Ausgabe 
(25.8.1944) 233
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parteiamtliche Tageszeitung

gas AmtebU tf- res f'egerender i-'ürgenneister» de r Freien Hansestad' Bremen

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Bremen: Geeren 8/8. Rnf 2 19 31: Nacbtruf und sonntags 2 47 65; QbernstraBe 86. Ruf 2 19 31: Syke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahn- hofstraße 6, Etdce Poststraße. Ruf 4 34 58; Br.- Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Blumen- thal, Kapt-Dallmann-Str. 41/43. Ruf 88 «. 89

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliche» Verkündungsblatt des Reichs Statthalters n O de nt uro und 1 remert

Freitag, 25. August 1944

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Schließung von Theatern- und Unterhaltungsstätten Stillegung und Einschränkung auf dem Gebiete des Schrift­tums, der Tagespresse sowie des Berufs- und Hochschulwesens Sammelkarten für Lebensmittel - Einführung der 60 -Std.- Woche AllgemeinevorläufigeUrlaubssperre Verordnung zur Sicherung des totalen Krieg sei nsafyes

Eigener Bericht

BZ. B e r 1 i n, 24. August. Reichsbevpllmächtigter Dr. Goebbels hat sie­ben neue Anordnungen für den verstärkten Kriegseinsatz getroffen, die teils von tiefgreifender Wirkung auf das öffentliche Kulturleben siiid, wie z. B. die Schließung der Theater, teils aber auch wie die Einführung der 60-Stunden- woc he und die Urlaubssperre in das Privatleben eingfeifen. Ziel dieser Maß­nahmen wie auch die Schließung von Fachschulen, Einschränkung des Hoch­schulstudiums, Vereinfachung der Lebensmittelkarten und Fortfall der Trup­penbetreuung durchKraft dutch Freude" haben das einzige Ziel, weitere Hun­derttausende von Männern und Frauen für Wehrmacht und Rüstung freizumachen.

Der Reichsbevollmächtigte für den tota­le Kiiegseinsatz, Reichsminister Dr. G o e b- bels, teilt mit:

!. Das gesamte deutsche Kulturleben ist auch im fünften Kriegsjahr in einem Um­fang auirechterhalten worden, den andere kriegführende Länder, nicht einmal ln fried­lichen Zeiten erreichten. Während England und die USA. ihre bedeutendsten Opern, Orchester und andere Kulturinstitute schon bald nach Kriegsbeginn stillegten, wurde das kulturelle Leben in Deutschland bisher iu normalen, teils sogar ln verstärktem Um­fange weitergeführt. Der totale Kriegsein­satz des deutschen Volkes macht auch auf diesem Gebiet tiefgreifende Einschränkun­gen notwendig.

in Zukunft werden im wesentlichen nur noch Film und Rundfunk den Soldaten an der Front und der schaffenden Heimat Entspannung geben und kulturelle Werte vermitteln. Sie erfassen unter geringstem Aufwand an Menschen und Material die weitestmöglichen Kreise unseres Volkes.

Im einzelnen wird angeordnet:

Sämtliche Theater, Varietös, Ka­baretts und Schauspielschulen sind bis zum 1. Sept 1944 zu schließen.

Die entsprechenden Facbschaften und Fachgruppen sowie der private Schau­spiel-, Gesang- und Tanzunter­richt werden eingestellt.

Alle Zirkus-Unternehmen werden bis auf wenige, die zur Erhaltung des wert­vollen Tierbestandes notwendig sind, sttil­ge 1 e g t. Die freiwerdenden Kräfte werden, soweit sie kriegsverwendungsfähig sind, der impfenden Truppe zugeführt. Alle ande­rs änden ln Rüstung und Kriegsproduktion %wendung,

Ahe Orchester, Musikschulen Konservatorien stellen bis auf ®ige führende Klangkörper, die auch der toadiunk zur Durchführung seiner Pro­gramme dringend benötigt, ihre künstleri­sche Tätigkeit ein. Ihre Mitglieder werden >a gleicher Weise wie die stillgelegten Bühnen-Ensembles der Wehrmacht zugeführt bzw. in der Rüstung eingesetzt.

Auf dem Gebiet der Bildenden Kunst wer­den Kunstausste Hungen, Wett­bewerbe, Akademien, Kunsthochschulen sowid die privaten Kunst- und M a 1 - schulen zu demselben Zweck still- Jeiegt.

°as gesamte schöngeistige, U n - jathaltungs- und verwandte Schrift­tum wird stillgelegt. Erhalten bleiben nur noch das naturwissenschaftliche und tech­nische Schrifttum, Rüstungs- und Sfchul- nücher sowie gewisse politische Standard- 'vetktj, Zahlreiche weitere Verlage kön­ne/] somit stillgelegt und viele Fach- äfte für die Rüstung freige- stollt werden.

Me Tagespresse wird weiter ein­geschränkt. Weitgehende Zusam­menlegungen müssen erfolgen. Mit Ausnahme weniger wichtiger Blätter wird Umfang der Tageszeitungen auf vier

der

Seiten, ifee Erscheinungsweise auf sechsmal ochentlich beschränkt.

ie wöchentlich erscheinenden Jllustsier- ®. Zeitschriften, mit Ausnahme desJUu- ,inerten Beobachters und derBerliner ustrierten" mit verschiedenen Kopfblät- werden eingestellt.

Ei ns -J esamt werden durch Stillegungen und »Kchfankvmgen aui diesen Gebieten viele Zehnta

tausende von z. T. hochwertigen Fach' u-' ll® n Mt kriegswichtige Arbeiten bzw. ür <he Front frei

2- Die von der NS.-GemeinschaftKraft

Jurch Fr eude . betr Gasts

...uuc durchgeführte Truppen- Gast eUUn<J wird eingestellt. Etwa 200

Und ^'ni^nekmen, Konzert-Agenturen

,hh Theater-Unternehmen können somit

«gelegt, die KdF.-Dienststellen alle Kr letzten Gebieten sowie sämtr !J nst i er heime geschlossen, treuun 6 Tonrne en eingestellt und die Be- meinsr! ?. er küstungsarbeiter auf die Ge- Dio , a s * a ß er beschränkt werden.

kn,t " - Betreuung der

durch Ausgestaltung unserer verschiedenen sotttunr, j n s e n d e r s°wle weitere Ver- bl e L 9 der Tru PPe mit Filmen gesichert

^ et Programme

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keichsminister für Wissenschaft,

Essend« D Und Volksbil dung hat ein teil- i,«j "°9ramm zur Einschränkung

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.. . .- ..... Einschränkung bzw.

Einricht,, ze tw eisen Stillegung zahlreicher zle 'hmn«u 9en lm 9 esam ten Gebiet des Er- a w esens aufgestellt. Eine ganze

Reihe von Berufsschulen, die nicht unmittel­bar kriegswichtigen Zwecken dienen, wl® z. B. die Haushaltungs- und Han­delsschulen, werden bis auf weiteres geschlossen. Viele Zehntausende von Jungen und Mädchen, deren gleichaltrige Kameraden und Kameradinnen längst im Kriegseinsatz stehen, und mehrere tausend Lehrkräfte werden dadurch frei Auch an den Hochschulen werden weitgehende Einschränkungen unter dem Gesichtspunkt der Kriegsnotwendigkeit vorgenommen, wo­durch mehreren Zehntausend von Studenten und Studentinnen der nicht unmittelbar kriegswichtigen Fachgebiete zum Einsatz in der Rüstungsindustrie gelangen können. Insgesamt werden durch die' vorgesehenen Maßnahmen im Bereich des Reichs- erziehungsministeriums mehrere hun­derttausend Arbeitskräfte er­faßt

4. Mit dem Beginn der 68. Zuteilungs­periode am 16. Oktober 1944 wird die neue Sammel'karte für Lebensmittel elngeführf/ Sie vereihlgt die wichtigsten, bisher gesondert ausgegebenen Karten für Brot, Fleisch, Fett usw. Es wird dadurch eine Einsparung von rund 300 Millionen Le­bensmittelkarten je Zuteilungsperiode er­zielt. Neben einer bedeutenden Papiermenge werden zahlreiche Arbeitskräfte für andere kriegswichtige Zwecke freL

5 . Zur vollen Ausüutzung der Arbeitskraft wird (jie Arbeitszeit in den öffentlichen Verwaltungen und Büros der Wirtschaft ein­heitlich auf mindestens 60 Stunden in der Woche festgesetzt. Davon un­berührt bleiben jene Arbeitszweige, in denen zur Erledigung kriegsentscheidender Aufträge ohnehin schon wesentlich länger gearbeitet wird.

Derdurch eine solche Erhöhung der Arbeits­zeit eingesparte Teil der Gefolgschaft ist so­fort für Wehrmacht und Rüstung freizustel­len. Jeder Dienststellenleiter oder Betriebs­leiter ist dafür verantwortlich, daß in sei­nen Büros keine Arbeitskräfte auch nur zum Teil b.r a c h 1 i e g e n. Wer nicht voll ausgenutzte Arbeitskräfte weiter be­schäftigt, macht sich der Sabotage des tota­len Kriegseinsatzes schuldig und hat strenge Bestrafung zu gewärtigen.

Der spätere Teil eines Nachmit­tags in der Woche soll nach Möglichkeit für Einkäufe und andere persönliche Bedürfnisse der Gefolgschaftsmitglieder frei­bleiben, wenn die vorgeschfiebene Gesamt­arbeitszeit der Woche eingehalten wird und die anfallende kriegswichtige Arbeit er­ledigt ist.

6. Kein Tag darf in dieser für den End­sieg so entscheidenden Zelt unseren ge­meinsamen Kriegsanstrengungen verloren­gehen. Der deutsche Soldat muß schon seit längerer Zeit auf seinen Urlaub verzich­ten. Der kämpfenden Front gegenüber ist es nur gerecht, wenn auch die schaifende Heimat ihren Urlaub zunächst zurückstellt. Es wird daher mit sofortiger Wirkung eine allgemeine vorläufige Urlaubs­sperre angeordnet. <

Urlauber, deren Urlaub zur Zeit des In­krafttretens dieser Anordnung noch länger als eine Woche andauert, haben in kürze-v ster Frist zu ihren Arbeitsplätzen zurückzn- kehren. Ausgenommen von dieser Urlaubs­sperre sind Frauen, die das 50. Lebensjahr und Männer, die das 65. Lebensjahr bis zum 31. Dezember 1944 vollendet haben.

Bei Todesfällen oder lebensgefährlichen Erkrankungen des Ehegatten, der Großeltern, Eltern oder Kinder, bei Niederkunft der Ehe­frau oder sonstigen dringenden Anlässen kann der übliche Kurzurlaub unter An­legung eines strengen, aber gerechten Maß­stabes gewährt werden.

In dringenden Einzelfällen ist namentlich Schwerbeschädigten. Frauen und Jugend­

lichen bei Schädigungen ausnahmsweise Urlaub zu gewähren.

Die Bestimmungen über Familien­heimfahrten und Familienbesuchsfahr­ten behalten ihre Gültigkeit.

7 . Wenn sich das ganze deutsche Volk jetzt mit voller Kraft für den Endsieg ein­setzt, dann hat es auch ein Recht zu ver­langen, daß das Gesetz mit aller Schärfe ge­gen solche Elemente vorgeht, die aus Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, Verant­wortungslosigkeit oder gar mit Vorsatz die Maßnahmen zur Totalisierung des Kriegs­einsatzes sabotieren. Der Reichsminister der Justiz wird daher eine Verordnung zur Sicherung des totalen Kriegseinsatzes erlassen, nach wel­cher derjenige mit Gefängnis und mit Geld­strafe oder mit einer dieser Strafen belegt wird, der vorsätzlich oder fahrlässig einem Gebot oder Verbot zuwiderhandelt, das in einer Rechtsvorschrift oder verkündeten Verwaltungsanordnung der Reichsregie­rung, einer Obersten Reichsbehörde oder einer ihnen gleichgeordneten Stelle über Maßnahmen zur Durchführung des totalen Kriegseinsatzes enthalten, ist. In besonders schweren Fällen kann au! Zuchthaus- oder Todesstrafe erkannt werden.

Diese Strafbestimmungen be­ziehen sich auf Verstöße gegen alle bereits getroffenen und noch zu treffenden Maßnah­men im Rahmen des totalen Kriegseinsatzes.

Unsere gemeinsamen Kriegsanstrengungen sind nicht nur eine Sache der Freiwil­ligkeit Es wird dafür gesorgt, daß die Lasten, die mit ihnen verbunden sind, gereckt verteilt, werden. .

Aus dem Brief eines Jagdfliegers:

Damit wir mit diesen Waffen die Kunst besser schüfen können I

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin; 24. August. Die neuen Maßnah­men zur Totalisierung des Kriegseinsatzes sind sicherlich in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen, da sie weitgehende Verän­derungen auf die Lebenshaltung des deut­schen Volkes bewirken werden. Vor allem die bisher vom Luftterror noch nicht betrof­fenen Gebiete werden die Einschränkungen im Kulturleben als spürbar empfinden, wäh­rend die Bevölkerung der Frontstädte auf bisher gesammelte Erfahrungen zurückgrei­fen kann. Diese Angleichung des Lebenszu­schnitts wird vom gesamten Volk als eine sehr gesunde Maßnahme empfunden wer­den, da hier der Gedanke der Schick­salsgemeinschaft mit gleichen Pflichten und gleichen Rechten für alle be­sonders betont wird.

Die Schließung der Theater mußte, um wirklich greifbare Einsparungen an Men­

schen und Material erreichen zu können, als totale Maßnahme durchgeführt werden, da jede Aufrechterhaltung irgendwelcher Ausnahmen das Vorhandensein eines Appa­rates erfordert hätte, der erst dann völlig eingespart werden kann, wenn der ganze Arbeitssektor stillgelegt wird. Wir halten uns bei diesen Maßnahmen jenen Brief eines Jagdfliegers vor Augen, der die Schließung der Theater forderte, damit die so freigewordenen Menschen Waffen hersteilen undwir mit diesen Waffen die Kunst besser schützen können"!

Bei der Urlaubssperre mag daran ge­dacht werden, daß gerade in der Rüstungs­industrie wie auch besonders an der Front das Wort Urlaub oftmals nur sehr, sehr klein geschrieben wird. An eine Aufhebung des rechtlichen Urlaubsanspruches ist dabei selbstverständlich nicht gedacht.

Verrat einer rumänischen Badoglio-Clique

Nationale rumänische Regierung für Fortsetzung des Kampfes gegen den Bolschewismus

dnb. Bukarest, 24. Aug. König Michael von Rumänien hat in einem Aufruf an die rumänische Armee 'auf­gefordert, den Kampf gegen den bolsche­wistischen Eindringling einzustellen. Der Staatschef Rumäniens, Marschall A n to­ne s c u , wurde durch einen feigen Hin­terhalt des Königs und einer Verräter­clique von anglophilen Politikern und reaktionären Schranzen beseitigt. Eine vom König eingesetzte sogenannte demokratische Regierung, die unter dem Aushängeschild Maniu-Bratianu, in Wirklichkeit aber von Kommunisten gebildet ist, hat Moskau die Ausliefe­rung des Landes angeboten. In ganz Ru­mänien sind daraufhin Unruhen aus­gebrochen. Eine nationaleGruppe von Patrioten hat sich an die Spitze ei­ner Bewegung gegen den König und seine Verräterei gestellt und hat das

rumänische Volk und die rumänische Armee durch einen Appell für Fortsetzung des Kampfes ge­gen den Bolschewismus für Freiheit und Leben gegen Tod und Untergang auf­gerufen.

Der

Aufruf der nationalen rumänischen Regierung

hat folgenden Wortlaut:

Rumä'nen! Unser Leben, das Leben un­serer Kinder und das rumänische Land sind in größter Gefahr!

Nachdem die tapferen rumänischen Sol­daten rumänischen Boden jahrelang so hel­denhaft verteidigt haben, hat König Michael als ein willfähriges Werkzeug einer kleinen Hofkamarilla und einer kleinen Clique von Verrätern den Staatsführer Antonescu be­seitigt und ist willens, schmählichen Verrat an uns allen zu üben und das

Eichenlaub für einen Niedersachsen

dnb.

tier,

Aus dem Ftihrerhauptqüar- 24. August. Der Führer verUeh am 19. August das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Hinrich Warrelmann, Kommandeur eines nord­deutschen Grenadier-Regiments, als 555. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Am 15. Juli 1944 stand die 290. Infante­rie-Division, der das Regiment Warrelmann angehört, in schwerem Abwehrkampf öst­lich Dünaburg. Der . Feind brach im Nach­barabschnitt in die Hauptkampflinie ein. Oberst Warrelmann unterstellte sich das von dem sowjetischen Stoß am schwersten getroffene Bataillon des Nachbarabschnittes und warf die Bolschewisten wieder zurück. Abends drang der Feind abermals tief in

die vordersten Stellungen ein. Noch waren die Reserven des Regiments im Kampf ge­bunden. An der Spitze des Pionierzuges und einiger Melder trat der tapfere Oberst wieder zum Gegenstoß an und trieb die Sowjets über die Einbruchsstelle und die alte Hauptkampflinie hinaus. So war die Gefahr an dieser Stelle beseitigt.

Oberst Warrelmann wurde am 26. April 1904 in Struckhausen bei Brake gebo ren. Er trat 1921 in ein Oldenburger Gre­nadier-Regiment ein. Bei Kriegsausbruch Hauptmann und Chef der 12. Kompanie in einem Osnabrücker Regiments wurde er im Frühjahr 1943 als Oberstleutnant zum Re­gimentskommandeur ernannt und im Herbst desselben Jahres zum Oberst befördert.

Land unserem Todfeind, den Bolschewiken, auszuliefern.

König Michael verspricht den Frieden! In Wahrheit aber bedeutet dieser Frieden nichts anderes , als die Besetzung Rumäniens durch die Sowjetarmee und damit die B o 1 - schewisierung Rumäniens und die Versklavung und Ausrottung des rumänischen Volkes. Es ist ein infame Lüge, daß die Engländer und Amerikaner die rumänische Unabhängigkeit garantiert hätten, denn in Wirklichkeit haben sie das Land schon seit langem Stalin versprochen.

Genau so wie König Carol II. mit seiner jüdischen Maitresse jahrelang Rumänien be­stohlen und dann das Land feige im Stich gelassen hat, um jetzt in Amerika sein Wohlleben auf eure Kosten zu führen, hat König Michael seine Abmachung mit den Engländern und Amerikanern getroffen, da­mit er für den Preis des, Verrats seines Lan­des und seines Volkes bei ihnen Zuflucht finden kann.

Schon heute steht das Flugzeug für König Michael bereit, um ihn und seinen Anhang im richtigen Augenblick nach dem Ausland in Sicherheit zu bringen. Das dem rumäni­schen Volk und dem rumänischen Staat ge­raubte Gold hat er bereits seit Monaten in das Ausland schaffen lassen.

' dieser Stunde, in der das rumänische Land und das rumänische Volk in höchste Not geraten sind durch den Verrat des Königs und einer kleinen rumäni­schen Badoglio-CIiqne, hat sich eine nationale rumänische Regierung aus Männern gebildet, die entschlossen sind, das ererbte Land, das unsere Vorväter seit Jahr­hunderten gegen den Osten verteidigt ha­ben, unter keinen Umständen in die Hände der Bolschewiken fallen zu lassen.

Rumänen! Die neue Nationalregierung ruft euch auf, dem Verräterkönig Michael und seiner Hofkamarilla und der korrupten Cli- (Fortsetzung auf Seite 2)

Jhc qtoße e Sputt

Von

Theodor Schulze

Kurz nachdem die Bombardierung Lon­dons durchV 1" begonnen hatte, erschie­nen inPunch", der altbekannten satirischen Wochenschrift Englands, drei kleine Zeich­nungen. Zwei davon stellten einen Park in London an einem friedlichen Sommerabend dar, eines den gleichen Park, nachdem so­eben mehrereV T'-Bomben in der Nähe niedergegangen waren. Die Leser wurden aufgefordert, zu erraten, welches der drei Bilder den Tag der Beschießung darstellte. Der Witz bestand darin, daß alle drei Bil­der bis auf den letzten Federstrich völlig gleich waren. Auf allen Zeichnungen sah man Pärchen miteinander flirten, alte Herr­schaften in der Sonne dösen und kinaer, aie in einem kleinen Teich Schiffchen schwim­men ließen. Moral: Der Londoner igno­riertV 1.

Die Nummer desPunch" erschien Ende Juni.' Anfang August hätte kein einziges englisches Blatt eine derartige Veröffent­lichung mehr wagen dürfen. Mitte August wäre kein einziges auch nur auf den Ge­danken gekommen, es zu tun, denn Mitte August gab auch die britische Presse ihr bisheriges Versteckspiel auf und schilderte wenigstens teilweise die verheerenden Wir­kungen der einst bagatellisierten neuen Waffe. Alle Berichte aber gipfelten in der einen unruhigen Frage:W a s kommt danach? KommenV 2V,V 3" oder noch mehr, noch schlimmere Geheimwaffen?

Heute sehen die Berichte überV 1" völ­lig anders aus. Mrs. Dixie Tye, eine ameri­kanische Funkkorrespondentin in London, erzählt beispielsweise den Amerikanern:

V1 macht keinen Unterschied. Ebenso wenig wie .die. Pest oder die Cholera. V 1 hat auch die Großen und Mächtigen aus ihrer gut gesicherten Stratosphäre jenseits der irdischen Wirklichkeit auf die Erde her­abgeholt, Vor wenigen Monaten mußte ich in einer sozialen Angelegenheit einen der Großen jener Clique aufsuchen. Der Haus­hofmeister erklärte mir majestätisch: .Seine Lordschaft sind oben'. In feierlicher Zere­monie stieg ich zu i hm empor. Damals konnte Seine Lordschaft zu seinem Bedauern nichts für mich tun. Vor kurzem kam ich wieder zu seiner Residenz oder dem, was noch übrig geblieben war, und man er­klärte mir: .Seine Lordschaft sind dort

unten'. Und siehe da, da war er auch. Er lag auf einem Feldbett im Keller. Denn als die fliegenden Bomben nicht aufhören woll­ten, über London zu erscheinen, entwickelte Seine Lordschaft eine plötzliche Abneigung gegen seine eigene majestätische Höhe. Bis dahin gab es in seinem Hause genügend Dienstboten, die niemals die Ehre gehabt hatten, ihren Herrn und Meister zu sehen. Jetzt aber können sie ihn jeden Abend und jeden Morgen auf seinem kleinen impro­visierten Bett gekleidet in seinem mit dem lordschaftlichen Monogramm verzierten Schlafanzug liegen sehen. Gleich neben ihm liegt die Köchin. Die war gerade in voller Verzweiflung, als ich kam. Sie schrie seine Lordschaft an: .Meine Zähne, oh, meine Zähne! Sie hatte ihre künstlichen Zähne nämlich auf einen kleinen Tisch neben ihr Bett gelegt, und als eine Bombe in der Nähe niederging, waren sie wie Perlen von einer Schnur abgerissen und quer durch den Kel­ler verstreut worden. Das ist das Leben in London im August 1944."

Dieser kleine satirische Funkbericht, der am 12. August abends nach New York ge­geben wurde, besagt genug. England und Amerika nehmen die einst belächelte neue deutsche Waffe jetzt mehr als ernst. Die letzte Rede Churchills und die Ausfüh­rungen mehrerer anderer politischer Per­sönlichkeiten lassen keinen Zweifel daran, daß man in England die Entwicklungsmög­lichkeiten der neuen deutschen Waffe zu er­fassen und zu ahnen beginnt, daßV 1" tat­sächlich nur ein schwacher Auftakt ist. In verschiedenen Darlegungen militärischer Sachverständiger wurde eindringlich auf die revolutionären Möglichkeiten der neuen Waffe hingewiesen.

Wieder einmal sind die Alliierten zu einem W e 111 a u f mit der Zeit ge­zwungen. Wieder einmal arbeitet die Zeit für Deutschland", heißt es in einem dieser Berichte, Die gegnerische Führung setzt alles daran, um zu verhindern, daß die deutsche Führung die notwendige Zeit er­hält, die neue Waffe zu entwickeln und mit weiteren noch vernichtenderen Waffen auf den Plan zu treten. Hieraus erklären sich die ungeheuer konzentrierten und aufeinan­der abgestimmten Bemühungen der West­mächte und der Sowjetunion, in diesen Som­mermonaten durch ein Höchstmaß sowohl von militärischen Anstrengungen wie auch von allen agitatorischen Mitteln die deut- ^ eere Felde zu besiegen und den Widerstandswillen des deutschen Volkes zu brechen. Die allgemeine Parole heißt: Der Krieg muß im Jahre 1944 entschieden wer­den, denn niemals wieder ist ein solches Ausmaß von materieller und quantitativer Ueberlegenheö>zu erzielen, wie es heute be­steht.

Diekes Ausmaß ist aber, wie man in Lon­don und Washington ebenso weiß wie in Moskau, lediglich vorübergehender Natur,