Ausgabe 
(16.9.1944) 252
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elingen in tatea^.

Sonnabend, 15 4i, vleben. Aui dem-Wj, die la-Jugendiamn..

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pscaelnt6mal wöchentlich'

2,30 RM elnachl. ZostellgebQhri

monatlich 2,30 RM (einschj. ^fpivstzeiwngsgebflhr) xuzflgi. « Rpf. £ ,p .j Postscheck: Hamburg 17 272. Anrel- m d Aufnahmebedingungen lt. Piei«. -'■''iuinahmetennine ohn» Verbindlichkeit & ■ i j 1 e 11 “ n g : Zweile Schlacbtpforte 7. »djanschlüsse: 2 12 11 und 2 11 JJ.

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parteiamtliche Tageszeitung

, AmiBblall des Regierenden Bürgennelsters d er Freien Hmwestadt Bremen

Bremer Wadjridjtett

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verlcündungsblaä des Reichssiaithaliers in Oldenburg und Bremen

14. Jahrgang

Sonnabend/Sonntag, 16./17. September 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Unsere Sprengboote am Feind

Neue deutsche Seekriegswaffe — Hohe Auszeichnungen für Einzelkämpf

Neffen

Vf 1 SüdstiJ Eln tocht iS

:rg undl»L l Reichsbahn iäl ^“ 2

f . h Berlin, 15. Sept. Der Führer hat auf ® . d es Oberbefehlshabers der Kriegs-

WiC . Grofladmiral Dönitz, das R111 e r -

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erwarten ist iset: LSV Hesednö II. — SC Noläa.

V Wulsdorf.

6688,05 Punkte ishaven erzielte af2 lend-V ereinsmeiSa-

zgebnisse. Die .ha­llten es aui ®äß damit in der z, während der Tl| 5676,95 Punkte ia

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tI eoz des Eisernen Kreuzes verliehen an dberfernschreibmeister Herbert Berer für in heldenhaftem Einsatz mit einem Ein- eannforpedo erzielte Versenkung eines [Bisporters von 10 000 BRT. als dem dritten ^Kämpfer der Kriegsmarine und an Leut- 0t ie: Marineverwaltung Alfred Vetter, hihrer einer Sprengbootgruppe, die sechs fSrtiüe versenkte, als viertem Einzelkämpfer, feilere zehn erfolgreiche Einzelkämpfer erden mit dem Deutschen Kreuz in Gold

■zeichnet.

: pur 23 jährige Stuttgarter Berer, der be- , f jts früher vor dem Landekopf von Nettuno feindliche Korvette mit einem Einmann- ’Mpedo versenkt hatte, torpedierte in der ton3iditz™ 3.-August trotz starker feindlicher schleuderte tMäermgen in der Seine-Bucht einen voll- Rjadenen 10 000-Tonnen-Frachter, Das Schiff "feistennann ^ Jmlodierte und versank innerhalb kurzer Jer Stoteler SbXät

Tleofnant Vetter, der am 24. 5. 1923 in Kiel

hmann ?®4* orenist ' führte eine erfol grei<*e Gruppe ■ Sprengbooten und versenkte selbst

[ten Hinheitsfrachter und ein Sicherungs-

lichkeit gegeben ist, ein weiteres Seege­biet aufzuklären, um besonders lohnende Ziele ausfindig zu machen, auf die nun die Sprengboote angesetzt werden. Die Erfül­lung der Aufgabe dieser Begleitboote bringt es mit sich, daß sie viel häufiger entdeckt werden und damit dem konzentrierten feind­lichen Abwehrfeuer ausgesetzt sind als die Sprengboote. Gemeinsam mit diesen wird nach genau festgelegter Ziellage die Fahrt angetreten. Der Sprengbootfahrer wird' von dem Begleitboot eingewiesen und tritt nun

er

mit Höchstgeschwindigkeit die Vernichtungsfahrt gegen das ge­wählte Schiffsziel allein an. Der Sinn dieses von höchstem Mut und größter Todesbereit­schaft getragenen Einsatzes liegt nicht in der Selbstaufopferung, zu der jeder einzelne dieser Männer bereit ist, sondern ist viel­mehr darin zu sehen, daß jeder von ihnen selbst unter den abenteuerlichsten Umstän­den zurückzukommen trachtet, um mit den einmal gewonnenen Erfahrungen erneut in Einsatz zu gehen.

Stelle

der WettkäS

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‘ffte Behrens jirnl ce und Brand (Vor ,5 bzw. die

Hackzell erlitt Schlaganfall in Moskau

Nach Kenntnisnahme der sowjetischen Bedingungen für Finnland

Uhr, in der <

Praegerife:

ersorgung, K men. Folgende iahen heule'13 ngen aller t:

: Kameradsd , 30 Uhr, 'Bahntafj

toSaS Bilder Wehrmachtbericht meldet, sind ach dem Kzi™ - b i® Vffsenkungserfolgen durch Kampf- , wurde im Westä Eäel der Kriegsmarine auch Sprengboote leleiligt, Damit wird eine zweite neue 3alkan ein weife« iettsche S e e k r i e g s w a f f e bekannt, Führer und v»i; Se ebenso wie der Einmann-Torpedo nach verzeichnete na j. K [ristiger Entwicklung wiederholt erfolg- eutschen Spii» ^ gegen feindliche Schiffsansammlun- ® ™ Einsatz kam.

hmen, wo™ Z»sämmen mit dem Einmann-Torpedo ha- -eis stellen könia ® diese Sprengboote in wenigen Wochen :ite deutsche HaS k vom Feind absolut beherrschten Seege- wurde bei dg liefen 20 Transporter und Dampfer schwer verwni [j mindestens 1 04500 BRT. sowie mdir ausübe | t ej Kreuzer, nenn Zerstörer, wi Korvetten, ein Schnellboot, zwei Si- . tangsiahrzeuge und eine kleine, nicht

** r u Einheit versenkt und mindestens 3 , L sfe S Schiffe mit weit über 120 000 BRT. sowie r imGesellsdefc “Kreuzer, einen Zerstörer nnd eine Kor- [nicht Gold. Sa: * forpediert.

örer 0.50 BW) it Die Größe der bei beiden Kampfmitteln

dnb. Stockholm, 15. Sept. Der Mos­kauer Nachrichtendienst gab Freitag früh bekannt, daß der finnische Premierminister und Führer der finnischen Friedensmission ln Sowjetrußland, Hackzell, einen Schlaganfall erlitten habe und ernsthaft erkrankt sei.

Die Moskauer Rundfunkerklärungen hat­ten die Form eines ärztlichen Bulletins und besagten: „Am Donnerstag, dem 14. Sep­tember, erlitt der Führer der finnischen Mis­sion in der UdSSR., Herr Hackzell, um 7 Uhr einen Schlaganfall, der zur Lähmung der rech­ten Hand, und des rechten Beines und zum Verlust der Sprache führte. Ministerpräsi­dent Hackzell, der sich mit einer finnischen Delegation in Moskau befindet, um die sowjetischen Waffenstillstandsbedingungen | entgegenzunehmen, ist nach Kenntnisnahme der sowjetischen Forderungen p h-y s i s c h und seelisch zusammengebro- chen. Er hat einen Schlaganfall erlitten, der den Verlust der Sprache und die Läh-1 mung der rechten Körperseite zur Folge I hatte.“

Hackzell hatte sich, den Ratschlägen der Alliierten und den Empfehlungen Schwe­dens folgend, entschlossen, nach Moskau zu gehen und von den Sowjets die Waffen­stillstandsbedingungen in Empfang zu neh­men. Die finnische Delegation mußte zu­nächst unter den demütigenden- Umständen in den Vorzimmern untergeordneter Beam­

ter des sowjetischen Außenministeriums antichambrieren. Schließlich erhielt Hack­zell Kenntnis von den sowjetischen F orderüngen, die in ihrer Härte und ihrer Brutalität in nichts den Moskauer Bedingungen gegenüber' den Rumänen nach­stehen. Hackzell erlitt nach Kenntnisnahme dieser Bedingungen einen Schlaganfall. Der Moskauer Rundfunk erklärte den Gesund­heitszustand des finnischen Ministerpräsi­denten für ernst. Das ärztliche Bulletin über den Gesundheitsbefund Hackzells, das Moskau veröffentlicht, ist von dem Juden Grünstein unterzeichnet, der die Behand­lung Hackzells leitet.

Komplikationen

dnb. Bern, 15. Sept. Nach einer Meldung der schweizerischen Depeschenagentur aus Stockholm sollen die Sowjets der finnischen Waffenstillstandsabordnung in Moskau der­artige Schwierigkeiten gemacht haben, daß eine Rücksprache mit Marschall Manner­heim notwendig erscheint, u. a. sollten die Sowjets die Überlassung militärischer Stützpunkte in Süd- und Mittelfinnland, besonders in der Gegend von Aabo, gefordert haben. Im übrigen wurden sich die Finnen immer mehr darüber klar, daß beim Eingehen auf die sowjetischen Forderungen der K r i e g i n u der e-n Formenweiter- gehen würde.

H-PK.-Aufn. Kriegsberichter Hoffmann H. H.

Kameraden im Osten

Grenadiere erklären einem Flugzeugführer den Gebrauch der Panzerfaust.

Sitte neue Jcottt enUteht

Von ErichBeck

In einer der letzten politischen «wöchent­lichen Umschauen hat der Londoner Rund­funk einen Vortrag des bekannten eng­lischen Deutschenfressers Lord Vansit- t a r t gebracht, in dem er wieder einmal eine seiner infernalischen Haßthesen vor­trug. Sein bekanntes Ziel ist die totale völkische, politische und wirtschaftliche Zer­trümmerung Deutschlands. Er vertritt die Meinung, daß „die Welt erst gesunden werde, wenn ein Deutscher ein so sel­tenes Ding geworden wäre wie eine Schlange in Irland oder ein Tiger in Eng­land". Vansittart bezeichnete die voll­ständige Besetzung Deutsch­lands für mindestens dreißig

Jahre als-eine- seiner Hauptforderungea-Men, daß Deutschlands

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aaiiezu aas ganze uoui «in Sprengkörper ist, dessen ’ 1 1 „ JlB^Oation Seihst hpi rrröRtpn .^rhiffp.n ver-

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taation selbst bei größten Schiffen ver- sein kann. Schiffe gewöhnlicher ./..3U1U-- Kreuzer und Zerstörer oder Frach-

0 , sonntaä bw und Transporter, überdauern einen gseh®" „R’fMMotangiifi nur in den seltensten 15, SonntagWenn trotzdem immer wieder zahl- ■tae Schiffe als torpediert gemeldet wer- • ä ; so ist der Grund hierfür sehen, daß

2.45, 5.00 n n nindsätze a ' Mj,

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[wandten Sprengladung läßt die berech- Vermutung zu, daß der größte Teil fser Schiffe entweder gesunken ist oder - schwer getroffen wurde, daß er für lange pt für den Nachschub über See ausfällt, teer Gesamterfolg ist das noch nicht (eiaonatige Ergebnis eines bis zur ilbstaufopferung bereiten Vemich- awillens der deutschen Einzelkämpfer

[es neue Sprengboot, das ihnen vor Her Zeit als ein außerordentlich schnelles iwendiges Fahrzeug in die Hand gegeben de, ist in seiner niedrigen und schnittigen .•weise mit einem flachgehenden jtenboot vergleichbar und dem Ha­schen Sturmboot, das bei der deutschen -jsmarine ebenfalls eingesetzt wird, Es kann große Strecken zurück- a und hat an seinem Ende eine Sitzlücke fa Fahrer, der das Boot in voller Ge­läufigkeit bis auf 200 Meter und näher

lites

entgegen der Fahrtrichtung im Pen Augenblick von seinem Boot "tennt. Dieses steuert nun auf das Ziel zu td detoniert bei der geringsten Berührung

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■r-uciuuieu oei aer geringsten Deruiuuuy diesem. Die Wirkung ist ungewöhnlich bl ^, 0 :i na [j e2u (j as ganze Boot ein

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AJ“, aus irgend welchen Gründen nicht J^Atet werden konnte, dieser

Gründe ist die gerade in der Zeit besonders ' ‘-* *

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Segen diese neuen Kampfmittel. =®d nicht nur ständig zahlreiche Such- ■Pen von Zerstörern und Korvetten unter-

—. mit Einbruch der Nacht zie- an[ Kriegs-

^ auf Kriegs- und Transportschiffen be- piers hierfür abgeteilte Wachen auf, die V® ihren Artillerie- und Maschinenwaf- ^ ,or ellem die. Scheinwerfer besetzen,

Augenblick 1.

:eit des Angriffs voll abwehr-

z u sein, Flugzeuge, die früher schon , s : eka ®Piung der Unterseeboote mit ' Wei em ausgerüstet wurden, leuch-

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^nachts die dunkle See nach verräterr- Schaumstreifen ab, um den Angrei- j, ** V( >r Erreichen seines Zieles zu " 5 ' Unbeirrt durch diese massierte Ab-

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,) e r t n . die Fahrer — viele von ihnen ‘Wachsen U n 9 J i n g_s a 11 e r noch nicht } r * c h t u n~

|hre Boote mit Todes ?eivähitpn® 7 ? n unmittelbare Nähe „ e . s un d lassen sich dann

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f!Ties floßartigen Brettes und '•2®west e hält sich der Fahrer ----- a »ü 151115 wa Het darauf, von eigens da h:j e ^ ese hlen Booten

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. auf genommen zu Begleit boote haben

Quebec soll England testieren

Auf eine intensive Beteiligung am Krieg im Pazifik

Drahtbericht unseres Vertreters

Sch. Lissabon, 15. Sept. Die Betrach­tungen der amerikanischen Zeitungen zur Konferenz von Quebec bestätigen immer mehr, dafi eine der Hauptabsichten dieses Zusammentreffens zwischen Churchill und Roosevelt die Festlegung des briti­schen Empires auf eine aktive und intensive Beteiligung am pazifi­schen und ostasiatischen Krieg ist. England soll jede Möglichkeit genomm- men werden, den USA den Hauptanteil an den bevorstehenden Kämpfen auf diesem Kriegsschauplatz zu überlassen.

Die Einwände gewisser Londoner Kreise gehen dahin, England sei durch den euro­päischen Krieg bereits bis zum Weißbluten gebracht und habe zudem große Aufgaben auf dem europäischen Kontinent, Natürlich wisse man in den USA, daß eine derartige intensive Beteiligung Englands qpi pazifi­schen Krieg die Stellung Englands in Europa auf das stärkste schwächen müßte. Aber maßgebende Kreise der Vereinigten Staaten haben, wie bekannt, den Kontinent be­reits völlig abgeschrieben und ihn der Sowjetunion überlassen. Für England bleibt unter diesen Umständen vielleicht noch die unsichere Beziehung einiger weniger Stütz­punkte an der nordosteuropäischen Küste, vielleicht nicht einmal das. Die „New York

Times", das führende außenpolitische Blatt der Vereinigten Staaten, erinnern heute Eng­land daran, daß das britische Empire auch seinerseits große Interessen im Pazifik zu verteidigen habe und erklärt ausdrücklich: „Eines der Hauptergebnisse der Quebec- Konferenz zwischen Roosevelt und Churchill wird die erneute Versicherung sein, daß England die Absicht hat, tatsächlich mit ganzer Kraft sich für den Krieg im Pa­zifik einzusetzen." Das Blatt erklärt dann, gewisse amerikanische Kreise seien auch weiterhin skeptisch und weisen beispiels­weise darauf hin, daß im vergangenen Jahr, und zwar auch in Quebec, ein Vetter des britischen Königs, Lord Louis Mountbat­ten, den Oberbefehl in Südostasien erhielt und großes Fiasko machte. Eine gleiche Ent­wicklung dürfe sich diesmal nicht wieder­holen. Infolgedessen wird bei maßgeben­den amerikanischen Stellen der Oberbe­fehl auf dem pazifischen Kriegsschauplatz selbstverständlich für einen Amerika­ner gefordert. Die „Nerv York Time" aber appellieren am Schluß ihres Artikels nochmals an die „britische Loyalität und die .britische Ehre", die England dazu zwingen, an der Seite Amerikas gegen Japan zu kämpfen. Es ist bemerkenswert, daß es zwischen Bundesgenossen immer wieder der­artiger Versicherungen und Appelle bedarf.

und hält die gänzliche und einseitige Ent­waffnung Deutschlands für eine unerläß­liche Voraussetzung. Was die von ihm ge­forderte „Umschulung der Nation" angeht, so erklärte er abermals, daß sich wahr­scheinlich für die Dauer einer ganzen Generation eine Kontrollkom­mission in Deutschland aufhalten müßte, um zu garantieren, daß der Unterricht in der von den Feinden Deutschlands gewünschten Weise vorgenommen werde.

An sich unterscheidet sich dieser' neue Haßgesang in nichts von den zahllosen Bei­spielen anderer Vernichtungspläne, die hier schon aufgezeigt worden sind. Man könnte ihn also mit einem Achselzucken beiseite- legen. Immerhin hat Vansittart in diesem Vortrag auch ein unbeabsichtigtes Geständ­nis und eine Anerkennung des deut­schen Frontsoldaten ausgesprochen, das gerade aus diesem Munde einigermaßen verblüffend wirkt. Er erklärte nämlich u. a. wörtlich: „Obwohl wir fünf Jahre lang über den deutschen Truppen und zum Schluß auch über der Normandie Flugblätter abge­worfen .haben, in denen den deutschen Trup­pen versprochen wird, ihnen werde, kein Schaden zugefügt werden, wenn sie sich er­geben, hat dies überhaupt keinen Erfolg ge­habt. Sie kämpfen immer noch wie Tiger, sowohl an den West- als auch an den Ostgrenzen."

Dieses Bekenntnis mag zunächst erstaun­lich erscheinen. Es steht aber überraschen­derweise neuerdings nicht vereinzelt da. In der Zeitschrift „News Week" z. B. schrieb der militärische Mitarbeiter dieser Zeit­schrift, Generalmajor Füller: „Man kann

Deutsche mit Kugeln töten und damit einen Krieg mit den Waffen beenden, doch ist es unmöglich, eine Idee mit irgendwelcher Menge von Blei zu töten”. Und in einem Ver­gleich über die Lage Deutschlands von heute mit der von 1918 bekannte im gleichen Sinne Radio London: „Wir kämpfen nicht

gegen das Deutschland von 1918, sondern gegen eine entschlossenere Na­tion, die von der herrschenden Partei gründlicher diszipliniert ist und besser mit Nahrungsmitteln und Kriegsmaterialien be­liefert wird". Eine Auffassung übrigens, die noch am vergangenen Sonntag die englische Zeitung „Observer" mit den Worten um­schrieb: „Es ist kein Zeichen dafür vorhan-

Sowjetischer Massenansturm im Nordabschnitt

Lage im Westen unverändert — Abwehrerfolge an allen Fronten

Eigener Drahtbericht

BZ. Berlin, 15. Sept. Zwischen Walk und B a u s k e, beiderseits Riga also, haben die Sowjets am Donnerstag unter Ein­satz riesiger Massen von Menschen und Ma­terial einen Großangriff begonnen, der nicht nur die Durchbrechung der deutschen Nord- Iront, sondern in erster Linie die Einnahme von Riga und die Erreichung des Rigaer Meerbusens zum Ziele hat. Die deutsche Abwehr hat dem ungeheuren Ansturm stand­gehalten und alle Durchbruchsversuche auf­gefangen und abgeriegelt

Es ist kaum vorstellbar, daß irgend eine andere Truppe diesem mit mehreren hundert­tausend Mann Sturmtruppen durchgeführten Offensivstoß auch nur einen Tag lang wider­standen hätte. In der eindeutigen Absicht, in einem Gewaltstoß eine Verkürzung der Front und die Durchsetzung ihrer militärisch­politischen Zield gegen die baltischen Staa­ten zu erreichen, haben die Sowjets in den vergangenen Wochen von . zahlreichen Stellen der Ostfront Kräfte abgezogen, um sie an der kurländischen Front einzusetzen. Gegen seine Gewohnheit griff der Feind be­reits am ersten Tage mit der vollen Wucht seiner bereitgestellten Truppen auf breiter Front an. Er glaubte wohl, unsere Front durch vorausgegangene Agitation hin­

reichend zermürbt, um sie in einem Anlauf überwältigen zu können. Mit welcher Wucht die feindlichen Angriffe geführt wurden, er­sieht man daraus, daß die Bolschewisten in einem Abschnitt auf 35 Kilometer Breite achtzehn Schützendivisionen und mehrere Panzerverbände antreten ließen. Die Schlacht, die den Feind bereits hohe Verluste an Menschen und Material kostete, geht in un­verminderter Härte weiter.

An den bisherigen Schwerpunkten hielten die harten Abwehrkämpfe auch gestern an. Int ihrem Verlauf setzten sich unsere Trup­pen nordwestlich L o m z a auf das Nordufer des N a r e w ab. Im Kampfraum von War­schau führten die Bolschewisten ihre von Panzern unterstützen schweren Angriffe weiter. Nach harten Straßenkämpfen konnten sie sich in Praga .festsetzen. Nordöstlich der Stadt wiesen Truppen der Waffen- JJ und ungarische Verbände die heftigen feind­lichen Angriffe ab. Gegen Einbrüche der Sowjets setzten sofort Gegenangriffe ein.

Auf dem .Westufer der Weichsel nördlich Sandomir hielten die Bolschewisten seit längerer Zelt einen mit zwei verstärkten Divisionen besetzten Brückenkopf, den un­sere Grenadiere, Pioniere und Sturmartille­risten nun nach mehrtägigen Angriffs­kämpfen beseitigt haben. Außer den im

Wehrmachtbericht gemeldeten 161 Geschüt­zen verlor der Feind hier 207 M.-Gewehre, eine große Menge Handfeuerwaffen und über 1000 Gefangene.

An der Westfront setzten auch am Donnerstag die Anglo-Amerikaner teilweise mit beträchtlichem Aufwand an Menschen und Waffen ihren Angriff fort. Stärke, je­doch völlig vergebliche Stöße führten ka­nadische Verbände gegen unsere Küsten­stützpunkte im Pas de Calais, sie versuch­ten bei Bouloqne, Calais, Cap Gris Nez und Dünkirchen an die Feuerstellungen unserer schweren Küstenbatterien heranzukommen, die seit Tagen die Städte an der englischen Südosjküste beschießen. Am Donnerstag dauerte der Beschuß nahezu neun Stunden.

Der Feind, der zur Vermeidung von Ver­lusten Evakuierungsmaßnahinen ergriffen hat, steht dem Feuer machtlos ge­genüber. Er entschuldigt seine Hilflosigkeit damit, daß die Meerenge ln dichten Nebel gehüllt sei. Es habe seit drei Tagen keine Möglichkeit gegeben, das Mündungsfeuer der Geschütze zu beobachten und damit deren Stellungen auszumachen. Trotz des Nebels treffen aber unsere Batterien gut, wie die feindlichen Schadensmeldungen beweisen.

(Fortsetzung siehe Seite 2)

lassen. Im Gegenteil, die National­sozialisten steigern ihre Macht, und der Wille der Partei ist stärker denn je".

Diese Feststellungen immerhin maßgeben­der und einflußreicher Stellen mögen, wie gesagt, auffallend sein. Aber die Zeit eines überschwenglichen Siegesrausches ist auch in England vorüber. Wie in so vielen ande­ren Kriegen, so schrieb dieser Tage der militärische Mitarbeiter einer schwedischen Zeitung, sei auch diesmal der in den an­fänglichen Kämpfen Besiegte langsam wie­der zu sich gekommen. Letzten Endes aber sei der Geist der Truppe ausschlaggebend und die operative Fähigkeit der Führung. Wenn also die deutsche Heimatfront durfch- halte — und alles deute darauf hin —, wür­den die alliierten Verluste in den nächsten Monaten in einem Maß in die Höhe steigen, wie man es sich im Augenblick überhaupt nicht vorstellen könne. Es sei nun viel­leicht einfach, zehn Millionen Arbeitslose in den USA mit Waffen auszurüsten, aber was dann? Erst dann werde es sich zeigen, ob Truppen, die einen imperialistischen Angriffskrieg führen, * den gleichen aus­dauernden, rücksichtslosen und aufopfern­den Geist besitzen wie diejenigen, die ihren Heimatboden verteidigen. Es wäre eigenartig, so schließt diese schwe­dische militärische Betrachtung, wenn die Geschichte diesmal eine andere Antwort auf, diese Frage geben würde.

Wir Deutsche können beruhigt sein: die Geschichte,wird keine andere Antwort geben, sie wird die Erfahrungen der. Vergangenheit erneut bestätigen. Sie wird abermals be­weisen, daß immer die Völker Sieger in dem schicksalhaften Ringen ihrer Zeit geblieben sind, die sich durch nichts, aber auch durch gar nichts auf ihrem Weg beirren ließen und eisern an dem einmal gefaßten Entschluß fest­hielten, sich unter allen Umstän­den durchzusetzen. Unter diesem Ge­sichtspunkt aber rühren gerade die eben zi­tierten englischen Urteile und auch das schwedische an'den Kernpunkt des Problems, vor dem wir stehen. Denn, geschichtlich ge­sehen, ist eine zahlenmäßige Überlegenheit an Menschen und Kriegsmaterial niemals eine Garantie für den Sieg gewesen. Die Feld­züge und Siege eines Friedrich des Großen und eines Napoleon sind typische Beweise dafür. Napoleon ist gerade dann besiegt worden, als er die Überlegenheit besaß, und zwar 1812. Alle seine früheren Siege hat er gegen eine zahlenmäßige Übermacht er­rungen. Entscheidend ist immer und zu allen Zeiten der Geist gewesen und der Wille !

Aber man soll in Zeiten wie den gegen­wärtigen nicht allzu sehr mit geschicht­lichen Beispielen und Perspektiven operie­ren. Dieser Krieg unterscheidet sich in vie­len Punkten von allen früheren. Und für die Entschlüsse, die gerade die deut­sche Führung hat fassen müssen, gibt es keinen Vergleich. Sie sind oft so außer­ordentlich überraschend und zugleich . so großzügig, so hart, aber auch so souverän gewesen, daß sie wohl als einzigartig in die Kriegsgeschichte eingehen werden. Di* beiden größten Beispiele für diesen un­übertrefflichen Entscheidungswillen sind die gewaltigen Absetzbewegun­gen im Osten und jetzt im Westen. Sie sind zu gleicher Zeit weiträumig gewesen

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