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parteiamtliche Tageszeitung
gas AmtebU tf- res f'eg’erender i-'ürgenneister» de r Freien Hansestad' Bremen
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Bremen: Geeren 8/8. Rnf 2 19 31: Nacbtruf und sonntags 2 47 65; QbernstraBe 86. Ruf 2 19 31: Syke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahn- hofstraße 6, Etdce Poststraße. Ruf 4 34 58; Br.- Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Blumen- thal, Kapt-Dallmann-Str. 41/43. Ruf 88 «. 89
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliche» Verkündungsblatt des Reichs Statthalters n O de nt uro und 1 remert
Freitag, 25. August 1944
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Schließung von Theatern- und Unterhaltungsstätten Stillegung und Einschränkung auf dem Gebiete des Schrifttums, der Tagespresse sowie des Berufs- und Hochschulwesens Sammelkarten für Lebensmittel - Einführung der 60 -Std.- Woche AllgemeinevorläufigeUrlaubssperre Verordnung zur Sicherung des totalen Krieg sei nsafyes
Eigener Bericht
BZ. B e r 1 i n, 24. August. Reichsbevpllmächtigter Dr. Goebbels hat sieben neue Anordnungen für den verstärkten Kriegseinsatz getroffen, die teils von tiefgreifender Wirkung auf das öffentliche Kulturleben siiid, wie z. B. die Schließung der Theater, teils aber auch wie die Einführung der 60-Stunden- woc he und die Urlaubssperre in das Privatleben eingfeifen. Ziel dieser Maßnahmen wie auch die Schließung von Fachschulen, Einschränkung des Hochschulstudiums, Vereinfachung der Lebensmittelkarten und Fortfall der Truppenbetreuung durch „Kraft dutch Freude" haben das einzige Ziel, weitere Hunderttausende von Männern und Frauen für Wehrmacht und Rüstung freizumachen.
Der Reichsbevollmächtigte für den totale Kiiegseinsatz, Reichsminister Dr. G o e b- bels, teilt mit:
!. Das gesamte deutsche Kulturleben ist auch im fünften Kriegsjahr in einem Umfang auirechterhalten worden, den andere kriegführende Länder, nicht einmal ln friedlichen Zeiten erreichten. Während England und die USA. ihre bedeutendsten Opern, Orchester und andere Kulturinstitute schon bald nach Kriegsbeginn stillegten, wurde das kulturelle Leben in Deutschland bisher iu normalen, teils sogar ln verstärktem Umfange weitergeführt. Der totale Kriegseinsatz des deutschen Volkes macht auch auf diesem Gebiet tiefgreifende Einschränkungen notwendig.
in Zukunft werden im wesentlichen nur noch Film und Rundfunk den Soldaten an der Front und der schaffenden Heimat Entspannung geben und kulturelle Werte vermitteln. Sie erfassen unter geringstem Aufwand an Menschen und Material die weitestmöglichen Kreise unseres Volkes.
Im einzelnen wird angeordnet:
Sämtliche Theater, Varietös, Kabaretts und Schauspielschulen sind bis zum 1. Sept 1944 zu schließen.
Die entsprechenden Facbschaften und Fachgruppen sowie der private Schauspiel-, Gesang- und Tanzunterricht werden eingestellt.
Alle Zirkus-Unternehmen werden bis auf wenige, die zur Erhaltung des wertvollen Tierbestandes notwendig sind, sttilge 1 e g t. Die freiwerdenden Kräfte werden, soweit sie kriegsverwendungsfähig sind, der impfenden Truppe zugeführt. Alle anders änden ln Rüstung und Kriegsproduktion %wendung,
Ahe Orchester, Musikschulen Konservatorien stellen bis auf ®ige führende Klangkörper, die auch der toadiunk zur Durchführung seiner Programme dringend benötigt, ihre künstlerische Tätigkeit ein. Ihre Mitglieder werden >a gleicher Weise wie die ■ stillgelegten Bühnen-Ensembles der Wehrmacht zugeführt bzw. in der Rüstung eingesetzt.
Auf dem Gebiet der Bildenden Kunst werden Kunstausste Hungen, Wettbewerbe, Akademien, Kunsthochschulen sowid die privaten Kunst- und M a 1 - schulen zu demselben Zweck still- Jeiegt.
°as gesamte schöngeistige, U n - jathaltungs- und verwandte Schrifttum wird stillgelegt. Erhalten bleiben nur noch das naturwissenschaftliche und technische Schrifttum, Rüstungs- und Sfchul- nücher sowie gewisse politische Standard- 'vetktj, Zahlreiche weitere Verlage könne/] somit stillgelegt und viele Fach- “äfte für die Rüstung freige- stollt werden.
Me Tagespresse wird weiter eingeschränkt. Weitgehende Zusammenlegungen müssen erfolgen. Mit Ausnahme weniger wichtiger Blätter wird Umfang der Tageszeitungen auf vier
der
Seiten, ifee Erscheinungsweise auf sechsmal ’ochentlich beschränkt.
ie wöchentlich erscheinenden Jllustsier- ®. Zeitschriften, mit Ausnahme des „JUu- ,inerten Beobachters” und der „Berliner ustrierten" mit verschiedenen Kopfblät- werden eingestellt.
Ei ns -J esamt werden durch Stillegungen und »Kchfankvmgen aui diesen Gebieten viele Zehnta
‘tausende von z. T. hochwertigen Fach' u-' ll ’® n Mt kriegswichtige Arbeiten bzw. ‘ ür <he Front frei
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...uuc durchgeführte Truppen- Gast eUUn<J wird eingestellt. Etwa 200
Und ^—'“ni^nekmen, Konzert-Agenturen
,hh„ Theater-Unternehmen können somit
«‘gelegt, die KdF.-Dienststellen alle Kr letzten Gebieten sowie sämtr !J nst i er heime geschlossen, treuun 6 Tonrne en eingestellt und die Be- meinsr! ?. er küstungsarbeiter auf die Ge- Dio , a s * a ß er beschränkt werden.
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durch Ausgestaltung unserer verschiedenen sotttunr, j n s e n d e r s°wle weitere Ver- bl e L 9 der Tru PPe mit Filmen gesichert
^ et Programme
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keichsminister für Wissenschaft,
Essend« D Und Volksbil dung hat ein teil- i,«j "°9ramm zur Einschränkung
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Einricht,, ze ‘ tw eisen Stillegung zahlreicher zle 'hmn«u 9en lm 9 esam ten Gebiet des Er- a w esens aufgestellt. Eine ganze
Reihe von Berufsschulen, die nicht unmittelbar kriegswichtigen Zwecken dienen, wl® z. B. die Haushaltungs- und Handelsschulen, werden bis auf weiteres geschlossen. Viele Zehntausende von Jungen und Mädchen, deren gleichaltrige Kameraden und Kameradinnen längst im Kriegseinsatz stehen, und mehrere tausend Lehrkräfte werden dadurch frei Auch an den Hochschulen werden weitgehende Einschränkungen unter dem Gesichtspunkt der Kriegsnotwendigkeit vorgenommen, wodurch mehreren Zehntausend von Studenten und Studentinnen der nicht unmittelbar kriegswichtigen Fachgebiete zum Einsatz in der Rüstungsindustrie gelangen können. Insgesamt werden durch die' vorgesehenen Maßnahmen im Bereich des Reichs- erziehungsministeriums mehrere hunderttausend Arbeitskräfte erfaßt
4. Mit dem Beginn der 68. Zuteilungsperiode am 16. Oktober 1944 wird die neue Sammel'karte für Lebensmittel elngeführf/ Sie vereihlgt die wichtigsten, bisher gesondert ausgegebenen Karten für Brot, Fleisch, Fett usw. Es wird dadurch eine Einsparung von rund 300 Millionen Lebensmittelkarten je Zuteilungsperiode erzielt. Neben einer bedeutenden Papiermenge werden zahlreiche Arbeitskräfte für andere kriegswichtige Zwecke freL
5 . Zur vollen Ausüutzung der Arbeitskraft wird (jie Arbeitszeit in den öffentlichen Verwaltungen und Büros der Wirtschaft einheitlich auf mindestens 60 Stunden in der Woche festgesetzt. Davon unberührt bleiben jene Arbeitszweige, in denen zur Erledigung kriegsentscheidender Aufträge ohnehin schon wesentlich länger gearbeitet wird.
Derdurch eine solche Erhöhung der Arbeitszeit eingesparte Teil der Gefolgschaft ist sofort für Wehrmacht und Rüstung freizustellen. Jeder Dienststellenleiter oder Betriebsleiter ist dafür verantwortlich, daß in seinen Büros keine Arbeitskräfte auch nur zum Teil b.r a c h 1 i e g e n. Wer nicht voll ausgenutzte Arbeitskräfte weiter beschäftigt, macht sich der Sabotage des totalen Kriegseinsatzes schuldig und hat strenge Bestrafung zu gewärtigen.
Der spätere Teil eines Nachmittags in der Woche soll nach Möglichkeit für Einkäufe und andere persönliche Bedürfnisse der Gefolgschaftsmitglieder freibleiben, wenn die vorgeschfiebene Gesamtarbeitszeit der Woche eingehalten wird und die anfallende kriegswichtige Arbeit erledigt ist.
6. Kein Tag darf in dieser für den Endsieg so entscheidenden Zelt unseren gemeinsamen Kriegsanstrengungen verlorengehen. Der deutsche Soldat muß schon seit längerer Zeit auf seinen Urlaub verzichten. Der kämpfenden Front gegenüber ist es nur gerecht, wenn auch die schaifende Heimat ihren Urlaub zunächst zurückstellt. Es wird daher mit sofortiger Wirkung eine allgemeine vorläufige Urlaubssperre angeordnet. <
Urlauber, deren Urlaub zur Zeit des Inkrafttretens dieser Anordnung noch länger als eine Woche andauert, haben in kürze-v ster Frist zu ihren Arbeitsplätzen zurückzn- kehren. Ausgenommen von dieser Urlaubssperre sind Frauen, die das 50. Lebensjahr und Männer, die das 65. Lebensjahr bis zum 31. Dezember 1944 vollendet haben.
Bei Todesfällen oder lebensgefährlichen Erkrankungen des Ehegatten, der Großeltern, Eltern oder Kinder, bei Niederkunft der Ehefrau oder sonstigen dringenden Anlässen kann der übliche Kurzurlaub unter Anlegung eines strengen, aber gerechten Maßstabes gewährt werden.
In dringenden Einzelfällen ist namentlich Schwerbeschädigten. Frauen und Jugend
lichen bei Schädigungen ausnahmsweise Urlaub zu gewähren.
Die Bestimmungen über Familienheimfahrten und Familienbesuchsfahrten behalten ihre Gültigkeit.
7 . Wenn sich das ganze deutsche Volk jetzt mit voller Kraft für den Endsieg einsetzt, dann hat es auch ein Recht zu verlangen, daß das Gesetz mit aller Schärfe gegen solche Elemente vorgeht, die aus Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, Verantwortungslosigkeit oder gar mit Vorsatz die Maßnahmen zur Totalisierung des Kriegseinsatzes sabotieren. Der Reichsminister der Justiz wird daher eine Verordnung zur Sicherung des totalen Kriegseinsatzes erlassen, nach welcher derjenige mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen belegt wird, der vorsätzlich oder fahrlässig einem Gebot oder Verbot zuwiderhandelt, das in einer Rechtsvorschrift oder verkündeten Verwaltungsanordnung der Reichsregierung, einer Obersten Reichsbehörde oder einer ihnen gleichgeordneten Stelle über Maßnahmen zur Durchführung des totalen Kriegseinsatzes enthalten, ist. In besonders schweren Fällen kann au! Zuchthaus- oder Todesstrafe erkannt werden.
Diese Strafbestimmungen beziehen sich auf Verstöße gegen alle bereits getroffenen und noch zu treffenden Maßnahmen im Rahmen des totalen Kriegseinsatzes.
Unsere gemeinsamen Kriegsanstrengungen sind nicht nur eine Sache der Freiwilligkeit Es wird dafür gesorgt, daß die Lasten, die mit ihnen verbunden sind, gereckt verteilt, werden. .
Aus dem Brief eines Jagdfliegers:
„Damit wir mit diesen Waffen die Kunst besser schüfen können I“
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
b. Berlin; 24. August. Die neuen Maßnahmen zur Totalisierung des Kriegseinsatzes sind sicherlich in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen, da sie weitgehende Veränderungen auf die Lebenshaltung des deutschen Volkes bewirken werden. Vor allem die bisher vom Luftterror noch nicht betroffenen Gebiete werden die Einschränkungen im Kulturleben als spürbar empfinden, während die Bevölkerung der Frontstädte auf bisher gesammelte Erfahrungen zurückgreifen kann. Diese Angleichung des Lebenszuschnitts wird vom gesamten Volk als eine sehr gesunde Maßnahme empfunden werden, da hier der Gedanke der Schicksalsgemeinschaft mit gleichen Pflichten und gleichen Rechten für alle besonders betont wird.
Die Schließung der Theater mußte, um wirklich greifbare Einsparungen an Men
schen und Material erreichen zu können, als totale Maßnahme durchgeführt werden, da jede Aufrechterhaltung irgendwelcher Ausnahmen das Vorhandensein eines Apparates erfordert hätte, der erst dann völlig eingespart werden kann, wenn der ganze Arbeitssektor stillgelegt wird. Wir halten uns bei diesen Maßnahmen jenen Brief eines Jagdfliegers vor Augen, der die Schließung der Theater forderte, damit die so freigewordenen Menschen Waffen hersteilen und „wir mit diesen Waffen die Kunst besser schützen können"!
Bei der Urlaubssperre mag daran gedacht werden, daß gerade in der Rüstungsindustrie wie auch besonders an der Front das Wort Urlaub oftmals nur sehr, sehr klein geschrieben wird. An eine Aufhebung des rechtlichen Urlaubsanspruches ist dabei selbstverständlich nicht gedacht.
Verrat einer rumänischen Badoglio-Clique
Nationale rumänische Regierung für Fortsetzung des Kampfes gegen den Bolschewismus
dnb. Bukarest, 24. Aug. König Michael von Rumänien hat in einem Aufruf an die rumänische Armee 'aufgefordert, den Kampf gegen den bolschewistischen Eindringling einzustellen. Der Staatschef Rumäniens, Marschall A n tone s c u , wurde durch einen feigen Hinterhalt des Königs und einer Verräterclique von anglophilen Politikern und reaktionären Schranzen beseitigt. Eine vom König eingesetzte sogenannte demokratische Regierung, die unter dem Aushängeschild Maniu-Bratianu, in Wirklichkeit aber von Kommunisten gebildet ist, hat Moskau die Auslieferung des Landes angeboten. In ganz Rumänien sind daraufhin Unruhen ausgebrochen. Eine nationaleGruppe von Patrioten hat sich an die Spitze einer Bewegung gegen den König und seine Verräterei gestellt und hat das
rumänische Volk und die rumänische Armee durch einen Appell für Fortsetzung des Kampfes gegen den Bolschewismus für Freiheit und Leben gegen Tod und Untergang aufgerufen.
Der
Aufruf der nationalen rumänischen Regierung
hat folgenden Wortlaut:
„Rumä'nen! Unser Leben, das Leben unserer Kinder und das rumänische Land sind in größter Gefahr!
Nachdem die tapferen rumänischen Soldaten rumänischen Boden jahrelang so heldenhaft verteidigt haben, hat König Michael als ein willfähriges Werkzeug einer kleinen Hofkamarilla und einer kleinen Clique von Verrätern den Staatsführer Antonescu beseitigt und ist willens, schmählichen Verrat an uns allen zu üben und das
Eichenlaub für einen Niedersachsen
dnb.
tier,
Aus dem Ftihrerhauptqüar- 24. August. Der Führer verUeh am 19. August das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Hinrich Warrelmann, Kommandeur eines norddeutschen Grenadier-Regiments, als 555. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Am 15. Juli 1944 stand die 290. Infanterie-Division, der das Regiment Warrelmann angehört, in schwerem Abwehrkampf östlich Dünaburg. Der . Feind brach im Nachbarabschnitt in die Hauptkampflinie ein. Oberst Warrelmann unterstellte sich das von dem sowjetischen Stoß am schwersten getroffene Bataillon des Nachbarabschnittes und warf die Bolschewisten wieder zurück. Abends drang der Feind abermals tief in
die vordersten Stellungen ein. Noch waren die Reserven des Regiments im Kampf gebunden. An der Spitze des Pionierzuges und einiger Melder trat der tapfere Oberst wieder zum Gegenstoß an und trieb die Sowjets über die Einbruchsstelle und die alte Hauptkampflinie hinaus. So war die Gefahr an dieser Stelle beseitigt.
Oberst Warrelmann wurde am 26. April 1904 in Struckhausen bei Brake gebo ren. Er trat 1921 in ein Oldenburger Grenadier-Regiment ein. Bei Kriegsausbruch Hauptmann und Chef der 12. Kompanie in einem Osnabrücker Regiments wurde er im Frühjahr 1943 als Oberstleutnant zum Regimentskommandeur ernannt und im Herbst desselben Jahres zum Oberst befördert.
Land unserem Todfeind, den Bolschewiken, auszuliefern.
König Michael verspricht den Frieden! In Wahrheit aber bedeutet dieser Frieden nichts anderes , als die Besetzung Rumäniens durch die Sowjetarmee und damit die B o 1 - schewisierung Rumäniens und die Versklavung und Ausrottung des rumänischen Volkes. Es ist ein infame Lüge, daß die Engländer und Amerikaner die rumänische Unabhängigkeit garantiert hätten, denn in Wirklichkeit haben sie das Land schon seit langem Stalin versprochen.
Genau so wie König Carol II. mit seiner jüdischen Maitresse jahrelang Rumänien bestohlen und dann das Land feige im Stich gelassen hat, um jetzt in Amerika sein Wohlleben auf eure Kosten zu führen, hat König Michael seine Abmachung mit den Engländern und Amerikanern getroffen, damit er für den Preis des, Verrats seines Landes und seines Volkes bei ihnen Zuflucht finden kann.
Schon heute steht das Flugzeug für König Michael bereit, um ihn und seinen Anhang im richtigen Augenblick nach dem Ausland in Sicherheit zu bringen. Das dem rumänischen Volk und dem rumänischen Staat geraubte Gold hat er bereits seit Monaten in das Ausland schaffen lassen.
' dieser Stunde, in der das rumänische Land und das rumänische Volk in höchste Not geraten sind durch den Verrat des Königs und einer kleinen rumänischen Badoglio-CIiqne, hat sich eine nationale rumänische Regierung aus Männern gebildet, die entschlossen sind, das ererbte Land, das unsere Vorväter seit Jahrhunderten gegen den Osten verteidigt haben, unter keinen Umständen in die Hände der Bolschewiken fallen zu lassen.
Rumänen! Die neue Nationalregierung ruft euch auf, dem Verräterkönig Michael und seiner Hofkamarilla und der korrupten Cli- (Fortsetzung auf Seite 2)
Jhc qtoße e Sputt
Von
Theodor Schulze
Kurz nachdem die Bombardierung Londons durch „V 1" begonnen hatte, erschienen in „Punch", der altbekannten satirischen Wochenschrift Englands, drei kleine Zeichnungen. Zwei davon stellten einen Park in London an einem friedlichen Sommerabend dar, eines den gleichen Park, nachdem soeben mehrere „V T'-Bomben • in der Nähe niedergegangen waren. Die Leser wurden aufgefordert, zu erraten, welches der drei Bilder den Tag der Beschießung darstellte. Der Witz bestand darin, daß alle drei Bilder bis auf den letzten Federstrich völlig gleich waren. Auf allen Zeichnungen sah man Pärchen miteinander flirten, alte Herrschaften in der Sonne dösen und kinaer, aie in einem kleinen Teich Schiffchen schwimmen ließen. Moral: Der Londoner ignoriert „V 1”.
Die Nummer des „Punch" erschien Ende Juni.' Anfang August hätte kein einziges englisches Blatt eine derartige Veröffentlichung mehr wagen dürfen. Mitte August wäre kein einziges auch nur auf den Gedanken gekommen, es zu tun, denn Mitte August gab auch die britische Presse ihr bisheriges Versteckspiel auf und schilderte wenigstens teilweise die verheerenden Wirkungen der einst bagatellisierten neuen Waffe. Alle Berichte aber gipfelten in der einen unruhigen Frage: „W a s kommt danach? Kommen „V 2V, „V 3" oder noch mehr, noch schlimmere Geheimwaffen?
Heute sehen die Berichte über „V 1" völlig anders aus. Mrs. Dixie Tye, eine amerikanische Funkkorrespondentin in London, erzählt beispielsweise den Amerikanern:
„V1 macht keinen Unterschied. Ebenso wenig wie .die. Pest oder die Cholera. V 1 hat auch die Großen und Mächtigen aus ihrer gut gesicherten Stratosphäre jenseits der irdischen Wirklichkeit auf die Erde herabgeholt, Vor wenigen Monaten mußte ich in einer sozialen Angelegenheit einen der Großen jener Clique aufsuchen. Der Haushofmeister erklärte mir majestätisch: .Seine Lordschaft sind oben'. In feierlicher Zeremonie stieg ich zu i hm empor. Damals konnte Seine Lordschaft zu seinem Bedauern nichts für mich tun. Vor kurzem kam ich wieder zu seiner Residenz — oder dem, was noch übrig geblieben war —, und man erklärte mir: .Seine Lordschaft sind dort
unten'. Und siehe da, da war er auch. Er lag auf einem Feldbett im Keller. Denn als die fliegenden Bomben nicht aufhören wollten, über London zu erscheinen, entwickelte Seine Lordschaft eine plötzliche Abneigung gegen seine eigene majestätische Höhe. Bis ■dahin gab es in seinem Hause genügend Dienstboten, die niemals die Ehre gehabt hatten, ihren Herrn und Meister zu sehen. Jetzt aber können sie ihn jeden Abend und jeden Morgen auf seinem kleinen improvisierten Bett gekleidet in seinem mit dem lordschaftlichen Monogramm verzierten Schlafanzug liegen sehen. Gleich neben ihm liegt die Köchin. Die war gerade in voller Verzweiflung, als ich kam. Sie schrie seine Lordschaft an: .Meine Zähne, oh, meine Zähne! Sie hatte ihre künstlichen Zähne nämlich auf einen kleinen Tisch neben ihr Bett gelegt, und als eine Bombe in der Nähe niederging, waren sie wie Perlen von einer Schnur abgerissen und quer durch den Keller verstreut worden. Das ist das Leben in London im August 1944."
Dieser kleine satirische Funkbericht, der am 12. August abends nach New York gegeben wurde, besagt genug. England und Amerika nehmen die einst belächelte neue deutsche Waffe jetzt mehr als ernst. Die letzte Rede Churchills und die Ausführungen mehrerer anderer politischer Persönlichkeiten lassen keinen Zweifel daran, daß man in England die Entwicklungsmöglichkeiten der neuen deutschen Waffe zu erfassen und zu ahnen beginnt, daß „V 1" tatsächlich nur ein schwacher Auftakt ist. In verschiedenen Darlegungen militärischer Sachverständiger wurde eindringlich auf die revolutionären Möglichkeiten der neuen Waffe hingewiesen.
„Wieder einmal sind die Alliierten zu einem W e 111 a u f mit der Zeit gezwungen. Wieder einmal arbeitet die Zeit für Deutschland", heißt es in einem dieser Berichte, Die gegnerische Führung setzt alles daran, um zu verhindern, daß die deutsche Führung die notwendige Zeit erhält, die neue Waffe zu entwickeln und mit weiteren noch vernichtenderen Waffen auf den Plan zu treten. Hieraus erklären sich die ungeheuer konzentrierten und aufeinander abgestimmten Bemühungen der Westmächte und der Sowjetunion, in diesen Sommermonaten durch ein Höchstmaß sowohl von militärischen Anstrengungen wie auch von allen agitatorischen Mitteln die deut- ^ eere ™ Felde zu besiegen und den Widerstandswillen des deutschen Volkes zu brechen. Die allgemeine Parole heißt: Der Krieg muß im Jahre 1944 entschieden werden, denn niemals wieder ist ein solches Ausmaß von materieller und quantitativer Ueberlegenheö>zu erzielen, wie es heute besteht.
Diekes Ausmaß ist aber, wie man in London und Washington ebenso weiß wie in Moskau, lediglich vorübergehender Natur,