Ausgabe 
(20.10.1943) 290
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brachte die erste BcranslallM« k :s BC. HeroS-Eintracht Haanmim uropameister Herbert MrMz ! gewann beide Kämpie. Lei Wti :r ersten Runde schwer anMi-e « brach der Ringrichter loeze» mi >en ungleich gewordenen lkinU L im lltürnberg in seinem« W üren, der sich nur nach UM za Schwergewicht schickte EuiiMich! weraner Kurt Kohlbrecher «ich«, er Ringrichter dem Gesicht ein U ewichtStlaise erhielt der deutsch! Z» ildenburg? den Punktsieg über W hlllmri" " ' ' ..

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» dorcki die Seile klettern.

gkschetnt 7mal wöchentlich

N«natsb-rag 3.30 RM «inlchi Znstellgedühi; Mt->u»-a«is monatlich r,30 RM letnschl. ^ , x,s P-siz-Itnngsgeirhrj zuzügt <2 Rps xck-llgeld Postscheck, Hamburg 17273. «nzri- agriise and Snfnahmed-dlngunge» lt Prei llsü. «lusnahmetermii» ohn« N-rbindlichk-it.

vremerZettuny

>ie Layeszettung üev NarionalldziaMen. vremens

iigermcistrrs der Zielen Hanscstabt vrrmen flrntliches verkündungsblatt des Ticichsstattballers in Oldenburg und vrcmen

Gefchüflsstettenl

vremea Leeren Kur « IV »I Älachnv» v sonntags r i7SS: Obernstr. 88 Ruf L tS 8t Cyke' Müblendamm 2: Vr -Kemettnflen Vadn- hoffiroße 8 Tcke PoNstrofir Rnt 48488- Vr - Deaela»' Nof-rstr S4 Nnt 4 o 8' Nr'Vsnm-N' ttzas: Kavl-Davinann'Elr 41/48. Ral 88 v 88

par^eimnttictie ^cryeszettuna

gas flmtsblatt des Negierenden viirgermcis lrrs der Zielen Hansestadt vrrmen

Nr. 290 , 1Z. Jahrgang

Mittwoch, 20. Oktober 194Z

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Lilksra im Lreurkeuer

Parallele mit Portugal abgelehnt

Trahtbericht unseres Vertreters

r.w. Mfara, 1S. Oktober. Der angelsäch- Men l^erpropaganda in der Türkei mit dem Azorenbeispiel zu einem neuen

die türkische Neutralitäipoli- ti! auMv>erten. ist rasch eine neue Nerven- lampagne der englischen und amerikanischen Presse gefolgt. Angeführt von der Newyor- ler und der LondonerTimes" eröffneten die beiden Demokratien eine deutlich die Zei­chen einer gemeinsamen Absprache tragen» den Leitartikel-Kanonade . Unter dem'Motto Nahöstliche Neutrale" wurde die Türkei di­rekt angesprochen mit dem drohenden Be­merken, es sei der Zeitpunkt gekommen, daß die Alliierten jede politische Haltung und jede Neutralität, die dazu dienen, den Krieg hinauszuzögern, als untragbar ansehen mütz- ien. Die englischen und amerikanischen Blät­ter gingen sogar soweit. Ankara mitzuteilen, dass die Türkei ebenso wie Portugal über Liiitzpunkie verfüge, die den Alliierten nütz­lich sein könnten.

Die türkische Reaktion auf diese neue Kam­pagne steht im Zeichen einer absoluten Ruhe und einer kühlen Ablehnung in Form einer ' sachlichen Prüfung der Eesamtlage. Wenn man in London und Washington die Absicht gehabt haben sollte, die türkische Oeffentlich- keit unter eine erhöhte Spannung und die verantwortlichen Kreise unter Druck zu setzen, mutz man die daran geknüpften ^Hoff­nungen sofort abschreiben. Die türkische Llaatsführung hat jedenfalls dafür gesorgt, das, dieser Versuch der Unruhestifter gar nicht bis zur Oefsentlichkeit vordringen kann. Weder die amtliche Agentur noch der Rund­funk oder irgend eine andere türkische Zei­tung haben bis jetzt den Engländern und Amerikanern den Gefallen getan, auch nur eine einzige der von den anglo-amerikanischen sinsormationsbüros massenweise einlaufenden Agitationsstimmen zu beachten, geschweige den» in der Oeffentlichkett zu verbreiten. Diese wird vielmehr bewußt in der Ueber­zeugung gefestigt, datz die Regierung ent­schlossen ist. dem Land unter allen Umstanden die Neutralität und den Frieden zu be­wahren.

Entschieden wird der Versuch zurückgewie­sen. zwischen der Türkei und Portugal Pa­rallelen zu konstruieren, Die Türkei, so wird betont, umfasse in ihrem Staatsgebiet als geschlossenes Ganzes rein nationalen Boden und sei in keiner Weise irgendwie von den Alliierten abhängig. Der Staat sei aus eig^, bei Kraft geschaffen worden und fühle sich stark genug, auch in Zukunft.lediglich aus seinen eigenen Kraftquellen und Reserven

sm schöpfen. Ein Versuchs das Land über die

ifwge von Stützpunkten in eine heikle ftage. bringen zu wollen, komme damit dem Ver­such gleich, die Belange der ganzen Natron zu berühren und müsse seine Reaktion in siuer geschlossenen Haltung des türkischen Volkes finden.

! Man läßt die türkische Oeffentlichkeit nicht >m Zweifel über die Erfüllungsberertschaft ber Regierungen in London und Washington gegenüber den sowjetischen Forderungen. Auf­merksam und ausführlich werden deshalb die tetzts» Stimmen, die Moskau am Vorabend bsr Konferenz laut werden lägt/ausgeführt, b.e alle aus die Forderung hinauslaufen. Losonige Matznahmen zur Realisierung der »werten Front. Das sei das einzige Verhanv- tungsihema. das der Kreml anerkenne. In diesem Zusammenhang gewinne der erneute Versuch Londons und Washingtons, an die -urlci unter Aufrollung des Stützpunktpro- blems heranzutreten, besondere Bedeutung.

->e britische und amerikanische Propaganda

bulet sich aber wohlweislich, weiter zu gehen beb etwa die Frage zu beantrporten. welcher drei alliierten Stützpunkte auf türkischem "oben sie haben wolle. In englischen und omerilanischon Kreisen in der Türkei wird einigen Tagen dazu die Theorie ver- neirn, es sei immerhin möglich, datz qowifse Vorgänge, die sich im europäischen Gebiet bor Dürkei als notwendig erweisen können >wobej die Meerengen zu dem europäischen Gebiet geschlagen werden.)., flicht. notwen­digerweise die Neutralitätspolitik der u.urkei berühren müßten.

.. «olbstverstäiidlich ist man in Ankara allen dmen Meiifungstendcnzen gegenüber augerst >°°chmm. Aber dennoch bewahrt man die °u» -bisher gezeigte selbstsichere Rolle die bor den Willen gegründet ist. die Neutrali- '"fopolitik des Landes durch keinerlei Vor- bovge erschüttern zu lasten.

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Trahtbericht unseres Vertreters

Stockholm, 49 Oktober. Der USA-- ^»atssekretär Lordell Hüll sowie der bri- luche Außenminister Anthony Eden sind am Moniug auf dem Moskauer Flugbafen em- sittroffen. wie amtlich bekanntgegeben wird. '^«chzeitig mit Null und Eden ist auch der "rus USA-Botichatter in Moskau. Avcrcll siornman. sowie der Stabschef beim bnn- . Verteidigunqsmlnisterium. , General Aastings Isman. und §n!ssun1entaats- .r>rktär im Forejqn Office. William -trang. der sowjetischen Hauptstadt eingetroffen.

Aus dem Führer Hauptquartier 19. Okto­ber. Zum Abschluß einer vom Chef des. Oberkommandos der Wehrmacht veranstalteten Tagung, bei der von füh­renden Persönlichkeiten des Staates und der Partei Vor­trüge weltanschaulichen und innenpolitischen Inhaltes ge­halten wurden, empfing der Führer die Tagungsteilneh­mer und sprach zu ihnen über die politische und militä­

rische Lage. An der Tagung nahmen teil die Wehrkreis- Befehlshaber, die Oberbefehlshaber der Marine-Ober- Kommandos und Kommandierenden Admirale sowie die Kommandierenden Generale der Luftgaukommandos mit ihren Chefärzten und Chef-Intendanten, ferner eine Reihe höherer Offiziere und Beamte der Oberkommandos.

8cd«lere Hsmpke sm initiieren vnjspr

/'sinc/Zicks Angriffs nä/c/Zick f(isw oufgsZcrngsn /n 5üc/itc>Z,sn Zsbfiotls änZic/is /(ompstätZyfcsZt

Aus dem Führerhauptquartier, 19. Oktober. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:Nördlich des Asowschen Meeres Netzen die feindlichen Angriffe gegen­über den Vortagen an Heftigkeit nach. Sie scheiterten wiederum unter hohen blutigen Verlusten der Sowjets. Am mittleren Dnjepr unternimmt der Feind zwischen Dnjepro^- fi e t r o rv s k und Krementschug seit eini­gen Tagen unter Zusammenfassung stärkster Kräfte große Anstrengungen, unsere Abwehr- front zu durchbrechen. Schwere Kämpfe mit den in diesem Abschnitt eingebrochenen sowje­tischen Kräften sind im Gange. Nördlich Kiew wurden starke feindliche Angriffe in mehr­tägigen harten Kämpfen aufgesangen. Im Gegenangriff brachen Panzer und Panzer­grenadiere den zähen Widerstand der Sowjets und schnitten eine feindliche Kampsgruppe von ihren rückwärtigen Verbindungen ab. Im mitt­leren Frontabschnitt wurden die nordwestlich Tfchernigow, südlich Eomel und nord­

westlich Smolensk angreifenden Sowjets überall blutig abgeschlagen. Südlich Weli- kije Luki eroberten unsere Truppen nach Abwehr feindlicher Angriffe das in den Vor­tagen verlorengegangene Gelände im Gegen­angriff wieder zurück.

An der siiditalienischen Front kam es nur in den Bergen des südlichen Apennin zu lebhafter örtlicher Kampftätigkcit. Im Raum von Campobasso warf ein eigener An­griff britrsch-nordamerikanische Kräfte aus einer zäh verteidigten Ortschaft. Gegenan­griffe des Feindes blieben erfolglos.

Britische Fliegerkräste drangen in der ver­gangenen Nacht nach Nord- und West- deutschland ein. Während einzelne feind­liche Flugzeuge Bomben aus einige Orte warfen, griff die Masse der britischen Bom­bet Hannover an. Durch diesen Terror- angrifs entstanden im Stadtgebiet erneut beträchtliche Schäden. Die Bevölkerung hatte

Verluste. Luftvcrteidigungslrästc vernichteten nach unvollständigen Meldungen 1S feindliche Bomber. Fünf Flugzeuge wurden über den besetzten Westgebieten abgeschossen. In der Nacht zum 19. IN. griffen deutsche Flugzeuge Ziele im Raum von London an."

*

Die deutschen Kampfflieger, die in den Rächten zum 18. und 19. Oktober Einzel­ziele im Raume von London bombar­dierten, führten diese Angriffe unter guten Sichtverhältnissen durch. Trotz starker Flak- und reger Nachtjägertätigkeit drangen un­sere Flugzeuge bis über die Stadtmitte von London vor. Die Bomben detonierten in den befohlenen Zielen. Nach Detonation der Bomben ereignete sich eine größere hef­tige Epplosion. Ferner entstanden mebrere Brände, von denen sich einer stark ausbrei­tete und noch längere Zeit beim Abflug beobachtet wurde.

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Aus dem Führerhauptquartier, 19. Oktober. Der Führer verlieh am 19. Ok­tober 1949 Hauptmann Walter Nowotny, Eruppenkommandeur in einem Jagdgeschwa­der, anläßlich seines 2S9. Luftsieges als achten Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern und Brillan­ten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Hauptmann Walter Nowotny ist als Jagd­flieger in der Luftwaffe der sechste Träger dieser höchsten deutschen Tapferkeitsauszeich? nung. Mit 2ö0 Lüstsiegen steht er an der Spitze aller deutschen Jagdflieger. Nowotny hat in den letzten Monaten eine beispiellose Erfolgsserie zu verzeichnen. Am 6. September ds. Js. erhielt er nach 189 Lüstsiegen das Eichenlaub zum Ritterkreuz, dem schon am 22. September nach seinem 218. Luftsieg das Eichenlaub mit Schwertern folgte. Am. Ok- tober meldete der OKW.-Bericht seinen 2ösi. Luftsieg, für den er nunmehr vom Führer die höchste deutsche Auszeichnung erhielt.

Der erst 22jährige Hauptmann Nowotny wurde als Sohn eines Eisenbahnbcamten zu Einund im Gau Niederdonau geboren. Vier Wochen nach Kriegsausbruch kam er zur Luftwaffe. Seit dem Frühjahr 1941 ge­hört er zu einem der bekanntesten deutschen

Jagdgeschwader. Dank seiner Zähigkeit, sei­ner Härte und seines unübertrefflichen An­griffsgeistes hat sich Nowotny in mehr als zweijährigem Einsatz nunmehr an die Spitze der deutschen Jagdflieger gekämpft. Seine ersten drei Luftsiege erzielte er im Juli 1941 über der Insel Oesel an einem Tage. Nach dem dritten Lnftsieg wurde er damals über der .Ostsee abgeschossen und erreichte nur unter unsäglichen Anstrengungen in einem Schlauchboot die rettende Küste. Später erzielte Nowotny-zweimal je 10 Ab­schüsse an einem einzigen Tage. Zwei wei­tere Male schoß er innerhalb von fünf bis zehn Minuten» je vier Flugzeuge ab.

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Fiihrerhauptquartier, 19. Oktober. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:. Hauptmann d. R. Ludwig Franz, Bat-aillonsführcr in einem Grena­dier-Regiment,- Oberleutnant d. R. Adolf Hoyer, Kompaniechef einer Panzer-Aüs- klärungs - Abteilung: Wachtmeister Otto

Diem, Geschützführer in einer Aufklä- rungs-Abteilung, der an der Spitze seiner Kampfgruppe den Heldentod fand.

An/ 81. Juli 1948 war Oberstleutnant Wilhelm Bück als Kommandeur eines Pan­

zergrenadier-Regiments mit dem Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes > ausgezeichnet worden. Am 24. September ist dieser vor­bildlich tapfere Offizier bei den weiteren Kämpfen im, Osten gefallen.

vsr kölner beyüickivünscktkisnsssn

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 19. Okto­ber. Der Führer hat dem Dichter Gustav Frenssen in Bartl (Holstein) zur Vollen­dung seines 80. Lebensjahres tclegraphüche Glückwünsche übermittelt. Reichsminister Dr. Goebbels hat an Frenssen ein persön­liches Glückwunschschreiben gerichtet.

Volksdeutsche ^llgvoätükrsr bei Lxmsnn

Berlin, 19. Oktober. Reichsjugendführer Axmänn begrüßte die zum Abschluß ihres Deutschland-Besuches in der Reichshaupt­stadt weilenden Volksdeutschen Jugendfüh­rer und -fllhrerinnen aus den besetzten Ost- gebieten und ließ sich von ihnen eingehenden Bericht über die. Jugendarbeit in ihrer Hei­mat erstatten. Er sprach der jungen Volks­deutschen Führerschaft für ihre bisher gelei­stete und erfolgreiche Arbeit seine Anerken­nung aus und brachte besonders den Dank zum Ausdruck, Latz diese Jugend ihr Deutsch­tum treu bewahrt habe.

. 19. Oktober. Das Sprichwort

von dem Hasen ist den Amerikanern fremd, aber dem Sinne nach äußerte sich so einer der vielen beim Angriff auf Schweinfurt

abgeschossenen feindlichen Flieger. Es war ein Leutnant der darum bat. seinen Na­

men nicht zu nennen. Der Name dieses jun­gen. blonden Burschen aus den Slldstaaten ist auch nicht interessant: es zeigt vielmehr die Geschichte selbst, was die Feinde von

der deutschen Abwehr denken.

Wir werden mit starken Verbänden ge­startet und sehen guten Mutes unserem Auftrag entgegen, erzählte der Amerikaner. Natürlich wird manche Maschine den Ein­satzhafen in England nicht wiedersehen. Dar­über ist sich jeder klar, der nach Deutsch­land fliegt. Aber bei der Anzahl der ein­gesetzten Maschinen rechneten wir, daß der Prozentsatz der Verluste- gering sein würde. Kaum hatten wir jedoch das Festland er­reicht, als die Hornissenschwärme der deut- iiben Jäger sich auf uns stürzten. Durch mein Fernglas konnte ich sehen, daß die vor uns liegende Welle unserer Bomber auseinander­gesprengt wurde und viele der Viermotori­gen brennend oder trudelnd abstürzten. Uns in unserer Maschine sank der Optimismus jedoch um ein Beträchtliches, das will ich unumwunden zugeben. Aber Befehl ist Be­fehl, wir flogen weiter.

Der Rhein schob sich wie ein breites Band näher. Kaum hatten wir den Strom hinter uns gelösten, als plötzlich det Heckschütze durch das Mikrophon schrie:Tkros kstgbtsrs". Ich sah von der Führerkanzel aus nach hinten. Die uns angreifenden deutschen Jäger konnte ich nicht erkennen, aber andere Maschinen meines Verbandes wurden gleichzeitig von zweimotorigen Zerstörern angeflogen. Min­destens ein Dutzend der blitzschnellen Flug­zeuge muhte es sein, das sich wie wild schie­ßend auf meinen Schwärm stürzte. Unsere Heckenschützen feuerten, was ihre Doppelkano­nen hergeben wollten, aber die Deutschen wichen so geschickt aus, daß ihnen nicht beizu- kommen war. Sie rasten an uns vorüber, drehten ein und schössen von neuem. Leucht- spurmunition fegte herüber und hinüber. Wir hatten schon verschiedene Treffer in Rumpf und Flächen. Ich weiß nicht, wie es geschah, aber die -Maschine links von uns, die Leut­nant Larey steuerte, war für den Bruchteil einer Sekunde in dunklen Rauch gehüllt und fiel dann wie ein Stein in die Tiefe. Das Leitwerk löste sich und flatterte wie ein wel­kes Blatt zu Boden.

2m nächsten Augenblick schrie unser Heck- schütze aus. dann war es still. Er schien ge­tötet zu sein Damit wurde die Situation'für uns sehr gefährlich, weil unsere Rücken­deckung fehlte. Unser Flugzeugführer suchte bei der rechten Anschlutzmaschfne Schutz, aber Sekunden später stand diese in hellen Flam­men und entschwand unseren Blicken. Leut­nant Alexander, der Navigator jener Ma­schine,,war mein bester Freund. Ich glaube

bekommen nun äocb Läget

Drahtberiibt unserer Berliner Schrittleituug är. V. seil. Berlin, 19. Oktober. Auch in je­nen verstaubten Winkeln Europas, in denen sich bislang politische Philister und Reaktio­näre unter dem fadenscheinigen Deckmantel der Neutralität glaubten wohl und sicher fühlen zu dürfen, haben die jüngsten Symp­tome der weltpolitischen Entwicklung onen- bar doch etwas alarmierend gewirkt In der Schweiz, in Schweden und auch anders­wo meinten viele Leute bisher, datz ne die bolschewistische Gefahr nicht ernst zu nehmen brauchten, weil ja die deut>chen Soldaten an der Ostfront die Wacht hielten, und weil andererseits am Ende doch auch wieder die Briten und Amerikaner mit den bolen Ra­st- schon Schlitten fahren würden. Seitdem die großen Absetzbewegungen der deutschen Truppen an der Ostfront begonnen haben, deren strategischen Sinn man im Ausland vielfach nicht verstehen kann haben es die naiveü Spießbürger in Neutral,enrmt der Angst zu tun bekommen, zumal sich in den Diskussionen vor den jetzt eingeleiteten bn-

tisch-amerikanisch-sowjetuchen Verhandlungen

immer deutlicher und siu^tzt mit absoluter Klarheit herausgestellt hat, dag^die Anglo­amerikaner den sowjetilchen Forderungen auf ganz Europa ernsthaft nichts mehr in den Weg legen können und darum im Be­wußtsein der vollkommenen milisiiriichen Ab­hängigkeit von den Sowjets >ich bereit er­klärt haben, vor deren Aspirationen zu ka-

^ Aber was soll dann um Lottes willen, so'fragt man mit allen W,zeichen Ent­setzens mit den 'kleinen -laaten gcich tun wenn die Briten und Amerikanernicht mehr als sichere Garanten auftreten können

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shington kaum noch ein Mensch aufrecht. Die Erkenntnis, datz die anglo-amerikani- ichen Mächte den Sowjets bereits viel mehr als die Grenze von 1941 zugestanden haben, kommt in besonders aufschlußreicher Weise in der Feststellung dös BernerBund" zum Ausdruck, daß die angelsächsischen Vertreter in Moskau gern erfahren möchten, wie die

und wollen? Gemach, zunächst hat wohl die deutsche Wehrmacht noch ein entscheidendes Wort mitMsprechen, ehe die Bolschewiken nach Europa kommen können. Die -Sowjets haben an dem einen Punkt ganz recht, wenn sie nämlich ihren Alliierten sehr schroff klar­machen, datz jedes Palaver über Grenzen sinnlos sei. so lange der Sieg nicht fest­stehe, und solange die Briten und Ameri­kaner nicht ohne jede Rücksicht auf Verluste und auf die Größe des 'Risikos gegebenen­falls mit einer zweiten Front Harakiri be­gehen wollen. In den kleinen Staaten-sieht man-diese Zusammenhänge noch nicht recht, wohl aber beginnt man allmählich, zu be­greifen. datz die Versprechungen der Utlän- tikcharta als ein gigantisches gemeines Be- trugsmanöper gedacht war. und- datz die anglo-amerikanischen Mächte in ihrer heuti­gen Notlage und Abhängigkeit auch zum letzten Verrat an Europa bereit sind. Wie naiv jämmerlich wirkt es. wenn baltische Emigranten in London dem Herrn Eden vor seiner Abreise die bewegte Klage dar­über unterbreitet haben, datz sie in Moskau nicht dabei sein dürsten, um ihm dann ein Memorandum zu überreichen, das er Herrn Molotow vortragen möchte. Es hieße wirk- lick Eulen nach Athen tragen wollte man nach allen Feststellungen der letzten Tage noch weitere Einzelbelege dafür vorbrin­gen. datz nach dem Willen Englands und der Vereinigten Staaten das Schicksal des Baltikums :m Sinne der bolschewistischen Forderungen längst entschieden ist. und datz siib darüber ebensowenig wie über die Zu­kunft Finnlands. Polens. Rumäniens »nd Ides ganzen Balkan in London und in Wa-

owjets den Balkan politisch und staatlich organisieren wollten,Wie" und nichtob" die Frage nach der tatsächlichen Ueberanr- wortung auch dieses Teils Europas an den Bolschewismus wird als selbstverständlich im Sinne der Sowjets, beantwortet hingenom­men. Da macht man sich dann langsam in de, Schweiz doch Sorgen, ob nicht angesichts der anglo-amerikanilchcn Ohnmacht und grund­sätzlichen Verratsber.citschast morgen auch an­dere Länder von dem Schicksal betroffen werden können, das heute bereits für Ost- europa und den Balkan beschlossen wurde ohne datz man allerdings die schließlich mili­tärisch entscheidende Stelle gefragt hätte Nun klingt es weinerlich und verzweifelt aus der schweizerischen Presse, datz England doch die Argumentation nicht vergessen könne Und dürfe, mit er es seinerzeit sein Eingleisen !n den Krieg begründet habe" Die Briten müß­ten an deridealistischen Begründung ihrer Politik" lacht da jemand? festhalten, wenn sie vor sich selbst und den Ländern die nur sie gesetzt haben, bestehen wollen."

Aus der gleichen Linie liegen die Fest- stcllnnacn auch anderer Schweizer Zeitun­gen. DieTribune de Lausanne" erklärt, daß Eden und Hüll die beschwerliche Reise qar nicht hätten anzutreten brauchen, denn für die Verleugnung der Atlantik-Charta

würd« die Unterschrift der Botschafter i Moskau vollauf genügt haben. DieGo zette de Lausanne" und dieSuiste" rron steren es bitter, wenn die sowjetischen Ajp rationen mit dem .Volkswillen" begründ, werden.Der Volkswille, so sagt dieSt isse".kraft dessen sich die baltischen Lär der der Sowjetunion in die Arme warfei ist ein schlechter Witz. eine potemkinlche Jr szenierung Man glaubt in der Schwe wohl selbst nicht daran, wenn man die Frae des Balkans noch alsPrüfstein" in dei Sinne bezeichnet, ob die Briten und Amer kaner den Sowjets auch über die Grenze von 1941 hinaus völlig freie Hand in Ei ropa lasten wollen. Die letzten Jllusione zcrflattern- vor der Feststellung des Reu Yorker Korrespondenten derSundan Time' nach der man sich damit abzufinden hgk" daß die baltstchen Staaten eliminiert »n Polen womöglich noch ungünstigere Vedir gungen als 1989 von Deutschland erhalle würde. Es wird in diesem Zusammenbau als die Londoner Auffassung ausdrückli, bestätigt, daß England und die Vereinigte Staaten der entschlossenen Haltung de Sowjets nachgegeben hätten und daß den nach für die kleinen Staaten nicht meh viel zu erwarten sei. Darum also kommt ma in Neutralicn heute Nicht mehr darum hcr>>n daß gerade für die kleinen Staaten ein furchtbare Katastrophe herausziehen würd, wenn sie sich aus die bisher von ihnen s verhimmelten Briten und Amerilaner oei 'lasten, müßten Es bleib« ihnen «atsächlic nur die Hoffnung aus die Wderstandskra! der deutschen Ostsront Langsam werden di Leute hellhörig.