Ausgabe 
(28.9.1944) 262
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14. Jahrgang

Donnerstag, 28. September 1344

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großkalibrigen

parteiamtliche Tageszeitung

* -sblai* des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

oremct 9lad;riditen

Bremen: Geeren 6/8. Ruf 2 19 31 1 Nachfruf and sonntags 2 47 65, ObernstraBe 86, Ruf 2 18 3t, Syke: Mühlehdamm 2) Bremen-Hemelingen:

BahnbofstraBe 6, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 5B| Bremen-Vegesack: Rohrstraße 24, Ruf 4. u. 8i Bremen-Blumenthal: Kapt.-Dallmann-Str. 44/43.

Ruf 88 und 89.

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungeblatt des Reichssiaithalters ia Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpi.

öglichen

Berlin, 27. Sept. Zum vierten ..*« des Abschlusses des Dreimächte- ^ am MittwAchahenH Über

mi'dtÄ^ sprachen am Mittwochabend chtathlete»- Isundfunk zu den Völkern der Dreier- CteB-.p.?R e ichsaußenmlnister von Rib- der Duce in seiner Eigeii-

erziehp tvl? tEtais"Außenminister der iaschistischen TKH o30f ___i.pkon Donipmnn tinrf H*»r TCaicnr.

fÜSSrw-t

P-). In der

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mit 455j

Manischen Regierung und der Kaiser "japanische Außenminister Shige-

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je Reden der drei Staatsmänner sind ein ' zu der schicksalhaften Gemein-

ressiert

Kampfentschlossenheit der Dreierpahtmächte

Rfbbentrop: Zusammengeballte Kraft wird die Lage meistern und den Sieg auf

1 *>!»' der-ÄS nretchte TKH * tsse c> beiten,

am auf'«»? JKftdie die Völker des Dreimächtepaktes Unkte. Den j» Rindet Sie bekunden die unerschtitter- he Kanu-Klub t je Entschlossenheit, mit der unsere Vöi- I dem Vernichtungswillen und den Welt- nsdiaftsplänen unserer Feinde in einem ggif auf leben und Tod widerstehen. Sie l-Gauklasse sind i d durchdrungen von dem Glauben, daß gesehen: Wiihelj <j dem siegreichen Kampfe den Völkern ia Blant./Wed, tl . as und Ostasiens' eine Ordnung ge- Barmbecker ä ^ wer den kann, die der Opfer würdig

die für den Sieg gebracht werden. ((Ansprache des Reichsaußenministers folgenden Wortlaut: Deutsche Volks-

.omet.

*as führt am i. Oi Haltung durch, ; senden leistungssa ngeladen.

- r 120 Runden glea 55ssen und Hörer - in den verbündeten , °,L d ! 5 " Dla S ita des Dreimächtepaktes! Am vierten sich entschied"^ - eäta 9 111156185 Paktes stehen Deutsch von 1 .- 56:17 std.t :i Italien und Japan und seine Verbün- mhner Thansen ila in hartem Abwehrkampf an allen it 32 -Punkten i eien, Der Krieg hat eine Kampfphase er- | die von den Soldaten und Völkern Eine aus den Vt » Dreierpaktmächte die höchste Bewäh- s/g von 5 einer As "3 eln Einsetzen bis zum letzten 2) geschlagen wüt fordert. Es geht jetzt wir wis- pa einer der fet ses- um Leben oder Tod unserer Na- als Oberleutnant men, unserer jahrtausendalten Kultur, un- sen hütet sein Sa! h Sitten und Bräuche, d. h. um alles,

; r Verans ^ ltl5 1 s uns das Leben lebenswert macht. Wir t nur den Funfkac , .

denlauf in 17,8h ; ä Wlssen nur zu 9 enau - was mit «ns ge- ssen würde, wenn wir versagten. Der

arbeitsfr., ohne Ai sei zögert nicht, es uns täglich zu ver- J., f. frauenl. fccen: Ausrottung, Auslöschung, Austrei- ter L 3136 oen v Versklavung unserer Völkdr, das

Aalf^fortgSii ". &P f® len der Feinde - die wir «glich orfiVogtl. 10. 1 bekommen.

- -^fGegenuber diesem maßlosen, oft an Wahn-

Igesuche Ifc lenzenden Vernichtungswillen unserer l7od. Unterh. v :#* 9 ib t es für uns nur eine Lösüng, jebote unter E »M Kampf und wiederum Kampf mit nöbl. Wohn. m.Ki uns zur Verfügung stehenden Kräften

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Mitteln, d. h. in Wahrheit ein Kampf Messer. Die Völker des Drei- Wepaktes wissen das. Sie erkennen mit » Verstand den Ernst und das Schick­te, unabänderliche der Lage, die uns adngt, nur den einen Weg, den starken des harten und kompromißlosen Kamp- J Sehen, bis die Gegner erkannt haben, heser Krieg von ihnen niemals gewon­nenen kann. Ich weiß, daß unser^ er und Frauen mit starkem Herzen ®H einem Willen zum Siege, wie er f n6c * 1 niemals in der Geschichte beseelt hat, in diese entscheidende * des Kampfes eintreten. Gerade das der Unabänderlichkeit dieses uv»:: pfes erweck t aber jetzt in un- I l . i ene ungeahnten Kräfte, die heroischen Eigenschaften ihrer Ras- Ursprung haben und die der großen Wgenheit ihrer Länder entsprechen. idJ? en ^ * ten werden wir die Lage

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r Groh»- , hne, Frie!

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die Regenten Pfinz Kyrill, Filoff, Michow so­wie die gesamte Regierung verhaftet und das Land völlig in Besitz genommen. Damit ist die Sowjetisierung Bulgariens eingeleitet.

In Finnland hat Märschall Manner­heim und eine Clique von nervenschwachen Politikern unter Bruch ihrer Deutschland gegenüber übernommenen Bündnisverpflich­tung vor den Sowjets kapituliert und einen Waffenstillstand abgeschlossen, der die völ­lige Besetzung Finnlands durch die bol­schewistischen Truppen mit allen sich für das Land, seine Selbständigkeit und die Zukunft des finnischen Volkes ergebenden Konsequenzen bedeutet.

Wenn sifch nicht die nationalen Kräfte in Rumänien, Bulgarien und Finnland in letz­ter Stunde zusammenflnden, um die Völker zum Widerstand gegen den eingedrungenen Feind auizurufen, ist die Ausrufung von Sowjetrepubliken in diesen Ländern nur noch eine Frage der Zeit. Damit hätten diese drei europäischen Völker endgültig ihre Freiheit verloren. Wir begrüßen daher die Nachricht, daß sich inzwischen nationale Regierungen und Beireiungskomitees gebil­det haben, die alle nationalen Kräfte aus diesen Ländern um sich scharen und ent­schlossen sind, alles für die Freiheit und Selbständigkeit ihrer Länder einzusetzen.

,Die Reichsregierung^ die seit längerer Zeit mit einer solchen Entwicklungsmög­

lichkeit in diesen Ländern gerechnet hatte, hat die in Frage kommenden Staatsmänner wiederholt auf das eindringlichste vor der drohenden inneren Gefahr gewarnt. Wenn die führenden Schichten in diesen Staaten trotzdem yor dem Osten feige, kapituliert haben, so haben sie sich ihr jetziges Los selbst zuzuschreiben, und wir bedauern nur die anständigen und tapferen Völker, die unter der verbrecherischen, instinktlosen Führung nunmehr einem schweren Schick­sal entgegengehen.

Deutschland hat 'diesen Staaten, die sich seinerzeit dem deutschen Kampf gegen den Osten aus völlig freiem Willen angeschlos­sen haben, bis in die letzten Stunden die treueste Waffenhilfe gewährt. Hieran hat es also nicht gefehlt, und auch diese Völker selber wären sicher bereit, weiterzukämp­fen.. Versagt hat allein die Führung. Ebenso wie es sich im Süden und Westen in den von den Engländern und Amerikanern be­setzten Gebieten -Italiens und Frankreichs gezeigt hat, daß die Kommunisten die ein­gesetzten, sogenannten demokratischen Re­gierungen täglich mehr verdrängen und die Zustände hier teilweise immer chaotischer werden, so bietet sich auch hier im Osten erneut .das tragisohe Schauspiel, daß die hier noch maßgebende bürgerliche Schicht der letzten Belastungsprobe, die diese ge­

waltige weltanschauliche Auseinander­setzung. mit sich bringt, mit ihren Nerven und auch seelisch nicht gewachsen ist. Vor der her^inbrechenden kpmmunistischen Flut hat sie feige* kapituliert und auf diese Weise ihre eigenen tapferen Völker in den Strudel der Vernichtung mitgerissen. Jeder Deutsche bedauert das Los dieser tapferen Völker, jedoch wird der eigene Schicksalskampf des deutschen Volkes von der Besetzung dieser Staaten durch die Sowjetunion keineswegs in entscheidender Weise berührt.

Meine Volksgenossen und Hörer in-den verbündeten Ländern! Inmitten dieser bol­schewistischen Zersetzungserscheinungen in den verschiedenen Ländern Europas steht das nationalsozialistische Deutschland un­erschütterlich wie ein Fels im Mper. Nie­mals zuvor sind sich Führung und Volk in unserem Lande einiger gewesen als jetzt in dieser Stunde, daß es gegenüber solchen Er­scheinungen hur eine Parole gibt: Noch fe­ster zusammenstehen! Kampf bis zum äußer­sten und niemals kapitulieren!

Der traurige Versuch einer Zersetzung der deutschen Führung, der im Juli von einem kleinen Kreis von yerschwörern gemacht wurde, ist kläglich gescheitert. Die Tatsache, daß dieser Versuch einer kleinen Generals­clique bekanntlich innerhalb weniger Stun-

(Fortsetzung siehe Seite 2)

unsere Seite zwingen

Jßotamdee IxitqiwHH

Die 1. britische Luftlande-Division vernichtet

Erfolgreiche Gegenangriffe bei. Nancy

unsere Seite zwingen.

den

dritte Jahr

unseres Paktes hat unsere

4 1 m ® nc he harte Probe gestellt und

JL 6 5ten Rückschlag gebracht. Die Änderungen in Rußland, in Frank- tV(rc= 6rra ? R um äniens und Bulgariens, 9® Finnlands, und gewisse Rück- W inder T, - J -

, privatst** 1 stj,..» der Kriegführung unseres ostasi-. rWernicIte)- ''ijEL^d^genossen sind Ereignisse, die

, a 5 . der Gedanke,

daß es

nacb -'? e Beru(s lii ttherJhJ' einige wani ge teils ver- fePhsnt 6 '. tei s ver, Wendete Dummköpfe - - asten tapfere Völker wie die Ru-

Bulgaren und Finnen zum Verrat >ns sichere Verderben führen

st ® R u m ä n i e n ein Verräterkönig,

w.

61 ^ a pchall Antonescu heim-

5 unter nV,;L 6n und gefangengesetzt, um s d.-;_, ach unseres Paktes und hinter

Waffe deutschen Armeeführung 'aj. p, stl l s * and mi t den Sowjets zu ; ä »arda s S ^ esid tat dieses feigen Ver- ^ Sn -soweit 70 Uns voraus gesehene: Ru- ho, i es v ? n den bolschewistischen in d ssetzt ist,

Lanri!^ and der Bolschewiken, die in J5s ihr pir, S ° halten und walten, als >Bm q e * 9en65 wäre.

mpn. d c' c-».! 6 n bat eine völlig blinde

Hut a. d- f®? M^diesmai^ 9 ® Regierung ebenfalls ver-

nder Sa- ' ' 1 '

fp®esmai m-. , eDqntaus ver-

C 4!tJ : eino^ 1 I Ti? en Engländern und Arne- J 4 Was ion. Waffenstillstand zu schlie- eiani.iu , wiederum die Bolsche- iSölm,,,.- b at, ohne sich um diese

kümmern, kurzerhand lv L 6 il zu erklären und in das

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tr'toti in ;"" ul! >rai und die bulgarische C s '9en rtj 196 ® Verzi cht jeden Wider- ei nmarschierende Sowjet- tyei S p j en 111 der Hoffnung, sieh

*5

^ VVfiiea , A iwtmuuyi oaww-

® das Wohlwollen der Bol- tw 'ulten'm* 611 und ihre-Selbstän- ' s ^fehi,Ug, können , hat der sowjetrus- er in Bulgarien kurzerhand

Eigener Drahtbericht

BZ Berlin, 27. Sept. Eine englische Elite-Division ist in zehntägigem erbittertem Kampf restlos vernichtet -worden, -meldet der Wehrmachtbericht. Trotz immer wieder­holter Entsatzversuche, bei denen der Feind schwere- Blutopfer bringen mußte, wurde der letzte Widerstand der im Raum von Arnheim eingeschlossenen 1. engli­schen- Luftlande-Division . ge­brochen. 6450 Gefangene wurden 1 einge­bracht, Tausende Toter 1 festgestellt, 30 Pan­zerabwehrgeschütze, weitere Geschütze, zahlreiche Waffen und 250 Kraftfahrzeuge wurden erbeutet, 1000 Lastensegler vernich­tet oder erbeutet und über 100 Flugzeuge abgeschossen.

Damit ist der großangelegte Versuch des Feindes, mit dem Überfall aus. der Luft ganz Westholland abzuschneiden und sich im Handstreich das nördliche Tor nach Deutschland zu öffnen, endgül­tig gescheitert.

Der entscheidende Stoß gegen die seit Tagen unter konzentriertem Artilleriefeuer liegenden Briten würde von Grenadieren geführt, die im Nahkampf in den Kessel westlich Arnheim hineinstießen und die letzten Widerstandsnester zerschlugen. Das von unseren Truppen genommene Gelände bietet ein Bild völliger Zerstörung. Die park­artigen Straßen des Vorortes O sterbeck sind in Trichterfelder verwandelt. Bei jedem Schritt trifft man auf Reste zerschossener Lastensfegler und Kraftfahrzeuge und auf

Harte Abwehrkämpfe im Raum EpinalRemiremont

Berge von Munition, Ausrüstungsgegen­stände und gefallene Briten.

Der bei Arnheim errungene Erfolg wird durch die., energischen. Gegenmaßnahmen unserer Truppen gegen den Raum von Nimwegen unterstrichen. Unser Von Westen, Norden und Osten um Nimwegen gelegter Riegel verdichtet sich immer mehr. Da die Hauptverbindungsstraße der Briten zwischen Eindho-ven und Nimwegen durch die anhaltenden schweren Kämpfe bei Vechel unbenutzbar und trotz einiger Bodengewiuqife des Feindes die Nebenstraße D e u r n eN i m w e g e h ebenfalls noch durch unsere Riegel gesperrt ist, versuchten die Briten, ihren hart bedrängten Panzer- kräften auf dem Luftwege 1 Verstärkungen zuzuführen. Die hart südwestlich Nimwegen gelandeten Kräfte wurden schon beim An­flug und Landung von Jägern und Flak-Bat­terien unter Feuer genommen. Durch so­fortige Gegenstöße in die Verteidigung ge­drängt, vermochten sie die angestrebte Ent­lastung nicht zu bringen. Ähnlich war das Schicksal der zweiten, westlich Vechel ab­gesetzten Fallschirmspringergruppe. Auch sie wurde sofort abgeriegelt und konnte des­halb in die wechselvollen Kämpfe, die mehrfach über die Hauptverbindungsstraße hinweggingen,, nicht eingreifen.

Wenn auch nach außen hin nicht so auf­fällig wie die Vernichtung der 1. .Luftlande- Division bei Arnheim, so sind doch die in schweren Abwehr- und Angriffskämpfen er-

Hier hatten vor etwa zwei Wochen starke nordamerikanische Kräfte auf breiter Front zwischen Pont-a-Mousson und Lu- n e v i l-|e angegriffen und eilten Parizer- keil gegen D i e u z e -vorgetragen. Die zu­nächst örtlichen, eigenen Gegenstöße wuch­sen immer mehr zu einem einheitlichen Gegenangriff zusammen, der nach Rückgewinnung von Chatgau-Salins den Feind jetzt südlich der Stadt auf die S e i 11 e zurückwarf. Weitere erfolgreiche Gegenangriffe führten unsere Truppen gleichzeitig zwischen S e i 11 e und Rhein- Marne -Kanal. Dadurch fiel der gegen Dieuze vorgedrüngene nordamerikänische PanzerReil in sich. zusammen.

Auch die sehr schweren Entlastungsan­griffe des Feindes bei L u n e v-i 11 e und seine fortgesetzten Gegenstöße am Rhein- Marne-Kanal konnten unseren Truppen den Erfolg nicht mehr streitig machen. Die vor einigen Tagen aufgerissene Lücke westlich Dieuze, durch die der Feind gegen die obere Saar vorstoßen Wollte, ist damit wieder ge­schlossen.

Im Abschnitt E p in a 1R emiremont, wo starke Kräfte der 7. nordamerikanischen Armee weiterhin im Angriff stehen, setzen sich upsere Truppen zum Ausgleich feind­licher Einbrüche - an Sehnen-Stellungen fest und schlugen hier alle Angriffe ab. Da auch westlich B e 1 f o r t . feindliche Einbrüche durch Gegenstöße abgeriegelt oder beseitigt

rungenen Erfolge unserer Truppen im Raum j wurden, -hat unser Sperriegel vor der Bur­östlich Nancy ebenfalls höchst bedeu- jgundischenPforte somit erneut seine

tungsvoll.

I Widerstandskraft bewiesen.

Feinde wollen die Sehlappe von Arnheim vertuschen

General Eisenhower verhängt eine Nachrichtensperre Die Deutschen durchkreuzten Feindpläne

Drahtbericht unseres -Vertreters sch. Lissabon, 27. Sept. General Eisenhower hat, wie eine amerikanisch-englische Nachrichtenr. agentur meldet, eine allgemeine Nachrichten­sperre für die Kämpfe rings um Amheim er­lassen. Nur die dürftigsten amtlichen Angaben sind erlaubt. In diesen wird etwas verschleiert zugegeben, daß die englisch-amerikanischen_ Luft­landetruppen in diesem Gebiet einen Rück­schlag erlitten und wertvollsten Boden ver­loren haben. Viel Wesens wird in einigen Be­richten von der Schlechtwetterlage gemacht, da diese erst ab Dienstag einen größeren Nach­schub an Lebensmitteln, Medikamenten, Waffen und Munition ermöglicht habe. In einem ameri­kanischen Bericht wird vonabgeschnittenen" Luftlandetruppen gesprochen. Diese Nachrichten­sperre hat auf die . amerikanisch-englische Öffentlichkeit keinen guten Eindruck gemacht, und man fragt allgemein, ob sie eine Schlappe vertuschen solle. Die Deut­schen hätten, so erklärt man, mit bemerkens­wertem Erfolg gegen eine Flankierung ihrer Stel­lungen gekämpft. In einem - amerikanischen Be­richt wird zugegeben, daß die Umgehung der Siegfried-Linie" zunächst gescheitert sei.

Unterdessen dauern weiter güdlich in.der Gegend von Nimwegen allerschwerste Kämpfe der dorthin von Eirfcthoven aus vorgedrungenen englisch- amerikanischen Truppen an. De.r Feind fuhrt un­ausgesetzt Verstärkungen heran, und bisher kann noch nicht von einer endgültigen Entscheidung der großen Schlacht in Holland gesprochen wer­den. In einem Artikel des militärischen Sachver­ständigen derSunday Times" wird etwas ge­heimnisvoll von,gewissen Enttäuschun­gen in Holland" und voneinem frühzeitigen Einbruch der ersten herbstlichen Schlechtwetter­periode" gesprochen. Die nächsten Wochen würden nicht ohne Rückschläge vergehen. Anderer­seits aber -seien die nächsten zwei und drei Wochen von größter und entscheidender Bedeu­tung, vielleicht, nicht für den Ausgang des Krie­ges wohl abef des jetzigen Feldzuges m den kommenden Wintermonaten. Eisenhower sei ge­zwungen, in den kommenden vierzehn Tagen Iigend eine Entscheidung herbeizufuhren, vor allem darüber, ob die nächsten Wochen einen

Stellungskrieg oder einen. Bewegungskrieg brin­gen. Diese Entscheidung müßte bis spätestens Mitte Oktober fallen.

Glauben der Gegnei' erschüttert

. Drahtbericht unseres Vertreters

lin. Madrid, 27. Sept.Aus ersichtlichen Grün­den schweigen sich die englische Agitation und die dümmsten .ihrer neutralen Nachbeter über Arnheim aus. Aber es wird wohl selten einen wirksameren Kommentar gegeben haben, als die­ses plötzliche Schweigen aller jener soeben noch ins Ruhrgebiet und in diA norddeutsche Tiefebene ausschwärmenden Geister. Was immer die mili­tärischen Folgen des deutschen Erfolges von Arnheim sein mögen, das eine scheint sowohl im neutralen. Ausland wie beim Gegner selbst be­reits jetzt festzustehen: Daß eine wichtige psy­chologische Wen^e eingetreten ist. Die Geg­ner glaubten, Deutschland mit Sicherheit, besie­gen zu können, und sie glauben das zweifellos noch immer; aber noch mehr 'lag. ihnen daran, es schnell zu besiegen,vor Ende diese! Jah­res, wie Montgomery seinen Soldaten in den letzten Wochen verhieß. Von diesem Glau­ben darf man sagen, daß das Schicksal Her ersten englisch-amerikanischen' Luftlandedivision ihn mit elementarer.Gewalt erschüttert hat. Nicht nur für die' Alliierten bedeutet diese Wen­dung eine größere innere Umstellung, sondern für alle diejenigen, die sich in den letzten Mo­naten daran gewöhnt hatten, die Frage nach dem Wann des Kriegsendes über die Frage nach demWie und nach den Bedingungen des Frie­dens zu stellen.

Das spanische Pressebild wird heute von den Betrachtungen über die Verschiebung der zeit­lichen Perspektiven beherrscht. Man zitiert, in Madrid General de Gaulle als Kronzeugen, der bei einem Besuch im Frontabschnitt von Beifort­erklärte:Es wäre falsch, die. Leute hi dem Glauben zu belassen, daß der Abschluß sehneU kommen könne. Das Morgenblattlfa stellt eine Äußerung -» die noch vor der deutschen Kraftprobe bei Arnheim bekannt wurde den Voranschlägen- Montgomerys entgegen und meint, wenn man wissen wolle, wer von.beiden recht habe, so finde man einen richtigen Anhaltspunkt

in der Tatsache, daß die alliierten Kommentare sich seit mehreren Tagen des Prophezeiens völ­lig enthalten.

Im übrigen erstreckt sich der Wandel im neutralen Urteil nicht auf die große britische Frage nach dem Zeitpunkt der Entscheidung allein, sondern auch auf die militärischrtech- nische Einschätzung der deutschen Stärke. Das bereits erwähnte Madrider Blatt stellt fest, daß die deutsche Luftwaffe einq gewisse Wiedergeburt erlebt habe, die 1 von Allen Frontberichterstattern verzeichnet werde. Der letzte Luftangriff auf Eindhoven erinnere in sei­ner Intensität an die fernen Tage des tunesischen Feldzuges. Beide Elemente, das politische und das militärische, verbindet auch, Manual Azmar miteinander. In seinem Tagesbericht imAr­riba schreibt er:Unter anderen Umständen hätte ein englischer General sich aus Arnheim zurückgezogen. Aber der Entschluß Mont­gomerys ynd Dempseys, nicht zu weichen, stand fest. Warum? Die angelsächsischen Befehlshaber hielten den Augenblick für gekommen, tief ins Ruhrgebiet einzndringen, die ganzen Westbefesti­gungen zum Zusammenbruch zu bringen, wäh­rend die, gegnerischen Armeen nach dem .Her­zen Deutschlands Vordringen. Der Plan ist in der ersten Phase seiner Ausführung zusam- men.gebrochen. Deutschland hat den wun­derbaren Widerstand im Kampf bei Arnheim zu einer beweglichen Schlacht zu entwickeln ge­wußt, die dem deutschen Oberbefehl zur Ehre gereicht und nur mit einer Truppe von denkbar größter Kampfmoral geschlagen werden konnte. Zum. mindesten bringt der deutsche Erfolg die Stabilisierung der Front im Westen mit sich und versetzt die Anglo-Amerikaner in die Notwen­digkeit, eine andere kompliziertere und kost­spieligere Operation in die Wege zu leiten, Die Schlacht um Holland dürfte, dem, der in ihr , er­folgreich bleibt, einen Zeitgewinn von mehreren Wochen eintragen und der Gegenseite natürlich einen entsprechenden Zeitverlust. überdies wissen England und die USA, däß manchmal eine vom Gegner gewonnene Schlacht viele Pläne durchkreuzt. Wahrscheinlich glaubten sie, vor allem verhindern zu müssen, daß Deutschland unter den Umständen deS gegenwärtigen Augen­blicks einen solchen Sieg erringt."

Von unserem Berliner Vertreter

Dr. Walter Schneider

Auch wenn wir uns* davor hüten wollen, die endgültige und vollkommene Vernich­tung der ersten britischen Luftlandedivision in ihrer Bedeutung zu übertreiben, kann doch von einem großen und im ent­scheidenden Kampf um die Zeit höchst wesentlichen Erfolg' gesprochen werden, der nicht nur taktischer Art ist, sondern darüber hinaus . wesentliche ope­rative Auswirkungen nach sich ziehen wird. Diese Tatsache wird auch -vom Geg­ner kaum bestritten werden könnet:. Wir wissen aus militärisfchen Betrachtungen in der englischen Presse, daß nach dem Stun­denplan Eisenhowers die Verbindung mit der bei Arnheim aus der Luft gelandeten Truppen spätestens in 40^ Stunden erfolgt sein sollte, weil nur auf dem Wege d e r schnellen Uberrampehng die Möglichkeit erblickt werden konnte, vom Norden her den vor der geschlossenen deut­schen Ahwehrfront zum Stehen gebrachten Bewegungskrieg wieder in Schwung zu bringen und auf dem rechten Rheinufer den Weg ins westliche Industrie­gebiet zu öffnen.

Als sich diese Kämpfe über viele'Tage hinzogen und die deutschen Gegenmaßnah­men steigend zur Geltung -gebracht werden konnten, mußte Eisenhower dieses ur­sprünglich strategische Ziel zurückstecken. Es blieb aber immer noch die Drohung, durch einen geschlossenen Vorstoß über Arnheim hinaus bis an die Zuider-See Westholland abzuschneiden. Die Verbin­dung . über . Utrecht, , Appeldoora und -Em schede, die, von Arnheim her bedroht er­schien, ist* nun für unsere Operationen wieder gesichert, zumal außer der Vernightung der ersten britischen Luft­landedivision auch alle feindlichen Kräfte vernichtet werden" könnten, die auf dem Nordufer des Niederrheins ge­landet waren.

Welche erhebliche Bedeutung der Gegner auf diesen mittelholländischen Raum und die in ihm gegebenen strategischen Mög­lichkeiten legt, zeigt die Tatsache, daß er immer wieder in neuen Luftlandungen den Versuch gemacht hat, die abgesetzten be­drohten Kräfte zu verstärken. Der ersten Luftlandung , am 17. September folgte eine zweite am 19., offenbar, zu dem Zweck, den Landungsraum auszuweiten. Aber auch eine dritte Landung, die wiederum zwei Tage später erfolgte, vermochte nicht zu. verhin­dern, daß die Feindkräfte bei Arnheim wei­ter auf engem Raum zusammengedrängt wurden. Inzwischen kamen dann die deutschen Gegenmaßnahmen im­mer stärker zur Wirkung. Die Absicht, die der Gegner mit einer vierten Luftlandung am 23. September im Raum zwischen Arn­heim und Nimwegen verfolgte, wurde durch starke deutsche Gegenangriffe zum ..Schei­tern verurteilt. Am Montag begann dann der entscheidende deutsche Gegenangriff, der zu der jetzt im Wehrmachtbericht mit­geteilten völligen Vernichtung der briti­schen Luftlandedivisiori bei Arnheim führte.

Der Verlust ist für den Gegner um so schwerer zu verschmerzen, als es sich hier um- Spezialtruppen' von hoch-' ster Qualität handelt. Aber auch nach diesem bedeutsamen deutschen Erfolg bleibt' der Raum von Eindhoven und Nim­wegen im militärischen Geschehen, der Westfront dominierend. Das Bestreben dös Feindes ist darauf gerichtet, den schmalen Korridor nach' bpiden Seiten auszudehnen und einmal über Turnhout hinaus die Verbindung zum Raum nördlich von Ant­werpen zu gewinnen und auf der anderen Seite zur niederrheinischen Grenze zu kom- mep, Nach Westen ist der Gegner aus dem Raum von Vechel heraus nur unwesent­lich . vorwärtsgekommen. Nach Osten hin hat er den Knotenpunkt Deurne er­reicht.

Unverkennbar verbeißt sich Eisen­hower auch nach dem Mißlingen seines ursprünglichen Planes weiterhin auf das Ziel! den Raum von Eindhoven und Nim­wegen zu einer tragfähigen Grundlage für weitere .Operationen' zu machen. Um die Er­kenntnis kommt man aber, wie aus den Stimmen der englischen und amerikanischen Presse zu schließen ist, im Feindlager nicht mehr herum, daß die Hoffnung auf einen B 1-i t z k r i.e g in das Herz Deutschlands,.hin­ein nach dem Muster des Bewegungskrieges durch Frankreich und Belgien hindurch nicht mehr aufrechterhalten wer­den kann. Die entscheidende Versteifung des deutschen Widerstandes nunmehr auch an der nach Holland hinein verlängerten ge­schlossenen Westfront wird auf der Gegen­seite zähneknirschend anerkannt. Der bri­tische Rundfunkkommentator Erazer.erörtert die Möglichkeit, däß diese Versteifung der deutschen Verteidigung zu einer 1 ä n geren Pause in den anglo- amerikanischen Angriffsoperationen führen könne, zu einer Pause, die nach dem Willen Eisenhowers, Churchills und Roosevelts unter allen Umständen - vermieden werden sollte, weil siefdie ernsten militärischen und politischen Gmahren. eines deutschen