Ausgabe 
(31.10.1944) 291
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hcrn^t^ t Bremen

jjummer 291 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsslatthaliers in Oldenburg und Bremen

Dienstag, 31. Oktober 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Sowjet-Imperialismus überall

Diktat für Bulgarien Was England als erträglich beurteilt - Der Iran als Druckmittel

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i Dienst der Deutsches schon im Kriegseinssti m zu uns 1 Meldung für i über das «ustindij*

für den Sieg!

[rahtberichA unserer Berliner Schriftleitung

n r W. Sch. Berlin, 30. Okt. Die Bul-

ienststaii ,.-»«iirpii haben mit dem Bolschewismus die

Kreistags eichen, wenn nicht noch viel schlimmere

u " l Wjhrungen machen müssen, wie Rumä­nien und Finnland. Alle kriecherische Lchelleckerei und Unterwürfigkeit uffen gar nichts, die Sowjets verfolgen Lalt ihr Vernichtnngs- und Bolsche- flsierungsprogramm. In geradezu wider- j,er Weise hat sich der bulgarische Innenminister Stainoff in Moskau wie ein Unsinniger Flagellant aufgeführt und Milsthm triefenden Selbstanklagen zu über- Ischlandsendet: n.jj. |j e ten gesucht. Schon gut, hat man dann n Brahms, Otto j» j, Moskau allgewunken und die Waffen- iflistandsbedingungen zur Unterschrift torgelegt. die die bösesten Erwartungen te bulgarischen Volkes übertreffen. Das ilat lehnt sich gewiß an das rumänische i.finnische Schema an. Die Versc.här- i« gegenüber den Bulgaren aber ist vor illem in der Tatsache zu erblicken, daß wohl im Hinblick auf die endgültige Grenzziehung wie auf die zu übernehmen- :;n materiellen Lasten und vor allem auf »tatsächliche Machtausübung im Staate ifinerlei Grenzen gezogen sind.

Man weiß zumindest seit der Ver­öffentlichung der Forderungen, die Molo- #» vor Jahren in Berlin vorgetragen fiat, den Plänen Moskaus Bulgarien etße ganz besondere Rolle, wenn nicht als Misgliedsstaat der Sowjetunion, so doch zumindest als Sowjetprotektorat, spielen Darum kann man es als eine Ange- kenheit mit zwei Seiten betrachten, wnn das Waffenstillstandsdiktat viele Probleme heute noch offen läßt. So gilt ife Entwaffungsbestimmung für die Trup- jsn nur soweit, wie sie nicht unter dem jetkommando Tolbukhins stehen. Die Räumung von Nordgriechenland und üwdonien ist vollzogen, aber niemand öijLgenau. welche Schritte. Tplbukhin auf-Befehl Moskaus unternehmen wird.

das bulgarische Volk sind die Politi­ken Fragen, die an diesen offenen Stellen des Waffenstillstandsdiktats auf- eworfen werden, ohne jede Bedeutung, te lnlk erkennt nur, daß von Frieden 'keine Rede ist, daß der Ausblutungspro- tfi zugunsten des Bolschewismus jetzt tst beginnt und daß die Mehrzahl der Punkte des Diktates auf die voll­kommene materielle Ausplünderung des -ades und auf die vollkommene Bol sc ha werung des staatlichen und wirtschaft­en Lebens zielt. Den Reparationslei- angen und dem Tribut in der Form der sportation von Menschen nach Sibirien d keinerlei Grenzen gesetzt, ian muß wirklich schon ein Englän- t sein, um angesichts solcher Waffen- Atandsbedingungen es so darzustellen, 5 <tb es sich für Bulgarien noch um eine Watts erträgliche Angelegenheit han- Bulgarien könne, so meint Reuter, jne Schwierigkeiten auf Reparations- fw« Weizen, Gemüse, Öle, Molkereipro- kbe, Schafe*und Rinder liefern, denn es s ein reiches Ackerbauland. Früher hieß "inenglischen Darstellungen immer, daß ^Bulgaren ein armseliges und verlotter- Wlirtenvclk seien, dem nur dieUn- einigermaßen auf die Beine helfen We. In Wirklichkeit produziert Bul- ttien nur an Wein und Tabak mehr, als ®nir den eigenen dringendsten Bedarf fWt. Wenn England die vollkommene i Plünderung eines Landes und die rest-

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einf. Zim. m. Hif. an alleinstell. Daß! Neuhans, Oldenhnu ithenstr. 31.

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sen britischen Äußerungen gegenüber dem polnischen Streitfall zur Kenntnis genom­men hat.

Offenbar im Auftrag der Downingstreet haben jetzt dieTimes nach der Chur­chillrede den polnischen Emigrantenklar und deutlich mitgeteilt, sie könnten kei­neswegs. erwarten, daß England und die Sowjetunion wegen des nodi ungelösten polnischen Problems auseinanderfielen. An dpr Regierung Mikolajezyk, so heißt es weiter,liegt es nun, im Interesse der Einmütigkeit der Großmächte Konzessio­nen zu machen, da über allem anderen, über jeglicher Allianz und Sondergarantie die Erkenntnis von der Einmütigkeit der Großmächte stehen muß. Wenn gleichzei­tig der Sender Moskau gegen daspol­nische Emigrantenwespennest tobt, in dem die polnischen Reaktionäre mit Schaum vor dem Munde die gewaltsam er­oberten Gebiete jenseits der Curzon-Linie verteidigten und mit rasendem Haß den' Lubliner Sowjet verfolgten, so kann man, wenn Mikolajezyk auf britischen Drude hin nun diesem Lubliner SowjetKonzes­sionen im Interesse der Einmütigkeit

machen soll, ganz genau Voraussagen, wie der Hase laufen wird.

Daß der Sowjet-Imperialismus seinen Weg nach jeder Richtung hin unbeirrt und mit sturer Rücksichtslosigkeit zu gehen weiß, das bezeugen mit besonderer Deutlichkeit die letzten Vorgänge in Iran. Die gegenwärtige iranische Re­gierung Saed hat sich geweigert, mit der Sowjetunion in Verhandlungen über die Ausbeutung der Erdölquellen in Nordiran zu treten. Wer hinter dieser Weigerung der Regierung Saed steht, kann man nur vermuten. Jedenfalls hat daraufhin sofort der sowjetische Vizeaußenkommissar Kaftanadze in Teheran die Vertreter der iranischen Presse zu sich kommen lassen und den Leuten mit erhobenem Finger gedroht. Wie sei das überhaupt vorstell­bar, daß eine Regierung nicht so wolle wie die Sowjets, wenn diese an zusätz­lichen Erdölvorräten interessiert seien? Wenn auch natürlich von einer Ver­schlechterung der Beziehungen zwischen den Sowjets und dem iranischen Volk keine Rede sei, so habe doch die Re­gierung Saed jetzt jede Zusammenarbeit mit ihr unmöglich gemacht. So berichtet

der Sender Moskau am Sonntagmittag, und am Sonntagabend konnte er schon mitteilen, daß in Teheraneine Demon­stration von 20 000 Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung stattgefunden nabe, um die Abdankung des Minister­präsidenten Saed zu forderti.

So wird es von den Sowjets immer ge­macht. In diesem besonderen Falle dürf­ten auch die Engländer und die Ameri­kaner stark interessiert sein, einmal wegen der Landbrücke nach Indien und zum anderen natürlich wegen des Öls. Man hat den sowjetischen Vizekommissar Kaftanadze in Teheran gefragt, ob in der Angelegenheit der Erdölvorräte die alliier­ten Regierungen benachrichtigt worden seien, und er hat diese Frage kaltschnäu­zig verneint. Mit dem Hinweis aus Iran hat sich Stalin noch eine zusätzliche Druckmöglichkeit auf Churchill ver­schafft, um diesen zu jedem Zugeständnis auf der europäischen Seite des Mittel­meerraumes zu zwingen. Das Waffenstill­standsdiktat für Bulgarien wird von den Sowjets sicher auch als ein Instrument zur Verwirklichung ihrer Pläne in diesem Sinne beurteilt.

Optimismus der größte Feind Englands'

Britische Stimmen zur allgemeinen Kriegslage Deutschlands ungebrochene Kraft

Drahtbericht unseres Vertreters

tt. Genf, 30. Okt, Die Entwicklung an den europäischen Fronten wird von den Londoner Blättern mit zunehmendem Ernst verfolgt. Man ist sich klar darüber geworden, daß die Lesart, wonach die Deutschen auf dem Schlachtfelde bereits besiegt seien, nicht aufrechterhalten wer­den kann. Sämtliche Frontkorrespondenten heben im Gegenteil hervor, daß die Deut­schen über eine Imponierende Menge von Artillerie und Munition, ja sogar über neue Schußwaffen mit großer Feuerwir­kung verfügten. Die deutschen. Soldaten seien gut ausgerüstet und mit allen Not­wendigkeiten des Frontlebens versehen. Die Tatsadie, daß die deutsche Führung in Holland seit Arnheim die Initiative an sich gerissen hat und sie bis heute nicht aus der Hand gibt, zwingt die alliierten Kriegskorrespondenten zu Betraditungen, in denen die Völker daheim aufgefordert werden, den Realitäten ins Auge zu sehen und nicht einem unbegründeten Optimis­mus zu huldigen.

News Chronicle sagt, daß ein unbe­gründeter Optimismus gegenwärtig als der größte Feind Englands angesehen werden müsse, aber zu viele Leute hätten noch heute die Neigung, sich ihm hinzugeben. Arnheim und die Kämpfe an der Schelde- Mündung seien die äußeren Anzeichen einer Veränderung der Lage. ..Viele unter uns sind müde, und wir haben immer mehr den Eindruck, daß wir gern ein wenig ausruhen möchten, meint das englische Blatt schließlich und dieser resig­nierte Ton wird kaum abgeschwäeht durch die Bemerkung, in keinem Augenblick des gegenwärtigen Krieges sei es wichtiger als jetzt eewesen, alle zur Verfügung stehen­den Kräfte in den Kampf zu werfen.

Ich bin zwar kein militärischer Fach­mann. aber während der letzten 14. Tage habe ich an der Front in Holland, Belgien und Frankreich mit einer ganzen Reihe von Militärs gesprochen. Aus ihren über­einstimmenden Aussagen muß ich den Schluß ziehen, daß durch militär.i^'he An­strengungen allein der Krieg vor Winters-

19 Punkte versklaven Bulgarien

Sowjets Herr des Landes Bolschewisierung vertraglich verankert

Drahtbericht unseres Vertreters

Stockholm, 30. Okt. Jetzt sind über j 1 Moskauer Rundfunk die Waffenstill- !. Wsbedingungen der Sowjetunion für

jfarien veröffentlicht worden. Was die

.. . jungen enthalten, zeigt, daß Bul- nun endgültig der Willkür Moskaus geliefert ist. Es gibt nichts, aber auch E »iffits mehr, was den Bulgaren ge- r®-» wird. Die Überwadiungskommissi- ,|.j w . das sowjetische Oberkommando ,4 öl ® alleinigen Herren im Lande, und radikal die Bolschewisierung Bul- i s ]l e ? s v °n nun ab durchgeführt werden !,® We >st Punkt 8 des 19 Punkte um- m .. n Waffenstillstandsdiktats, wo- ÜJ Herausgabe, die Einfuhr und die V jeglicher Literatur nur nach

m 't dem sowjetischen Ober- Pilm p gestattet werden kann und daß ndfnnlc P°st und Telegraph die- jv 0Ini, iando unterstellt werden.

{tu . Sow ietische n Truppen erhalten in tjTr letl völlige Freizügigkeit zu Lande, kÄund in der Luft, das heißt mit Niti,j Morten, daß Bulgarien neben der ei rv ,n d kulturellen auch der mili- , n Pjktatur der Komintern unter- wkj rr '- Bulgarien verpflichte* sich, alle h - ji, en Gefangenen, das heißt die we- urer unterirdischen Wühlereien ver­

hafteten kommunistischen Agenten, freizu­lassen und alle diskriminierenden Gesetze aufzuheben.

Am schwersten wird sich jedoch die Be­stimmung für das bulgarische Volk aus­wirken, wonach die Bulgarien aufgezwun­genen riesigen Kriegsschädenersatzleistun­gen in natura, und zwar besonders ^in Lebensmitteln, zu erlegen sind. Punkt 15 besagt, das die bulgarische Re­gierung die Auszahlung von Geldbeträgen sowie die Überlassung von Waren, Brenn­stoffen, Lebensmitteln usw., die von den Alliierten benötigt werden, zu regeln hat. Zu diesem Zwecke werden Bulgariens In­dustrieunternehmungen, Transportmittel, Lagerspeicher, Brennstoffvorräte usw. sichergestellt. Die bulgarische Handels­flotte wird für die Zeit des Krieges dem

Sowjetkommando unterstellt.

Es ist offenes Geheimnis, daß in weiten Gebieten Bulgariens heute schon der Hunger seinen Einzug genommen hat und derartige Kriegslieferungen im bul­garischen Volk ein Elend sondergleichen hervorrufen werden.> Aber ein solcher Zu­stand war seit je der beste Nährboden für den bolschewistischen Bazillus, und die Bolschewisierung Bulgariens auch vertrag­lich zu verankern, war das Hauptziel Mos­kaus, das mit diesem 19 Punkte umfassen-

anfang keinesfalls beendet werden kann, erklärt der bekannte englische Journalist und Rundfunksprecher Vernon Bartlett, der soeben von einer längeren Frontreise nach London zurückgekehrt ist. Bartlett schildert sodann ausführlich die vielen Nachschubschwierigkeiten der englisch­amerikanischen Armeen. Schon in der Nor­mandie sei ein Durchbruch nur unter größ­ten Opfern und nach langwierigen Kämp­fen möglich gewesen; obwohl damals die Nachschubwege der Alliierten sehr kurz waren und schönes, ruhiges Sommerwetter die Operationen begünstigte. Heute hätten die Alliierten ein völlig zerstörtes Straßen- und Eisenbahnsystem im Rücken, was die Versorgung der Truppe äußerst erschwere.

Zu einem ähnlichen Urteil kommt der englische Kriegsberichterstatter Wills, der sich zur Zeit an der Vogesenfront befindet. Wills sucht der englischen Öffentlichkeit klarzumachen, warum die USA-Truppen in den Vogesen nicht vorwärtskommen. Er erzählt:Die Aufgabe, vor der die Ame­rikaner .und die mit ihnen zusammen ope­rierenden gaullistischen Einheiten in den Vogesen stehen, ist einzigartig. In diesen großen Wäldern ist es in diesen Herbst­tagen immer dunkel und naß. Oft ist es unmöglich, Gräben auszuwerfen oder Stel­lungen zu bauen, da das Gelände völlig versumpft ist. Unsere Truppen sind in­folgedessen dem feindlichen Artillerie­feuer an vielen Orten schutzlos ausgesetzt. Die Deutschen beherrschen das Gelände, das sie genau kennen. Sie wissen genau, wohin sie zu schießen haben. Ich habe selbst das deutsche Artilleriefeuer beob­achtet; es geht der Truppe stark auf die Nerven. Infolgedessen müsse die eng­

lische Öffentlichkeit Verständnis dafür haben, wenn die Fortschritte in den letzten Kämpfen nur sehr langsam waren.

Sowjetoffensive gescheitert

ep. Stockholm, 30. Okt. Sowjetische Frontberichte geben zu, daß die bolsche­wistische Ostpreußen-Offensive zwischen der ersten und zweiten Verteidigungszone durch kraftvolle deutsche Gegenangriffe zum Stillstand gebracht worden ist. Ex­change Telegraph aus Moskau drahtet, daß es den Deutschen gelungen sei, durch eine außerordentliche Massierung von Panzern und motorisierten Geschützen und vor allem durch zahllose geschickt getarnte Verteidigungsanlagen einen Durchbruch in die Tiefe zu verhindern. Als besondere Neuerung der Verteidigungsanlagen be­zeichnet der Korrespondent die Betonbun­ker, indenen sich die deutschen Soldaten unterstellen können, während die Sowjet­panzer über sie hinwegrollen.

Weiter verzeichnet der englische Sonder­korrespondent die zunehmende Stärke des deutschen Artilleriebeschusses, die darauf schließen lasse, daß die deutschen Truppen schwere Geschütze herangeführt hätten und über ungeheure Munitionsvorräte ver­fügen müßten. An allen Abschnitten ,der ostpreußischen Front sähen sich die Sow­jetarmeen einer ständig zunehmenden deutschen Abwehr gegenüber, die aus der Tiefe ihrer sich über ganz Ostpreußen er­streckenden Verteidigungsstellungen über­all zum Angriff übergehe. Die deutschen Soldaten seien mit die am besten bewaff­neten Truppen, denen die Sowjets bis jetzt gegenübergestanden hätten.

Hintergründe für Stiüwells Abberufung

Unstimmigkeiten über den chinesischen Kriegsschauplatz

Drahtbericht unseres Vertreters kl. Stockholm, 30. Okt. Die unter sensa- tionellen Umständen erfolgte Verabschie­dung des USA-Generals Stillwell von sei­nem dreifachen Fernostkommando bildet in militärischen Kreisen Washingtons das Gesprächsthema des Tages. Man wußte seit längerer Zeit, daß zwischen Stillwell und Tschiangkaischek ernste Differenzen be­standen, die zuletzt noch an Schärfe Zu­nahmen. Stillwell wurde durch Tschiang­kaischek vorgeworfen, daß er Roosevelt absichtlich über die tatsächliche Lage . in China im unklaren gelassen habe. Als Roosevelt in einer seiner letzten Reden, offensichtlich irregeführt von Stillwell, da­von sprach, daß die USA nach Tschungking mehr Material geliefert hätten als früher über die Birmastraße, erfolgte von Tschungking ein ungeheuer scharfes De­menti, und obwohl damals der Name Still- wells nicht genannt wurde, war es den Eingeweihten klar, daß Tschungking ihn vor allem für die Passivität der USA in China verantwortlich macht.

Um so interessanter ist es,- daß in Wa­shington versichert wird, Stillwell werde einst, .wenn eine amerikanische Landung an der chinesischen Küste zustandege- dcommen sei, ein neues Kommando erhal­ten. Die Abberufung Stillwells ist also mit Rücksicht auf den Zeitpunkt interessant, zu dem sie erfolgt, nämlich kurz nach dem Fehlschlag von Formosa. Das Formosa- Unternehmen sollte bekanntlich den Auf­takt für die geplante Landung in Südchina bilden. Es hat in letzter Zeit an warnen­den Stimmen nicht gefehlt, die darauf hin­wiesen. daß sich in China eine unerwar­tete Situation ergeben könne,

nur mit Versprechungen hingehalten werde.

Nach einer Meldung vonStockholms Tidningen aus New York scheint die Ab­berufung Stillwells keineswegs nur, wenn überhaupt, deshalb erfolgt zu sein, damit er eine Invasion Chinas von See her vor­bereiten könne. In Kreisen, die dem USA- Kriegsministerium nahestehen, erkläre man, die Abberufung sei auf Wunsch Tschiangkaischeks erfolgt. Die Spannun­gen zwischen ihm und Stillwell sei seit lan­gem sehr erheblich gewesen.-Stillwell habe verlangt, daß alle chinesischen Streitkräfte ihm unterstellt werden sollten. Die Rück­schläge in China führte er vor allem auf die mangelhafte Organisation der chine­sischen Armee und auf die Gegensätze Tschiangkaischeks und der chinesischen Kommunisten zurück, während Tschiang­kaischek und seine Umgebung das Aus­bleiben der amerikanischen Lieferungen verantwortlich machten. Der Gegensatz zwischen den beiden Männern sei so scharf geworden, daß Stillwell oft wochenlang warten mußte, ehe Tschiangkaischek ihn empfing.

Schwerter verliehen

Führerhauptquartier, 30. Okt. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Ge­neralmajor Karl M a u s s , Kommandeur der thüringischen 7. Panzerdivision, als 101., an Major Werner Ziegler, Führer eines fränkisch-sudetendeutschen Grena­dier-Regiment, als 102. Soldaten der deut­schen Wehrmacht.

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den Vertrag auch radikal erreicht wurde.|ffschungking so wie bisher auch weiterhin^ moutH, Bristol und Porthead lautDaily MaU 1 ^ Die südlichen und südöstlichen Fronten

Zu Boden gezwungen

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter

Am 21. Oktober war die Krise der Schlacht in Ostpreußen. Der Feind war an diesem Tage an der Rominter Heide vorbei und nach Westen weitergestoßen. Er hatte in dem Heideland mindestens einen Durchstoß erzielt, der ihn an einem Punkte bis zur Angerapp führte, also in den Südosten Insterburgs, das das erste Ziel des sowjetischen Frontalangriffes war: denn es stand die durchgehende Ver­bindung Kauen Wirballen Insterburg geradezu im Mittelpunkt aller sowjeti­schen Druckentfaltungen seit dem 16. Ok­tober. Nicht großangelegte operative Ant­worten waren es, die dem Feinde Halt geboten; aus örtlichen Maßnahmen ent­standen erste Sperriegel hinter den vor­geprellten Angriffsspitzen. Panzerstöße gegen die Tiefe der feindlichen Flanken und die Nachschubwege folgten. Erschei­nungen, die den Feind zu wütenden Reak­tionen veranlaßten, zum Halten seiner Stoßverbände und zu ihrem Einsatz mit verkehrter Front zwangen, weil sie sich plötzlich ihrer Wege nach Rückwärts be­raubt sahen. So kam der Vorstoß zur An­gerapp nicht nur zum Stoppen, sondern erfuhr eine rückläufige Entwicklung.

Es half den Sowjets auch nicht, daß sie frische Truppen in die Frontalschlacht warfen, um durch Verschiebung ihres An­griffsschwerpunktes in- den Raum Eben­rodeSchlofiberg, also nördlich der Straße GumbinnenInsterburg, eine schwache Stelle der Verteidigung zum neuen Durch­stoß zu öffnen. Weiterer Druck bildete sich nach Schließung der Frontlücke zwi­schen Gumbinnen und Goldap wieder gegen die beide Orte verbindende Straße. Er wurde aufgefangen durch Panzer­truppen der bereitgestellten Reserven, die groß genug sind, um auf jeden Kräfte­zuwachs des Gegners zu reagieren. Der Feind hatte nach Erkennen des Festlaufens der Schlacht sofort eine Verbreiterung der Angriffsfront nach Süden bis Augustow veranlaßt. Wenn es auch zu Kämpfen in Augustow selbst kam, so gelang es dem Gegner doch nicht, durch diese Verbrei­terung seine Angriffsschlacht vor dem immer klarer werdenden Ende zu retten. Am letzten Sonnabend ist es nach fast vierzehntägiger Dauer der Schlacht zum ersten Male zu keinen neuen sowjetischen Angriffsversuchen gekommen. Die feind­liche Führung hat ihre Divisionen zurück­gehalten. Ein Wunder ist das nicht. Sie sind stark mitgenommen. Sie sahen sich den vortrefflichen Tiefenzonen der Schutz­stellung gegenüber, dem schnellen Zu­packen feuerkräftiger Panzerverbände ausgesetzt. Das alles lähmte die Angriffs­kraft.

Darum wird die Schlacht um Ostpreußen nicht beendet sein. Sie wird auch zwischen Gumbinnen und Augustow wieder einmal aufflackern. Zunächst aber ist sie zu Bo­den gezwungen. Sie selbst war nur ein sehr dürftiges operatives Behelfsmittel, dessen Schwäche durch stärkste Massierungen überdeckt wurde. Für den Feind kam es darauf an, aus der Narewfront zum .Stoß nach Nordwesten zu kommen. Aber hier blieben die Angriffe aus den engräumigen Brückenköpfen schon am zweiten oder dritten Tag hängen. Es mag sich um schwieriges Gelände handeln. Die Wälder wurden dabei zur willkommenen Angriffs­bremse für die Abwehr. Sollte die feind­liche Führung den schiefen Aufbau ihres Ostpreußenangriffes selbst spüren, so ge­statten die letzten ^Tage mindestens das Urteil: die Überbetonung des niemals

billigen Frontalangriffes und die nicht unfreiwillige Vernachlässigung der auf Umfassung abzielenden.Operation machen die Grenzen deutlich, die auch dieser Führung und den großen Linien ihrer Be­wegungen gesetzt sind. Sie enthüllen mit der Schwäche ihrer Anlage zugleich die Belastungen, denen auch die sowjetische Kriegführung im vierten Jahre des Feld­zuges nicht entschlüpfen konnte.

Was das OKW. am 28. Oktober als Ver­änderung vom Nordabschnitt der Front meldete, kann nur im Rahmen der festge­laufenen Ostpreußenschlacht ihre Begrün­dung finden. Es ist eine richtige Diversion, eine operative Ablenkung, die xte, welche wir im Kriege mit diesem Gegner beob­achten können, und zwar immer dann, wenn er das Gefühl haben muß, in einem Abschnitt mit seiner Angriffskunst am Ende angelangt zu sein. Natürlich ist der neue Angriff auch vertretbar im Blick auf die Lage in Kurland allein. Aber daß er gerade dann ausgelöst wurde, als sich der Schwung der Ostpreußenoffensive noch vor Erreichen der ersten Ziele nicht mehr auf­rechterhalten ließ und am Widerstand un­serer Abwehrlinien zerbrach, ist mehr als eine Zufälligkeit. Es ist sowjetische Manier immer gewesen, voh einem ins Stocken ge­ratenen Angriff durch einen neu ausge­lösten so rechtzeitig abzulenken, daß das Ende der ersten Offensive vom Beginn der Diversion überschattet wird. Auch der neue Angriff südöstlich Libau und im Raume von Autz, also von zwei Kräftezentren her, paßt in dieses bekannte Bild. Er wird wieder mit starken Massierungen genährt, zielt auf den Durchbruch zur Ostsee und Aufsplitterung unserer Heeresgruppe Nord und hat zu schweren Oeferh+en geführt, die der Feind rucht zu seinen Gunsten wend.en konnte. Wie ähnliche Offensivbilder wird auch diese neue Dopnelschlacht ihre Zeit brauchen, bis sie wieder zur Ruhe kommt.