Ausgabe 
(23.10.1944) 284
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BremcrMtunn

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Parteiamtliche Tacjeszeifuncr

Das Amtablali des Retf.re.den Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremm

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Nummer 284 14. Jahrgang

Montag, 23. Oktober 1944

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblalt des Reichsslaähalters in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

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Volkssturm Weser-Ems ungebeten

Gauleiter Paul Wegener gab die eaiponeiBende Parole - Machtvolle Kundgebung der kämpfeaden Heimat

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Oldenburg, 22. Okt. Überall in fleser-Ems marschierten am Sonntag die Männer des deutschen • Volkssturms. In judt und Land fanden sich die Männer and Jungen zwischen dem 16. und 60. Le- [fiisjalir und sehr ofr auch darüber hin- ras zusammen, um zu bekunden, wie stark ji ihnen der Aufruf zum bewaffneten Volksaufstand gegen den Feind Widerhall gefunden hat. In allen Kreisen fanden Kundgebungen statt, bei denen jung und ,]t in begeisterter Zustimmung ihre Be- ifitwilligkeit zum Ausdruck brachten.

In der Gauhauptstadt, wo mehrere tau­send Volkssturmmänner im alten Kampf- £jokal, im „Lindenhof“, und in weiteren slen versammelt waren, sprach Gauleiter faul Wegener und gab dem deutschen, iolkssturm des Nordseegaues die Parole, nach der in den nächsten Tagen die F r e i- igen herbeiströmen werden, um sich in die erste Reihe des Volkssturmes ,;a stellen. Gerade dieser Appell an ie Freiwilligkeit unterstreicht, wie stark die nationalsozialistische Bewe-

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ping ihren alten Grundsatz auch jetzt^bei

17.30 bis Olg s 6.45 Uhr

Jetzige Im: lik Leng,- 6—18 Ebru

1 egung: inn, Faebani 1 theillmadf >i| ach Kollifo m). Spreefc nachm, I!-i jo. nachm, it

.inderarzt c ibenweg ii l :e 7Vr-8'.i r.| str, 36 Mil >n. Anruf! fl 14-15 Uhr.

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der totalen Mobilmachung des wehrhaften tlannessturmes aufrechterhalten wird. In len Ortsgruppen, in den Kreisen und im äjjJresamten Gaugebiet formiert sich auf 130 Jmesc Weise eine feste, kampfentschlossene Gemeinschaft, der sich letzten Endes nie­mand wird entziehen können. Dieser Geist h Entschlossenheit lag über dem Olden- burger Lindenhof, als der Gauleiter den Saal betrat.

Dicht an dicht saßen die Volkssturm­männer, in der ersten Reihe alte Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung und hohe Offiziere der Weffriaacht, teilweise mit höchsten Tapferkeitsauszeichnungen. Verwundete Soldaten schlossen sich an, and dann die vielen Volkssturmmänner der Gauhauptstadt in allen Uniformen der Partei und ihrer Gliederungen und im schlichten Bürgerrock. Groß leuchtete von der Stirnwand der alte trotzige Kampfruf: Lewer dod as Slaw“. Der Gaumusikzug dmmte das Lied an, das so recht das kampf liedder Volkssturmmän- |«er sein wird: „Siehst du im Osten das jHorgenrot . . Als Mahnruf wird in die- ■n Tagen und Wochen der dritte Vers «es Kampfliedes durch unseren Nord-

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:ad werden es wagen', es gibt kein Zurück cehr and keiner darf zagen 1“

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s;te in seiner Ansprache zu Beginn, daß für die Geschichte des deutschen Vol­ks bedeutungsvoller Anlaß die Männer jfe Gaues zusammengeführt habe. Als Gauleiter, der für die Aufstellung des klkssturms verantwortlich sei, stehe er ihnen und richte an sie seinen Appell. ße i Gauleiter erinnerte an die nicht mehr «'zählbaren Versammlungen, in denen er sit 1929 im Gau gesprochen habe. Doch M <h nie habe er so die Verantwortung «■t Rede und zum Werk gespürt wie ge- jäde heute. Eigentlich bedürfe es gar «ifler längeren Rede, um den Sinn des ragen Aufgebotes aller waffenfähigen ™nner zu erläutern. Er wolle aber trotz- kurz Rückschau halten, damit f“ e klaren Blickes an ihre Arbeit gehen “baten. Seit 1914 hätten wir, so fuhr der auleiter fort, so gut wie ununter- I,Ij C , n Krieg in und um Deutsch- W geführt. Im Auf und Nieder dieses v'f'gcn Kampfes vollbrachte unser , j Wahrhaft Einmaliges an Tapferkeit ma chte auch viel Leid durch. Wenn nach dem Grund des ewigen Streites rJ e :Gleibe bei genauer Prüfung die . Stellung, daß sowohl das monarchisti- wj ' VI . e das demokratische und auch das ,i. p ^sozialistische Deutschland immer Gefahr für den Feind hingestellt wor- sei.

h ‘j m ^stem könne es also nicht liege'n las y® 1 * bleibe nur die Feststellung, daß t„°rhandensein des deutschen “Sa n 6m ^ e ’ n< d e Anlaß gegeben habe, ii, j. “ e n oder von innen her unser Volk

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Dod, ower nich inne Knee!

Der Gauleiter hat folgenden Auf­ruf erlassen:

Männer und Jungen im Gau Weser-Ems! Der Führer hat uns alle zum Deutschen Volkssturm aufgeru­fen. Von euch weiß ich, daß ihr — alt und jung — freudigen Herzens aufbrecht, um aus der in vielen Jahren dem Führer ge­lobten Trene nunmehr die T a t zu schaf­fen. Sie beruht in der Hingabe des Le­bens an das Höchste unseres Volkes, an seine Ehre und Freiheit! Es sei daher, wo immer wir in den nächsten Wochen an- treten, daß mit uns antritt die innere Be­reitschaft, der ehrliche Wille zur Tat und

rade heute, wo die Not an den Grenzen des Vaterlandes groß geworden ist.

„Jede innerste Überlegung muß dich zu der Überzeugung bringen, daß das Wollen Adolf Hitlers das einzig richtige ist für unser Volk. Und deshalb müssen wir für dieses Wollen wie ein Block zusammen­stehen.

Mit dem Sieg Adolf Hitlers war uns allen wieder ein Ziel vor Augen gestellt, ja, unser Leben hatte wieder einen Sinn erhalten. Das dürfen wir nie vergessen. S'p gjle kennen die Entwicklung, die nun- folgte. Man muß sie nur wach halten, um gerade jetzt das Recht des Kampfes für uns zu erkennen.“

Der Gauleiter kennzeichnete mit ernsten Worten den Weg, den wir bis zum Kriegs­beginn gegangen sind und betonte, daß Danzig nur ein Vorwand war, was wir

die Treue zum Führer. Mit dieser Kraft, die dem Menschen das Recht gibt, auf der Erde alles zu fordern, schützen wir das eigene Heim und den Herd und stehen wir als Männer für das Leben und die Frei­heit unserer Frauen und Kinder. Was immer von uns gefordert wird, es ge­schieht für die Erhaltung der eigenen Fa­milie und für die Heimaterde. Aus bren­nenden Straßen und Feuerstürmen tragen unsere Frauen und Mütter ihre Kinder, retten, was ihnen teuer und wert ist, ohne auf die Größe der Gefahr zu achten. Wenn Frauen sich so dem Leben ihres Volkes verschreiben, was erst darf dann

heute klarer als zu Beginn des Krieges erkennen. Ein Siegeslauf, der seinesglei­chen suchte, begann gegen Polen, Frank­reich, Holland, Belgien, Norwegen, in Finnland und auf dem Balkan und schließlich in Afrika. Dann kamen noch Sowjetrußland und USA als Gegner. Der Marschtritt deutscher Regimenter reichte bis Stalingrad, ging vom Atlantik bis nach Alexandria und hoch hinauf bis ans Eis­meer. In dieser einmaligen Größe wurden viele klein im Glauben an die Möglichkeit des Haltens. Doch nwb dem Verrat, ein­zelner einflußreicher Männer ist die Front in der Heimat und an den Grenzen durch beherzte und treue Männer wieder zum Stehen gekommen. Wörtlich fuhr der Gauleiter dann fort und wandte sich besonders eindringlich an die Männer des deutschen Volkssturms:

und nun Freiwillige vor! 1

„Männer des deutschen Volkssturms! Wir haben heute alle im Alter von 16 bis 60 Jahren zusammenrufen lassen, das V 9 lk hat sich erhoben und stürmt vorwärts. Wenn wir jetzt auseinandergehen, dann möge sich der Teil, der sich besonders angesprochen fühlte, freiwillig mel­den. Ich möchte, daß sich nicht nur die alten Parteigenossen dieser freiwilligen Meldung unterziehen, sondern ich möchte auch dem Führer melden können, daß sich im Gau Weser-Ems viele Tau­sende freiwillig gemeldet haben.

Als Männer des Volkssturms sind wir jetzt echte Soldaten geworden. Wir wol­len gemeinsam die Not teilen. So wie seit

Jahrtausenden unser Volk dem Blanken Hans trotzte, so werden wir jetzt gegen den Feind schanzen und die Gräben mit unserem Leben erfüllen. Wir wollen gleich den Stedingern unsere Heimat ver­teidigen: „Dod, awer nich inne Knee!“ Dann wird die Allmacht unseren gerech­ten Kampf segnen und unseren Kindern Land und Hof sichern. Die Männer meiner Heimat werden mit mir zusammen ans­halten, bis wir den Feind geschlagen ha­ben. Dann werden wir der Vorsehung danken, daß sie uns in schwerster Zeit tapfer sein ließ.

Treue, Disziplin „ und Kameradschaft sollen unsere Tugenden sein. Unsere To-

das Vaterland von den Männern for­dern. Weder Zaudern noch Zweifel darf es hier geben, und jeder muß fühlen, daß hinter dem Aufruf zum Volkssturm der eigene Befehl des Gewissens steht. Nicht Vo 1 k s s t ur mma n n sein, weilichmnß, sondern weil ich es will, ist hier die Parole. Und dieser Wille zusammengefaßt entfacht den Sturm, der uns zur Freiheit trägt.

Wer lieber den Tod erleidet als die Waffen streckt, kann nicht überwunden werden.

Dod, awer nich inne Knee!

Pani Wegener, Gauleiter.

ten verlangen, daß wir wie sie für Deutschland einstehen.

Volkssturmmänner! Sollte ich euch auf- rufen müssen, dann werde ich euch füh­ren, selbst das Letzte hergebend, um alles von euch zu fordern. Man soll mir nie­mals vorwerfen können, ich hätte nicht alles versucht!

So gut es geht, werdet ihr jetzt ausge­bildet und das Waffenhandwerk lernen. Tritt gefaßt!' Dem Nebenmann die Hand gegeben und mutig dem Feind entgegen!“

Begeisterter Treuegruß zum Führer

Rufe der Zustimmung unterbrachen den Gauleiter immer wieder. Damit be­kundeten diese Männer, daß sie mit dem Gauleiter in der Überzeugung überein­stimmten, daß gerade jetzt nichts anderes richtig ist, als die gemeinsame Kraftan­strengung, das feste Zusammenstehen der wehrfähigen deutschen Mannschaft. Und wenn der Blick über die vor dem Gau­leiter sitzenden Volkssturmmänner dahin­ging, dann wußte man: Diese Hitlerjun­gen, diese Männer der Gliederungen, diese Weltkriegs Soldaten von 1914/18 werden sich freiwillig melden.

Als der Kreisleiter der Gauhauptstadt dieses dann auch dem Gauleiter zum Ausdruck brachte, da klang der Treue­gruß zum Führer wie ein Kampfruf ver­schworener Soldaten.

Von Emden bis Bremen, von Wilhelms' haven bis Osnabrück ist jetzt die wehr' fähige Mannschaft bereit. Der Volkssturm marschiert! Niemand wird ihn aufhalten, denn alle wissen, „lewer dod as Slaw!“.

Entscheidender Zeitverlust tür die Feindmöchte

„Der Volkssturm ein ganz neuer Punkt des Kriegsgeschehens “

1 •Rf Knie zwingen zu wollen.

^ !r stehen wie ein Block

H?, e y„, Ga n le iter erinnerte daran, daß lan, 1 « 8 , der deutsche Soldat auf den j dern unbesiegt kämpfte, lat dur<dl Beschickt vorbereiteten Ver- V! I ,/ 0n J nnerl um den Sieg gebracht F r i Die Revolte 1918 habe nicht den htlac 11 gebracht, sondern führte über die Milli! 1011 zu e mein Brnderkampf, der viele a tf .^.Arbeitslose zeitigte. Der 1 Red- Üik« me vor ihm sitzenden Männer als Mi; R damit sie bestätigten, wie un- «distark dieüneinigkeit ge- s ei, ein die Kraft, die Größe und V„„ ,\ rieutsf hen Volkes beleidigender ■ bei dem der Feind daraus _ den Sir}, ; , Zo K- Gegen alle Meinungen habe ei der Führer durchgesetzt, und

Iim. „mbgen wachsenden Anhang ge- a ' Bas solle keiner vergessen, ge»

Drahtbericht unserer Berliner Schriitleitung

Dr. W. Sch. Berlin, 22. Okt. Wenn der Wehrmachtbericht auch heute wieder er­kennen läßt, mit welcher Verbissenheit der Feind um den freien Zugang zum Hafen Antwerpen kämpft, so gibt dazu der britische Rundfunkberichter Robert Frazer einen beachtlichen Kom­mentar mit der Erklärung, daß das Problem an der Westfront nach wie vor ein Nachschubproblem sei und daß General Eisenhower infolge des Fehlens von Nachschubhäfen ganz entscheidend Zeit verli^e. Der deutsche Entschluß, be­trächtliche Besatzungen zurückzulassen, um die Häfen zu verteidigen, an denen der alliierte Vormarsch vorbeigegangen sei, sei gewiß kein Fehler gewesen. .Die Opfer seien vielmehr der Mühe wert ge- Wenn aber Frazer meint, daß

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aber Frazer meint, Eisenhower in wenigen Woeben überlegenen Kräfte zu entscheidender Wir' kung bringen könne, wenn einmal das Nachschubproblem gelöst sei,^o bemerken wir, daß wir die gewonnene Zeit ja auch nicht nutzlos verstreichen lassen, sondern sie vielleicht in einem entscheiden­deren Ausmaß auszuwerten vermögen als das auf der Feindseite beim.Kampf mit dem Nachschubproblem der Fall ist.

Der Gedanke der totalen Kriegführung Deutschlands hat jetzt mit dem Aufruf des Volkssturms eine letzte Steige­rung erfahren, und auch im Feindlager kann man sich der Bedeutung dieses Ent­schlusses nich + mehr entziehen. Einzelne große Blätter, wie beispielsweise die „New York Times“, geben offen zu, daß mit dem Volkssturm ein ganz neuer und vorläufig unberechenbarer Punkt im Kriegsgeschehen aufgetaucht sei, der unter allen Umständen zunächst einmal.

Verlängerung des Krieges bedeute. Dieser Gedanke an eine Verlängerung des Krieges bis in das nächste Jahr er­scheint der gegnerischen Öffentlichkeit um so furchtbarer und unheimlicher, als alle Prognosen des Spätsommers auf den entscheidenden Sieg noch in diesem Jahre eingestellt waren und weil man vor allen Dihgen die ärgsten Befürchtungen vor militärischen; politischen und technischen Möglichkeiten lpei einem verlängerten Kriege hat, die sich in ihrer Bedeutung und in ihrem Ausmaß heute noch keines­wegs erkennen lassen. Wie ein Klageruf aus tiefster Brust klingt es darum, wenn ein Reuter-Korrespondent schreibt:

„Deutschland ist keineswegs besiegt, und ein langer Winterkrieg liegt vor uns, bei dem die einander gegenüberstehenden Armeen in die vielleicht heftigsten aller Kämpfe in Europa auf Monate hinaus in­einander verbiffen sein werden. Das deutsche Volk ist keineswegs in der Stim­mung, den Kampf aufzugeben, und nir­gendwo im Lande besteht eine Aussicht auf einen inneren Zusammenbruch. Die meisten höheren Offiziere, mit denen ich gesprochen habe, neigten der Ansicht zu, daß, wenn nicht innerhalb Deutschlands ein an Wunder grenzender Umschwung stattfinde, der Krieg noch weit in der Ferne 1945 andanern werde?“

Als ein Wunder mag den Feinden die einmütige Erhebung des deutschen Volkes zum äußersten Widerstand erschei­nen. Das Wunder nach der entgegen­gesetzten Richtung hat man drüben vergebens erwartet. Heute noch hält es der englische Kriegskorrespondent John Fall für angebracht, vor Illusionen auf einen Zerfall der inneren deutschen Front

ernstlich zu warnen, indem er erklärt, esc

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gäbe keine Anzeichen, die auf Risse und Sprünge in der deutschen Nation, auf die man gehofft habe, hindeuten. Jeder Deutsche sei ein guter Patriot una glaube fest an das Vaterland. Die Auswirkungen der deutschen Volkserhebung aber hat der Gegner erst zum kleineren Tejl verspürt.

Hartnäckige Verteidigung

Stockholm, 22. Okt. „Daily Telegraph“ schreibt zu den Kämpfen im Westen: „Je­des Dorf wird von den Deutschen erbittert verteidigt. Wenn wir es endlich erkämpft hatten, bemerkten wir tausend Meter wei­ter wieder einen neuen feindlichen Stütz­punkt.“

Eichenlaub verliehen

Führerhauptquartier, 22. Okt. Der Füh­rer verlieh dem Oberbefehlshaber' des Marine-Gruppenkommandos West, Admi­ral Theodor K r a n c k e, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, ferner an Oberst Wilhelm Bleckwenn, Kommandeur eines niedersächsischen Gre­nadier-Regiments, Oberst Arthur J ü 11 - n e r , Kommandeur eines ostpreußischen Grenadier-Regiments,Oberleutnant Burg, Kompanieführer im Panzer-Regiment „Großdeutschland“, H-Gruppenführer pnd Generalleutnant^ der Polizei, Heinz Reinefa' gruppe.

l h r t,Kommandeur einer Kampf-

Nach den Ausführungen eines englischen Journalisten hält Deutschland nicht etwa aus Prestigegründen die Brückenköpfe am Atlantik, sondern well den anglo-amerikanischen In­vasionstruppen für Ihre Versorgung und für Ihren Nachschub dadurch bedeutende Schwie­rigkeiten erwachsen.

Gegen die Philippinen

Von unserem mllltärichen v. W.-Mitarbeiter

Mit dem Augenblick der amerikanischen Landung auf der Insel M o r o t a i, die auf halbem Wege zwischen der Nordwest- spitze Neu-Guineas und der Südspitze der Philippineninsel Mindanao liegt, war es klar, daß damit der erste Schritt zum Angriff gegen die Philippinen bereits ge­tan war. Das geschah ungefähr zur glei­chen Stunde wie der amerikanische Vor­stoß gegen die Palau gruppe, die rund 750 km von den Philippinen entfernt liegt. Der Feind brauchte einige Zeit, um sich auf Morotai und der Insel P i 1 i 1 i u der Palaugruppe einzurichten, eine Nach- sdiubbasis aufzubauen und die notwendi­gen Start- und Landebahnen für die dort zu stationierenden Luftgeschwader zu legen. Wenn auch auf Pililiu noch ge­wisser japanischer Widerstand besteht, so hat dieser den Aufbau der Insel als Nach­schubbasis nicht verhindert.

Es ist nur natürlich, wenn die Vereinig­ten Staaten den ersten großen Landungs­angriff — was sie bis besetzten, war mit Ausnahme von Neu-Guinea höchst eng- räumiges Gebiet, das mit der Ausdehnung der Philippinen keinen Vergleich aus­hält — mit größten Mitteln vor­bereiteten und eröffnet haben. Es lag nahe, daß der General, der 1941 auf den Philippinen befehligt hatte, als bester Kenner des Landes auch den Gegenan­griff leiten würde. Die Amerikaner muß­ten sich darüber klar sein, daß Japan in­zwischen eine starke Armee auf die Phi­lippinen verlegt hatte, die die Hauptinseln besetzte und zur Verteidigung einrichtete. Im übrigen wurden die Philippinen zu einem Haüptnachsch u b Zentrum der japanischen Kriegführung im austral­asiatischen Inselmeer, denn alles, was von Japan an Truppen und Gerät zu den gro­ßen Inseln Insulindes transportiert wurde, lief über die Philippinen. Auch die auf den verschiedenen Inseln stationierten Land-, See- und Luftstreitkräfte mußten auf ein­zelnen Inseln der jetzt angegriffenen Gruppe ihre Zwischenbasen haben. Das bedeutet für den Feind nichts anderes, als daß er mit einem wohlorganisierten und sehr starken Widerstand rechnen muß. Er wird es mit einer Ver­teidigungsmacht zu tun haben, die sehr viele Divisionen zählt, die über alles ver­fügt, was man zum Kampfe braucht, und die sehr lange aushalten kann, weil sie sich aus dem Lande ernährt.

Den Amerikanern war das natürlich bekannt. Sie mußten sich auf schwere Kämpfe vorbereiten. Es entspricht der Denkungsart amerikanischer Militärs, überall, wo sie angreifen, das mit Trup­pen zu tun, die der Verteidigung über­legen sind. Entsprechend dieser Grund­lage militärischen Denkens wurde eine große Streitmacht bereitgestellt, unter der sich wahrscheinlich auch Australier befinden werden. Es war vor allem die Frage zu lösen, auf welche Weise ein großes Heer ohne größere Störungen zu den Philippinen gebracht werden konnte. Die Insel Morotai konnte gewiß als letzter Haltepunkt vor der Landung benutzt wer­den. Die Versammlung der Streitmacht konnte dort allerdings nicht erfolgen, son­dern mußte auf Neu-Guinea vorge­nommen werden. Das bedeutet mit ande­ren Worten einen Marschweg vom etwa 2000 km, der sich nach Verlassen des Zwischenlandeplatzes Morotai auf 1100 km zurückschrauben ließ. Eine große Transportflotte kann diesen ^farschweg in mehreren Tagen zurücklegen, wenn keine Zwischenfälle eintreten. Ihr Schutz setzt eine erhebliche Begleitflotte von Kriegsschiffen aller Art voraus. Eröffnet wurde die amerikanische Operation durch eine Anzahl von Luftangriffen, die mit dem 15. Oktober gegen wichtige Plätze der Philippinen begannen, gegen M a n i 1 a und seinen Flugplatz, gegen die Stadt Aparri im Norden von Luzon, gegen Stadt und Insel Zebu und gegen den Hafen Taoloban' auf der Insel Leyte. Tn den folgenden Tagen gab es weitere Luft­angriffe gegen den Hauptplatz Bacoled, auf der Insel Negros und auf wichtige Punkte der Insel Panay. Zum Teil wurden diese Angriffe von Flugzeugträgern aus gestartet, zum Teil sollen sie auch bereits von den neiien Inselstützpunkten ausge­gangen sein. Jedenfalls ließ die verstärkte Lufttätigkeit über den Philippinen erken­nen,,daß etwas im Spiele war.

Nun fand zwischen dem 10. und 16. Okt. ein amerikanischer Angriff durch die 3. pazifische Flotte unter Admiral H a 1 - s e y gegen Formosa statt. Der uner­wartete Ausgang dieser Angriffe und der Rückschlag, den die Halsey-Flotte dabei empfing, sind bekannt. Wenn japa­nische Sprecher in diesen Tagen den Vor­stoß gegen Formosa als Landungsversuch auslegten, so bestätigt jetzt die Landung auf den Philippinen, daß es der amerika­nischen Flottenführung darauf ankam, die Welt im Unklaren über ihre Vorhaben zu lassen. Wenn die USA eine starke Flotte aufs Spiel setzten, um damit ein