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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hcrn^t^ t Bremen
jjummer 291 14. Jahrgang
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsslatthaliers in Oldenburg und Bremen
Dienstag, 31. Oktober 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Sowjet-Imperialismus überall
Diktat für Bulgarien • Was England als erträglich beurteilt - Der Iran als Druckmittel
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i Dienst der Deutsches schon im Kriegseinssti m zu uns 1 Meldung für i über das «ustindij*
■ für den Sieg!
[rahtberichA unserer Berliner Schriftleitung
n r W. Sch. Berlin, 30. Okt. Die Bul-
ienststaii ,.-»‘«ii „rpii haben mit dem Bolschewismus die
Kreistags eichen, wenn nicht noch viel schlimmere
u " l ” Wjhrungen machen müssen, wie Rumänien und Finnland. Alle kriecherische Lchelleckerei und Unterwürfigkeit uffen gar nichts, die Sowjets verfolgen Lalt ihr Vernichtnngs- und Bolsche- flsierungsprogramm. In geradezu wider- j,er Weise hat sich der bulgarische Innenminister Stainoff in Moskau wie ein Unsinniger Flagellant aufgeführt und Milsthm triefenden Selbstanklagen zu über- Ischlandsendet: n.jj. |j e ten gesucht. Schon gut, hat man dann n Brahms, Otto j» j, Moskau allgewunken und die Waffen- iflistandsbedingungen zur Unterschrift torgelegt. die die bösesten Erwartungen te bulgarischen Volkes übertreffen. Das ilat lehnt sich gewiß an das rumänische i.finnische Schema an. Die Versc.här- i« gegenüber den Bulgaren aber ist vor illem in der Tatsache zu erblicken, daß wohl im Hinblick auf die endgültige Grenzziehung wie auf die zu übernehmen- :;n materiellen Lasten und vor allem auf »tatsächliche Machtausübung im Staate ifinerlei Grenzen gezogen sind.
Man weiß zumindest seit der Veröffentlichung der Forderungen, die Molo- #»• vor Jahren in Berlin vorgetragen fiat, den Plänen Moskaus Bulgarien etße ganz besondere Rolle, wenn nicht als Misgliedsstaat der Sowjetunion, so doch zumindest als Sowjetprotektorat, spielen Darum kann man es als eine Ange- kenheit mit zwei Seiten betrachten, wnn das Waffenstillstandsdiktat viele Probleme heute noch offen läßt. So gilt ife Entwaffungsbestimmung für die Trup- jsn nur soweit, wie sie nicht unter dem jetkommando Tolbukhins stehen. Die Räumung von Nordgriechenland und üwdonien ist vollzogen, aber niemand öijLgenau. welche Schritte. Tplbukhin auf-Befehl Moskaus unternehmen wird.
das bulgarische Volk sind die Politiken Fragen, die an diesen offenen Stellen des Waffenstillstandsdiktats auf- eworfen werden, ohne jede Bedeutung, te lnlk erkennt nur, daß von Frieden 'keine Rede ist, daß der Ausblutungspro- ’tfi zugunsten des Bolschewismus jetzt tst beginnt und daß die Mehrzahl der Punkte des Diktates auf die vollkommene materielle Ausplünderung des -ades und auf die vollkommene Bol sc ha werung des staatlichen und wirtschaften Lebens zielt. Den Reparationslei- angen und dem Tribut in der Form der sportation von Menschen nach Sibirien d keinerlei Grenzen gesetzt, ian muß wirklich schon ein Englän- t sein, um angesichts solcher Waffen- Atandsbedingungen es so darzustellen, “ 5 <tb es sich für Bulgarien noch um eine Watts erträgliche Angelegenheit han- Bulgarien könne, so meint Reuter, jne Schwierigkeiten auf Reparations- fw« Weizen, Gemüse, Öle, Molkereipro- kbe, Schafe*und Rinder liefern, denn es s ein reiches Ackerbauland. Früher hieß "inenglischen Darstellungen immer, daß ^Bulgaren ein armseliges und verlotter- Wlirtenvclk seien, dem nur die „Un- ™ einigermaßen auf die Beine helfen We. In Wirklichkeit produziert Bul- ttien nur an Wein und Tabak mehr, als ®nir den eigenen dringendsten Bedarf fWt. Wenn England die vollkommene i Plünderung eines Landes und die rest-
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einf. Zim. m. Hif. an alleinstell. Daß! Neuhans, Oldenhnu ithenstr. 31.
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sen britischen Äußerungen gegenüber dem polnischen Streitfall zur Kenntnis genommen hat.
Offenbar im Auftrag der Downingstreet haben jetzt die „Times“ nach der Churchillrede den polnischen Emigranten „klar und deutlich mitgeteilt, sie könnten keineswegs. erwarten, daß England und die Sowjetunion wegen des nodi ungelösten ■polnischen Problems auseinanderfielen“. „An dpr Regierung Mikolajezyk“, so heißt es weiter, „liegt es nun, im Interesse der Einmütigkeit der Großmächte Konzessionen zu machen, da über allem anderen, über jeglicher Allianz und Sondergarantie die Erkenntnis von der Einmütigkeit der Großmächte stehen muß. Wenn gleichzeitig der Sender Moskau gegen das „polnische Emigrantenwespennest“ tobt, in dem die polnischen Reaktionäre mit Schaum vor dem Munde die gewaltsam eroberten Gebiete jenseits der Curzon-Linie verteidigten und mit rasendem Haß den' Lubliner Sowjet verfolgten“, so kann man, wenn Mikolajezyk auf britischen Drude hin nun diesem Lubliner Sowjet „Konzessionen im Interesse der Einmütigkeit“
machen soll, ganz genau Voraussagen, wie der Hase laufen wird.
Daß der Sowjet-Imperialismus seinen Weg nach jeder Richtung hin unbeirrt und mit sturer Rücksichtslosigkeit zu gehen weiß, das bezeugen mit besonderer Deutlichkeit die letzten Vorgänge in Iran. Die gegenwärtige iranische Regierung Saed hat sich geweigert, mit der Sowjetunion in Verhandlungen über die Ausbeutung der Erdölquellen in Nordiran zu treten. Wer hinter dieser Weigerung der Regierung Saed steht, kann man nur vermuten. Jedenfalls hat daraufhin sofort der sowjetische Vizeaußenkommissar Kaftanadze in Teheran die Vertreter der iranischen Presse zu sich kommen lassen und den Leuten mit erhobenem Finger gedroht. Wie sei das überhaupt vorstellbar, daß eine Regierung nicht so wolle wie die Sowjets, wenn diese an zusätzlichen Erdölvorräten interessiert seien? Wenn auch natürlich von einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Sowjets und dem iranischen Volk keine Rede sei, so habe doch die Regierung Saed jetzt jede Zusammenarbeit mit ihr unmöglich gemacht. So berichtet
der Sender Moskau am Sonntagmittag, und am Sonntagabend konnte er schon mitteilen, daß in Teheran „eine Demonstration von 20 000 Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung“ stattgefunden nabe, um die Abdankung des Ministerpräsidenten Saed zu forderti.
So wird es von den Sowjets immer gemacht. In diesem besonderen Falle dürften auch die Engländer und die Amerikaner stark interessiert sein, einmal wegen der Landbrücke nach Indien und zum anderen natürlich wegen des Öls. Man hat den sowjetischen Vizekommissar Kaftanadze in Teheran gefragt, ob in der Angelegenheit der Erdölvorräte die alliierten Regierungen benachrichtigt worden seien, und er hat diese Frage kaltschnäuzig verneint. Mit dem Hinweis aus Iran hat sich Stalin noch eine zusätzliche Druckmöglichkeit auf Churchill verschafft, um diesen zu jedem Zugeständnis auf der europäischen Seite des Mittelmeerraumes zu zwingen. Das Waffenstillstandsdiktat für Bulgarien wird von den Sowjets sicher auch als ein Instrument zur Verwirklichung ihrer Pläne in diesem Sinne beurteilt.
„Optimismus — der größte Feind Englands'
Britische Stimmen zur allgemeinen Kriegslage — Deutschlands ungebrochene Kraft
Drahtbericht unseres Vertreters
tt. Genf, 30. Okt, Die Entwicklung an den europäischen Fronten wird von den Londoner Blättern mit zunehmendem Ernst verfolgt. Man ist sich klar darüber geworden, daß die Lesart, wonach die Deutschen auf dem Schlachtfelde bereits besiegt seien, nicht aufrechterhalten werden kann. Sämtliche Frontkorrespondenten heben im Gegenteil hervor, daß die Deutschen über eine Imponierende Menge von Artillerie und Munition, ja sogar über neue Schußwaffen mit großer Feuerwirkung verfügten. Die deutschen. Soldaten seien gut ausgerüstet und mit allen Notwendigkeiten des Frontlebens versehen. Die Tatsadie, daß die deutsche Führung in Holland seit Arnheim die Initiative an sich gerissen hat und sie bis heute nicht aus der Hand gibt, zwingt die alliierten Kriegskorrespondenten zu Betraditungen, in denen die Völker daheim aufgefordert werden, den Realitäten ins Auge zu sehen und nicht einem unbegründeten Optimismus zu huldigen.
„News Chronicle“ sagt, daß ein unbegründeter Optimismus gegenwärtig als der größte Feind Englands angesehen werden müsse, aber zu viele Leute hätten noch heute die Neigung, sich ihm hinzugeben. Arnheim und die Kämpfe an der Schelde- Mündung seien die äußeren Anzeichen einer Veränderung der Lage. ..Viele unter uns sind müde, und wir haben immer mehr den Eindruck, daß wir gern ein wenig ausruhen möchten“, meint das englische Blatt schließlich und dieser resignierte Ton wird kaum abgeschwäeht durch die Bemerkung, in keinem Augenblick des gegenwärtigen Krieges sei es wichtiger als jetzt eewesen, alle zur Verfügung stehenden Kräfte in den Kampf zu werfen.
„Ich bin zwar kein militärischer Fachmann. aber während der letzten 14. Tage habe ich an der Front in Holland, Belgien und Frankreich mit einer ganzen Reihe von Militärs gesprochen. Aus ihren übereinstimmenden Aussagen muß ich den Schluß ziehen, daß durch militär.i^'he Anstrengungen allein der Krieg vor Winters-
19 Punkte versklaven Bulgarien
Sowjets Herr des Landes — Bolschewisierung vertraglich verankert
Drahtbericht unseres Vertreters
Stockholm, 30. Okt. Jetzt sind über j 1 Moskauer Rundfunk die Waffenstill- !. Wsbedingungen der Sowjetunion für
jfarien veröffentlicht worden. Was die
.. . jungen enthalten, zeigt, daß Bul- nun endgültig der Willkür Moskaus geliefert ist. Es gibt nichts, aber auch E »iffits mehr, was den Bulgaren ge- r®-» wird. Die Überwadiungskommissi- ,|.j w . das sowjetische Oberkommando ■,4 öl ® alleinigen Herren im Lande, und radikal die Bolschewisierung Bul- i s ]l e ? s v °n nun ab durchgeführt werden !, ’ „® We >st Punkt 8 des 19 Punkte um- m .. n Waffenstillstandsdiktats, wo- ÜJ Herausgabe, die Einfuhr und die V jeglicher Literatur nur nach
m 't dem sowjetischen Ober- Pilm p gestattet werden kann und daß ndfnnlc ’ P°st und Telegraph die- jv 0Ini, iando unterstellt werden.
{tu . Sow ietische n Truppen erhalten in tjTr letl völlige Freizügigkeit zu Lande, kÄund in der Luft, das heißt mit Niti,j Morten, daß Bulgarien neben der ei rv ,n d kulturellen auch der mili- , n Pjktatur der Komintern unter- wkj’ rr '- Bulgarien verpflichte* sich, alle h - ji, en Gefangenen, das heißt die we- urer unterirdischen Wühlereien ver
hafteten kommunistischen Agenten, freizulassen und alle diskriminierenden Gesetze aufzuheben.
Am schwersten wird sich jedoch die Bestimmung für das bulgarische Volk auswirken, wonach die Bulgarien aufgezwungenen riesigen Kriegsschädenersatzleistungen in natura, und zwar besonders ^in Lebensmitteln, zu erlegen sind. Punkt 15 besagt, das die bulgarische Regierung die Auszahlung von Geldbeträgen sowie die Überlassung von Waren, Brennstoffen, Lebensmitteln usw., die von den Alliierten benötigt werden, zu regeln hat. Zu diesem Zwecke werden Bulgariens Industrieunternehmungen, Transportmittel, Lagerspeicher, Brennstoffvorräte usw. sichergestellt. Die bulgarische Handelsflotte wird für die Zeit des Krieges dem
Sowjetkommando unterstellt.
Es ist offenes Geheimnis, daß in weiten Gebieten Bulgariens heute schon der Hunger seinen Einzug genommen hat und derartige Kriegslieferungen im bulgarischen Volk ein Elend sondergleichen hervorrufen werden.> Aber ein solcher Zustand war seit je der beste Nährboden für den bolschewistischen Bazillus, und die Bolschewisierung Bulgariens auch vertraglich zu verankern, war das Hauptziel Moskaus, das mit diesem 19 Punkte umfassen-
anfang keinesfalls beendet werden kann“, erklärt der bekannte englische Journalist und Rundfunksprecher Vernon Bartlett, der soeben von einer längeren Frontreise nach London zurückgekehrt ist. Bartlett schildert sodann ausführlich die vielen Nachschubschwierigkeiten der englischamerikanischen Armeen. Schon in der Normandie sei ein Durchbruch nur unter größten Opfern und nach langwierigen Kämpfen möglich gewesen; obwohl damals die Nachschubwege der Alliierten sehr kurz waren und schönes, ruhiges Sommerwetter die Operationen begünstigte. Heute hätten die Alliierten ein völlig zerstörtes Straßen- und Eisenbahnsystem im Rücken, was die Versorgung der Truppe äußerst erschwere.
Zu einem ähnlichen Urteil kommt der englische Kriegsberichterstatter Wills, der sich zur Zeit an der Vogesenfront befindet. Wills sucht der englischen Öffentlichkeit klarzumachen, warum die USA-Truppen in den Vogesen nicht vorwärtskommen. Er erzählt: „Die Aufgabe, vor der die Amerikaner .und die mit ihnen zusammen operierenden gaullistischen Einheiten in den Vogesen stehen, ist einzigartig. In diesen großen Wäldern ist es in diesen Herbsttagen immer dunkel und naß. Oft ist es unmöglich, Gräben auszuwerfen oder Stellungen zu bauen, da das Gelände völlig versumpft ist. Unsere Truppen sind infolgedessen dem feindlichen Artilleriefeuer an vielen Orten schutzlos ausgesetzt. Die Deutschen beherrschen das Gelände, das sie genau kennen. Sie wissen genau, wohin sie zu schießen haben. Ich habe selbst das deutsche Artilleriefeuer beobachtet; es geht der Truppe stark auf die Nerven.“ Infolgedessen müsse die eng
lische Öffentlichkeit Verständnis dafür haben, wenn die Fortschritte in den letzten Kämpfen nur sehr langsam waren.
Sowjetoffensive gescheitert
ep. Stockholm, 30. Okt. Sowjetische Frontberichte geben zu, daß die bolschewistische Ostpreußen-Offensive zwischen der ersten und zweiten Verteidigungszone durch kraftvolle deutsche Gegenangriffe zum Stillstand gebracht worden ist. Exchange Telegraph aus Moskau drahtet, daß es den Deutschen gelungen sei, durch eine außerordentliche Massierung von Panzern und motorisierten Geschützen und vor allem durch zahllose geschickt getarnte Verteidigungsanlagen einen Durchbruch in die Tiefe zu verhindern. Als besondere Neuerung der Verteidigungsanlagen bezeichnet der Korrespondent die Betonbunker, in „denen sich die deutschen Soldaten unterstellen können, während die Sowjetpanzer über sie hinwegrollen.“
Weiter verzeichnet der englische Sonderkorrespondent die zunehmende Stärke des deutschen Artilleriebeschusses, die darauf schließen lasse, daß die deutschen Truppen schwere Geschütze herangeführt hätten und über ungeheure Munitionsvorräte verfügen müßten. An allen Abschnitten ,der ostpreußischen Front sähen sich die Sowjetarmeen einer ständig zunehmenden deutschen Abwehr gegenüber, die aus der Tiefe ihrer sich über ganz Ostpreußen erstreckenden Verteidigungsstellungen überall zum Angriff übergehe. Die deutschen Soldaten seien mit die am besten bewaffneten Truppen, denen die Sowjets bis jetzt gegenübergestanden hätten.
Hintergründe für Stiüwells Abberufung
Unstimmigkeiten über den chinesischen Kriegsschauplatz
Drahtbericht unseres Vertreters kl. Stockholm, 30. Okt. Die unter sensa- tionellen Umständen erfolgte Verabschiedung des USA-Generals Stillwell von seinem dreifachen Fernostkommando bildet in militärischen Kreisen Washingtons das Gesprächsthema des Tages. Man wußte seit längerer Zeit, daß zwischen Stillwell und Tschiangkaischek ernste Differenzen bestanden, die zuletzt noch an Schärfe Zunahmen. Stillwell wurde durch Tschiangkaischek vorgeworfen, daß er Roosevelt absichtlich über die tatsächliche Lage . in China im unklaren gelassen habe. Als Roosevelt in einer seiner letzten Reden, offensichtlich irregeführt von Stillwell, davon sprach, daß die USA nach Tschungking mehr Material geliefert hätten als früher über die Birmastraße, erfolgte von Tschungking ein ungeheuer scharfes Dementi, und obwohl damals der Name Still- wells nicht genannt wurde, war es den Eingeweihten klar, daß Tschungking ihn vor allem für die Passivität der USA in China verantwortlich macht.
Um so interessanter ist es,- daß in Washington versichert wird, Stillwell werde einst, .wenn eine amerikanische Landung an der chinesischen Küste zustandege- dcommen sei, ein neues Kommando erhalten. Die Abberufung Stillwells ist also mit Rücksicht auf den Zeitpunkt interessant, zu dem sie erfolgt, nämlich kurz nach dem Fehlschlag von Formosa. Das Formosa- Unternehmen sollte bekanntlich den Auftakt für die geplante Landung in Südchina bilden. Es hat in letzter Zeit an warnenden Stimmen nicht gefehlt, die darauf hinwiesen. daß sich in China eine unerwartete Situation ergeben könne,
nur mit Versprechungen hingehalten werde.
Nach einer Meldung von „Stockholms Tidningen“ aus New York scheint die Abberufung Stillwells keineswegs nur, wenn überhaupt, deshalb erfolgt zu sein, damit er eine Invasion Chinas von See her vorbereiten könne. In Kreisen, die dem USA- Kriegsministerium nahestehen, erkläre man, die Abberufung sei auf Wunsch Tschiangkaischeks erfolgt. Die Spannungen zwischen ihm und Stillwell sei seit langem sehr erheblich gewesen.-Stillwell habe verlangt, daß alle chinesischen Streitkräfte ihm unterstellt werden sollten. Die Rückschläge in China führte er vor allem auf die mangelhafte Organisation der chinesischen Armee und auf die Gegensätze Tschiangkaischeks und der chinesischen Kommunisten zurück, während Tschiangkaischek und seine Umgebung das Ausbleiben der amerikanischen Lieferungen verantwortlich machten. Der Gegensatz zwischen den beiden Männern sei so scharf geworden, daß Stillwell oft wochenlang warten mußte, ehe Tschiangkaischek ihn empfing.
Schwerter verliehen
Führerhauptquartier, 30. Okt. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalmajor Karl M a u s s , Kommandeur der thüringischen 7. Panzerdivision, als 101., an Major Werner Ziegler, Führer eines fränkisch-sudetendeutschen Grenadier-Regiment, als 102. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
, rlas mit diesem im r uu&ic uinmaocn- __ _ _, - 4500 englische Hafenarbeiter streiken ln Avon
den Vertrag auch radikal erreicht wurde.|ffschungking so wie bisher auch weiterhin^ moutH, Bristol und Porthead laut „Daily MaU 1 ^ Die südlichen und südöstlichen Fronten
Zu Boden gezwungen
Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter
Am 21. Oktober war die Krise der Schlacht in Ostpreußen. Der Feind war an diesem Tage an der Rominter Heide vorbei und nach Westen weitergestoßen. Er hatte in dem Heideland mindestens einen Durchstoß erzielt, der ihn an einem Punkte bis zur Angerapp führte, also in den Südosten Insterburgs, das das erste Ziel des sowjetischen Frontalangriffes war: denn es stand die durchgehende Verbindung Kauen — Wirballen — Insterburg geradezu im Mittelpunkt aller sowjetischen Druckentfaltungen seit dem 16. Oktober. Nicht großangelegte operative Antworten waren es, die dem Feinde Halt geboten; aus örtlichen Maßnahmen entstanden erste Sperriegel hinter den vorgeprellten Angriffsspitzen. Panzerstöße gegen die Tiefe der feindlichen Flanken und die Nachschubwege folgten. Erscheinungen, die den Feind zu wütenden Reaktionen veranlaßten, zum Halten seiner Stoßverbände und zu ihrem Einsatz mit verkehrter Front zwangen, weil sie sich plötzlich ihrer Wege nach Rückwärts beraubt sahen. So kam der Vorstoß zur Angerapp nicht nur zum Stoppen, sondern erfuhr eine rückläufige Entwicklung.
Es half den Sowjets auch nicht, daß sie frische Truppen in die Frontalschlacht warfen, um durch Verschiebung ihres Angriffsschwerpunktes in- den Raum Ebenrode—Schlofiberg, also nördlich der Straße Gumbinnen—Insterburg, eine schwache Stelle der Verteidigung zum neuen Durchstoß zu öffnen. Weiterer Druck bildete sich nach Schließung der Frontlücke zwischen Gumbinnen und Goldap wieder gegen die beide Orte verbindende Straße. Er wurde aufgefangen durch Panzertruppen der bereitgestellten Reserven, die groß genug sind, um auf jeden Kräftezuwachs des Gegners zu reagieren. Der Feind hatte nach Erkennen des Festlaufens der Schlacht sofort eine Verbreiterung der Angriffsfront nach Süden bis Augustow veranlaßt. Wenn es auch zu Kämpfen in Augustow selbst kam, so gelang es dem Gegner doch nicht, durch diese Verbreiterung seine Angriffsschlacht vor dem immer klarer werdenden Ende zu retten. Am letzten Sonnabend ist es nach fast vierzehntägiger Dauer der Schlacht zum ersten Male zu keinen neuen sowjetischen Angriffsversuchen gekommen. Die feindliche Führung hat ihre Divisionen zurückgehalten. Ein Wunder ist das nicht. Sie sind stark mitgenommen. Sie sahen sich den vortrefflichen Tiefenzonen der Schutzstellung gegenüber, dem schnellen Zupacken feuerkräftiger Panzerverbände ausgesetzt. Das alles lähmte die Angriffskraft.
Darum wird die Schlacht um Ostpreußen nicht beendet sein. Sie wird auch zwischen Gumbinnen und Augustow wieder einmal aufflackern. Zunächst aber ist sie zu Boden gezwungen. Sie selbst war nur ein sehr dürftiges operatives Behelfsmittel, dessen Schwäche durch stärkste Massierungen überdeckt wurde. Für den Feind kam es darauf an, aus der Narewfront zum .Stoß nach Nordwesten zu kommen. Aber hier blieben die Angriffe aus den engräumigen Brückenköpfen schon am zweiten oder dritten Tag hängen. Es mag sich um schwieriges Gelände handeln. Die Wälder wurden dabei zur willkommenen Angriffsbremse für die Abwehr. Sollte die feindliche Führung den schiefen Aufbau ihres Ostpreußenangriffes selbst spüren, so gestatten die letzten ^Tage mindestens das Urteil: die Überbetonung des niemals
„billigen“ Frontalangriffes und die nicht unfreiwillige Vernachlässigung der auf Umfassung abzielenden.Operation machen die Grenzen deutlich, die auch dieser Führung und den großen Linien ihrer Bewegungen gesetzt sind. Sie enthüllen mit der Schwäche ihrer Anlage zugleich die Belastungen, denen auch die sowjetische Kriegführung im vierten Jahre des Feldzuges nicht entschlüpfen konnte.
Was das OKW. am 28. Oktober als Veränderung vom Nordabschnitt der Front meldete, kann nur im Rahmen der festgelaufenen Ostpreußenschlacht ihre Begründung finden. Es ist eine richtige Diversion, eine operative Ablenkung, die xte, welche wir im Kriege mit diesem Gegner beobachten können, und zwar immer dann, wenn er das Gefühl haben muß, in einem Abschnitt mit seiner Angriffskunst am Ende angelangt zu sein. Natürlich ist der neue Angriff auch vertretbar im Blick auf die Lage in Kurland allein. Aber daß er gerade dann ausgelöst wurde, als sich der Schwung der Ostpreußenoffensive noch vor Erreichen der ersten Ziele nicht mehr aufrechterhalten ließ und am Widerstand unserer Abwehrlinien zerbrach, ist mehr als eine Zufälligkeit. Es ist sowjetische Manier immer gewesen, voh einem ins Stocken geratenen Angriff durch einen neu ausgelösten so rechtzeitig abzulenken, daß das Ende der ersten Offensive vom Beginn der Diversion überschattet wird. Auch der neue Angriff südöstlich Libau und im Raume von Autz, also von zwei Kräftezentren her, paßt in dieses bekannte Bild. Er wird wieder mit starken Massierungen genährt, zielt auf den Durchbruch zur Ostsee und Aufsplitterung unserer Heeresgruppe Nord und hat zu schweren Oeferh+en geführt, die der Feind rucht zu seinen Gunsten wend.en konnte. Wie ähnliche Offensivbilder wird auch diese neue Dopnelschlacht ihre Zeit brauchen, bis sie wieder zur Ruhe kommt.