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parteiamtliche Tageszeitung
L Anüsblcrrl des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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Bremen: Geeren 6/8. Ruf 2 19 31» Nachtruf und sonntags 2 47 65t ObemStraße 86, Ruf 2 19 31i Syke: Mühlendamm 2t Bremen-Hemelingens Babnhofstraße 6, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58t Bremen-Vegesack; Robrstraße- 24, Ruf 4' u. 8i Bremen-Blumenthal: Kapt.-Dallmann-Str. 41/43.
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblati des Reichssiaühallfers in Oldenburg und Bremen
Nr. 257
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Freitag, 22. September 1944
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Schuldbekenntnis der finnisrfien Verräter
Kennzeichnende Rede des Innenministers Hiiliae — Drohungen gegen Patrioten
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Prahtbericht unseres Vertreter»
H Stockholm, 21. Sept. Die finnische „ iienstillstandsdelegaUon ist am Mittwoch- aus Moskau zurückgekehrt und hat authentischen Text des Unterwerfung^ kies mitgebracht. Der Extrazug mit der Lation hielt schon in Frederiksberg, Vorort von Helsinki, worauf sich die Eejationsmitglieder, wie es in einem Indischen Korrespondentenbericht heißt, '. jy. e t in die Stadt begab. Die Unterhändler lallen also selbst keineswegs das Gefühl, Verhalten vor der Nation voll rechtfer- zu können. Die Stimmung in Helsinki von dem schwedischen Pressekorre- als so ernst wie niemals zuvor In dem Pörkkala-Geblet, das rtt vor den Toren der Hauptstadt, liegt, jjl die Evakuierung bereits begonnen. Sie gä j im Laufe von zehn Tagen beendet sein. Hs Porkkala-Gebiet ist eines der land- Khaitlich reizvollsten und fruchtbarsten Ge- iiele Finnlands und lieferte große Mengen Lebensmitteln nach Helsinki. Man kann in Helsinki noch keine Vorstellung von ja künftigen Lage der finnischen Hauptmachen, deren Eisenbahnverbindungen sch Westen abgeschnitten werden.
Die sowjetrussische Kontrollkom- sission wird in Helsinki im Laufe des Donnerstags erwartet. Das größte Hotel ist fji sie freigemacht worden. Die Finnen wisse, daß sie dieser Kontrollkommission auf Ci'ade und Ungnade ausgeliefert so werden. Wie aus dem nunmehr vor-, «egenden amtlichen und vollständigen Text * ifc Waffenstillstandsvertrages hervorgeht, die Befugnisse der Kontrollkommission
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Frau, 50—55 J„ f, sh. ges. Ang. T Sä
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tird ausschließlich die Sache Moskaus sein, e bestimmen, welche Rechte der, Kontroll- iewnission zustehen. Auf Grand des Kapi- ®iationsvertrages ist Finnland verpflichtet, t!» Organisationen, Verbände und Vereinigten sowjetfeindlichen Charakters auf- rnsrn. Niemand weiß; wo,die Grenze ver- wird und ob die Sowjetk-ommission Echt überhaupt alle finnischen ' Orgariisa-
inh., 2 Krt. f. Schul! lüssel, Brille m. Eh irk., DienstagZ'rtTg ener Str. Geg.BeW . in, Bregenzer Sb, 1 f™mnn t s 1 1 s c h e Partei, die bisher iche am 19. 9. b.l terboten war, wird, wie allgemein erwartet Domshof, abh, p sied, sofort eine sehr starke Tätig-
h. Bel. Langesicht.l luf dem Wege ßs imstr., Teerbof. S ibzugeben Eicheeh Ruf 5 21 25. v. Bremen bis H« Langemarckstr. t Geldbörse m. 2 i 40 RM. am 20. hr, i. d. Gr. Hunte Abz. Rembertisb.i Tuchjacke am 11 Uhr, v. HptbK rbeitsmaid a, 8« Jelohn, abzugeb. erstr. 45. landuhr i, d. Na® 44 Magdeburger, ;tr. Abzug, geg. !
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fans Minder, bei Johnssen.
Kien in Bausch und Bogen als sowjetfeind- bezeichnen wird. • Die ' finnische
seit entfalten. Ihre Parolen werden bei :a vielen hunderttausend Flüchtlingen, Ar- slslosen und Heimatlosen, auf. fruchtbaren :*n fallen. Am Donnerstag um 9 Uhr äauch der große Rückzug der, fih'- ischen Armee von den Fronten beiden. Der Rückzug muß in Etappen von pro Tag erfolgen; Die Finnen dürfen r soviel Material mitnehmen, wie die iaten transportieren können-. Das g e - täte schwere Kriegsmaterial •übt zurück. Die Finnen müssen ihre •ifflfelder selbst ausräumen) selbst Bre- seb in die Drahthindernisse. schneiden und öten den Sowjets genaue Verzeichnisse hallen militärischen Anlagen, säintlichen fänden, Stützpunkten usw. aushändigen, ai kommen Seekarten njit den eingezeich- ’äen Minenfeldern. Die Kommandanten der hfietarmee sind befugt; die H i 1 f s - Eoste der Finnen jederzeit in Anspruch Nehmen. ’ ‘ ,
^Helsinki die Rolle der Hauptstadt eines ■nsiiängigen Staates verlören hat, geht aus den Einschränkungen her- die mit sofortiger Wirkung über h Mitglieder des Diplomatischen •^tps verhängt worden sind. Die diploma-
__ r ° St * st zens urpflichtig geipacht wor-
Gröpel. Heeish -J pWfiretelegramme dürfen nicht mehr
--nsaen , d werden. Infolgedessen herrscht
;,1 m den ausländischen Beschickungen e ''.. ruc “ ! Stimmung, Die Tätigkeit der diplo- .(.„ndunr “*■ - »»J! j n ^ ertr eter in Helsinki ist sinnlos , b Montagvo®’/; r *°^ en - Finnlands via dolorosa hat. be- Gr. J° lian,1! I s S'. i-i und es gibt nur wenige Phantastpn, aus meineni U Mc ht anerkennen wollen,, wohin . sie — Freiheit ^ Andere klammern sich noch immer an ” , ot!nu hg, daß sich ein Wunder ereig- , n ? te ’ Daß das Wunder, das Finnland konnte, ‘
stellen zu müssen, daß der Krieg weitergeht nur mit umgekehrten Vorzeichen. Es bedurfte nicht des Hinweises des finnischen Innenministers, um äem Volk der Finnen klarzumachen, daß jetzt „kein Raum für irgendwelche Illusionen" sei und daß man „nicht zu große Hoffnungen hegen" dürfe. Die Hoffnungen und die Illusionen sind den Finnen gründlich zerschlagen worden durch die Bekanntgabe der 2 3- Punkte des Moskauer Diktates. Wenn Hiiliae weiter erklärt, jeder Bürger müsse'sich jetzt auf „seine Selbstzucht besinnen“, t so ist das eine Mahnung, die sich die politische Füh-. rung selbst hätte Vorhalten sollen, bevor sie das Todesurteil für Finnland in Moskau' unterschrieb. Angesichts . der brutalen Vergewaltigung, der sich die Finnen durch die Sowjets nach dem Waffenstillstandsdiktat ausgesetzt sehen, kommt; es einer Provokation gleich, wenn Hiiliae schließlich in seiner Ansprache die Finnen „vor fruchtloser Kritik und inneren Streitigkeiten" warnt Was er darunter versteht, läßt er in seihen nächsten Sä,tzen durchblicken, wo er eine zwar verschleierte, aber deutliche Drohung gegen die patriotischen Elemente ausspricht, die sich angesichts der ' entehrenden Waffenstill-. Standsbedingungen verständlicherweise ge
gen die Verräter und die unheilvollen Folgen des Verrats aufbäumen werden.
Leichenfledderspiel Englands
Drahtbericht unseres Vertreters ost. Stockholm, 21. Sept. Es ist nicht weiter verwunderlich, wenn die englische Presse entsprechend der traurigen Rolle, die nun einmal die Westmächte als Eintreibe’r der Bolschewisten in Europa spielen, die sowjetischen Friedensbedingungen an Finnland als großzügig, anständig und, ehrlich hinzustpjlen sucht. Was schon könnten diq Zeitungen anders sagen? wenn beispielsweise das Blatt des* Londoner Foreign Office, der „Daily Telegraph", erklärt, die Bedingungen für Finnland seien „besser, als man habe erwarten können, nachdem Finnland vor einigen Monaten die sowjetischen Friedensvorschläge abgewiesen hätte", und im gleichen Atemzuge weiter erklärt, daß das finnische Schicksal „in etwas abgeschwächter Form demjenigen Rumäniens gleichkomm e", dann muß jeder englische Leser verstehen, was geschehen ist. >
Im übrigen genügt es, die Ausführungen der Londoner „Times" näher unter die Lupe zu nehmen, damit man die Tatsache, nämlich
daß die Engländer wissen; welch trauriges Leichenfledderspiel sie treiben, genau kennt. Warum würden die „Times“ sonst sich so sehr bemühen, gegen eine gewisse „feindliche Propaganda" sich zur Wehr zu setzen, die da behauptet, daß „Osteuropa der sowjetischen Einflußsphäre ausgeliefert würde". Eine Tatsache, die ja schließlich die Zeitungen in England und Nordamerika seit rund einem Jahre mit aller wünschenswerten Deutlichkeit zugeben.'Warum solche Sätze schreiben wier' „Die Sowjets und wir Engländer seien bemüht gewesen, Bedingungen festzulegen, die Finnlands gebietsmäßige Unversehrtheit garantieren", wo selbst schwedische Zeitungen, die sonst I kritiklos im britisch-nordamerikanischen | Fahrwasser schwimmen, einwandfrei festgestellt haben, daß von einer Unversehrtheit des finnischen Nationalge-' b i e t e s nach all den Betrachtungen und , „Verpachtungen auf 50 Jahre" keine Rede mihr sein könne. Uber diese Heuchelei hinaus wirkt es wie beißende Ironie,'wenn die „Times" in ihrer Sucht, den britischen Verrat an Finnland zu recht- fertigen, die Feststellung treffen; Finnlands Austritt aus dem Kriege ist ein neuer Schritt in jenes „neue Europa", das nun langsam im Osten Gestalt annimmt.
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„Schwedische Tragödie ebenso wie eins finnische
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Verzweiflung in Finnland — Auch Schweden erkennt zu spät seine Illusionen
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unserer Berliner Schriftleitung g. Berlin, 21. Sept. ln Finnland hat sich, so meldet man aus Helsinki, nach der Bekanntgabe der - sowjetischen Waffehstill- standsbedingungen eine tiefe Niedergeschlagenheit ausgebreitet. Die Mehrheit des Volkes schwebt noch s in Unwissenheit über wesentliche Punkte des Waffenstillstandsvertrages. Selbst in radikalen finnischen Arbeiterkreisen betrachtet man ’den'M>wjeti j sehen Eingriff in Finnlands nationale Existenz als ein bedauerliches Ereignis, Die Stimmung in der finnischen Hauptstadt und allen Teilen des Landes wird noch verschärft durch die in aller Überstürzung notwendig gewordene Ausführung der ersten Bestimmungen ■ des Waffenstillstands. Als erste Maßnahme wurde die Räumung des P o r k'k a 1 a - G e b i e t e s , die innerhalb von zehn Tagen durchgeführt sein muß, bereits am Dienstag im Rpndfunk durch den Räumungschef von Frenckell mit allen Än- weisungeiAbekanntgegeben. Die Mitteilung über Porkkala wurde in Finnland wie ein Hammerschläg empfunde.n. Besonders dadurch, daß die Grenzen des zu räumenden Gebietes noch im einzelnen nicht bekannt sind. Die Räumung Porkkalas hat inzwischen schon begonnen. t)iese Landzungevor Helsinki muß nach dem finnisch-sowjetischen Waffenstillstandsvertrag von der Bevölkerung evakuiert werden, die sich selbst ihren Aufenthalt in Finnland wählen darf. Die Einwohner des geräumten Gebietes, die hierzu nicht in der Lage sind,' erhalten neue Wohngebiete in Vaestra Nyfand angewiesen. Schon am gestrigen Mittwoch brachten die finnischen Zeitungen die ersten Bilder mit' Flüchtlingskolonhen aus jenem Gebiet, und ein Mitglied des finnischen Reichstages hat einen Aufruf an’ die finnische Bevölkerung gerichtet, worin diese zur Hilfe für den Teil der Bevölkerung aufgefordert wird, die nun gezwungen ist, ihre Wohnstätten zu verlassen. Der finnische Reichstagsabgeordnete richtete eine inständige Bitte an alle, insbesondere an die schwedische Bevölkerung, in Finnland, 'an den Evakuierungsarbeiten in den Pork- kala-Gebieten teilzunehmen und auch Fahrzeuge aller Art zur Verfügung zu stellen. Er sagte: „Da, die/Evakuierung bis zum 29'. September abgeschlossen sein muß und wir heute bereits den 20. September haben, so ist keine Zeit zu verlieren. Es ist unsere Pflicht und Schuldigkeit, nach- bestem Ver-
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britischen und nordr , — Pressestimmen zum ffnni- K«4l'Ji'4Tn ä ^i tu ^ a ^ onsvertra U hervor. Briten äner haben für Finnland nur ^ Rucken übrig. ’ litte d .n S _ not b eines Beweises bedurft iovipte i, Finnland ohne Grund vor den ilsUV^“«liert hat, so hat ihn der f i n - S4etj>, 11 ,i nnenin inister Hiiliae in •feiert- T. nItans Prache klar und eindeutig ‘“öl, i Vl " . Krieg ist nun für uns betete » smd die Verlierer, obwohl 9ehan mee und «nsere Heimatfront ’förtUrh haben". So erklärte Hiiliae ' nd bekundete damit vor aller
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militärische noch die Moskau T La 9e Anlaß zum Kniefall vor Tatsarv, ,. en , haben. Somit bleibt nur btj ntui e hbrig, daß eine feige und ! llq3j e . 0 * tun gsl° s e Verräter- !t *Ull u . Elnver n e hmen mit-dem Mar-
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6n ll b , e bewußte Irreführung des fin- ; ir Kti 6a 0Uc ? s -_-wenn Hiiliae behauptet, habet, für hhinland nun beendet. ' 1 ‘9aren 16 ^ UTna nen und haben die auch gemeint, um dann fes.-
mögen denen zu helfen, die vom Unglück betroffen- wurden.’ Es ist unsere heilige Pflicht dem -Vaterland gegenüber".
Porkkala ist überhaupt zu einer Art Symbol für die Zwangsmaßnahmen des sowjetischen Vergewaltigungsdiktates geworden. S.c hwedische Blätter sprechen von Porkkala als einem sowjetischen Gibraltar in der OjS.ts/e.e-und kennzeichnen damit die Tatsache, daß dieses Porkkala ' zu einer Zwingburg für den Ostseeraum werden soll, wie Gibraltar in englischer Hand durch
Jahrhunderte-den westlichen Teil des Mittelmeeres .beherrschte^ Dabei ist für Schweden besonders belastend, daß Porkkala als .Zwingburg im finnisch-schwedischen Siedlungsgebiet liegt. Aber die aus Porkkala -herausströmenden finnischen Einwohner und die durch Anordnungen unterstützte Räumung sind nicht die einzige bittere Tatsache, die nach, dem erste» Tag'der Unterzeichnung den Finnen fühlbar wird.
(Fortsetzung siehe Seite 2j
Neue Erpressungen Moskaus
Finnland wird Vertragsbruch vorgeworfen
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stoc k. h o 1 m, 21. Sept. Knapp 48 Stunden nach der Unterzeichnung des Moskauer Schmachdokuments für Finnland erklärt die Moskauer Presse übereinstimmend, daß Finnland den Vertrag gebrochen' hätte. Sie stößt wilde Drohungen gegen die Finnen aus. Die „Iswestija" erklärt in ihrem* Donnerstag-Leitartikel, daß die Finnen bisher keinen einzigen deutschen Soldaten entwaffnet und den Sowjets ausgeliefert haben, obwohl sie dazu verpflichtet seien. Die finnische Regierung wird beschuldigt,' daß sie die Bestimmungen über die Entwaffnung und die Auslieferung der deutschen Truppen in Nordfinnland absichtlich sabotiert habe. Mit keinem Wort erwähnt die „I s w e s t i j a", daß sich in Nordfinnland überhaupt keine finnischen-Truppen befinden, so, daß eine Entwaffnung der deutschen Armee praktisch unmöglich' ist. Noch gewaltsamer | ist der Leitartikel der „Prawda". Das bolschewistische Zentralorgan beschuldigt die finnische Regierung, daß sie die Absetzbewegungen der deutschen Truppen in Nordfinnland nicht gehindert, sondern im Gegenteil begünstigt .habe. Finnland habe sich einer klaren Verpflichtung entzogen in der Hoffnung, daß der am Dienstag Unterzeichnete Vertrag nicht Buchstabe' für Buchstabe befolgt -zu werden braucht. Die „Krasnaja Swesda" meint, eine Woche nach dem Stichtag des 15. September befänden sich deutsche Soldaten immer noch in Pet- samo, die die Finnen an die Sowjets ausliefern müßten.
Diese außerordentlich gewaltsame Kampagne gegen Finnland, die auch im Moskauer Rundfunk- aufgegriffen' wurde, erfolgte zu einen! Zeitpunkt, in dem die Tinte, mit der die Finnen den Kapitulationsvertrag unter 1 zeichnet haben, noch nicht trocken ist. Natürlich hat die plötzlich rosgebrochene Moskauer Hetze in Helsinki wie ein Donnerschlag gewirkt. Die Stimmung, die gestern außerordentlich düster war, grenzt nunmehr an P a.n-i k. Man beginnt einzusehen, daß die Unterwerfung Finnlands durch die Sowjetunion nicht genügt, sondern daß die Sowjets die finnische Kapitulation sofort zur Abstellung .neuer erpresserischer Forderungen benutzen. Der Zweck des neuesten bolschewistischen Manövers äst nicht schwer zu erraten. Die Sowjets möchten sich die Mühe ersparen, die Deutschen aus Nordfinnland vertreiben zu müssen, und sie wollen 'die Finnen dazu benutzeri, ihnen das blutige Handwerk abzunehmen.
In Helsinki platzte die Nachricht von dem neuen sowjetischen Erpressungsmariöver mitten in die Ausschußberatungen über die B i 1 - dung.einer neuen Regierung hinein. In den ersten' Nachmittagsstunden ist dann die neue Ministerliste in der Öffentlichkeit zusammenfassend gebracht worden. Ministerpräsident HaGkzell ist, wie bereits Vor einigen Tagen feststand, von dem Präsidenten des Oberverwaltungs-Gerichtshofes Ca 1 6 t r 6 n abgelöst worden. Im übrigen aber hat die Ministerliste Hackzell nur wenig Änderung erfahren. Aber auch diese neue Regierung wird keine allzu lange Lebensdauer haben. Sie steht auf- schwankendem Boden.
Vernichtung einer britischen LufflandetliVision
' Über 3000 Gefangene — Schwere blutige Verluste des Feindes ,
Eigener Drahtbericht
BZ. Berlin, 21. Sept. Nut noch Reste efer 1. britischen. Luftlandejiivi- sion versuchten sich im Schutz einiger Waldstücke zu halten. Der Gegendruck unserer Truppen verschärft sich weiter, die Zahl der Gefangenen, die auße^ der 1. britischen auch der 83. und 101. nordamerikanischen Luftlandedivision angehören, ist bereits auf über 3000 gestiegen, die blutigen Verluste des Feindes sind schwer.
Bei dem Versuch,. seine in den Räumen vop Arnheim, Nimwegen und Eindhoven abgesetzten Kräfte aus der Luft mit Kriegsgerät zu versorgen, mußte der Gegner weitere empfindliche Ausfälle hinnehmen. Jäger und motorisierte .Flak schossen allein in den letzten beiden Tagen über 300 Lastensegler und Gleiter ab, deren gesamtes Material vernichtet oder erbeutet
wurde. . , .
Der zweiten britischen Armee unter dem Oberkommando des Generals Dempsey ist. es aelungen, nach dem Vorstoß bis Eindhoven und der dortigen Vereinigung mit einer Teilgruppe der fcuftlandedivisionen
einen dünnen Schlauch bis Nimwegen vorzutreiben/ wo sich der zweite Schwerpunkt. der Landung befindet. In ■ britischen Kommentaren wird diese erste Verbindungsmaßnahme nur als ein Anfangserfolg gewertet, der keine entscheidende Bedeutung habe. Der etwa 100 Kilometer lange und sehr schmale Korridor steht unter der Einwirkung kraftvoller deutscher Gegenangriffe, die von drei Seiten . geführt werden und die Feindpositionen in Holland schwer gefährden. Die dritte Landungsgruppe bei Arnheim ist völlig isoliert und wird durch konzentrische deutsche Angriffe zusammengepreßt, so daß Montgomery nicht mehr hoffen kann, durch eine weitere Verbindung mit diesen Kräften das Luftlandegebiet auszuweiten und zu einer' Basis für. schnelle Panzgrbewegungen zu gestalten. Das Ziel Eisenhowers ist nach wie vor, sich im mittelholländischen Raum eine Plattform zu schaffen, von der aus die Drohung eines „Millimeterkrieges" an der Westfront umgangen werden kann. Die Kämpfe bei Aachen sowohl wie auch zwischen Metz und Nancy haben es dem allierten Ober
kommando wohl als aussichtslos erscheinen lässen, das System der deutschen Westverteidigung mit ihrem Rückhalt im Westwall zu durchstoßen und erneut zu zügigen Öffensivbewegungen zu kommen. Dem drohenden Stellungskrieg versucht der Gegner nun mit stärkstem Kräfteeinsatz durch den Vorstoß im holländischen Raum zu. entgehen in der Hoffriung, hier eine’ Überflügelung der deutschen Westbefestigungen zu erreichen.
Aber auch die .deutschen Gegenmaßnahmen werden täglich starker, die vom Gegner beabsichtigte Nachführung von neuen Truppen, vor allem die Verwenndung von Lastenseglern zur Landung von Panzern, stößt auf immer größere Schwierigkeiten, find bisher konnten die britischen Panzerverbände weder ihren schmalen Durchlaß noch ihre Einbruchstelle am Maas-Schelde-Kanal verbreitern. Weitere Versuche des Feindes, neue Brückenköpfe in Nord-Belgien zu bilden, um dadurch den in den südlichen Niederlanden abgesetzten Fallschirmspringern Hilfe za bringen, Hieben ebenfalls erfolglos.
PK-Aufn.: Kriegsberichter Jung (HH)
Ein unter Führung von Eichenlaubträger Major Ehrte r an der Eismeerfront eingesetzter Jagdverband erzielte unter oft schwierigsten klimatischen Verhältnissen gegen die sowjetische Luftwaffe hervorragende Erfolge. Allein diese vier erfolgreichsten Jäger des höchsten Nordens konnten bis zum 24. August 538 Luftsiege erringen. Von links: Ritterkreuzträger Leutnant Schuck (154 Abschüsse), Ritterkreuzträger Oberleutn. Dörr (100 Abschüsse), Eichenlaubträger Major Ehrl er (168 Abschüsse), Ritterkreuzträger Leutnant N orz (116 Abschüsse).
J&ke mw dm toten Stitm
Von
Dr. Wolfdieter v on Langen
Behaupten wir nicht seit jeher, daß der Sieg unserer Feinde unser Ende als Volk wie als einzelne und den Beginn aller Schrecken der Bolschewisierung bedeute, als deren bewußte oder unbewußte Schrittmacher die piutokratischen Waffen wirken? Wiederholen wir nicht heute in des Reiches Notlage, da die Feinde die Reichsgrenzen selbst berennen, diesen Satz erst recht als unseren ersten und letzten Gedanken Tiber den Kriegsverlauf? Und die Wirklichkeit? In Paris und Marseille, in Antwerpen und Brüssel sind die britisch-amerikanischen Truppen eingerückt, wie vorher schon in Rom und Neapel. Aber in keiner dieser Städte herrscht gegenwärtig der Bolschewismus, und das Chaos in ihnen scheint nicht so, daß der Untergang der betreffenden Völker allsogleich sichtbar wäre. So fühlen sich einige , im Ausland und zumal die, die sich neutral nennen, um desto parteiischer zu agitieren, zu der Behahgtung veranlaßt, an den Taten erkenne man jetzt, welche Gespenster die Deutschen den Völkern Europas an die Wand gemalt hätten, um sie dadurch ihren alleinigen Zwecken dienstbar zu machen.
In der Tat regiert zur Stunde in Paris de Gaulle und nicht Thorez, in Rom Bonomt und nicht Togliatti, sofern beider-Tätigkeit, mit „regieren" bezeichnet'werden darf. Auch hat die Zahl def Opfer, die bisher sozusagen legal gemordet, eingekerkert, verschleppt wurden, noch nicht bolschewistische Dimensionen erreicht, d. h. sie geht in die Hunderttausende, noch nicht’ in die - Millionen, Und liest man die zensierten Berichte aus diesen Ländern, so lassen sie die fsTot noch tragbar erscheinen, obwohl für andere Begriffe zu anderen Zeiten die. jetzt offiziell verlautbarte Tatsache, daß etwa in R o m jedes zweite neugeborene Kind stirbt, untragbar gelten muß.
Jedoch ist das alles nichts als der Auftakt zu eines Entwicklung, die -— so unübersehbar ist, daß- nämlich die gegenwärtig dort anzutreffende Situation ein Kinderspiel gegen die ist, deren Konturen mit der vorbereitenden Bolschewisierung sich abzeichijen. Der Bolschewismus hat sich aus klar erkennbaren taktischen ..Gründen gehütet, in beiden Ländern, in Italien wie in Frankreich, die er- beide als reife Früchte für sich betrachtet, die Macht jetzt an sich zu reißen, wo er auf Grund der britisch-amerikanischen Besetzung Hindernisse und Einschränkungen hinnehmen müßte, die einige Zeit später aus dem 1 Weg geräumt sein werden. Sein Prinzip ist es, erst ein- m a * „ e Schattenregierung'en von angelsächsischen Gnaden wie Bonomi, de Gaulle und wie später noch heißen mögen, abwirtschaften zuHassen, jede Maßnahme, die die Anarchie vergrößert, durch seine platonische Regierungsbeteiligung zu unterstützen und zur entscheidenden, von Moskau bestimmten Stunde dann ohne Hemmungen von' außen oder innen die bolschewistische Generalrechnung zu präsentieren und jene Tota!- lösung zu praktizieren, die für Moskau noch immer und überall in der Methode des Genickschusses für jedermann bestanden hat, der gegen den Bolschewismus ist oder auch nur gegenteiliger Tendenzen vom . nächsten roten Sektionschef verdächtigt wird. Den Bürgern, die jetzt, in Rom, Paris und anderswo die Schrecknisse des Bolschewismus belächeln und als Funktionäre der wie Pilze aus der