Ausgabe 
(19.9.1944) 254
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Parteiamtliche Tageszeitung

* Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

SBremt? 9ladjr idfj teit

Bremen; Geeren 6/6. Ruf 2 19 31; Nachtrat und sonntags 2 47 65; ObernstraBe 86, Ruf 2 19 31; Syke: Mühlendama 2; Bremen-Hemelingen: BahnhofstraBe 6, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 56; Bremen-Vegesack: Rohrstraße 24, Ruf 4 u. 8; Bremen-Blumenthal: Kapt.-Dallmann-Str. 41/43. Ruf 86 und 89.

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblati des ReichssiaiihaUers in Oldenburg und Bremen

14. Jahrgang

Dienstag, 19. September 1944

Einzelpreis 15 ftpl

Es gibt nur einen Weg: Durch!

Gauleiter Paul Wegenet gab die Parole — Stahlharter Wille! — Enger Zusammenschluß aller!

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totalen Kriegseinsain ' angeordnet, daß des i lutschen Fischerei sj deutscher Sportfisd« iber 1944 für die Dm ird. Die Betreuung b satzfischen und Angi rbliebenenfürsorge 5 1 die Verwaltung 4 eichsverband der fc ihrt.

Frau od. Fräulein fusj iber, zuverl,, für fei ashalt ges. Ang. T si

U Wilhelmshaven, 18. Sept. Die ernste Zeit ist und der Krieg ein Stadium tlänner und Frauen des Nordseegaues sind erreicht hat, da Jeder mehr noch als bisher Hie mehr denn je ein Volk in Arbeit und lest zu seinen Aufgaben und zu seiner Uber- l'aiien. In diesen Wochen, da sich Deutsch- Zeugung stehen muß. Wir Deutschen sind , an seine Grenzen hämmernden immer stark gewesen, wenn wir einig waren, f inden entschlossen entgegenstemmt, tritt und darum müssen wir einig sein. Wir wollen * r»meinschaft der Schaffenden unseres kühlem, > eisernem Ernst. unsere Pflicht ’ ' ’ ■* • * un - Ich bitte euch daher in der klaren Er­

kenntnis, daß wir uns gar nicht besinnen dürfen, was wir zu tun und zu lassen haben, nur um eines: Geht aul Vordermann, so wie wir es als Soldaten gelernt haben. Denn wir sind heute alle Soldaten. Es bleibt uns gar . kein Ausweg: Wir müssen durch! Es

SSpfigen Belegschaft eines Wilhelmshavener gilt jede- Chance zu nutzen, die sich bietet, Großbetriebes. denn wir müssen ausharren, bis wieder zum

Gauleiter Paul Wegeser sprach zu Be- Angriff geblasen wird. Und es wird wieder m seiner Ausführungen vom Ernst der Si- zum Angriff geblasen werden! Wir wären ja jialion und sagte u. a.: „In diesem Augen- auch allesamt Lumpen, wenn wir dicht die bück komme ich zu euch, um zu sagen, wie es Verpflichtung in uns spüren würden, weiter- b uns steht, ihr sollt wissen, daß es eine I hin für das einzutreten, für das die Gefalle-

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Gaues in Stadt und Land zu vielen Hunder­ten von Betriebsappellen an, über denen als farole steht: „Volk in Arbeit und Waffen!“ Der Gauleiter selbst eröffnete die Reihe i lt Betriebsappelle der Deutschen Arbeits- mit einem Appell vor der vielhundert-

nen an allen Fronten und die Toten des Luftterrors gefallen sindl"

Der Gauleiter berührte sodann alle Pro­bleme unserer Tage, sprach vom totalen Kriegseinsatz, der neue Kräfte für die Front fordert und erörterte dann ganz offen auch die Schwierigkeiten, denen wir Uns' heute gegenübersehen. Mit Worten der Empörung geißelte er das dumme Gerede vieler ein­fältiger Menschen und ermahnte seine Zu­hörer, sich nicht zu niederträchtigen Hand­lungen hinreißen zu lassen. „Bleibt an­ständig!" — so rief der Gauleiter ihnen zu, um dann zu erläutern, wie wenig es heute unseren Feinden um die Beseitigung des Führers und der Partei geht, sondern, wie es klar und deutlich die verschiedenen Vertreter der Gegenseite ausgesprochen ha­ben, darum, daß sie Deutschland ins­gesamt vernichten wollen.

„Gerade mit dem Blick auf die Belastun­

gen der Stunde — so schloß Gauleiter Paul Wegener — „wollen wir uns enger zusam­menschließen, nicht nachlassen in unserem Eifer und allem Luftterror des Feindes- eine harte Entschlossenheit entgegensetzen.

Stürmischer Beifall durchtoste die große Halle, in der der Gauleiter zu den Schaffen­den sprach. Er hat damit die Parole gege­ben, die alle Schaffenden unseres Gaues in dieser Woche empfangen werden. Sie ist der Ausdruck einer harten, aber ehrlichen Ge­sinnung, gerade im Augenblick höchster Ge­fahr und Belastung nicht schwach, zu wer­den, sondern auszuharren.

Der Betriebsobmann des Werkes, in dem der. Gauleiter die Reihe der Betriebappelle eröffnete, faßte das alles zusammen in deiü Gelöbnis der Treue zum Führer. Die Schaffenden des Nordseegaues sind wei­ter am Werke. Größer als alle Not ist ihr Pflichtgefühl und, ihre Treue.

Der Kampf um die Zeit auf dem Höhepunkt - Sie haben es eilig

Der neue Feindangriff im belgisch-holländischen Raum. — Quebec beleuchtet die Zeitnot der Gegner

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Drahtbericht unserer Berliner Sehriftleitung dr. w. sch. Berlin, 18. Sept. Das am Sonntag eingeleitete Unternehmen der anglo- aerikanischen Truppen gegen den hollän- äschen Raum ist besonders kennzeichnend die neue militärische Lage im Westen Dach der Schließung einer zusammen- läugenden Front von der Schelde- lindung bis zum Schweizer Jura. Der Feind mußte angesichts der erlolgrei- (hen Versteifung des deutschen Widerstan­te bei gleichzeitigem Anlaufen unserer Ge- genaktionen endgültig zu der Erkenntnis ge- daß er nach dem Abschluß der kklacht um Frankreich und Belgien noch «mal mit äußerster Konzentration all sei­ne verfügbaren Kräfte von neuem an-, langen muß, wenn er sich wieder Vor- aiisdzungen für den Bewegungs- bieg schaffen will. Der gleichzeitige stärkste Einsatz von Fallschirmjägern, Luft- liidetruppen und Frontalangriffen gegen die. iidbolländische Grenze charakterisieren Äh als Versuch, den geschlossenen Sperr- liijel an der Westfront aufzubrechen Ed nach dem beabsichtigten Durchbruch cederum von Norden her eine Flanken- und niassungsdrohung zu scharfen.

“ie sich dieser neue Abschnitt des pfes im Westen im einzelnen entwickeln cd, wird sich erst übersehen lassen, wenn |; angesetzten konzentrischen «tschen Gegenangriffe zur vol- t Auswirkung gelangt sind. Die Hoffnung, der Krieg nach dem Schema 'der ■dacht um Frartkreich fortgesetzt werden Ente, hat man jedenfalls angesichts der aen Lage jm Feindlager weitgehend auf- >=geben. Die „Daily Mail" berichtet aus 5 : :ebec, daß, alle Teilnehmer an der ‘aerenz unter dem Eindruck gestanden . der Krieg in Europa Zoll um

bl ausgefoehten werden müsse und daß es -läiae plötzliche Kapitulation" geben werde. ;® beginnt drüben langsam zu begreifen, ti3 der über alle bisherige Vorstellungs- B jitMnausragende heroi.sehe’Wider- ilJ od der deutschen Stützpuhktbesatzun- in Brest, Boulogne und Dünkirchen |»)olisch für den unerschütterlichen Fana-

Ver-

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, Wenn ein Berichterstatter von Reuter f a d«u verzweifelt aufschreit, daß die .“dschen in Brest einfach nicht kapitulie­rt »o muß sich nun der Feind damit ver- 1®* m achen, daß dieser Kampfgeist ihm ii» ! t * n der Abwehr des Ansturmes auf e Festung Deutschland entgegentreten

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jJ* 5 R oosevelt und Churchill zur Zu- ■a&enkunft in Quebec abreisten,, war die im Feindlager noch durch einen • 'schäumenden Optimismus eharakteri- ,;'i', Uttd ers t während der Konferenz sahen fc , . le Glichen Sprecher in London und unter Einschluß des amerikani- ? rie 9 sm inisters Stimson gezwungen, 5C hart abzubremsen. Offen-

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höchst nervös gewordenen Kreise der Ver­einigten Staaten weitgehend zu beruhigen. Es ist bezeichnend, daß das dürftige Kommu­nique über den Verlauf der Konferenz von Quebec sachlich nur den Hinweis auf den Krieg s in Ostasien bringt, wobei festgestellt wird, daß sich in diesem Zusammenhang „die ernsteste Schwierigkeit" ergeben habe.

Die Form, in der das geschehen ist, ist in sehr plumper Weise rein agitatorisch bestimmt, indem es so dargestellt wird, als ob sich die einzelnen' Alliierten jetzt geradezu darnach drängten; ihre Kräfte im Pazifik einzusetzen. Gewiß kann für Churchill der Gedanke nicht angenehm sein, daß die Amerikaner nur mit eigenen Kräften im pazifischen Raum alles einheimsen könnten, wonach ihre imperiali­stischen Wünsche zielen, aber- auk der an­deren Seite mufj er auch die Wirkung be­denken, wenn er aus Quebec seinem Volk die Kunde mitbringen soll, daß der Krieg im Pazifik von dem bereits völlig ausgepumpten England neue und schwere. Lasten und un­übersehbare weitere Blutopfer fordern wird. Er hat in Quebec selbst schon mit dem Hin­weis zu bremsen versucht, daß sich England

am Krieg gegen Japan mit Streitkräften be­teiligen wolle, die „im richtigen Verhältnis zu.den eigenen nationalen Kräften" stünden.

Es dürfte in diesem Zusammenhang weder Roosevelt noch Churchill ins Konzept passen, wenn nach einer Meldung der „New York Times" aus Quebec die dort versammelten Militärs dem Optimismus im Hinblick auf einen raschen und vollständigen Sieg über Japan energisch entgegengetreten sind und die Auffassung vertreten haben, daß dieser Krieg unter Umständen noch Jahre in Anspruchnehmenkönne. Man kann sich einigermaßen denken, wie eine der­artige Feststellung zu einem Zeitpunkt er­nüchternd und niederschmetternd aut die Stimmung des englischen und in besonderer Weise auch des amerikanischen Volkes in einem Zeitpunkt wirken muß, da gleichzeitig die bis zum äußersten genährte Hoffnung auf einen schnellen und vollkommenen Sieg der amerikanisch-britisch-bolschewistischen Koalition in Europa sich angesichts der Ver­steifung des deutschen Widerstandes auf- nunmehr durchweg geschlossenen Abwehr­fronten. aufzulösen beginnt.

Gerade mit der Blickrichtung auf Quebec wird es in einem ‘ anderen Zusammenhang klar, welche Bedeutung jedem Zeitge­winn zukommt, der durch den heldenhaf­ten Kampf unserer Truppen an den Fronten und durch den verstärkten und restlosen Einsatz des ganzen deutschen Volkes im to­talen Krieg erkämpft wird. Die entschei­dende Bedeutung des Zeitgewinnes wird sich allerdings auf einem anderen Felde zu .offenbaren haben, auf dem schließlich die Wirkung' eines neuen und revolutionä­ren waffentechnischen Vor­sprungs in Erscheinung treten wird. Wenn der Feind im Westen nach dem bis­her vergeblichen Anrennen gegen die nun­mehr geschlossene deutsche Abwehrfront jetzt im holländischen Grenzraum .einen neuen verzweifelten Versuch unternimmt, um mit dem Einsatz aller zur Zeit verfüg­baren Kräfte den ■ Sperriegel zu durch­brechen und erneut zum Bewegungskrieg zu kommen, so offenbart sich darin, welche überragende Bedeutung die Gegenseite dem Zeitmoment beimißt und wie dem Feind das Zeitproblem auf den Nägeln brennt.

Sprengboot in Fahrt

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PK-Kriegsberichter Hannet (Seid bnser Bild zeigt eines der neuen Kampfmittel der deutschen Kriegsmarine, das „Sprerigboot“, über dessen große Erfolge wir bereits am Sonn­abend ausführlich berichteten. Der todesmutige Einzelkämpfer steuert sein ■ schnelles, mit Sprengstoff gefülltes Boot unmittelbar gegen feindliche Schiffsziele, um sich dann im letzten Augenblick selbst vom Boot zu lösen.

Stimmungsumschwung, der ’ '• - e Veränderung der strafe-

-5 Vo 1 96 ^ ervor S en ifen wurde, auch auf „ r t de ^ Konferenz von Quebec 8, 4 ,» b ein Sewirkt. Ursprünglich hieß Roosevelt und Churchill das

ckedorfer ^ ^ U5even und Churchill das

kl Sack- Abjj f;; - a * de gemeinsam verbringen würden, !/6a od. B orJ,d ’nschlipR^j a

oiata ^h^° S uV . : ^^Ch? nd über die schnelle Ab- Rad hob- ^' I’ötzlirh e U . r c h i 11 s kamen dann ziemlich a - ■ Mir Ronsp.ralf *,-. 11 t-p sich in

b; ®? end die Beratungen fortzu- Kehrichten über das Ende der

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Roosevelt sollte es : hiei n °Knkundig vor allem darum .t 1 ’ ( Unterstützung Churchills eine -'•'erste,. 1 e p 1 * 11 f o r m für die Anfang V: ^l tu .^findende Präsidenten- * eit! st e „ ä dw,nn en. Es ist bekannt, daß die ' i!!r Berürt 1S ® in den Vereinigten Staaten frischer besonderer macht-

dem P-azifik- Bedeu- els dem Kampf in Europa

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Konzenfrisdie Angriffe gegen die Luftlandeverbände

Harte Kämpfe beiderseits Aachen und Nancy — Erfolgreiche Abwehr an der Burgundischen Pforte

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- Krien Sehnsucht zielte dahin.

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Eigener Drahtbericht

BZ. Berlin, 18. Sept. Schlagartig haben, unsere Truppen den Kampf gegen die im holländischen Saum abgesetzten Luftlande- truppen und Failschirmverbände des Feindes aufgenommen. Schon beim überfliegen der Küste wurden zahlreiche Lastensegler abge­schossen oder zu Notlandungen im Über­schwemmungsgebiet gezwungen, die weit verstreuten Landeplätze der unter starkem Jagdschutz anfliegenden Lastensegler wur­den von unseren Jagdkommandos und Si­cherungsverbänden umstellt und so die Bildung größerer geschlossener Kampf­gruppen verhindert.

Die abgesprungenen Kräfte versuchten ihrerseits, zwei Flugplätze in die Hand zu bekommen und durch Sperrung von Brücken die deutschen Gegenmaßnahmen zu ver­zögern. Im Zusammenhang mit dem Luft- iande-Unternehmen begannen fast gleich­zeitig Infanterie- und Panzerangriffe der 2. britischen Armee am Maas- Schelde-Kanal. Das Ziel des ganzen. Unternehmens ist es also, unseren Sperr­riegel am Maas-Schelde-Kanal aufzubrechen. Auch gegen den bei Neerpelt in unsere Stellungen eingebrochenen Feind wurden sofort Gegenangriffe angesetzt.

Im Zusammenhang mit dem neuen An­sturm der Briten verstärkten auch die Nord­amerikaner ihren Druck beiderseits Aachen.

Im Maastrichter Zipfel suchten, sie unsere Sperriegel im Bereich des Geal-Flüßchens einzudrücken. Unter hohen Verlusten konn­ten sie im Feuerschutz schwerer Waffen zwei kleine Brückenköpfe bilden, deren Ausweiten unsere Truppen aber durch Ge­genstöße -verhinderten. Angriffe gegen un­sere Stützpunktlinie am Südrand Von Aachen scheiterten, im Raum von S t o I b e r g gingen die hin- und herwogenden Kämpfe weiter.

In erfolgreichen Gegenangriffen entrissen unsere Panzer dem Feind zwischen Aachen undStolberg Teile des in den letzten Tagen unter hohen Verlusten ge­wonnenen Geländes und brachten Gefangene ein. Südlich Stolberg dauern die Kämpfe mit dem örtlich vorgedrungenen Gegner noch an. Westlich der Eifel und im Drei­eck zwischen Sauer und Prüm machten unsere Truppen in wechselvollen Kämpfen Fortschritte und hinderten den Aufmarsch des Feindes durch Wegnahme von Stütz­punkten und Höhenstellungen.

Auch im lothringischen Grenz­gebiet wurde hart gekämpft. Am Nord- rand des Einbruebsraumes von Waney ver­suchten die Nordamerikaner ihre an den Vortagen durch unsere Gegenangriffe auf-

gerissene Nordflanke wieder aufzubauen. Gegenstöße verhinderten die Durchführung der feindlichen Absichten. Der zweite östlich Nancy aufgefangene Keil drehte mit Teil-' kräften gegen Luneville ein.

Der in die Stadt eingedrungene Feind wurde aber von unserem in breiter Front angesetzten Gegenangriff gefaßt, der ihn wieder aus Luneville hinauswarf und gleichzeitig auch der 2. gaullistischen Pan­zerdivision das zäh verteidigte Städtchen C h a t e 1 an der Mosel entriß. Unsere Gegenangriffe haben somit im Raum östlich Nancy das Vordringen des Feindes gegen Lothringen abgebremst.

Die Schlacht zwischen Nancy und Epinal hat' aber ihren' Höhepunkt offenbar noch

nicht erreicht. Beide Parteien versuchen weitere Ausgangsstellungen für neue Opera­tionen zu gewinnen, wobei unsere Truppen dadurch Vorteile erzielt haben, daß sie feindliche Positionen an der Mosel Stück für Stück zusammenschlugen.

An dem der Burgundischen Pforte vorge­legten Spdrriegel zwischen Epinal hnd der Schweizer Grenze beschränken sich die Kampfhandlungen auf Stoßtrupp­gefechte. Zahlreiche Unternehmen des Fein­des nordöstlich und östlich V e s o u 1 schei­terten. Auch diese 'erfolgreichen Abwehr­kämpfe beweisen die Stärke der von un­seren Truppen in diesem Raum aufgebauten Riegelstellung, an die sich die Nordameri­kaner nur mit Vorsicht heranwagen.

In England wird man ungeduldig

Enttäuschung über das Stoppen des Vormarsches

Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 18. Sept. Einige Londoner Sonntagsblätter verraten in militärischen Betrachtungen über die Lage an der West­front die Ungeduld der englischen Bevöl­kerung angesichts des Stoppens des eng­lisch-amerikanischen Vormarsches an. der deutsch-holländischen Grenze. Die Blätter­lassen deutlich • die große Enttäu­schung durchblicken, die dieses Stoppen in der englischen Öffentlichkeit hervorge­rufen hat. In der „Sunday Times“ z. B. wird erklärt, die Aufgabe der allierten Strategie sei, die Deutschen so rasch wie möglich aus ihren Westbefestigungen hin­auszuwerfen. In Einern anderen Blatt wird darauf hingewiesen, daß es noch keines­wegs sicher sei; ob Deutschland tat­sächlich noch rechtzeitig im Westen ent­scheidend geschlagen werden könne. Die Erfahrungen früherer Jahre zeigten, daß man nur noch etwa 14 Tage wirklich gün­stiges Wetter im westeuropäischen Opera­tionsgebiet vor sich habe. Dann begännen die Herbstregengüsse- und die Herbststürme, die selbstverständlich auch die Schiffahrt, d. h- den Nachschub ernstlich beeinträch­tigen würden, da dieser Nachschub immer noch zum größten Teil an der offenen Küste ausgeladen werden müsse.

In diesem Zusammenhang wird daher darauf hingewiesen, es sei außerordentlich bedauerlich, daß die Eroberung der franzö­sischen Atlantik- und Kanalhäfen s p langsam vor sich gehe. Im „Daily Herald" z. B. wird darauf hingewiesen, in Brest seien die glei­chen Zerstörungen der Hafenanlagen Zu er­warten wie in Cherbourg. In Cherbourg hätten di« Deutschen groß« Schiffe und

Frachter als Sperrschiffe versenkt, die Trockendocks unbrauchbar gemacht, alle Schleusentore und Kais gesprengt, alle Kräne vernichtet unä sämtliche sonstigen Hafeneinrichtungen und den Hafenbahnhof zerstört. Die gleichen Zerstörungen könne man in Brest und anderen französischen Nordseehäfen erwarten, da man sich viel zu viel Zeit gelassen habe, diese Häfen zu erobern.

In einem englischen Funkbericht über die Kämpfe am Maas—Schelde-Kanal wird er­neut der geradezu verbissene Wider­stand der deutschen Truppen hervorge­hoben. Die alliierten Truppen seien weitaus besser mit Kriegsmaterial versorgt, aber der deutsche .Kämpfer leiste viel mehr. Ununter­brochen würden die Brückenköpfe des Schelde-Kanals angegriffen, und immer wie­der gelinge es vor'allem in der Nacht klei­neren Gruppen deutscher Truppen, über den Kanal zu gehen und hinter den englischen Stellungen in eintjr außerordentlich wage­mutigen Art Verwirrungen zu stiften. Die Deutschen seien weit davon entfernt, den Kampf aufzugeben. Die Londoner Bevölker' rung wird dann erneut darauf hingewiesen, sehr vorsichtig zu sein, denn die Gefahr eines neuen Angriffs durch unbekannte Waffen bestehe weiter. -.

Schwerter verliehen

dnb. Führerhauptquartier, 18. Sept. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwer­tern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Wilhelm Wege- ner, Kommandierender General eines Ar­meekorps, als SdläatfeB dter dehtarfien Wehrmacht.

IfatkU imond

Von

Wolfgang Thomas

Jeder, der in den ersten drei Kriegsjahren auf seiner Europakarte mit Fähnchen den deutschen Vormarsch in alle Himmelsrich- tungei) abgesteckt hat und diese Karte nun heute zum Vergleich mit dem OKW.-Bericht Kerahzieht, empfindet das Gefühl eines schmerzlichen Verlustes. Es war der beruhi­gende Gedanke an die Unverletzbarkeit von Volk und Reich, die in der ersten Hälfte des Krieges die, Namen fremder Länder und fremder Orte zur Kenntnis nehmen ließ, in denen damals um den Sieg gerungen wurde. Vor der ägyptischen Grenze, an der kauka­sischen Riviefca, an der Wolga standen unsere siegreichen'Truppen, auf den großen Mittel- meerinseln und an den Pyrenäenpässen: das alles vermittelte das Gefühl einer stolzen Sicherheit; denn der Feind war auf Hunderte, ja Tausende von Kilometern von der Grenze der Heimat abgedrängt, und wären von der britischen Insel nicht, zunächst nur nachts, die Terrorbomber mit ihren tödlichen Lasten erschienen, dann hätte niemand mehr als das deutsche Volk Grund gehabt, sich um sein Leben überhaupt kein« Sorgen zu machen.

Das ''ist nun anders geworden. Seit Wochen schon begehrt der militante Bol­schewismus den Übertritt über die ö s t - licheReichsgrenze, und von Westen her nähern sich die Panzerverbände der Anglo-Amerikaner jenen Reichsteilen, zu deren Abschirmung vor Ausbruch des Krie­ges einmal der Westwall' errichtet wurde. Bundesgenossen, die wir in unser europäisches Verteidigungssystem festgefügt glaubten, sind diesem abtrünnig oder teil­weise in die Front des Feindes gepreßt wor­den. So wogt denn von allen Seiten der Feind gegen unseren engeren Lebensrau.m heran, und es erhebt sich in dieser Situ­ation wohl bei manchem die Frage, o b denn das alles umsonst war, was in stürmischem Siegeslauf oder in verbisse­nem zähen Ringen Kilometer um Kilometer einstmals unter dem Einsatz wertvollsten deutschen Blutes als Schutzraum um die Grenzen des Reiches gelegt wurde. Die Frage nach dem Umsonst mag aber bei jenen Deutschen noch eindringlicher gestellt wer­den, die an ein fernes Soldatengrab denken, das heute weit im Vorfeld des Reiches, kei­nem Kameraden mehr zugänglich, wieder in Feindesland Hegt. So berechtigt diese Frage im ersten Augenblick jedoch erscheinen mag, so eindeutig kann nur die Antwort sein, die darluf erteilt werden muß:

Der Schicksalskampf unseres Volkes wäre sicher schon längst gegen uns entschieden, wenn wir nicht in den letzten anderhalb Jahren diesen Raum als Waffe'gegen die materielle Überlegenheit der verbünde­ten Feinde hätten einsetzen können. Von dem Augenblick an, da die unversehrten Industrien Nordamerikas in Verein mit den Rüstungswerken der Sowjets im fernen Ural ihre Produktion zur Höchstleistung ankurbelten, stand es fest, daß der Einsatz des laufend ausgestoßenen feindlichen Ma­terials gegen unsere Tausende von Kilo­metern lange Fronten und deren dünnbe­setzten Hinterräume zwangsläufig zu einem Erfolg für die Gegner führen mußte. Es kam beim Eintritt in diese von der deutschen Führung auch vorausgesehenen Phase des Krieges nur noch darauf an, den eroberten Raum so teuer wie möglich zu ver­kaufen und dem Feind hierbei so viei Zeit abzunötigen wie Deutschland ge­brauchte, um jene revolutionären Waffen ssu konstruieren, zu erproben und dann in benötigter Anzahl serienmäßig herzustellen, welche uns die Gewähr dafür bieten, das materielle Übergewicht unserer hochindu»