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Bremen: Geeren 6/8. Ruf 2 19 31» Nachtruf und sonntags 2 47 65: Obernstraße 86, Ruf 2 19 31; Syke: Mühlendamm 2: Bremen-Hemelingen:
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«rleiamtliche Tageszeitung der Nationalsozialisten Bremens
W " des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen Amfliches Verkündungsblatt des Reichsstaiihaüers in Oldenburg und Bremen
14 . Jahrgang
Montag, 4. September 1944
Einzelpreis 15 Rpi.
leidisappeU der Kriegsfreiwilligen der Nation
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1 0aloberst Guderian zur deutschen Jugend - Hohe Kampfmoral der Kriegsfreiwilligen der Hitler-Jugend Vorbild an Manneszucht, Mut und Kameradschaft - Auf den Schlachtfeldern des Westens bewährt
U„ S. Sept. Den 6 . Jahrestag r Irhen Freiheitskamples beging die end mit einem demonstrativen B e- inis zur Kriegsfreiwillig- ronibewährte und kriegsversehrte • Jhkeiten sprachen zu den Kriegsfrei- J des zur Wehrmacht anstehenden
vertt wnh»i»,v., M ’ -- , . , * ,
ü, vre Ol 4.1 v 1 An die gesamte deutsche Ju-
ächtete der Chef des Generalstabes htmüieh «oeh T Zts, Generaloberst Guderian, w .Rauschen Appell.
! ' äerie von Jungen hatten sich an der ipieie sollen k, ltl . ,i sc hen Grenze um den bewährten ?*'* r tu»» nt Rührer und treuen Miti
w ‘* m lÜf «chart. Nach, der Begrüßung durch ^tgendführer A x m a n n sagte Gert. SpUftugiM t! !*' st G11 d ® f . 1 8 n! E
Anführer und treuen Mitarbeiter des
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gewaltige
^Überzahl hat in mehrjähriger An- --0 unsere Fronten zurückzudrängen Hemelingen S Unsere Soldaten sind hart ent- jjen, den Feind am Betreten deutschen d»r St*dtm,(,! verhindern. Diese Aufgabe ist zu HmUgrwehBttUj,« Twenn das ganze deutsche Volk zu- VIB Koraat <(|
"*SÄÄ *t bei jedem Spatenstich daran, daß
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im Zeichen hsrtunitt Aua der Reihe Bii en die N«m«n rat fax Sehmelinj (1535), latulle (1930., AM 13?) und Jean Kulan ■ktritt von Kreiti vc rjtelanwlrtarn aruu m *. Mai |9<t ij hi
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Pension, Telefos- . Dame ges- Aalt d. Kautmani swM Angebot« unter H “ möhi. Ztnr.. haiib,» ndkalfee. AbjA 7 (immer mit Kä«t'®r t. Angeh. unter f ® d. leere, ZIob., w arstensen, SHtastt«
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wird für unsere Soldaten, denen starken Rückhalt gebt; für unsere
_ für die Bauern und Bäuerinnen, die to tägliche Brot liefern müssen; für Mitter und Schwestern, nach denen grausamer Feinde greifen will." Generaloberst würdigte sodann die [Kampfmoral, die auf dem freiwilligen erwachse. Was freiwillige Truppen zu vermögen, zeigte der Generalstabs-
,Division „Hitler-Jugend", die ein :d in Manneszucht, Mut, Einsatzbereit- an gläubiger und froher Kamerad- ebgegeben habe.
Division hat die höchste Anerken- feFübfers gefunden. Ihre Freiwilligen ilaHiUer-J'ugend haben sich überboten stürmen gegen die feindlichen Panzer, to sich die Faustpatronen gegenseitig Unaar« Gerda j fer Hand gerissen, um als erste den Bia Kampfauftrag zu erfüllen. Weder Bombenteppiche noch durch schwere irtilierie sind sie zu erschüttern ge-
aloberst Guderian berichtete vom der Freiwilligen in Divisionen des s die ihre ganze Kraft einsetzten, um bturm im Osten zu bannen. „Ihr eicht", sagte er, „wie solche Beispiele
Vohn-Schlahln,, ah Soldatentums den Führer . erfreuen, ® Augen leuchten und steine Stimme drd, wenn er von seinen Jungen wie er stolz darauf ist, daß seine » diesem Geiste erzogen, sich so ' vor dem Feind schlägt." Als ubeiter schilderte der Generaloberst teile von Verantwortung, Arbeit und & auf dem Führer lasten. So wie er
aber i:
—. immer wieder Kraft und Sieges- mm., mäfl Ha™ acht ausstrahle, müsse ihm die deut-
%nd durch ihre Haltung und Treue neuem Kraft für sein Werk
Kriegsfreiwilligen gerichtet, sprach laeraloberst über die Wahl der Waf- Jättungen und setzte voraus, daß honst in allen gleich ehrenvoll sei. Den
,imm. v. ow- ^Bedarf an Freiwilligen aber habe die
t. Angeb. unter J ‘ e!| e. die die meisten Regimenter um- sehr schwere Kampfaufträge habe und
r, aig. Wä.ch» AM- !lm.„ m- »d- v. jung. M«m 5*^ itrnm. v. herutitü'ft
Kampf für Adolf Hitlers großes Werk erwächst der Sieg. Den Ruf „Freiwillige vor ■ wird die deutsche Jugend mit einem freudigen „Hier" beantworten.
Stabschef Schepmann verabschiedet Panzerbrigade
dnb. Berlin, 3. Sept. Vom Stabschef der SA., Wilhelm Schepmann, wurde die unter
Führung des Trägers des Eichenlaubes mit Schwertern, Oberst B ä 1 e , stehende Panzerbrigade „Feldherrnhalle" verabschiedet. Er sprach zu den Männern dieser Einheit, die sich vorwiegend aus SA.-Männern zusammensetzt, und an allen Brennpunkten dieses Weltkrieges bisher sich hervorragend geschlagen haben, Worte der Anerkennung und ermahnte sie, gläubig und fanatisch weiter
ihre Pflicht als Nationalsozialisten und politische Soldaten des Führers zu tun.
Gleichzeitig besichtigte der Stabschef die Schanzarbeiten zur Sicherung der deutschen Ostgrenze und konnte sich dabei überzeugen, daß auch die noch in der Heimat verbliebenen SA.-Männer überall entschlossen sind, ihr Vaterland vor der drohenden Gefahr des Bolschewismus zu schützen.
Es gibt kein Unmöglich!
Aufruf des Gauleiters zum Beginn des 6. Kriegsiahres — Die Parole für Weser-Ems
NSG. 2. September 1944. Der Gauleiter hat folgenden Aufruf erlassen:
Männer und Frauen des Gaues Weser-Emsl
Wir stehen an der Wende zum 6 . Kriegsjahr! Die Gefahr, in der das Reich steht, ist euch bekannt. In heldenhaftem Kampf erwehrt sich das deutsche Volk seit fünf Jahren seiner Gegner. Durch Verrat von außen und innen sollte unser gerechter Kampf und unausbleiblicher Sieg zunichtegemacht werden. Dem Namen nach Kaiser und Könige und eine in ihrer Denkungsart gleiche mutlose Clique in Deutschland stehen gegen die geschichtliche Sendung der nationalen und sozialen Welt. Jetzt kommt es darauf an, die Zähne zu sammenzubeißen, denn um was wir kämpfen, geht jeden an.
Die Maßnahmen des totalen Kriegseinsatzes sind in der Heimat angelaufen. Sie bringen nicht nur für viele eine völlige Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten, sondern auch schwere und lange Arbeit. Zwar haben wir in unserem Raum noch nicht die Möglichkeit, alle aus den Maßnahmen heraus freiwerdenden Kräfte und die sich erfreulicherweise heute noch in großer Zahl freiwillig Meldenden so einzusetzen, wie es die Zeit eigentlich erfordert. Wir wissen das, und deshalb braucht keiner mißmutig zu werden, wenn hier oder dort noch keine kriegswichtige oder direkte Rüstungsfertigung gegeben ist.
Jeder Einsichtige weiß, daß in den Brennpunkten der RUstungserzeugung das Arbeits - und Einsatzproblem ein anderes ist als auf dem Lande und in vielen kleinen Städten. Alle Hebel sind in Bewegung, um die Arbeit möglichst auf jeden zukommen zu lassen. Diese Verlagerung ist schwierig und bedarf der regelnden Hand. Wichtig und für alle eigentlich selbstverständlich aber muß sein, daß im Zusammengehen mit der Partei jeder dort einspringt, wo von ihm im Augenblick Hilfe verlangt wird. Im kinderreichen Haushalt oder dort, wo Vater und Mutter ausfallen, In der Landwirtschaft oder wo es auch immer sei, kann und muß die Gemeinschaft über die schwierigen Monate bis zur Entscheidung aushelfen.
Es gibt kein Unmöglich, wenn jedter die innere Bereitwilligkeit ziim Helfen mitbringt und nicht nur sein -persönliches Ich für die allein wichtige.Forderung dieser Zeit beTausstelltJ Es können auch nicht alle Probleme von^ oben gesehen, geschweige denn für jeden zufriedenstellend gesteuert werden. Deshalb ist es wichtig, daß an Ort’ und Stelle alles bereitwilligst ausgeschöpft wird, um keinen in Not geraten zu lassen. Das ist die Forderung der Zeit, auf die ich Partei- und Staatsstellen befohlen habe, sorgsam zu achten. Aus der Meisterung der heutigen Probleme erwächst eine Summe von Kraft für die Erledigung der großen Aufgaben in Rüstung und an den Fronten,* die uns der Feind nicht nachmachen kann.
Hinter dem augenblicklich düster verhangenen Himmel wird wieder der Sonnenstrahl für unser Volk sichtbar werden. Nur müssen wir alle im steten Glauben an unsere eigene Kraft und Stärke dem Mann unsere Treue bewahren, der uns einst als unbekannter Soldat und deutscher Arbeitet den Weg de» Wiederauf-, stiegs zeigte. Eingedenk der Opfer in der Heimat und an den Fronten wollen wir tapfer und sauber die auf »ins zukommenden Pflichten aufnehmen und erhobenen Hauptes für Führer und Vaterland im 6 . Kriegsjahr die Wende herbeiführen helfen, für die wir angetreten sind.
Je härter der Kampf, um so härter und selbstloser müssen wir werden!
Heil Hitler!
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Gauleiter.
Letzte Zuckungen der Warschauer Rebellion
Moskauer Straßenkampftaktik machte jedes größere Haus zur FestungDeutsche Hilfe für Zivilbevölkerung
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B. Z. Berlin, 3. Sept Während sich die Lage an der Ostfront kaum verändert hat und lediglich Durchbruchsversuche auf den bekannten Kampffeldern vereitelt werden konnten, hat sich nunmehr der Vorhang hinter dem letzten Akt der Tragödie von Warschau gesenkt.
Warschau war seit langer Zeit der Zentralpunkt einer polnischen Widerstandsbewegung, die die Wiedererrichtung eines polnischen Staates sich zum Ziel gesetzt. hatte. Den deutschen Behörden gelang es immer nur, einige Hitzköpfe und Unruhestifter zu fassen, während die eigentlichen Drahtzieher
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ye aufzuweisen. Ihre Aus- sen Tagen,
Wirkungen blieben nicht auf Rumänien allein beschränkt, sondern werden mit den Geschehnissen besonders in Finnland, aber auch in Bulgarien und in verstärkter Bandentätigkeit innerhalb der Slowakei sichtbar.
Aus Finnland wird jetzt gemeldet, daß die dortige Regierung auf englischen und amerikanischen Druck hin beschlossen habe, die Beziehungen zu Deutschland abzubrechen und die von der Sowjetunion gestellten Bedingungen anzunehmen. Man wird nicht erwarten können, daß die neuen sowjetischen Bedingungen, deren Bestimmungen in ihren Einzelheiten noch nicht bekannt sind, leichter sein werden, als die das erste Mal abgelehnten. Es dürfte kaum zweifelhaft sein, daß Finnland dem gleichen Schicksal anheimfallen wird, das Rumänien von den Bolschewisten erfuhr. Was das Schicksal der deutschen Truppen im Norden Finnlands betrifft, so hat die Reichsregierung vorsorgüch rechtzeitig die Vorbedingungen geschaffen, um ihre sichere Rückführung In das] Reich sicherzustelleiv Sie erfolgt in die-
im Hintergründe blieben. Der größte Teil der Polizeiaufgaben im Generalgouvernement mußte für die Beobachtung und Niederhaltung dieser unterirdischen Bewegung verwendet werden, die jedoch an dem Tage alle ihre Tarnnetze fallen ließ, da die Bolschewisten bis zur Warschauer Vorstadt Praga durchstießen.
Kriegsberichter Otto Zott- m a n n bringt in einem P.K.-Bericht eine Reihe bezeichnender Einzelheiten über die Entstehung und den Verlauf des Aufstandes in Warschau. Danach brach der Aufstand in ganz Warschau zu gleicher Zeit los. Ejne Stunde vorher drangen .Gruppen der Aufrührer in Privathäuser ein, sperrten die Zivilisten ein und besetzten Fenster und Bodenluken, von denen sie Wehrmacht und Polizeistreifen unter Feuer nehmen konnten. Von diesen lange vorher bestimmten Häusern gaben sie schlagartig Feuerschutz für ihre Sturmgruppen und riegelten mit Sperrfeuer ihre eigenen Bezirke ohne die geringste Rücksicht auf die Zivilbevölkerung ab. Sie achteten dabei nicht einmal das Leben von Kranke n. von Mii 11 e r n und Kindern, die ahnungslos dort wohnten. Die wichtigeren Schützenstellungen waren mit ausgesprochenen Scharfschützen be- -setzt, - die mit Zielfernrohrgewehren ausgerüstet waren. So gelang es, den Standort Warschau zu-blockieren, einzelne Wachen zu überrumpeln und zu entwaffnen. Jedes größere Haus bildete eine Festi/ng, der nur schwer beizukommen war. Ein Scharfschütze, der durch zwei Zimmer hindurchschießt oder durch ein kleines Mauerloch zielt, ist eben schlecht zu fassen.
Die Kerntruppen wurden durch weitere Bandentr'uppen, zumeist B olschewisten, vermehrt, die in Geheimlisten erfaßt waren. Sie wurden jedoch erst aufgeböten, als der Aufstand bereits ausgebrochen war, da sie über den Zeitpunkt des Losschlagens nicht eingeweiht waren. Sie strömten erst am zweiten Tage den Kerntruppen zu, die sie dann jedoch beträchtlich vermehrten.
In den Vorstädten waren die Vorbereitungen entweder nicht so gut getroffen oder die Zuzugbanden waren nicht rechtzeitig zur Stelle. Als die Aufrührer sich hier in den Besitz von Straßen und Plätzen setzen wollten, wurden sie zusammengeschossen. So wurde Praga, die große Vorstadt am Ostufer der Weichsel, alsbald befriedet, während sich in der Stadtmitte die heftigsten Kämpfe entwickelten.
Die ersteh Maßnahmen des Wehrmachtkommandanten von Warschau machten bereits einen grundsätzlichen Unterschied zwischen kämpfenden Aufständischen und der unbeteiligten Zivilbevölkerung, denn nach einwandfreien Feststellungen ist die Bevölkerung von Warschau zu ü b e r 9 0 v. H. von diesem Aufstand überrascht worden und lehnt ihn a b. Die deutsche Wehrmacht hätte die Zivilbevölkerung in den Kellern und Häusern der Kampfbezirke lassen können, so daß die Lebensmittel knapp geworden wären. Die deutsche Wehrmacht hätte ferner die gesamte Wasserzufuhr absperren können, so daß durch die dann ■ ausgebrochenen Leiden .der Zivilbevölkerung ein unmittelbarer Druck auf die Banditen ausgeübt worden wäre. Sie hat jedoch keinen Gebrauch davon gemacht. Warschaus Bevölkerung \steht unter dem Schutz unseres Reiches und unserer Wehrmacht. Wir haben die Bevölkerung durch die Kampfzonen hindurchgeschleust. Wir haben Frauen und Kinder aus den Kellern der brennenden Häuser, tdilweise unter eigener Lebensgefahr, herausgeholt und in Sicherheit gebracht. Wir haben Kranken und Siechen die Möglichkeit gegeben, bestehende Krankenhäuser und provisorische Sanitätsstellen aufzusuchen und dort zu verweilen. Den Erzbischof von Warschau, der sich in einer von Banditen überrumpelten Gegend aufhief? brachten wir mit einem Panzerspähwagen aus dem gefährdeten Bereich heraus und. gaben ihm Gelegenheit, das Elend von Warschau, das die Auf-
(Fortsetzung siehe Seite 2)
Meister der Tarnung
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Ein Kamerad ist dem Scharfschützen bei der Tarnung mit behelfsmäßigen Mitteln, wie sie der Soldat überall im Feld findet, behilflich.
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Peter Trift
Es wird uns angesichts der militärischen und politischen Ereignisse dieser Monate immer klarer, daß der Feind sich veranlaßt sieht, alle seine RrafT auf.'eitie schleunige Beendigung des Krieges in seinem Sinne zu konzentrieren. Ebenso klar ist es uns, daß diese Absicht vereitelt wird, weil sich das kämpfende Deutschland durch keinen Schicksalsschlag beirren läßt und seiner am Ostkrieg äußerst elastisch gewordenen Kriegführung den härtesten Willen zum' Durchstehfen, komme, was da wolle, beigesellt. Wir stehen in einer Zerreißprobe, wie sie nur von sehr starken Völkern und ganz großen politischen Ideen bestanden werden kann. Wir verzeichnen Ausschei- düngskämpfe, die immer härter werden. Was allmählich übrig bleibt, ist Spitzenklasse. Was ferner lief, schied vor längerer Zeit aus. Die gute Klasse, die sich bis kurz vor Toresschluß zu behauptet pflegt, beginnt jetzt auszufallen.
Zu der guten Klasse gehören die Finnen, nicht, nur im Sport. Wir haben die Zähigkeit dieses lebenstüchtigen Volkes stets anerkannt. Aber Selbst Finnland ist fertig. Jedenfalls besagt das der Weg, den Helsinki soeben einschlägt. Wie das Volk Finnlands den offiziellen Bruch mit dem deutschen Waffengefährten beurteilt, ist noch nicht zu sagen. Das kleine Volk blutet seit Jahren aus gefährlichen Wunden, hat weit über seine Kräfte gekämpft, und viele werden bei ihm ähnlichen Empfindungen nachgeben, wie sie angesichts der Ruhmredigkeit der Alliierten und der Schwäche der eigenen Führung 1918 auch gute Deutsche beschlichen. Finnland befindet sich in einem politischen System, das trotz äußerlicher Unterschiede im Grundsätzlichen dem deutschen jener .Herbsttage am Schluß des ersten Waffenganges ähnelt. Vor allem in den internationalen Querverbindungen rein materialistisch eingestellter Parteigruppen von großem Einfluß. Das wissen wir nicht erst seit-gestern. Auch nicht erst seit’der Frühjahrskrise, da Finnland über Schweden schon einmal; britisch-amerikanischen Wünschen entsprechend, Verhandlungen mit Moskau begann. Damals schauderte Finnland noch einmal vor dem Abgrund zurück, den die Sowjets mitleidlos vor ihnen aufrissen. Inzwischen hat die alliierte Diplomatie alles getan, und Stalin hat dem vermutlich entsprochen, die Schrecken einer vgn ihnen beherrschten Nachkriegswelt zu ver-, nebeln und mit Schleiern zu bedegken. Es handelt sich um das echt britische Kunststück, den Völkern vorzugaukeln, es werde angesichts des , dringenden Wunsches der Alliierten nach Beendigung des Krieges ihnen auf Konzessionen für -die nicht ankommen, welche sich rechtzeitig zum Guten bekehren. Die ewigen Erzberger begrüßen wie immer die gleißnerische Lüge, wenn sie bloß in einigermaßen erträglichem Jargon ausgedrückt wird. „Wenn, wir brav sind und alles bekennen, dann werden sie uns schon verzeihen . , Daß Finnland nun einem Erz* berger-Sentiment unterliegt, paßt wenig zu diesem Volk. Indes, wer mitten im Kampf zu verhandeln anfängt, äußert eindeutig Schwäche, selbst wenn die Verhandlungen das erstemal würdig abgeschlossen werden. Beim zweitenmal, wie es jetzt -der Fall ist, bietet das kleine Land nun doch den Beweis für den Grundsatz, daß von Haus aus anständige Völker verraten und verkauft sind, wenn sie demokratisch-parlamentarisch gelenkt werden und damit den Wortführern feindlicher Interessen Sitz und Stimme bei