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Parteiamtliche Tageszeitung
D as Amtsblatt des Regierenden Bü rgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Nummer 288 14. Jahrgang
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der Nationalsozialisten Bremens
Freilag. 27. Oktober 1944
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Amtliches Verkündungsblatt des Reichssiatthalters in Oldenburg und Bremen
Einzelpreis 15 Rpf.
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Grauenvolle sowjetische Verbrechen
Wie die Bolschewisten in den wiederbefreilen osipreußischen Orien gehaust haben — Grausige Funde
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Königsberg, 26. Okt. Wie die Berichte Oberkommandos der Wehrmacht be- kantgegeben haben, ist es den deutschen Truppen in erfolgreichen Gegenangriffen sehnigen, die Sowjets bei Goldap und im laume von Gumbinnen zurückzuwerfen, uoni n'*3Iu d e P wiederbefreiten ostpreußischen r,,.' ocl °*Q I t eni in denen sieb der Feind nur wenige Tage aufgehalten hat, stießen unsere Soldaten auf grausige Spuren bol- ■ehewistischen Terrors und Mordbrenner- jjms. Fast die gesamte Bevölkerung der ton den Sowjets besetzten Ortschaften „ar rechtzeitig evakuiert worden. Durch jen plötzlichen Vorstoß sowjetischer Pan- ,er wurden einige Dorfbewohner von den Bolschewisten überrascht. An diesen deutschen Volksgenossen tobten die sowjetischen Bestien ihre tierische Blutgier aus. , ,
Bei diesem Mordterror handelt es sich nicht um Ausschreitungen einzelner sowjetischer Soldaten, sondern, wie sich aus zahlreichen Aussagen ergibt, ramr'ho- disches Vorgehen. Eine Bestätigung hierfür ist insbesondere das Geständnis bolschewistischer Gefangener, die bei ihrer Vernehmung erklärten, daß den Sowjettruppen von allen Kommandostel- len bei ihrem Eindringen in Ostpreußen ausdrücklich „volle Handlungsfreiheit gegenüber der Zivilbevölkerung“ gegeben worden ist. Dieser Befehl umfaßte auch das Recht zum Töten sowie, zur Plünderung an Hab und Gut deutscher Einwohner.
In Nemmersdorf, das zwischen An- gerapp und Gumbinnen, am Flusse Ange- tapp liegt, fanden unsere Truppen bei der Wiedereinnahme in dem ausgeplünderten und zerstörten Ort die Leichen durchweg ausgeraubt und durch Nahschüsse getötet vor. Sofort entsandte ärztliche Kommissionen haben an Ort und Stelle die grausigen Leichenfunde untersucht und bilddokumentarisch festgehalten.
Vier Frauen, vier Kinder und ein Mann lagen vor einem Brückentunnel, der als Luftschutzraum ausgebaut war. Sie sind einzeln beim Verlassen des Tunnels aus nächster Entfernung mit der Pistole erschösse worden. Einen alten Mann fand man einige Meter entfernt auf den Knien vornübergebeugt, mit den Händen rar dem Gesicht. Die Leiche wies einen Genick s ch u ß auf. In einer ausgeplün- derten Wohnung saß eine Frau auf dem
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der aus den beiden deutschen Dörfern Nemmersdorf und Tutteln gesehen, die zwischen Gumbinnen und Goldap liegen und die Auswirkungen einer Mordraserei festhielten, wie sie nicht aus dem Blutrausch einzelner, sondern nur aus der organisierten Vernichtung erwachsen können. Arbeiter und Bauern, Frauen, Greise und Kinder sind in bestialischer Weise hingemordet worden, in der Systematik einen einheitlichen Plan verratend, der auf Anweisungen und Befehle schließen läßt, die der bolschewistischen Truppe gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung völlige Handlungsfreiheit gewähren.
Die deutschen Soldaten, die Nemmersdorf und Tutteln in der Auswirkung der kraftvollen deutschen Gegenmaßnahmen im ostpreußischen Grenzgebiet zurückeroberten, fanden völlig ausgeplünderte Häuser vor. Medizinische Sachverständige legten sofort protokollarisch den Tatbestand fest, der die Planung der Vernichtung verrät. Sowohl in den Häusern als auch in den Straßen und vor den Dörfern wurden getötete Deutsche einzeln und in Gruppen vorgefunden. Kinder
jüngsten Alters waren durch Kopf- und Genickschuß getötet worden. Es war nicht die Liquidierung einzelner Personenklassen oder Berufsschichten — hier wurde gemordet alles was deutschist!
Angesichts dieser Bolschewistendemonstration des Vernichtungswillens mag man sich fragen, wie es überhaupt möglich ist, daß Völker mit kulturellem Anstrich jene Parole aufrechterhalten wollen, nach der es „alles nicht so schlimm sein kann“. Die Wi r k 1 ich ke itistfurchU barer, als es sich die Phantasie überhaupt jemals ausmalen kann. Und diese Wirklichkeit, die über die kleinen Gemeinden im ostpreußischen Grenzgebiet dahinbrauste, würde die Wirklichkeit ganz Europas werden', wenn es nicht gelänge, ihr einen Schutzwall entgegenzu- stellen, der unüberwindbar ist.
Es wird einmal von der Geschichte als Tragik unseres Jahrhunderts bezeichnet werden, daß Europa sich in innerer Uneinigkeit in dem Augenblick zerfraß, in dem alle Kräfte notwendig sind, die furchtbarste Gefahr von dem Kontinent abzuweisen. Es wird als Verblendung der
britischen Politiker bezeichnet werden, daß sie Europa zum Schacherobjekt ihrer politischen Geschäftigkeit machten.
Das deutsche Volk sieht die Gegenwart mit offenen Augen, und es greift zu der Konsequenz, die ihm als einzige Möglichkeit bleibt. In niemals vorher erlebter Geschlossenheit stemmt es sich dem Vernichtungswillen des Bolschewismus entgegen. Es hat die Brücken hinter sich abgebrochen und kennt nur noch die Forderung des StandHal- tens. Es weiß, daß die Kraft des Bolschewismus nicht unerschöpflich ist, daß dieser scheinbar endlose und unversiegbare Massenanstnrm zu einem bestimmten Zeitpunkt seine Grenze finden wird. So hart die Belastung anch sein wird, es wird standhalten, und es wird hart sein, wenn neue Waffen viel Leid und Trauer über die westlichen Verbündeten des Bolschewismus bringen wird. Die Westmächte hatten zn entscheiden, der Ordnung oder dem Chaos zur Seite zu stehen. Sie wählten das Chaos als Bundesgenossen. Sie werden die Konsequenzen tragen müssen.
General Eisenhower muß neue Entschlüsse lassen
Alle Vorbereitungspläne bleiben einstweilen nur Entwürfe
schlagen. In dieser Stellung war sie offener von den Mordbanditen überrascht und farch Kopfschuß getötet worden. In dem Zimmer eines anderen Hauses fand man ein lüjähriges Mädchen mit dem Kopf Cesen die Wand gelehnt auf dem Fußboden liegend. Das Mädchen war v_er- fewaltigt und dann durch einen Schuß in den Mund umgebracht worden, in einer Ecke des gleichen Zimmers lag eine alte Frau mit auf gerissenem Schädel, die durch einen Gewehrschuß aus nächster Nähe ermordet worden ist. Am Tisch der Ehemann der Frau auf dem Boden. Seine Leiche wies ebenfalls einen Genickschuß auf. Auch in benachbarten Häusern wurden Leichen der erschossenen Männer und Frauen gefunden. Mitten im Dorf lagen an einer Brücke aebeneinander zwei Frauen und ein Und. Die jüngere Frau hielt das Kind Jach an der Hand gefaßt.- Sie ist von den Wschewistischen Bestien vergewal- *'ft und danach durch einen Stich in die «ast getötet worden. Die Leichen des Wades und der älteren Frau wiesen "lederum Kopfschüsse auf. Auch am Aus- ?aag des Dorfes lagen mehrere Frauen Jad ein K i n d getötet. Eine dieser Frauen ar ebenfalls vergewaltigt worden. Ab- srits im Gebüsch fand sich die Leiche eines *a 15jährigen Mädchens, von mehreren ^agdn durchbohrt. Auf zwei Gehöften, e vom Dorf etwas entfernt lagen, wur- ® zw ei weitere Frauen vergewaltigt 3 ® rs chossen vorgefunden.
„ 'eben Treckwagen der beim Aufbruch „preschten Einwohner des Dorfes lagen brere Frauen auf den Knien, nach vorn e, die Hände vor dem Gesicht. Ihre , un S w ies eindeutig darauf hin, daß sie v buf der Flucht oder während einer mpfhandlung getötet wurden, sondern n , • ^erdbestien gezwungen worden r. : Riederzuknien, ehe man ihnen den Genickschuß gab.
Alarmsignal Nemmersdorf
a htberlcht unserer Berliner Schriftleitung
Wp e . rlin ’ 26 ; Okt. Aus dem gnadenist ■ urio ’ —
Von unserem militärischen v. W.-Mltarbelter
Obwohl Aachen kein strategisch wichtiger Punkt war, brauchte die 1. USA-Armee Hodge 20 Tage, bis sie den örtlichen Widerstand der deutschen Kampfbesatzung überwunden hatte. An dem Bestand dieser Armee ist der harte und für den Angreifer verlustreichere Widerstand nidit spurlos vorübergegangen. Sie hat sich seitdem noch nicht zu einer neuen Unternehmung aufraffen können; Bis auf örtliche Bunkerkämpfe hat sich im Aachener Abschnitt nichts ereignet, was meldenswert gewesen wäre. Hodge muß seinen Divisionen Ruhe geben. Er wird sie währenddessen ordnen und Verstärkungen abwarten.
Inzwischen ist die wichtigere Rolle der 1. kanadischen und 2. britischen Armee sichtbarer geworden. Bei Montgomery lag in den letzten drei Wochen schon insofern der operative Schwerpunkt, als sich im Zugreifen der Amerikaner auf Aachen schon frühzeitig herausgestellt hatte, daß sich daraus nicht mehr als ein örtlicher Vorgang entwickeln würde, niemals aber der vom Gegner erwartete Durchbruch an und über den Rhein. Montgomery befand sich jedoch nicht in einer Lage, die zur operativen Ausnutzung gereizt hätte, nachdem die Luftlandung im Abschnitt Arnheim mißglückt war, war seine Front in einen nach Norden und einen zweiten nach Osten gerichteten Abschnitt geteilt. Gerade an ihrem rechtwinkligen Knick lag ihre neuralgische ßtelle. Ihre Schwäche, die Montgomery nicht lange bestehen lassen konnte, wollte er nicht plötzliche und unangenehme Ereignisse heraufbeschwören. So gab er die Dispositionen, um seine holländischen Abschnitte wenigstens bis an die Maas vorzusebieben, bis an den Unterlauf dieses Flusses westlich Hertogenbosch und bis an seinen Ostabschnitt zwischen Gennep und Roermond. Wollte der feindliche Heeresgruppenführer seine Front bis
zum Flußlauf ausdehnen — an eine .allgemeine Forcierung kann er zunächst gar nicht denken — so mußte er mit seiner eigenen britischen Armee einmal nach Osten angreifen, um unseren dort westlich der Maas errichteten Brückenkopf zum Einsturz zu bringen, sodann aber mit den Kanadiern die Westerschelde und die westholländischen Inseln freimachen von ihren deutschen Besatzungen. Das mögen die Gründzüg.e . für Mortgomerys operatives Verhalten sein.
Zunächst wandte er sich nach Osten, um im Dreieck Gennep—Helmond—Venlo an die Maas zu kommen. Es mißglückte ihm, unseren Brückenkopf zum Verschwinden zu bringen. Dann ließ er die Kanadier Crerars antreten. Sie haben die Wester- schelde nicht erreicht, weil sie unseren Brückenkopf westlich Breskens nicht überwinden konnten. Die südlichsten der westholländischen Inseln bleiben ihnen ebenso versagt. Der Zugang zu ihnen über Woens- drecht wird zwar von den Kanadiern unter Druck gehalten, aber nicht geöffnet. Während der linke Flügel der Kanadier noch südlich der Westerschelde in schwierigem Gelände sieh geradezu schrittweise abmüht, hat der unruhige Montgomery eine neue Aktion befohlen, die auf der Linie Bergen op Zoon—Roosendaal—Breda—Tilburg—Hertogenbosch vor sich gehen soll und auf den Unterlauf der Maas zielt. Beteiligt an diesem neuen Angriff, der seit einigen Tagen läuft, ist die Masse der 2. britischen Armee und der rechte Flügel der 1. kanadischen Armee. Montgomery entschloß sich zu dieser Unternehmung, nachdem er eingesehen hatte, daß die Kanadier zu lange Zeit brauchen würden, um sich frontal gegen die Westerschelde und die westholländischen Inseln zu entwickeln, was in jedem Falle ja auch schwierige Übergänge über die Mündungsarme von Schelde und Maas voraussetzt. Mit dem
Die Seeschlacht bei den Philippinen
Entscheidende Schlacht des Ostasienkrieges
'ioso der Schlacht in Ostpreußen :n rJ erwachsen, das gellend m
„eun . n der Menschheit klingen mußte, la'Jl n r'" ht Feigheit, Unvernunft und fi f i® ,Jäheit znr schamhaften Abkehr der w j bleiben jene Darstellungen iöle un £ des Bolschewismus, _ wo
kl-L 1 "ordmethodik ein tarnendes Män-
Kre fflds nmznhängen? n Wie hLben^ü^.Überwasserschiffe, ferner 19 große Lan-
Drahtberlcht unseres Vertreters
ost. Stockholm, 26. Okt. Mit mehr als 48stündiger Verspätung sind aus dem Hauptquartier des USA-Flottenkomman- dos Pazifik in Pearl Harbour die ersten Meldungen über die große Seeschlacht bei den Philippinen eingetroffen, die übereinstimmend als die größte Seeschlacht des Jahres, ja sogar des gesamten Krieges in Ostasien bezeichnet wird. Auffallend ist, daß sich die amerikanischen Berichte durch keinerlei genauere Angaben über die amerikanischen Flottenverluste auszeichnen, mit einer kleinen Ausnahme, der des Eingeständnisses nämlich, daß der 10 000 Tonnen große Flugzeugträger „Princeton“ am Montagnachmittag bei einem Angriff japanischer Flugzeuge' so schwer getroffen wurde, daß die Munitionskammern explodierten und das Schiff sank.
In ganz Amerika wartet man mit allergrößter Spannung auf nähere Nadirichten, ist doch von den Marinemitarbeitern der USA-Presse einheitlich erklärt worden, daß die augenblickliche große Seeschlacht ent- s c h e i d e n d für die weitere Entwicklung des gesamten Krieges in Ostasien sein kann.
Grolle japanische Erfolge
Tokio, 26. Okt. Die japanischen Luft- und Marinestreitkräfte haben bei ihren Angriffen gegen die feindliche Invasionsflotte im Golf von Leyte insgesamt 36 feindliche
dungsfahrzeuge versenkt, wie aus einem am Donnerstag herausgegebenen Bericht des kaiserlichen Hauptquartiers hervorgeht. Der Bericht hat folgenden Wortlaut:
„Unsere Bodeneinheiten auf der Insel Leyte stehen seit dem 20. Oktober gegen feindliche Truppen in Stärke von etwa drei Divisionen, die südlich Tacloban und in der Nähe von Dulag gelandet sind, im Kampf,. Unsere Luftwaffe hat seit dem 19. Oktober wiederholt feindliche Transporteinheiten und die sie begleitenden Kriegsschiffe im gleichen Seeraum angegriffen, während unsere Flotte im Morgengrauen des 25. Oktober' ebenfalls im gleichen Seegebiet zum Angriff gegen den Feind überging. Die bisher 1 ’im Leyte-Golf festgestellten Ergebnisse, mit Ausnahme derer, die durch Selbstvernichtung unserer Flugzeuge beim Angriff auf feindliche Ziele oder durch nicht zurückgekehrte Maschinen erzielt wurden, sind folgende:
Transporter: Fünf versenkt, elf in Brand gesetzt, vier auf Strand gelaufen, zwei beschädigt; Flugzeugträger: zwei schwer beschädigt; Schlachtschiffe: eins auf Strand gesetzt, zwei schwer beschädigt; Kreuzer: zwei versenkt, drei schwer beschädigt; Zerstörer: einen versenkt, drei schwer beschädigt; große Landungseinheiten: siebzehn versenkt, zwei schwer beschädigt und in Brand gesetzt.
Unsere Verluste: Ein Schlachtschiff versenkt und ein weiteres beschädigt, außer einer Anzahl von Flugzeugen, die sich entweder vorsätzlich auf die feindlichen Ziele» stürzten oder nicht zurückkehrten."
neuen Angriff soll unsere westholländische Verteidigung ausflankiert werden. Gleichzeitig kommt in diesem Stoß nach Norden aber auch die Furcht des britischen Marschalls zum Ausdruck, seine Ostfront bei Hemond könnte eines Tages vom Rücken her, das heißt von Westen her durch deutsche Truppen bedroht werden. Diese ganzen Anstrengungen der Heeresgruppe Montgomery lassen sich in einem Satz vereinigen: sie sollen dazu dienen, die Ostfront auch im Norden auf ihre eigentliche Angriffstichtung auszurichten.
Insgesamt ergibt sich für den Feind bei dieser Lage noch keine Möglichkeit, um eine Großoffensive zu starten. Es liegen aber genügend Anzeichen vor, die eine solche wahrscheinlich machen. Wenn Eisenhower als’ Oberbefehlshaber aller feindlichen Armeen sich doch noch zu diesem Schritt entschließen sollte, dürfte er vor allem den Kampfabschnitt im Auge haben, der von der Mündung der 'Westerschelde bis zum Hohen Venn reicht und ungefähr 400 Kilometer lang ist. Es machen sich in Vorbereitung solcher Angriffsüberlegungen gewisse Umgruppierungen bemerkbar. Die kanadische 1. Armee steht vor der Küste bis Antwerpen. Die Engländer schließen sich bis nördlich Helmond an. Bis dorthin haben sidi die Amerikaner über Geilenkirchen hinaus nadf Norden ausgedehnt, wobei die südliche Grenze der i. USA- Armee am Waldrand von Rötgen liegt. Der Gegner massiert Artillerie, die Luftangriffe gegen rheinische Städte sind gleichfalls Vorbereitung der neuen Planungen.
Aber alle diese Pläne bleiben so lange Entwürfe, bis sich die Voraussetzungen zu ihrer Durchführung nicht erfüllen. Das wären die Beseitigung unseres Brückenkopfes südlich der Westerschelde, die vollständige Isolierung unserer Besatzungen auf den westholländjschen Inseln, das Eindrücken unseres Brückenkopfes zwischen Roermond und Venlo und schließlich die Beseitigung unseres Frontvorsprunges zwischen Geilenkirchen und Sittard. Das alles sind Hindernisse, die die Bereitstellung selbst starker Kräfte zum Großangriff mit einem Ziele erheblich beeinträchtigen, weil sie, jedes für sich, besondere offensive Aufwendungen beanspruchen, die der eigentlichen Offensivkraft am entscheidenden Schwerpunkt verlorengehen müssen. Damit befindet sich Eisenhower in einer nicht beneidenswerten Lage. Es mag auf solche Umstände zurückzuführen sein, wenn er jetzt daran gegangen ist, die 3. Armee durch Teile der 7. Armee zu ver-
(Fortsetzung auf der nächsten Seite)
Trojanisches Pferd?
Von
Bernd W. Beckmeier
Die Schlacht um Deutschland hat dem Kriege neue Gesetze auf gezwungen. Wo gäbe es Parallelen? Wo wäre jemals ein gesamtes Volk bereit gewesen, sich mit aller Kraft einem Gegner entgegenzuwerfen, damit die eigene Führung die notwendige Zeit der Gegenrüstung erhält? Es ist nicht der Rausch einer Augenblickswallung, der das Heute des Krieges bestimmt, sondern der nüchterne Entschluß, der in der Wahl zwischen Sein oder Nichtsein zu treffen pt und den Widerstand als die beste Waffe erkennt. Die gegenwärtige Phase des Krieges, die feinen Raum mehr zu verschenken hat, wird deshalb keine Bewegungen großen Stils kennen. Das deutsche Volk will jeden Meter Boden seines Vaterlandes bis zum letzten Blutstropfen verteidigen, um dem Gegner in jeder weiteren Kampfzone ein neues Aachen entgegenzustellen, einen Prellblock, an dem sich die Kräfte des Feindes festrennen, so daß er nur unter Hingabe schwerster Verluste und dem Zwang neuer Terminrechnungen geringen Boden gewinnen kann.
Die Planung des Gegners zielt unverkennbar auf einen großen Zangenangriff von West und O s t, wobei neben den militärischen Beweggründen vor allem die politischen Gedanken Beachtung finden mögen, die jeden Bündniskrieg als Wettlauf um die Operationsbasis zukünftiger Auseinandersetzungen kennzeichnet. Jede Bewegung des einen Partners wirkt aus diesem Grunde auf die Beschlüsse des anderen, so daß die Heibstoffensive Stalins mit als Aüslösungsmoment des zu erwartenden Großangriffs Eisenhowers an-
Heute abend spricht Dr. Goebbels
Berlin, 27. Okt. Reichsminister Dr. Goebbels spricht heute von 20.15 bis 21 Uhr über den Großdeutschen 'Rundfunk znr Lage.
gesehen werden darf. Die Ansatzpunkte dieser Offensiven sind klar: Im Osten wollen die Sowjets die ostpreußische Provinz im Zangenangriff ausschalten, um dann aus der Basis der Weichselbrückenköpfe die Mittelfront aufzureißen. Im Westen will Eisenhower die massierte Kraft seiner Armeen wahrscheinlich im Raum zwischen Arnheim und dem Hohen Venn anrennen lassen. Beide Planungen lehnen sich an die Vorbilder der Sommerschlachten dieses Jahres an.
Es mag untunlich sein, im Angesicht einer derartigen Feindplanung von Überraschungen für den Gegner zu sprechen. Die Überraschungen werden kommen, um aber vor allem das Bild der künftigen Kriegsnhase zu bestimmen. Die Gegenwart wird durch das umfassende Aufgebot der Heimat bestimmt, das die Voraussetzungen verweigert, wie sie dem Gegner während des Sommers zur Verfügung standen. Der Gegner wird sich jetzt um jeden Meter vorfressen müssen, hinter sich Massengräber der Panzer und Divisionen zurücklassend, niemals aber weitreichende, umfassende Bewegungen kennend. So gewagt die Behauptung erscheinen mag, angesichts der kampfbereiten Heimat ist sie berechtigt. Die sowjetischen Panzerspitzen vermochten während der Sommeroffensive Stalins vor allem deshalb ihren weiten Raumerfolg zu erlangen, weil sie nach ihrem Durchstoß durch die Frontlinien auf durchgesickerte Infanterieeinheiten und Bandengruppen trafen, die sofort eine Basis neuer Vorstößn und Einkreisungen bildeten. General Eisenhower brauchte nach dem Durchbruch von Avranches keiner- lei_ Rücksichten auf Etappenschwierigkeiten in den durchschrittenen und noch
Volkssiurmbnlnillone in der Bewährung
Sowjetische Durchbruchsversuche brachen blutig zusammen
Berlin, 26. Okt. Der eindeutige Schwerpunkt der Kämpfe im Osten lag weiterhin im ostpreußischen Grenzgebiet., Die Bolschewisten versuchten ihren Ein- bruchsraum zu verbreitern und den Sperrriegel zwischen Goldap und Gumbinnen wieder anfzureißen. Hieraus ergaben sich die erbitterten Kämpfe bei Augustow, Goldap und Trakehnen sowie am nördlichen Riegel bei Ebenrode und Schloßberg. Die Durchbruchsversuche der frisch herangeführten sowjetischen Kräfte, die südöstlich Schlofiberg bis zu zwölfmal an- griffen, brachen blutig zusammen. In das Ringen um ihre Heimat griffen zum erstenmal anch Volkssturmbataillone ein, die sich hier ebenso bewährten, wie der ostpreußische Landsturm in den Schick- tsalsschlachten von 1914.
Die Schlacht zwischen Augustow und Schillfelde nimmt die Kräfte des Feindes in solchem Maße in Anspruch, daß sein Druck gegen die Memelfront und die Stadt Memel selbst weiterhin schwach blieb. An der kurländischen Front, wo unsere Truppen weitere Stellungsverbesserungen ereichten, und auf der Halbinsel Sworbe gingen dagegen die Kämpfe weiter. Hier setzten die Bolschewisten nach ihren sehr schweren Verlusten am Vortage ihre Angriffe zwar fort, doch waren sie uneinheitlich und wurden trotz Unterstützung durch Schlachtflieger und Panzer von der tapferen deutschen Besatzung an der schmälsten Stelle der Landbrücke zur Halbinsel unter Abschuß von elf Panzern abgeschlagen.