Ausgabe 
(14.9.1944) 250
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Parteiamtliche Tageszeitung

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthcdters in Oldenburg und Bremen,

14. Jahrgang

Donnerstag, 14. September 1944

Einzelpreis 15 Eph

Plutobratenwahn will Deutschland vernichten

Kenntnis feindlidier Vernichtungspläne härtet den Selbstbehauptungswillen aller Deutschen

*** H. Hintie,

Eigener Drahtbericht

- Berlin, 13. Sept. In diesem entschel- Augenblick unserer Geschichte, am unser aller Dasein, kann den :Z‘ rleB Willen unserer Nation die ^Tnls der feindlichen Pläne

r endete mit de® & I^Lnswille umlodern unsere Grenzen. , d ? r . a usricht ende ^!dil» n 9 s __„ / , ao )st der erklärte WUle

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' i ia französische Ministerpräsident vnaud seinerzeit den Besuch des Vertretenden Außenministers Roose- sumner Welles. erhielt, ^rhte die Pariser Zeitschrift „L’Illustra- :!- das Bild des Empfanges. Man sah Tie Kriegshetzer konferieren und zwar einer Karte, die das Deutsche Reich in m zerteilt zeigt. Das Testament Hielieus war das französische Kriegs- ö Der Abgeordnete Vallas sprach es am Februar 1940 in der Pariser Kammer * jjas Kriegsziel der Alliierten besteht |Vr Wiederherstellung des Westfäli- ,len Friedens, des Vertrages von =is(er, der Deutschland zersplitterte“.

Diese Zersplitterung Deutschlands ist der Faden aller Wünsche nnd Hoffnungen, die Einpeitscher der Feinde — so Eden, rjjsittart, der einstige USA-Marineminister a, um nur einige zu nennen — aus­sen. Dazu soll eine Kontrolle die- die die Alliierten über Deutschland nängen. Diese militärische Kontrolle soll Kl dem ehemaligen britischen Botschafter den USA, LordLothian, fünfzig ihre währen, nach dem ehemaligen USA- lirineminister Knox aber unbestimmte Denn, so sagte er, selbst wenn Deutsch- sd besiegt würde, würde doch nach 20 30 Jahren ein neuer Adolf Hitler ver­te, das zu tun, was der Führer für sein o!k getan. Um das zu verhindern, dürften die Alliierten nicht ein zweites Mal taMizeikontroile über Deutschland au? Sr Hand nehmen lassen.

im Frieden, am 6. April 1939, hatte

fm.' fn Schwächte! sion. Ruf 4 8 605t, ält. Dame o. beruht

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. Zim. m. Kochgelt, «angesehene „News Review m London m an' junges M» «Gefühle aller Briten wiedergegeben: RM. Angeb. u. E 8 fern wir wieder gegen Deutschland iapfen, tilgt die deutschen Männer aus i teilt Deutschland unter Britannien und Verbündeten auf — laßt deutsche eres Männer verschiedener Nationen hei- s. und versucht so zu verhindern, daß Zukunft noch weitere reine Deutsche men-Vegesack. ajezogen werden." Im Aufträge Roose-

.rer, deF a “ o führte der Jude Kaufmann in seinem

ef^diese Nr. 15iS*„Deutschland muß vernichtet werden” a Grundauffassung aus: „Das entwaff- deutsche Heer wird sterilisiert, männliche und weibliche deutsche Zi- «völkerung wird Distriktsweise der Äierung zugeführt. Die Bevölkerung in Arbeitsbataillonen entführt. Die äsche Sprache whd verboten."

„ ® is ist der Schrei nach Vernichtung alles gl r-lschen, dem im „Daily Mirror“ der Re- Siffsad Whipp von der St.-Augustin-Kirche !-eicester dahin Ausdruck gab: „Löscht *Beutschen aus. Der Befehl soll 4®: Alle totschlagen." Vansittart sagt — =- . . ,t gleiche in etwas anderer Form: Das Osterdeich _ ;_._JfWclie Volk und die Führung seien eins.

deutsche Nation ent-

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Drahtbericht unseres Vertreters !clL Ussabon, 13. Sept. Die „Times“ en sich am heutigen Mittwoch in Ijji Leitartikel ausführlich mit der jnift- en Lage an der Front im Westen und

ir c ^, erwar ^ en ' Her deutsche Widerstand j. Banz entschieden versteift.

au ^ die deutsche Verteidi- ‘i io-u® ’ sc i lre i* 3 t das Blatt, „wird bhsn 6 -^ u i 9 abe sein. Die Alliierten SfrstanH 6Sehen von dem deutschen Wi- ■ an der Grenze, auch noch mit der

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rechtet und erzogen werden, und zwar unter Zwang. Douglas Miller, ehemals Handelsattache der USA-Botschaft in Ber­lin, verkündete der USA-Presse die Besitz­ergreifung aller deutschen Industrie- und Bergwerksvorkommen und sfcgte: Deutsch­land müsse gezwungen werden, sich ledig­lich auf Landbestellung zu be­schränken. Die Städte müßten entvölkert, die Jugend müsse zur Auswanderung ge­zwungen werden.

Diese Blütenlese schändlichster Infamien, diese Ausgeburten eines toll gewordenen Plutokratenwahne! entsprechen, daran zweir feit niemand, dem ernstesten Vorsatz eines Roosevelt, Churchill und Stalin. Er heißt

einfach: Ausrottung aller Deutschen.. Wir haben die Folgerungen zu ziehen!

Neuer Wahnsinnsplan

, Drahtbericht unseres Vertreters

ws. Lissabon, 13. Sept. Die imperialisti­schen Größenwahnsinnspläne des Roosevelt- Amerikas werden jetzt während der Quebec- Konferenz noch einmal in aller Eindring­lichkeit und vor aller Welt von der USA- Zeitschrift „Time" aufgezeigt. Sie deuten mit den haßerfüllten Vernichtungsthesen über Europa und besonders Deutschland auf die Besprechungen von Roosevelt und Chur­chill in Quebec hin. Nach einem Sieg über

Deutschand, so erklärt das Blatt, das sich zuverlässiger Informationen rühmt, würden die USA eine Besatzungsarmee von minde­stens 2 Millionen Mann für längere. Zeit in Europa stationieren, da, wie von amerikani­scher Seite bereits mehrfach zugegeben wurde, im Falle eines deutschen Zusammen­bruchs der weitaus größte Teil deutsch en Gebietes den Sowjets überlassen werden soll. Gleich anderen amerikanischen Zeitungen und Würdenträ­gern erklärt die „Time" weiterhin, daß die amerikanische Marine nach dem Kriege unter allen Umständen die größte der Welt sein und alle Meere be­herrschen werde.

Im Frontalangriff gegen die Feindbomber

USA-Flieger schildern die Härte der Luitkämpfe über dem Reichsgebiet

Drahtberlcbt unseres Vertreters

hw. Stockholm, 13. Sept. Uber die sehr schweren Luftkämpfe Uber dem Reichsge­biet sagen schwedische Berichte aus London, daß die zurückgekehrten USA-Besatzungen bekundet hätten, sie seien, obwohl zum großen Teil kampferprobt,- noch nie in einem derartigen Ansturm gewe­sen. Die deutschen Jäger hätten Methoden angewendet, die das Ziel einer Dezimierung der Angreifer zu erkennen gaben. Oft seien die deutschen Jagdflugzeuge direkt ln Fron­talangriff ln die USA-Bomberverbände hin­eingestürzt oder mitten in sie zum Angriff hineingestoßen.

Verengter Luftkampfraum

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

g. Berlin, 13. Sept Die veränderte stra­tegische Gesamtsituation, wie sie sich vor allem in der Annäherung der Fronten an die Reichsgrenzen darstellt, hat natürlich auch die Lage im Luftkrieg erheblich ver­ändert der größte..des.fran­

zösischen und belgischen Raumes von den amerikanischen und englischen Divisionen durchschritten wurde, hat sich das Schwer­gewicht der Operationen der feindlichen Luftwaffenverbände aus diesem weiten west­lichen Vorfeld mehr und mehr auf das Reich selbst verlagert. Die Einrichtung zahl­reicher neuer Flugplätze in Westeuropa und die damit erheblich verkürzten Anflugzeiten machen nun die ohnehin vorhandene be­trächtliche ziffernmäßige Überlegenheit un­serer Feinde noch spürbarer. Die Zahl der Alarme vor allem in West-, Nord­west-, Südwest und Süddeutschland hat in den letzten zwei bis drei Wochen stark zu­genommen. Neben die verstärkte Wieder­aufnahme der Fernflüge zum Zwecke von Terrorangriffen, aber auch von Unternehmun­gen gegen Spezialziele wirtschaftlicher Art, ist eine nur selten unterbrochene Dauer­aktion in den westlichen Grenz­gebieten des Reiches getreten. Sie ver­folgt offenkundig das Ziel, die angekündig­ten eigentlichen Offensivuntemehmungen zu Lande aus der Luft her möglichst wirk­sam vorzubereiten bzw. zu unterstützen. Die Auswahl der Ziele wird durch diese fest umrissene Zweckbestimmung weitgehend be­stimmt Bomber und Jäger sowie beide Arten gleichzeitig in gemischten Verbänden, wer-

Deutsdier Widerstand immer stärher

Britische Stimmen warnen vor übertriebenem Optimismus

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Regenfälle und Nebel des ' »affp er v “ en den vollen Einsatz unserer m , r beschränken und damit un- Men" 1 IBenheit in der Luft ein Ende -! 1 r kV h as schildert sodann die ’ :5j gen deutschen Befesti- md , d . der Grenze und des Westwal- Wido,.?' rt ' seltlst w enn sich der deut- Qe, atld als nicht so stark ebweisen glichen n Z j ne k men sei, so würden die Grpn« 00 • n!lindern * sse an der deut- ,3 »nd i mv In ^'land, Belgien, Luxem- StöBtpn den Verbündeten doch

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!s »Hoffn“‘■«mmen. Man betont, nngen ein Wunschdenken sei.

Es sei wahrscheinlicher, daß deutscherseits das Reichsgebiet mit größter Erbitterung und Fanatismus verteidigt werde. In Londoner militärischen Kreisen sei man der Auffas­sung, daß der alliierte Angriff auf Deutsch­land keine militärische Prome­nade sein werde. Die Deutschen werden mit größter Härte ihr Land verteidigen. Auch der Optimismus bezüglich der Kanal­küste und der Kämpfe in Holland sei ver­früht.

Wie aus Madrid berichtet wird, schreibt der Außenpolitiker des „ABC”, es bestehe kein Zweifel darüber, - daß der Wider­stand der deutschen Truppen immer mehr zunehme, je näher der Kampf sich Deutschlands Grenzen nähere. Der deutsche Soldat habe seine militärischen Tugenden, die sagenhaft geworden seien, intakt gehal­ten. Der spanische Militärschriftsteller Ma­nuel Azriar zollt ln der Zeitung „Arriba“ den Verteidigern von Brest, Lorient, St. Nazaire ein Lob des Heldenmutes. Diese deutschen Soldaten seien einzig dastehend in der Zeit und würden in die Geschichte eingehen.

Kämpfer von Brest ausgezeichnet

dnb. Führerhauptquartier, den 13. Sept Der Führer verlieh , das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Hans Kroh, Führer der 2. Fallschirmjäger-Division, als 96. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Gerstner, Hauptmann Herzbach, Oberleutnant Ja- c o b, sämtlich zur Zeit in da- Festung Brest.

Alle Genannten haben steh ln dem Kampf um die Festung Brest außerordentlich ansge­zeichnet und auf das höchste bewährt

den laufend eingesetzt, um Erfolge der ge- wünschetn Art auf möglichst breiter Basis zu erzielen.

Mit solchen Feststellungen wird nichts neues verraten. Durch die ständigen L u f t - lagemeldungen des Rundfunks ist das deutsche Volk gerade über den Verlauf der Ereignisse auf diesem Gebiet der Kriegfüh­rung relativ genau unterrichtet. Zu­mindest kann es sich eine zutreffende Vor­stellung von der ungefähren Größenordnung dieser Auseinandersetzung machen. Wie fast immer bei dem Eintreten einer neuen mili­tärischen Situation" wirkt sich aber auch in diesem Fall die Änderung nicht ausschließ­lich zugunsten der einen kriegführenden Partei aus. Durch die ganz wesentliche Ver­engung des Kampfraumes ist hier ein ganz gründlicher Wandel' eingetreten. Gewiß — das Feld der Angriffsziele für die feindlichen Verbände ist insgesamt kleiner geworden, damit aber auch das zu verteidi­gende Gebiet für Jäger und Flak. Bei beiden Waffen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß durch die s tä r k e r e Konzentration cfer'~Ari> w eTTr finit'äücli'lfereVVIr- kung entsprechend erhöhen wird. Das tritt, wie die am Dienstag und Mittwoch gemelde­ten sehr ansehnlichen Abschußergebnisse von 133 bzw. 126 Feindflugzeugen — wieder ganz überwiegend schwere Bomber — be­weist, jetzt zunehmend deutlich-' zutage. Andererseits besteht kein Grund für die An­nahme, daß diese Erfolge mit überdurch­schnittlichen eigenen Verlusten erkauft wer­den mußten,

Gerade die Ergebnisse der letzten Tage haben gezeigt, daß sich das Mittel des ver­

stärkten Jagdschutzes der Bom­berverbände auch unter den heutigen Um­ständen durchaus noch nicht als die große Lösung herausgestellt hat, die man auf der Feindseite darin glaubt gefunden zu haben. Sie haben vielmehr die anhaltende Kampf­kraft der deutschen Jagdabwehr zusammen mit der Flak recht deutlich gemacht, wobei es vielleicht nicht uninteressant ist zu wis­sen, daß zur Zeit die Wirksamkeit der Tages verteidigung sich als^ noch stärker als die in der Nacht erwies. Die feindliche Propagandathese von der angeb­lich verschwundenen deutschen Luitwaiie ist jedenfalls innerhalb 48 Stunden sehr wirksam widerlegt worden. Auch in diesem Bereich der Kriegführung macht sich allmählich ein versteifter Wider­stand und vielleicht sogar das Heran­nahen eines neuen Kampfabschnittes be­merkbar. Das kann gösagt werden, auch wenn man sich über das Ausmaß der sicher auch weiterhin anhaltenden, wahrscheinlich sogar noch steigernden feindlichen Luft­angriffe keiner Täuschung hingeben darf.

Deserteur lindemann gefaßt

dnb. Berlin, 13. Sept. Der im Zusam­menhang mit den Ereignissen des 20. Juli 1944 gesuchte Deserteur Lindemann wurde in Berlin festgenommen. Lindemann hatte in der Wohnung eines Halbjuden Unterschlupf gefunden. Ein Zivilingenieur hatte durch Zu­fall von dem Aufenthalt des Lindemann Kenntnis erhalten und sofort Anzeige bei der Polizei erstattet Er erhält die für die Er­greifung des Lindemann ausgesetzte Beloh­nung von 500 000 RM.

Finnen fliehen in Massen nach Schweden

Etwa ein Achtel des finnischen Volkes auf Wanderschaft

Drahtbericht 'unseres Vertreters

kl. S t o c k h o I m, 13. Sept. In Nord­

schweden sind jetzt umfangreiche Vorberei­tungen für die Aufnahme des erwarteten großen Flüchtlingsstromes aus Finnland ge­troffen worden. In der Grenzstadt Haparanda ist eine Regierungskommission eingetroffen, die unter der Leitung von Oberst Björk steht und deren Aufgabe es ist, die finni­schen Flüchtlinge zu betreuen. Man erwar­tet etwa 100 000 Flüchtlinge aus Finnland, die schätzungsweise 25 000 Stück Großvieh mitbringen werden.

Das gesamte schwedische Grenzgebiet ist unter militärische Kontrolle genommen wor­den. Insgesamt wurden zehn große Statio­nen für Flüchtlinge errichtet, die nach ihrem Eintreffen sofort weitergeleitet werden, da das eigentliche Grenzgebiet für die Finnland- Flüchtlinge gesperrt bleibt. Die finnischen Flüchtlinge werden in geschlossenen Zügen nach Dörfern geordnet und unter der Füh­rung ihrer Dorfältesten eintreffen.

Diese Tatsache des geschlossenen Verlas- sens der Heimat läßt erkennen, daß sich das finnische Volk über di? Sowjets und ihren Absichten keinen Illusionen hingibt. Die jetzigen Schätzungen von schwedischer Seite beziehen sich darauf, daß die ganze Bevölkerung, die westlich der großen Eft­meerstraße in Nordflnnland wohnt, von der Flucht ergriffen wird, sobald sich die Ver­hältnisse nach dem 15. September dort zu­spitzen.

Der Helsinki-Vertreter der „Stockholms Tidningen“ betont, daß die Auffassung in Schweden, als wenn die Evakuierung Nord­finnlands eingestellt werde, auf Irrtum be­ruhe. Zwar sei eine vorübergehende Unter­brechung im Tornedql und Rovagniemi ein­getreten, aber im allgemeinen gehe die Be­wegung weiter. Insgesamt werde sich un­gefähr ein Achtel der gesamten finnischen Bevölkerung in der nächsten Zeit auf der Wanderschaft oder der Flucht befinden.

Natürlich wirft der Zustrom einer so großen Zahl von Flüchtlingen zahli eiche Probleme auf, die noch gelöst werden müs­sen. Das für die finnischen Flüchtlinge be­stimmte Auffanggebiet hat eine Bevölkerung von etwa 1 Million Menschen. Nach der Aufnahme der Flüchtlinge wird sich die Bevölkerungszahl um etwa 10 bis 11 ,v. H. erhöhen. Sollten noch weitere Flüchtlings­ströme aus Finnland eintreffen, dann wür­den diese provisorischen Schätzungen weit übertroffen werden.

Die Gesamtzahl der Finnen, die im Laufe dieses Jahres Haus und Hof verlassen

mußten, betrug eine halbe Million, von denen die meisten in Süd- und Südwestfinn­land untergebracht worden sind. Ebenso wie Karelien wird jetzt auch Nordfinnland ein menschenleeres Gebiet. Vollkommen un sicher erscheint auch die Zukunft von Westfinnland. Die Blicke der Finnen richten sich immer mehr nach Schweden, das für sie in Zukunft eine Zuflucht sein soll.

Der schwedische Grenzort Haparanda schwirrt von Gerüchten über die nächsten Ereignisse. Allgemein wird, unabhängig von den offiziellen sowjetischen Bedingungen, ein fortgesetzter sowjetischer Einmarsch im Norden zur Besetzung großer Teile Nord­finnlands erwartet. Selbst wenn die Finnen sich in verzweifelten Maßnahmen bemühen wollten, den extremistischen sowjetischen Wünschen zu entsprechen, gelte ein sowjetischer Einmarsch zu Operationen gegen den Norden als unabwendbar.

Finnland in ungewisser Erwartung

Drahtbelicht unseres Vertreters

os. Stockholm, 13. Sept. Seit einer Woche wartet das finnische Volk auf Nachrichten aus Moskau, soll doch im Kreml das Schick­sal des finnischen Volkes entschieden wer­den. Seit acht Tagen schon sind die fin­nischen Unterhändler in Moskau, aber kein Lebenszeichen ist von ihnen bisher vernom­men worden, keine Mitteilung der Sowjets, daß überhaupt die ersten Besprechungen be­gonnen hätten. Vor der Reise hatten die Sowjets noch eine telephonische Uberland­verbindung hefgestellt, kaum hatte die fin­nische Abordnung die Grenze überschritten, da traten „technische Störungen“ ein, und die Verbindung ist seither abgebrochen. In Helsinki ist man über die Behandlung der Waffenstillstandsabordnung sehr niederge­schlagen und empfindet sie als Demütigung des finnischen Volkes. „Dagens Nyheter" weiß zu den finnisch-sowjetischen Verhand­lungen nur soviel festzustellen, daß sie in ein undurchdringliches Dunkel gehüllt seien.

Die Stimmung in Finnland ist auch beein­druckt von neuen Maßnahmen. Die finnische Regierung hat nun die Salzrationierung ein­geführt. Die Marmeladeerzeugung ist einge­stellt und es wird bestätigt, daß in Helsinki Fleischmarken gegenwärtig nicht eingelöst werden können, da keine Ware vor­handen sei. _

Der Verlust des USA-Unterseebootes „Gud- geon" wird vom Marinemmisterium bekannt- gegeben. Das U-Boot war 1475 t groß. Man nimmt an, daß es im Pazifik untergegangen ist.

Sensation am Hafenkal

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PK-Aufn.: Kriegsberichter Bawey (Wb) Ein Marinetaucher schlüpft in seinen Taucher­anzug, um eine Reparatur unter Wasser aus­zuführen.

HetMfeidiüq

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter

Nur noch wenige Tage trennen uns vom Be­ginn des Herbst e s. Mit diesemTermin tritt der Krieg auch in jenen zeitlichen Abschnitt ein, der keineswegs nur günstig für seine Be­wegungen und Fortschritte ist. Das wird weniger durch die im Herbst absinkenden Temperaturen bestimmt als vielmehr durch die Folgen von Dauerregen, die in dieser Jahreszeit typisch sind, nicht alljähr­lich eintreten, dann aber, wenn sie kommen, meist das Land und Gelände aufweichen. Das gilt auch für den WestenEuropas, vielleicht nicht direkt für die guten Uber­landstraßen, aber doch für alle Nebenwege, ohne die der Krieg nicht auskommt Und Selbst der seit Anfang 'August vom Gegner im Westen inszenierte Bewegungs­krieg lief nicht nur über das Autobahnnetz Frankreichs, sondern ebenso über die kleinen unbefestigten Wege, mitten durch Wälder und Felder und wäre gerade darum stark behindert gewesen, wenn ein regenreicher Sommer geherrscht hätte.

Mit den kürzeren Tagen und kühleren Nächten muß sich auch der Soldat auf den Herbtsfeldzug einstellen. Noch mehr muß daran seine Führung denken. Es geht nun nicht mehr, daß vom ersten Grauen des Tages bis in die spät sinkende Nacht mar­schiert und gekämpft wird — sollen die Be­dingungen einigermaßen vorteilhaft bleiben. Niemand wird das jetzt mehr zu spüren be­kommen als Eisenhower, der gerade zu Beginn des Herbstes vor seiner schwie­rigsten Aufgabe steht. Für ihn waren die langen Tage die Schutzgötter seiner Operationen. Er konnte vom frühen Morgen bis zum sinkenden Tag mit seinen überlege­nen Luftverbänden über Kampfräumen und Marschstraßen stehen. Seine amerikanischen Verbände sind für nächtlichen Einsatz nicht gerade besonders ausgebildet. Sie sehen sich also mit jedem Tag mehr verringerten Ein­satzmöglichkeiten gegenüber. Wo aber auf Nachteinsatz nicht verzichtet wird — und die britische Luftwaffe gilt ja im feindlichen Lager als prädestiniert© Vertreterin des Nachtangriffes —, muß eine ungenaue und daher unwirksame militärische Wirkung in Kauf genommen werden. Der Feind ist heute auf weite Nachschubstrecken an­gewiesen. Im Hochsommer konnte er sie in förmlichen Dauerfahrten bewältigen. Im Herbst macht ihm der frühe Abend einen Strich durch die Rechnung, denn das Kolonnenfahren ist mit abgeblendeten Lich­tern über lange Strecken eine besondere Belastung, verringert die Streckenleistung und setzt automatisch die Nachschubleistung herab. Solche Überlegungen gelten für uns angesichts der nun einmal herbeigeführten Lage weit weniger als für den Feind.

Die operativen Einflüsse des Zwanges zum Herbstfeldzug sind größer. Die feindliche Koalition begann verhältnis­mäßig spät mit ihrem konzentrischen Angriff gegen das Reich. Die Sowjets mochten aus Gründen der immer erst spät eintretenden Geländeabtrocknung nicht früher zu großen ^tnsriffen antreten können. Der Gegner im Westen war nicht früher als Anfang Juni zur Invasionsschlacht bereit. Er hat lange gebraucht, bis er den Kampf im Invasions­brückenkopf aus der Starre in eine Bewe­gung- überleiten konnte. Welche Termine Eisenhower und seinem Stabe vorgeschwebt haben, wissen wir nicht. Er kannte den f r a n z ö sischen Herbst aus seinen Weltkriegserfahrungen. Er mußte ihn daher als störendes Element fürchten. Nun steht er Ihm doch unmittelbar gegenüber und weiß doch ganz genau, daß die H a u p t- 1 a s t des Krieges noch vor ihm und sei­nen Armeen liegt. Eine Entscheidung I* at er nicht gewonnen. Er muß um sie noch kämpfen. Im Grenzraum wird sie aus­getragen werden müssen, und zwar im Herbst — mit all dessen einschränkenden Einflüssen auf Kriegführung im allgemeinen und Kriegsmittel. ,

Die Sowjets haben schon lange vor Be­ginn des Herbstes ihren Bewegungsfeldzug über Weißruthenien gegen das Reich ein*

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