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Aufnahmebedingungen lt. Prell-
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Parteiamtliche Tageszeitung
risbloä des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Bremens’
Amtliches Verkündungsblah des Reichsstatthaliers in Oldenburg und Bremen
Sonnabend, 30. September/Sonntag, 1. Oktober 1944
Einzelpreis 15 Rph
Dank an das Landvolk im 6. Kriegsjahr
faeti Je» Baum
weiten Streifen fremden Landes, die Jahresfrist noch ihre Ernte boten ® ! , h, deren Fruchtbarkeit wir große Zu- Slrffnung setzten, blieben in diesem ffer und Herbst die vollbeladenen Züge Haben wir deshalb gehungert; stehen deshalb vor einem Winter des Darbens? L m Europa irgendwo Hunger herrscht ® - nahende Winter die Schrecken
-ä der
die
Katastrophe ankündigt, so nur dort,
der
ja Segen
Feind das Land überschwemmt und
deutscher Hilfeleistung und Ver- lingskunst durch leere'Versprechungen ■ lC iiiießlich offene Ausbeutung er-
"Wa® ^
einep fs verdanke n es nach der Güte des iose und dünnen Lj, un d der Weitsicht unserer eigenen S, £ 5 £ dt d e u t s c h e n: L a n d v o 1 k.
aßen längst S ® ™ biS h , eU ? e a f relch “ d ZU ... eS f en gut temperierte, m und auch den kommenden Winter, aber ist die tife. Tai mit dem gebotenen Ernst, so doch ohne cht durchtrainiert J^st entgegensehen dürfen. Bei klingen- Spiel und bunten Fahnen Feste zu fei, ist heute kein Raum; unseren utedank aber sollten wir dennoch »ringen — und bestünde er auch nur » daß wir eine Kante nahrhaften Bro- a verzehrten im wachen Bewußt- •in der Mühe, des Schweißes, der fen sich zu ein« j jge, der Unbill, der aufopfernden Arbeit, '■ " J “ "' ' ijdieses Stück Brot ein ganzes Jahr lang dostet hat!
Millionen und aber Milliapen von uns ssen im Grunde nichts vom Kriegs- illtag des Bauern, der eigentlich ist und verdientermaßen inä“ Ausgedinge ^trepatta der | ärend, sein land bestellt sein Vieh ver- ™ a ? te5 '. sot den Hof in Ordnung hält, dessen mit sieben Hm ~ s vielleicht unter fremdem Rasen ruht, nur vom Hörensagen die B a u e r n - ■rau, die um den Mann an der Front ugl, derweilen sie sich, von fremdvölki- ien Hilfskräften nur unzureichend unterst, vom Sonnenaufgang bis jn die Nacht Felde und im Stall plagt eine sucht Hilbttcijr Kinder um sich, um deretwilien die
1 lang und sorge emlos" ankommi; härtungskur, son- Ir den Leistung:* Für aller ab« Grundlage' zu e,.
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: Schwimmveran- : HJ.-KIasse über [in. einen knappes- lerball gewann da iber Post SG.
wie Elbe und ACC
den Start zu . Oktober gelegt
geruche
) Jahre,
tg. Ang. u. R Mfcite, j n der Stadt längst eine Hausgehilfin sstellter s. pass, fc a^hen würde. Millionen wissen , T ?f e ' nf® Ss und andere nur wenig von der Härte auch Bedienungc “ländlichen Kriegsalltags, und doch leben oote unter W * » tagaus tagein, vom Ertrag der Arbeit über 60 J., sid ser bäuerlichen Menschen und schulde- geb. unter L ffl 8 ihnen endlos Dank.
Stelle zur Audä Freilich, der Bauer schielt nicht nach hriftliche Arbeit» und Anerkennung. Er zählt, zumal am O 8564 beim Vä ^ der Ernte, selber zu den Dankenden. ,eit ges. P S8B Miß zu ermessen, was es heißt, dem *■ K lnd Be ” in und der Natur einen befriedigenden lächäftsftau, 58J ' sertra 9 ertrotzt zu haben und er, der in frauenlos. K;# a !s Hof und Scholle hat, weiß auch, unter Z 58 947 b.f ar vielleicht als mancher Reiche in der . d. 60er Jahr., i' 1 st, was es bedeutet, daß die Front den tig, s. Beschäfügi -j vm heimatlichen Boden hielt, ihm alt. Angeb. o. hden. Grenzen Halt gebot Die leichteren' st '- tr r, ^6 Um u°Kii Hllte frem den Landes konnten ihn — i- a j sich erwies, mit Recht — nicht zur
Aufruf des Gauleiters zum Erntedanktag 1944
„Wer den Boden nützen will, muß ihn schützen “
»Alle Felder bestellt“, hieß im Frühjahr des 5. Kriegsjahres die Meldung-des Landvolkes. Aber nicht nur bestellt wurden diese Felder, sondern sie wurden auch weiter gehegt gepflegt und ab- geerntet so daß jetzt, am Anfang des 6. Kriegsjahres, das deutsche Volk weiß, daß es über eine Ernte verfügen kann, die ihm bei sorgsamer Wirtschaft die Möglichkeit zu leben gibt.
■ Auch wir in Weser-Ems haben hierzu unser Teil beigetragen, und es erfüllt mich mit besonderer Genugtuung, daß unser Gau, was die Erzeugungs- und Ablieferungsleistung betrifft mit an erster Stelle im Reich steht Eines wissen wir alle, nämlich, daß ln den plötzlich auftretenden, den durch den feindlichen Terror bedingten schwierigen Lagen die Ernährungswirtschaft unseres Gaues stets ihre Probe bestanden hat. Es ist dies der Erfolg einer Gemeinschaftsarbeit vom Bauern und seinem treuen Helfern bis zum Letztverteiler in der Stadt geleistet von einer Unzahl der verschiedensten Berufe, an deren Arbeitsplätzen oft genug statt der Männer leitend und ausführend tapfere und umsichtige Frau e n stehen. Ihnen und den vielen Erntehelfern sei heute unser D a n k. Sie alle mögen an diesem Tage, dem Ehrentage des Landvolkes, ja, der gesamten Ernährungswirtschaft den Lohn finden für all' die schwere Mühe und die viel^ Last die sie unermüdlich auf sich genommen haben; ist doch der beste Lohn für das Menschenherz immer noch das Bewußtsein getaner Pflicht und in einer besinnlichen Stunde der Überblick auf das trotz der vielen Schwierigkeiten vollbrachte Werk. •
Es ist in schwerster Zeit vollbracht. Nicht werden wir uns an diesem Emtetage 1944 allenthalben in altgewohnter Welse ver- ' sammeln können. Am heutigen Tage muß ich aber mit dem Dank zugleich alle zu neuer Leistung aufrulen, dehn die Zeiten sind noch härter geworden. Der Bauer selbst griff an der Grenze bereits zum Spaten, um der Wehr zu dienen; denn wer den Boden nützen will, muß ihn auch schützen. Wir stehen ln einem Kampf, der das Letzte von uns fordert
Wir müssen uns darüber klar sein, daß es in diesem Kriege im tiefsten Grunde -nicht um den Besitz von Olfeldern und Bergwerken geht sondern daß er eine Auseinandersetzung aui Tod und Leben zwischen zwei Weltanschauungen ist die ein
ander ausschüeßen.. In diesem Kampf geht es allein um die Entscheidung: Soll der jüdisch-bolschewistische Terror, für den die Judo-Plutokratien nur Steigbügelhalter auf Zeit sind, in der Welt herrschen, oder ist unsere bodengebundene, die freie Gemeinschaft, eigentum- und heimatbejahende, nationalsozialistische Idee der Sieger.
Entweder siegt der Jude oder siegen wir. Entweder wird alles zur versklavten, rücksichtslos deportierten Masse oder es siegt der das Eigentum bejahende freie deutsche Mensch. Kompromisse gibt.es hier nicht Wie der bolschewistische Terror in Frankreich sein Haupt erhebt wie er in Rumänien und Bulgarien knechtet und deportiert, wie er sich anschickt in Finnland blutige Ernte zu halten, wird er auch nicht vor den Grenzen Englands und- Amerikas haltmachen, sondern auch diese Staaten innerlich aushöhlen, bis sie lallen. Auch, sie sind nur noch Staaten auf Zeit, und niemand darf von ihnen Errettung vom Bolschewismus erhoffen. Es gibt kein Ausweichen vor dieser Gefahr, es gilt nur eines: Sie zu besiegen. Dazu hilft uns unsere soldatisch-bäuerliche Grundhaltung.
Das Wort unseres Führers in der Neujahrsnacht 1930/31: „Das Dritte Reich wird ein Bauernreich sein, oder es wird untergehen, wie die Reiche der Hohenzollern und Hohenstaufen untergegangen sind“, ist das Wort eines Mannes, der um die tiefsten Wurzeln deutschen Wesens weiß. Denn was ist es anders als bäuerliche Haltung, die unsere ausgebombten Menschen wieder in die zerbombten Gebiete treibt, es ist die Liebe zur Heimat,, dem Ort, da sie wurzelten, zu ihrem Heim. Wir sind .eben im Innern unseres Herzens immer noch ein bäuerliches Volk, weil dieser Zug in unserem Wesen unlöslich verankert ist. Gerade die Notzeit weist es uns, wenn die Tünche und der falsche Aufputz fallen. Diese bäuerliche Grundhaltung gibt uns ja letzten Endes auch die Kralt, die sture Zähigkeit zum Durchhalten, zum Siege. Dessen wollen wir uns am heutigen Tage alle dankbar erinnern.
Packen wir beherzt zu und wir werden das Schicksalmeistern.
Paul Wegener* Gauleiter.
Der Beichsbauernführer an das deutsche Landvolk
Die kommende Entscheidung erf ordert erhöhte Anstrengungen
dnb. B e r 1 i n, 29. Sept Oberbefehlsleiter und Reichsbauernführer Herbert Backe erläßt zum Erntedanktag folgenden Aufruf: Männer und Frauen des deutschen Landvolkes! Der Beginn des 6. Kriegsjahres sieht uns ernährungswirtschaftlich in einer ähnlichen Lage, wie sie zu Beginn dieses großen Kriegs war; Wir sind wieder auf uns selbst — auf unsere eigene Kraft und fast allein auf die Möglichkeit des eigenen Raumes gestellt. Diese Feststellung bedeutet für I uns nichts Ungewohntes, denn wi je haben ! unsere Kraft immer nur in uns selbst ge- 1 sucht und gefunden. Was wir über unsere Grenzen hinaus aus dem europäischen Raum für den Kampf des Reiches gewinnen konnten, war immer nur Ergänzung, der
Selbstbewußtsein gehabt hätten, das sich allein aus der eigenen Stärke ergibt
Der Krieg hat jetzt das ganze deutsche Volk in seiner Totalität auf allen Gebieten erfaßt. Mit Stolz darf ich feststellen, daß der totale Einsatz für die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft schon Jahre vor diesem Kriege begann und daß nur auf Grund dieses Einsatzes eine sichere Lebensmittelversorgung auch für das 6. Kriegsjahr gewährleistet werden kann. Das ist ein Unvergleichlicher Erfolg eurer Arbeit!
Trotzdem darf es darüber keinen Zweifel geben, daß die Erfüllung der vor uns stehenden Aufgaben schwerer werden wird als bisher. Das deutsche Landvolk aber wird den Führer und das Reich nicht im Stich lassen. Weil ich das weiß, sehe ich den kom
men, s. Stell® . .
SS. Ang. o * htat
den 50er J*!
[erm äen Haffik* unter 2 -3275 4^
1er 50 J., s. s j*jP!SZÜ,
Angebote
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über - 50 , 5«<n
ing,' Lübecker SU Stell, in W-g * Herrn. Ang.
haushalt. Ang ßb - äftsst.
verlocken; auf eigener Krume er stets um -jeden Halm. Er tut dies dann, wenn von der Ferne her viel- t: '* Kanonendonner dröhnt, wenn Flücht-
Opfer von der Gesamtheit des Volkes auch vergolten wird.
Es ist deutsche Bauernart, um so härter zu kämpfen, je härter die Zeit Jeder von euch weiß, daß jetzt die entscheidenden Monate dieses Krieges kommen, daß es jetzt darauf ankommt, ob in einem freien Reich ein freies Bauerntum blühen wird oder ob das Land im Bolschewismus erstickeh soll. Der Kampf ist schwer. Ich werde euch Ungeheures zumuten müssen. Wir werden aber diese Anstrengungen bewältigen, wenn jeder einzelne sein Letztes hergibt. Es geht nicht nur um euch, um euer eigenes Schicksal, sondern ebenso um das der kommenden Generationen. Seid zu letzter Entschlossenheit bereit, dann ist uns der Sieg nicht zu nehmen! Das Landvolk wird wie bisher des Führers treueste Bataillone stellen!
Herbert Backe,
Oberbefehlsleiter und Reichsbauernführer
: 5®ige an seinem Hof vorüberhasten,
et schließlich die Bestellung des Lan- " unterbrechen muß, um Kampfgräben ® Jen Feind auszuwerfen, oder wenn ltsiLu. . J,® ar in ernstester Stunde den Pflug
, stunden«. 1H dem Schwert vertauschen cken tu s A l °2 i 7- ss ' be rzur Waffe' greifen muß.
deutschen Bauern :— das haben ge- Sommer und Herbst dieses “Jahres er- j®- — kreist unverfälscht das Blut seine? g 44 in ^ , ™ ren i die als Siedler in ewig bedrohtem 1 sdunuckstü*^ ^ als -Pioniere des Deutsch- erkannt. W " ’ ® s < als Kolonisatoren des Fortschritts, ieim Ohlenlirf ' s Grenz- und Wehrbauern stets auch das ,örse m. ™ verteidigen hatten,. das sie be-
en. ats keIIei- a , en ' denen die Waffe stets neben der d vif 33 und die zwischen friedlicher Land-
nkenau ® strat « bia‘ U p d sol datischem Käinpfertum noch uaeb. Finkenau ® ® Gegensatz sahen. Sie hingen am Bo-
skarte Nr- d3 Sp ii ^ e bel) ten ihn, sie krallten sich in ihm aßenbahn Ay-' verteidigten ihn notfalls
le Am B« 11 - brell) " Verzweiflung,
26 . 9: u ' 3 , dem Schweiß wie mit
• Spf zentral ^Relationen gedüngt war.
Ürlst. verl'kJ- j # äui ? lnser heutiges Bauerngeschlecht, ob Irbucb-Ko“ 110 ®^ an den Fronten kämpft oder um den Kellner i./'«W Cr ,. heinl ? tläch en Scholle ringt, gibt hrrad, Mar j(J ^ öden nicht kampflos preis, noch llal J', 3 hra KW® 1 SiT., unter dem Eindruck von Kampf h ® ,® e h oitzstr. & iij etl rop Un bestellt. Schweiß und Blut He -tem. h (ta* .* e an dun und geben auch dem
P straß a ' >b '" ,J S ^ack n' r j heUte essen > ei ^ en herben Ge- ™ 26 9W'Uud doch _ wie dankbar müssen abband. 9* j^l ;>.gii c ' h daß ' der Boden verteidigt und das ückzug^j^stt. Brot
tgerm.
Kern unserer Arbeit und der Grund unserer., menden Zeiten im Hinblick auf die Ernäh- Leistungen lag im Boden der Heimat. Nie rungslage mit Ruhe und Zuversicht entge- wären die großen Erfolge der letzten fünf gen. Ihr könnt gewiß sein, daß auf die Jahre errungen worden, wenn wir nicht das I Dauer nur dem, det recht handelt, sein
Eisenhowers Pläne wurden bei Arnheim zerschlagen
Bittere Erkenntnisse für die Feinde — „Widerstandswille der deutschen Soldaten geradezu unheimlich“
. --gesichert ist!, en «usere Frauen . 1
und Kinder erst
e a V? lan der Gegner, wir
Bel - SLniW- .ÜÜJtStej Qjj d^hssklaven vielleicht der sibi- & H em . 8 P reis 9 e g e ben,' dann wäre es zir eirScbi^S^l^ni w-j 6 ® B [ ot und Boden nachzu- . mit SdB“ a i e Tonnen — nicht nur als
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uns das in harten Zeiten Geltung Leben erhält und •ragt
Herbert Hahn.
Drahtbericht unseres Vertreters sch. L.1 s s a b o n, 29. Sept. „Das alliierte Hauptquartier Eisenhowers mußte seine Uhr erheblich zurückstellen. Es war noch nicht 5 Minuten vor 12, wie man nach dem raschen Vormarsch durch Frankreich auch.in höchstgestellten strategischen Kreisen der Alliierten angenommen hatte, und der Zusammenbruch des deutschen Widerstandes stand noch nicht unmittelbar bevor. England und Amerika mußten infolgedessen die Hoffnung auf ein Kriegsende in den nächsten Wochen begraben". Das sind die charakteristischen Züge der heutigen Betrachtungen von Presse und Rundfunk, in de» USA und England. Die Enttäuschung der Bevölkerung Ist grenzenlos; denn im stillen hatte jedermann in England und Amerika damit gerechnet, daß spätestens im Oktober die Waffen schweigen würden. In einem Reuterbericht aus! den USA heißt es, die Alliierten hätten bei den letzten Kämpfen die Feststellung machen müssen, der deutsche Widerstandswille habe bei der Annäherung der alliierten Truppen an die deutsche Grenze ein bedeutend größeres Ausmaß angenommen als man ursprünglich in den Kreisen d6r alliierten militärischen Führupg erwartet hatte.
Rundfunk und Presse in England beschäftigen sich auch heute eingehend mit den Ursachen und Wirkungen des Mißgluckens der Luftlandung bei Amheim, der höchst entscheidende Wirkung zugemessen wird. Man versucht dabei, aus einer höchst mißlichen Situation noch das Beste herauszuholen und erklärt, die starken Opfer und erheblichen Verluste hätten sich „angesichts des hohen Zweckes der Operationen gelohnt. Aber gerade dieser Zweck der Operationen wurde nicht erreicht. Trotz dieser offiziösen Vertuschungsversuche bereitet die britische Presse die Öffentlichkeit nunmehr auf einen langwierigen und blutigen Winterkrieg vor. In Kreisen der militärischen Sachverständigen gibt man sich aber keine Mühe, ™ verbergen daß der große strategische Plan von Montgomery und Eisenho w e r, den Krieg noch in diesem Jahre zu beenden,
bei Arnheim zerschlagen' worden sei. Die deutschen Truppen hätten genau gewußt, was bei Arnheim gespielt wurde, und sie hätten sich ipfolgedessen geradezu fanatisch geschlagen.
Die englischen Zeitungen sind voll von Berichten über den Widerstandswillen der deutschen Soldaten, der von einigen Blättern „geradezu unheimlich" genannt wird. Vor allem die jüngsten Jahrgänge hätten sich „mit einem Fanatismus ohnegleichen" geschlagen. In einem Bericht der Zeitschrift „John Bull" heißt es weiter: „Werden deutsche Soldaten als Gefangene angebracht, so sind ihre Gesichter unnahbar,' ihre Münder trotzig verschlossen. Sie öffnen sich nur für den einen Satz: „Und wir siegen doch!" Wenn sie verhört werden, sind sie stumm und taub." In einem Bericht des „Sunday Expreß" wird erklärt: „Unterschätzt um Gottfes willen nicht den deutschen Soldaten. Er ist ein unerbittlicher Gegner und kämpft wie ein Löwe." Man habe im alliierten Lager so viel vom Übergewicht des eigenen Kriegsmaterials gesprochen. Offenbar sei vergessen worden, das im Endergebnis immer nur der Soldat auf dem Schlachtfeld den Kriegsverlauf bestimme. Und die deutschen Soldaten gehörten noch immer zu den besten der Welt. Sie wüßten, worum es in diesem Kriege geht und kämpften daher wie besessen.
Die englischen militärischen Sachverständigen befassen sich in teilweise langen Ausführungen mit der britischen Schlappe von Arnheim. Der bekannteste von ihnen, Cyrill Falls, forderte das englische Volk zur Geduld auf. Die Niederlage der britischen 1. Luftlandedivision müsse selbstverständlich den geplanten Ablauf der Operationen „verzögern". Nach Cyrill Falls gestaltet sich die militärische Lage in Holland im Augenblick etwa folgendermaßen: Der
deutsche Widerstand verstärkt sich täglich und stündlich. Andererseits muß die alliierte Führung "eine Pause eintreten lassen, um ihre Streitkräfte umzugruppieren und neue Dispositionen zu treffen. Die Alliierten müssen sich nach wi« vor zum größten Teil
auf Verstärkungen aus der Luft stützen. Dagegen stehen den Deutschen die besten Verbindungswege zur Verfügung. Cyrill Falls schließt: „Die Deutschen verfügen
über ausgezeichnete Verteidigungsstellungen und halten diese mit größter Zähigkeit fest. Infolgedessen bereiten sie uns zur Zeit sehr viel Sorgen."
Alliierte Offensive festgefahren
dnb. Stockholm, 29. Sept. Der Korrespon- den der „New York Times" bei der 1. amerikanischen Armee trifft die Feststellung, daß sich die strategische Lage der Alliierten im Nordabschnitt der Westfront so weitgehend verändert habe, daß dieser jetzt nicht mehr die wichtigste oder entscheidendste Front im Westen sei. Wenn der britische Vorstoß durch Holland und um die Nordspitze der Westbefestigung herum keine schnellen Fortschritte mache, sei es sehr wahrscheinlich, daß die Alliierten am Rhein und in Nordholland sich in diesem Winter festfahren würden. Nach Ansicht des New Yorker Korrespondenten von „Svenska Dag- bladet" geben die Ausführungen in der „New York Times" die Ansicht weiter Kreise Washingtons wieder, wo man plötzlich begonnen habe, von einem neuen Feldzug im Frühling zu sprechen. In London bezeichne man den Ausgang der Schlacht bei Arnheim offen als „einen deutschen Sieg". Der englische Berichterstatter von „Nya Dag- ligt Allehanda" betont im Zusammenhang mit der Niederlage bei Amheim, man versuche nicht mehr zu verbergen, daß der kühne, weitreichende Plan in Holland mißglückt sei. Die Deutschen hätten sich geradezu phantastisch geschlagen, und der Glaube der englischen Optimisten, daß der Krieg am 15. November zu Ende sei, würde sich nicht erfüllen.
Der in Moskau von einem Schlaganfall betroffene ehemalige finnische Ministerpräsident Hackzell ist mit einem Flugzeug nach Helsinki zurückgekehrt. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht
Sitetrn Wall
Von Erich Beck
Nicht nur einmal, sondern immer wieder muß man von den Morgenthau, Vansittart und Genossen sprachen, von jenem anglo- amerikanisch-jüdischen Gesindel, das ausgerechnet in dieser Zeit höchster Spannungen nichts anderes der Welt mitzuteilen hat als immer neue Ha ß - und Vernichtungspläne gegen Deutschland. Lord Vansittart, von dem hier schon wiederholt die Rede gewesen ist, hat nun im englischen 'Oberhaus abermals seine bekannten Thesen entwickelt, die auf eine völlige Versklavung des deutschen Volkes. hinauslaufen. Er machte den Vorschlag, daß Deutschland nach einem verlorenen Kriege nicht nur von den drei Großmächten, sondern auch von den kleineren Staaten dauernd besetzt gehalten werden solle. Insbesondere schlägt er jetzt auch noch die P o 1 e n als Besatzungsmacht vor, „damit den Deufschen das Gefühl der Überlegenheit den Polen gegenüber endgültig genommen wird". Im übrigen habe dieser Krieg vermieden werden können, wenn die Briten nach dem vorigen Weltkrieg Deutschland gegenüber nicht eine „so unbegreifliche Milde" an den Tag gelegt hätten. Dadurch sei die moralische Lektion, die dem deutschen Volk 1918 erteilt worden sei, vernichtet worden. Der Friede in Europa könne nur aufrechterhalten werden, wenn Deutschland gezwungen werde, eine waffenlose Nation zu bleiben, und darum dürfe nicht einmal eine Miliz geduldet werden.
Der Sprecher der Regierung, Lord Cran- borne, antwortete darauf bezeichnenderweise: „Wenn irgend jemand mich auffordert, im Namen der Regierung zu erklären, daß wir zwischen dem deutschen Volk und dem Nationalsozialismus unterscheiden und daß wir das deutsche Volk von der Schuld an diesem Kriege freisprechen, so werde ich mit. Nein antworten". Cranbodie fügte allerdings dann einen Satz hinzu, der eigent- - lieh die verbissensten Deutschenhasser in England zum Aufmerken hätte Jbringen müssen. Er sagte nämlich, man könne sich täglich aüfs neue davon überzeugen, daß das deutscbe Volk mit Fanatismus weiterkämpfe. Ein solches Volk werde immer wieder versuchen, seine Freiheit zurückzuerlangen, wenn es nicht eisern niedergehalten werde. Lord Cranborne hat vielleicht selbst nicht ganz begriffen, was er mit dieser Feststellung angerichtet hat Wenn man seine Worte so liest, wie sie ja auch gemeint sind, dann sagt also hier ein Vertreter der englischen Regierung, daß man Deutschland seine Freiheit nehmen will und daß es auch von Anfang an das Kriegsziel Englands und seiner Alliierten gewesen ist Ein zynisches Zugeständnis fürwahr, aber ein Zugeständnis, das uns längst nicht mehr überrascht. Nur ist es bis jetzt von einem amtlichen Vertreter der englischen Regierung nbch niemals mit so eindeutiger Klarheit ausgesprochen wie hier. Zum erstenmal gibt hier ein Minister Seiner britischen Majestät zu, daß all die Vemichtungspläne der Morgenthau, Vansittart und Genossen in jeder Beziehung übereinstimmen mit den Wünschen der englischen Regierung, die ja ihrerseits in Teheran bereits die notwendige Übereinstimmung mit Stalin herbeigeführt hat »
Man kann sich natürlich auch diesmal wieder auf den Standpunkt stellen, daß diese dummen Redereien für uns völlig gleichgültig sein'können. Denn versklaven kann man uns ja erst nach. einem Sieg, und den gibt es für sie nicht. Aber für uns handelt es sich bei dieser Oberhausdebatte und bei den Wünschen der Haßpolitiker' um etwas Grundsätzliches. Nach der Konferenz von Quebec wurde in amerikanischen Zeitungen , erzählt, die Roosevelt und Churchill hätten diesmal darauf verzichtet, noch eiftmal die Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation JDeutsch- lands zu stellen, weil das doch vergeblich sei. Sie h|.tten eingesehen, daß Deutschland nicht kapitulieren werde. Wenn diese Indiskretion der amerikani- ‘ sehen Blätter und Nachrichtenagenturen richtig sein sollte, dann haben ausnahmsweise die beiden Herrschaften einen lichten Augenblick gehabt, einen lichteren jedenfalls, als ihre Morgenthaus und Van- sittarts. Wir Deutsche brauchen ja nun wirklich nicht andauernd zu erzählen, daß wir nicht kapitulieren werden. Wir haben das ja auch wirklich nicht nötig. Aber wir betrachten es immerhin schon als einen gewissen Fortschritt, wenn das. auch die anderen einsehen. Vielleicht aber hat bei dieser Erkenntnis in Quebec auch noch etwas anderes mitgewirkt als die Berichte von Geheimagenten über die Stimmung in Deutschland. Vielleicht hat man sich in Washington weniger Illusionen über den schnellen Vormarsch in Frankreich gemacht als in London und rascher als die englischen Agitatoren um Brendan Bracken begriffen, daß man zwar einen enormen Raumgewinn erzielt hat, aber damit keineswegs dem deutschen Wesfheer eine entscheidende Niederlage beibrachte. Was man offenbar im amerikanischen Generalstab befürchtet hat, was man aber in London niemals zugeben wollte, ist ja nun tatsächlich eingetreten: am We 81 w a 11 sind heute die deutschen