Ausgabe 
(29.8.1944) 236
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der Nationalsozialisten Bremens

reinen

Dienstag, 29. August 1944

Einzelpreis 15 Rpi

Washingtons Raubpläne gegenüber Island

^ußenm/n/ste/- Thor gegen USA.-Imperialismus — Völlige Ohnmacht der Insehäuber gegenüber den Sowjets statt Modeartikel — Taramatten

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

BZ, Berlin., 28. August. Der isländische Innenminister Vilhjalmar Thor gab sei­nen, Bedauern über gewisse .Andeutungen In der nordamerikanischen Presse Ausdruck, wonach das Abkommen der USA. mit Is­land, das einen Rückzug der. nordamerikani- ichen Militärsireitkräfte nach dem Kriege vorsieht, nicht zur Ausführung gelangen würde.

Thor, der sich zu einem Besuch in Washington aufhälf, erklärte dort: „Ich hege den testen Glauben, daß die Regierung der USA keine militärischen Absichten auf fremde Länder und keinen Wunsch nach territorialer Ausdehnung hat".

Diese kleine, aber höchst aufschlußreiche Notiz aus Island wirft ein bezeichnendes Licht auf die „Weltbeglückungspläne“

Rooseveits. Das isländische Volk sieht sich also schon heute um die Hoffnung betrogen, daß es mit dem Ende des Krieges wieder souverän über sein Land werde verfügen können Denn immer deutlicher enthüllt der US A - Weltimperialismus sein wahres < esicht. Roosevelt möchte zusam­men mit Stalin die Welt aufteilen. Das ist die Wahrheit, und keine der Phrasen, mit denen der USA.-Präsident unter den Neu­tralen auf Fischfang geht hält vor dieser Wirklichkeit stand.

Auch bei der Behandlung eineT weiteren

Frage tritt diese Tatsache in Erscheinung, _

die immer wieder die Gemüter der kleinen --Panzerspähwagen Staaten bewegt und die jetzt erneut von der Madrider Zeitung „ABC" angeschnitten wird. Bekanntlich hatten sich die Nord­amerikaner dafür stark gemacht, die euro­päischen Länder mindestens teilweise vor

sich zum Herrscher des östlichen Europas von der Arklis bis zum Aegäischen Meer machen" wolle. Wenn aber gar die kiirz- liche Vereinbarung zwischen der Sowjet­union und der Tschecho-Slawakei tatsäch­lich durchgeiührt werde, so werde Rußland auch der „Herr von ganz Mitteleuropa“ sein.

Gelinge es Tito sodann noch, wie er das auf Moskaus Befehl offenbar beabsichtige, Serbien aufzuteilen, so würde die Sowjet­union auch zum „Beherrscher des Balkans" werden. Das Blatt fügt an diese Erkenntnis

die bezeichnende Frage: „Können wir es uns erlauben, mit Rußland zu streiten?" und gibt in dem skeptischen Unterton dieser Frage auch schon die verneinende Antwort

Aber auch die tatsächlichen Ereignisse unterstreichen die völlige Machtlosigkeit Englands und der USA gegenüber Moskau, wenn alle jene Staaten, die durch deren verräterischen Umtriebe vom Reich sich in den englisch-amerikanischen Einfluß retten zu können glauben, alsbald in die Hände

deT Sowjets fallen. Es ist schon so, wie die finnische Zeitung „Kauppalethi" schreibt, daß nämlich das Schlagwort von dem „Schnellzug des Friedens", den man noch bei Zeiten zu erreichen trachten müsse, für die in Frage kommenden Länder in Wirk­lichkeit nichts .anderes sei, als ein Zug nach Sibirien. Mit anderen Worten also: die Sowjetunion nimmtm sich, was ihr paßt und die USA schauen, wie dies das Beispiel Island zeigt, zu, was für sie dann noch zu nehmen übrig bleibt.

Feindlicher Großangriff auf Brest

Festungskommandant lehnte Aufforderung zur Übergabe ab — Hartnäckiger Widerstand der deutschen Stützpunkte in Paris — Schwere Durchbruchskämpte in Rumänien — Hartes Ringen im Weichselbrückenkopt

der andringenden Woge des Bolschewismus j 9 ew inn erzielen.

dnb. Ans dem Führer ha uptquaf- Her, 28. August Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Raum westlich Rouen griff der Feind auch gestern unsere Nachgruppen aui dem Südufer der Seine scharf an, blieb jedoch überall im znsammengeiaßteri Abwehrfeuer liegen.

Ein feindlicher Brückenkopf östlich E1 b e u f wurde im Gegenangriff eingeengt Er­neute feindliche Angriffe scheiterten dort unter Abschuß von 20 Panzern und sechs

Nördlich Maates versuchte der Feind seinen Brückenkopf zu erweitern, konnte jedoch trotz Einsatzes starker Infanterie- und Panzerkräfte nur geringen Gelände­

rn bewahren. Das ging so weit daß gesagt wurde, die USA. könnten, derartigen sowje­tischen Aspirationen gerade auf Grund ihres BfcKteisverhäitnisses zum Kreml am besten eatgegeatreten Nur so sei es möglich, die Wünsche der Sowjets In maßvollen Gren- m zu halten. —ABC" drückt nunmehr an dieser nordamerikanischen Argumentation lebhafte Zweifel aus. Sie stellt die Frage, ob Amerika auch jene Länder vor dem kom- wmistischen Chaos zu retten bereit sei, die im direkten Aktionsbereich der Sowjetarmee fegen Das Blatt vertraut den Versprechun­gen Rooseveits keineswegs, sondern vertritt eine realistische Politik, wenn es die Frage aufwirft, bis zu welchem Grade militärische Md strategische Notwendigkeiten die USA. geradezu dazu zwingen könnten, andere Völker der kommunisitisehen -Expansion wszuliefem, ohne etwas dagegen zu tun. Hinter dieser Fragestellung will die spa­nische Zeitung offenbar die Erkenntnis ver­fetten, daß die USA. praktisch gar nicht in der Lage sind, dem bolschewistischen Aus- fehnungsdrang .militärisch zu begegnen und daß damit selbstverständlich auch ihre poli­tischen Bemühungen ln dieser Richtung, wenn solche überhaupt vorhanden sein soU- ten, von vornherein zum Scheitern verurteilt Viren,

Ke Ausführungen der spanischen Zeitung sind deshalb so wesentlich, weil sie eine seit präzise Zurückweisung der ganzen, von ~ B Anglo-Amerikanern entworfenen poli- üschen Fata morgana bedeuten, die juiter der Frage: „Wollen wir Rußland aus wopa heraushalten?" immer wieder in eng- ischen und amerikanischen Zeitungen als 51085 der wichtigsten Beeinflussungsmittel pgenüber den Bündnisstaaten Deutschlands gegenüber der neutralen Welt auf- aucht Daß es sich hierbei um einen aus- 9 e sprochenen Dummenfang handelt, W. aber schon aus den zahlreichen eige- f. n , en tt-* 5 c l‘ el ! und amerikanischen Einge- ndmssen hervor, die die vollkommene , mnacbt Londons sowohl wie Washing- s gegenüber den bolschewistischen An- «hen zugeben.

o schreibt erst dieser Tage die englische rare Post", es sei klar, daß „Rußland

In Paris leisten zahlreiche deutsche Stützpunkte weiter hartnäckigen Widerstand. Von Panzern unterstützte Angriffe des Geg­ners aus der Stadt heraus , nach Nordosten wurden durch Gegenangriffe zum Stehen gebracht

Im Ranm südöstlich Paris drängte der Feind unsere Truppen in heftigen Kämpfen gegen die nntere Marne zurück.

Eine Aufforderung zur Uebergabe, die die Nordamerikaner an den Kommandanten der Festung Brest gerichtet hatten, wurde ab­gelehnt Der Feind trat daraufhin gestern mit starken Infanterie- lind Panzerkräften zum Großangriff an. Die Kämpfe nahmen im Lanfe des Tages immer mehr an Hef­tigkeit zu. Die Besatzung von Brest schlug jedoch, von Heeres-, Marine- und Flakbat­terien wirksam unterstützt alle Angriffe ab. Der Gegner hatte hohe blutige Verluste und verlor sieben Panzer. Einige örtliche Ein- bruchsstellen im Festnngsbereich wurden abgeriegelt

Unsere Bewegungen im Rhonetal ver­laufen planmäßig. Mehrere Versuche des Feindes, sich von Osten her auf die Tal­straße zu setzen, scheiterten.

Kampffähren und Schnellboote versenkten im Seegebiet westlich F d c a m p im harten Gefecht gegen einen stark gesicherten Kreu­zerverband einen feindlichen Zerstörer und ein Schnellboot Zwei eigene Fahrzeuge gingen verloren, andere wurden beschädigt Vor der südfranzösischen Küste wurde ein feindlicher Kreuzer von italienischen Kampf­mitteln durch Torpedotreffer schwer be­schädigt

Im französischen Ranm wurden 174 Ter­roristen im Kampf , niedergemacht

Schweres V 1 -Vergeltungsfeuer liegt auf London.

In Italien führte der Feind im Arno- Abschnitt mehrere vergebliche Aufklärungs- vorstöße. An der Adriatischen Küste blie­ben stärkere Angriffe des Gegner erfolglos.

In Rumänien stehen unsere Truppen beiderseits des unteren Prutb weiter ln schweren Durchbruchskämpfen. Im weite­ren Vorstoß nach Süden und Westen hat der Feind den Sereth überschritten und Foc- sani trotz erbitterter Gegenwehr unserer

Truppen genommen. Er verlor dort zahl­reiche Panzer.

Gegen den Versuch des Gegners, über die Ojt-Karpaten in Ungarn einzudringen, sind Gegenangriffe ungarischer und deut­scher Truppen in gutem Fortschreiteri. Bei und nordwestlich Pialra-Neamt schei­terten sowjetische Angriffe.

Im Weichselbrückenkopf westlich Bara­tt o w sind harte Angriffs- und Abwehr- kämpfe im Gange, Zwischen Weichsel und Narew setzten die Bolschewisten ihren Großangriff fort und dehnten ihn nach Nor­den auf den Bobr-Abschnitt aus. Sie wurden in harten Kämpfen abgeWiesen, mehrere Ein­brüche abgeriegelt.

Nordwestlich Mitau, nordwestlich Mo- d o h n und nordöstlich Walk brachen hef­tige feindliche Angriffe am zähen Wider­stand unserer Truppen zusammen.

In. den - Raum nördlich Dorpat vorge­drungener Feind wurde im Gegenangriff auf- gefangen.

In Lufikämplen und durch Flakartillerie der Luftwaffe wurden über der Ostfront 50 feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Feindliche Bomber griffen bei Tage unter Wolkenschutz einige Orte in West- und Nofddeutschland, darunter Duisburg und Emden, an. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen oberschlesisches Gebiet.

ln der Nacht warfen einzelne feindliche Flugzeuge Bomben auf Mannheim und L n d w i g s h a f e n.

24 feindliche Flugzeuge wurden bei diesen Angriffen* abgeschossen.

In Angriff und Abwehr hervorragend geschlagen dnb. Ans dem Führerhauptquar­tier, 28. August Zum heutigen OKW.-Be- richt wird ergänzend mitgeteilt:

In den seif Ende Juli andauernden Kämp­fen an San und Weichsel hat sich die be­reits vielfach bewährte ostpreußische 24. Panzer-Division unter Führung von General- lentnant Reichstreiherr von Edelsheim grneu! in Angriff und Abwehr hervorragend geschlagen.

81 Flugzeuge abgeschossen dnb. Berlin, 28. August Nach nach trag lieh einlanlenden Erfolgsmeldungen deut­scher Jagd- und Schlachtfliegerverbände hat sich die im heutigen OKW.-Bericht mitge- teilte Abschußzahl von 75 feindlichen Flug­zeugen über dem Reichsgebiet and dem Westkamptraum weiter erhöht. Im Laute des 26. August und in der Nacht zum 27. August wurden insgesamt 81 feindliche Flugzeuge, darunter 65 Bomber, abgeschossen. Außer dem wertvollen Flugzeugmaterial verlor der Feind damit im Laufe von 24 Stunden rund 500 Mann seines fliegenden Personals.

Der Generalansturm in Ost und West

Todesurteil für das Bombenflugzeug

E'Jcenntn/sse und feindliche Militärsachvet ständige üb ei V1

Kahtbsricht unserer Berliner Schriftleitung

feiiLa Berlin ' 28 - August. Der fort- diirrh 7 Eesctlufi der britischen Hauptstadt ttienn i deutsclle Vergeltungswaffe Nr. 1, ien »J - 3 . ine der revolutionierenden Waf-

8 er *, daß" chrift „News Week" und fol- daß’ es sicil beinahe von selbst verstehe, ®°obe * ak etenbombe für das Artiil er : n , 1 u 9 z e u g als . weittragende ®aas Todesurteil bedeute.

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auf der Hand. Sie kann in jeder beliebigen Größe hergestellt und von jeder Stelle in gewünschten Mengen abgeschossen werden wie eine Granate. Aber sie hat keine kom­plizierte Maschinerie nötig wie die einer Kanone oder eines Flugzeuges. Sie nimmt auch keine Besatzung mit upd verursacht deshalb auch keine Verluste von Kampf­truppen durch Einwirkung feindlicher Ab­wehr. Ihre Starteinrichtungen liegen unter der Erde, so daß die Zerstörung außer­ordentlich schwer ist" Die fliegende Bombe ist in der üblichen englischen Weise auf­genommen worden. Zuerst wurde sie ver­spottet, dann verleumdet und herabgesetzt, als ob sie gar keine Wirkung habe. Dies sind aber bei den Engländern die sichersten Anzeichen dafür, daß sie etwas ernst nehmen.

V 1 fliegt weiter

dnb Stockholm, 28. August Wie Reu­ter meldet, wurden die Angriffe mit V-l- Geschossen auf Südengland einschließlich dem Raum von London auch am Montag fortgesetzt

Von unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 28. August Der Generalan sturm der Feindkoalition im Osten und Westen mit seinem unbedingten Willen zu weitausholenden Bewegungen läßt durch die Stärke der eingesetzten Kräfte die Ver­mutung zu, daß hier die Feinde des Reiches einer Entscheidungsschlacht zu­streben, die die Möglichkeit eines zeitlichen Brückenschlages zum Aktivwerden neuer deutscher Waffen ansschal­ten und die Stabilisierung der Fronten In festen Linien Überholen will.

Diese Annahme wird durch die gesteiger­ten Luftangriffe der letzten Tage unter­strichen wie auch durch die Aktivität feind­licher Seestreitkrälte vor den fran­zösischen und niederländischen Küsten, die neue Landungspläne des Gegners anzudeuten scheinen.

Die deutsche Reaktion auf den feindlichen Willen zn einer schnellen Entscheidung kann nur in Maßnahmen bestehen, die sich diesem Willen entgegenstemmen und dabei mit sparsamsten Mitteln operieren.

In" Frankreich dreht sich der eigent­liche Kampf um den Abschnitt, in dem der nach Osten gerichtete Druck des Feindes von den deutschen Truppen aufgehalten werden soll, während der südfranzö­sische Ranm unter dem Blickwinkel be­trachtet, werden muß, daß er erst nach dem Abschluß des Waffenstillstandes in dem Augenblick aus Sicherheitsgründen besetzt worden war, in dem die Westmächte ihren Einbruch in Nordafrika Vornahmen. Unter der Notwendigkeit des sparsamsten Kräfte­haushaltens und dem Fortfall der ursprüng­lichen Bedingungen zum Halten dieses Rau­mes mußten sich naturgemäß weitgehende,

Entschlüsse formen, die sich in Absetz­bewegungen in Mittelfrankreich äußern. Mag mit diesen. Bewegungen die Aufgabe eines größeren Gebietes verbun­den sein, so ist das Hauptaugenmerk doch $uf jene östlicheren Abschnitte zu richten, wo der Gegner -südlich von Paris die Seine an verschiedenen Stellen über­schritt und die deutschen Verbände auf den Unterlauf der Marne zurückdrängte. Die Ereignisse sind noch zu sehr im Fluß, um bereits eine abschließende Wertung zuzu­lassen. Sicherlich werden die nächsten Tage eine klarere Schau ermöglichen.

An der Ostfront wird das militärische Ge­schehen dnreh die Vorgänge in R u m ä n i e n beherrscht, wo der Gegner seine stärkste ’ Aktivität entfaltet, selbst unter Minderung seines Angriffs- drucks an den ri 5 r d 1 i c h.e r gelegenen Abschnitten.

Die Bolschewisten stoßen in beschleunig tem Tempo gegen den westlich vom Pruth gelegenen Sereth vor, den sie zum Teil bereits überschritten haben. Daneben rich­tete der Gegner Vorstöße am unteren Se- reth in Richtung G a 1 a t z, um den . dort befindlichen Uebergang über den in das Donauknie einmündenden Pruth zu bedrohen.

Auf starke de ul sch-ungarische Gegenangriffe stieß der weitere Plan des Gegners, das südliche Siebenbür­gen anzugreifen.

Die bevorstehenden Vorgang? in diesem Raum sind - natürlich vorläufig ‘durch die politischen Ereignisse in Rumänien bestimmt und zwingen zu weitgehenden Konsequen­zen, die die ursprüngliche Aufgabe eines Schutzes der rumänischen Grenzen jetzt rei­nen strategischen Gesichtspunkten unter- ordnen.

Neue Ritterkreuzträger dnb. Berlin, 28. August. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreu­zes an: ff-Obersturmbannf. Erich E b er­härt, Erster Generalstabsoffizier d. W-Pan- zerdiVision „Totenkopi“; ff-Sturmbannführer Adolf Pitscheliis, Abteilungskomman­deur in der ^-Panzerdivision „Totenkopi"; ff-Obersturmführer Adolf R e e b, Zugfüh­rer in einem Panzer-Regiment der ff-Panzer- division „Das Reich"; ff-Obersturmiührer Alois Kalls, Kompanieführer in einer schweren ff-Panzerabteilnng. — Weiterhin an Generalleutnant Johann Pflttgbeil, Kampfkommandant von Mitau; Oberst Jo­hannes Sioltenbnrg, Kommand. eines Artillerie-Regiments; Oberstleutnant i.' G. Hans Schoeneich, Erster Generalstabs- offlzfer einer hessisch-thüringischen Panzer­division;

Vergebliche Britenlist

dnb. Berlin, 28 August Auf die deut­schen Stellungen an dex Höhe 112 im Raum von Caen hämmerten pausenlos die Grana­ten. In ihren Schützenlöchern saßen die Grenadiere. Plötzlich kam in ihre Ohren ein neuer Ton. Die 'Granaten heulten anders heran,, und wenn sie einschlugen, so klang das gemütlicher, und die Fetzen und Erd­schollen flogen nicht. Nur einen Augenblick lang wunderte sich der Kompanieführer über den tieferen Sinn dieser neuartigen „Granaten", dann brüllte erf „Raus!”, Und jäie Grenadiere kamen gerade noch zurecht,

' um die Briten zwischen den Einschlägen ihrer eigenen Granaten heranrücken zu sehen. Sie hatten zum Schluß Ihres Ver­nichtungsfeuers geschickt erdachte Knall­attrappen geschossen, die unsere Grena­diere so lange niederhalten sollten, bis die Briten über ihnen waren. ■'

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Mit immer größerer Intensität schafft Deutsch­land für seine Rüstung. Die Frauen, die früher Handtaschen und■ Knüpfdecken schufen, ferti­gen jetzt u. «. Tammatten aus einem neu­artigen Werkstoff.

Von

Korvettenkapitän Rudolf Krohne

Zwei Monate nach Beginn der Invasion ist es den Anglo-Amerikanern gelungen, aus. der Enge der Küstenstellungen zn jener operativen Entwicklung ihrer Streitkräfte zu kommen, die wir als das Ziel einer moder­nen Großlandung bezeichnet haben. Wenige. Tage später erfolgte, wie ebenfalls erwartet, eine zweite Landung östlich von Toulon. Wenn auch ein. schneller Vorstoß ins Lan­desinnere hier bisher nicht gelungen ist. konnte sich der Gegner doch in dem für eine Landung relativ günstigen Raum fest­setzen, neue Truppen Arid schweres Kriegs­material landen.

Wir haben keine Veranlassung, die Ent- s.chlossenheit unserer westlichen Gegner zu. bezweifeln,' in wuchtigem und flüssigem Vor­stoß von Nordwesten auf und über Paris hinaus und von Südfrankreich nach Norden eine Vereinigung der Invasionsarmeen an­zustreben. Es wäre nicht nur töricht, son­dern leichtfertig, wenn das deutsche Volk den Ernst der entscheidungsvollen Monate, die vog uns liegen, verkennen würde Daß dies nicht der Fall ist, zeigen energische Entschlüsse der Führung wie die auf den totalen Krieg abgestellten weitnreifenden und gründlichen, Maßnahmen des Reichs­bevollmächtigten für den totalen Kriegs- einsatz, Dr. Goebbels: Das beweist auch die ruhige Entschlossenheit, mit .der das deutsche Volk jede der Bestimmungen erwartet und aufgenommen hat.

Während die EntVicklung auf dem fran­zösischen Kriegsschauplatz in Fluß geraten ist, hat sich der deutsche Widerstand im Osten nicht nur zusehends versteift, sondern ist aus Abwehr und Absetzbewegungen zu angriffsweiser Bereinigung bedrohter Front­abschnitte übergegangen. In Italien ist die Kriegslage im ganzen unverändert Es darf nicht verwundern, daß, im Gegensatz zu der wachsenden Zurückhaltung des mit verloge­nen Siegesmeldungen sonst keineswegs spar­samen Kreml, die Publizistik der Anglo- Amerikaner mehr denn je deD Eindruck zu erwecken sucht als habe sie den sicheren Sieg in der Tasche. Schon mehr Beachtung kann man dem Umstand schenken, daß Eisenhower und Montgomery beinahe täg­lich in stärksten Tönen an ihre Truppen ap­pellieren, in ihren Anstrengungen gerade jetzt nicht zu versagen, vielmehr die Chance eines „einmaligen Höhepunktes der alliier­ten Kriegsanstrengungen" auszunutzen. Das deutsche Volk — gleich weit davon ent­fernt angesichts der' vor uns liegenden schicksalentscheidenden Wochen die Ner­ven zu verlieren oder sich über den Ernst der Lage hinwegzusetzen — stellt sich nüch­tern die Frage: „W a s bedeu t en die Er­eignisse des letzten Monats für den weite­ren Verlauf des "Krieges?"

Ohne die im Ton -reichlich forschen For­mulierungen Eisenhowers ernster zu neh­men als sie es verdienen, finden wir doch in dem Satz von dem „einmaligen Höhe- ’punkt der alliierten Anstrengungen" einen Fingerzeig für die Beurteilung der Lage. Kürzlich konnte man in einer führenden britischen Zeitunq in einem Aufsatz, der im übrigen reichliche Vorschußlorbeeren pflückte, den Stoßseufzer lesen, daß „selbst wenn es gelänge, die Deutschen bis zur Maqinotlinie oder gar bis zum Westwall zurückzudrängen, es immer noch völlig rät-