Ausgabe 
(4.9.1944) 241
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«rleiamtliche Tageszeitung der Nationalsozialisten Bremens

W " des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen Amfliches Verkündungsblatt des Reichsstaiihaüers in Oldenburg und Bremen

14 . Jahrgang

Montag, 4. September 1944

Einzelpreis 15 Rpi.

leidisappeU der Kriegsfreiwilligen der Nation

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1 0aloberst Guderian zur deutschen Jugend - Hohe Kampfmoral der Kriegsfreiwilligen der Hitler-Jugend Vorbild an Manneszucht, Mut und Kameradschaft - Auf den Schlachtfeldern des Westens bewährt

U S. Sept. Den 6 . Jahrestag r Irhen Freiheitskamples beging die end mit einem demonstrativen B e- inis zur Kriegsfreiwillig- ronibewährte und kriegsversehrte Jhkeiten sprachen zu den Kriegsfrei- J des zur Wehrmacht anstehenden

vertt wnh»i»,v., M -- , . , * ,

ü, vre Ol 4.1 v 1 An die gesamte deutsche Ju-

ächtete der Chef des Generalstabes htmüieh «oeh T Zts, Generaloberst Guderian, w .Rauschen Appell.

! ' äerie von Jungen hatten sich an der ipieie sollen k, ltl . ,i sc hen Grenze um den bewährten ?*'* r tu»» nt Rührer und treuen Miti

w* m lÜf «chart. Nach, der Begrüßung durch ^tgendführer A x m a n n sagte Ge­rt. SpUftugiM t! !*' st G11 d ® f . 1 8 n! E

Anführer und treuen Mitarbeiter des

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gewaltige

^Überzahl hat in mehrjähriger An- --0 unsere Fronten zurückzudrängen Hemelingen S Unsere Soldaten sind hart ent- jjen, den Feind am Betreten deutschen d»r St*dtm,(,! verhindern. Diese Aufgabe ist zu HmUgrwehBttUj,« Twenn das ganze deutsche Volk zu- VIB Koraat <(|

"*SÄÄ *t bei jedem Spatenstich daran, daß

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im Zeichen hsrtunitt Aua der Reihe Bii en die N«m«n rat fax Sehmelinj (1535), latulle (1930., AM 13?) und Jean Kulan ktritt von Kreiti vc rjtelanwlrtarn aruu m *. Mai |9<t ij hi

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?. Lebensjahr« ml) >. in tiefer Trauet; tann u. Pran Misst, nebst Gaachw, irlgen, Btemw, U1,

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Pension, Telefos- . Dame ges- Aalt d. Kautmani swM Angebot« unter H möhi. Ztnr.. haiib,» ndkalfee. AbjA 7 (immer mit«t'®r t. Angeh. unter f ® d. leere, ZIob., w arstensen, SHtastt«

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wird für unsere Soldaten, denen starken Rückhalt gebt; für unsere

_ für die Bauern und Bäuerinnen, die to tägliche Brot liefern müssen; für Mitter und Schwestern, nach denen grausamer Feinde greifen will." Generaloberst würdigte sodann die [Kampfmoral, die auf dem freiwilligen erwachse. Was freiwillige Truppen zu vermögen, zeigte der Generalstabs-

,DivisionHitler-Jugend", die ein :d in Manneszucht, Mut, Einsatzbereit- an gläubiger und froher Kamerad- ebgegeben habe.

Division hat die höchste Anerken- feFübfers gefunden. Ihre Freiwilligen ilaHiUer-J'ugend haben sich überboten stürmen gegen die feindlichen Panzer, to sich die Faustpatronen gegenseitig Unaar« Gerda j fer Hand gerissen, um als erste den Bia Kampfauftrag zu erfüllen. Weder Bombenteppiche noch durch schwere irtilierie sind sie zu erschüttern ge-

aloberst Guderian berichtete vom der Freiwilligen in Divisionen des s die ihre ganze Kraft einsetzten, um bturm im Osten zu bannen.Ihr eicht", sagte er,wie solche Beispiele

Vohn-Schlahln,, ah Soldatentums den Führer . erfreuen, ® Augen leuchten und steine Stimme drd, wenn er von seinen Jungen wie er stolz darauf ist, daß seine » diesem Geiste erzogen, sich so ' vor dem Feind schlägt." Als ubeiter schilderte der Generaloberst teile von Verantwortung, Arbeit und & auf dem Führer lasten. So wie er

aber i:

. immer wieder Kraft und Sieges- mm., mäfl Ha acht ausstrahle, müsse ihm die deut-

%nd durch ihre Haltung und Treue neuem Kraft für sein Werk

Kriegsfreiwilligen gerichtet, sprach laeraloberst über die Wahl der Waf- Jättungen und setzte voraus, daß honst in allen gleich ehrenvoll sei. Den

,imm. v. ow- ^Bedarf an Freiwilligen aber habe die

t. Angeb. unter J e!| e. die die meisten Regimenter um- sehr schwere Kampfaufträge habe und

r, aig..ch» AM- !lm. m- »d- v. jung. M«m 5*^ itrnm. v. herutitü'ft

Kampf für Adolf Hitlers großes Werk er­wächst der Sieg. Den RufFreiwillige vor wird die deutsche Jugend mit einem freu­digenHier" beantworten.

Stabschef Schepmann verabschiedet Panzerbrigade

dnb. Berlin, 3. Sept. Vom Stabschef der SA., Wilhelm Schepmann, wurde die unter

Führung des Trägers des Eichenlaubes mit Schwertern, Oberst B ä 1 e , stehende Panzer­brigadeFeldherrnhalle" verabschiedet. Er sprach zu den Männern dieser Einheit, die sich vorwiegend aus SA.-Männern zu­sammensetzt, und an allen Brennpunkten die­ses Weltkrieges bisher sich hervorragend ge­schlagen haben, Worte der Anerkennung und ermahnte sie, gläubig und fanatisch weiter

ihre Pflicht als Nationalsozialisten und poli­tische Soldaten des Führers zu tun.

Gleichzeitig besichtigte der Stabschef die Schanzarbeiten zur Sicherung der deutschen Ostgrenze und konnte sich dabei überzeugen, daß auch die noch in der Heimat verbliebenen SA.-Männer überall entschlossen sind, ihr Vaterland vor der drohenden Gefahr des Bolschewismus zu schützen.

Es gibt kein Unmöglich!

Aufruf des Gauleiters zum Beginn des 6. Kriegsiahres Die Parole für Weser-Ems

NSG. 2. September 1944. Der Gauleiter hat folgenden Aufruf erlassen:

Männer und Frauen des Gaues Weser-Emsl

Wir stehen an der Wende zum 6 . Kriegsjahr! Die Gefahr, in der das Reich steht, ist euch bekannt. In heldenhaftem Kampf erwehrt sich das deutsche Volk seit fünf Jahren seiner Gegner. Durch Verrat von außen und innen sollte unser gerechter Kampf und unausbleiblicher Sieg zunichtegemacht werden. Dem Namen nach Kaiser und Könige und eine in ihrer Denkungsart gleiche mutlose Clique in Deutschland stehen gegen die geschichtliche Sendung der nationalen und sozialen Welt. Jetzt kommt es darauf an, die Zähne zu sammenzubeißen, denn um was wir kämpfen, geht jeden an.

Die Maßnahmen des totalen Kriegseinsatzes sind in der Heimat angelaufen. Sie bringen nicht nur für viele eine völlige Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten, sondern auch schwere und lange Arbeit. Zwar haben wir in unserem Raum noch nicht die Möglichkeit, alle aus den Maßnahmen heraus freiwerdenden Kräfte und die sich erfreulicherweise heute noch in großer Zahl freiwillig Meldenden so einzusetzen, wie es die Zeit eigentlich erfordert. Wir wissen das, und deshalb braucht keiner mißmutig zu werden, wenn hier oder dort noch keine kriegswichtige oder direkte Rüstungs­fertigung gegeben ist.

Jeder Einsichtige weiß, daß in den Brennpunkten der RUstungserzeugung das Arbeits - und Einsatzpro­blem ein anderes ist als auf dem Lande und in vielen kleinen Städten. Alle Hebel sind in Bewegung, um die Arbeit möglichst auf jeden zukommen zu lassen. Diese Verlagerung ist schwierig und bedarf der regelnden Hand. Wichtig und für alle eigentlich selbstverständlich aber muß sein, daß im Zusammengehen mit der Partei jeder dort einspringt, wo von ihm im Augenblick Hilfe verlangt wird. Im kinderreichen Haushalt oder dort, wo Vater und Mutter ausfallen, In der Landwirtschaft oder wo es auch immer sei, kann und muß die Gemeinschaft über die schwierigen Monate bis zur Entscheidung aushelfen.

Es gibt kein Unmöglich, wenn jedter die innere Bereitwilligkeit ziim Helfen mitbringt und nicht nur sein -persönliches Ich für die allein wichtige.Forderung dieser Zeit beTausstelltJ Es können auch nicht alle Probleme von^ oben gesehen, geschweige denn für jeden zufriedenstellend gesteuert werden. Deshalb ist es wichtig, daß an Ort und Stelle alles bereitwilligst ausgeschöpft wird, um keinen in Not geraten zu lassen. Das ist die Forderung der Zeit, auf die ich Partei- und Staatsstellen befohlen habe, sorgsam zu achten. Aus der Mei­sterung der heutigen Probleme erwächst eine Summe von Kraft für die Erledigung der großen Aufgaben in Rüstung und an den Fronten,* die uns der Feind nicht nachmachen kann.

Hinter dem augenblicklich düster verhangenen Himmel wird wieder der Sonnenstrahl für unser Volk sichtbar werden. Nur müssen wir alle im steten Glauben an unsere eigene Kraft und Stärke dem Mann unsere Treue bewahren, der uns einst als unbekannter Soldat und deutscher Arbeitet den Weg de» Wiederauf-, stiegs zeigte. Eingedenk der Opfer in der Heimat und an den Fronten wollen wir tapfer und sauber die auf »ins zukommenden Pflichten aufnehmen und erhobenen Hauptes für Führer und Vaterland im 6 . Kriegsjahr die Wende herbeiführen helfen, für die wir angetreten sind.

Je härter der Kampf, um so härter und selbstloser müssen wir werden!

Heil Hitler!

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Gauleiter.

Letzte Zuckungen der Warschauer Rebellion

Moskauer Straßenkampftaktik machte jedes größere Haus zur FestungDeutsche Hilfe für Zivilbevölkerung

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aus dem tapfer geführten

B. Z. Berlin, 3. Sept Während sich die Lage an der Ostfront kaum verändert hat und lediglich Durchbruchsversuche auf den bekannten Kampffeldern vereitelt werden konnten, hat sich nunmehr der Vorhang hin­ter dem letzten Akt der Tragödie von War­schau gesenkt.

Warschau war seit langer Zeit der Zen­tralpunkt einer polnischen Widerstandsbewe­gung, die die Wiedererrichtung eines polni­schen Staates sich zum Ziel gesetzt. hatte. Den deutschen Behörden gelang es immer nur, einige Hitzköpfe und Unruhestifter zu fassen, während die eigentlichen Drahtzieher

Jnnland auf gefährlicher Bahn

Rückführung unserer Truppen aus Noidfinnland gesichert

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Sept. Die finnische Re- 55 au f epischen und amerikani-, k' n ,* )esc hlossen, im Interesse (abznh , 111 ? 1 die Beziehungen zu Deutsch- «... atd5en und die von der Sowjet-

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ye aufzuweisen. Ihre Aus- sen Tagen,

Wirkungen blieben nicht auf Rumänien allein beschränkt, sondern werden mit den Ge­schehnissen besonders in Finnland, aber auch in Bulgarien und in verstärkter Bandentätigkeit innerhalb der Slowakei sichtbar.

Aus Finnland wird jetzt gemeldet, daß die dortige Regierung auf englischen und ameri­kanischen Druck hin beschlossen habe, die Beziehungen zu Deutschland abzubrechen und die von der Sowjetunion gestellten Be­dingungen anzunehmen. Man wird nicht er­warten können, daß die neuen sowjetischen Bedingungen, deren Bestimmungen in ihren Einzelheiten noch nicht bekannt sind, leich­ter sein werden, als die das erste Mal ab­gelehnten. Es dürfte kaum zweifelhaft sein, daß Finnland dem gleichen Schicksal an­heimfallen wird, das Rumänien von den Bol­schewisten erfuhr. Was das Schicksal der deutschen Truppen im Norden Finnlands be­trifft, so hat die Reichsregierung vorsorgüch rechtzeitig die Vorbedingungen geschaffen, um ihre sichere Rückführung In das] Reich sicherzustelleiv Sie erfolgt in die-

im Hintergründe blieben. Der größte Teil der Polizeiaufgaben im Generalgouverne­ment mußte für die Beobachtung und Nie­derhaltung dieser unterirdischen Bewegung verwendet werden, die jedoch an dem Tage alle ihre Tarnnetze fallen ließ, da die Bol­schewisten bis zur Warschauer Vorstadt Praga durchstießen.

Kriegsberichter Otto Zott- m a n n bringt in einem P.K.-Bericht eine Reihe bezeichnender Einzelheiten über die Entstehung und den Verlauf des Aufstandes in Warschau. Danach brach der Aufstand in ganz Warschau zu gleicher Zeit los. Ejne Stunde vorher drangen .Gruppen der Auf­rührer in Privathäuser ein, sperrten die Zivilisten ein und besetzten Fenster und Bodenluken, von denen sie Wehrmacht und Polizeistreifen unter Feuer nehmen konnten. Von diesen lange vorher bestimmten Häu­sern gaben sie schlagartig Feuerschutz für ihre Sturmgruppen und riegelten mit Sperr­feuer ihre eigenen Bezirke ohne die ge­ringste Rücksicht auf die Zivilbevölkerung ab. Sie achteten dabei nicht einmal das Leben von Kranke n. von Mii 11 e r n und Kindern, die ahnungslos dort wohnten. Die wichtigeren Schützenstellungen waren mit ausgesprochenen Scharfschützen be- -setzt, - die mit Zielfernrohrgewehren ausge­rüstet waren. So gelang es, den Stand­ort Warschau zu-blockieren, ein­zelne Wachen zu überrumpeln und zu ent­waffnen. Jedes größere Haus bildete eine Festi/ng, der nur schwer beizukom­men war. Ein Scharfschütze, der durch zwei Zimmer hindurchschießt oder durch ein kleines Mauerloch zielt, ist eben schlecht zu fassen.

Die Kerntruppen wurden durch weitere Bandentr'uppen, zumeist B olschewisten, vermehrt, die in Geheimlisten erfaßt waren. Sie wurden jedoch erst aufgeböten, als der Aufstand bereits ausgebrochen war, da sie über den Zeitpunkt des Losschlagens nicht eingeweiht waren. Sie strömten erst am zweiten Tage den Kerntruppen zu, die sie dann jedoch beträchtlich vermehrten.

In den Vorstädten waren die Vorbe­reitungen entweder nicht so gut getroffen oder die Zuzugbanden waren nicht recht­zeitig zur Stelle. Als die Aufrührer sich hier in den Besitz von Straßen und Plätzen setzen wollten, wurden sie zusammengeschossen. So wurde Praga, die große Vorstadt am Ostufer der Weichsel, alsbald befriedet, während sich in der Stadtmitte die heftig­sten Kämpfe entwickelten.

Die ersteh Maßnahmen des Wehrmacht­kommandanten von Warschau machten be­reits einen grundsätzlichen Unterschied zwi­schen kämpfenden Aufständischen und der unbeteiligten Zivilbevölkerung, denn nach einwandfreien Feststellungen ist die Be­völkerung von Warschau zu ü b e r 9 0 v. H. von diesem Aufstand überrascht worden und lehnt ihn a b. Die deutsche Wehr­macht hätte die Zivilbevölkerung in den Kellern und Häusern der Kampfbezirke lassen können, so daß die Lebensmittel knapp geworden wären. Die deutsche Wehr­macht hätte ferner die gesamte Wasser­zufuhr absperren können, so daß durch die dann ausgebrochenen Leiden .der Zivil­bevölkerung ein unmittelbarer Druck auf die Banditen ausgeübt worden wäre. Sie hat je­doch keinen Gebrauch davon gemacht. War­schaus Bevölkerung \steht unter dem Schutz unseres Reiches und unserer Wehrmacht. Wir haben die Bevölkerung durch die Kampf­zonen hindurchgeschleust. Wir haben Frauen und Kinder aus den Kellern der brennenden Häuser, tdilweise unter eige­ner Lebensgefahr, herausgeholt und in Sicherheit gebracht. Wir haben Kranken und Siechen die Möglichkeit ge­geben, bestehende Krankenhäuser und pro­visorische Sanitätsstellen aufzusuchen und dort zu verweilen. Den Erzbischof von War­schau, der sich in einer von Banditen über­rumpelten Gegend aufhief? brachten wir mit einem Panzerspähwagen aus dem gefährde­ten Bereich heraus und. gaben ihm Gelegen­heit, das Elend von Warschau, das die Auf-

(Fortsetzung siehe Seite 2)

Meister der Tarnung

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Ein Kamerad ist dem Scharfschützen bei der Tarnung mit behelfsmäßigen Mitteln, wie sie der Soldat überall im Feld findet, be­hilflich.

. . Von

Peter Trift

Es wird uns angesichts der militärischen und politischen Ereignisse dieser Monate immer klarer, daß der Feind sich veranlaßt sieht, alle seine RrafT auf.'eitie schleunige Beendigung des Krieges in seinem Sinne zu konzentrieren. Ebenso klar ist es uns, daß diese Absicht vereitelt wird, weil sich das kämpfende Deutschland durch keinen Schicksalsschlag beirren läßt und seiner am Ostkrieg äußerst elastisch gewordenen Kriegführung den härtesten Willen zum' Durchstehfen, komme, was da wolle, bei­gesellt. Wir stehen in einer Zerreißprobe, wie sie nur von sehr starken Völkern und ganz großen politischen Ideen bestanden werden kann. Wir verzeichnen Ausschei- düngskämpfe, die immer härter werden. Was allmählich übrig bleibt, ist Spitzen­klasse. Was ferner lief, schied vor längerer Zeit aus. Die gute Klasse, die sich bis kurz vor Toresschluß zu behauptet pflegt, be­ginnt jetzt auszufallen.

Zu der guten Klasse gehören die Finnen, nicht, nur im Sport. Wir haben die Zähigkeit dieses lebenstüchtigen Volkes stets aner­kannt. Aber Selbst Finnland ist fertig. Jeden­falls besagt das der Weg, den Helsinki so­eben einschlägt. Wie das Volk Finnlands den offiziellen Bruch mit dem deutschen Waffen­gefährten beurteilt, ist noch nicht zu sagen. Das kleine Volk blutet seit Jahren aus ge­fährlichen Wunden, hat weit über seine Kräfte gekämpft, und viele werden bei ihm ähnlichen Empfindungen nachgeben, wie sie angesichts der Ruhmredigkeit der Alliierten und der Schwäche der eigenen Führung 1918 auch gute Deutsche beschlichen. Finnland befindet sich in einem politischen System, das trotz äußerlicher Unterschiede im Grund­sätzlichen dem deutschen jener .Herbsttage am Schluß des ersten Waffenganges ähnelt. Vor allem in den internationalen Querver­bindungen rein materialistisch eingestellter Parteigruppen von großem Einfluß. Das wissen wir nicht erst seit-gestern. Auch nicht erst seitder Frühjahrskrise, da Finnland über Schweden schon einmal; britisch-amerika­nischen Wünschen entsprechend, Verhand­lungen mit Moskau begann. Damals schauderte Finnland noch einmal vor dem Abgrund zu­rück, den die Sowjets mitleidlos vor ihnen aufrissen. Inzwischen hat die alliierte Diplo­matie alles getan, und Stalin hat dem ver­mutlich entsprochen, die Schrecken einer vgn ihnen beherrschten Nachkriegswelt zu ver-, nebeln und mit Schleiern zu bedegken. Es handelt sich um das echt britische Kunst­stück, den Völkern vorzugaukeln, es werde angesichts des , dringenden Wunsches der Alliierten nach Beendigung des Krieges ihnen auf Konzessionen für -die nicht ankommen, welche sich rechtzeitig zum Guten bekehren. Die ewigen Erzberger begrüßen wie immer die gleißnerische Lüge, wenn sie bloß in einigermaßen erträglichem Jargon ausge­drückt wird.Wenn, wir brav sind und alles bekennen, dann werden sie uns schon ver­zeihen . , Daß Finnland nun einem Erz* berger-Sentiment unterliegt, paßt wenig zu diesem Volk. Indes, wer mitten im Kampf zu verhandeln anfängt, äußert eindeutig Schwäche, selbst wenn die Verhandlungen das erstemal würdig abgeschlossen werden. Beim zweitenmal, wie es jetzt -der Fall ist, bietet das kleine Land nun doch den Beweis für den Grundsatz, daß von Haus aus an­ständige Völker verraten und verkauft sind, wenn sie demokratisch-parlamentarisch ge­lenkt werden und damit den Wortführern feindlicher Interessen Sitz und Stimme bei