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Bremcräcitung
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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungshlatt des Reicbssiattballers in Oldenburg und Bremen
Nummer 281 14. Jahrgang
Donnerslag, 19. Okioher 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
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Heimat in Watten
Der Krieg ist intern neues Stadium ge- jreI en. indem er die G r e n z r ä u m e uu- srer deutschen Heimat erfaßte. Für den feind aber bedeutet dies nicht, daß nun eine abschließende, mit den bisherigen Jlaßstaben berechenbare und in naher Frist zu bewältigende Kampfperiode ge- tornmen wäre. Er wird verspüren, daß jun der Krieg in seiner härtesten? Form iiir ihn erst beginnt. Nun ist er in Räumen zu kämpfen gezwungen, die für uns nicht mehr Vorfeld, sondern unmittelbare lebenssphärü bedeuten und die ihm nicht mehr den Vorteil eines zu seinen Gunsten mit Sabotage und Verrat durchsetzten Landes bieten. Jeder Fußbreit Bojen wird erbittert verteidigt, üd selbst dort, wo der Feind sich bereits ils Herr dünkt, sieht er sich dem entschlossenen Widerstand eines mit dem Gelände bestens vertrauten, seine eigene Heimat verteidigenden Volkes gegenüber. Noch immer in der Geschichte vermochten überraschende Faktoren strategischer, technischer oder naturbedingter Art, vor allem aber das unerschütterliche „Dennoch!“ eines kämpfenden. Volkes auch in bedrohlichster. Lage die unerwartete Wende, herbeiznzwingen. Wir setzen Leute unsere Siegeszuversicht auf diese Faktoren, weil wir. sowohl unserer malaiischen Stärke wie unserer technischen Mittel gewiß sind. -Nicht lähmendes Entsetzen, nicht die Apathie des Entmutigten erfaßt uns daher, da deir Feind deutschen Boden bedroht, sondern vielmehr die gehallte Kraft des zanmi Letzten entschlossenen und äußerstenfalls der Mut des Verzweifelten, der in solcher Lage immer noch mehr vermag als die Überheblichkeit des 'Sieggewohnten. ’
In unserer Zeit des Bewegungskrieges mit seinen berraschenden Panzerkeilen ahne Rücken deckurfg und Flankensicherung und mit seinen unberechenbaren Wandungen ist es möglich, daß der Gegner seinen gierigen Arm hier oder tief in unserem Raum hineinreekt. Bann kommt es allein darauf an, daß tinter seiner Vorhut sich die ogedesdentschenWiderstan- es wieder schließt, daß jedes Utende Wesen ihm die Existenz streitig nacht, daß jeder, wehrfähige Mann zur Gefahr für ihn wird, daß er den schrecken Überraschungen, die er, im Bluff geschult, zti verbreiten sucht, selber zum Opfer fällt.
Der Feind soll verspüren, daß ein Ge- *ehr, eite Maschinenpistole, eine Panzer- «ist auch in den Händen eines Volks- üurni-Soldaten, sei er nun Hitler-Junge (der Rüstungsarbeiter, tödlich wirkt, daß ®e deutsche Frau auch durch unmensch- “(he Drohungen nicht zum Verrat oder w Hilfeleistung- zu bewegen ist. Diese Selbsthilfe des Volkes hat nichts zu •o mit dem Bandenkrieg bolschewisti- scher Prägung, in dem Erscheinun "en der pierweit Morgenluft wittern, charakter- wse Elemente gestern und heute dem. eeind als dem vermuteten ? Sieger Vor- pab leisten, Feiglinge, die bereits kapi- iiihcrten, unter Bruoh ihres eigenen Wor- fF völkerrechtswidrig nochmals zur Ha fe greifen: unsere Mobilisierung, der pi en Wehrkraft ist ein echter 'pikskrieg, deklarierter Widerstand, dem der Gegner vom heutigen Tage ln rechnen muß.
Dnser Volkssturm, der sich innerhalb et Ortsgruppen und Kreise in Anlehnung .? die W ehrmacht nach Gruppen, Zügen, '-'Spanien und Bataillonen gliedert, ist ® den Gauleitern als den Hoheitsträ- f [,P der Partei aufgestellt und geführt,' • “Ch von der bewährten Führerschaft ,!/ ren Einrichtungen der NSDAP, ge- i i- en > nach den Weisungen des Befehls- j c ' es Ersatzheeres ausgebildet, aus nnt Landen des Heeres ausgerüstet Vrii-, Ecwaffn e t. Die Angehörigen _ des ,r ,, rmo ~ unterstehen, wenn sie im j ?‘all die Fabrik, das Büro, den Laden, auf Pr,? °^ er den Acker verlassen, um äenF- ( ^ es Fohres K -mpfeinsatz gegen Fiil ‘ ein d ?u leisten, der militä ,- i c 'Tien- fe s ' I 'd Soldaten im Sinne
mii e . r S e s e t z e s. Ihre Armbinden v , tler Aufschrift „Deutsche Volkssturm- ÜaaI mat T lb verleihen ihnen im Sinne der !f,k’r r Landkriegs Ordnung die Eigen- iu l- 1 v °d _ legalen „Kombattanten“, die ti,„ ai ?P' e fe s atz den Wehrmachtangehö-
gleiehgesteHt sind. Treue zum Füh- sjj!j ar *dhaffigkeit, soldatisches Können fer F Un d zwar bewußt in dieser Rei- Fe die ersten Tugenden des deut-
die
dere kriegswk.aige Funktionen. Daneben aber widmen sie sich der Ausbildung im Infanteriekampf und in der Panzernahbekämpfung, denn jede Stunde kann, wenn die Lage dies erfor dert, den Befehl des Führers zum Einsatz gegen den Feind bringen. Diese Stunde, wenn sie kommt, soll auch uns in der Heimat nicht un ;_ rbereitet und ohnmächtig, sondern .kampfbereit und zuversichtlich finden, denn sie ist ja nicht, wie der Feind vielleicht glauben mag, ein letztes, wenn auch ehrenvolles, so vielleicht doch aussichtsloses Sichaufbäumen, sondern vielmehr eine leveeen masse, ein Fanal zur glücklichen Wende des Kr.ieges.
Eine solche Wende ist zwar oft genug in der Geschichte kämpfender Völker allein durch ein geballtes Aufgebot der letzten vorhandenen Widerstandskräfte herbeigeführt worden. Wiraberhabennoch andere Sicherungen als nur die Bewaff
nung unserer zivilen Menschenreserven: Vor. allem eine intakte Wehrmacht, die sich in ungebrochenem Kampfgeist neu formiert und durch frische Divisionen und modernste Ausrüstung unaufhörlich Verstärkung erfährt. - Warum wir dennoch das Volk in der Heimat' unter die Waffen rufen? Weil die Stunde des großen Gegenschlags noch nicht gekommen ist und es ein Geheimnis bleiben muß, ob sie morgen oder übermorgen sich erfüllen wird. Weil nun alles, aber auch alles darauf ankommt, bis zu diesem Wendepunkt durchzuhalten und das Wettrennen um diese kleine Spanne Zeit, dessen entscheidende Bedeutung der Gegner vielleicht besser erkannt hat als wir selber, für uns zu gewinnen. Den Feind außer Atem zu halten und ihjn mit Todesmut jeden denkbaren Widerstand, zu leisten, bis unsere große Stunde gekommen ist: das ist der
Sinn und die Aufgabe des deutschen Volkssturms.
Der Ruf „Volk ans Gewehr“ trifft uns nicht im letzten verzweifelten Augenblick, sondern in einem Intervall der Kräftesammlung und Wapp- n u n g. Diese kritische Phase vollends zu überwinden, hat zur Voraussetzung, daß nun jeder auch in der Heimat bis zur Neige seiner Kräfte seine Pflicht tut, notfalls mit der Waffe in der Hand. Kein Mensch kann seine Hoffnung auf ein Wunder setzen, der nicht bereit ist, die erwartete Wende ' durch Einsatz seines Lebens herbeizuzwingen und ihr den Anlauf zu sichern. Die Front kämpft um diesen Zeitgewinn seit Wochen hinhaltend und opfervoll. Der letzte und entscheidende Teil dieser Bürde kommt nun auch auf die,Schultern der nicht nur schaffenden und duldenden, sondern notfalls auch kämpfenden Heimat.
Herbert Hahn.
Erlaß des Führers
Berlin, 18. Okt. Der Erlaß des Führers über die Bildung des deutschen Volkssturms hat folgenden Wortlaut:
„Nach fünfjährigem schwersten Kampf steht infolge des Versagens aller unserer europäischen Verbündeten der Feind an einigen Fronten in der Nähe oder an den deutschen Grenzen. Er strengt seine Kräfte an, um unser Reich zu zerschlagen, das deutsche Vplk'und seine soziale Ordnung zu vernichten, sein letztes Ziel ist die Ausrottung des deutschen Menschen.
Wie im Herbst 1939 .stehen wir nun wieder ganz allein der Front unserer Feinde gegenüber, in wenigen Jahren war es uns damals gelungen,, durch den ersten Großeinsatz unserer deutschen Volkskraft die wichtigsten militärischen Probleme zu lösen, den Bestand des Reiches und damit Europas für Jahre hindurch zu sichern. Während nun der Gegner glaubt, zum letzten Schlag ausholen zu können, sind wir entschlossen, den zweiten Großeinsatz unseres Volkes zu vollziehen, es muß und wird uns gelingen, wie in den Jahren 1939-41 ausschließlich auf unsere eigene Kraft bauend, nicht nur den Vernichtungswillen der 'Feinde zu brechen, sondern sie wieder zurückzuwerfen und so lange vom Reich abzuhalten, bis ein die Zukunft Deutschlands, seiner Verbün
deten und damit Europas sichernder Friede gewährleistet ist.
Dem' uns bekannten totalen Vernichtungswillen unserer jüdischinternationalen Feinde setzen wir den totalen Einsatz aller deutschen Menschen entgegen.
Zur Verstärkung der aktiven Kräfte unserer Wehrmacht und insbesondere zur Führung ’ eines unerbittljchen Kampfes überall dort, wo der Feind den deutschen Boden betreten will, rufe ich daher alle waffenfähigen deutschen Männer zum Kampfeinsatz auf.
Ich befehle:
1. Es ist in den Gauen des Großdeutschen Reiches aus allen waffenfähigen Männern im Alter von 16 bis 60 Jahren der deutsche Volkssturm zu bilden, er wird den Heimatboden mit sallen Waffen und Mitteln verteidigen, soweit sie dafür geeignet erscheinen.
2. Die Aufstellung und Führung des deutschen Volkssturmes übernehmen in ihren Gauen die Gauleiter, sie bedienen sich dabei vor allem der fähigsten Organisatoren und Führer der bewährten Einrichtungen der Partei, SA., H, NSKK. un(| HJ.
3. Ich ernenne den Stabschef der SA., Schepmann, zum Inspekteur für die Schießausbildung und den Korpsführer
NSKK., Kraus, zum Inspekteur für die motortechnische Ausbildung des Volkssturmes.
4. Die Angehörigen des deutschen Volkssturmes sind während ihres Einsatzes Soldaten im Sinne des Wehrgesetzes.
5. D’ie Zugehörigkeit der Angehörigen des Volkssturmes zu aufierberuflichen' Organisationen bleibt unberührt, der Dienst im deutschen,Volkssturm geht aber jedem Dienst in anderen Organisationen vor.
6i Der Reichsf-ülirer H ist als Befehlshaber des Ersatzheeres verantwortlich für die militärische Organisation, dje Ausbilder, Bewaffnung und Ausrüstung des deutschen Volkssturmes^
7. Der Kampfeinsatz des deutschen Volkssturmes erfolgt nach meinen Weisungen durch den Reichsführer ü als BDE.
8. Die militärischen Ausführungsbestim- mungen erläßt der BDE., Reichsführer W Himmler, die politischen und organisatorischen in meinem Aufträge Reichsleiter B o r m ä n n.
9. Die Nationalsozialistische Partei erfüllt vor dem deutschen Volk ihre höchste Ehrenpflicht, indem sie in erster Linie ihre Organisationen als Hauptträger dieses Kampfes einsetzt.
Adolf Hitler.“
Unser Wille und unsere Kroll werden den Sieg erringen!
Eine historische Stunde: Das Volk steht auf, der Sturm bricht los!
WL^ lkssturm s und damit auch — in in ,,, 36 ' 21111 !? 611 eines Führungsanspruchs
Lfeä der deutsche Volkssturm im die ,ck Gewehr bei Fuß, noch sichern fef.n' inne J. — soweit sie in der Heimat Stujj.." eie Waffenfertigung, die Volks- un ?i das Transportwesen und an-
In Ostpreußen, 18. Okt. In ernster entscheidüngsschwerer Stunde für des Reiches Sicherheit und Bestand hat der Führer den deutschen Volkssturm aufgerufen. Alle deutschen Männer von 16 bis 60 Jahren, soweit sie noch nicht im Wehrdienst stehen, sind auf geboten zur Verteidigung des Reidies. Kein glücklicherer Tag für dieses bedeutsame geschichtlidie Ereignis konnte gewählt werden als der Tahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. Keinen geeigneteren Ort konnte diese aus deutschem Opfergeist geborene historische Stunde finden als die kleine ostpreußische Stadt, die bereits Frontnähe atmet, in der man schon einen Hauch des Kampfgesche- hens an der ostpreußischen Grenze des Reidies verspürt, die wieder einmal vom Feind hart nmdroht ist. Eine tragende Geistige Brücke geht hinüber von dem Ge- Sen, der den. preußischen: Landstum des Befreiungskrieges von 1813 beseelte, zu den Volkssturmmännern, die sich heute in dem Kampf des ganzen deutschen Volkes”m den Bestand des Reidies zu- LnSsdiließen. In feierlich symbolischer WdTe wwde hier der vom Führer aufgerufene deutsche Volkssturm für das ganze Reich verkündet .
nie sonst so nüchterne Exerzierhalle der ostpreußiseben Garnisonstadt tragt mir uerineen Schmuck. Die Zeichen der Bewegung schmücken die Halle, und auf der Breitseite sind mit den Standarten die Abordnungen der M, der SA., des NSKK., des NSFK. und des politischen
Fübrerkorps aufmarschiert. Inmitten der Exerzierhalle stehen in Reih und Glied ausgerichtet die Männer der ersten ostpreußischen Volkssturmeinheiten. . Harte, ausgeprägte Gesichter sieht man hier von Männern, die ihr Leben lang nichts als Arbeit und Pflichterfüllung kannten. Vielfach haben sie im letzten Weltkrieg und
auch im gegenwärtigen Selbstbehauptungskampf des deutschen Volkes bereits am Feind gestanden, schufen bereits schon seit Wochen mit dem Spaten in der Hand die ostpreußischen Grenzstellungen, gegen die jetzt mit immer neuen Massen von Menschen und Material die Bolschewisten anrennen. Ein packendes Bild organisierten nationalen Widerstandswillens bietet sich dar, eine kraftvolle Bestätigung der Haltung, die das ganze deutsche Volk in seinem Daseinskampf bezeugt. Denn diese Stunde ist ein leuchtendes Fanal nationalen Opfergeistes, der wie ein zündender Funke von dieser Stätte aus hinaus in alle Gaue des Reiches gebt.
. Gauleiter Koch konnte zahlreiche führende Männer von Partei, _ Staat und Wehrmacht begrüßen. Als Repräsentanten der militärischen Führung und des kämp
fenden Heeres nahmen an diesem denkwürdigen Appell teil: der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeld- marschall Keitel, und der Chef des Generalstabes des Heeres, Generaloberst Guderian.
Dann nimmt Reicbsfübrer ff Himmler die Meldung der angetretenen Formationen entgegen und entbietet den Volkssturmmännern seinen Gruß. Mit den Weisen des 'Musikkorps der Wehrmacht klingen die kernigen Stimmen der Volks- sturmmännei und der Männer der Formationen zusammen. Markig singen sie das zum Kampflied der Nation gewordene Lied: „Volk ans Gewehr“. Nach Verlesung des Führererlasses über die Schaffung der deutschen Volksstürme spricht Reichsführer Himmler als Befehlshaber des Ersatzheeres: .
Reichsführer SS Himmler begründet den Führer-Erlnß
Volkssturmmänner ! Heute vor 131 Jahren, am Abend des 18. Okt. 1813, ging nach blutigen und äußerst wechselvollen Kämpfen die Völkerschlacht bei Leipzig siegreich zu Ende. Durch diesen Erfolg wurde Deutschlands. Boden von Napoleons unüberwindlich scheinender Heeresmacht reingefegt. Nach militärischen Begriffen war der Krieg, der von mutigen Freiheitskämpfern aller deutschen Stämme und von revolutionären, kühnen Offizieren und Generalen der preußischen Armee, wie Blücher, Scharnhorst, Gneisenau, Clausewitz, im Frühjahr des Jahres 1813 begonnen wurde, ein aussichtsloser. Viele deutsche' Länder waren im Bund mit dem Korsen, Preußens Festungen von französischen Garnisonen besetzt, Preußens Heer eine kleine unbedeutende Rumpfarmee. Ein Angriff gegen
Napoleon war, obschon er 1812 in Rußland eine schwere Niederlage erlitten hatte, nach verstandesmäßiger Berechnung unmöglich und für die angeblich „besonnenen“ Politiker und Militärs unverantwortlich. Die Freiheitskämpfer aber, die ihren Willen gegen die Zaghaftem Berechnenden, Klugen und Neunmalweisen durchsetzten und vom zögernden König am 21. April 1813 die Gründung des Landsturmes ertrotzten, hatten in ihren gläubigen Herzen den von der Geschichte als richtig erwiesenen Entschluß zum Kampf gefaßt und in die Tat umgesetzt. . Aus ungedienten Bauern und Städtern bildete sich der preußische Landsturm. Bedingungslos ist. der Wille zur. Aufstellung der Organisation.
.(Fortsetzung auf der. nächsten. Seite^
Heiliger Krieg
Von
Erich Beck
„Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“! Wieder steht Deutschland in der Zeit einer wahren seelischen Erhebung und einer Kraftanstrengung, wie sie größpr und gewaltiger gar nicht gedacht werden kann. Unwillkürlich tauchen in der Erinnerung die Bilder an eine ähnliche Periode unserer Geschichte auf, an die Jahre der preußischen Befreiung, in denen sich schon einmal ein Teil des deutschen Volkes durch höchste Opfer zum Sieg und damit zugleich zur Befreiung ganz Deutschlands durchgerungen hat. Wie damals der L a.n d s t u r m entstand, so entsteht heute der Volkssturm.
* Damals wurde in Preußen unmittelbar nach dem historischen Aufruf des 17. März 1813 der Gedanke der. Volksbewaffnung in dem Landsturm-Edikt vom 21. April 1813' verwirklicht, das die ganze, noch nicht zum Heeresdienst in der Armee oder in der Landwehr einberufene männliche Bevölkerung vom 15. bis 60. Lebensjahr gegen den ins Land dringenden Feind und zur Hilfeleistung für das Feldheer aufrief.Wer die Berichte über jene große Periode der deutschen Entwicklung liest, der ist auch heute noch zutiefst beeindruckt von dem gläubigen Willen und der beispiellosen Opferbereitschaft des preußischen Volkes. Von allen Seiten schloß man sich dem nichtuniformierten Landsturm an. Niebuhr und ändere Professoren der Berliner Universität reihten sich ein; es gab kaum jemand, der sich ferne hielt und feige beiseite stand. Das sind die TagcfcsTn denen Theodor Körner an 1 seinen Vater schrieb: „Ich will Soldat werden; will das hier gewonnene und glückliche Leben mit Freude hinwerfen, um, sei es auch mit meinem Blute, mir ein Vaterland zu erkämpfen. Zum Opfertode für die Freiheit und für die Ehre seiner Nation ist keiner zu gut,^wohl aber sind viele zu, schlecht dafür! Und es gibt vielleicht kein schöneres Wort, das nicht nur für damals, sondern' genau so für heute gilt jener Satz aus der 'Schrift Ernst Moritz Arndts „Was bedeutet Landsturm und Landheer?“: „Der Krieg, der nicht für Raub und Eroberung geführt wird, sondfern für das Vaterland und für die Freiheit, ist ein heiliger Krieg!“
Jawohl, es Ist ein heiliger Krieg, den wir heute führen. Ein Krieg gegen Mächte, die kein anderes Ziel proklamieren konnten als unseren Untergang und unsere Vernichtung. Wir stehen auf gegen die entfesselte Zerstörungswut aus West und aus Ost! Wir erhebe» uns gegen das größte Verbrechen, das jemals in der Weltgeschichte geplant und durchzuführen versucht worden ist! Wir wehren uns gegen eine Drohung, die nichts anderes bedeutet als den Tod unserer Frauen und unserer Kinder! Wie Arndt sagt, ein Krieg, der nicht um der Eroberung willen geführt wird, ist ein heiliger Krieg. Wir haben nie erobern wollen. Wir wollten uns nur selbst behaupten, und um dieser Selbstbehaup- tung willen tritt nun das Volk in seiner Gesamtheit unter Gewehr!
Als vor wenigen Wochen Reichsminister Dr. Goebbels zum erstenmal Andeutungen machte über die Möglichkeiten eines Volkskrieges, da erhob sich drüben im anderen Lager ein wildes Wutgeschrei. Fast allq Blätter in London fühlten sich bemüßigt, oft in unflätigsten Worten, alle diejenigen zu beschimpfen, die es etwa wagen sollten, das deutsche Volk 2u einem solchen Kampf apfzurufen. Wir wissen warum! Seitdem ihr großer strategischer Plan in nichts zerronnen ist und sie sich vor dem Westwall festgerannt haben, seitdem ihnen bekannt wurde, daß wir mit neuen Waffen dem Wendepunkt dieses Krieges zustreben, seitdem steht vor jedem denkenden Engländer das Schreckgespenst eines uferlosen Anstürmens gegen die Bastionen, die rings um Deutschland aufgerichtet worden sind. Sie wissen noch von Flandern her, was das bedeutet. Sie haben auch heute noch nicht jenen Blutzoll verwunden, den sie bringen-mußten, um sich Meter um Meter durch den Schlamm eines unglücklichen Kampffeldes vorwärtswühlen zu können. Und wenn auch den Amerikanern eine ähnliche Erfahrung erspart geblieben ist, — auch ihnen muß der Gedanke entsetzlich sein, Hekatomben von Menschen opfern zu müssen, ohne daß ihnen eines Tages ein erlösendes Zie,l winken könnte.
Denn um was kämpfen sie? Um ihre Freiheit? Nein, sie war nie bedroht durch uns. Um die ■ Sicherheit ihrer Grenzen? Ebenfalls nein, wir wollten sie niemals antasten. Um ihre Zukunft? Um das Glück ihrer Kinder? Um den Wohlstand ihrer Bevölkerung? Nein und abermals nein! Niemand Jiat bei uns daran gedacht, sie irgendwie zu beeinträchtigen oder sie ihnen gar zu nehmen. Wenn sie kämpfen, dann tun sie das lediglich um der Machtgier und der Profitsucht einiger' weniger