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Parteiamtliche Tageszeitung
Dflg ftmisblati des Begierenden Bürgermeisters der Freien Hansestad* Bremen
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblaf des Peichsstatthalters n O denburc; und . fernen
Nr. 230 14. fahrgqna
Dienstag, 22. August 1944
Einzelpreis 15 Rpi.
Note der Reichsregierung nagelt die Ganglter feit
Jerrorflieger bombardierten das deutsche Lazarettschiff „Freiburg" in Venedig Dreimal flogen die Verbrecher
an ! — Sachlicher deutscher Protest durchbricht internationalen Dunst von Hemmungslosigkeit und Nihilismus
dnb. Berlin, 21. August. Die Reichs- teqierung hat über die Schweiz als Schutz- macht an die Regierungen in London und Washington einen Protest wegen der vorsätzlichen Bombardierung des deutschen Lazarettschiffes „Freiburg" durch anglo- amerikanische Terrorflieger gerichtet Die Protestnote hat folgenden Wortlaut: Am 14. 8. 1944 in der Zeit zwischen 6.30 und 7.10 Uhr vormittags erfolgten bei einem Luftangriff in Venedig dreimal Angriffe feindlicher Bombenflugzeuge auf das deutsche Lazarettschiff „Freiburg", das an dem Zollamt unmittelbar in der Nähe der Kirche „Santa Maria della Salute", also weit entfernt von irgendwelchen militärischen Zielen, lag. Das Schiff trug deutlich erkennbar die in dem X. Haager Abkommen vom 18. 10. 1907 vorgesehenen Kennzeichen und entsprach auch im übrigen in jeder Weise den Bestimmungen dieses Abkommens.
Bei den Angriffen wurde das Schiff durch zahlreiche Splitterdurchschläge beschädigt. An Bord wurden drei Personen schwer verwundet, mehrere Personen, darunter der
Schiffsarzt und der Kapitän der „Freiburg", erlitten leichtere Verletzungen.
Im Hinblick auf die im Mittelmeerraum gegebenen Befehlsverhältnisse trägt sowohl die britische wie auch die nordamerikanische Regierung die volle Verantwortung für die Verletzung des Völkerrechts. durch den Bombenangriff auf ein Lazaretts*hiff. Die Reichsregierung erwartet deshalb, daß eine sofortige Untersuchung der Bombardierung der „Freiburg" unternommen und daß Ihr das Ergebnis dieser Untersuchung mitgeteilt wird. Die Reichsregierung ersucht ferner um eine ausdrückliche Zusicherung, daß die britische und nordamerikanische Regierung ihren Streitkräften strenge Anweisungen zur Einhaltung des geltenden Völkerrechts erteilt, und daß eine Durchführung dieser Weisungen sichergestellt wird."
Ununterbrochen Rechtsbruch
Drahtbelicht unserer Berliner Schriftleitung goe. Berlin, 21. August. Der von der Reichsregierung an London und Washington gerichtete Protest wegen der Bombardie
rung des Lazarettschiffes „Freiburg" im Hafen von Venedig legt dokumentarisch den Sachverhalt einer der schwersten Völkerrechtsverletzungen dieses Krieges fest. Ausdrücklich konstatiert der deutsche Protest, daß das deutsche Lazarettschiff alle durch das Haager Abkommen von 1907 vorgesehenen Bestimmungen erfüllte. Es trug deutlich erkennbar die für Lazarettschiffe vorgesehenen Kennzeichen. Es lag außer-' dem aber auch weit entfernt von militärischen Zielen in der unmittelbaren Nähe der Kirche Santa Maria della Salute. Trotzdem wurde das deutsche Lazarettschiff von feindlichen Bombenflugzeugen angegriffen. Es kann um so weniger gesagt werden, daß es sich hier um ein „Versehen" gehandelt hätte, als der Feind es nicht bei einem einzigen Angriff beließ, sondern
, gleich drei Angriffe hintereinander auf die „Freiburg"
flog. Die Vorsätzlichkeit der Bombardierung kann danach nicht bestritten werden.
Die deutsche Protestnote stellt weiter fest, daß sowohl die britische wie auch die nordamerikanische Regierung voll verantwortlich für diese neuerliche Volker-
Zeitung, NS.. Bremen. Verlip i b e r g, Bra» 8 t o 11 en bei i: Preisliste Ni II
Feindlicher Sperriegel nördlich Argentan durchbrochen
Verbindung mit den m Kurland kämpfenden Heeresverbänden wiederhergestellt - Vor Toulon feindliches Schlachtschiff und ein Kreuzer durch Marineküsienbatterien in Brand geschossen
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dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 21. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Normandie haben unsere Divisionen im Raum nördlich Argentan nach erbittertem Ringen den feindlichen Sperrriegel nach Nordosten durchbrochen und die Verbindung mit einer entgegenstoßen- den Panzergruppe hergestellt Starke’ feindliche Angriffe gegen unsere Abwehrfront am Dives und Vie-Abschnitt wurden zerschlagen. In einigen Abschnitten sind eigene Gegenangriffe noch im Gange.
Zwischen der Eure und der Seine drückt der Feind nach Norden. Dort wurden bei Pacy-Vernon feindliche An- grinssmizen zerschlagen.
Im Raum östlich und nordöstlich Chartres hält der Druck des Feindes gegen die mittlere Seine an, ohne daß es ihm gelang, nettere Fortschritte zu machen.
1® Gebirgsgelände nördlich T o n 1 o n jmlft der Feind mit starken Kräften nach Westen und Nordwesten an. Heftige Kämpfe sind im Gange.
Marineküsienbatterien schossen vor Toulon ein feindliches Schlachtschiff und einen Kreuzer in Brand.. Ein Zerstörer und zwei Torpedoboote wurden beschädigt,
Bas VergeHungsfeuer auf London wurde Kei Tag und Nacht fortgesetzt i
In Italien führte der Gegner auch ge- •fem.im adriatischen Küstenabscbnitt seine Angrifie den ganzen Tag hindurch fort. Das zunächst verloren gegangene Höhengelände um C e r a s a wurde im Gegenangriff wie- Unr genommen.
Im O s t e n dehnten die Sowjets ihre Großangriffe jetzt auch auf den Südabschnitt aus. enter starkem Schlachtfliegereinsatz traten * le südlich Tiraspol und nordwestlich ,a s s y zum Angriff an. Erbitterte Kämpfe mnd in beiden Abschnitten im Gange.
Im Karpatenvorland südwestlich Miene, in den Weichsel-Brückenköpfen west- B a r a n o w, westlich Lublin und udostlich W a r k a wurden bolschewisti- sche Angriffe nach hartem Kampf abge- * ?. der au Iflefangen.
Nordöstlich Warschau wurden die Durch- luchsversuehe der Sowjets in Richtung auf “ u 9 in der Tiefe unserer Stellungen auf- 96 angen. Südlich Wilkowischken und bei r aken dauern die harten Abwehrkämpfe an. hs", ,!I and stellten deutsche Panzerver- nde, über Tuckum vorstoßend, die Vorteil r !I e!lend verlorengegangene Verbindung „ I» Kurland kämpfenden Verbänden »« Heeres wieder her.
deutscher Plottenverband griff un- au * nd in diese Uandkämpfe ein. i. , e versuche der Sowjets, ihre Einte pf a !‘ me wes tlich Modohn und westlich Umri, j auer Sees zu erweitern, wurden den zähen Widerstand unserer Divi
sionen zerschlagen und eine größere Anzahl feindlicher Panzer abgeschossen.
Die Luftwaffe grill in den Schwerpunkt- Räumen wirksam in die Erdkämpfe ein und fügte den Bolschewisten hohe Mensche», und Materialverluste zu. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie verlor der Feind gestern an der Ostfront 41 Flugzeuge.
Feindliche Bomberverbände griffen bei Tage einige Orte in Südostdeutschland und in Ungarn an.
In der Nacht warfen einige feindliche Flugzeuge Bomben im Raum Oberdonau. Durch Luftverteidigungskräfte wurden bei diesem Angriff 15 Terrorbomber abgeschossen.
Besonders zeichneten sidi aus
dnb. Führerhauptquartier, 21. August. Zum heutigen OKW.-Bericht wird ergänzend mitgeteilt:
Bei den Abwehrkämpfen westlich Bialy- stok zeichneten sich das Panzergrenadier- Regiment 25 unter Führung des Hauptmanns Blancbois und die Panzeraufklärungsabteilung 12 unter Führung von Haupttnann Ibach durch besondere Härte und kühnen Angriffsgeist aus.
Yankee-Soldaten mit deutschem Inflationsgeld
dnb. Berlin, 21. August. Bei den Kämpfen östlich Avranches wurden nordamerikanische Soldaten gefangengenommen, bei dähen man deutsches Inflationsgeld von 1923, und zwar 500 000-Mark-Scheine, vorfand. Die Gefangenen sagten bei ihrer Vernehmung aus, sie wollten das Inflationsgeld beim Einmarsch in Deutschland ausgeben und gegebenenfalls die Bevölkerung zwingen, das ungültige Geld anzunehmen.
rechtsverletzung sind. Die Verantwortlichkeit beider Staaten ergibt sich aus den im Mittelmeer bestehenden Befehlsverhältnissen, auf die die Reichsregierung in ihrer Note ausdrücklich binweist
Der neuerliche Rechtsbruch der Angloamerikaner überrascht allerdings kaum. Von den Amerikanern wissen wir längst, daß ihre Begriffe über Neutralität und Völkerrecht getrübt sind. Zwar spricht der USA.- Präsident ln seinen Reden fortwährend von allen nur möglichen hohen Idealen. Allein die amerikanische Politik ist im Gegensatz dazu seit langem eine ununterbrochene Kette von RechtsbrUchen, Eingriffen und Verletzungen fremder Rechte. Wie ihre gesamte Weltanschauung, so ist auch das politische Bild der Amerikaner offenbar weitgehend von der Erinnerung an frühere Wildwestsitten und von dem heutigen Gangstertum der amerikanischen Großstädte bestimmt. Freilich entbinden auch solche Tatsachen nicht von der Verantwortung.
Auch bei England tritt eine im Verlaufe des Krieges immer deutlicher werdende Degeneration der Kriegsmoral hervor. England war an dem Zustandekommen des Haager Abkommens von 1907, das durch die Bombardierung der „Freiburg" auf das schwerste verletzt wurde, maßgebend beteiligt Es verleugnet mit jedem neuen Bruch des internationalen Rechts immer nur mehr seine ursprüngliche Rolle als Seemacht. Diese Entwicklung der englischen Kriegsmoral datiert bereits seit dem ersten Weltkrieg. Sie hat jedoch seit dem Bündnis mit den Sowjets ein geradezu stürmisches Tempo angenommen. Der nihilistische Einfluß der bolschewistischen Allianz wird damit vollkommen deutlich. Es zeigt sich aber in der absoluten Nichtachtung aller internationalen Rechte auch
die völlige Abkehrung Englands von Europa.
Denn mit der Preisgabe seiner politischen Verankerung in Europa vollzog England gleichzeitig auch seine endgültige Absage an die europäische Gesittung.
Die Bombardierung der „Freiburg“ ist nur ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die in diesem Kriege mit dem Kindermord von Freiburg begann und jetzt in einer fast symbolhaften Wiederholung dieses Namens in die feige, unsoldatische und gemeine Bombardierung von Verwuhdetenschiffen i einmündet.
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Von
Dr. Wolfdieter von Langen
Nach mehr als zwanzigjähriger Vakanz sind im Parlamentarierkaffee am Corso in Rom die „Onorevoli", die „Ehrenwerten", die Dunkelmänner Italiens aus politischer Profession, wieder eingezogen. Im vorbeiflutenden Strom der auf dem Corso flanierenden britischen und amerikanischen Offiziere hocken sie an den Marmortischen auf dem Gehsteig und überschreien sich im Diskant der politischen Diskussion. Es ist wie vor einem Vierteljahrhundert, als sie hier unter Nitti, Facta, Orlando saßen, Regierungen machten und stürzten, intrigierten und schwadronierten und unter dem Wortschwall von Vaterland, Demokratie und Fortschritt für sich Reichtum und Wohlleben aus dem parlamentarischen Kampf aller gegen alle saugten, der wenige Schritte über den Corso in Monte-Citorio, der Kammer, geführt wurde. Für zwei Jahrzehnte vertrieb sie der Faschismus aus dem Cafe Aragno, oder „assimilierte" sie nach schnellem Lippenbekenntnis im Zuge einer vor Freimaurerei, Kapitalismus und dynastischen Traditionen leider steckengebliebenen Revolution. Nachdem ihnen Badoglio das demokratische Sprungbrett und die Entfernung der Front von Rom ihre Stammkneipe wieder verschafft, sind sie nun, um 25 Jahre älter und um ein Vierteljahrhundert Emigrantendasein routinierter, wieder zur Stelle. Die Hand-
Schwere Kämpfe auf den Marianen
Die Lage im Indischen Ozean — Die wichtigsten Stützpunkte in Japans Hand
dnb. Tokio, 21. August. Der Chef der Presseabteilung der Marine erklärte zur Lage im Pazifik, daß auf den Marianen-Inseln T i n i a n und G u’a m immer noch schwere Kämpfe im Gange seien. In der Nähe der Insel sei Montag eine kleinere Formation feindlicher Seestreitkräfte gesichtet worden, bei der sich u. a. ein Hilfsflugzeugträger befunden habe. Auf Guam und Tinian fänden Landkämpfe statt. Die Aktionen des Feindes beschränkten sich im übrigen auf Luftangriffe. Auf den Inseln Guadalcanar und Bougainville und auf den anderen größeren Inseln befänden sich noch stärkere Formationen japanischer Truppen, von denen jeder Mann bis zum Letzten Widerstand leisten werde. Die wichtigsten Stützpunkte Jap, Ponape, Truk, Jaluit usw. befänden sich nach wie vor in japanischer Hand. Selbst kleinere, weit entlegene Inseln, wie Towotje und Mille würden weiter verteidigt. Man erfuhr weiter, es sei kürzlich einigen Agenten gelungen, durch Zwang und Drohungen eine Truppe von 200 Eingeborenen zusammenzu- stellen, die aber beim ersten Versuch eines Einsazes restlos vernichtet worden sei.
Die Entwicklung im Indischen Ozean lasse sich, so erklärt die japanische Marine, schwer Voraussagen. Augenblicklich gäbe es keine Anzeichen für irgendwelche Aktionen der Engländer. Landungsversuche in Malaia oder Birma lägen jedoch im Be-
Der Führer zeidmet Kapitän Landshron aus
J Ritterkreuz zum Kriegsverdiensikreuz mit Schwertern für 68lährigen
dnb. B
vetiiov, t e r !.I n > 21. August Der Führer klein" . Ritter kreuz zum Kriegsverdienst- Wskfon Schwertern dem Kapitän Franz
wäw? 1 WUr de wiederum die besondere Be- emsat" 9 deutsc her Seeleute im Kriegs- lano ? anerkann t- Kapitän Landskron ge- teebo m eit ? kei Kriegsausbruch der erfolg- steht o oc kadedurchbruch. Seit dieser Zeit bei * a t,i ut ! erm üdlich im Einsatz und bat
6ei n ho8 eiC " en Fahrten im Seekriegsgebiet
65 seemännisches Können und sein
Verantwortungsbewußtsein gegenüber der ihm anvertrauten Besatzung und Ladung immer aufs neue bewiesen. Kapitän Landskron wurde am 31. August 1876 in Brake geboren
Heldentod eines Ritterkreuzträgers dnb. Berlin, 2t August. Im Westen fiel als Bataillonskommandeur Hauptmann Horst T r e b e s , einer der erprobten alten, mit.
reiche der Möglichkeit Je näher aber der Feind rücke, desto schwerer werde er von den Japanern getroffen werden. Der letzte Angriff gegen Kiuschiu sei ein Beispiel dafür.
Uebersichtsbericht des Tokioter Hauptquartiers
ep. Tokio, 21. August Die Wochen-Ueber- sicht des Kaiserlichen Hauptquartiers wendet sich ausführlich dem mittleren Pazifikgebiet zu. Alliierte leichtmotorisierte Einheiten griffen japanische Positionen 20 km nördlich von Torokina auf Bougainville Ende Juli an, wurden jedoch von den japanischen Streitkräften am 2. August erfolgreich zurückgeschlagen. Auch, westlich von Torokina es Ende Juli zu schweren
Kämpfen, wobei der angreifende Feind am 7 August eingeschlossen werden konnte und seiner Vernichtung entgegensieht. Die Käirpfe auf der Tinian-Ipsel der Marianen-Gruppe halten seit 20 Tagen mit unverminderter Heftigkeit an. Die mpanische
Verteidigung hat sich in den südlichen Teil der Insel zurückgezogen und setzt ihren Widerstand fort Den alliierten Streitkräften konnten schwere Verluste beigebracht werden.
In der Zeit vom 15. bis 17. August war die Nacht von Raketen der alliierten Schiffe hell erleuchtet so daß angenommen werden kann, daß die japanischen Streitkräfte in der Hauptsache Nachtangriffe unternahmen Auch auf Guam tobt die Schlacht seit 20 Tagen mit äußerster Heftigkeit, wobei sich die japanischen Truppen durch besondere Tapferkeit auszeichnen. Die Zahl der die Insel umlagernden alliierten Schiffe hat, wie von der Insel Rota aus beobachtet werden konnte, in letzter Zeit abgenommen, somit hat sich der Druck von der See her vermindert Vom 14. August ab waren die Salo- monen-Inseln in verstärktem Umfange das Ziel alliierter Bomber. Der Feind hatte ohne Erfolg versucht, die dortige Bevölkerung zum Widerstand gegen die japanischen Truppen zu organisieren.
Aditung!
Heute nachmittag um 16 Ubr wird zur Erprobung der Großalarmanlage das „Entwarnungssignal" (1 Min. Dauerton) in Bremen ausgelöst.
Erfolgreiche Abwehrkämpfe der Japaner
Der Gegner an der Birma-Front verlustreich zurückgeworfen
Eigener Drahtbericht
ep. Tokio, 21. August Zu den für die Japaner erfolgreichen Abwehrkämpfen, die sich vom 14. bis 16. August an der Nordbirmafront abspielten, werden am Montag folgende Einzelheiten bekanntgegeben:
„Heftige Zusammenstöße fanden am 15. August im Abschnitt von T e n g y ü h statt. Der zahlenmäßig überlegene Gegner hatte seinen Angriff durch intensives Artilleriefeuer und Fliegerangriffe vorbereitet Trotzdem wurde er in dreitägigen und für ihn äußerst verlustreichen Kämpfen zurückgeworfen. Nur in der Gegend des Südtores vor Tengyüh gelang es dem Gegner, Fuß zu fassen. Auch im L a m e n g - S e k't o r griff der Gegner die japanischen Stellungen am 14. und 15. August an, wurde aber zurück- geschlagen. Dabei fiel den Japanern Kriegsmaterial in die - Hände. Im Lunglin- a b s c h n i 11 wurden aus verschiedenen Richtungen vorgetragene feindliche Angriffe
dem Ritterkreuz des EK. ausgezeichneten • in zweitägigem hartem Ringen am 15. und Fallschirmjäger. 'l6. August vereitelt Das gleiche Ergebnis
hatten die Versuche der alliierten Truppen bei ihrem Vorgehen gegen die japanischen Stellungen im Raum von Manghsih."
Tschiangkaischek plant Entscheidungsschlacht
Drahtbericht unseres Korrespondenten ep. Schanghai, 21. August Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß Tschiangkaischek für die nächste Zeit eine entscheidende Schlacht im Gebiet von Südchina, besonders ln den Provinzen Hunan und K.wangst, plant, weil durch ein weiteres Vordringen der Japaner in Hunan die Operationen in Birma •und in Indien bedroht werden.
„Kein Kampf Asien gegen Asien"
ep. Schanghai, 21. August. Der Bevölkerung Tschungking-Chinas rief der Außenminister der Nanking-Regierung Dr. Chu- minya, der auf einem Staatsbesuch in Nordchina wellt, über den Rundfunk zu: „Kein Asiat» sollte gegen Asiaten kämpfen!"
bewegung, mit der sie, ohne sich im Redeschwall zu unterbrechen, die um die Marmortische drängenden Kinder aus Traste- vere, San Lorenzo und anderen Elendsvororten abwehren, ist dasselbe wie einst Sie sagt ohne Worte in der Ausdrucksstärke italienischer Geste; „Weg, du Lump, wenn die Volksvertreter beraten!"
Diese „Onorevoli", die Häupter und Funktionäre der unzähligen Parteien und politischen Gruppen, die sich im Laufe weniger Monate aus den sechs Komite-Parteien — Kommunisten, Aktionsparteiler, Croce-Libe- rale, christl. Demokraten, Labour-Demokra- ten und Sozialdemokraten — entwickelten, sind die einzigen, die im Verein mit den Schiebern der Schwarzen Börse im feindbesetzten Italien sich etwas von der Zukunft erhoffen. Zwar erwarben sie im Laufe der britisch-amerikanischen Besetzung die Kenntnis, daß Italiens Elend tiefer und umfassender ist, als sie es sich je vorstellten. Jedoch betrifft sie das nicht persönlich. Ihr Tisch ist gedeckt Das große Spiel, das der Bolschewismus innerpolitisch im besetzten Italien mit Togliatti unter der Kennmarke „religiöse Duldung, romanischer Kommunismus und Versöhnlichkeit gegenüber der Bourgeoisie" begann, bedarf zur sicheren Zersetzung der Volkskräfte ihrer, um über Zersplitterung, Meinungschaos und immer weitere Kreise erfassender bitterster Not die Bo Ische wisier ung Italiens von innen heraus und darflit ohne weiteres Befragen der an Italien strategisch und wirtschaftlich interessierten Alliierten durch- Zufuhren. Das Mißtrauen, das dieser Methode gegenüber bei dem britischen Verbündeten wach ist — „Togliattis Reden sind zu konziliant, um aufrichtig zu sein" {Times vom 7. August) — schert die „Onorevoli" nicht. Der Wesenszug des italienischen Politikasters ist, über die Politik ins große Geschäft zu kommen, für sich und seine Sippe schnell und nach oben unbegrenzte Vermögen zu erwerben, wobei Elend oder Glück, Zukunft oder Verfall seines Volkes für ihn und seine Ziele nur als Konjunkturumstände zu Vt. i ten sind. In diesem Sinne wirken die tausend großen und kleinen „Onorevoli" von dem sich in Radikalismus überschlagenden Greis der Aktionspartei, Graf Sforza, bis zum letzten Sektionsleiter der Labour-Demokraten in irgendeinem gottverlassenen süditalienischen Dorf als Sprengstoff gegen etwa noch vorhandene Reste einer Solidarität, die ihre Kraft in dem ehedem starken italienischen Nationalismus finden könnte.'
Moskau hat vorerst kein Interesse, diese „Ehrenwerten" zuip Verschwinden zu bringen, die die „Dschungel der Verwirrung“ („Times") stündlich mehren und dem Bolschewismus billigen Vorspann leisten, ohne daß er Gefahr liefe, sich durch sie zu kompromittieren. In der von Moskau zum Durchbruch des Bolschewismus in Süditalien festgesetzten Stunde wird sie nebst ihren Parteien und Interessengruppen „Genosse” Togliatti mit einem Federstrich liquidieren, während die wenigen von ihnen, die über eine für Moskaus Mittelmeer-Politik ins Gewicht fallende Anhängerschaft verfügen, also die wenigen nichtkommunistischen Leiter des Bari-Gewerkschaftsbundes und der Sozialdemokraten, durch politische Kartellbildung dem roten Befehlsstab Togliattis Ordre