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jjonatsbezug 2,30 HM einschl, Zustellgebühr- postbezugspreis monatlich 23 0 RM (einschl. 30,1 Rpf. Post- z eitungsgebiihr) zuzügl. 42 Rpl. Be- s tellg eId - Postscheck: Hamburg 17 272. Anzeigenpreise und Aufnahmebedingungen laut Preisliste. Aufnahmetermine ohne Verbindlichkeit.
Parteiamtlich© Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Bremer 9lac*j¥id)teit
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Bremen: Geschäftsstelle und Schriftleitung: Geeren 6-8, Ruf 2 19 31; Nachtruf und sonntags 2 47 65; Obernstr. 86, Ruf 219 31; Syke: Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 8, Ecke PoststraOe, Ruf 3 34 58; Bremen- Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 und |U Bremen-Blumenthal: Kapitän-Dalu
mann-Straße 41-43, Ruf 88 und 89.
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reicbsstatthalters in Oldenburg und Bremen
Nummer 282 14. Jahrgang
Freilag. 20. Oktober 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
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Erkenntnis des Vernichiungswillens der Feinde Grundlage des fanatischen deutschen Selbsibehaupiungswillens
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prahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
i ell Nachrichtendienst findet 1 man ain Doanerstagmorgen diese Erklärung: „Wir müssen uns vor alle Hir dürfen uns nicht Härte und
allen Illusionen hüten, über den Umfang, die Dauer der Aufgabe
täuschen- Vor die uns der deutsche Volks- siarin stellt.“ In dieser Äußerung spiegelt
dch die erschreckte Reaktion im Feind- j a «er und die sofort durchgedrungene Er- kenntnis. daß das Aufgebot des deutschen folkssturms der Kriegslage ein völlig neues Gesicht gibt und daß die Auswirkungen des Führeraufrufs und seine Verwirklichung noch gar nicht zu übersehen sind.
Der Gedanke, daß es sich bei den jetzt einneleiteten Maßnahmen um ein Auf- häumen in der Verzweiflung handeln könnte, kann angesichts der unbeugsamen fle Schülal Entschlossenheit und der unverkennbaren lr " weittragenden Bedeutung des Volkssturms weder im neutralen Bereich noch im Feindlager irgend jemand kommen. Der rau ärZJ schweizerische Rundfunk hat diese Er-
kenntnis unmittelbar nach der Meldung über die Schaffung des deutschen Volks
selten Srlj |f arms ' n der Feststellung ausgedrückt, es
chin- int- Roonstr. tl 17. 10. MsrU ;t. 2 . Gef," d. Sande 11 10. ca. 132 1 tronpriiietC arinzensti-?’ 17. 10. v- J.' :er. Wee. 3« r Weg 8al : Montafmit*. rhölet Bi** nstraße I.
Ai. Okt. reiner Stieg. Belol zsfraße9,, wicht. Jn*r, ule, Gröpdbj ung abir 127.
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tändele sich hier einzig und allein um eine bis zum äußersten, umfassende Volkserhebung gegen die Möglichkeiten des modernen Krieges. Die Bemühungen des englischen Informationsministeriums, die Öffentlichkeit zu beruhigen und die deutschen Maßnahmen so weit wie möglich zu verkleinern, dringen offenbar nicht durch, wie die erwähnte Äußerung aus dem britischen Nachrichtendienst zeigt. In anderen englischen Kommentaren wird die bekümmerte Auffassung ausgesprochen, daß der Krieg nunmehr auf unabseh- bare Zeit verlängert werde Und daß das englische Volk sich allmählich an den Gedanken gewöhnen müsse, daß vorläufig von einem Kriegsende noch gar keine Kede sein könne. Solche Feststellun- i|en müssen auf die englische Öffentlichkeit besonders erdrückend in einem Zeitpunkt wirken, wo die Enttäuschung über die Festigung der deutschen Westfront bereits sehr drastische F-ormen angenommen bat. ....
Der Rei ch s f ü h r e r ft-hat in seiner Bede vor den ersten Volkssturmmännern «arauf hingewiesen, daß man in. England ras müde Volk mit terminmäßig fest-, [«egten Prophezeiungen habe ködern wol- r’ lm d daß Hie Enttäuschung darüber palilos sei, daß alle genannten Termine •nfst überholt seien, ohne daß sich ein «Zeichen der Verwirklichung der Pro- taiung zeige.
,Mufi es denn ein Aachen nach dem •aderen geben?“ und „Warum kämpfen «„diese Deutschen mit so verbissenem so fragte verzweifelt der „Man- «er Guardian“, und der „Daily Ex- J' gab diese Antwort: „Jedes Dor f, Me Stadt in Deutschland ist-ein assino.. Wir nähern uns demStel- •»Sskrieg von 1918, und wenn wir |. , vor einigen Wochen von der Dertio- tsierung Deutschlands überzeugt wa- ist das endgültig Vorbei.“ Noch (. tllc her sagt es der Bostoner „Christian jieiice Monitor“ den Amerikanern: „Un- „ t,e Truppen sind an der deutschen ,«7 auf einen bishör nie gekannten ätschen Widerstand gestoßen. Wir kom- . n Bur Meter für Meter vorwärts, und ,) , er fubelgeschrei über einen bevor- ^ffrliht “ en ^ sc i le * t i enc i en Sieg war höchst Es ist 1
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t .i -* zu beachten, daß all die,se Klagen ,i.i * aus ? es toßen waren, ehe die Nach- Tom Aufgebot des deutschen Volks- „.„f 18 v °rlag, die es den Feinden klar- j. c . P mu ß> daß der Widerstand, an dem k 7.1 ln den letzen Wochen vergeblich ji /ahne Msg e biss en haben, nur ein Jie p rspie gegenüber dem sein wird, was «egner zu erwarten haben, wenn sie Bit V m deutsches Gebiet eindringen und -len - yelkssturm Bekanntschaft ma- f i»e j «den. Das deutsche Volk, so sagt L- aan i sc he Zeitung,-ist von vorn- Li n der Auffassung, daß die deutsche leb ,7 ac kt schließlich doch unüberwind- vi r ,|- c .' n 'wd- -.aber der Volkssturm ij.-'i " 1 * 2 Verteidigungskraft des Reiches ns,7 hinaus noch entscheidend
’arken“.
5 5 j. enn der Reichsführer ’ ft in seiner 'des -Ewcdi auf die Tatsache ver- Bii-o» a die Feinde alles daransetzen S en - um - -
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h n ' eien schnellen Einbruch nach zu erzwingen, da ihre Kräfte
Ifsnnli es «aß angespannt und weil -ins- tb en j ere die russischen Länder im'Zei- •eblnti .ungers menschenleer und aiis- W^ amd, so ist das gewiß keine t” die nicht auf absolut siche- feber, C n en!rrundla g en beruhte. Gerade den ir •puflte diese Tatsache der wachsen- '-‘-iöi) r 1 e ^ s m üdigkeitin der Sowjet- in y T° n einem englischen. Beobachter D Sr ' r . ' eindeutig bestätigt werden. ticl P -. ^ehterstatter des „News Chro-' "’att ’4 „ i Winterton, meldete seinem 'haß Hie Nachrichten von dem Stop-
Nde-
Westen höchst dej remierend gewirkt hätten. Das russische Volk sei sehr betrübt darüber, denn es habe den Krieg satt und möchte ihn endlich beendet sehen. Und wenn der Reichsführer ft sagte, daß der amerikanischeSol- dat sich von Tag zu Tag mehr frage, warum er eigentlich gegen Deutschland kämpfen solle, so finden wir auch dafür die beweiskräftige Bestätigung in der programmatischen Erklärung eines höchst maßgeblichen amerikanischen Politikers, der es beklagte, daß die Vereinigten Staaten überhaupt kein klares Kriegs- z iel gegenüber Deutschland hätten, und die Veröffentlichung ^ler Vernichtungspläne der Alliierten gäbe der deutschen Propaganda die erwünschte Gelegenheit, das deutsche Volk zum fanatischen Widerstand aufzustacheln.
,Wir brauchen die Veröffentlichung solcher Ausgeburten des Hasses und des Vernichtungswillens durchaus nicht als. Mittel der Anstachelung. Das deutsche Volk verfügt nach den Erfahrungen in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg über
absolut , ausreichende Erkenntniskraft, ohne programmatische Erklärung unserer Feinde zu wissen, daß sie uns diesmal radikal ausrotten wollen.
Trotzdem hätte man wohl drüben nicht unbedingt den Tag der Proklamierung des deutschen Volkssturms gewählt, um gleich zwei neue Kundgebungen des V e rnichtungswillens zu veröffentlichen, wenn man etwas von dem tiefgreifenden und umfassenden Plan der deutschen Führung gewußt hätte, der offenkundig dem Feind als eine böse Überraschung gekommen ist. Bei den erwähnten Kundgebungen handelt es sich einmal um einen Beschluß der e n/g 1 i - suchen Gewerkschaften. ü,Das ganze deutsche Volk“, so heißt es da, „is't mitverantwortlich und soll bezahlen!“ „K e i n e M i 1 d e!“ „Kampf gegen jede Anwandlung von Mensch- 1 ic h k e i t !“ Zur Begründung dieser Sätze wurde ausdrücklich gesagt, daß, wenn man vom deutschen Volk- Sklavenarbeit verlangen wolle, man es vorher samt und sonders für schuldig erklären müsse. Was ferner Eisenhower an neuen Ein
zelheiten für seinen Vergewaltigungsapparat gegen Deutschland im Falle der Okkupation bekanntgab, bedeutet, wie wir einer Meldung unseres Stockholmer kl.- Vertreters entnehmen, nur die Ausführung des angestrebten Vernichtungsdiktats gegen Deutschland. Ausrottung zurfächst jedes physischen und geistigen Eigenwillens, dann ein brutales Quälerei- und Gewaltsystem von beispielloser Barbarei. „Das Gesetz der Erobe;er“ soll angewendet werden: Einschränkung und Kontrolle allen zivilen Lebens, Abschaffung der Reichsflagge und yor allem natürlich der Judeigese'tze, Loslas- sung aller destruktiven und asozialen Elemente, Todesstrafe für die geringsten Übertretungen, Englisch als offizielle Sprache!
Uns Sagen all diese Veröffentlichungen nichts Neues. Ihr barbarischer Wesensgehalt ist eiserner Bestandteil unserer politischen Erkenntnis und damit Grundlage der fanatischen deutschen Entschlossenheit, für die der Volkssturm den stärksten Ausdruck darstellt.
Soldaten nach der Haager Landkriegsordnung
Führung, Erfassung, Aufbau und Gliederung des deutschen Volkssturms
Berlin, 19. Okt. Zur Bildung des deutschen Volkssturms erfährt die NSK. folgende Einzelheiten:
Für die Führung, Erfassung, den Aufbau und die Gliederung des deutschen Volkssturms sind in den Gauen die Gauleiter, in den Kreisen die Kreisleiter der NSDAP, verantwortlich. Ihnen steht für die besondere - Aufgabe ein Gau- bzw. Kreisstabsführer de£ deutschen Volkssturms zur. Seite. Die gebietliche Gliederung des Volkssturms entspricht derjenigen der Partei, so daß die Geschlossenheit des Blocks, der Zelle, der Ortsgruppe, des Kreises und des Gaues möglichst, gewahrt bleibt. Die Zuständigen Hoheitsträger der NSDAP.- übernehm#n auch die Verantwortung für die richtige Auswahl der Bataillons-, Kompanie-, Zug- und Gruppenführer des deutschen Volkssturms, wobei Treue zum Führer, Standhaftigkeit und soldatisches Können die ausschlaggebenden Faktoren der. Auslese sind. Die oberste Einheit des Volkssturms ist das Bataillon.
Die Erfassung der aufgerufenen Jahrgänge erfolgt ohne bürokratische Hemmungen und eigenen aufgebauten Meldeapparat mit Hilfe der bereits bestehenden Unterlagen und Einrichtungen durch die Ortsgruppen der NSDAP., bei den Sechzehn- bis Achtzehnjährigen unter Mitwirkung der Hitler-Jugend, Eine UK-Stellung gegenüber dem Volkssturm gibt es grundsätzlich nicht; jedoch sind Vorkehrungen .getroffen, um bei der Ausbildung und im Kampfeinsatz die kriegsentscheidenden Aufgaben der Rüstung, der Volks- eriiährung, des Transport- und Nachrichtenwesens und der allgemeinen Führung zu berücksichtigen. Zum Volkssturm tauglich ist grundsätzlich jeder Arbeitsfähige, eine Abstufung nach körperlicher Leistungsfähigkeit ist gewährleistet; in Zweifelsfällen entscheidet ein vom Kreisleiter zu bestimmender Atzt.
Mit der Aushändigung des Soldbuches gehört der. Aufgerufene zum Volkssturm, durch das Tragen einer Armbinde mit der
Aufschrift „Deutscher Volkssturm — Wehrmacht“ sind cfie Volkssturmsoldaten als Angehörige der kriegführenden Truppe im Sinne der. Haager Landkriegsordnung gekennzeichnet. Bekleidung und Ausrüstung wird von den Völkssturmsoldaten, soweit möglich, selbst gestellt; hierbei sollen die in dpr Bevölkerung noch vorhandenen Uniform- und Ausrüstungsgegen- slände aller Art, gegebenenfalls auf dem Wege der Nachbarschaftshilfe, herangezogen und nach besonderen Bestimmungen feldverwendüngsfähig umgefärbt werden. Bei Wehrpflichtigen darf die Zugehörigkeit zum Volkssturm eine etwaige Einberufung - zum regulären Wehrdienst nicht verzögern. Mit der Einberufung zur Wehrmacht erlischt die Zugehörigkeit zum deutschen Volkssturm. ,
Der, Volkssturm wird ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Volkssturmsoldaten zu den Gliederungen, der NSDAP, oder anderen Organisationen zusammengestellt. Eine geschlossene Übernahme solcher Einheiten von Gliederungen, und Verbänden erfolgt grundsätzlich nicht; jedoch werden Berufs- und Spezialkennt
nisse bei der Einteilung im Zweckmäßigkeitsfall beachtet; Spezialeinheiten können zu Sonderaufgaben innerhalb des Volkssturms herangezogen werden.
Die Ausbildung erfolgt vorwiegend im Infanteriekampf unter besonderer Berücksichtigung der Panzer.nahbekämpfung. Nach einem Erfassungsappell werden die Volkssturmsoldaten, zumeist ab Sonntagen, zur Ausbildung heran gezogen; auf den kriegswichtigen Berüfseinsatz wird bei Festsetzung des Dienstes im Rahmen des Möglichen Rücksicht genommen. Formales Exerzieren wird auf ein Mindestmaß beschränkt, größere Märsche werden während der -Ausbildung vermieden. Die menschliche und soldatische Führung, Disziplinordnung und Gerichtsbarkeit werden den Gegebenheiten einer Kampfgemeinschaft angepaßt, die im Sinne, des Wehrgesetzes zwar zur Wehrmacht gekört, ihrer inneren Struktur nach aber das politisch-aktive, alle Klassen- und Standesunterschiede ablehnende, zum letzten Einsatz entschlossene und vom Willen zum Siege erfüllte Aufgebot des schaffenden und kämpfenden Volkes darstellt.
Krall der ganzen Nation aufgeboten!
Tagesbefehl des S tabschefs der SA.
Berlin, 19. Okt. Stabschef Schepmann hat folgenden Tagesbefehl an die SA. erlassen:
SA.-Männer! Der Führer hat die Männer der schaffenden Heimat Unter die Waffen gerufen. Im deutschen Volkssturm wird die Kraft der ganzen Nation aufgeboten. Es gilt, im kritischen Zeitpunkt, des Krieges die Entscheidung zu unseren Gunsten zu sichern.
'Der Volkssturm kämpft, an den brennenden Grenzen des Reiches. Er wird die geliebte Heimat bis zum letzten Atemzug verteidigen.
Die SA. wird die ganze Stoßkraft und Erfahrung ihrer nationalsozialistischen und wehrmäfiigen Erziehungsarbeit im Volkssturm einsetzen. Sie erneuert in ernster Stunde ihr Tat- und -Treuebekenntnis zum Führer. Wo immer die SA. im Volkssturm steht, hat sie ihre Pflicht mit heißem Herzen, nationalsozialistischer Gründlichkeit und der stets geübten selbstlosen Hingabe zu erfüllen. Besonders vom SA.-Füh- rer erwarte ich, daß er nach Leistung und Einsatzbereitschaft für die nationalsozialistische Idee Vorkämpfer und Beispiel ist.
Heil dem Führer!
Wilhelm Schepmann, Stabschef der SA.
Generalfeldmaischall Rommel — unsterbliches Vorbild für alle
Das'Staatsbegräbnis — Erhebende Worte des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Rundstedt
InWürttemberg, 19. Okt. Schmerz und Stolz zugleich im Herzen haben Wehrmacht und Volk, Partei und Reich, hat die ganze deutsche Nation am Mittwoch bei dem vom Führer angeordneten Staatsbegräbnis Abschied genommen von einem der kühnsten und überragendsten militärischen Führer, von GeneraHeldmar- schall Erwin Rommel, dessen Name zu einem Begriff für Freund und Feind geworden ist. Als Fanal zu schrankenloser Hingabe und zum Kampf mit allen Waffen
des Geistes und der Hände für ein großes Ziel, so wirkt der Name Rommel in uns fort, als einer jener großen soldatischen Führer, wie sie einem Volke nur selten gegeben werden.
In seiner württembergischen Heimat hatte man aufgebahrt, was sterblich war an Erwin Rommel. Unter dem dunklen Tonnengewölbe . des Raumes, umgeben von Fahnen und Lorbeer, ruht der mit der Reichskriegsflagge, Marschallstab, Helm und Degen Rommels,, bedeckte Katafalk,
Sein Nnme ist in die Geschichte eingegangen
Tagesbefehl des Führers zum Tode des Generalfeldmarschalls Rommel
anglo-amerikanischen Angriffs im
Führerhauptquartier, 19. Okt. Der Führer hat zum Tode des Generalfeldmarschalls Rommel folgenden Tagesbefehl erlassen:
Am 14 Oktober 1944 ist Generalfeldmarschall Rommel den Folgen der schweren Verletzungen, die er als Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe im Westen bei einer. Frontfahrt dnreh einen Kraftwagenunfall erlitten hatte, erlegen. Mit ihm ist einer unserer besten Heerführer dahingegangen. Sein Name ist im gegenwärtigen Schicksalskampf des deutschen Volkes der Begriff für hervorragende Tapferkeit und unerschrockenes Draufgängertüm geworden. Der zweijährige Heldenkampf des
deutschen Afrikakorps unter seiner wendigen und einfallsreichen Führung gegen vielfache Übermacht hat seine äußere Anerkennung in der Verleihung des Eichenlaubes mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als erstem Soldaten des Heeres gefunden. Als Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe hat er sich bis zn seiner schweren Verletzung erneut entscheidende Verdienste -um die Verstärkung unserer Verteidigung im Westen erworben.
Das Heer senkt vor diesem großen Soldaten in stolzer Trauer die Reichskriegsflagge. Sein Name ist in die Geschichte des deutschen .Volkes eingegangen.
an dem vier Generale des Heeres die Ehrenwache bezogen haben. ’ Von dem Ordenskissen leuchten die höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnungen. Auf dem Plate vor dem Rathaus hatten sich viele tausende Männer und Frauen des Volkes eingefu'nden, um den Feldmarschall zum letztenmal zu grüßen. Hohe Offiziere aller Wehrmachtteile und Vertreter der Partei, des Reiches und des Staates, Angehörige befreundeter Mächte usw. hatten sich in dem würdevoll geschmückten Feierraum versammelt, als der Wehrmachtstandortälteste in Begleitung der Hinterbliebenen und unmittelbar darauf als Vertreter des Führers der Oberbefehlshaber Wiest, Generalfeldmarschall von Rundstedt,’ eintraf.
Weihevoll- hallte der Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“ durch den Saal, ehe der Generalfeldmarschall Rundstedt seine Abschiedsworte an den gefallenen Kameraden richtete. „Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat uns hierher berufen,“ so führte Rundstedt aus, „um.Abschied zu nehmen von seinem auf dem Felde der Ehre gebliebenen Generalfeldmarschall. Mit uns steht nicht nur die deutsche Wehrmacht, sondern das ganze deutsche Volk in ehrfurchtvoller Trauer und tiefem Schmerz an der Bahre des toten Helden. Darüber ■hinaus wird auch die feindliche Welt die
(Fortsetzung nächste Seite^
Geist von 1813 >
Von '
Alfred Gßrigk
Dem Geist des Jahres 1813 hat der Reichsführer ft gestern beschworen, als auf ostpreußisdiem Boden der Aufruf zur Bildung des Volks'sturmes verkündet wurde. Erinnerungen an jene große, Zeit der Volkserhebung sind vielleicht eines der stärksten Mittel, um sich, klarzumachen, welcher Leistungen ein Volk fähig ist, wenn es die Stunde nützt und wenn es aus einem entschlossenen Geist selbst zur Aktion übergebt. Aus dem Februar des Jahres 1813 stammt der erste Anstoß zur Bildung eines Landsturmes auf gesetzlicher Grundlage, und Ostpreußen war das Heimatland dieses ersten preußischen Landsturmes, denn die anderen Provinzen des preußischen Staates standen noch ganz unter französischen) Druck und ganz unter dem Eindruck jener französischen Besetzungstruppen, die unberührt von Napoleons Niederlagen auf /russischem Boden in strammer Ordnung die wichtigsten Städte und Festungen in ihrer Hand hatten. Aber an der ostpreufiischen Grenze war der General York'mit seinem Korps zur selbständigen politischen Aktion gegen die Franzosen vorgegangen und in Ostpreußen erschienen die ersten Zeügen der napoleonischen Niederlage,'abgerissen, zerlumpt und ohne Waffen. So ergriff Ostpreußen, das die erste Begegnung mit den zurückflutenden Franzosen haben sollte, die Initiative ohne Befehl des Königs, der in Potsdam saß und ohne Verbindung blieb. Ein ostpreußischer Landtag trat zusamnien. Dem General York waren zur Verstärkung' seines Korps aus Ostpreußen schon Rekruten in größerer Zahl bewilligt worden. Jetzt wurde beschlossen, eine Landwehr von 20 000 Mann aus der Provinz zu errichten und alle älteren Einwohner als Landsturm aufzubieten. Das waren die Männer-zwischen dem-/5. und dem 60: Lebensjahr, mit Sensen, Piken und überhaupt allen möglichen Instrumenten bewaffnet, nur notdürftig militärisch organisiert, war dieser Landsturm dazu bestimmt, den Feind von den Grenzen fernzuhalten. Ernst Moritz, Arndts Schrift erschien: „Was bedeutet Landwehr und Landsturm?“ Wie eine Fanfare klangen die ersten Worte dieser Propagända- schrift: „Jetzt ist Bonaparte durch Gott geschlagen. Es ist kein französisches Heer mehr, er bedarf Monate, um wieder ein neues aufzurichten, seinen Ruhm aber und den Wahn, woraus seine Siege hervorgin- gen, vermag er niemals wieder aufzurichten“.
So wurden die Aufgaben des Landsturmes in dieser Schrift gezeichnet: „Er ist bestimmt, die Landschaft um den eigenen Herd zu beschützen. Wo der Feind an- und eindringt, da sammeln sich die Män- Ti®r> fallen -auf ihn, umredßen ihn, schneiden ihn ab, überfallen seine Zufuhren nüd Rekruten, erschießen seine Kuriere, Kundschafter und Späher, kurz, tun ihm allen Schaden und Abbruch, den sie ihm ntitz- licherweise tun können, welches ihnen durch die Kenntnis von' Wegen und Stegen und von allen Gelegenheiten möglich ist« sie sind dem Feind ein furchtbares H e e r , weit furchtbarer als ordentliche Soldaten, weil sie allenthalben und nirgends sind, weil sie immer verschwinden und wiederkommen. Dieser Landsturm steht nun auf, wenn der Feind da oder dort nahe ist. Wbnn die Gefahr vorüber, so geht jeder, wie ihm gefällt, wieder' in sein Haus, an seine Arbeit, an sein Geschäft. Er übt alles, was Waffe heißt und wodurch man Bedrücker ausrotten kann: Büchsen, Speere, Flinten, Keulen, Sensen usw. Auch sind ihm alle Kriegskünste, Li- sten -und Hinterlisten erlaubt, wodurch er mit der mindesten Gefahr, bei Tag und Nacht den Feind vertilgen kann, denn der Räuber hat in seinem Land nichts zu tun.“
Das war der Aufruf Arndts, und dieser Aufruf schuf die Stimmung im preußischen Volk, auf der dann Ende April die allgemeingültige preußische Verordnung über die Errichtung des Landsturms geschaffen werden konnte. Dem Feind war dieser Lahdsturm eine furchtbare Drohung. Französische .Generale, die vom Osten kommend mit kleiner Begleitung nach Frankreich fliehen Wollten, kleine Trupps heimkehrender Franzosen, feindliche Marodeure und Plünderer fielen zum Opfer. Die Bevölkerung, die Landsturm- bataillone mit den Namen einzelner Landstädte oder Landkreise ■ bildeten, improvisierten die Kriegführung selbst. „Gene- r als fallen“ wurden angelegt, Hinterbalte, ans denen man den. Gegner unvermutet überfallen konnte, die Parole hieß: „Schlagt sie tot. Das Weltgericht fragt euch nach Gründen nicht!“ In Ostdeutschland vor allem verfügte der Feind bald nicht mehr über eine geordnete Etappe. In Königsberg schlug man vor den Augen von Napoleons Schwager Murat einen französischen Offizier tot, der. sich unverschämt benommen hatte, ohne daß bei der allgemeinen Volksstimmung und