Ausgabe 
(13.10.1943) 283
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parteiamtliche Toyeszeitung

Hfls Amtsblatt des ficglercnbcn vürgermcistcrs der freien Hansestadt Bremen

öcr tlationairo3ialiften Bremens

Amtliches Bertiünbungsblatt des Ticii±isftatthalters in Olöenburg und Bremen

Br. 283 , 13. Jahrgang

Mittwoch, 13. Oktober 1943

kinzelpreis 15 Rpf.

Sowjets überall abgewiesen

ßler|tlcntnant Philipp im Luftkampf gefallen ÜllsdemFührerhauptquaetrer,

\l Oktober. Das Oberkommando der Wehr» yecht gibt bekannt:

Zwischen Aiowschcm Meer und Eaporoshje hot die Wucht der feindlichen Angriffe in- folge der am Vortage erlittenen hohen Ber- j u fte nachgelassen. Die Sowjets wurden er- 11 , 1,1 überall abgewiesen. Auch an den übri- Abschnitten der Ostfront, vor allem am Alleren Dnjepr, an der Pripjet-Mündung, i Raum südlich Kamel und Welikije Luki Merten feindliche Angriffe. Im Verlaus harten Kämpfe traten unsere Truppen mehreren Siellen, von der Luftwaffe mchhaltig unterstützt, zu erfolgreichen Ee- gceangrissen an.

rn den Kämpfen der letzten Wochen hat (ich nördlich des Asowschen Meeres die mit- Uldentsche IS. Panzerdivision unter Führung des Oberst Hauser besonders ausgezeichnet. An der sllditalienischen Front führte der Feind nur im Mittelaöschnitt einige örtliche Angrifsc. Ein vorübergehender Einbruch enirde im Gegenstoß bereinigt. An der übrigen Front fühlten feindliche Kampf­gruppen bei zunehmender Artillerietätigkcit gegen unsere Gefechtsvorposten vor. Im See- geiiet des Dodekanes versenkte die Luftwaffe ein feindliches Kricgsfahrzeutz und bombar- bierte mit guter Wirkung Jnselstiitzpunkte be« Gegners.

Der Kommodore eines Jagdgeschwaders, Iderstlcninant Hans Philipp, Inhaber bes Eichenlaubes mit Schwertern zum Rit- lerlrenz des Eisernen Kreuzes, fand im Luft- Iimps den Heldentod. Mit ihm verliert die Lnjiwasse einen der hervorragendsten Jagd­flieger und Vcrbandsführer, der 208 Luftsiege iminge» hat.

Eichenlaub für Panzerkommandeur

Ans dem Führerhauptquartier, 12, Ottobcr. Der Führer verlieh das Eichen- Imb zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes «n ss-Hanptsturmführer Erwin Meier- biees, Kommandeur einer Panzerabtei­lung in der ff-Panzergrenadier-Division Talenkops", als 318. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

js-Hauptstnrmführer Meierdrees, am 11. TtMbcr 1818 als Sohn eines Zollsekretärs in Wesel geboren, hat an den Feldzügen in Polen und im Westen teilgenommen. Bon beginn des Feldzuges an im Osten kämpfend, fflurbc ihm am 13. März 1943 das Ritter­lienz des Eisernen Kreuzes verliehen für be- «ndere Tapferkeit und Härte, mit der er einen wochenlang umkämpften Schlllsselpunkt «»der Front verteidigte und gehalten hatte. 3« den harten Frllhjahrskämpfen dieses wahres südlich um Charkow zeichnete er sich tocifer durch kühnen Angriffsschwung und eigene Entschlussfreudigkeit aus.. In den Mlämpfen am Mius bewies er erneut sein DmsgLngertum, als er mit wenigen Män- «em stark ausgebaute sowjetische Stellungen i« Nelskamps eroberte. Bei der Bildung eines Brückenkopfes wurde Meierdrees im -eptembcr zum fünften Male schwer ver- rnbet.

Hohe Auszeichnung für Professor Sauerbruch

Berlin, 12. Oktober. Der Führer hat « Eeneralarzt Eeheimrat Professor Dr. "ed. Ferdinand Sauerbruch das Ritterkreuz im Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern

mliehen.

Howotnys 235., Halls 218. Luftsieg

Stttiit, 12. Oktober. Am Nachmittag des ü. Oktober schoss Hauptmann Nowotny, der rlUit erfolgreichste deutsche Jagdflieger und ueger.des Eichenlaubs mit Schwertern, an l«Ostfront wieder vier sowjetische Flugzeuge "»app zehn Minuten ab. Er erhöhte damit --'Zahl seiner Luftsiege auf 233.

honptmann Rall, neben Hauptmann 3®otnt) der erfolgreichste deutsche Jagdflie- s'l und Träger des Eichenlaubes mit Schwel­et schoss am 10. Oktober im Osten fünf Meuge ab un>d errang damit seinen 218. ^-I'eg, " .

II 8 L-krieäsn 8 liebe" im reckten Licht

Nicht Japan, sondern die Vereinigten Staaten provozierten den Krieg im Pazifik Der neueste Reinwaschungsversuch Co rdell Huils als Bumerang

Drahtbericht unserer,Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 12. Oktober. Das USA.- Staatsdepartement scheint es sehr nötig zu haben, aller Welt seine grosse Friedensliebe beweisen zu müssen. Es unternimmt daher zur Zeit krampfhafte Versuche, den Nachweis zu erbringen, dass es sich sowohl in Europa, als auch in Ostasien nach besten Kräften be­müht habe, eine Ausweitung des gegenwär­tigen Krieges zu verhindern. Leider hat Cor- dell Hüll, der derzeitige verantwortliche Lei­ter der nordamerikanischen Auhenpolitik, aus­gesprochenes Pech mit seinen Reinwaschungs­versuchen. Erst gestern konnten wir melden, dass die vom USA.-Staatsdcpartement ver­öffentlichte Dokumentensammlung überdie Bemühungen des nordamerikanischen Aussen- ministeriums zur Verhinderung der Kriegs­ausweitung in Europa im Frühjahr 1841" gerade das Gegenteil von dem erbracht hat. was Roosevelt und sein jüdischer Gehirntrust mit ihr bezweckt hatten. In dem Bestreben,

das nordamerikanische Agitationsschlagwort von demverräterischen Uebcrsall aus Pearl Harbour" am 7. Dezember 1841 aktenmässig zu untermauern, hat das USA.-Staats- departement nun erneut ein Weissbuch ver­öffentlicht, das aber wieder Pech für Mister Hüll genau die gleiche Bumerang- Wirkung hat wie jene famose Dokumenten­sammlung über die angeblichen Bemühun­gen des USA.-Aussenministeriums zur Ver­hinderung der Kriegsausweitung in Europa: Auch die in dem neuen Weißbuch aufge- führten^ Dokumente, die sich vor allem mit den Bssprechungey des japanischen Admirals Nomura mit Cordell Hüll beschäftigen, sind nichts anderes als ein Beleg der anmaßen­den Praktiken^ der USA.-Diplomatie, die letztlich die Ursache des japanisch-nordameri- kanischen Krieges wurden. In Tokio wird als interessantester Punkt der Dokumentensamm­lung die' Erklärung des USA.-Staatssekre- tärs Hüll in Dokument Nr. 280 angesehen.

Heldentod des Oberstleutnants Philipp

Offen, heiter und fröhlich, gehört er zu den Unvergessenen des Krieges

BerIin, 12. Oktober. Den wie im OKW.-Bericht gernelbet, Oberstleut­nant Hans Philipp, Kommodore eines Jagd­geschwaders, Ritter des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern, der mit 288 Luftsiegen zu den erfolgreichsten deutschen Jagdfliegern gehörte.

2n dem erst 26jährigen Oberstleutnant Hans Philipp hat die deutsche Jagdfliegerei eine trotz ihrer Jugend besonders markante Per­sönlichkeit verloren. Als Sohn eines Arztes ani 17. März 1917 in Meißen geboren, trat er 1936 in die Luftwaffe ein. Im Kriege machte er sich als kühner und erfolgreicher Jagdflieger bald einen Namen, Als Ober­leutnant und Staffelkapitän erhielt er am 22. Oktober 1940 das Ritterkeüz des Eisernen Kreuzes. Damals hatte er 20 Luftsicge er­rungen, aber bereits 62 Abschüsse erzielt, als ihm am 24. Sluouft 1941 vom Führer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde. Die Siegeskurve des jungen Offiziers stieg weiter steil nach oben. Er wurde Hauptmann und Eruppen- kommandeur, errang wiederholt drei, vier und fünf Lustsiege an einem Tage. Seine großen Leistungen fanden die Anerkennung des Führers^ der ihn nach dem 86. Lustsieg durch Verleihung des .Eichenlaubs mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes auszeichnete.

Hans Philipps große Erfolge beruhten ebensosehr auf seinem mit Besonnenheit ge­paarten Draufgängertum wie auf seinem hohen fliegerischen Können und seiuetn über­legenen taktischen Denken und Verständnis. Schon als Schüler war er ein begeisterter Segelflieger, der sich den A° und 8-Schein erworben hatte und die Flieger-Gefolgschaft in seiner Vaterstadt Meißen führte. Hier entwickelte und pflegte er die Eigenschaften, die ihn zum erfolgreichen Flieger stempelten. Er kannte kein Rasten, war unermüdlich im Kampf, der ihm zum Lebensinhalt geworden war.

Am 17. März 1943 schoß er, mittlerweile zum Major befördert, an der Jlmenseefront das 203. feindliche Flugzeug ab und stand damit an der Spitze aller deutschen Jagd­flieger. Trotz aller Erfolge blieb er immer, seinem schlichten, einfachen Wesen entspte- chend, von einer gewinnenden Bescheidenheit, eine anspruchslose Persönlichkeit, 'deren menschliche Eigenschaften ebenbürtig neben den soldatischen Tugenden seines Charakters standen. Offen, heiter, und fröhlich, wie etwa seine vor ihm dahingegangenen Kameraden Werner Müncheberg und Hans Joachim Mar­seille, gehört auch Oberstleutnant Hans Phi­lipp zu den Unvergessenen nicht nur der deut­schen Luftwaffe, sondern auch dieses Krieges.

Aus diesem Dokument geht hervor, daß Hüll dem britischen Botschafter in Washington am 29. Novemher 1941. also acht Tage vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour, er­klärte, daß der diplomatische Teil der USA - Beziehungen zu Japan praktisch abgeschlossen sei. Dieses offene Eingeständnis des Staats­sekretärs Hüll über den Abbruch der diplo­matischen Beziehungen mit Japan zu einem dem Angriff auf Pearl Harbour gegenüber so frühen Zeitpunkt wird von .Dokio mit Recht als Beweis für die Hohlheit des Schlagwortes:Denkt an Pearl Harbour" angesehen, mit dem Roosevelt und die Re­gierung in Washington so intensiv die Ge­fühle der Nordamerikaner gegen Japan auf­gestachelt hat. Belegt wird hiese Auffassung durch den weiteren Satz des skizzierten Do­kumentes, in dem Hüll den hritijchen Bot­schafter darauf hinweist, daß esein schwe­rer Fehler für die USA. ebenso wie für an­dere interessierte Länder sei, Abwehrpläne zu schmieden, ohne dabei die Möglichkeit einer plötzlichen Operation Japans einzu- schliessen".

Die Dokumentensammlung, die übrigens viel umfangreicher ist als oer für Europa vorgesehene Teil, birgt in diplomatischem Gewand eine Kette von amerikanischen Drohungen und Schmähungen an die Adresse Japans. Die japanische Verhandlungsbereit­schaft. die Beauftragung der Botschafter Nomura und Kurusu in Washington, die Er­klärung Nomuras vom 20. November 1941: Die japanische Regierung hat den klaren Wunsch nach Frieden" würden von Cordell Hüll und dem amerikanischen Präsidenten als Anzeichen japanischer Schwäche gewertet. Eine Verschärfung des amerikanischen Ver- handlüngstones war die Folge.

Am 26. November 1941 forderte Hüll den japanischen Botschafter Admiral Nomura zu einer Besprechung auf, in der die Großmacht Japan einen Wechsel unterschreiben sollte des sFortfetzung auf Seite 2)

Portugal gibt britischem Druck nach

Erklärung Churchills tut Unterhaus

Berlin, 12. Oktober. Wie Reuter mel­det, gab Churchill am Dienstag im Unter­haus bekannt, dass die portugiesische Regie­rung dem britischen Druck um Zubilligung gewisser Erleichterungen aus den Azoren für die britisch-amerikanische Schiffahrt im Atlantik nachgegeben habe. Churchill behaup­tete, das Uebereinkommen würde die-Souve-' ränität Portugals auf den Azoren in keiner Weise beeinträchtigen.

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USA.-Gangsters bombardierten den Dom zu Münster. Bei den Tertorangriffen nord­amerikanischer Fliegerverbände auf die Stadt Münster in Westfalen am Nachmit­tag des 10. Oktober wurde der Dom sowie drei weitere Kirchen durch Bomben schwer beschädigt. Unser Bild zeigt eine Teilan­sicht des Doms zu Münster vor dem An­griff. Schers-Bilderdienst.

Die Tage des Verräters Viktor Emanuel sind gezählt

Selbst Graf Sforza, der italienische Emigrantenhäuptling und frühere Ministerpräsident, will nichts von ihm wissen

dr. m Berlin, 12. Oktober. Wenn Viktor Emanuel gehofft hat, daß er durch feinen hinterlistigen Verrat seine Krone retten könnte, dann wird er sich davon inzwischen überzeugt haben, wie trügerisch seine Er­wartungen gewesen sind. Tatsächlich hat er sich zwischen sämtliche vorhandenen Stuhle gesetzt. Die Engländer und Amerikaner be­handeln ihn ebenso wie seinen Verräter­general Badoglio mit ausgesprochener Ver­achtung. Sogar die übrigen Emigranten- ,.Regierungen" lehnen es ab, mit ihm.am selben Tisch zu sitzen. Und auch die Italiener, die seit zwanzig 'Jahren im Auslande leben, weil sie geschworene Feinde des Faschismus sind, wollen mit dieser traurigen Figur eines Königs nichts zu tun haben.

Das zeigt sich deutlich aus Erklärungen, die Graf Sforza abgegeben hat, der von 1920

ab wiederholt italienischer Außenminister war und hat seitdem in den USA. gelebt als einer der anerkannten Häuptlinge der ita­lienischen. Antifaschisten in ganz Amerika. Ihm ist von den Amerikanern im künftigen Italien offenbar eine große Rolle zugedacht; deshalb hat er sich auch gleich mib Vollmach­ten Roofevelts nach England hegeben, um sich mit Churchill und Eden in Verbindung zu setzen.

Auch Sforza will von Viktor Emanuel nichts wissen. Er hat- wiederholt offen ausge­sprochen, daß die Tage des entarteten Savoy- ers gezählt feien, und er hat es für unmög­lich erklärt, daß das italienische Volk ihm einen zwanzigjährigen Meineid vergessen könne. Jetzt ist Sforza in seinen offiziellen Auslassungen sehr zurückhaltend; denn er

fühlt sich bereits wieder alsDiplomat", aber er hat doch in London angekündigt, daßes bald in Italien einen neuen 25. Juli gehen werde, an dem Badoglio und der König ge­stürzt würden". Er lehnt den ganzen Kreis der Schiebergenerale, mit denen Viktor Emanuel sich zu retten hoffte, ab. Mit Roatta und Ambrosio will er ebenfalls nichts zu tun haben und scheint sogar entschlossen zu sein, sich zu einer Republik zu bekennen. Viktor Emanuel und Badoglio spielen also im besten Falle die klägliche Rolle eines Darlan. Sie pnd gut genug gewesen als Mittel zum Zweck, aber auch ihnen muß sich immer mehr die Erkenntnis aufdrängen, daß sie sich auf jeden Fall unmöglich gemacht und mit ihrer Judastat, ohne für sich etwas zu erreichen, die Verachtung der ganzen Welt eingehan­delt haben. Und das von Rechts wegen!

Roosevelts Politik desdicken Stockes"

Englisches Unbehagen vor den Yankees USA fordern steigende Leistungen für Leih- und Pachtlieferungen

f- m. Berlin, 12. Oktober. Die Nordame- haben sich zur Abwechslung einmal 'k englische Börse angesehen. Sie haben ganze Reihe politischer Momente zusam- jetragen und die Reaktion der Londoner h.-erzu festgestellt. Im Grunde genom- i'' .witncn sie recht zufrieden sein, denn dieiei Reaktion ergibt sich, daß die Eng- mit ängstlichem Blick auf die amert- Bundesgenossen schauen, von dem /Mich- WirtschaftszeitungEconomist" fc,'.' 00 ,B -r auf wirtschaftlichem Gebiet un- Ir'tnnbQr zur Politik desdicken Stockes 'Men wolle.

.L'^mincnd hat die Erklärung des Vize- »..a-nie,i der nordamerikanifchen Schtff- h, Immission, Vickery, gewirkt, wonach tz?"«nigtcn Staaten die Absicht haben, -'s nach b em A^ege eine gewaltige See- yf äu bleiben. Auf diese Bemerkung hin Eeneralschiffahrtsrat sofort eine anberaumt, auf der sich aber die Z ander über ihre Haltung nicht schlüssig % JO 1 nnten, so daß nichts anderes als Ü Erklärung abgegeben wurde, mit den Amerikanernim Geiste Nl.mn>ik-Charta" zusammenarbeiten. Von Seift hält man in der Londoner

h-rzlich wenig. Dort betrachtet { - mge tetfjt nüchtern! dort herrscht

' Mig Freude über die amerikanischen

Bestrebungen, das vorderasiatische Lel weit gehend ,unter USA.-Kontrolle zu bringen.

Die englischen Börsianer sind auch unzufrie­den mit der italienischen Entwicklung ^>ann mit der Kohlenproduktion in England selbst und einer möglichen Staatskontrolle über die Bergwerke. Das alles sindkleine Wolken am Himmel" der englischen Eeldwelt die aber in den Augen der Briten durchaus nicht ,o klein sind wre amerikanische Berichterstatter mei­nen. Die Engländer kennen ganz genau die

Ohnmacht Großbritanniens, ebenso genau aber auch die Sturheit und Rücklichts Io ngkcit. mit der die Pankees ihre Ziele auf Ko>ten Englands ansteuern.

Daß man in den Vereinigten Staaten nach wie vor nicht daran denkt den Engländern gegenüber etwas sanfter au,zutreten, geht aus einer Bemerkung des demokrati|chen Senators Ellender hervor, der mit scharfen Worten ms

Gewicht fallende Gegenleistungen für die Leih- und Pachtlieferungen verlangt, die zu einem sehr großen Teil nach England gehen. Ellender fordert Stutzpunkte, Rohmateria lien und sonstige Zugeständnisse im ?*i 1 für Waffen- und Nahrungsmittellteserungen. Um im eigenen Volke ,etne Forderungen^ po- vulär zu machen, stellt er Vergleiche zwischen der Verschullming Englands und Nordameri­kas an Die VerschuÜung England- sei pro

Kopf in fünf Jahren auf 57 Dollar angestie­gen, die Verschuldung der Vereinigten Staa­ten jedoch seit September 1940 aus 642 Dollar pro Kopf. England habe im Jahre 1943 nur 18 Milliarden Dollar an Kriegsausgaben ge­habt, die Vereinigten' Staaten müßten aber allein für das Pacht- und Leihprogramm mo­natlich. 1,2 Milliarden Dollar aufbringen. Daneben laufen sämtliche anderen Aufgaben. Die Briten", so rief Ellender aus,dürfen nicht annehmen, daß Uncle Sam die ganze Akbeit verrichtet, das nötige Material liefert und auch noch die Soldaten stellt." Aus den Mitteilungen über die Verschuldung geht übrigens mit Eindringlichkeit hervor, welch verhckercnde Ausgabenwirtschaft Roosevelt treibt. Aber auf diesen Umstand will Ellender die Aufmerksamkeit des amerikanischen Bür­gers nicht lenken. Er will vielmehr den Ame­rikanern einreden daß die Engländer nichts anderes täten, als den Daumen zu drehen, und dabei noch gute Geschäfte am Kriege machten.

Natürlich ist dieser Vorstoß zugunsten eines gründlichen englischen Aderlasses und einer stärkeren Anspannung der englischen Kräfte für die Briten alles andere als angenehm, weil damit nur der Druck verstärkt wird, der ohnehin von seiten der Amerikaner kämmt, und an dem auch noch der bolsche­

wistische Vundsgenosse beteiligt ist, der durch eine offiziöse Zeitschrift erneut sehr bestimmt und betont darauf aufmerksam macht, daß die Sowjets drei Jahre lang auf ihren Ge­bieten die Hauptstöße des Feindes fast ganz allein hätten aushalten müssen und auch noch weiter aushalten müßten. Jeder Tag koste die Sowjetunion daher sehr viele Men­schen. Sie könne unter keinen Umständen ein Hinauszögcrn des Krieges zulassen. Das Moskauer Blatt droht mit sozialen Unan­nehmlichkeiten für die Westmächte und wen­det sich heftig gegen die Geschäftemacher, die am Kriege verdienen wollen.

Das ist eine neue Aufforderung zur. Er­öffnung der zweiten Front, gegen die sich die Engländer bisher zur Wehr gesetzt haben, weil sie genau wissen, dass Englands Armee zu starke Blutverluste erleiden würde, ohne auch nur die Aussicht zu haben, einen Erfolg davontragen zu können. Mit den von dem sowjetischen Blatt angesprochenenGeschäfte­machern" sind aber nicht nur die englischen Plutokraten, sondern auch die Amerikaner ge­meint, die durch den Mund des Senators Ellender wieder einmal zu verstehen gegeben haben, wie sie sich die Bilanz hei Kriegs­ende vorstellen und welche Kriegsgewinne sie im allgemeinen und im besonderen ein­streichen möchten.

ButaHhieH* patadtMe HoMe"

Der Widersinn der britischen Europapolitik in englischer Beleuchtung Von Dr. Hans Kaiser

'Wie der Hund in der Fabel werden wir nach dem Schatten fassen und den Knochen verlieren. In der vergeblichen Hoffnung, zu werdest, was wir nicht fein können, werden wir aiishören, das zu fein, was wir sind.'f So kennzeichnet unter Berücksichtigung bei? Erfahrungen des zweiten Weltkrieges der namhafte englische Schr-flsteller John Midd- leton Murry in einem unlängst in London erschienenen Buche die Sinnlosigkeit des jetzi­gen britischen Bemühens, Europa wieder ge­waltsam upter die Vorherrschaft Englands zwingen zu wollen. Er erkennt hierin einen aussichtslosen Versuch, der Großbritannien auch noch seine letzten Positionen in der Welt kosten wird. Die Untersuchungen dieses .hkianiitaK-Vertreters des politischest Schrift­tums Eroßbritaniens verdienen um so grö­ßere Beaibtung, da die'englisch-amerikanische Propaganda gemäß den von S. Roaerson be­reits 1938 iiijseinem in London erschienenen BuchePropaganda in the next war" er­hobenen Foaoerungen die Heimatfront der Kriegsgegner durch Umfälichunq der Tat- sachen zu erschüttern bestrebt ist. Wie verhält es siiC mit der tatsächliche Macht Londons und Washingtons zur gewaltsamen Durch- ihref Propagandaparolen?

Nachdem durch den vollen Eintritt Ame­rikas und Japans in die Feindseligkeiten der Krieg wirklich zu einem weltweiten Krieg ge­worden ist, ist. es angebracht, mach dem Ende zu fragen. Das einzige formelle' Dokument, welches unsere Kriegsziele desiniert, ver­pflichtet Britannien und die USA. zu der Abrüstung Deutschlands und Japans. Das (so wird zugegeben) kann nur deren voll­ständiger militärischer Niederlage und Ka­pitulation folgen. Wir sagen frei heraus, daß uns dieses Ziel unerr-ichbar erscheint."

Die Schwierigkeit der gegenwärtigen Si­tuation (the' crux of the present Situation) wird in dem Streben nach unerreichbaren fielen (pursuit of unattainable ends) er»

Es wird in zunehmendem Maße offenbar, daß es eine Torheit ist, die dreifache Auf­gabe zu versuchen, eine große Marine auf­rechtzuerhalten, eine Armee nach dem kon­tinentalen Maßstab auszustatten und ein Versorgungsarscnal für Rußland zu sein. Mehr und mehr Leute müssen die Sinnlosig, feit solch einer Politik erkennen."

Wie sind die Aussichten einer Pax Anglo» Saxonica oder Pax Oceanica als Ein­kleidungsform der englisch-amerikanischen Weltdiktatur zu beurteilen? lieber die Illu­sion einesuniversalen Triumphes der bri­tisch-amerikanischen .Idee"' heißt es:Das Vorherrschen dieser Konzeption entspricht einer Art psychologischer Kompensation für einen nicht erkannten Schwächezustand (con­dition of weakness). Solch ein grandioser Traum würde nicht einmal von den briti­schen Staatsmännern vor fünfzig Jahren, als unsere Machtstellung eine weitaus siche­rere war, geträumt worden sein. Es ist ein sinnloser Traum und dazu noch ein höchst gefährlichcr. Denn solange wie man ihn träumt,, ist der Friede unmöglich und unsere Erschöpfung sicher (our exhaustion certain). Nichts ist niederdrückender als die Pro­gramme wirklichkeitsferner Redensarten über .eine neue Weltordnuna' (a new world- order), von den überschwengliche britische Kriegskreuzzügler (war-crusaders) über- lchäumen, und die die Würde eines inter­nationalen Dokumentes in die Atlantic Charter erlangt haben. Ihre Beziehungs» losigkett zu den Realitäten der Kriegssitu- ation erreicht ein Ausmaß, welches patho­logisch ist. Abpr früher oder später ich hoffe inständig früher wird es als un­möglich erkannt werden, jenen vollständigen und glänzenden S-eg zu erringen, den bit-fe

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