Ausgabe 
(25.9.1944) 259
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|t 6oal wöchentlich

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^Bremer 9lad)?ic*)test

krieiamtliche Tageszeitung der Nationalsozialisten Bremens

tolsb icd 1 des Regier enden Bürgerme istere dar Fre ien Hansestadt Bremen Amtliches Verkündungöblatl des ReichBBlaühallers in Oldenburg und Bremen

fj59 HJahrgang T

Montag, 25. September 1944

ir müssen und werden wieder angreifen!

Dr. Robert Ley sprach zu den Arbeitern und Bauern der Weser mar sch

jji e Woche,

Presse-Hoffjjl |)[( jseegau

ln der sich der schaffende unter der Parole „Volk in

Innern, Reich,l £ T' ,, Wallen“ ln ungezählten Veran-

. bereits meldeten ! wnpn zur kampferfüllten Gegenwart ! ’chssporiführ ets ’ konnte nich t besser ausklingen

TT'\ e, * ene ' 1 H 7 '! f ' ie ’ m Besuch des Reichsorganisations-

***Sl£, S “t.y. ■»=» -i“ “rrw 1 “,'

ich den fie'ui jhiers, bei dem man weiß, daß jedes Wort, hletik, Dr. mito B er spricht, aus einem ehrlichen und > beauftragt. äj Herzen kommt, fand für unsere Lage , ,. [tlten Worte. Tausende von Arbeitern

'■ne nuderregaf Jauern aus der Wesermarsch waren ln i 22. Sept, 1 844 f-- nie zum K r e i s t a g^ versammelt, als

tta von Bedeut™; lev zu ihnen, kam. Dle Männer und Die Anfänge des « der nationalsozialistischen Bewegung utschland reichen. Jen sich zusammen mit den Soldaten zu er zurück - I8j ' na chtvollen Kundgebung der Ge- u Ur ei^ r er Retn^ tossenheit und des Kampfwillens versam- sich zu S; Ähr. KV s P rach in seiner Rede von von Zuschauern i, ner felsenfesten Überzeugung, daß jeder i beiwohnten. A~- steche wie die Helden von St, Malo r Brest bemerkenswert yBoulogne kämpfen 'wird. Seine Worte Ruderer. Bei dis j^jgf eD weiterhin den Mann im Braun- „T*,; d ® n “: ten j * einen Block ln der Flut unserer fiü sechsradnige* sie uad entfachten bei seinen Zuhörern arger konnten » ' »heilig ea Zorn, der uns alle be- lwandfrei schlage; wes wird, jeden Meter Boden bis zum mis dieser ersi* ae n zu verteidigen. Ein einziger Schrei ründung des „Al! # ^Stimmung klang Dr. Ley dabei ent- ™ n r m und bekräftigte jene Entschlossenheit

deutschen R "fe s Nontagaues, weiterhin auszuharren ^ niemals zu kapitulieren.

•rinn A** n.i.j, 4iach kurzen Worten des Grußes, die der nnd d Frau“l «1* dem Gast entbot, • nahm ley das Wort Er schilderte, wie er Lilich bangen Herzens in seine west- öche Heimat gefahren sei, weil er ie, daß dort um die Städte jetzt ge- lea wird. Er sei aber, so fuhr Dr. Ley sLron der Westgrenze stolzen M u - ü rirtickgekehrt in der Überzeugung: iischland wird nicht zerbrechen, sondern pft, ebenso wie s äs Feinde vernichten. Ein heiliger Zom ort ein Jungbrtmt «Hem Volk dort im -Westen gewachsen

d erfülle nun das ganze deutsche Volk.

1 , .

J)ie Männer der Partei sind ein der Flut unserer Feinde“, so sagte Reichsorganisafionsleiter weiter, „denn,

e Lüderitzschole, den Ubungssi: -’ ft durch Freude",

hausen — SpohJ 1-Platz Neuenlanf im 24. Sept, sein imen ist die Ge id des deutschen

abzugeben U, gern. Kostümtod i. d. Wege Goebf Abzugeb. geg.; ath, Goebenstr. 1; Armreif a. 2. 9. ’latjenwerbe. Gerl /füller, Mühlent“ rgdamm D.-Strickjacke i, ■.-Loignystr. Geg

Kronprinzenstr. - rmbanduhr 21.

i. — Lyzeum W ■derbr. erh. ge* n Vollmerstr. - -Handschuh vt»,

inger Str. u. Hpk tudolph, Kame»> und mit 5 Schl, u i i Wege , Gneis" fachtstr. u. zur- ibbus, Sedanstr- iduhr V. . Schate 5.19 Uhr ab Bot ab Vegesack <*■

len Hockeyschlägt e in der Leicht . ttscher Meister nb teilte Dörry der.

00 m mit 11,2 Sn,

mit 5,6 Sek. blietl aekr muß die Partei beweisen, was kämt und was sie ist. Gerade in den rm, grau, quergetl® 11 Wochen, die hinter uns liegen, war u. ’ Franziusslr^ Cg : deutsche Heimat der ruhende Pol und " “".Garant für den weiteren Kampf.“

1 erhobener Stimme rief Dr. Ley aus: ü kapitulieren niemals!", denn wenn wir nicht aushalten, wären wir .nicht |tl, weiterzuleben. Ich weiß genau, daß Anständigen weiterhin helfen. Unser ist ja gesund und hat die Kraft, seine ie niederzuschlagen. Es wird der Tag ien, dann werden und müssen wir Merangreifen. Dann wird Deutsch­

land nicht wehrlos sein und England und die USA werden sehen, daß der Weg nach Berlin versperrt ist. Aber wir wollen uns nicht allein auf unsere Waffen verlassen, sondern in Zukunft noch mehr als bisher ein kämpfendes Volk sein. Die Millionen von Deutschen müssen fanatisch sein und bereit, so hart wie der Führer zu werden, und, wenn es not tut, alle zum Gewehr zu greifen, um ihre Heimat zu verteidigen".

Dieser Appell an den Kampfgeist der im Bombenterror gehärteten Heimat fand bei den von Natur ja schweigsamen und zurückhaltenden Männern und Frauen der Wesermärsch ein lebhaftes Echo. Sie hatten verstanden, was Dr. Ley Ihnen sagen wollte und begriffen, warum er auch so offen und ehrlich von allem .sprach, was uns in den letzten Wochen zurückwarf.

Zum Schluß wandte sich Dr. Ley an die Männer der Partei und rief Ihnen zu: „Geht hin zu allen Volksgenossen und sagt ihnen von mir: Ich wäre noch nie so optimistisch gewesen wie gerade heute. Ich glaube fanatisch an unseren Sieg und’ bin davon überzeugt, daß wir einst Männer und Waffen haben werden, um wieder anzu­greifen. Unsere Soldaten werden dann so kämpfen, bis zum fetzten, wie die in St. Malo, in Brest und St. Nazaire. Deutsch­land bricht nicht zusammen, es kapituliert nicht, es wird stehen und aufsteigen bis zur Freiheit und zur Ewigkeitl"

Gauleiter Paul Wegener machte sich zum -Sprecher aller, dankte dem Reichsor­ganisationsleiter für seine Worte und lenkte die Gedanken zum Führer, dem Weser-Ems treu bleibt bis zum Tage des Sieges.

Anschließend formierten sich die Reihen, und viele Hunderte marschierten durch die flaggengeschmückten Straßen. Am Weser­ufer nahm der Reichsorganisationsleiter zu­sammen mit dem Gauleiter und weiteren führenden Männern des Gaues den Vor­beimarsch ab.

Das war der Kreistag der Wesermarsch, ein Kreistag, wie ihn Weser-Ems an den Sonntagen dieses Sommers so oft erlebte. Was ihn aber für den gesamten Nordseegau so wertvoll machte, waren die kampfent­schlossenen Worte Dr. Leys, der uns den Frontgeist der westdeutschen Gaue brachte, jenen Frontgeist, der auch uns an Weser und Ems besee.lt und in dem wir weiter­kämpfen als ein hartes und opferbereites Volk in Arbeit und Waffen.

Sowjets inszenieren Menschenjagd in Finnland

Auf Angehörige aller Schichten —Kautschukbestimmungen des Waffenstillstandsvertrages

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung b. Berlin, 24. Sept. Das Drama des von seiner Führung verratenen finnischen Volkes birgt eine politische Strahlungskraft in sich, die den gesamten europäischen Norden be­rührt und vor allem im schwedischen Nach­barvolk die verschiedensten Reaktionen her- vorrufen muß. Während des Wochenendes hat die sowjetische Regierung durch ihre publizistischen Organe dem Drängen nach einer sofortigen Liquidation der schwedi­schen Neutralitätspolitik eine neue Steigerung gegeben. Man hofft in Mos­kau offenbar, auf die Stimmung rechnen zu können, die von den schwedischen Blättern selbst verbreitet wurde, daß eine Verteidi­gung kleinerer Nationen gegen die sowje­tische Großmacht als aussichtslos erscheinen muß. Da weder ’ die Moral der finnischen Truppen noch die der Heimatfront vor der politischen Unterwerfung erschüttert waren, dennoch aber Schweden seine Druckmittel­politik fortsetzte, wobei man sich nicht scheute, die Person des schwedischen Königs und seine warmen Gefühle für das finnische Volk auszunutzen, sieht man sich heute vor die Frage gestellt, ob die gleichen Rat­schläge, die Finnland bisher erteilt wur­den, auch für Schweden selbst gültig sein können. Die kommunistischen Organe in Schweden, vor allem die Zeitung „Ny Dag", geben bereits zu erkennen, daß die Linkskreise Schwedens sich diese Chance nicht entgehen lassen wollen, um auch eine schwedische Unterwerfung gegenüber der Sowjetunion zu erzielen, da ja — so argu­mentiert man — das finnische Beispiel ge-

11 1

Deutschlands unheimliche Kraft

Britische Erkenntnisse — Übergabe ausgeschlossen

Drahtbeiicht unseres Vertreter» ö- Lissabon, 24. Sept. Der Hauptschrift- der USA-Zeitschrift ..Nineteenth Cen-

II

elohnung

abznge-

-Zeitschrift „Nineteenth Cen- r, \j 'j. and After", Voigt, setzt sich in der “ ,;i Ausgabe seines Organs mit den v-wärtigen politischen Verhältnissen ^ auseinander. Er kommt zu folgen-

D'ame^at am ■“ ? Sc '*! uß; „Das deutsche Volk ergibt» nachgiebig, 'wistr. u. 17.3®'!®' B iemals." Für die deutsche Krieg­asche L c !1 ? ste ' le offenbar heute schon fest, daß

- "'^Entscheidung in

: geb.,

diesem zweiten Welt­

ohe B®' 0 !: ri e Senau wie im ersten an der West-

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'Tnhannesstr. 4 Sollte es den Sowjets gelingen,

■che a. d. Ws- k,'' 1 ? c ' lem Boden Fuß zu fassen, so ; s ter- u- Her ®S i»v='? lcllts meIlr als dieser Umstand die Basler, Am ... ä ‘‘ md den Abwehrwillen aller Deut- 27 ' 8 ', in i Bi«» ' et 7“-. Jetzt s ^on sei nicht zu ver- ,tehenl?sse ' [j(e -- , daß die Deutschen in den baltischen r oder j™, o ßroße Unterstützung finden. Die

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zu dem Schluß, daß der 'ESAWf , Sich in den ' etzten Wochen t: ' c hügt „V überschlug, keineswegs ;'i d 6t Niemand könne heute sagen, ’''i ; 6iinii c y, v 9 7 hnde sei. Wer an die' !uts C hj am f raft " denke, die heute noch s Hcha^ v^h^mere, „der' wisse, daß ^ besitz ™mer noch ein fanati-

dfe 6 g i e '. c h e Stunde wendet sich in

hlscber" n !b 7 e " 9 e 9 en die 9 anze ■^ktahsrb , ro Pheten vom polnischen . Irnn ^ his zum britischen Feld- fetzten W™ 8 i„ Und hen Politikern, die in 7en sm° c “ en 'wieder einmal den

dieses Beispiels

orstreifen am Horizont" er-

hereingefallen

ist geradezu wütend über Vrm i ' rr 8f flhrunn der Be- v ' <fer nio Lon don und Südengland in apni7 nden Bomben. Gans Eng- 9 Rbt, daß die Gefahr endgül­

tig beseitigt sei. Heute wisse man jedoch, daß die schwere Prüfung anhalte. „Sphere" nennt die falschen Kriegspropheten „leicht­sinnige Schwätzer", die verantwortungslos in den Tag hineinredeten, ohne die Tatsache zu bedenken, daß die Deutschen für ihr Reich kämpften, und zwar so zäh und un- daß keine Minute bis zum Kriegsende- vergehen werde, die nicht noch neues großes Leid in die englischen Fa­milien brächte.

Im übrigen sind jetzt in England die opti­mistischen Betrachtungen über die militä­rische Lage im Westen durch sehr vorsich­tige und zum großen Teil sogar recht skep­tische Kommentare der militärischen Sach­verständigen abgelöst yvorden. Man stellt allgemein fest, daß sich der deutsche Widerstand überall versteift und den Ein­satz immer neuer anglo-amerikanischer Truppen-Kontingente notwendig macht, der mit blutigsten Verlusten verbunden ist. Der Reuterkommentator stellt fest, daß die deutsche Artillerie verstärkt, ihre Mann­schaften ergänzt, die deutschen Verteidi­gungsstellungen ausgebaut und die Nach­schubwege erheblich Verkürzt seien. Alle diese Faktoren hätten zur Erhöhung der deutschen-Kampfkraft geführt.

Der Kommentator des Londoner Nach­richtendienstes, Fraser, nimmt zu den schweren Kämpfen in Holland Stellung und spricht von einer deutschen Pak-Wand, auf die die britischen Truppen überall träfen und von einer furchtbaren Schranke deut­scher Abwehrgeschütze und schwerer Ar­tillerie. In einem Exchange-Bericht aus dem Hauptquartier Eisenhowers wird der erfolgreiche Einsatz der deutschen Luftwaffe besonders erwähnt, der in einer seit Beginn der Invasion bisher noch nie festgestellten

Stärke erfolge. .

Daß durch den hartnäckigen Widerstand der deutschen Kräfte in den Kanalhäfen das enqlisch-amerikanische Konzert gründlich verdorben ist, bestätigt ein Bericht der Göteborgs Handels- und Schiff ahrtszei- tunq" in dem es heißt, man gebe in London zu daß es dem deutschen Oberkommando voll und ganz gelungen sei, den Alliierten die Verwendung der Kanalhäfen unmöglich zu machen, so daß eine Umgruppierung der alliierten Armeen notwendig 9 e ^° rd ®“ ®® 1 n Zweifellos habe das Feblaa det Kmialhäfen in Nordfrankreich und Belgien die Opera- tionen der Alliierten erheblich beeinträch­tigt und verzögert den Nachschub,

zeigt habe, wie wenig selbst ein Land mit einer völlig intakten Armee sich gegenüber den Sowjets behaupten könne. Das Kuriosum liegt darin, daß heute die schwedische Poli­tik die Richtigkeit der Finnland gegebenen Ratschläge annullieren muß, wenn sie nicht eine Bumerangwirkung auf Schweden ausüben sollen.

Daß Finnland den Waffenstillstand als selbständige Nation nicht überleben kann, wird jetzt selbst von den „Washington Daily News" bestätigt. Marschall Mannerheim erließ einen Tagesbefehl, in dem -er die „schweren Zeiten für das Land” unter­streicht, um dabei die Erfüllung der sowjeti­schen Bedingungen zu ' fordern. Der Reichstag in Helsinki stimmte einmütig und ohne Diskussion in einer einzigen Lesung dem Waffenstillstandsvertrag zu ,und nahm in dritter Lesung das Inkrafttreten des Waffenstillstandes an. Es waren reine For­malitäten, die än einen Schattentanz er­innern, da weder Mannerheim noch der Reichstag eine entscheidende Rolle in Finn­land zu spielen vermögen.

Mit dem Beginn der Arbeit der Kontroll­kommission setzte sofort eine regelrechte Menschenjagd ein, wobei vor allem Wert auf finnische Facharbeiter gelegt wird, die nach rumänischem Muster in die Sowjetunion abtransportiert werden sollen. Die kommunistischen Elemente in Finnland haben — wie sich jetzt erweist — bereits seit langem Listen vorberei­tet, auf denen die zur Liquidation be­stimmten Finnen aulgezeichnet sind. Es ist natürlich, daß sich hier alle persön­lichen Haßgefühle ausdrücken. Nie­mand ist heute in Finnland mehr vor Ver­haftungen sicher. Eine besondere Aktion wurde von den sowjetischen NKWd.-Be- amten gegen das finnische Offizier­korps eingeleitet. Genaue Verfolgungs­listen sind bereits angelegt, so daß eine Li­quidierung großen Maßstabes durchgeführt werden kann. In erster Linie soll sich die Aktion gegen alle kommandierenden finnischen Generale, gegen die Be­fehlshaber an der karelischen Front, gegen alle Kommandanten von Gefangenenlagern und gegen finnische- Politiker aller Partei­richtungen — einschließlich der Sozial­demokraten — richten. Schwedische

Provinzblätter prophezeien ein furcht­bares Blutbad,^ eine Auswirkung der Unterweriungspolitik, die der Regierung Mannerheim natürlich vor Augen stand und die nicht nur. den engsten Kreis Manner­heims betreffen wird, sondern das ge­samte Volk.

Die Finnland aufgelegten Tributzahlungen werden im übrigen dazu beitragen, Finnland in diesem Zeitraum völlig zu Boden zu zwin­gen. Die Kautschukbestimmungen der 23 Punkte des Waffenstillstandsvertrages er­lauben den Sowjets überdies, jede zur Sowjetisierung des Landes erforderlich er­scheinende Maßnahme unter dem Deck­mantel des sogenannten Rechtes durchzu­führen. Der nordamerikanische Außenmini­ster Hüll hat erneut bestätigt, daß von selten der Westmächte keinerlei Ein­sprüche erhoben würden.

Sturmzeichen im besetzten Italien

Drahtbericht unseres Vertreters

rd. Mailand, 24. Sept. Die Zeichen im feindbesetzten Italien stehen auf Sturm. In zahlreichen Provinzen kam es zu bluti­gen Unruhen bürgerkriegsartigen Cha­rakters. Im Terrano schossen marokkanische Söldner auf italienische Arbeiterfrauen, die Brot für ihre Kinder forderten, sich aber standhaft weigerten, die Wucherpreise zu bezahlen, die die Marokkaner für das dem italienischen Bauern geraubte Getreide fordern. Auf Sizilien lieferten sich Bauern und Kommunisten Feuergefechte, wobei ein kommunistischer Anführer im Nahkampf durch eine Granate schwer verletzt wurde. Ähnliche Zusammenstöße werden aus Lu- canien und Calabrien bekannt, wo die bäuerliche Bevölkerung das kommunistische Terrorregime mit Gewaltanwendung beant­wortete. Unter der Landarbeiterschaft in Süditalien und Sizilien ni mm t die Gärung zu. Die politische Zentrale in Rom ist der zunehmenden Anarchie gegenüber machtlos. Zugleich wird die aNiierte Kontrollkom­mission, die die Bonomi-Regierung deckt, scharf angegriffen. Die Nutzlosigkeit der Kommission wird vom „Avanti" mit dem Satz kommentiert: „Wir können wenigstens unser Elend allein verwalten."

Dämpfer aus Moskau

Gegen den britisch-amerikanischen Zweckoptimismus

Drahtbericht unseres Vertreters

ost. Stockholm, 24. Sept. In Nordamerika und England ist in letzter Zeit derartig übertrieben optimistisch über die Entwick­lung des Krieges in Europa geschrieben und geredet worden, daß jetzt selbst aus dem eigenen Lager der Verbündeten Protestrufe gegen diesen Überoptimismus lautgeworden sind. Vor allem sind es die sowjetischen militärischen Fachleute, die sich energisch gegen die immer wieder hochgehenden zweckoptimistischen Wellen der West­mächte wehren.

So berichtet der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidningen“, Moskau teile nicht im geringsten die Anschauungen Londons und Washingtons: im Gegenteil, in Moskau herrsche kein übertriebener Optimismus in der Beurteilung der weiteren Entwicklung des Krieges, sondern im allgemeinen sei man dort der Auffassung, daß jetzt wieder ein neuer schwerer Kriegswinter bevorstehe mit all den neuen schwierigen Problemen, die sich für die Alliierten und die Sowjets ergäben. Denn, so betone man, mittlerweile habe sich fast an allen Fronten die Lage in Wesentlichen Dingen ständig verändert. Er­stens sei die Widerstandkraft der deutschen Armeen nicht im geringsten gebrochen, zweitens würden die Nachsqhublinien hinter den britisch-nordamerikanischen und auch sowjetischen Fronten immer länger, die­jenigen der Deutschen jedoch immer kürzer. Deutschlands Heer sei heute noch sehr groß und kämpfe mit einer Entschlossenheit sondergleichen. Hinzu komme, daß im We­sten z. B. die britisch-amerikanischen Streit­kräfte bis heute noch keinen erstklassigen Hafen erobert hätten, den sie in brauch­barem Zustande sofort für die Überführung des notwendigen Nachschubs einsetzen

könnten. Demnach müßten sich die Alli­ierten auf einen schweren und langwierigen Kampf vorbereiten. Es sei selbstverständ­lich, daß, falls man deutschen Boden be­trete, man dort auf einen Widerstand son­dergleichen stoßen werde, denn die Deut­schen würden um jede Stadt und. um jede Straße’ mit Fanatismus kämpfen.

„Tschungkings Lage sehr ernst“

kl.

Drahtbericht unseres Vertreter» Stockholm, 24. September. Ein Spre­

cher der Tschungking-Regierung erklärte, wie Reuter berichtet, in der letzten Presse­konferenz wörtlich: „Es kann nicht geleug­net, werden, daß die Lage Tschungking- Chinas nunmehr sehr ernst ist. Die Regie­rung war sich schon Anfang Mai, als der Kampf um Tschangtscha begann, darüber klar, daß die Situation kritisch geworden sei, und sie rechne mit einem weiteren Vor­dringen der Japaner. Wir wünschen, daß unser Volk sich keiner Täuschunq über den jetzigen Druck des Feindes hingibt, denn nichts bereitet dem Feind größere Genug­tuung, als wenn er weiß, daß bei uns eine Panik ausgebrochen ist." Wie ernst die Lage Tschungkings in Washington beurteilt wird, geht aus einer Meldung hervor, wonach die Amerikaner die Übernahme der formalen Regierung in Tschungking erwägen. Die Au­torität der , Regierung Tschiangkaischek ist in den letzten Monaten rapide gesunken. Drei Gründe waren dafür maßgebend: 1. Die militärischen Mißerfolge Tschungkings, 2. die sich verschlechternde Versorgung und 3. die gespannten Bezieh engen zu Moskau.

Bin Bericht der britischen Admiralität gibt den Verlust der Korvette „Hurst Castle" bekannt.

Einzelpreis 15 Rpf.

Brillantenträger General Ramcke

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Presse-Hoffmann

Der.Führer hat dem heldenhaften Verteidiger von Brest , General der Fallschirmtruppe Bernhard Ramcke, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

mH WH$H

Von

Alfred Gerigk

Begeisterung über militärische Erfolge und Mißtrauen gegen die Bundesgenossen, Auflehnung gegen die Diktatur des Kabinetts Churchill und Unsicherheit gegenüber einer kommenden Neuwahl, Genugtuung über die Erleichterung der Verdunkelungsvorschriften und Beklemmung vor neuen deutschen Ge­heimwaffen, wild bewegtes Vergnügungs­und Unterhaltungsleben und Minderwertig­keitsgefühle gegenüber den gut hezahlten amerikanischen Truppen im Lande — das ist eine kleine Auswahl aus den widerspruchs­vollen Gefühlen, die die Engländer zu An­fang des sechsten Kriegsjahres und im vier­ten Monat des Feldzuges auf dem Kontinent beherrschen. Die englischen Nachrichten spiegeln deutlich diese inneren Wi­dersprüche, und sie lassen erkennen, daß keine Kraft da ist, die sie ausgleicht und die sie auf eine einheitliche Linie zu­sammenführt. Der Engländer ist durch die wechselnden Parolen seiner Kriegsregierang im Lauf der vergangenen Jahre in den Zu­stand einer inneren Verwirrung auf einen Höchstgrad gesteigert. Manche mei­nen, daß eine tiefe politische Müdigkeit das englische Volk erfaßt habe, aber auch dieses Kennzeichen>scheint keine Allgemeingültig­keit zu haben.

Jetzt eben kommen aus ■ England Nach­richten, daß hinter den Kulissen der Kriegs­ereignisse die großen Parteien mit der Vorbereitung der nächsten Wah- 1 e n beginnen. Tatsächlich liegt hier ein Zentralproblem der englischen Innenpolitik vor. Das englische Unterhaus ist im Jahre 1935 gewählt worden unter ganz anderen Voraussetzungen, als sie sich in den zehn Jahren seitdem entwickelt haben. Was können die Parteien ihren Wählern vor­setzen, wenn die Bilanz aus den vergangenen zehn Jahren und aus den schweren Kriegs­jahren gezogen werden soll? Die Konser­vativen, die Liberalen und die Labour Party stehen sämtlich unter dem deprimierenden Eindruck von Zuschriften aus Front und Heimat, denn diese Zuschriften lehnen in ihrer Gesamtheit die verknöcherten Thesen der Parteipolitiker ab und sind beherrscht von einem tiefen Mißtrauen gegen die Männer, die England'in den Krieg hin­eingeführt haben. So sucht man bei den -Wahlvorbereitungen, die hinter den Ku­lissen laufen, nach neuen zugkräftigen Pa­rolen und nach neuen zugkräftigen Namen. Die Konservativen, die ganz beson­ders für ihre Herrschaft fürchten, sind vor­geprellt und haben als erste Mitteilung über ihre zukünftigen Kandidaten gemacht. Die Hauptattraktion ist dabei der neuseelän­dische Oberkommandierende General­major. F.rei-berg als konservativer Unterhauskandidat, überhaupt wollen die Konservativen Sympathien durch Offiziers­wahlkandidaten gewinnen. Aber auch die Labour Party setzt ihre Hoffnungen bei kommenden Wahlen auf Soldatenstimmen. Die Liberalen suchen einen Werbefeld­zug damit einzuleiten, daß sie Stimmung für eine Kandidatur Beveridge machen, für den Mann, der eine erste englische Sozial­gesetzgebung entwarf und damit freilich am Widerstand der Regierung scheiterte. Labour Party und Liberale sind in einem einig: beide suchen von der Regierung abzu- r ii c k e n, an der sie unter konservativer Führung solange beteiligt waren. Das ist vielleicht ein Hauptkennzeichen für die innerpolitische Situation. Man möchte nicht für das verantwortlich sein, was die Re­gierung getan hat, and darin liegt ein Beweis für die Zweifel, die im Volk an der Richtig­keit der Regierungspolitik entstanden sind.

Aber wie soll, w;enn es wirklich einmal su Wahlen kommt, eine neue Regie­rung überhaupt aussehen? Uber Mangel an Persönlichkeiten klagen alle drei alten Parteien Englands. Die unabhängige