Ausgabe 
(20.10.1944) 282
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Parteiamtlich© Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Bremer 9lac*j¥id)teit

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mann-Straße 41-43, Ruf 88 und 89.

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reicbsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Nummer 282 14. Jahrgang

Freilag. 20. Oktober 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Erkenntnis des Vernichiungswillens der Feinde Grundlage des fanatischen deutschen Selbsibehaupiungswillens

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prahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

i ell Nachrichtendienst findet 1 man ain Doanerstagmorgen diese Erklärung: „Wir müssen uns vor alle Hir dürfen uns nicht Härte und

allen Illusionen hüten, über den Umfang, die Dauer der Aufgabe

täuschen- Vor die uns der deutsche Volks- siarin stellt.“ In dieser Äußerung spiegelt

dch die erschreckte Reaktion im Feind- j a «er und die sofort durchgedrungene Er- kenntnis. daß das Aufgebot des deutschen folkssturms der Kriegslage ein völlig neues Gesicht gibt und daß die Auswir­kungen des Führeraufrufs und seine Ver­wirklichung noch gar nicht zu übersehen sind.

Der Gedanke, daß es sich bei den jetzt einneleiteten Maßnahmen um ein Auf- häumen in der Verzweiflung handeln könnte, kann angesichts der unbeugsamen fle Schülal Entschlossenheit und der unverkennbaren lr " weittragenden Bedeutung des Volkssturms weder im neutralen Bereich noch im Feindlager irgend jemand kommen. Der rau ärZJ schweizerische Rundfunk hat diese Er-

kenntnis unmittelbar nach der Meldung über die Schaffung des deutschen Volks

selten Srlj |f arms ' n der Feststellung ausgedrückt, es

chin- int- Roonstr. tl 17. 10. MsrU ;t. 2 . Gef," d. Sande 11 10. ca. 132 1 tronpriiietC arinzensti-?’ 17. 10. v- J.' :er. Wee. 3« r Weg 8al : Montafmit*. rhölet Bi** nstraße I.

Ai. Okt. reiner Sti­eg. Belol zsfraße9,, wicht. Jn*r, ule, Gröpdbj ung abir 127.

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tändele sich hier einzig und allein um eine bis zum äußersten, umfassende Volks­erhebung gegen die Möglichkeiten des modernen Krieges. Die Bemühungen des englischen Informationsministeriums, die Öffentlichkeit zu beruhigen und die deut­schen Maßnahmen so weit wie möglich zu verkleinern, dringen offenbar nicht durch, wie die erwähnte Äußerung aus dem bri­tischen Nachrichtendienst zeigt. In an­deren englischen Kommentaren wird die bekümmerte Auffassung ausgesprochen, daß der Krieg nunmehr auf unabseh- bare Zeit verlängert werde Und daß das englische Volk sich allmählich an den Gedanken gewöhnen müsse, daß vorläufig von einem Kriegsende noch gar keine Kede sein könne. Solche Feststellun- i|en müssen auf die englische Öffentlich­keit besonders erdrückend in einem Zeit­punkt wirken, wo die Enttäuschung über die Festigung der deutschen Westfront bereits sehr drastische F-ormen angenom­men bat. ....

Der Rei ch s f ü h r e r ft-hat in seiner Bede vor den ersten Volkssturmmännern «arauf hingewiesen, daß man in. England ras müde Volk mit terminmäßig fest-, [«egten Prophezeiungen habe ködern wol- r’ lm d daß Hie Enttäuschung darüber palilos sei, daß alle genannten Termine •nfst überholt seien, ohne daß sich ein «Zeichen der Verwirklichung der Pro- taiung zeige.

,Mufi es denn ein Aachen nach dem •aderen geben?“ und „Warum kämpfen «„diese Deutschen mit so verbissenem so fragte verzweifelt der „Man- «er Guardian“, und der „Daily Ex- J' gab diese Antwort: „Jedes Dor f, Me Stadt in Deutschland ist-ein assino.. Wir nähern uns demStel- •»Sskrieg von 1918, und wenn wir |. , vor einigen Wochen von der Dertio- tsierung Deutschlands überzeugt wa- ist das endgültig Vorbei.“ Noch (. tllc her sagt es der Bostoner „Christian jieiice Monitor“ den Amerikanern: „Un- „ t,e Truppen sind an der deutschen ,«7 auf einen bishör nie gekannten ätschen Widerstand gestoßen. Wir kom- . n Bur Meter für Meter vorwärts, und ,) , er fubelgeschrei über einen bevor- ^ffrliht “ en ^ sc i le * t i enc i en Sieg war höchst Es ist 1

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t .i -* zu beachten, daß all die,se Klagen ,i.i * aus ? es toßen waren, ehe die Nach- Tom Aufgebot des deutschen Volks- „.„f 18 v °rlag, die es den Feinden klar- j. c . P mu ß> daß der Widerstand, an dem k 7.1 ln den letzen Wochen vergeblich ji /ahne Msg e biss en haben, nur ein Jie p rspie gegenüber dem sein wird, was «egner zu erwarten haben, wenn sie Bit V m deutsches Gebiet eindringen und -len - yelkssturm Bekanntschaft ma- f i»e j «den. Das deutsche Volk, so sagt L- aan i sc he Zeitung,-ist von vorn- Li n der Auffassung, daß die deutsche leb ,7 ac kt schließlich doch unüberwind- vi r ,|- c .' n 'wd- -.aber der Volkssturm ij.-'i " 1 * 2 Verteidigungskraft des Reiches ns,7 hinaus noch entscheidend

’arken“.

5 5 j. enn der Reichsführer ’ ft in seiner 'des -Ewcdi auf die Tatsache ver- Bii-o» a die Feinde alles daransetzen S en - um - -

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h n ' eien schnellen Einbruch nach zu erzwingen, da ihre Kräfte

Ifsnnli es «aß angespannt und weil -ins- tb en j ere die russischen Länder im'Zei- •eblnti .ungers menschenleer und aiis- W^ amd, so ist das gewiß keine t” die nicht auf absolut siche- feber, C n en!rrundla g en beruhte. Gerade den ir •puflte diese Tatsache der wachsen- '-‘-iöi) r 1 e ^ s m üdigkeitin der Sowjet- in y T° n einem englischen. Beobachter D Sr ' r . ' eindeutig bestätigt werden. ticl P -. ^ehterstatter des „News Chro-' "’att ’4 „ i Winterton, meldete seinem 'haß Hie Nachrichten von dem Stop-

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Westen höchst dej remierend gewirkt hätten. Das russische Volk sei sehr be­trübt darüber, denn es habe den Krieg satt und möchte ihn endlich beendet sehen. Und wenn der Reichsführer ft sagte, daß der amerikanischeSol- dat sich von Tag zu Tag mehr frage, warum er eigentlich gegen Deutschland kämpfen solle, so finden wir auch dafür die beweiskräftige Bestätigung in der pro­grammatischen Erklärung eines höchst maßgeblichen amerikanischen Politikers, der es beklagte, daß die Vereinigten Staa­ten überhaupt kein klares Kriegs- z iel gegenüber Deutschland hätten, und die Veröffentlichung ^ler Vernichtungs­pläne der Alliierten gäbe der deutschen Propaganda die erwünschte Gelegenheit, das deutsche Volk zum fanatischen Wider­stand aufzustacheln.

,Wir brauchen die Veröffentlichung sol­cher Ausgeburten des Hasses und des Ver­nichtungswillens durchaus nicht als. Mittel der Anstachelung. Das deutsche Volk verfügt nach den Erfahrungen in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg über

absolut , ausreichende Erkenntniskraft, ohne programmatische Erklärung unserer Feinde zu wissen, daß sie uns diesmal radikal ausrotten wollen.

Trotzdem hätte man wohl drüben nicht unbedingt den Tag der Proklamierung des deutschen Volkssturms gewählt, um gleich zwei neue Kundgebungen des V e rnichtungswillens zu ver­öffentlichen, wenn man etwas von dem tiefgreifenden und umfassenden Plan der deutschen Führung gewußt hätte, der offenkundig dem Feind als eine böse Überraschung gekommen ist. Bei den erwähnten Kundgebungen handelt es sich einmal um einen Beschluß der e n/g 1 i - suchen Gewerkschaften. ü,Das ganze deutsche Volk“, so heißt es da, „is't mitverantwortlich und soll bezahlen!“ „K e i n e M i 1 d e!“ „Kampf gegen jede Anwandlung von Mensch- 1 ic h k e i t !“ Zur Begründung dieser Sätze wurde ausdrücklich gesagt, daß, wenn man vom deutschen Volk- Sklavenarbeit verlangen wolle, man es vorher samt und sonders für schuldig erklären müsse. Was ferner Eisenhower an neuen Ein­

zelheiten für seinen Vergewaltigungsappa­rat gegen Deutschland im Falle der Okku­pation bekanntgab, bedeutet, wie wir einer Meldung unseres Stockholmer kl.- Vertreters entnehmen, nur die Ausfüh­rung des angestrebten Vernichtungsdiktats gegen Deutschland. Ausrottung zurfächst jedes physischen und geistigen Eigen­willens, dann ein brutales Quälerei- und Gewaltsystem von beispielloser Barbarei. „Das Gesetz der Erobe;er“ soll an­gewendet werden: Einschränkung und Kontrolle allen zivilen Lebens, Abschaf­fung der Reichsflagge und yor allem natürlich der Judeigese'tze, Loslas- sung aller destruktiven und asozialen Elemente, Todesstrafe für die geringsten Übertretungen, Englisch als offizielle Sprache!

Uns Sagen all diese Veröffentlichungen nichts Neues. Ihr barbarischer Wesensge­halt ist eiserner Bestandteil unserer poli­tischen Erkenntnis und damit Grundlage der fanatischen deutschen Entschlossen­heit, für die der Volkssturm den stärksten Ausdruck darstellt.

Soldaten nach der Haager Landkriegsordnung

Führung, Erfassung, Aufbau und Gliederung des deutschen Volkssturms

Berlin, 19. Okt. Zur Bildung des deut­schen Volkssturms erfährt die NSK. fol­gende Einzelheiten:

Für die Führung, Erfassung, den Aufbau und die Gliederung des deutschen Volks­sturms sind in den Gauen die Gauleiter, in den Kreisen die Kreisleiter der NSDAP, verantwortlich. Ihnen steht für die beson­dere - Aufgabe ein Gau- bzw. Kreisstabs­führer de£ deutschen Volkssturms zur. Seite. Die gebietliche Gliederung des Volkssturms entspricht derjenigen der Partei, so daß die Geschlossenheit des Blocks, der Zelle, der Ortsgruppe, des Kreises und des Gaues möglichst, gewahrt bleibt. Die Zuständigen Hoheitsträger der NSDAP.- übernehm#n auch die Verantwor­tung für die richtige Auswahl der Ba­taillons-, Kompanie-, Zug- und Gruppen­führer des deutschen Volkssturms, wobei Treue zum Führer, Standhaftigkeit und soldatisches Können die ausschlaggeben­den Faktoren der. Auslese sind. Die oberste Einheit des Volkssturms ist das Bataillon.

Die Erfassung der aufgerufenen Jahr­gänge erfolgt ohne bürokratische Hem­mungen und eigenen aufgebauten Melde­apparat mit Hilfe der bereits bestehenden Unterlagen und Einrichtungen durch die Ortsgruppen der NSDAP., bei den Sech­zehn- bis Achtzehnjährigen unter Mit­wirkung der Hitler-Jugend, Eine UK-Stel­lung gegenüber dem Volkssturm gibt es grundsätzlich nicht; jedoch sind Vorkeh­rungen .getroffen, um bei der Ausbildung und im Kampfeinsatz die kriegsentschei­denden Aufgaben der Rüstung, der Volks- eriiährung, des Transport- und Nachrich­tenwesens und der allgemeinen Führung zu berücksichtigen. Zum Volkssturm taug­lich ist grundsätzlich jeder Arbeitsfähige, eine Abstufung nach körperlicher Lei­stungsfähigkeit ist gewährleistet; in Zwei­felsfällen entscheidet ein vom Kreisleiter zu bestimmender Atzt.

Mit der Aushändigung des Soldbuches gehört der. Aufgerufene zum Volkssturm, durch das Tragen einer Armbinde mit der

Aufschrift „Deutscher Volkssturm — Wehrmacht“ sind cfie Volkssturmsoldaten als Angehörige der kriegführenden Truppe im Sinne der. Haager Landkriegsordnung gekennzeichnet. Bekleidung und Aus­rüstung wird von den Völkssturmsoldaten, soweit möglich, selbst gestellt; hierbei sol­len die in dpr Bevölkerung noch vorhan­denen Uniform- und Ausrüstungsgegen- slände aller Art, gegebenenfalls auf dem Wege der Nachbarschaftshilfe, herange­zogen und nach besonderen Bestimmungen feldverwendüngsfähig umgefärbt werden. Bei Wehrpflichtigen darf die Zugehörig­keit zum Volkssturm eine etwaige Einbe­rufung - zum regulären Wehrdienst nicht verzögern. Mit der Einberufung zur Wehr­macht erlischt die Zugehörigkeit zum deutschen Volkssturm. ,

Der, Volkssturm wird ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Volkssturmsol­daten zu den Gliederungen, der NSDAP, oder anderen Organisationen zusammen­gestellt. Eine geschlossene Übernahme solcher Einheiten von Gliederungen, und Verbänden erfolgt grundsätzlich nicht; jedoch werden Berufs- und Spezialkennt­

nisse bei der Einteilung im Zweckmäßig­keitsfall beachtet; Spezialeinheiten kön­nen zu Sonderaufgaben innerhalb des Volkssturms herangezogen werden.

Die Ausbildung erfolgt vorwiegend im Infanteriekampf unter besonderer Berück­sichtigung der Panzer.nahbekämpfung. Nach einem Erfassungsappell werden die Volkssturmsoldaten, zumeist ab Sonntagen, zur Ausbildung heran gezogen; auf den kriegswichtigen Berüfseinsatz wird bei Festsetzung des Dienstes im Rahmen des Möglichen Rücksicht genommen. Formales Exerzieren wird auf ein Mindestmaß be­schränkt, größere Märsche werden wäh­rend der -Ausbildung vermieden. Die menschliche und soldatische Führung, Disziplinordnung und Gerichtsbarkeit werden den Gegebenheiten einer Kampf­gemeinschaft angepaßt, die im Sinne, des Wehrgesetzes zwar zur Wehrmacht ge­kört, ihrer inneren Struktur nach aber das politisch-aktive, alle Klassen- und Standesunterschiede ablehnende, zum letz­ten Einsatz entschlossene und vom Willen zum Siege erfüllte Aufgebot des schaffen­den und kämpfenden Volkes darstellt.

Krall der ganzen Nation aufgeboten!

Tagesbefehl des S tabschefs der SA.

Berlin, 19. Okt. Stabschef Schepmann hat folgenden Tagesbefehl an die SA. er­lassen:

SA.-Männer! Der Führer hat die Männer der schaffenden Heimat Unter die Waffen gerufen. Im deutschen Volkssturm wird die Kraft der ganzen Nation aufgeboten. Es gilt, im kritischen Zeitpunkt, des Krie­ges die Entscheidung zu unseren Gunsten zu sichern.

'Der Volkssturm kämpft, an den brennen­den Grenzen des Reiches. Er wird die ge­liebte Heimat bis zum letzten Atemzug verteidigen.

Die SA. wird die ganze Stoßkraft und Erfahrung ihrer nationalsozialistischen und wehrmäfiigen Erziehungsarbeit im Volkssturm einsetzen. Sie erneuert in ern­ster Stunde ihr Tat- und -Treuebekenntnis zum Führer. Wo immer die SA. im Volks­sturm steht, hat sie ihre Pflicht mit heißem Herzen, nationalsozialistischer Gründlich­keit und der stets geübten selbstlosen Hin­gabe zu erfüllen. Besonders vom SA.-Füh- rer erwarte ich, daß er nach Leistung und Einsatzbereitschaft für die nationalsoziali­stische Idee Vorkämpfer und Beispiel ist.

Heil dem Führer!

Wilhelm Schepmann, Stabschef der SA.

Generalfeldmaischall Rommel — unsterbliches Vorbild für alle

Das'Staatsbegräbnis — Erhebende Worte des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Rundstedt

InWürttemberg, 19. Okt. Schmerz und Stolz zugleich im Herzen haben Wehrmacht und Volk, Partei und Reich, hat die ganze deutsche Nation am Mitt­woch bei dem vom Führer angeordneten Staatsbegräbnis Abschied genommen von einem der kühnsten und überragendsten militärischen Führer, von GeneraHeldmar- schall Erwin Rommel, dessen Name zu einem Begriff für Freund und Feind ge­worden ist. Als Fanal zu schrankenloser Hingabe und zum Kampf mit allen Waffen

des Geistes und der Hände für ein großes Ziel, so wirkt der Name Rommel in uns fort, als einer jener großen soldatischen Führer, wie sie einem Volke nur selten gegeben werden.

In seiner württembergischen Heimat hatte man aufgebahrt, was sterblich war an Erwin Rommel. Unter dem dunklen Tonnengewölbe . des Raumes, umgeben von Fahnen und Lorbeer, ruht der mit der Reichskriegsflagge, Marschallstab, Helm und Degen Rommels,, bedeckte Katafalk,

Sein Nnme ist in die Geschichte eingegangen

Tagesbefehl des Führers zum Tode des Generalfeldmarschalls Rommel

anglo-amerikanischen Angriffs im

Führerhauptquartier, 19. Okt. Der Führer hat zum Tode des General­feldmarschalls Rommel folgenden Tages­befehl erlassen:

Am 14 Oktober 1944 ist Generalfeldmar­schall Rommel den Folgen der schweren Verletzungen, die er als Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe im Westen bei einer. Frontfahrt dnreh einen Kraftwagenunfall erlitten hatte, erlegen. Mit ihm ist einer unserer besten Heerführer dahingegan­gen. Sein Name ist im gegenwärtigen Schicksalskampf des deutschen Volkes der Begriff für hervorragende Tapferkeit und unerschrockenes Draufgängertüm gewor­den. Der zweijährige Heldenkampf des

deutschen Afrikakorps unter seiner wen­digen und einfallsreichen Führung gegen vielfache Übermacht hat seine äußere An­erkennung in der Verleihung des Eichen­laubes mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als er­stem Soldaten des Heeres gefunden. Als Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe hat er sich bis zn seiner schweren Verletzung erneut entscheidende Verdienste -um die Verstärkung unserer Verteidigung im Westen erworben.

Das Heer senkt vor diesem großen Sol­daten in stolzer Trauer die Reichskriegs­flagge. Sein Name ist in die Geschichte des deutschen .Volkes eingegangen.

an dem vier Generale des Heeres die Ehrenwache bezogen haben. ’ Von dem Ordenskissen leuchten die höchsten deut­schen Tapferkeitsauszeichnungen. Auf dem Plate vor dem Rathaus hatten sich viele tausende Männer und Frauen des Volkes eingefu'nden, um den Feldmar­schall zum letztenmal zu grüßen. Hohe Offiziere aller Wehrmachtteile und Ver­treter der Partei, des Reiches und des Staates, Angehörige befreundeter Mächte usw. hatten sich in dem würdevoll ge­schmückten Feierraum versammelt, als der Wehrmachtstandortälteste in Beglei­tung der Hinterbliebenen und unmittelbar darauf als Vertreter des Führers der Oberbefehlshaber Wiest, Generalfeldmar­schall von Rundstedt,’ eintraf.

Weihevoll- hallte der Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“ durch den Saal, ehe der Generalfeldmarschall Rundstedt seine Abschiedsworte an den gefallenen Kameraden richtete. „Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat uns hierher berufen,“ so führte Rund­stedt aus, „um.Abschied zu nehmen von seinem auf dem Felde der Ehre geblie­benen Generalfeldmarschall. Mit uns steht nicht nur die deutsche Wehrmacht, sondern das ganze deutsche Volk in ehr­furchtvoller Trauer und tiefem Schmerz an der Bahre des toten Helden. Darüber ■hinaus wird auch die feindliche Welt die

(Fortsetzung nächste Seite^

Geist von 1813 >

Von '

Alfred Gßrigk

Dem Geist des Jahres 1813 hat der Reichsführer ft gestern beschworen, als auf ostpreußisdiem Boden der Aufruf zur Bildung des Volks'sturmes verkündet wurde. Erinnerungen an jene große, Zeit der Volkserhebung sind vielleicht eines der stärksten Mittel, um sich, klarzu­machen, welcher Leistungen ein Volk fähig ist, wenn es die Stunde nützt und wenn es aus einem entschlossenen Geist selbst zur Aktion übergebt. Aus dem Februar des Jahres 1813 stammt der erste Anstoß zur Bildung eines Landsturmes auf ge­setzlicher Grundlage, und Ostpreußen war das Heimatland dieses ersten preußi­schen Landsturmes, denn die anderen Pro­vinzen des preußischen Staates standen noch ganz unter französischen) Druck und ganz unter dem Eindruck jener französi­schen Besetzungstruppen, die unberührt von Napoleons Niederlagen auf /russi­schem Boden in strammer Ordnung die wichtigsten Städte und Festungen in ihrer Hand hatten. Aber an der ostpreufiischen Grenze war der General York'mit seinem Korps zur selbständigen politischen Aktion gegen die Franzosen vorgegangen und in Ostpreußen erschienen die ersten Zeügen der napoleonischen Niederlage,'abgerissen, zerlumpt und ohne Waffen. So ergriff Ostpreußen, das die erste Begegnung mit den zurückflutenden Franzosen haben sollte, die Initiative ohne Befehl des Kö­nigs, der in Potsdam saß und ohne Verbin­dung blieb. Ein ostpreußischer Landtag trat zusamnien. Dem General York waren zur Verstärkung' seines Korps aus Ost­preußen schon Rekruten in größerer Zahl bewilligt worden. Jetzt wurde beschlossen, eine Landwehr von 20 000 Mann aus der Provinz zu errichten und alle älteren Einwohner als Landsturm aufzubieten. Das waren die Männer-zwischen dem-/5. und dem 60: Lebensjahr, mit Sensen, Piken und überhaupt allen möglichen In­strumenten bewaffnet, nur notdürftig mi­litärisch organisiert, war dieser Landsturm dazu bestimmt, den Feind von den Gren­zen fernzuhalten. Ernst Moritz, Arndts Schrift erschien: „Was bedeutet Landwehr und Landsturm?“ Wie eine Fanfare klan­gen die ersten Worte dieser Propagända- schrift: „Jetzt ist Bonaparte durch Gott ge­schlagen. Es ist kein französisches Heer mehr, er bedarf Monate, um wieder ein neues aufzurichten, seinen Ruhm aber und den Wahn, woraus seine Siege hervorgin- gen, vermag er niemals wieder aufzu­richten“.

So wurden die Aufgaben des Land­sturmes in dieser Schrift gezeichnet: „Er ist bestimmt, die Landschaft um den eige­nen Herd zu beschützen. Wo der Feind an- und eindringt, da sammeln sich die Män- Ti®r> fallen -auf ihn, umredßen ihn, schnei­den ihn ab, überfallen seine Zufuhren nüd Rekruten, erschießen seine Kuriere, Kund­schafter und Späher, kurz, tun ihm allen Schaden und Abbruch, den sie ihm ntitz- licherweise tun können, welches ihnen durch die Kenntnis von' Wegen und Stegen und von allen Gelegenheiten möglich ist« sie sind dem Feind ein furchtbares H e e r , weit furchtbarer als ordentliche Soldaten, weil sie allenthalben und nir­gends sind, weil sie immer verschwinden und wiederkommen. Dieser Landsturm steht nun auf, wenn der Feind da oder dort nahe ist. Wbnn die Gefahr vorüber, so geht jeder, wie ihm gefällt, wieder' in sein Haus, an seine Arbeit, an sein Ge­schäft. Er übt alles, was Waffe heißt und wodurch man Bedrücker ausrotten kann: Büchsen, Speere, Flinten, Keulen, Sensen usw. Auch sind ihm alle Kriegskünste, Li- sten -und Hinterlisten erlaubt, wodurch er mit der mindesten Gefahr, bei Tag und Nacht den Feind vertilgen kann, denn der Räuber hat in seinem Land nichts zu tun.“

Das war der Aufruf Arndts, und dieser Aufruf schuf die Stimmung im preußischen Volk, auf der dann Ende April die all­gemeingültige preußische Verordnung über die Errichtung des Landsturms geschaffen werden konnte. Dem Feind war dieser Lahdsturm eine furchtbare Dro­hung. Französische .Generale, die vom Osten kommend mit kleiner Begleitung nach Frankreich fliehen Wollten, kleine Trupps heimkehrender Franzosen, feind­liche Marodeure und Plünderer fielen zum Opfer. Die Bevölkerung, die Landsturm- bataillone mit den Namen einzelner Land­städte oder Landkreise ■ bildeten, improvi­sierten die Kriegführung selbst. „Gene- r als fallen“ wurden angelegt, Hinter­balte, ans denen man den. Gegner unver­mutet überfallen konnte, die Parole hieß: „Schlagt sie tot. Das Weltgericht fragt euch nach Gründen nicht!“ In Ost­deutschland vor allem verfügte der Feind bald nicht mehr über eine geordnete Etappe. In Königsberg schlug man vor den Augen von Napoleons Schwager Murat einen französischen Offizier tot, der. sich unverschämt benommen hatte, ohne daß bei der allgemeinen Volksstimmung und