Ausgabe 
(21.10.1944) 283
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Bremer 9ladirtd)teti

Parteiamtliche Tageszeitung

Pas Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen MM

Nummer 283 14. Jahrgang

Geschäftsstellen 1 8

Bremen: Geschäftsstelle und Schrlft- leltung: Geeren 6-8, Ruf 2 19 31; Nacht­ruf und sonntags 2 47 65; Obemstr. 86, Huf 219 31; Syke: Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 8,

Ecke Poststraße. Ruf 3 34 58; Bremen- Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 und 8[ Bremen-Blumenthal: Kapitän-Dali,

mann-Straße 41-43, Ruf 88 und 89.

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatl des Reichssiaithallers in Oldenburg und Bremen

Sonnabend/Sonnlag. 21-/22. Oktober 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Volkssturm - totaler Einsatz aller Deutschen

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Der neue Faktor im Kampf um Deutschland gegen den totalen Vernichtitngswillen der Feinde

Latrer unserer Feinde, im Getöse voreilig en Siegesfanfaren ist die \adiridit vom Aufgebot des deutschen Volkssturmes, der Hinweis auf den bedin- IVslosen Widerstand, der den Angreifer wartet, wo immer er seinen Fuß auf lutschen Boden setzt, als greller Mißton bemerkt worden. Die nüchterne Über- ? ne geht auch auf seiten unserer Feinde 'hin, daß die Werte und Kräfte, die ein (schlossen um die Existenz kämpfendes iölk aus sich heraus entwickelt, unbe­rechenbar und deshalb in der Krieg­führung des 20. Jahrhunderts nicht weni­ger wichtig zu werten sind als in all |en historischen Entscheidungen vergange­ner Zeiten.

Mit der Volkssturmorganisation und dem Tolkskriegsgedanken' treten neue Fak­iren im Kampf um Deutschland auf den Schon die Festig ungderFron- t en. wie sie sich gegenüber den schwieri­gen Verhältnissen des Juli im Osten und des August im Westen heute bereits ab- zeichnet, ist zum Teil ein Ergebnis dessen, gas wir als Volkskrieg verstehen: Es war erste Tat dieses von allen Volksgenos­sen für die Erhaltung der Nation geführ- ien Kampfes, mit dem Spaten in der Hand der im Kampf den Grenzen des Reiches sich nähernden Truppe Auffangstel­lungen zu bauen und ihr damit die Mög­lichkeit der Auffrischung und Neugliede­rung zu bieten. Schon an diesem Beispiel wurde deutlich, welche neuen Ge­sichtspunkte sich für den Kampf der '"Armeen dort eröffnen, wo die ganze Be­völkerung mit Herz und Hand 'sich ein- seizt, um dem Feind ein Halt zu gebieten. Aber auch die operative Bedeu­tung der Volksbewaffnung steht für jeden außer Zweifel, der die Kampfent- widdungen dieses Krieges mit Aufmerk­samkeit verfolgt hat. Schnelligkeit und

in Berührung kommt Kind oder Greis,: Mann oder Frau, wird stolz und leiden­schaftlich daran denken, daß dieser Feind Reich und Volk vernichten will, daß kein Deutscher deshalb ihm Unter­stützung bieten,, keine Handlung für ihn unternehmen oder auch nur ein Wort zu seinem Nutzen sprechen kann. Jeder Handgriff für den Feind wäre Landes­verrat, jede ihm dienliche' Mitteilung ein todeswürdiges Verbrechen, jeder Scha­den, der ihm zugefügt wird, aber ist eine Tat, die dem deutschen Soldaten und Kämpfer hilft, den Eindringling aufs Haupt zu schlagen.

Alles, was der Feind sagt, ist dazu be­stimmt, uns innerlich zu schwächen, damit er uns vernichten kann. Alles, was der

Feind tut, zielt darauf ab, unsere Heimat­erde zu verwüsten, unser Reich ins Chaos zu stürzen, unser VolkAn vernichtender Sklaverei auszurotten. Unser ganzes Tun und Lassen soll deshalb überall dort, wo der Feind droht, unter dem Gesetz eines unerbittlichen Widerstandes im croßen wie im kleinen stehen. All unser Sinnen und Trachten, das Überlegen und FJan- deln jedes Deutschen kennt da nur das Gebot des Führers: ,,Dem uns bekannten totalen Vernichtungswillen unserer jü­disch-internationalen Feinde setzen wir den totalen Einsatz aller deut­schen Menschen entgegen.

Unser Dienst im Volkssturm, unsere Gedanken an den Volkskrieg sind Ergeb­nis und Ausdruck unseres Glaubens

an unsere Zukunft, unseres Willens zum Leben und einer soldatischen Hal­tung, die uns von unseren Vorfahren ver­erbt ist und zu der uns das Beispiel all der Kämpfer dieses Krieges neu verpflich­tet. Diese Haltung wollen wir mit unüber­

windlicher Leidenschaft zu loderndem Feuer steigern, auf daß Deutschland zu einem glühenden Stahlblock werde, dem der Feind sich nicht nähern kann, ohne sich selbst zu vernichten.

Helmut Sündermann. ,

Volk unter Waffen

Von Erich Beck

Kampf bis zum siegreichen Ende

Japans Ministerpräsident sprach auf einer Kundgebung in Tokio

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20., bis Mot Uhr. Sou*

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Is so rar! jöpiiferrasdmng, Durchbrüche und, Lu£tlan- dungen sind die Merkmale moderner mili­tarisier Operationen geworden. Beide Elemente können nicht entfaltet werden in einem Lande, in dem überall mit einem Widerstand zu rechnen ist, der infolge des moglidien Einsatzes ebenso einfacher wie »irkimgsvoller Abwehrmittel und -waffen auch für den modern ausgerüsteten An­greifer unüberwindlich sein kann. - Sion dieser Hinweis zeigt, welche Be- deutung der entschlossene und organisierte Einsatz aller Männer, die in den Städten tnd Dörfern der Heimat arbeiten, im Falle einer Annäherung des Feindes gerade im modernen Krieg gewinnen kann. Mit dem iampf an den Grenzen des Reiches wird aisäilidi ein neuesKapitel nicht nur ®s Krieges, sondern auch seiner Methoden :ne m ögen die Briten, die sich

besch. Get'I ®on voreilig am Ziele glauben, und die Oktob.Vf ^ *k aner > die sich immer stürmischer ScWa?if ,, en w as sie in Europa zu suchen haben,, idit gerne hören, aber sie werden es zu Pören bekommen ! für den deutschen Volksgenossen in der aimat bietet das Antreten des Volks­tones keine Überraschung. Er ist nicht Br m vielen Gauen bereits dem Volks- Bfgebot gefolgt, indem er den Spatep in Hand nahm. Im ganzen Reich hat er 5 stets zum Gedanken des vollen nsatzes bekannt, wo -immer der I an ihn erging. An der Flak, in der Bndwacht und in anderen Diensten hat 'seinen Mann gestanden. Die deutschen ande greifen deshalb heute ganz selbst- erständlich zum Gewehr, zur Mine oder ! »r Panzerfaust.

Der Begriff desVolkskrieges wie ir ihn verstehen findet im Volkssturm tue wirkungsvollste militärische Orga- isation, aber er greift auch noch darüber »aus, er umfaßt das ganze Lebens- und !l e: hsfeld des Volkes, ' soweit es un- . ?r vom Frontgeschehen erfaßt >rd- Der kämpfende Soldat findet in der Iah a ^ en -Heimat opferbereite, nie _er-

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-..Utende Hilfe, der Feind fanatischen derstandswillen. Wer immer mit ihm

Tokio, 20. Okt. Der japanische Minister­präsident K o i s o sprach auf einer Mas­senkundgebung, die anläßlich des Sieges bei Formosa in Tokio veranstaltet wurde. Koiso unterstrich, daß die gegenwärtigen Kämpfe für Japan um Sein oder Nicht­sein und für Ostasien um die Sicherung eines dauerhaften Friedens gehen. Wie aus den anglo-amerikanischen Nachkriegs­plänen ersichtlich werde, kämpfe der Feind nur zur Erweiterung seiner Macht und Versklavung fremder Völker. Niemals führe der Weg, den der Feind verfolge, zu einem Weltfrieden. Japans heilige Mis­sion sei es, zur Sicherung der Existenz des japanischen Reiches diesen Kampf bis zum siegreichen Ende durchzustehen. Zur Erreichung dieses Zieles müsse Japan den Feind in eine immer schwierigere Lage drängen und ihm immer größere Verluste zufügen. Der kürzliche Sieg der ipanij^n ^^hrmacht beL . : Formosa könne als einer der größten in der Tje- schichte Japans bezeichnet werden.,Er sei möglich geworden durch die gewaltigen Anstrengungen der japanischen Kriegs­front und der Heimatfront. Es gelte jetzt, die Kampfkraft der japanischen Armee und Marine weiter zu verstärken und es sei deshalb erforderlich, daß die japa­nische Rüstungsproduktion weiter inten­siviert werde.

Koiso forderte eine Steigerung der Rü­stungsproduktion'und betonte, der gegen­wärtige Krieg sei nicht zuletzt ein Kampf zwischen dem Einsatz der Heimat der

einzelnen Länder, und das japanische Volk müsse seine Überlegenheit den an­deren Nationen gegenüber dadurch be­weisen, daß es williger und freudiger zu opfern für die Kriegführung bereit sei als die Völker der Feinde.

Die Versammlung endete mit einem Gelöbnis aller Teilnehmer, anläßlich des großen Sieges von Formosa erneut alles für die Rüstung und die erfolgreiche Durchführung des Krieges einzusetzen, da die Freiheit und der Frieden nicht verwirklicht werden könnten, wenn es nicht gelinge, den Feind jetzt vernichtend zu schlagen. Es gelte jetzt, den Haß gegen den Feind brennender als je zu erhalten, alle Energien zusammenzureißen und die Kampfkraft der Nation materiell uni gei­stig auf das Ijöchste zu steigern.

Glückwunsch Ribbenlrops

~ Beflm," äÖ.' Okt'. TJ6r'RSi<?hsauß6nraini- ster von Ribbentrop hat nachstehendes Telegramm an den japanischen Außen­minister Shigemitsu gesandt:Anläßlich des glänzenden Sieges, den die japani­schen Luft- und Seestreitkräfte bei For­mosa erstritten haben, übermittle ich Eurer Exzellenz meine herzlichsten Glück­wünsche. J-ch bin überzeugt, daß diese neue ruhmreiche Waffentat als weiterer Markstein auf dem Wege zur Nieder- ringung unserer gemeinsamen Feinde in die Geschichte dieses Krieges eingehen wird.

Der Feind hat von dem Aufruf des deut­schen Volkssturmes gebührend Kenntnis genommen. Das Echo ist das erwartete. Eine Flut von Lügen und Hetzmeldungen ergießt sich abermals über das deutsche Volk. Mit der ganzen Methodik jüdischer Greuelagitation wird eine aus tiefster Va­terlandsliebe heraus geborene Organisie­rung leidenschaftlichen Widerstandswiljens in sein Gegenteil zu verfälschen versucht. Für unsDeutsche ist das alles völlig gleich­gültig. Für uns ist der Volkssturm nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit, als die Erfüllung einer Pflicht. Seitdem der Feind unsere Grenzen erreicht hat, gibt es überhaupt kein anderes Gebot, als nun auch durch den persönlichen Einsatz eines jeden einzelnen das zu verhindern, was er erreichen möchte: die Vernichtung von Volk und Reich. Und darum tritt jetzt der Volkssturm an, darum erleben wir diese revolutionäre Erheb u n g der Heimat. Darum steht nun vor der gan­zen Welt dieses Fanal höchster Gegenwehr einer Nation, die sich durchsetzen will und wird.

Vielleicht ist diese entschlossene Kund­gebung des deutschen Volkes für die breite Masse in London und Washington un­erwartet gekommen, offensichtlich auch für jene Journalisten und Literaten in London und Washington, die lediglich vom grünen Tisch aus arbeiten und niemals eine Ah­nung dävoii 1 häft6h;' welchen Gegnern ihre Truppen in Wirklichkeit gegenüberstehen. Für die Churchill, Roosevelt und Eisen- hower freilich mag diese neueste Doku­mentation ungebrodiener deutscher Ener­gie keine so große Überraschung gewesen sein. Sie wissen längst aus den Berichten ihrer Agenten, wie es in Deutschland aus­sieht, und daß es niemals eine Hoffnung gegeben hat, etwa durch eine Unterminie­rung der deutschen Moral einen billigen Sieg zu er|ingen. Es gibt dafür Beispiele genug. Eisenhowerselbst hat in der langen Unterhaltung mit dem jetzigen

Verteidigung im Westen immer stärker und dichter

Aachener Kampfbesatzung wehrt sich gegen konzentrischen Angriff

Von unserem milltärichen v. W.-Mltarbeiter Der Feind steht jetzt im konzentrischen Angriff gegen die Stadt Aachen, in deren Trümmern sich eine standhafte Besatzung verteidigt. Sie sieht sich gegnerischem An­griff von Süden, Osten und Norden her und damit einem Druck von allen Seiten ausgesetzt. Daß die USA-Armee, H o d g e in den Vorteil dieses konzentrischen Druckes kam, ist das Ergebnis ihres wochenlangen Anlaufens im Aachener Abschnitt. Es scheint in den letzten Ta­gen bereits zu britischem Einsatz in dem Kampfraum gekommen zu sein, denn das OKW sprach ausdrücklich von ame­rikanischen und e n g 1 i s c h e n Infante­rie- und Panzertruppen. Diese Hilfe durch

5 ngländer entsprach offensichtlich nicht em Plan, denn kurz vorher waren es ja die Amerikaner gewesen, die einige briti­sche Abschnitte an der Nahtstelle beider Armeen hatten übernehmen müssen.

Der Feind hat Aachen eingeschlos­sen und die Kampfbesatzungen von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnit­ten. Er hat damit die Stadt noch nicht in Besitz. Er wird auch niemals etwas von ihr haben, denn längst sind ihre Häuser

Die ersten Yolkssturmbnlnillone eingesetzt

In den Schutzstellungen Ostpreußens

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-Eigener Drahtbericht

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Königsberg, 20. Okt. Die ersten , ''Sstimnbataillone Ostpreußens wur- ruü am Freitag in die von der Bevölke- gebauten Schutzstellungen einge- j a J! en ' In zehn verschiedenen Gemeinden " e V us diesem Anlaß Kundgebungen tp.it 5, t erneut die, bedingungslose Be- Mn a ^ er ostpreußischen Volkssturm- taat v r Z lm Ausdruck brachten, ihre Hei- L: ßls zuin letzten zu verteidigen und ® Quadratmeter deutschen Bodens ;'l, p eneidi gt in die Hand des Feindes <5enV U ^ assen - Die Bataillone übernah- Teil»j®, die weiter zurückliegenden mit 3 Sr defgeglicderten Schutzstellungen ieirnvi do PP e lten Aufgabe, sie gegen

sjA. 1Cae Überraschungsvorstöße zu

arbeite n UnC ^ we ^ er an ihrem Ausbau zu

ot s.d einigen Wochen bestehende uhsdie Volkssturm, der

Feststellung von Gauleiter Erich Koch be­reitsZehntausende und aber Zehntausende von Männern umfaßt, wurde in den Grenzbezirken des Gaues, u. a. audi im Memelbrückenkopf, verschiedentlich be­reits mit Erfolg eingesetzt. Die Volks­sturmbataillone bewiesen dabei, trotz ihrer kurzen militärischen Ausbildung, eine Haltung, der auch von seiten der Wehrmacht höchste Anerkennung zuteil wurde.

Eichenlaub verliehen

Führerhauptquartier, 20. Okt. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an General­leutnant Mortimer von Kessel, Kom­mandeur einer thüängisdi-hessischen Pan­zer-Division, als 611, an Oberfeldwebel Willi Koch, Kompanieführer in einem Teplitz-Schönauer Grenadier-Regiment,

und Straßen in sich zusammengefal­len. Es wird kaum ein Quartier geben, in dem sich die Amerikaner vom Kampfe ausruhen könnten. Zur Stunde sind Straßenkämpfe im Gange, um Haus für Haus wird gerungen. Diese Phase, die jeder Truppenführer zu vermeiden wünscht, weil sie seine 'Verbände noch immer mitgenommen hat, ist die Stunde des Einzel- und Nahkämpfers, in der das kühlere Herz und der schnellere' Ent­schluß den Ausschlag geben.

Die Schlacht um Aachen läuft eine andere Richtung, als der Feind erwartet hatte. Er verliert in ihr Woche um Woche, Division um Division. Inzwi­schen sind östlich der Stadt neue Stel­lungssysteme entstanden, Panzergräben, Einmannbunker, Deckungslöcher: das zieht sich in tiefgestaffelten Linien nach Osten und macht insgesamt das neue FLaupt- kampffeld aus, vor dem der Feind neu aufmarschieren müßte, selbst wenn er den letzten Widerstand in Aachen überwältigt haben sollte. Es öffnet sich vor den amerikanischen Divisionen eine dunkle Straße ohne Ende, ein Weg durch Blut, den selbst der Bedenken­lose nicht lange beschreiten kann. Aachen war und ist noch ein Vorspiel. Hinter die­sem ersten Aachen werden noch viele andere liegen.

Der operative Sinn des Feindes befaßt sieh allerdings nicht mit Aachen, sondern mit Scheldemündung und Maas­front östlich Helmond. Hier liegen die maßgeblichen Abschnitte, die der Feind in die Hand bekommen muß, weil er Ent­faltungsraum zum Angriff gegen den Nie­derrhein und den schon seit Wochen bitter nötigen großen Hafen braucht. Doch ist der Zugang, trotz kanadischer Landung bei Breskens und Angriff gegen die Landbrücke nach Beveland und Walche- ren, weiter gesperrt. Der starke Panzer- und Infanterieangriff frischer britischer Divisionen zwischen G e n n e n und V e n 1 o , mit dem Zentrum H e 1 m o n d, führte nicht den Durchbruch zur Maas herbei, der überhaupt erst die Grundlage zum Angriff gegen die Maasfront sein könnte. Wenn die Briten und Kanadier am Nordflügel der Westfront ihr Interesse am Niederrhein wieder deutlich machen wollen eine Luftlandung werden sie nach den schlechten Erfahrungen von

nadf dOT 4 al*612.Soldaten der deutsihen Wehrmadit.i.Arnheim kaum so bald wieder .wagen-i-den ta Höhe von vielen. Millionen anrichtede,

müssen sie einen Ausgangsstreifen von genügender Breite und Tiefe besitzen. Ihn. haben sie noch nicht. Montgomery bleibt nichts anderes übrig, als abzuwar- ten, bis die Kanadier an der Schelde­mündung wieder frei- und nach West­holland vorwärtskommen oder seine eigene britische Armee die Maas forciert hat. Sie beide haben sich festgelau­fen. Es ist müßig, Überlegungen anzu­stellen, ob sie einmal wieder in Bewegung geraten.

Aber eine Woche nach der anderen vergeht: die Verteidigung wird zu sehends stärker und dichter. Das Gelände dagegen bleibt gleich schwierig. Auf den toten Punkt sind die feindlichen Operationen fm Nordabschnitt angelangt. Dieser wird nochdurch frische Anläufe überdeckt. Aber auf die Dauer läßt er sich nicht verbergen. Niemand gibt Mont­gomery die Männer wieder, die er in Hol­land verlor, ohne von dort aus den offen siven Einfallsflügel gegen das Reich in Marsch setzen zu können. Nur deshalb hätte sein Zug nach Holland Sinn gehabt. Vor diesem Ziel errichfeten deutsche Di­visionen unübersteigbare Hindernisse, und das Gelände war ihnen dabei eine verläß- liehe Hilfe.

V 1 in großer Anzahl

ep. Stockholm, 20. Okt. Eine große An­zahl von V-l-Geschossen wurde von den Deutschen ib der Nacht zum Freitag und in den frühen Morgenstunden des Freitag gegen Südengland und London abgeschos­sen, meldet Reuter. Das englische Flak­feuer zur Abwehr der V-l-Geschosse mußte verstärkt werden.

Spanien schließt Grenze

Stockholm, 20. Okt. Als Folge der mehr­fachen Grenzübertritte kommunistischer spanischer Banden aus Südfrankreich ha­ben, wie Reuter meldet, die spanischen Behörden die französisch - spanische Grenze geschlossen. Auf der internatio­nalen Br .ehe zwischen Iran und Hendaye wurde aller Verkehr eingestellt, auch ruht der Eisenbahnverkehr zwischen beiden OHen.

Mittelfloria wurde nach Meldungen'aus New York von einem Orkan heimgesucht, der Schä

USA-Marineminister Forrestal nachdrück­lich unterstrichen, daß jede Hoffnung auf einen auch nur teilweisen Zusammenbruch der inneren Front Deutschlands auf gege­ben werden müsse, da nach allen Informa­tionen Führung und Volk während des ganzen Krieges nie so einig gewesen seien wie jetzt. Und der jüdische JournalistWal- ter Lippman schreibt in derWa- , shington-Post sogar, 1918 sei nach der Ab­dankung des Kaisers wenigstens eine deut­sche Regierung zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes vorhanden gewesen, 1944 aber fände sich keine derartige deut­sche Autorität, die den Alliierten die Ka­pitulation anböte. Es sei ein Irrtum ge­wesen zu glauben, daß die National­sozialisten nur eine zahlenmäßig kleine Schicht in Deutschland darstellten, die die Schlüsselpositionen des Reiches in der Hand halte. In Wirklichkeit ergebe sich aus den vorliegenden Beweisen, daß die nationalsozialistische Lehre die deut­sche Armee, die Zivilverwaltung und die ganze Sozialordnung durchtränkt habe. Die Zerstörung des Nationalsozialismus würde deshalb' buchstäblich bedeuten, das ganze organisierte Leben Deutschlands in Stücke zu zerreißen. Es sei unter diesen Umständen unvorstellbar, wie eine Kapi­tulation Deutschlands Zustandekommen könnte. Die Alliierten stünden vor einer Situation, für die es in der Weltgeschichte kein Beispiel gebe'.

In der Tat, für die Situation, in der sich jetzt die Alliierten befinden, gibt es in der Weltgeschichte auch kein Beispiel. Daß ein ganzes Volk ohne jede Ausnahme auf einen Aufruf seines Führers hin wie ein Mann auf steht, um sich zur Waffe zu melden, das ist fürwahr ein Vorgang, wie kein zweiter im Lauf der ganzen Ge­schichte zu verzeichnen ist. Er ist nur zu erklären aus der, einen einfachen Tatsache, daß dieser Krieg inzwischen zu einem Freiheitskampf geworden ist, in dem es für niemanden mehr irgendeine Alternative gibt. Es gibt nur ein Sein oder Nichtsein, ein Leben öder Ster- ben und nichts anderes mehr. Früher konnte sich vielleicht dieser oder jener noch mit dem Gedanken abfinden, daß er sieh irgendwie aus den Schwierigkeiten einer Besetzung des Landes herauswinden könne. Heute ist eine solche Möglichkeit nicht mehr da. Heute bedeutet der Sieg der anderen unsere Vernichtung, nicht mehr nur die materielle, nicht mehr Pur den Verlust unseres Habs und Guts, un­serer Wirtschaft, unserer Industrie, unserer Schiffe und unseres nationalen Wohlstan­des, sondern auch den körperlichen T o d. Und weil diese Tatsache in das Be- wufitsein eines jeden übergegangen ist und weil Tag für Tag in immer neuen Prokla­mationen diese Zerstörungswut der an­deren schwarz auf weiß präsentiert wird, darum greift nunmehr jeder deutsche Mann zum Gewehr und ordnet sich in die geschlossene Front der kämpfenden Truppe ein.

Allerdings lebt in uns auch noch eine andere Erkenntnis: wir wollen uns nicht nur dem Haß entgegenstemmen, der gegen uns anbrandet, wir wollen auch nicht nur unsere Grenzen sichern, wir. wollen nicht nur im negativen Sinne eine drohende Ge­fahr abwehren, sondern wir wollen sie­gen, wir wollen den Feind nieder­ringen! Wir wollen dadurch, daß wir jetzt unseren Soldaten in den vordersten Linien eine neue und starke Rücken­deckung geben, mit den Tag vorbereiten helfen, an dem das Gesetz des Handelns wieder uns und unseren neuen Waf­fen gehört. Daß wir siegen werden, ist für uns immer eine selbstverständliche

Überzeugung gewesen, mag auch in den letzten Wochen und Monaten dieserGlaube bei diesem oder jenem erschüttert worden sein. Die Masse unseres Volkes hat nie ge- zweifelt; sie brauchte auch nicht zu zwei­feln. Heute aber wissen wir mehr denn je, daß dieser Sieg uns unter allen Um­ständen zufallen wird, daß wir ihn erzwingen werden, auchwenn die Welt voll Teufel wär, weil gegen eine innerlich und äußerlich so-gewappnete Na­tion wie die unsere keine Macht, auch wenn sie noch so stark wäre, auf die Dauer wird antreten können. Gegen den revo­lutionären Aufstand eines h e i 1 i « gen Volkskrieges gibt es kein Mit­tel! Mag man drüben vielleicht auch höh­nen, daß der Volkssturm heute erst auf dem Papiere stehe morgen wird er da sein und wird so zum Beweis für ein innerlich geschlossenes, zu jedem Opfer bereites, wahrhaft nationalsozialistisches Volk.

Dies aber. Ist das Entscheidende und füK