Ausgabe 
(23.9.1944) 258
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des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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Bremen: Geeren 6/8. Ruf 2 19 31t Nacht ruf und sonntags 2 4? 65; Obernstraße 86. Ruf 2 19 31» Syke: Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingent

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichssiatthaliers in Oldenburg und Bremen

14. Jahrgang

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Sonnabend/Sonntag, 23./24. September 1944

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einen bedeutsamen Höhepunkt, großen

Einzelpreis 15 Rph

werden uns rücksichtslos durchkämpfen!

Am Ende werden unsere Waffen triumphieren - Großadmiral Dönity sprach zu den Schaffenden des Nordseeg

und die Hei ffiat ' “ d ganz einsetzen.

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i: fvor der Gefolgschaft eines *,l s unseres Nordseegaues der Ober- klshaber der Kriegsmarine, Großadmiral jü, das Wort nahm, um vom Stand- 'l des Soldaten aus über die Entwick- -^des Krieges und insbesondere des See- ,L j„ sprechen. Der Großadmiral zeich- 1 in seiner Rede in soldatisch klaren ■•da, den geraden Weg vor, den das ptle Volk in dieser gewaltigen kriege- fcen Auseinandersetzung gehen muß, .. es steh nicht selbst in namenloses ad stürzen will. Und dieser Weg wird »Ende trotz aller gegenwärtigen Nöte I über alle Gegner triumphieren lassen.

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Arbeit

an Freündsch^. Beginn des eindrucksvollen Betriebs- suf dem Peters» ells, zu dem sich die werktätigen Männer - - Pfauen in einer großen- Werkhalle ver­leit hatten, spielte die Werkkapelle . Märsche. Erwartungsvolle Spannung iu( den Gesichtern der Versammelten, :em bekanntgeworden war, daß der Befehlshaber der Kriegsmarine selbst aen sprechen wollte. Namentlich die südlichen Gefolgsangehörigen hatten in isterter Erwartung die höchsten Plätze erklommen, um den Großadmiral : wie möglich sehen zu können. An- Heilrufe wurden laut, als Großad-

:n, die ihm m jut dem Marschallstab erwiderte, idelberg und Hs Großadmiral sowie die weiteren Gäste z einbrachten, r.e: laffelzeiten. Er :

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Partei, Staat, Wehrmacht und Industrie :Jte einleitend der Betriebsführer des ■-.stillenden Werkes, indem er darauf :;s, daß das weltgeschichtliche Ge­ns: dieses Krieges nunmehr in das iamderEntscheidung gerückt i-tese Zeit laste zwar schwer auf unsem

te kleinen ninfe, igebote unter J bei, biet^ hohe Sr

Angebote unt. W , . , .

sch u. Büchend -‘ern und Herzen, aber wir sehen der biete Diplom,-Stk rren Entwicklung mit Zuversicht ent- 80, u. Büchend p. Wir wissen, daß, wenn etwas Neues

olkerleben erwachsen solle, es nicht Sorgen, Schmerzen und Kampf abgehe, a der Kampf des deutschen Volkes um neue Form des Zusammenlebens der : erfordere seine Zeit und verlangt as ein Höchstmaß von Leistung, wie sie noch kein V o 1k vollbracht Wir aber seien bereit, dieses Höchst­en Leistung aufzubringen, weil uns ’iicksal in den Mittelpunkt einer welt- ffltlichen Entscheidung gestellt habe.

trat von Beifall begrüßt, nun Groß- al D ö n i t z an das Rednerpult, um, : zu Beginn seiner Ausführungen er- in soldatisch schlichten Worten das 1 * 5 !», was ihn in der letzten Zeit be- fcEr gab seiner ganz besonderen Freude ~!z Ausdruck, bei Gelegenheit dieses -Appells eine große Dankes- dd abtragen zu können, die er allen ; ; äen Arbeitern gegenüber für das emp- ~ was sie in diesem Krieg geleistet haben •feisten.

fee Leistung des deutschen Arbeiters, wie Großadmiral Dönitz aus, ist viel- ■“ HeerstsftdT S rößte Ruhmesblatt in der Ge- dem Bi ®™ 6 dieses Krieges. Es gibt keine an-

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sein. Wir Soldaten sind uns 50 versicherte der Großadmiral, e ®'9> daß die besten Waffen ai»i “ iedeutsc hen sind. Wenn man is! a Weise . weiß| was unsere U-Boote im 1 er feindlichen Wasserbomben aus- «'m« ne da ' 3e 4 verstört zu werden, so - ■ 11 nur sagen: Hut ab vor der deut-

ibardinemaB'“ 1 ■ ^ ‘ uur sagen: Hut ab vor der deut- u . Handsch 1 *^ i. V rbeit! Der deutsche Arbeiter, der (ia,., 1 ^Mtwortung für die Arbeit, die ■'-h' , ^ ußt ‘ st , hat sich damit die 'in, } r k ® ’ \ der Front erworben, («evsii® Gesichtspunkt ausgehend, daß (a w n ^ erun 9 des Nordseegaues die See- ■-'! Pin i Un d ^ dr die Bedeutung des §ee- '• ^CiuBaj > e ? on deres Verständnis hat, legte kii 5 . mira! anschließend die Grundge- * Seekriegführung dar.

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Außer größter Härte im Kampf, so fuhr der Großadmiral fort, verlangen wir vom deutschen Soldaten auch die fanatischste Anhänglichkeit an den Führer. An ihm muß der Soldat mit heißer Liebe hängen, ohne nach rechts und links zu blicken. Da­mit hilft er dem deutschen Volk am besten, denn es gibt in jedem Krieg nur zwei Dinge: Sieg oder Kapitulation.

Großadmiral Dönitz legte in seinen weiteren Ausführungen dar, daß uns der Feind im Falle einer Kapitulation restlos entwaffnen würde und wir somit unter allen Umständen schlechter dastehen würden als zuvor. Ihm würde es nur auf die Verfrachtung von Ar­beitskräften beiderlei Geschlechts nach So­wjetrußland ankommen, und niemand von denen, die dieses Schicksal träfe, würde die Heimat jemals Wiedersehen. Daß dieser Weg also für uns ungangbar ist, darüber sind wir uns alle klar. Ein solcher Umfall ist bei uns auch dank unserer starken und ge­schichtlich einmaligen Führung und unserer Geschlossenheit unmöglich.

Also gibt es für uns nur den andern Weg, nämlich den des rücksichtslosen Durch- kämpfens. Einen „Mittelweg" aber, wie es sich manche Felge und „Kluge" vorstellen, gibt es im Kriege nicht, wie der Großadmiral mit Nachdruck hervorhob. Wir Soldaten versprechen, daß wir mit den Waffen, die

die Heimat uns schmiedet, mutig zum Schutze unserer Familien und unserer Hei­mat kämpfen werden.

Diesem Kampf wollen wir uns widmen, in dem wir fanatischunsermFührer anhängen, denn wem wollten wir uns wohl sonst zuwenden, als diesem einzig­artigen Menschen? Und lieber noch möchte ich, so rief der Großadmiral unter der stür­mischen Zustimmung seiner Zuhörer aus, in Deutschland leben, unter welchen Ver­hältnissen es auch immer sei, als irgendwo in der Fremde vegetieren! Eine Nation aber und eine Führung, die härter sind als das Schicksal, werden letzten Endes den Feind besiegen.

Der Großadmiral legte dar, daß den Eng­ländern nicht mehr viel Zeit zur Fort­führung des Krieges bleibt, weil ihre Volks kraft bald erschöpft ist, ob­gleich sie noch den Krieg gegen Japan vor sich haben. Die Feinde werden bald merken, daß ihr „Spaziergang" durch Frankreich b e - endet ist.

Ich glaube aus heißem Herzen, erklärte Großadmiral Dönitz, daß wir den Vormarsch im Westen endgültig aufhalten werden, wie wir ihn auch im Osten aufgehalten haben. (Stürmischer Beifall bekräftigte das Ver­trauen aller Zuhörer in diesen Glauben an die deutschen Waffen.) Mit den Waffen

aber, die die deutsche Heimat schafft, wird die Wehrmacht kämpfen zum Nutzen un­seres Vaterlandes und unseres Volkes.

Dem Dank der großen Zuhörerschaft für diese zündende Ansprache gab abschließend Gauleiter Paul W e g e n e r Ausdruck, der den Großadmiral bat, von dieser Veranstal­tung die Gewißheit mitzunehmen, daß wir an der Nordseeküste nach wie vor unsem Mann stehen und alles tun werden, um den Krieg wieder zu unsern Gunsten durchführen zu können. „Es ist uns in den

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letzten Jahren oft genug — man kann es wohl so nennen — dreckig gegangen. Aber wir haben die schweren Tage und Nächte über­standen, stahlhart und mit eisernem Willen. Wenn wir voller Vertrauen auf den Führer blicken, dann wird auch wieder dia Sonne über Deutschland schei­nen und wir werden gemeinsam mit Adolf Hitler den Sieg erringen."

Das dreifache Siegheil und der Gesang der Lieder der Nation beendeten die von großer Begeisterung getragene Veran­staltung.

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Von Erich Beck

ipnng zu zwei ä* ; j g; ri jt Zj begleitet von Gauleiter Paul t> erhärtete «int icener, durch das Spalier der SA.- und ehaftsprüfung ene elicharmänner eintrat und die Empfangs-

Frontstabilisierung im Osten

Der Sinn der Absetzbewegungen in Nordestland

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung tjr. w.sch. Berlin, 22. Sepi. Wenn der Wehrmachtbericht heute planmäßige Absetz­bewegungen im nördlichen Baltikum verzeichnet, so wird damit eine Tatsache an­gesprochen, die in gleicher Weise politische und strategische Bedeutung hat.

Bis zu dem letzten Augenblick, in dem

Dieser Notwendigkeit lief zweifellos die Verlängerung der Ostfront zur Abschirmung eines langen, schmalen Schlauches in das Baltikum hinein zuwider. Nachdem jetzt der wesentliche politische Grund für diese nörd­liche Frontausdehnung nach dem schmach­vollen Verrat einer finnischen Kapitula­tionsregierung in Wegfall gekommen ist,

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mit den Sowjets sich befand, haben deut­sche Truppen nicht nur auf finnischem Bo­den selbst vorbildlich die Waffenbrüder­schaft gehalten, sondern die deutsche mili­tärische Führung hat auch im baltischen Raum Opfer auf sich genommen, die nach den Sommerereignissen an der Ostfront außerordentlich schwerwiegend waren, und zwar einzig aus dem Grunde, um die sichere Verbindung mit Finnland aufrechtzuerhalten und dessen Südflanke zu schützen. Die Auf­gabe der Frontstabilisierung im Osten, die nach dem sowjetischen Ansturm bis in die Nähe der ostpreußischen Grenze bewirkt wurde, kann auf längere Sicht um so gründ­licher gelöst werden, je kürzer und grad­liniger die Front ist, auf der wir unsere Kräfte zu konzentrieren vermögen.

Gerade zu einer Zeit, wo der Gegner auf mehreren Fronten mit gewaltiger Übermacht gegen uns anstürmt, kommt es wesentlich darauf an, alle früheren Besatzungsdivisio­nen für den Kampfeinsatz an zurückgenom­menen nnd (aufs äußerste verkürzten Fron­ten ireizumadhen und gleichzeitig den Geg­ner durch den Zwang zu schwächen, einen größeren Teil seiner eigener Kräfte auf aus­gedehnten rückwärtigen Verbindungslinien und Besatzungsräumen zu verbrauchen.

von Absetzbewegungen eingeleitet werden.

.Wenn die feindliche Agitation diesen Tatbestand aufgreifen möchte, um unsere planmäßige Absetzungsbewegung in einen großen eigenen militärischen Erfolg umzu­fälschen, so ist das absoluter Unsinn. Die Absetzbewegungen werden mit voller Er­haltung der Kampfkraft unserer Truppen durchgeführt und die Sowjets werden die Auswirkungen dieser Maßnahme bald zu spüren bekommen. Sie haben seit acht Ta­gen in Kurland ihre Durchbruchsversuche mit einer ungeheuerlichen Kräfteballung unternommen, die im Verhältnis zum Raum noch über diejenige hinausgeht, mit der sie im Juni zur Durchbruchsschlacht in der Mitte der Ostfront antraten. Trotzdem sind sie bisher in Kurland kaum vom Fleck ge­kommen, was einen klaren Rückschluß auf den Grad der bisher erreichten Front- stabilisierung ziehen läßt.

Die Versteifung des deutschen Wider­standes im Osten kann künftig nur noch wirksamer in Erscheinung Treten, wenn jetzt operative Folgerungen aus der ver­änderten politischen Lage gegenüber Finn­land gezogen werden.

Nicht nur für uns Deutsche ist der plötz­liche Zusammenbruch Finnlands ein Rätsel, auch anderen Völkern ist das, was sich in Helsinki, in Bukarest und in S o f i a abgespielt hat, ein unbegreif­licher Vorgang. Waffenstreckung bei intak­ten Fronten und einer zumindest scheinbar festen Heimat ist in. der Tat so unverständ­lich, daß man zunächst fassungslos vor diesem Geschehen steht. Aber wir brauchen eigentlich gar keine psychologische Unter­suchung der Entwicklung im Norden und im Südosten anzustellen. Wir selbst sind ja noch zu einem großen Teil Zeuge ähnlicher Dinge in unserem eigenen Deutschen Reich gewesen. Was sich bei uns 1918 voll­zog, findet jetzt seine Parallele bei un­seren Bundesgenossen von gestern und eben­so schäbig, feige und sogar gemein mag da­mals die deutsche Kapitulation dem Außen­stehenden erschienen sein, wie uns Deut­schen jetzt die finnische, die bulgarische oder die rumänische. In dem allen liegt so gar nichts an Größe, es ist nicht umwittert von der Tragik eines unentrinnbaren Schick­sals,, seine Haiclpp...gehen nicht nufrechtien Hauptes in den Tod, um zu sühnen, Sondern nur ein kleines Geschlecht war klein in einem großen Augenblick. Vor solcher Kläglichkeit versagt selbst bei uns die sonst so schnell bereite sentimentale Regung. Wir können keinMitleid fühlen mit den Verrätern und ihrer Zukunft; wir haben für sie nur Verachtung und ein Pfui.

Aber im Angesicht dieser Dinge geht doch die Erinnerung abermals zurück in die Zeit des November 1918. über die Tage und Wochen von damals ist so viel geschrieben worden, daß wir uns ein wirk­lich zutreffendes Urteil bilden können, und oft genug haben uns gerade die damals führenden Männer der „Alliierten" aus­einandergesetzt, was wir Deutsche doch wahrlich für Idioten gewesen seien, in einem Zeitpunkt die Waffen niederzulegen, in dem es den anderen zum mindesten genau so schlecht ging wie uns und sie genau so am Siege zweifelten wie die Kleingläubigen in den deutschen Reihen.

Nur wenige Beispiele: Als im Juni 1918 durch Paris die entsetzliche Nachricht eilte: „Die Deutschen sind an der Marne", da ging Clemenceau, der Ministerpräsi­dent, in der Kammer durch die Reihen der aufgeregten und verzweifelten Parlamen-

urde rfvoligeb" Aj die etwas ähnliches fertigge-

us»*? 1 ', wenn die Amerikaner ihre Rüstung jdolf ''y' so i st das für sie kein Kunst-

,"[ enn aber bei uns unter all den - er 'gkeiten, die wir dabei zu überwin- .■•aben, di e Produktion in dem '.^steigert werden konnte, wie es ® >st, so dürfen wir darauf in hoch-

Bolschewisierung der Kapitulierenden unaufhaltsam

Die unheilvollen Folgen des Verrats — Sicherer Weg zum Untergang

^ i'hr‘V te u hen welß ' l8t unsterblich, a ii»tv 0r achsen immer wieder neue

Drahtbericht unseres Vertreters

lin. Madrid, 22. Sept. Die Waffenstill­standsdiktate für Finnland und Rumänien werden hier politisch als Todesurteil iür die betreffenden Länder angesehen. Insbesondere in den Bedingungen für Rumänien hat nach der Madrider Auslegung der „Export-Kom- munismus“, wie man ihn hier nennt, seine höchste Vervollkommnung und einen Gipfel der Rücksichtslosigkeit erreicht. I „ABC“ schreibt über die beiden Diktate: „Dahinter erkennt man den Ehrgeiz der Sowjetunion, die Völker, die sich ihr unterwerfen, nicht nur zu kontrollieren, als vielmehr sie unter Zwang zu setzen. Der Waffenstillstand für Finnland drosselte vom ersten Tage an das ganze Leben der Besiegten ab. Das Land werde in den Finnischen Golf wie in einen Käiig eingesperrt. Den Rumänen bleibe nicht einmal das Recht, ihr Schicksal zu beweinen; denn alles, was ein rumänischer Mund aus­spricht, eine rumänische Feder schreibt, Rundfunk, Bücher, politische und kulturelle Vereinigungen, ja, selbst Theaterstücke und Filme werden der sowjetischen Kon­trolle unterworfen. Es handele sich um eine politische, soziale, kulturelle und wirt­schaftliche Enteignung Rumäniens, und diese Bestimmungen seien ohne zeitliche Begren­zung erlassen, wie es noch in keinem Waffen­stillstands- oder Friedensvertrag geschehen sei. Es stehe in dem Beliebender Sowjets, aus einer rumänischen Wirt­schaft eine Kopie ihrer eigenen zu machen. Man erkennt die Absicht, das besiegte Land zu bolschewisieren.

Der Kommunismus breitet sich aus. Dieser Eindruck wurde in den letzten Tagen noch durch das Ergebnis der schwedischen Reichstagswahlen verstärkt. Der Export- Kommunismus wirkt sich dort m weniger sensationeller Form aus, ohne deshalb sein

Wesen zu ändern. Ein Madrider Abendblatt hat das Wahlergebnis als ein Symptom da­für bezeichnet, daß die nordischen Länder schwerlich den Weg zu den Vorkriegs­formen ihres inneren und gemeinsamen Le­bens finden werden.

Prinz Kyrill im GPU-Gefängnis

Drahtbericht unseres Vertreters

ost. Stockholm, 22. Sept. „Svenska Dag- bladet" wird aus Moskau berichtet, daß tat­sächlich sämtliche bulgarischen Politike*, die vor der Einführung des bolschewistischen Regimes in Bulgarien tä­tig waren, nun von den Sowjets verhaftet und zum größten Teil verschleppt wurden. In dieser Meldung aus Moskau heißt es: Aus Sofia trifft die Bestätigung ein, daß das so­wjetische Oberkommando in Bulgarien so­wohl Prinz Kyrill wie überhaupt sämtliche früheren Mitglieder des Regentschaftsrates verhaftet hat. Ins Gefängnis wurden weiterhin gesetzt der ehemalige Ministerpräsident Filoff, sein Nachfolger Bosiloff sowie andere bulgarische Minister.

Unruhe, Verzweiflung, Resignation

ep. Stockholm, 22. Sept. Die Stimmung in Helsinki ist nach der erst am Donnerstag er­folgten Bekanntgabe aller Einzelheiten des Waffenstilistandsvertrages noch gedrückter als vorher. Der Korrespondent des „Svenska Dagbladet" berichtet, zum ersten Male habe das finnische Volk seine Ruhe verloren. Niemals vorher habe man so viel Aufregung feststellen können. Die schwedischen Besucher in Helsinki würden mit Fragen überschüttet.

Uber die Stimmung berichtet der Korre­spondent von „Morgeotidningen" im einzel­

nen. In Helsinki und ganz Finnland herrsche eine tief gedrückte Stimmung, eine Art von hoffnungsloser Re­signation. „Man weiß nichts, nicht ein­mal über die nächste Zukunft. Man wird hin und her gerissen zwischen Unruhe, Ver­zweiflung und Resignation. Man ist voller Sorge um die evakuierten Finnen, die Heim­kehrer von der Front, die nun unter so un­endlich erschwerten Verhältnissen wieder in die Friedensmaschine eingeschaltet wer­den sollen, um die Versorgungslage, um die Demobilisierung der Armee. Soige, Kummer und schwere Lasten wer­den für lange Zeiten Finnlands tägliches Brot sein."

Die durch den Schlaganfall des Minister­präsidenten Hackzell notwendig gewor­dene Neubildung der finnischen Regierung ist jetzt vorgenommen worden. Linksge­richtete Politiker sind in die Regie­rung eingetreten. Auch in Finnland zeichnet sich also schon jetzt klar die von uns vor­ausgesagte Entwicklung ab, die durch den ehrlosen Verrat und die würdelose Selbst­aufgabe der finnischen Regierung vor Mos­kau heraufbeschworen wurde. Das neue Ka­binett hat folgende Zusammensetzung: Mi­nisterpräsident Urho Jonas Castren, Außenminister Carl E n-c keil, stellvertre­tender Außenminister Generalmaior Ilmari Armas-Eino M a r t o 1 a, Justizminister Freiherr von Born, Innenminister H i 11 i 1 a, stellv. Innenminister Emil Victori Luuka, Wehrministar Waiden, Finanz­minister Onni Alfred Hiltunen, Unter­richtsminister Prof. Kalle K a u p i, Land­wirtschaf tsminisfer Kaliokoski, Ver­kehrsminister Salovara, stellv. Ver- kehrsminister V u o r i, Handels- und Indu­strieminister Christian T a k k i, Sozialmini­ster Ellila.e,. stellv, Versorgungsminister Jalo Aura.

tarier und rief ihnen zu: „An der Front steht es gut. Die da draußen tun ihre Pflicht. Tun Sie die Ihrige, meine Herren, indem Sie die Ruhe bewahren, und Frank­reich wird siegen!" Aber als er das sagte, da dachte er zugleich an den verzweifelten, demütigen Hilferuf, den er tags zuvor mit Lloyd George an Wilson gesandt hatte: „Schickt Truppen, schickt sie bald, zögert keine Minute, sonst brechen wir zusammen!" Schon hatten 500 000 Pariser in den letzten Tagen die Bahnhöfe gestürmt und waren geflüchtet. Er selber hatte die Verlegung der Regierung nach einer anderen Stadt Frankreichs vorgeschla­gen und wußte, daß die Meldung darüber das offene Chaos bringen würde. So sah es im Juni 1918 aus. Fünf Monate vor dem verhängnisvollen 9. November 1918.

Vier Wochen davor aber, am 10. Oktober, hatte der englis .he Marschall Haig, der Oberbefehlshaber der britischen Armee, ein Gutachten über die militärische Lage abge­geben, dessen erste Frage lautete: „Ist

Deutschland derart geschlagen, daß es jede Bedingung annimmt und bedingungslos ka­pituliert? Zweitens:' Rönnen, ~'cnn unsere Bedingungen abgelehnt werden, die Alliier­ten dem Feind während der kommenden Wintermonate derart zusetzen, daß er sich überstürzt zurückziehen muß und keine Zeit findet, die Eisenbahnen, Straßen und ande­res zu zerstören?” Und Haig antwortet auf Grund seiner genauen Kenntnis: „Beide

Fragen sind zu verneinen. Das deutsche Heer ist imstande, sich auf seine Landesgrenzen zurückzuziehen und sie zu verteidigen, falls man versuchen sollte, die Ehre des deutschen Volkes zu verletzea und es zu zwingen, mit dem Mut der Ver­zweiflung zu kämpfen",

Haig geht dann noch einen Schritt weiter und schildert eingehend den Zustand der alliierten Streitkräfte in jenem Augenblick und sagt: Französische Armee: Er*_ schöpft! Sie hat seit einiger Zeit nicht mehr richtig gekämpft. Amerikanische Ar* m e e : Sie ist noch nicht durchorganisiert, schlecht ausgerüstet, halb ausgebildet, und der Verflegungsnachschub ist nicht ausrei­chend. Es fehlen erfahrene Offiziere und Un­teroffiziere. Britische Armee: Sie hat schwer gekämpft und erhält keine Verstär* kungen. Bei sinkender Effektivstärke leidet die Kampfmoral. Die französischen und ame­rikanischen Armeen sind derzeit nicht in der Lage, eine ernsthafte Offensive zu un­ternehmen."

Unter solchen Umständen versteht man, daß der Marschall Foch in seinen Erin­nerungen schrieb: „Wenn das deutsche Volk einen Gambetta besessen hätte, wäre der Krieg verlängert worden, und wer weiß? Würde Deutschland mit seiner Armee hinter dem Rhein standgehalten haben, so hätten viele Dinge eine andere Wendung genom­men." Und was hier Foch andeutet, das be­stätigt Lloyd George in seinen Erin­nerungen: „Was wäre geschehen, wenn

Deutschland im Jahre 1918 einen Clemen­ceau hervorgebracht hätte, einen Mann von unbezwingbarem Willen, fähig, seine Lands* leute in der Not zusammenzuhalten? Er hätte dem November-Waffenstillstand niemals zu­gestimmt. Der Krieg wäre um ein weiteres Jahr verlängert worden. Die Deutschen hät­ten ihre zusammengebrochene Front wieder aufgebaut und Deutschland würde nach der Räumung von Belgien und Elsaß-Lothringen einen ehrenvollen Frieden er­zwungen haben. Weder Frankreich noch England würden den Verlust einer weiteren halben Million Menschen gewagt haben, um den Krieg nach Deutschland hineinzutragen, nur zu dem Zweck, seine Kolonien zu an­nektieren und gewaltige Reparationszahlun­gen herauszupresseri.“

Und schließlich noch einen dritten Zeugen, den aktuellsten von allen, den heutigen englischen Premierminister Churchill, der einmal ausführte: „Hätte Deutschland Frankreich und Belgien geräumt, sich mit den Waffen in der Hand an seine Grenzen ge­stellt, ihm wäre viel erspart geblieben. Die Sucht, Rache zu nehmen, war groß, aber sie wäre kein ausreichender Grund gewor­den, die Völker ein weiteres Jahr hindurch' den furchtbarsten Verlusten auszusetzen. Nur ein wenig mehr, und der U-Boot- krieg hätte, statt Amerika an unsere Seite zu führen, uns durch Hunger be­zwungen. Es war dasselbe Wettrennen bis zum Ende. Aber am Ende sind wir durch- gekpmmen, weil die ganze Nation zusam­menarbeitete. Je mehr man vom Krieg ei*

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