Ausgabe 
(12.10.1943) 282
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monatlich -.30 RM k-In,chl. '. Postz-Itnngsg-bührl ,uzügl. 42 R»f.

P-stlch-ck: s-mbuig 17272. iln,«I- ^ .j«, und Lufn-hm-b-dlngung-n It. Prel». Ll,kn°hm°i«rmi», «ine V-rbindllchk-It.

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B«m«n: Se-i-n 6/8. Ant 8 16 61: -tachtrns u. lonntag» 2 47 63: Vbernstr. 86. Rll> 216 81; 8«ke: Mühlendamm 2: Vr.-Kemellngen: Lohn» h-sstr°d« 6. E«k« P-stN-«. Rat 48438: «r.» D-a-Inck: Noßrftr. 24. Ruf 4 n. 8: Bk -Mnm-n> tr-l: «a»t..D°llmnnn^tr. 41/48. Ruf 88 ». 86

par^eramtücke Tayeszettung

los flmtsblakt des Negierenden Nürgermeistris der Zielen Hansestadt Vremen

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flmtiichrs vcrkündungsblatt de.s Ncichsstatttialters in Oldenburg und Vremen

Dienstag, 12. Oktober 1S4Z

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Siahtbericht unserer Berliner SKriftleitung ilr.n.seli. Berlin, 11. Oktober. Wenn W innerhalb von drei Tagen die feindlichen ,,»arslieger allein auf Grund der exakten Mischen Abschugbeobachtungen 208 ihrer Minen, und zwar meist schwere vier- Oieri-ie Bomber, verloren haben, so liegt >,s wirklich schon deutlich auf der von Msminister Dr. Goebbels angesprochenen kiiwicklungslinie, nach der einmal die Fegenden Festungen" zufliegenden Siir- M" werden sollen. Am empfindlichsten ge- ch'en wurden in diesen drei Tagen die 'leidamerikancr bei ihren Tagesangriffen ,isBremen, gegen den Ostseeraum, darun- m besonders aus Anklam und Eoten- jisen. und am Sonntag auf Münster. As den Aenderungen von maßgeblichen Märstcllen der Vereinigten Staaten er- lmt man unschwer, daß man dort geradezu «lischt über die Höhe der LZerluste ist, die »«ich die dauernde Verstärkung unserer Ab- ichr. sowohl im Hinblick auf die Zahl der iwgesehtcn Lager, als auch auf. die ange- mndien Methoden, bewirkt worden find. lllber die Tagesangriffe am Freitag gegen Kimen und am Sonnabend gegen den Ost- !«mlim gab der Nordamerikanische General liier am Sonntagabend im Londoner Rund- sieg ickannt, daß an jedem der beiden Tage W Angehörige der USA.-Luftstreitkräfte in Wand. am Sonnabend vielleicht etwas «ehr. zum Einsatz gelangt seien. Auf Grund >«« oon uns beobachteten Abschüsse in Ber- ckdnng mit den gemeldeten Abstürzen über mtralem Gebiet und den als sicher anzu- irhniendcn Verlusten auf dem Rückslug über ks Merr und bei der Landung ist mit einer Wmt«inbutzc an fliegendem Personal, die m-onnabcnd bis zu etwa 2l> Prozent des Nannschastseinsatzes gestiegen sein dürste, kir prozentuale Verlustquote hat am Sonn- Iig bei dem Angriff auf Münster noch «irre «iiere Steigerung erfahren.

Recht aufschlußreich ist die Feststellung des mdamerikauischen Vomberkommandos, daß Heiden letzten beiden Angriffen die deutsche Mehr noch wirksamer gewesen sei als bei lm Angriff, der sich am 17. August gegen ;«i Städte in Süddeutschland gerichtet Me. Dieser 17. August war schon ein ganz Marzcr Tag für die Pankees und versetzte sdkn einen schweren Schock. Allein über dem " chsgcbiet wurden an jenem Tage über schwere Bomber zufliegenden Särgen". Izmocht. und insgesamt, betrugen die ame- Minichen Verluste am 17. August wahr- Mlich annähernd das Doppelte dieser M, da bei dem Abflug nach Süden und M dem gleichzeitigen Versuch, von Süden durch einen konzentrisch gedachten An- Bi eine Luftzange zu bilden, ganz schwere «ttluste des Feindes eingetreten sind. Wir Wen überdies aus Eefangenenaussagen, R damals zahlreiche angreifende Bomber, >» übcrs Meer abgedrängt wurden, in einen Michtendcn Sturm geraten sind. Nach den kmhnmgen dieses Tages sah sich das USA.- jkAbnkommando gezwungen, seine Einsatz- weitgehend abzuändern. Wenn man We Dinge bedenkt, dann vermag man die ludmtung des Eingeständnisses richtig zu l'Wigen. daß inzwischen die deutsche Ab- noch stärker geworden ist, als sie sich ' l7 August erwiesen hat.

deutschen Meldungen über die stunden- >"'se» Luftschlachten über der Deutschen ^ und der Ostsee, zwischen Jütland und "?liger Bucht, sind ein Heldenlied von '-n kühnen Draufgehen unserer Jäger, die

zäh und unerbittlich am Feinde blieben und sie zum Teil zum Notwurf ihrer Bomben zwangen, wobei eine Messerschmitt-Stafsel in neun Minuten einen Schwärm von vier Flugzeugen aus einer amerikanischen Vom- berwelle herausschoß. Die Abwehr in der Nacht weist eine etwas mehr schwankende Er- solgskurve auf. Die Gründe dafür sind be­kannt und meist in Wetterverhältnissen und atmosphärischen Störungen begründet. Das eine Mal erleichtert eine dichte Wolkendecke den Unbemerkten Anflug der feindlichen Bombengeschwader, ein anderes Mal er­schwert oder verhindert Bodennebel über den

in Frage kommenden Flugplätzen das Auf­steigen unserer Jäger, die bei ihrem be­grenzten zeitlichen Aktionsradius auf die Landung auf vernebelten Plätzen angewiesen sein würden. Das sind dann die Tage oder Nächte, in denen die von Dr. Goebbels an­gesprochenen Rückschläge in einer sonst siche­ren und stetigen Entwicklung des Luftkrieges zu unseren Gunsten eintreten können, und wo das Wort des Führers gilt, daß wir hart bleiben und durchstehen müssen bis zum End­sieg, so lange es auch dauern und so schwer es auch manchmal sein möge.

(Fortsetzung aus Seite S)

4 Ü 2 VV SKI., 3 Ärllörer, 1 Sevsclier verleaki

O-öoot-kt/cr/gs ostwärts /Vowo/o 5sm//o, im ^/orc/ot/ontilc unc/ im /^fitts/mssr

Aus dem Führerhauptquartier, 11. Oktober. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Zwischen Asowschem Meer und Saporoshje steigerten die Sowjets ihre mit starken Ar­tillerie-, Panzer- und Schlachtfliegerkrästen unterstützten Angriffe, die jedoch an der zähen deutschen Abwehr scheiterten. Auch am mittleren Dnjepr im Raum südlich Gomel und im Kampfgebiet westlich Smolensk wur­den alle Angriffe der Sowjets abgewiesen. Die schweren Kämpfe im Einbruchsranm südwestlich Welikije-Luki halten unvermin­dert an.

In den letzten Leiden Tagen wurden an der Ostfront 285 Sowjetpanzer vernichtet, davon die überwiegende Mehrzahl im Kampf­raum von Melitopol und Saporoshje. Die Luftwaffe unterstützte im mittleren und südlichen Abschnitt mit starken Kräften den Abwchrkampf des Heeres, griff den Nach­schubverkehr des Feindes an und vernichtete bei drei eigenen Verlusten am gestrigen Tage 48 Sowjetflugzeuge.

Bei den schweren Abwehrkämpfen westlich Smolensk hat sich die hessisch-saarpsälzische 187. Infanteriedivision unter Führung des Generalleutnants Böge besonders ausge­zeichnet.

In Süditalien griff der Feind einen Eisenüahnstiitzpunkt in der Campanischen

Ebene an. Er wurde blutig abgewiesen. Von der übrigen Front sind nur örtliche Kämpfe unserer Gesechtsvorpesten mit schwä­cheren feindlichen Kampfgruppen zu melden. Deutsche Jäger und Flakartillerie der Luft­waffe, Bord- und Marineslak schössen über dem Mittelmeerraum neun meist viermoto­rige Boinbe'r ab.

Deutsche U-Boote versenkte» in harten Kämpfen in der Kara-See, ostwärts Nowaja Semlja, im Nordatlantik und im Mittelmeer acht Schiffe mit 43 28N VRT. und beschädig­ten zwei weitere durch Torpedotrefser schwer. Von den Sicherungsfahrzeugen vernichteten sie drei Zerstörer und einen Bewacher.

Nordamerikanische Bomberverbände grif­fen im Lause des gestrigen Nachmittags Westdeutschland an. Durch Spreng- und Brandbomben entstanden, vor allem in Münster, erhebliche Schäden in Wohn­viertel«. Der Dom und drei weitere Kirchen wurden schwer beschädigt. Durch die deutsche Abwehr, vor allem durch Fagdfliegerver-^ bände, wurde ein großer Teil des anflie­genden Feindes vernichtet: Bisher wurde

der Abschuß von 81 meist viermotorigen Bombern gemeldet. Damit verlor der Feind bei seinen Terrorangrisfen auf das deutsche Reichsgebiet in den letzten drei Tagen ins­gesamt 288 meist viermotorige Bomber.

Die Osllsger von Lsstis auk Korsika brennen. Drotr starker /knZrikks ckurcb britisoks unck norckamsriksniscbs ?Iisgsrvsrb->n6e rvurcks cler Abtransport aller knebelten unck llabireugs rum ltslieniscben ksstlancl äurckgskübrt. b-?K-KnexsdencMer rscdniclio ibcdj

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Bai einer Beurteilung der gegenwärtigen militärischen Lage muß man von der Tat­sache ausgehen, daß wir uns im fünften Kriegsjahr befinden. Es bedeutet dies fol­gendes: nicht nur wir, sondern auch unsere Gegner sehen auf reiche Kriegserfahrungen zurück. Ueberall sind die Anfangsschwierig­keiten in der Rüstungsproduktion überwun­den, laufen die Rüstungsindustrien auf vollen Touren. Ueberall ist »ach den bisher durch- -kämtzften Jahren ein gewisser Verschleiß ein­getreten, an Menschen, an Material und an Nervenkraft.,Die Entscheidungsfrage, die je­der Krieg beantworten muß: Sieg oder Nie­derlage, hat sich verschärft oder vertieft; sie heißt heute, wie der Führer es einmal aus­gedrückt hat: überleben oder vernichtet wer­den. Der Krieg ist zur Existenzfrage der Völker geworden.

SolscksMksll verlangen äeulucde Aivsngssrdeitsr

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Genf, 11. Oktober. Wie verlautet, wird die Sowjetregiernng Großbritannien und den USA. den Plan vorlegen, daß deutsche Arheiter in der Sowjetunion als Zwangs­arbeiter eingesetzt werden sollen. Das soll ein Teil der von Deutschland zu leistenden Reparationen" sein. Ueber diesen Plan sei zwar schon früher berichtet worden, aber jetzt hätten ihn die Sowjets bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet. Demnächst werde auch die Zahl der verlangten deutschen Ar­beiter, die Dauer ihrer Zwangsarbeit und die von Deutschland zu liesernden Material­mengen angegeben werden.

Dieser Plan der Sowjets, der uns schon zur Genüge bekannt ist. gehört zu den Wunschträumen der Feindseite. Wir sind überzeugt davon, daß die Sowjets diesen Plan verwirklichen würden, gelänge es ihnen, uns in diesem Kampf zu besiegen. Kein Roosevelt und kein Churchill wurde ihnen in den Weg treten. Aber der deutsche

Soldat und der deutsche Arbeiter wenden dafür sorgen, daß diese und ähnliche Pläne, die jüdischen Hirnen entspringen, zerrissen werden. Front und Heimat wissen nur zu gut, was Deutschland erwartet, wenn wir unterlägen. Daher werden wir in verbisse­ner Entschlossenheit den Kampf bis zum deutschen Endsieg durchstehen.

Lsnosssgang nsck Moskau

Stockholm, 11. Oktober. 2n einem Artikel unter. der UeberschriftLanossa Moskau" schreibt die schwedische ZeitungDagsposten" zur Moskauer Konferenz, daß dieses für Eng­land und Amerika ein Weg nach Lanossa sei, ein Weg zur Unterwerfung. Die Parallele mit dem November 1940 und dem Oktober 1943 sei auffallend. Damals habe Molotow im Namen Stalins vom Führer die deutsche Zustimmung zur Unterstellung des Bosporus und der Dardanellen, des Balkans und Finn­

lands unter russische Herrschaft verlangt und eine abschlägige Antwort erhalten, jetzt werde Stalin mindestens das gleiche von den Ver­tretern Churchills und Roosevelts verlangen und eine zustimmende Antwort erhalten. Die beiden Alliierten hätten wahrscheinlich bereits die sowjetischen Forderungen akzep­tiert.

Als LeWchnendes Beispiel 'für die Tatsache, daß die Westmächte sich bereits den sowjeti­schen Forderungen gegenüber gebeugt haben, führte der Leitartikler der schwedischen Zei­tung die Haltung' der Alliierten gegenüber Finnland an, das jetzt offen ausgefordert werde, möglichst schnell gegenüber Stalin zu kapitulieren, sowie die Preisgabe des früher so hoch gelobten jugoslawischen Partisanen- Generals Mihailowitsch zugunsten des in rus­sischem Interesse arbeitenden Fnischaren- Häuptlings Tito. Die Moskauer Konferenz werde also eine diplomatische Apotheose für die Bestrebungen der Sowjetunion werden.

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unserer Berliner SKriftleitung Berlin, 11. Oktober. Das USA.-Kriegs- Nnemmt unternimmt zur Zeit den Ver- 7^ durch eine Dokumentensammlungdie jungen des nordämerikanischen Außen- b.^uums zur Verhinderung der Kriegs- "Mnng in Europa im Frühjahr 1941" "ilegcn und die zu allen Kriegszeiten urig diskutierte Schuldfrage zu lösen. Hüll als Leiter der Außenpolitik KT^uugten Staren benutzt, diplomati- I^iienheiten gemäß, die Form eines 'kiduches" zn diesem Versuch, wobei es interessiert, welche innenpolitischen ' ^°üungen zu einer derartigen Heraus- Friedensbemühungen" des nord- ^"«nuchen Präsidenten Anlaß gegeben >knr°,, "dssanter ist es schon, daß sich WEetär Hüll bei der Auswahl aus ' vorhandenen Unmenge von Do- Botschaften, amtlichen Reden und künden, aus vier knappe Urkunden be- die ihm für seine Zwecke am besten drscheinen, die jedoch nach ihrer der Frage Anlaß geben, m / -eonart erst die außerdem noch in '"llofes in Washington ruhenden ^ ^gefaßt sein müßen, denn die welche die Politik Roosevelts von dikki.» - bacht der Kriegshetze in Europa sind nichts anderes als ^ein

iuz.^rr Beleg für die unablässigen Be ^ Weißen Hauses, den Krieg und den Feinden des Reiches. " -Äussicht auf eine baldige Kriegsteil­

nahme der USA., damals also noch eines formell neutralen Staates, den Rucken zu

^ D^Dokumentensammlung enthält als erstes ein Memorandum über die Besprechungen des damaligen USA.-Unterstaatssekretars Sum- ner Welles mit dem damaligen »owzetiichen Notschalter Oumansky. in der der U«A.- Diplomat dem Vertreter Stalins sehr klare Andeutungen über die Rolle macht, welche die Vereinigten Staaten im Falle eines Krieaes zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich zu spielen bereit sein wur­den Die Besprechung wurde in dem Augen­blick durchgeführt, in dem die Sowietunion ihre Stoßarmeen an ihrer Westgrenze zum Angriff gegen den mitteleuropäischen Raum zusammenzog. Es mußte in jener S.tua ron für den Kreml außerordentlich interessant ein die Stellungnahme Washingtons zu er­fahren, und der IlSA.-Präsident war bereit, sie im gewünschten Sinne abzugeben.

Das zweite und dritte Dokument bewesien die Bemühungen der nordameri,konischen Aukendiplomatie. durch moralische und tat­sächliche Unterstützung der Belgrader Put- sckisten Jugoslawien rn einen Kneg gegen das Reich zu Mren. Als ersteswirdein Telegramm wiedergegeben, rn dem koroeu Hul?am 5. April 1941 dem nordamerikani- ichen Gesandten in Bulgarien die En.- schlossenheit der Vereinigten Staaten unede^ c>k'.^rsck»n,ii»n im Kamm aeaen das Reim

neutralen Verhinderung der

Kriegsausweitung

für notwendig, die Putschisten in Belgrad zur Besinnung zu rufen. Den Jugoslawen war vom Reich ein Vertrag angeboten wor­den, der den Bestand des jugoslawischen Staatsgebildes garantierte. Dieser Vertrag wurde von der damaligen Regierung in Bel­grad angenommen und sofort gebrochen. Dem Nordamerikanischen Präsidenten lag nichts daran, das gewaltsame Hineinzerren Jugo­slawiens in den Krieg zu verhindern.

Amtlich ließ Cordell Hüll erklären:Wie­der einmal ist eine kleine Nation von den Kräften der Aggression angegriffen worden, und diese Aggression liefert einen neuen Be­weis, daß es keine geographischen oder an­deren Grenzen für die Welteroberungspläne der Aggressoren gibt. Gemäß seiner Politik beeilt sich Nordamerika, so rasch wie möglich Hlüstungsmaterial und sonstige Lieferungen nach Jugoslawien zu entsenden." Diese Er­klärung bildet das vierte Dokument des Weißbuches des Washingtoner Staatsdepart- mentes.

Als letztes Dokument ist ein Telegramm des Nordamerikanischen Außenministers an die USA.-Gesandten in den neutralen euro­päischen Staaten wiedergegeben, in dem die amerikanischen Diplomaten aufgefordert weiden,einen Beitrag zum Erfolg des Kampses gegen die totalitäre Welt mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu leisten". Amerika habe nicht die Absicht, eine passive Haltung einzunebmen" im Gegen­teil beabsichtige es. sein« ..Rolle beim Wider, stand gegen die Mächte der Aggressoren zu spielen". Jeder USA.-Vertreter und tatsäch­

lich jeder nordamerikanische Bürger im Aus- land dürfe keine Gelegenheit versäumen, um darauf aufmerksam zu machen, daß diese passive Haltung" der Vereinigten Staaten bald vorbei sein werde, und daß die totali­tären Mächte geschlagen werden müßten. Zögern Sie keineswegs", so schließt das Telegramm Hulls,unsere Ueberzeugung und unseren Entschluß sehr energisch zpm Ausdruck zu bringen."

Die Sprache dieser Dokumente ist sehr be­deutsam, und es bleibt unerfindlich, wie sich das USA.-Staaisdepartment von ihnen die gewünschte Wirkung einer Unterstreichung der Bemühungen zur Verhinderung der Kriegs- ausweitung" gedacht hat. Schon diese Aus- wähl der in Washington für die gewünschte Tendenz als wirkungsvollste Dokumente an­gesehenen Urkunden gibt einen Begriff davon, in welchem Tonfall die bisher noch unver­öffentlichten, also als .ungeeignet" angesehe­nen Botschaften unb Erklärungen sich in die europäischen Probleme eingemischt haben. Der Reinwaschungsoersuch der nordämerikanischen Außenpolitik ist mißlungen, ja er ist sogar ins Gegenteil umgeschlagen, er ist zu einer Erhärtung des Tatbestandes geworden, daß der Präsident der Vereinigten Staaten be­reits zu einer Zeit, in der er sich beeilte, sei- nen Wählern zu versichern, daß seine größte Mühe der Heraushaltung seines Landes aus Lein Kriege gelte, unentwegt bemüht war, den Krieg auszuweiten um» jeden Begriff von Neutralität bereits über Bord geworfen hatte.

Vor dieser unerbittlichen Wahl ist vieles zusammengeschrumpft oder weggefallen, was früher von Bedeutung war und beachtet wer­den mußte. Wir sind überall durch die Ober­fläche durchgestoßen, auf den Kern der Dinge. Dieser Kern heißt für Deutschland: mit zu­sammengefaßten Mitteln so operieren, und kämpfen» daß der Feind nach wie vor von der Heimat ferngehalten wird und sich an unseren Fronten, sei es zu Lande oder zur Lust, die höchstmöglichen blutigen Verlust» holt. Diese können ihm zugefügt werden sowohl durch unseren Abwchrkampf als auch dadurch, daß wir bei passender Gelegenheit wieder offensiv vorstoßen. Jedenfalls aber tritt für uns in diesem Stadium der Krieg­führung die Notwendigkeit einer Straffung aller operativen und sonstigen Maßnahmen ein.

Was hiermit gemeint ist, wird deutlich, wenn wir etwa das Jahr 1941 zum Vergleich heranziehen. Damals kam es, nach der Nie­derwerfung unserer Westgegner und der Sicherung unserer Nord- und Westflanke, darauf an, mit schnellen, raumgreisenden Schlägen den Feind aus Südosteuropa her­auszuwerfen und ihn und seine bereitgestell­ten Angriffsarmeen im Osten so weit wie möglich zurückzutreiben. Beides gelang. Das Jahr 1942 sah in ganz Europa eine wach­sende Konsolidierung unserer Stellung.

Der Krieg ist seinem Wesen dach nur zu einem Teil eine exakt aufzustellende und zu lösende Rechenaufgabe, ein oft bedeutsamer Rost wird stets unberechenbar bleiben. Hier gilt dann das kühne Wagnis und der mutige Einsatz. Auch der Fehlschlag des Sommers 1942 und des nachfolgenden Winters hat sei­nen Sinn gehabt und seine Auswirkung auf die nachfolgenden Ereigniss:, die ohne jene große Offensive für uns wahrscheinlich schwe­rer zu meistern gewesen wären.

Wie dem aber auch sei: aus der Summe aller bisherigen Erfolge und Rückschläge hat sich ein vertieftes Wissen um die Gesetze un­serer Kriegführung gegen den Bolschewis­mus ergeben. Wir fassen deshalb nun unsere eigenen Abwehrkräfte zusammen, straffen un­sere bisher weit ausaeschwungene Front, stützen uns dabei auf Vorteile, die uns die Natur anbietet; und leiten damit entschlossen und überlegen eine neue Phase unserer Krieg­führung ein.

Mit verbissener Wut, wiederum überlege­nen Menichenmassen und schier erdrückendem Materialeinjatz sind die Sowjets seit Mitte Juli gegen zwei Drittel unseres bisherigen Frontverlaufes im Osten angerannt. Sie haben dabei Hekatomben von Men­schen geopfert und schwerste Material- verluste erlitten. Aber, alles auf eine Karte setzend, ließen sie in ihren Anstrengungen nicht nach. Die deutsche Führung beschloß daraufhin, ihre Verbände nicht weiterhin diesem Mässensturm auszusetzen, sondern sie auf eine verkürzte Linie zurückzunehmen. Diese Zurücknahme ist trotz aller Störungs- veimche des Feindes in voller Diszi- plin erfolgt. Mittlere und untere Füh­rung. vor allem aber der deutsche Soldat, haben dabei Unübertreffliches geleistet. Wenn auch hier oder dort einmal Lücken entstanden, so blieb im großen der Zusam- menbang stets gewahrt. Es hat keinen Au- genblick gegeben, in dem der Führung die Zügel entglitten wären oder in dem sie den Ucberblick verloren hätte.

Man vergleiche die Ereignisse vom Juli bis September dieses Jahres nur einmal mit dem Zurückweichen der Sowjetarmeen vor unserem Vormarsch 1941. Damals kam es im ganzen zu elf Kesselschlachten mit einer Vrelmilftonenzahl an Gefangenen und To­ten bei den Bolschewisten. Damals zerriß die sowjetische Front an vielen Stellen, so daß ichlictzlich nur noch die Ungunst der Natur lmit einem ungewöhnlich früh einietzenden Winters unseren Vormarsch bremste. 'Nicbts dergleichen ist auf unserer Seite zu ver­zeichnen gewesen. Wie ein elastisches Band ist die Front befehlsgemäß ausgewichen.

Die Disziplin und Ordnung, mit der dies im einzelnen geschah, ist um so mehr anzu-