ° n Holländern dem Meere ab- ih J en ai >d zu ihrem wertvollsten Gar- I^aelit hatten, der nach der ÜBer- ' S v Salzwasser jetzt endgültig te, 1 . Karte gestrichen werden kann, Ausbruch sinnloser, schäumender

arnhn r da |5 d(sr nn prwartete und ,,“ W| ndliche deutsche Widerstand den ® e! dkanischen Plan, zum Nieder- f !I, s Ruhnrebiet durchzubrechen

C dei > gemacht hat.

schließlich einmal sehr yerspate

Bern, 31. Okt. Im Oberkommando Mos­kau wurde eine eingehende Erläuterung zur Lage an der ostpreußischen Front ge­geben. Darin wird zur Entschuldigung für den an der deutschen Abwehr zerschellten sowjetischen Massenansturm , erklärt, in der ostpreußischen Verteidigungszone seien besonders starke Bollwerke von den Deutschen angelegt worden, die praktisch jede Ortschaft und jede Straße beherrsch­ten. Es "sei keine Seltenheit, daß sich um ein einziges Dorf und um Straßenkreuzun­gen bis zu 40 Betonbunker gruppieren. Zwischen diesen lägen weite Minenfelder, wobei vielfach Minentypen -verwendet würden, auf die die Suchgeräte nicht rea­gieren. Eine ausgezeichnete Tarnung mache das gesamte System der Verteidi­gung unsichtbar. Wenn man über die Tiefe dieser Abwehrstellungen auch keine zu­verlässigen Berichte habe, so würde es nicht überraschen, wenn sich die deutschen Mel­dungen bestätigten, wonach sich die Kette Betonstellungen bis zu einer Tiefe von Kilometer erstrecke. Die deutsche

von

160 JVllUUlCtCl --

Führung habe ihre besten und kampfer­fahrensten Divisionen nach Ostpreußen

entsandt.

Aus Moskau verbreitet Nachrichtenagentur Exchange einen rieht von der Ostfront, in de lingen der Offensive der Sowjets gegen Ostpreußen offen zugegeben wird. An der deutschen Verteidigungszone Ostpreußens die Sowjet-Offensive durch

die englische Be-

dem das Mifi-

wie

des

sei vorerst — „ kraftvolle deutsche Gegenangriffe zum Stillstand gebracht worden. Es sei, rückhaltlos im Feldhauptquartier Oberbefehlshabers der gegen Ostpreußen angesetzten Sowjetarmeen, Tschernja- I kowski, bestätigt werde, den deutschen t*Truppen gelungen, durch eine außeror-^yerteidigen.

dentliche Massierung an Tanks und moto­risierten Geschützen und vor allem auch durch zahllose geschickt getarnte Verteidi­gungsanlagen einen Durchbruch zu verhin­dern und damit auch einer Aufrollung der Abwehrzone rechtzeitig entgegenzutreten.

Neue Situation in Ostpreußen

Drahtbericht unseres Vertreters i

sch. Lissabon, 31. Okt. Englische Be­richterstatter in Moskau sprechen sehr vorsichtig von „schweren Abwehrkämpfen der sowjetischen Truppen“ und geben höchste Verluste zu. An einzelnen Stellen mußten sich, so heißt es in einem Reuter­bericht, die sowjetischen Truppen auf bessere Verteidigungslinien zurückzieheu. Im Vordergrund der Berichterstattung aus Moskau steht auch heute die Stäfke der deutschen Verteidigungslinien an der ost­preußischen Grenze. Immer wieder wird betont, die sowjetische Armee sei auf eine neue, überaus starke deutsche Linie" gestoßen, die nicht nur aus Feldbefesti­gungen, sondern „aus Stahl und Beton“ bestehen; die Sowjets würden durch das Vorhandensein dieser Linien offensicht­lich vollkommen überrascht.

Der Bericht des Hauptquartiers Eisen- howers beschäftigt sich am Dienstag vor allem mit der großen Schlacht in West- Holland, südlich der Maas sowie den ein­zelnen Inselgruppen der Schelde-Mün­dung. Die Hoffnungen, einen großen Teil der deutschen Truppen südlich der Maas einzukesseln, sind fehlgeschlagen. Alle Fortschritte det britischen und kanadi­schen Truppen müßten in Frontalan­griffen unter schwersten Verlusten er- Weiter östlich mußte sich die 2. britische. Armee deutsche Gegenangriffe

Kriegsgebiet Ostsee

Von

Konteradmiral Gadow

Zum drittenmal in kurzen Jahren trinkt dieser Boden deutsches und eingeborenes und russisches Blut. Deutsche Kriegs­schiffe kreuzen jetzt an dieser Küste und retten und halten im schweren Kampf der Landtruppe, wo es möglich ist. Der Ein- satzbefehl erreicht den Verband, der schon beim Abtransport aus der Bottni­schen Bucht auf Posten stand und bei Tukkum in der Rigaischen Bucht den Flaschenhals zerschlagen half, der die Be­wegung von Einheiten der Heeresgruppe sperrte. Jetzt geht es um neue Hilfe: Der Feind steht vor Memel, dumpfes Artillerie­feuer tönt vom Land herüber, abgerissene Nachrichten vom Stand der Dinge unter­richten nur ungewiß. Aber dann kommt die Bezeichnung der gewünschten Ziele durch, hier ein Waldstück mit sowjetischen Panzern und anderem, dort eine Weg­kreuzung, ein Ortsausgang, eine Straße oder Batteriestellung. Die Aufgabe ist nicht einfach, man weiß, daß die eigene Truppe nicht gefährdet werden darf. Die Engländer und Amerikaner in der Nor­mandie können davon erzählen, und die haften die reichsten Mittel der Luft- oder vorgeschobenen Erdbeobachtung für sich. Dann aber krachen die Salven, und die schweren Kaliber des Verbandes hageln in die bezeichneten Ziele und hel­fen der Truppe. Führung und Stab, Offi­ziere und Besatzung, krieggehärtet und gelassen, sind mit Freude dabei, nichts Schöneres, als wenn „etwas geschieht“ in dem stunden- und tagelangen Warten in kurzer Bereitschaft oder ununterbrochen auf den Gefechtsstationen. Nachts geht die Beschießung weiter. Wieder brüllen die Rohre, glüht das rot-gelbe Mündungs­feuer und ziehen die schweren Vögel rau­schend ihren Weg ins Hinterland auf Bereitstellungen und Kolonnen und feind­besetzte Ortschaften. Feuerschein in der Landfront antwortet. In die Schlacht grei­fen wir kräftig ein mit Störungs- oder Vernichtungsfeuer, wie es gewünscht wird. Feindflieger tauchen auf und werden ab­geschlagen mit Flak „aus allen Knopf­löchern“. Geleitschiffe passieren die Kampfzone. Über manchen Fischkutter orgeln die Granaten hinweg. Vielleicht hat er auch Flüchtlinge an Bord, die ins ret­tende Reich streben. Auch für ihre Sache wird hier gekämpft.

„Diese Übung ist beendet“, hieß es frü­her in ruhigen Manöverzeiten,, in Flag­gen: „Ulrich, Gustav, Hans“. Unsere Auf­gabe ist gelöst, die Heeresteile vor und um Memel wurden unterstützt und ent­lastet durch die Kriegsmarine, wie es sich gehört, und sprachen ihren Dank aus. Die braveit Schiffe, die daran teilnahmen, alte Kriegsteilnehmer bereits, die schon vieles erlebt haben, und die begleitenden und mitwirkenden Zerstörer und Torpedoboote

Bewährung des Volkssfurms im Kampf

Erfolgreicher Einsatz im ostpreußischen Grenzgebiet

rd.

kämpft werden, auch gestern gegen heftige

Eigener Drahtbericht

Berlin, 31. Okt: Täglich marschieren neue Bataillone des deutschen Volks­sturms auf die Schlachtfelder an der Grenze, heißt es in einem Bericht, der heute aus Königsberg übermittelt wird. Ein Teil der Bataillone hat bereits . seine Feuertaufe hinter sich, nachdem die ersten Volkssturinsoldaten bei den schweren Ab­wehrkämpfen zwischen Ebenrode und Gumbinnen eingesetzt wurden. Vielfach sind es alte Weltkriegsteil­nehmer, die ihre Kampferfahrung aus den großen Schlachten des Westens einzu­setzen hatten und sich in der kurzen, aber um so intensiveren Ausbildung als Volks­sturmmänner schnell mit den neuen Waffen vertraut machten, die demheutigen Kampf das Gepräge geben. Sie haben sich so geschlagen, daß nicht nur ihre Wehr­machtkameraden ihnen hohe Anerkennung zollten. Sie waren hauptsächlich zur Flankensicherung eingesetzt und haben durch ihr beharrliches Aushalten der kämpfenden Truppe einen sicheren Rück­halt gegeben.

Als besonders günstig für die Ausbil­dung der Volkssturmmänner hat sich der Umstand erwiesen, daß in dieser Land­schaft, altem Grenzergesetz folgend, jeder Junge, man könnte sagen, mit dem Ge­wehr im Arm geboren wird. Diesem ange­borenen Wehrwillen kamen die einzelnen Gliederungen der Partei von vornherein durch systematische Übungen und Kurse entgegen, lo daß man hier im weitesten Maße mit einer Waffentüchtigkeit rechnen kann, die sich abrh auf die ungedienten Jahrgänge erstreckt.

„Initiative bei den Deutschen"

Madrid, 31. Okt. Die militärische Lage hat sich sowohl an der West- wie an der Ostfront spürbar zugunsten der Deutschen gewandelt, stellt der Militärkritiker der spanischen Zeitung „Informaciones“ fest. Es werde heute! so heißt es in dem Kom­mentar, in der Nähe der deutschen Festung gekämpft, nämlich dort, wo Generaifeldmarschall Model es wolle. Seit dem Sieg von Arnheim sei die Initiative auf die deutsche Führung übergegangen und habe sich das Gesamtbild der Ope­rationen stark und spürbar verändert). 1

Eine ähnliche Situation sei auch im Osten festzustellen, wo der dramatisch ange­kündigte Sowjetvormarsch auf Königs­berg nicht nur mißglückt sei, sondern wo sich der Marsch in Ostpreußen sogar in einen Rückzug wandle, obwohl die Sowjet­generale alle Anstrengungen gemacht hätten, ihre kühnen Ziele zu erreichen. Im Osten wie im Westen sei die Wucht der deutschen Wehrmacht wiedter zn spüren, und es werde nicht viel Zeit nötig sein, bis sie noch deutlicher und greif­barer in Erscheinung trete.

Mißglücktes Experiment

Drahtbericht unseres Vertreters ‘

kl. Stockholm, 31. Okt. Der Sonderkor­respondent der „New York Times“ berich­tet über die Zustände in Aachen, daß die Stadt einen gespenstischen Eindruck mache. Nur der Schritt des Militärs halle durch die zerstörte menschenleere Stadt. Man könne stundenlang umherwandern und bekomme keinen Zivilisten zu sehen. Der Korrespondent läßt durchblicken, daß Aachen ein mißglücktes Experiment sei. Die Amerikaner hätten in der ersten er­oberten deutschen Großstadt das Regiment ausprobieren wollen, das sie für ganz Deutschland planen. Sie hätten sich ein Programm zurechtgelegt, das an Strenge nichts zu wünschen übrig gelassen habe. Das Programm sei undurchführbar, ein­fach deshalb, weil niemand da sei, auf den es angewandt werden könne.

Den Sowjets ausgeliefert

Stockholm, 31. Okt. Nach Meldungen der schwedischen Presse wurde auf Befehl der Sowjets auch der finnische General Pa- jari verhaftet und den Sowjets ausgelie­fert. General Pajari befehligte bis vor kurzem die 3. finnische Division, die in Ausführung der Waffenstillstandsbedin­gungen gegen die deutschen Truppen in Nordfinnland kämpfte. Es hat General Pajari nichts genützt, daß er sich als In­strument des Verrats an dem deutschen Waffenbruder im Dienste der Sowjets mißbrauchen ließ. Zum Lohn dafür wird er von der Regierung Mannerheim nun den Bolschewiken ausgeliefert, damit diese in einem Schauprozeß auf diese 1 Weise die Ehre der finnischen Armee und des finni­schen Offizierskorps beschmutzen können,