Ausgabe 
(8.9.1944) 245
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rteiciiniliche Tageszeitung

Tmtebla» des Regierenden Bürgermeislers der Fr eien Hansestadt Bremen

14. Jahrgang

Geschäftsstellen

Bremen: Gehren 6/8. Rul 2 19 31: Nachtruf unn sonntags 2 47 65) ObernstraBe 86, Ruf 2 19 31: Syke: Mühlendamm 2, Bremen-Hemelingen: Bahnhofstrafie 6, Ecke PostatraBe, Ruf 4 34 58, Bremen-Vegesack: Rohrstraße 24, Ruf 4 u. 8, Bremen-Blumenthal: Kapt.-Dallmann-Str. 41/43 Ruf 88 und 89,

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblah des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Freilag, 8. September 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Weitere

Kräfte für den totalen Kriegseinsatz

Neue einschneidende Maßnahmen auf verschiedenen Gebieten

Besuch vom Reichsmarschall

Berlin, 7- Sept. Der Reichsbevoll- für den totalen Kriegseinsatz,

• s.minister Br. G o e b b e 1 s , teilt mit: ^ Preußische Finanzmini ,' jum wird mit sofortiger Wirkung 11 faelös t. Die bisher von ihm währge- 1 "mmenen Geschäfte werden von den ent-

I chenden Reichsministerien übernommen } ’ e in Durchführung der bereits bekannt- eaebenen Einschränkung*- oder Stillegungs- 'fLhmen auf dem Gebiet des Er- ’phungswesens hat der Reichsmini

II j ür Wissenschaft, Erziehung und Volks­gut grundlegende Anordnungen ge-

5ie bestimmen

im einzelnen den Kreis der

«lädierenden, die ihr Studium zugun ■ (n eines unmittelbar kriegswichtigen Ein- uizes aufgeben müssen,

• m Studiums ist jüs auf weiteres nur noch

Msversehrten möglich, die von der Wehr, '„acht Studienurlaub erhalten, oder falls sie L Wehrmacht nicht mehr angehören, nicht ••beitseinsatzfähig sind. Eine Anzahl von “Hochschulen oder Fakultäten kann nach er­stem Arbeitseinsatz der Studierenden zu- änien- bzw. stillgelegt werden,

Die Schüler der 8. Klasse Höherer i e tränst alten stehen zum überwiegen, ia Teil bereits im Kriegseinsatz. Diejeni ia, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht an diesem Kriegseinsatz teil ädunen, werden als Lagermannschaftsführer a der KLV. verwendet. Schüler und Schü- Isiiimen, die nicht an der Verlegung ihrer lastalten teilgenommen haben und daher nr Zeit keinen Schulunterricht erhalten, .erden, soweit sie sich im einsatzfähigen Aller befinden, zum Arbeitseinsatz rerangezogen.

Die Schülerinnen der 8. Klasse der Ober- 'rchulen für Mädcheri kommen zum Arbeitseinsatz. Er wird in efsterLinie a Schulort selbst erfolgen. Die Schülerin- ■=3 werden, insbesondere bei auswärtigem izsttz von Schule und HJ., nach besonderen iichtlimen betreut. Die 7. Klassen der glei­sen Schulen sollen neben dem Schulunter- rät- nach Bedarf zum . Sozialeinsatz, insbe- «iadereMimerhalb der NSV., herangezogen «erden. Damit wird der Wunsch zehntau- veranstaltung in te ader junger Mädchen erfüllt, sich wie ihre Dienstag, 12. Sep iihaltrigen Kameradinnen nach besten 40 Jungeber. Kta j.j(| en {ür d Endsieg einsetzen zu rauf 11.30 Uhr. Kar 3

e Geschäftsstelle e 1 ' rhweinezuchtverta , Zuchtbezirk Staa 2839; am Tage c- Bremervörde 32t

Ab heute werde

Decker. WHW.-Ai. eichen und werden zuständigen Blöd' tsstelle der NSV, ) während der tag.

tspieltheater.Veger jl. 19.15. Letztmalig lugel". * Ab Fieiis

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liehen Verhältnissen gegebenenfalls bis 21 Uhi verlängert. Darüber hinaus werden diese Dienststellen auch an Sonntagen min­destens drei bis vier Stunden für die Be­völkerung offengehalten.

In gleicher Weise können die Ver­kaufszeiten der Ladengeschäfte nach den jeweiligen örtlichen Notwendig­keiten durch die zuständigen Ortspolizeibe­hörden neu geregelt werden, um so den Be­dürfnissen der schwer arbeitenden Bevölke­rung Rechnung zu tragen.

Zur Erzwingung der Wende

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

goe. Berlin, 7. Sept. Die schnell aufein­anderfolgenden Maßnahmen zur Verstärkung unseres Kriegseinsatzes zeigen, welch ener­giegeladener Motor die Dinge treibt. Nach­dem im Bereiche der öffentlichen Verwal­tung sich als erste die deutsche Reichspost und die Justizverwaltung mit ihren Ein­sparungsmaßnahmen meldeten, folgen nun­mehr die Finanzverwaltung und das Reichsministerium .für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung mit einschneidenden Bestimmungen. Mit der sofortigen Auflösung des Preußischen Finanzministeriums ist das letzte noch be­stehende Landerministerium verschwunden.

Aus den weiten Büros der Behörden und Verwaltung werden auch mit dieser Maß nähme weitere Kräfte frei. Kaum weniger einschneidende Bestimmungen sind auf dem Gebiete des Erziehungswesens ge­troffen.

Die dritte Maßnahme zum totalen Kriegs­einsatz geht nochmals den Kuttursektor an. Hier wird der größte Teil der zur Zeit noch in Deutschland erscheinenden rund 1500 Zeitschriften stillgelegt werden. Die Größe des Beitrages, den das deutsche Kulturleben zum totalen Krieg beisteuert, wird in dieser Maßnahme besonders deut­lich, dehn die 1500 im Augenblick noch be­stehenden deutschen Zeitschriften stellen bereits nur noch den Rest aus jeher groß­artigen Parade von Fachzeitschriften dar, die vor Beginn des Kriege's in Deutschland erschienen und die in 4900 periodisch er­scheinenden Druckschriften alle Gebiete des Lebens und des Wissens umfaßten und sie der internationalen Fachwelt genau so wie dem Laien zugänglich machten.

In der vierten der neuen Maßnahmen wird mit der Stillegung der ambu­lanten Schaustellerbetriebe die Konsequenz aus der bereits erfolgten Schließung der Theater, Kleinkunstbühnen usw. gezogen. Die letzte Anordnung endlich befaßt sich mit dem Deutschen Roten

Kreuz, dessen Präsident aus der umfang­reichen Organisation des DRK. Zehntau­sende von Arbeitskräften herauszog und für Front und Rüstung freistellt. Ebenso werden durch die Bereitstellung weiblicher Fachkräfte mehrere Zehntausend im Wehr­machtssanitätsdienst tätige . kv.-Soldaten für die Frönt freigemacht werden.

Die neuen Maßnahmen zum totalen Kriegs­einsatz werden durch neue Bestimmungen über die Arbeitszeit der Behörden und die Verkaufszeiten der Ladengeschäfte ergänzt, die den Bedürfnissen, die sich- aus der verlängerten Arbeitszeit in allen Betrie­ben ergeben, Rechnung tragen.

Es zeigt sich auch in diesen Neuerungen, daß das ganze deutsche Leben einheitlich aui die Bedürfnisse des totalen Krieges aus­gerichtet wird, der notwendig ist, um die entscheidende Wende zu erzwingen. Immer weitere Kreise des Volkes rücken mit jeder neuen Verordnung des Reichsbeauftragten für den totalen Kriegseinsatz in den Bereich der kräftesparenden Gesetze. Die Nation beweist damit, daß sie gewillt ist, die ihr ge stellten Aufgaben — auch wenn sie noch so hart sind — durch den Einsatz aller ihrer Kräfte zu lösen, daß sie umgekehrt aber auch unter der stärksten Bedrohung nicht bereit ist, auf den Schutz und die Wahrung ihrer nationalen Lebensrechte zu verzichten.

„Fall Bulgarien ein Menetekel"

Interview des Reichspressechefs O r. Dietrich mit einem ungarischen Journalisten

3,Anfdem Gebiet der Zeitschriften- (iisse sind sehr weitgehende Stillegun- K und Einschränkungen vorgenommen »den. Der größte Teil der bisher in Kropftauben. L» sischland noch erscheinenden rund 1500

alb W KS» Mlriften wlrd s«»gelegt.

Am Wasser

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eisch, Verkauft" Schriften bleibt für jedes große Fach- ■ . ein einziges Blatt bestehen. Wissen-

^aftliche Zeitschriften erscheinen nur noch aüsverkauft. W «eit sie der Rüstung und Kriegführung Bremen-AW^ia :r. 23a.

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Meyer, Br.-Aw® i.

erste hTW Arbeitskräfte bei den Verlagen,

" - »stkereien und zahlreichen Nebenbetrie-

™ können nur geschätzt werden, belaufen J^r.auf viele Tausende. • .

'Sämtliche ambulanten Schausteller- tlr jebe, die bisher auf Jahrmärkten '* lr Gewerbe betrieben, werden still- R e St und die hier tätigen Arbeitskräfte 5 kriegswichtigen Tätigkeit zugeführt.

" Das Deutsche Rote Kreuz hat •8 umfangreiche Organisation nach Ge-

irsii 1 ™ en der Kräfteeinsparung über-

ami Maßnahmen eingeleitet, die Zehn- ”de von Arbeitskräften für die Rüstung weitere Zehntausende von Soldaten für freimachen.

jJLrf Sident des DRK. hat im einzelnen

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Y.'.am* V r nKraft e aus den Bet euungs- und ^ si e n Un ^ SSte ^ GI ^ d er Heimat heraus-

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«iir wirklich kriegswichtige Zeitschriften Jemen weiter, werden jedoch im Umfang leschränkt Auf dem Gebiet der Fach-

äen, z. B. medizinische Blätter- nur, wenn * für die Kriegsmedizin von Wichtigkeit Zeitschriften wie Literatur-, Mode-, Prt-, Roman-, Versicherungs-, Rätselzeit- fttten usw, stellen ihr Erscheinen ein. roch diese Maßnahmen werden allmonat- “Cagroße Papiermengen eingespart. Die frei-

wlrQ ' uie im Betreuungsdienst d. Wega yJSs f, j!t rmacht tätigen DRK.-Kräfte sollen .'•„.Str. I ki {^betrieb unvermeidlichen Pau- - - 60 f* 1 ^eiutoii negslleimarbei t ausfüllen. Durch

börse **1^ 0 fjru s der notwendigen weiblichen -Weser , ® sollen mehrere Zehntausend im

roitssanitätsdienst tätigen kv.-Solda-

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Ein e ’ ehr 1 ’ ron t, fr eigemacht werden, iia Dorf enam tliche Tätigkeit als Helferin Micht, w ei, tM n det nicht von der Arbeits- J'.lig neI:>en seinem Beruf frei-

r is 'dadnr k u ’ Zl,r Verfügung stellt, ba­rst aW "esondere Einsatzbereitschaft.

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dnb. Berlin, 7. Sept Reichspressechef Dr. Dietrich gab einem in Berlin tätigen un­garischen Journalisten ein Interview über die neueste Entwicklung im Südosten. Auf die Frage nach der Meinung des Reichs­pressechefs über den neuesten Gewaltakt der Sowjets, der sich diesmal gegen Bul­garien gerichtet hat, erwiderte Dr. Dietrich: „Für uns ist die Kriegserklärung der So­wjetunion an Bulgarien keine Überraschung. Diese ,',Kriegserklärung“ ist die Fortsetzung jener brutalen Gewaltakte, die die Sowjet­union von jeher gegenüber allep jenen Na­tionen angewandt hat und anwendet, die schwach genug waren, sich nicht mit der Waffe in der Hand gegen dieses mörderische System zur Wehr zu setzen. Die Sowjets exerzieren diese zynische Gewaltpolitik be­reits seit 1919 der Welt vor, ohne daß diese bisher irgend' etwas daraus gelernt hätte.“ Auf die Frage nach den besonderen Ab­sichten der Sowjets bei ihrem zynischen Überfall auf Bulgarien erklärte der Reichs-, Pressechef': „Churchill und Roosevelt haben in Teheran der Auslieferung Europas an die Sowjetherrschaft zugestimmt. Stalin war also sicher, daß seine Verbündeten ihm nicht in den Arm fallen würden, wenn er daran ging, nicht nur Finnland und Ru­mänien, sondern auch B u l g a r i e n kur­zerhand zu bolschewisieren, die füh­renden Schichten in diesen Ländern auszu­rotten, alle europäischen Überlieferungen zu

ersticken und aus der Bevölkerung Arbeits­sklaven für die Sowjets zu machen. - Im Falle Bulgarien offenbart sich in be­sonders drastischer Weise, daß jeder, der mit der Sowjetunion paktiert, dadurch nicht etwa diesem Angriff entgeht, sondern im Gegenteil einen solchen nur beschleu­nigt und so • sein eigenes Todes­urteil unterschreibt. Dies haben die baltischen Staaten erfahren. Wenige Monate nachdem" sie mit den Bolschewisten einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt Unter­zeichneten, waren sie bereits ihrer sämt­lichen staatlichen Freiheiten beraubt und unter die Herrschaft der GPU. gebracht. Kaum hatten die Polen begonnen, mit den Sowjets in Fühlung zu treten, wurden sie auch bereits zum Spielball der sowjetischen Machthaber. Kaum hatte eine verräterische Hofkamarilla das Tor zur Donau der So­wjetarmee in Rumänien geöffnet, brach unverzüglich auch der bolschewistische Ter­ror über dieses unglückliche Land herein. Kaum hatten die Bulgaren die ersten Schwächezeichen gezeigt und den Mut zum Kämpfen verloren, kaum hatte sich die bul­garische Regierung in eine feige Neutralität zurückgezogen, als auch' schon Stalin zum überfall auf Bulgarien schritt. Im übrigen vollzieht sich damit nur eine' Aggression, die die Sowjets seit 1940 angekündigt hatten. Molotow stellte bekanntlich damals in Ber­lin unverblümt die Forderung nach Kompen­sationen im baltischen Raum, nach der Aus­

lieferung Rumäniens und Bulgariens und nach der Herrschaft über die Dardanellen, Adolf Hitler lehnte es ab, zu sol­chen Räubereien die Hand zu bieten oder sie auch nur zu dulden und schützte so die betroffenen Völker vor der bolschewisti­schen Blutgier. Heute haben diese Völker sich selbst der GPU. ausgeliefert.

Zum Schluß des' Interviews mit den un­garischen Journalisten, entwirft Reichs­pressechef Dr. Dietrich ein Bild von der Schicksalsfrage, die sich heute deutlicher denn je für alle Völker Europas abzeichnet

„Die bulgarischen Vorgänge sind ein Me­netekel für Europa und für die ge­samte Kulturwelt. Sie haben nicht hur die skrupellose Machtpolitik Stalins völlig klargemacht, sondern auch Churchill und Roosevelt demaskiert.

Wer die Reaktion der englischen und amerikanischen Presse zu dem räuberischen Überfall auf Bulgarien verfolgt, kann nicht im Zweifel darüber sein, daß von den sog. weltlichen Demokratien den Völkern Euro­pas keine Hilfe kommt, die sie vor dem Bolschewismus retten könnte.

„ Nur wer sich an der Seite Deutschlands mit der Waffe in der Hand gegen den Bol­schewismus und seine Überfälle zur Wehr setzt, wird sich als europäische Nation be­haupten können. Wer aber das Schwert aus der Hand legt und bolschewistischen Ver­sprechungen traut, der ist auf immer ver­loren.“

Den „Befreiern" folgen überall Hunger und Elend

Trostlose Zustände in Italien immer katastrophaler — Frankreich folgt

OS.

Drahtbericht unseres'Vertreters Stockholm, 7. Sept. Der .Leiter der Wirtschaftsabteilung der berüchtigten Am- got, General Dwyer, ist nach Washington abgereist, um, wie es in einer amerikani­schen' Meldung heißt, Roosevelt über die katastrophalen Zustände im besetzten Ita­lien Bericht zu erstatten.

Bisher haben solche Berichterstattungen in Washington und London nur agitatori­schen Zweck gehabt, aber ihnen ist zu dan­ken, daß neue Einzelheiten über diese in anglo-amerikanischen Kreisen selbst als trostlos bezeichneten Zustände m Ita­lien bekannt werden. Außere dem Hunger, der nun nirgendwo mehr abgestritten wird und der nach Ansicht neuer Fachleute m diesem Winter katastrophale Aus­maße annehmen wird, ist es besonders der Gesundheittszustand der Zivilbevölkerung, über den erschreckende Einzel­heiten bekannt werden. 20 v. H. _der Ge- samtbevölkerung von Rom leidet heute nach Berichten der Amgot an Tuberkulose, die als unmittelbare Folge der Unterernährung bezeichnet wird. Beim augenblicklichen Stand der Dinge sterben im besetzten Ita­lien nach vorsichtigen alliierten Schatzun­gen mindestens eine Viertelmillon Men­schen an Tuberkulose. Wobm -^erdmgs be­rücksichtigt. werden muß, daß die Zahlen ständig im Steigen begriffen sind und auch diese gewaltigen Ziffern eher eme Umbe­wertung des wirklichen Sachverhalts dar-

1m Laufe eines einzigen Jahres Ist die Sterblichkeit in Rom nach Schätzungen der qieichen amerikanischen Stellen um 100 v. H. gestiegen, ebenfalls eine Folge der ge­radezu chaotischen Zustände auf dem Gebiet der Versorgung.

Sehr viel Mühe gibt man sich auf bri­tisch-amerikanischer Seite, um zü verheim- liehen, daß aucfe.in den besetzten Gebieten Frankreichs, besonders in Paris, die Bedingungen In noch viel schnellerer Weise

sich dem italienischen" Vorbild anpassen, als dies ursprünglich in Rom der Fall war. Die reiche Normandie, die während der lan­gen Jahre deutscher Besetzung fast wie in Friedenszeiten leben konnte, ist heute ein Gebiet, das völlig ausgepumpt worden ist. und wo der Hunger bereits seinen Einzug gehalten hat; es mangelt an allem.

Nur noch Haut und Knochen

Drabtbericht unseres Vertreters-

fh. Madrid, 7. Sept. Daß die Zustände in dem von den Engländern und Nordame­rikanern besetzten Italien schon einen menschenunwürdigen Umfang angenommen haben, können jetzt selbst die zu Beschöni­gungen neigenden Nordamerikaner nicht

mehr verheimlichen. Die New Yorker Presse muß eingestehen, daß Italien von Hunger und Elend beherrscht werde. Die Zeitschrift „Life" erklärt, man stoße in Italien heute nur noch auf Trümmer und Hunger. Die Bo- nomi-Regierung habe selber kein Geld und lebe von den Krediten, die ihr von den Westmächten gewährt würden. Die italie­nische Bevölkerung sei bis auf das Skelett abgemagert und verfüge nicht einmal über die zum Ankauf eines Kilo Brotes erforder­lichen fünf Lire. Männer, Frauen und Kin­der beständen nur noch aus Haut und Knochen.

Diese Eingeständnisse in der nordameri­kanischen Presse' sollten allen denen, zu denken geben, die immer noch glauben, von den Alliierten das Heil erwarten zu dürfen,

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PK.Kriegsberichter Eitel Lange (Sch)

Reichsmarschall Göring besuchte im Lazarett General der t Flieger Bodenschatz, der bei dem Attentat am 20. Juli schwer verletzt wurde.

Warschau — ein warnendes Beispiel

Furchtbares Leid der Bevölkerung durch Schuld der Feinde

Eigener Drahtbericht

B. Z. Berlin, 7. Sept. Auch die Polen müssen nun zugeben, daß ihr Kampf um Warschau verloren ist. Der geheimnisvolle General Bor hat in seinem letzten Kommuni­que kleihlaut zugegeben, daß er Warschau selbst habe räumen müssen. Das ganze selbstmörderische Abenteuer ist also kläg­lich zusammengebrochen und das einzige Ergebnis ist die Zerstörung ihrer eigenen Hauptstadt, ist ein Blutbad, und bei vielen wenigstens, die Erkenntnis, daß auch dies­mal wieder die Polen durch anglo-ameri- kanische und sowjetische Versprechungen verlockt und ins Verderben getrieben wurdep.

Nachdem der deutsch^ Wehrmachtbericht vor einigen Tagen die Säuberung der War­schauer Altstadt von den polnischen Auf- ständischen gemeldet hatte, gibt er heute be­kannt, daÄ auch das gesamte Weichselviertel von- den Banden gesäubert ist. Damit

ist im größten Teil der Stadt der am 1. August auf Befehl Londons und Mos­kaus ausgebrochene Aufstand zusammen­gebrochen. Aus den von den Aufständi­schen gesäuberten Bezirken strömt nun die Bevölkerung zu Tausenden ab, erfüllt,von der bitteren Erkenntnis, daß sie das Opfer einer gewissenlosen Hetze geworden ist und vergeblich den Hilfsversprechungen und Zu­sicherung der Anglo-Amerikaner Glauben geschenkt hat.

Wie Polen bereits 1939 von den Briten verraten wurde, so auch jetzt wieder von den Engländern, Amerikanern und Bolsche­wisten. Die Bevölkerung ist der leidende Teil dabei. Verschmutzt und in Lumpen ge­hüllt, tragerf diese Unglücklichen nur das mit sieh, was sie aus dem Schutt und der Ascha haben retten können. Hunderttau­sende, die unter deutschem Schutz bisher ein ruhiges und friedliches Leben genossen, sind jetzt zu Heimatlosen geworden.

Umente du ImeuifH

Von

’ Bernd W. Beckmeier

Der Krieg hat sein ^Gesicht gewandelt! Mit wuchtigen Pinselstrichen sind neue Züge in sein Antlitz gezeichnet worden, neue Wertungen fordernd, die sich nicht an althergebrachte Begriffe klammem können und Greifbares wie Unsichtbares in gleicher Weise berücksichtigen müssen. Wie können mit Nadelköpfen auf den' Karten abgesteckte Fronten heute noch Gradmesser einer Ent­wicklung sein, wenn zugleich Brest am At­lantik, das obere Rhone-Tal und der Raum zwischen Verdun und Metz als Markierung der deutschen Positionen dienen? Wie kön­nen nüchterne Vergleiche der Anzahl der Waffen beider Kriegsparteien klare An­haltspunkte des Kräfteverhältnisses geben, wenn es durch Geheimhaltung der deutschen Seite völlig der Möglichkeit jeder Berechnung entzogen ist? Das heute noch Unsichtbare wird die kommende Phase de? Krieges' sehr viel älärker beeinflussen, als sich jetzt bereits voraussehen läßt. Vieler­lei Momente werden Zusammenwirken: solche des reinen technischen Aus­gleiche s und solche der moralischen Kraft, die sich bei dem Herannähem des Krieges an die Grenzen des Vaterlandes po­tenziert steigert ■ und sich heute bei uns überall in dem "völligen Vertrauen ausdrückt, das zur Ueberbrückung der rück­läufigen Bewegungen des Augenblicks not­wendig ist. Als Schlüssel mag die Antwort eines kriegsgefangenen deutschen Soldaten aus einem Atlantik-Stützpunkt gelten,, der die Frage nach den Gründen des Ausblei­bens der weißen Flagge in dem vom Feind umschlossenen Stützpunkt mit dem kurzen Satz beantwortete« „Weil wir siegen wer­den!“

Diese Gewißtheit des Endsieges bei Ein­satz aller Kräfte ist das starke Fundament," auf dem wir heute stehen, das all unser Wirken beeinflußt und jede Belastung des 1 Augenblicks ertragen läßt. Die Stärke dieser Gewißheit hat sich wahrlich sehr erproben müssen: Im Osten rückte dej^ Gegner bis an die ostpreußischen Grenzen vor, auf dem Balkan verschob sich durch Wortbruch das politische Gefüge, der Atlantikwall wurde durchbrochen, Paris von den Feinden be­setzt, die Grenzen hörten den Kanonendon­ner — wir sahen es ohne jede Illusion. Aber der kriegsgefangene deutsche Soldat antwortete trotzig: „Wir werden siegen!" Wußte er um Geheimnisse seiner Führung? Wußte er von den Leistungen in den deut­schen Laboratorien, von dem rastlosen Schaffen in den deutschen Rüstungswerken? Oder wußte er nur von der Standhaftig­keit der deutschen Herzen?

Krisen in der militärischen Entwicklung sind die großen Prüfsteine der Kriegsmoral des Volkes. Und das deutsche Volk hat diese Prüfungen bestan- den. Wir wollen heute nicht Vergleiche zu anderen Völkern ziehen, die im Augenblick der härtesten Belastungsprobe das „Nitsche- wo" an die Stelle des „Dennoch" letzten. Wir stehen in einem Endkampf, der allein ausgefochten werden muß, aber dieses Wort „allein" ist Feststellung und Anerkennung zugleich. Gewiß waren die Ereignisse auf dem Balkan schmerzlich, gewiß wäre der Kampf im Westen weniger hart, wenn nicht aus dem Hintergrund Kugeln in den Rücken des kämpfenden deutschen Soldaten fliegen würden. Aber dieses „Dennoch" bleibt! Es geht, heute nicht mehr um die Vorwerke der Festung Deutschland, es geht umDeutsch- land selbst. Vielleicht liegt in dieser Tatsache das große Geheimnis! Die sowjetischen Truppen überrannten in ihrer Sommeroffensive die deutschen Stellungen. Einhundertfünfundzwanzig Divisionen im Mittelabschnit trugen in ihren Stäben die Karten Deutschlands mit sich. Panzer bra­chen durch und vereinigten sich im Rücken der deutschen Linien mit durchgesickerten Invanterietruppen und Bandenverbänden. Stoßkeile besetzten die zweiten Linien, als