Ausgabe 
(16.10.1943) 286
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V o9 flmtsblatl des Negie renden vürgermcislcrs der 5rcicn kanscstaük Vremen

üev Nationalsozialisten. Vreinens

flmtliches vcrkünüungsbialt des Ncichsstattiiallers in lllvcnburg und vremcn

Nr. 286 . 1Z. Iahryang

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Sonnabend. 16. Oktober 184Z

kinzelpreis lb stpf.

Die Siegesserie nach seiner Rückkehr aus dem Führerhauptquartier

Von Kriegsberichter Kurt H ü b u s r

PK. jrä.) Im Osten, im Oktober. Gestern abend war der Kommandeur plötzlich wie­der bei uns. So früh hatte ihn niemand er­wartet. Es war vorgesehen, datz Haupt­mann Nowotny nach dem Empfang der Schwerter zum Eichenlaub aus der' Hand des Führers noch einen ausgiebigen Urlaub zu Hause verleben sollte. Zwei schöne Tage waren es in Wien gewesen, sagte er, aber baun war es genug. Besser ist es schon, das, der „Alte" wieder da ist, denken sie alle. Aber gut wäre es wohl auch gewesen, wenn er das Zuhause richtig ausgekostet hätte. Aber der Kommandeur ist eben an­derer Ansicht und sehr zufrieden und glück­lich. Inzwischen ist der „Quax" der haupt­amtliche Kaczmarek, von seinem Erholungs­urlaub zurück, der von den letzten Erfolgs­serien seines Kommandeurs durch Radio erfuhr und sehr erschrocken war, weil er daraus entnehmen mutzte, datz der Kom­mandeur auch ohne ihn abschotz, aber nun sind beide wieder da u-nd voller Frische und Tatenlust. „Ich soll bald schreiben, haben sie zu Hause gesagt. Vielleicht hört ihr ja, bevor der Bries da ist, im Rundfunk von mir. Dann witzt ihr ja, es geht mir gut." Damit hat sich der Hauptmann zu Haufe verabschiedet. Nicht anders geschah es, nur noch schneller, als datz irgendeiner schon darauf gesagt war.

Der nächste Tag nach seiner Ankunft war herrlich schön. Endlichst einmal klares, offenes Herbstwcttcr nach vielen ungemütlichen Ta­gen. Ueber dem Kampfraum ist die starke seindliche Fliegertätigkcit. Unsere Kampf­flugzeuge ziehen hoch über den Jägerplatz der Frönt zu. Die Urlaubshandschuhe sind einge­packt und die alten Rutzland-KIamotten wie­der angezogen. Die „Abschutzhose" hat einige große Flicken. Man steht es ihr an, datz sie im Dienst „ergraute". Seit seinen ersten Ab­schüssen die einst mit drei Tagen Schlachboot- lklend oben bei Oesel bezahlt werden mutzten, hat sich der Kommandeur nicht mehr von dem „guten Snick" getrennt, obwohl es allmählich „muieumsrcif" wurde. Am Nachmittag dieses Dages, der, wie man morgens gleich empfand, die Erwartungen nicht enttäuschen würde, war der Kommandeur dreimal wackelnd über den Platz gebraust. Aus einem Verband von ll Airocobtas, die er etwa tausend Meter unter sich auf Eegenkurs entdeckt hatte, schotz er aus Anhieb, mit Fahitllberschutz von.oben -erunterstotzend, die erste Maschine ab. „Quax" erzählte, dieser erste Bolschewik, der dran glauben mutzte, sei brennend in Steil- spiralcn aus 4000 Meter Höhe nach unten ge­torkelt, und einige Minuten lang hätte die Brandfahne, steil heraufstehend, die Auf- Ichlagsstclle gekennzeichnet. Der erste von den beiden nächsten Feindjägern brach auseinan­der, als der zweite die neuerlichen Kanonen- garbcn schlucken mutzte. „Als das die übri­gen Elf erlebten, seien sie stiften gegangen", meint Quax noch, aber da sei es ihm gelum gen, selber einen zu erwischen, so datz nur noch Zebu Airacobras übrig blieben als sie sich weit über Feindgebiet zurückziehen mutzten.

Der Kommandeur schietzt unfehlbar, sagen leine Männer. Sei er im Luftkampf und schösse nicht ab, könne nur eine Ladehem­mung schuld sein/

Am nächsten Tag fallen innerhalb von neun Minuten in der Zeit von 14.20 bis U.R Uhr eine Eurtitz P 40, eine Airacobra sitz es vielleicht eine, die an den Vortagen entkam?), eine Lugg 3 und zwei Eurtitz P 10. Am Nachmittag, als es schon dunkel Ot, sitzen wir zusammen, und es ist gemütlich.

2 a stimmt jeder dem Linux zu. Er sagt dämlich: „Entweder „hat" man's, oder man ->ch°t's" nicht. Ich „habe" auch (er hat 28 Abschüsse), aber leider nur ein bitzchen. Was den Kommandeur angeht, der „hat's". Der Kommandeur lächelt etwas zweifelnd. Quax wendet sich an uns: „Finden Sie nicht auch?

sagt er.

IlsIsÄroplie kür äie lerrorklieger

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Drabtbericht unserer Berliner Schriftlcitung ckr. cv. sctu Berlin, 1ö. Oktober. Der Name Schweinsurt hat für die amerikanischen Terrorflieger einen ganz bitterbösen Klang. Zum zweitenmal haben sie über diesem Raum und auf dem Anslug dahin so furcht­bare Schläge erhalten, datz sie sie nicht so leicht vergessen werden. Nach dem Tages­angriff am 17. August stellte sich nach den endgültigen Feststellungen, die auch die Ab­stürze auf dem Abflug und beim abgeschla­genen Versuch eines zweiten konzentrisch ge­dachten Angriffs umfatzten, die Berlustzif- fer der Vankees auf über hundert. Wenn das damals als eine Rekordleistung der Ab­wehr erschien, so deutete schon nach dem letz­ten Tagesangriff auf Bremen der Chef des amerikanischen Bomberkommandos in England' an, datz sich die Verlustquote in steigender Richtung bewege. Das Ergebnis der Luftschlacht am Donnerstag unterstreicht die Berechtigung dieser feindlichen Besorg-' Nisse und bekrästigt die immerhin noch vor­sichtig gehaltenen Prognosen, die anlätzlich der letzten Kundgebung im Führerhauptquar­tier und vorher von Dr. Goebbels in seiner Sportpalastrede zum Erntedanktag gegeben wurden. Dr. Goebbels kündigte an, datz dem Feinde in Zukunft immer mehr sich steigernde Ausfälle an Personal und Material zuge­fügt werden würden und datz dann einmal

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Soldat und politischer Kämpfer

Vnn ». W. l. Oiskl

der Augenblick kommen müsse, da der Erfolg nicht mehr den eingesetzten Mitteln an Men­schen und Material entsprechen werde. Wenn nicht auch weiterhin mit Rückschlägen auf Grund für uns ungünstiger Wctterverhält- nisse gerechnet werden mützte und wenn nicht bisher die Pankees mit sturer Verbohrtheit an einer bereits widerlegten fixen Idee fest­halten wollten, so mützte für sie nach der neuen Katastrophe von Schweinfurt dieser Zeitpunkt schon ganz nahegerückt sein. Das Risiko für den Gegner bei Tagesangriffen zumindest hat jetzt schon ein Ausmatz ange­nommen, das es eine über Erwarten wir­kungsvolle Realisierung der Prognosen über unsere unablässig steigende Abwehrkrast eia- schlietzt.

So durchschlagend und katastrophal wie am Donnerstag hat die vereinigte Abwehr unserer Jäger und unserer Flak den Geg­ner bisher nicht annähernd getroffen. Von den rund dreihundert Bombern, die ins­gesamt eingeflogen waren, konnten etwa ö0 bereits auf dem Anslug zum Angriffs­ziel abgedrängt und vernichtet werden. Von je sechs Pankee-Bombern blieb immer ichon einer unterwegs auf der Streckst In der Luftschlacht im Raume über Schweinsurt und beim Abflug wurden dann die ameri­kanischen Bombergeschwader vollends zer­fetzt. Da die Abschutzziffern des Wehrmachts­

berichtes nur von denjenigen feindliche» Flugzeugen ausgehen, die einwandfrei zer­stört am Boden festgestellt werden konnte» so ist nach den bisherigen Erfahrungen mit Sicherheit damit zu rechnen, datz sich die Verlustziffern des Feindes noch wesentlich höher stellen wird als die erste Feststellung über den Abschutz von 121 Bombern. Ab­stürze und Notlandungen aus neutralem Ee- biete sind bei uns auch nicht eingerechnet Die Annahme geht bestimmt nicht zu weit, datz diesmal die Amerikaner über die Hälfte der eingesetzten Maschinen und entsprechen­des fliegendes Personal verloren haben. Die Perionaleinbutze dürfte mit löOO Mann eher zu niedrig als zu hoch geschätzt werden.

Ganz zweifellos trifft ein solcher Schlag die Amerikaner unerhört schwer. Nach den Verlusten bei den drei aufeinanderfolgenden Angriffen auf Bremen, Anklam und Münster haben die Verluste offenkundig zur Folge gebabt, datz das amerikanische Bomberkommando seinen Plan des unaus­gesetzten Angriffs aufgeben mutzte, um in einer tagelangen Pause die Kräfte umzu­gruppieren und die Lücken auszufüllen. Nachdem sie nun ihren Amoklauf wieder auf­genommen haben, müssen die Pankees zu ihrem Entsetzen feststellen, datz die Kraft der deutschen Luftabwehr inzwischen wie- lFortsetzung aus Seite 2>

ll-Loote versenkten 74 080 6KI. unä rvei Aerslörer

264 5ovv/stpotirss unc/ 222 ^/ugrsugs /n cirsk logen vernicklet — 6rc>6angrik c/sr^ng/o-^msrilccinsr am 1/o/turno

Aus dem Führerhauptquartier, 18. Oktober. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt: „Nördlich des Asowschen Meeres und am mittleren Dnjepr führte der Feind an mehreren Abschnitten heftige, aber erfolglose Angriffe. Der Brückenkopf von Saporoshje wurde von unseren Truppen besehlsgemätz nach Zerstörung wichtiger Anlagen geräumt. Am Dnjevr, an der Pripjet-Mündunq und am Ssosh brachten eigene Anqrifssunternchmungen weitere Er­folge. Einige feindliche Landeköpfc auf dem Westufer des Flusses wurden beseitigt, andere eingeengt. Westlich Kritschew und besonders westlich Smolensk scheiterten auch gestern starke Durchbruchsversuche der Sowjets. Allein im Kampfraum südwestlich Smolensk wurden dabei 4K Sowjetpanzer vernichtet. In den letzten drei Tagen verlor der Feind bei seinen vergeblichen Angriffen insgesamt 334 Panzer und 233 Flugzeuge. Hanptmann Nowotny, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, erzielte gestern an der Ost­front den 2öN. Luftsteq. In den schweren Ab- wchrkämpfen im mittleren Frontabschnitt hat sich die 1. ^-Freiwilligen-Krenadier- Vrigade (mot.) besonders ausgezeichnet.

In Süditalicn traten die britiich- nordamerikanischen Truppen am Nachmittaa des 14.' 10. mit überlegenen Infanterie- und Panzerkräften zu dem erwarteten Angriff oegen unsere voraeschobcnen Stellungen am Volturno beiderseits Capua an. Schwere und erbitterte Kämpfe sind noch im Gange.

Starke nordamerikanische Bomberverbände griffen gestern die Stadt Schweinfurt an und verursachten erhebliche Schäden in Wohn- und Eeschäftsvierteln. Deutsche Jagd- nnd Zerstörergeschwader warfen sich dem Feind entqeaen und fügten ihm in einer heftigen Luftschlacht im Zusammenwirken mit der Flakartillerie eine schwere Niederlage zu. Von etwa 250—300 angreifenden Bombern wurden nach bisherigen Meldungen 121 zum Absturz gebracht. Der Abschutz weiterer Bom­benflugzeuge ist wahrscheinlich. Unterseeboote versenkten in schweren Kämvsen gegen britssch-nordamerikanische Keleitziige el; Schiffe mit zusammen 74 000 ART. und zwei Zerstörer. Zwei weitere Schisse und ein Zer­störer wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt."

rcl. Die Meldung des OKW. über die Versenkung von elf feindlichen Handelsschif­fen mit 74 000 BRT. durch deutsche U-Boote zeigt, datz diese Waffe wieder heftiger dem Feinde nachdrängt. Zwei Zerstörer stno ebenfalls vernichtet worden, ein dritter wurde schwer beschädigt, desgleichen zwe weitere Handelsschiffe starke Treffer erhab ten. Die Angriffe galten dem britisch-ame­rikanischen Nachschub, und die Erfolge muh­ten in schweren Kämpfen errungen werden Der Feind ist hart in der Abwehr, was wir nicht verschleiern wollen, denn nur so kön­nen wir richtig die gewaltigen Leistungen unserer U-Boote ermessen, die mit jedem neuen Vorstotz den Feind zur Verstärkung seiner Bewachungsstrcitkräfte und damit zu einer Zersplitterung seiner Kriegsflotte zwingen. .

Nicht ohne dringenden Grund haben Eng­land und die USA. seit den letzten Versen­kungen. besonders seit den hohen Zerstörer- Verlusten im vergangenen Monat, den Druck auf Portugal verstärkt Von den Azoren aus. so erklärte Roosevelts Kriegsminister Stimson, sei man imstande, die transatlan­tischen Schiffahrtslinien zu überwachen die von den deutschen U-Booten „verseucht" wer­den. Diese Ankündigung besagt, 1. datz sich der portugiesische Neutralitätsbruch unmit­telbar gegen den deutschen Berteidigungs- kampf richtet, und datz 2. die USA., die nicht einmal den Vorwand eines „600jährigen Vertrages" zur Besetzung der Azoren haben, sich bereits als Regenten auf den Inseln fühlen und zum Schutze gegen die U-Boot^ Gefahr umfangreiche Hafen- und Küsten- bautcn planen.

Was insbesondere die Zerstörer-Verluste iür den Gegner bedeuten, geht aus einem Teilgeständnis des USA.-Marineministeri- ums über die Einbutze der zwei Zerstörer „Bristol" und „Bück" hervor. In beiden Fällen handelt es sich um moderne Schiffs, von denen die „Bristol" eine Wasserver­drängung von 1700 Tonnen und die „Bück" eine solche von 1570 Tonnen auswies. Die friedensmätzige Besatzung betrug bei der „Bück" 166 Mann. bei der „Bristol" dllrffe sie noch grötzer gewesen sein. In beiden Fällen werden hohe Mannschaftsverluste zu­gegeben. Man mag daran ermessen, uffe

schwer der Untergang auch nur eines ein­zigen Zerstörers wiegt.

Hsiilscker?rotsst in I-isssbon

Berlin, 1ö. Oktober. Die Reichsregierung hat am Freitag durch ihren Gesandten in Lissabon bei der portugiesischen Regierung in einer formellen Note schärfsten Protest dagegen erhoben, datz Portugal dem engli­schen Druck nach Einräumung von militäri­schen Stützpunkten auf den Azoren nachge­geben und sich damit einer schweren Neu- iralitätsverletzung schuldig gemacht hat. Die Neichsregierung hat sich dabei vorbehalten, die Matznahmen zu treffen, die sich aus der veränderten Lage auf den Azoren ergeben.

Luck Zsvsn vrolsstisrt...

Tokio, 15. Oktober. Die japanische Regie­rung hat am 15. Oktober durch ihren Ge sandten in Lissabon bei der portugiesischen Regierung gegen die Besetzung der Azoren durch englische und amerikanische Truppen Protest erhoben.

kskürcktimgei» äsrtürkiscksn krssse

Drabtbericht unseres Vertreters

sp, Ankara, 15. Oktober. Das portugiesisch- britische Abkommen über die Abtretung von Stützpunkten auf den Azoren an die West- machte hat in politischen Kreisen der Türkei starkes Unbehagen ausgelöst. Die türkische Presse stellte am Donnerstag fest, datz zum erstenmal im Verlaus dieses Krieges eine neutrale Macht unter Berufung auf ver­tragsmässige Abmachungen einer der krieg­führenden Mächte Stützpunkte auf ihrem neutralen Gebiet einräumte. In massgeben­den türkischen Kreisen sieht man darin einen schwerwiegenden Präzedenzsall und erinnert besorgt an die Forderungen einer „anderen" kriegführenden Macht, die bekanntlich eben­falls Stützpunkte auf türkischem Gebiet ver­langt. Die von portugiesischer Seite in An­kara amtlich bekanntgegebene Begründung für das Azoren-Abkommen, datz sich Portu­gal dadurch eine englische Garantie sür das portugiesische Kolonialreich eingehandelt habe. ist nach türkischer Auffassung nicht ausreichend.

vsr lörrorsagritt sutäie 81sät Lclriveinkurl leuer dersdlt

k,Kitts,ts ku/tkämpis llks, 5ü^sst6suisckkcmc/ un6 c/sn bssstztsn IVsrtgskisksn - focks-VVu//. unc/ K4s55s,5ckmitt-^gsr in xo/isnc/sn /4ng,,„sn

" ^ ^ vertrauen auf das eigene Können und die ^."—^

Von llneZsbsricktsr Usus Herbert Hirsck k«. . . . .. 15. Oktober. Der Erfolgsserie

unserer Lustvertcidigungskräfte bei Terror- 'ÜSsissen anglo-amerikanischer Bomberoer- «nndc auf das Reichsgebiet in den letzten "gen und Nächten fügten die deuftchen Instvertcidigungskräftc am Donnerstag beim Angriff aus die Stadt SchEinsurt einen Eitere» Beweis der stetig wachsenden deut­en Abwehrstärke zu. Der hohe Prozent­es der abgeschossenen Feindflugzeuge geich- ein für die Heimat eindrucksvolles und 1>r die Feinde erschreckendes Bild unserer

^nst^und der M-giichkeiten. die der deut

Luftverteidigung gegeben sind und die . mehr ausgebaut werden, so datz >re mit Zsier zunehmender Stärke den Schutz der VkiNat gewährleisten.

Bomberverbände, die kurz vor Mittag

!" England zum Terrorflug gestartet waren, Mcn ih^ An- und Abslugwege so ausge-

Aügelt, datz sie mit grössimöglicher Sicher

Z»m Ziele gelangen könnten

nach

'Meinung. Sie wollten sich das Wetter l, Bundesgenossen machen, als sie die Ein- in die besetzten Westgcbicte auf eine jsiUnde verlegten, wo sie glaubten, durch "'l'-kstnde Wolken und Nebelbildung dem hineinzufliegen nu.

ersten starken Luftverteidigungsgurtel an der Küste des Kanals zu entgehen oder ihn leicht durchbrechen zu können Dies mitzlang fedoch. Die Bomberverbände flogen auf verschiede­nen Kursen ein, um die evtl. doch auftre­tenden deutschen Jagdgeschwader M zersplit­tern Nun sahen sie sich berm Erreichen des Luftraumes westlich des Rheins starken deut­schen Jagdkräften gegenüber, die sofort zum Luftkampf übergingen. ,

Von diesem Augenblick an Netzen die deut­schen Jäger keine Sekunde mehr von den feindlichen Anfluggruppen 2 n 'mm°r neuen

qZwader mit ihren Kruppen und Staffeln auf den Feind, aus dessen wohlgeordneten und eng gestaffelt fliegenden Reihen be­reits die ersten abgeschossenen Viermotorigen brenn-nd nach unten stürzten, wahrend eine weitere Anzahl lahmgeschoflen zuruckblieb. kiinterHer^irrkte oder kehrt machie. , . ^

Die H auptmas! e fliegt weiter, laufend aus allen Richtungen den Angriffen unserer nicht locker lastenden Jäger ausgesetzt. Der Jeind schli-tzt sich wieder enger zusammen, iatzt seine Feuerkraft zusammen und,agt aus Maschinengewehren und Vorbkanoncn d Deutschen ein Ahmet-",-'

Kampfkraft der Flugzeuge die Kraft geben. In kühnem Draufgängertum stürzen sich die Jäger auf die Angreifer. Wetzen, stecken selbst Treffer ein, schreien jubelnd durch die

Bordkanonen entgegen, in das

5 .cldenmut und das

Bordsprechfunkanlage, wenn wieder einer der Terrorbomber abstürzend aus dem Verband ausschert.

. Auf dem K e,f e ch t s st a n d der Jagd­flieger herrscht fieberhafte Tätigkeit, dieser Atmosphäre des Ankoikimens und Ab- gehens von Meldungen. Befehlen, Einsatz- weisungen, Zeit- und Zahlenangaben steht mit souveräner Ruhe die Stimme des Be­fehlshabers. Er leitet den Einsatz seiner Ge­schwader, und gibt seine Weisungen und Wahrnehmungen an die Führer "der Nach- barbereiche weiter zur Auswertung.

Die Luftschlacht, die jetzt über weite Strecken hinzieht, tobt weiter. Die angreifen­den Feindverbände fliegen, soweit die Vier­motorigen ihren Zielraum erreichten und ihren Terrorangriff auf die Stadt Schwein- furt durchführen konnten, nun in breiter Front auf Eegenkurs Nicht einen Augen­blick sind sie vor unseren Jägern sicher Schon wähnen sie sich bei Erreichung der Grenze der besetzten Gebiete in Sicherheit, da stürzen sich frische Kräfte unserer Jagdwaffe auf die

Terrorbomber. Die schon gelichteten Reihen der Viermotorigen werden noch mehr ge­rupft. Zeitweilig stehen acht, neun. zehn schwarze Fahnen gleichzeitig in der Luft. Zersplitternd schlagen die brennenden Flug- zeugtrllmmer unten auf dem Erdboden des herbstlichen Landes auf. Fallschirme hängen bündelweise in der Luft.

Als die Luftschlacht zu Ende geht, die Stunden dauerte und sich über eine kllomctcr- mätzig autzerordentliche Länge erstreckte, zeu­gen die zahlreichen Brüche der abgeschossenen Feindflugzeuge in den Feldern und Wäldern Südwestdeutichlands und'der besetzten West- gebiete von der Härte des Kampfes und dem erfolgreichen Einsatz unserer Luftoerteidi- gunqskräfte. Mögen die feindlichen Reklame- meldungen den Mund auch noch so voll neh­men und sich mit den „Erfolgen" der Terror­angriffe auf deutsche Städte brüsten oder von der Unangreifbarkeit ihrer Viermotorigen iaicin. die deutschen Jäger stellen ihnen ihr überlegenes Können gegenüber, gegründet aui eigenem Mut und das Vertrauen zur Stärke und Kampfkraft ihres Flugzeuges Das hohe Abickutzergebnis dieses eins? Nach­mittags spricht für sich selbst, nämlich für unsere täglich wachsende Stärke in der Luft­verteidigung.

Die Deichichte lehrt, 'atz immer, wenn estimmte neue Ent- sicklunqslinien be- innen. am Hori- onte auch Pcrsön- ichkeiten anstau­ben. die typisch für zerade diesen Mo- ncnt sind. Die Ge- talt des Neichs- tatthalters in Bay- -rn, des Generals llitter von Epp ist sin sprechendes Bei­lstiel iür diese Tat­sache. Har das vergangene 10. Jahrhundert den ihm eigenen liberalistischen Bürger her­vorgebracht. der den Zweck des Daseins in der Ausschöpfung letzter wirtschaftlicher Mög­lichkeiten mit dem Ziele eines zivilisatorisch gesteigerten Lcbensgefühles sah,so prägte das in wilden Wehen sich gebärende 20. Jahr­hundert. dem die Aufgabe gestellt ward. die verwirrenden Probleme sozialer Gestaltung der Massen zu lösen, den Typus des poli­tischen Kämpfers, geformt aus dem Stoffe des in den Materialschlachten gehärteten Frontsoldaten.

Der Werdegang der geschichtsbildenden Persönlichkeit des Generals von Epp vom Kinde bürgerlicher Eltern über den könig­lichen Offizier des Zweiten Reiches zum Helden des ersten Weltkrieges und von die­sem zum Kämpfer gegen das Chaos, schliess­lich zum politischen Führer der Menge eines sich zür Anerkennung cmporringcnden Stan­des über veraltete Vorurteile hinweg zu neuen Begriffen über den Inhalt des Adels, ist oftmals und von dazu Berufenen dar­gestellt worden. Der Führer selbst hat bei vielen gegebenen Gelegenheiten Veranlassung genommen, die Bedeutung des von der Na­tion Verehrten zu würdigen. Auch der Feind hat, soweit er ritterlicher Gefühle noch mäch­tig war, dem Gegner von ehedem die gebüh­rende Anerkennung nicht versagt. Durch seine Taten hat der in zahllosen Schlachten her­vorragende Tiuppenfllhrer. aher auch der mit revolutionärem Schwung seine Erkennt­nisse Vertretende sich bei Lebzeiten schon sein Denkmal gesetzt.

Was ist das Geheimnis seiner unerschöpf­lich erscheinenden Kraft, die den ausgewähl­ten Mann in einem Alter, das die meisten längst ein Leben stiller Zurllckgezogcnheit zu führen zwingt, in schwerster Zeit auf verant­wortungsvollem Posten Aufgaben erfüllen lässt, deren Anstrengungen er mit müheloser Biegsamkeit erledigt?

In seinem Tagebuch schreibt der damals Fünfunddreitzigjährige im Anschlutz an die Besichtigung von festlich vorgeführten Turn­übungen: „. . . . Da kam mir der Gedanke, datz man es geistig auch so halten mützte, dienstlich, gesellschaftlich, wissenschaftlich. Kein Beobachter sollte merken, datz etwas An­strengung kostet, und absolute Ruhe und Sicherheit sollten diesen Eindruck unter­stützen."

Nach der Zen-Lehre, auf die sich das japa­nische Rittertum stützt, kennt der Samurai zwei Schwerter: das des Lebens und das des Todes. Das eine, grössere, ist gegen die Feinde gerichtet, das zweite, kleinere, gegen den Träger selbst, gegen Eier, Zorn und Torheit. Es ist Aufgabe des grotzen Schwert­meisters, zu wissen, wann das eine und wann das andere geführt werden mutz. Aus der Kunst dieses Wissens erst erwächst der wahre Ritter. Jene zu erlernen und dieser zu wer­den, das ist letzte Weisheit und der Preis der Anstrengung eines ganzen Lebens schwe­rer Kämpfe nach autzen und innen, gegen den äusseren Feind, aber auch gegen das eigene Ich. — ist das geringste, was die Zen- Lehre verlangt. Dieses Ringen über die Herrschaft über sich selbst ist bon demselben Keifte, das aus jenen Tagebuchzeilen des jun­gen deutschen Offiziers spricht. Seine Weis-, beit birgt einen Teil des Geheimnisses nicht versiegender Jugendkraft.

In Franz Epp lag, wie Walter Frank in seinem Buche über den General (Franz von Epp, der Weg eines deutschen Soldaten, Hamburg 1040) sagt. die Hinge Energie auf­strebender Volksschichten, jene Energie, die dem müde werdenden alten Blut ost fehlt. Er stammt aus einer Familie, in der sich der Aufstieg aus dem Handwerk in den Kreis der freien Berufe vollzogen hatte. Ein Aristokrat oder Abkömmling altvorneh­mer. weltmännischer Familie" — io lautet eine Tagebuchnotiz aus dem Jahre 1003 — „erhält bei richtiger Erziehung eine Menge Wetterführung als Eigentum, ohne Mühe. Ich mutz mir viele von diesen Erfahrungen erst erwerben" Darin, datz der junge Offi­zier sie erwarb, aber liegt iene AnlnUpiung an die Tradition, an welche iede Revolu­tion sich anschlietzen mutz, will sie schöpferisch 'ein.

Der neue Geist, aus dem die Weltanschau­ung (nicht Religion!! erwuchs, die notwen­dig war. um die veralteten und sehlerhoiten Auffassungen de- 10 . Jahrhunderts zu über­winden ldie zur Katastrophe von 1018 ge­führt hatten), ist in den Schützengräben des ersten Weltkrieges geboren worden. Dem in die Weite gerichteten Blicke des Führers der .Leiber" erschlossen sich schon dort von Tag zu Tag mehr die zwingenden Rotwendinkei- ten dessen, was bewirkt werden mutzte iür die nächste und fernere Zukunft. Aus d'-l-m Grunde führte ihn lnäter solaericht-a der Weg zu der einzigen Bewegung, in der er die Kräfte mobilisiert sah. die allein Erfolg verbürgten. So wurde der alte Frontsoldat zum jungen Revolutionär.