Ausgabe 
(17.8.1944) 226
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bü rgermeister» der Freien Hansestadl Bremen

Nr. 226 • 14 Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatf des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Donnerstag, 17. August 1944

In Erwartung neuer deutscher Geheimwaffen

Englands Sorgen vor V 2 — Düstere Warnungen Morgenthaus — Fortdauer des V 1-Beschusses

1 Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 16. August. Die Erwartung neuer deutscher Geheimwaflen beeinflußt ln immer stärkerem Maße die gesamten mili (arischen und agitatorischen Kriegsanstren- gungen der Westmächte.

Die Anschauung des britischen Premiers Churchill, daß den Alliierten nur eine relativ kurze Zeit zur Ausnutzung der numerischen Ueberlegenheit der Alliierten an konservativen Waffen bleibt, da die in Vorbereitung befindlichen neuartigen deut­schen Kampfmittel die Grundlagen des Krieges völlig zu wandeln vermöchten, ist jetzt Allgemeingut des englischen Publikums qeworden. Auch der nordamerikanische Finanzminister Morgenthau, der sich zu einem kurzen Besuch in London aufhäit, hielt es für ratsam, in einer an die USA. gerichteten Rundfunkerklärung darauf hin­zuweisen, daß die V-l-Bombe „nur der Vor­läufer weit schrecklicherer Zerstörungs- waflen ist, die hunderte, ja, sogar tausende von Meilen weit geschosen werden können.“

Die Feindzeitungen vermuten ln der nächsten deutschen V-Waffe eine rie­sige Rakete, die mehr als zehn Tonnen hochexplosiven Sprengstoffes enthält und Zerstörungen in einem Umkreis von mehre­ren hundert Metern anrichtet. Die Ge­schwindigkeit der deutschen V 2- Waife wird nach der Ansicht des „Daily Hxpreß" derart überragend sein, daß jeder alliierte Jäger aus dem Feld geschla­gen wird und die Flak keinerlei Möglich­keiten hat, zum Schuß zu kommen.

Zweifellos sollen diese Darstellungen die deutsche Führung aus ihrer Reserve her­auslocken und zu Angaben veranlassen, die Andeutungen über die wahre Wirkungs­weise der in nicht allzu ferner Zeit zu er­wartenden deutschen Geheimwaffen ent­halten. Da Deutschland jedoch weiterhin seine Geheimnisse wohl verwahrt hält, ist man in England nach wie vor auf Ver­mutungen angewiesen. Nach . Schilde­rungen neutraler Beobachter ist im eng­lischen Publikum die Sorge weit verbreitet, daß die militärischen Operationen in Frank­reich nicht schnell genug durchgeführt werden könnten, um einer Anwendung der neuartigen deutschen Waffen zuvorzu­kommen.

Die englische Presse sucht diese Sorgen dadurch zu verscheuchen, daß sie in ihrer Berichterstattung über die Landfronten den Tatsachen Vorauseilt und gewissermaßen einen Blitzkrieg auf eigene Faust führt.

DieFortdauerdes.V-l-Beschus- tes gibt einen stündlichen Anschauungs­unterricht, wie außerordentlich ernst die Ankündigungen über neue Waffenwirkungen genommen werden müssen. Nach einer amt­lichen Mitteilung betrugen die Verluste der englischen Bevölkerung während des Monats Juli 2441 Tote. Darüber hinaus hätten sich 7017 Verletzte - 'in Krankenhaus- behandlung begeben ihüssen. Von neutra­len Beobachtern werden diese Zahlen als (.sehr niedrig" bezeichnet. Sie umfaßten le­diglich den Kreis der reinen Zivilisten. Da jedoch heute in Südengland fast jeder ir­gendwie in die Verteidigungsorganisation «ingespannt sei, die Mitglieder dieser Ein­

richtungen aber nicht als Zivilisten gewer­tet werden, dürften die tatsächlichen Ver­lustzahlen beträchtlich höher liegen.

Das britische Kriegskabinett soll eine wei­tere Evakuierung der Hauptstadt angeraten haben, damit nur die unbedingt ln London notwendigen Personen ah der Themse blei­ben. In dem Augenblick, in dem Deutsch­land seine weiteren Geheimwaffen zuiii Ein­satz bringe, dürften auf jeden Fall nur so­viel Menschen in London sein, daß jeder in den unterirdischen Schutzräumen sich in Sicherheit bringen könne.

Wieder Britenbomben auf Kanadier

Eigener Drahtbericht

rd. Lissabon, 16. August. Ein Sonder­korrespondent von Reuter meldet, bei Fa­tal s e seien von eigenen Fliegern große Mengen Bomben hinter den kanadischen Linien abgeworfen worden, wobei Soldaten getötet und verletzt wufden. Eine Stunde lang regneten schwere Bomben aui die kana­dischen Stellungen herab, wodurch u. a, auch Geschütze und Fahrzeuge zerstört und Panzer außer Gefecht gesetzt wurden.

Die „Zielsicherheit“ der änglö-amerikussi- schen Flieger ist auch sfchon von*der Inva­sionsfront- .-.rühmlichkt“ bekanntgeworden. Bei den Angriffen auf die europäische Zivil­bevölkerung 1 geht es ja nur dem Schein nach um Zielsicherheit. "Anders jedoch ist es auf dem Schlachtfeld, wenn es sich bei den Getroffenen um Leute aus" den eigenen Reihen handelt. Das waren schon in der Vorwoche einmal im Normandiegebiet die Kanadier, die von ihren britischen Flieger­kameraden südlicFf C a e n mit todbringendem .Segen von'Oben“ bedacht' wurden. Dieser Fall hat sich nun wiederholt.

Große Verluste der Landungstruppen in Südfrankreich

Montgomery degradiert — Die deutsche Heerführung hat wertvolle Zelt gewonnen

Dtahtbericht unserer Berliner Schriftleitung gö. Berlin, 16. August. Das neue Lan­dungsunternehmen der Anglo-Amerikaner in Südlrankreich, für das der Gegner erheb­liche Opfer bringen mußte, ist nunmehr in seiner taktischen Anlage und seinem stra­tegischen Zweck einigermaßen zu übersehen.

Als Landungspunkt hat der Feind im we­sentlichen die Halbinsel von St. Tropez und die Argens-Miindung bei St. Ra­phael sowie die Gegend östlich von Boimes am Cap NegTy gewählt. Diesen Landepunkten entspricht ungefähr die Auf­teilung der Nachschub- und Landungsflotte in drei Gruppen, die bei den östlichen Inseln der Inselgruppe von Hyeres, bei S t." Ra­phael und beim Cap d'A n t i b e s stehen. Eine Anzahl anderer Küstenpunkte liegt nach wie vor unter stärkstem Beschuß feind­licher Schiffsartillerie, der an anderen Stel­len jeweils der Landung voranging.

Es ergibt steh somit folgendes Bild: Der Gegner verfolgt zwischen St. Raphael und Bormes, also auf einer Küstenstrecke von SO Kilometern, die Absicht, seine hier vor­handenen Landepunkfe zu einem Brücken­kopf auszubauen, indem er versucht, die Verbindung zwischen den gelandeten Trup­pen herzustellen oder aber das Gebiet durch weitere Landungen aufzufüllen. Er hat be­sonders die beiden östlichen Landepunkte von St. Raphael und St. Tropez stark ge­macht, die in einer Entfernung von etwa 20 Kilometern auseinanderliegen.

Die anglo-amerikanischen Invasionstrup­pen in Südfrankreich werden von dem 57jährigen General D e v e r s , dem frühe­ren Chef der USA.-Truppen in England und engsten Mitarbeiter General Wilsons ge­leitet, dem im gegnerischen Lager besondere Sachverständnis auf dem Gebiete der Pan­zerkriegführung nachgerühmt wird. Devers wurde zu Beginn dieses Jahres in den Mittel­meerabschnitt versetzt. Die deutsche Ver­teidigung lehnt sich westlich an die Festung Toulon an und stützt sich im Norden und Osten auf die hohe Bergbarriere, cfie fast bis an die Küste heranr.eicht.

Eisenhowers Truppen in der Normandie und der Bretagne befinden sich trotz aller Geländegewinne und taktischen Vorteile auch heute noch in einer militärisch unbe­friedigenden Lage, die ihren beredten Aus­druck in der soeben erfolgten Ernennung

des USA-Generals Bradley zum Befehlshaber der amerikanischen Verbände in Nordfrank- reich und der damit verbundenen Degra­dierung Montgomery s findet, der jetzt nur noch die britisch-kanadischen Truppen in diesem Raum befehligt. Die Ab- halfterung Montgomerys wäre jedoch nie­mals erfolgt, wenn die Invaslonstruppen die gesteckten Ziele zu den vorgesehenen Ter­minen erreicht haben würden.

Neutrale Militärkonimentatoren stellen denn auch übereinstimmend fest, daß die deutsche Heerführung durch ihre Gegen­angriffe wertvolle Zeit gewonnen hat. Der anglo-amerikanische Vormarsch nach Osten sei durch den deutschen Widerstand in einem so starken Maße aufgehalten wor­den, daß die anglo-amerikanische Führung zu einer Aenderung ihrer Pläne gezwungen wurde. Auch wird in diesen Stimmen wie­derum deutlich, daß der derzeitige Kampf nichts anderes als ein Wettrennen um die Zeit ist, das auf feindlicher Seite von der Furcht vor dem Einsatz neuer deutscher Waffen, auf deutscher Seite aber voik der festen" Sicherheit getragen ist, durch diesen Zeitgewinn auch offensiv wieder zum Zuge zu kommen.

In zunehmendem Maße setzt sich diese Erkenntnis heute allgemein durch. Selbst auf der Feindseite gesteht man offen ein, daß die deutschen „wenig an unmittelbarer militärischer Bedeutung“ dadurch einbüßten, wenn sie sich auf eine" Linie in Nordwest- Frankreich oder Nordostitalien zurückzögen. Jede dieser Linien entspräche durchaus den Notwendigkeiten, di* das Reich zum Zwecke

der Verteidigung brauche. Es sei' dies im Grunde der gleiche Vorgang, der auch im Osten zu beobachten sei. Dort müsse man jetzt erkennen, daß der rasche Vormarsch der Sowjets in den vergangenen Wochen seine Ursache keineswegs in einem Zu­sammenbruch .der deutschen Verteidigung hatte, wie man sich das im alliierten Lager einbildete, sondern in einem geordneten gro­llen deutschen Rückzug auf weiter zurück­liegende Stellungen.

Im ganzen gesehen stellt sich also der Sinn der deutschen Verteidigung immer er­kennbarer als - die Vorbereitung für eine kommende neue Phase des Krieges her­aus. Besonders kennzeichnend dafür ist eine Erklärung, die Generalfeldmarschall M o d ej auf dem Gefechtsstande des Oberbefehls­habers Mitte an der Ostfront dem Kriegs­berichter Lutz Koch gab, und die dahin­ging, daß sich die neuen deutschen Kriegs- anstrengnngen im Osten bereits bemerkbar zu machen beginnen. Seit einiger Zeit trä­fen neue Trüppenverbände und neues Kriegsmaterial in endlosen Zügen an der Ostfront ein. Generalfeldmarschall Model erklär!® dem _Kriegsberichter, daß nach Wochen des Zurückweichens nun wieder die Zeit des Beharrens in den deutschen Steilungen gekommen sei. Der Feldmarschall kehrte, als er diese Erklärung abgab, gerade von einer Frontbesichtigungsfahrt zurück, bei der er an Ort und Stelle die deutschen Divisionen zu dem entscheidenden Stoß gegen das sowjetische Panzerkorps ange­setzt hatte, . das, . wie kürzlich gemeldet, wurde, nordöstlich Warschau umzingelt und vernichtet werden konnte.

Bei Hetluno und Rom besonders bewährt

Kommandeur eines Grenadier-Regiments erhielt das Eichenlaub

dnb. Führerhauptquartier, 16. August. Der Führer verlieh am 11.8.1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Martin Strahammer, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, als 545: Soldaten der deutschen Wehrmacht. Als Kommandeur eines Grenadier-Regiments der am 2. 6. 1944 im Wehrmachtbericht ge­nannten 65. Infanterie-Division hat er sich vor und nach diesem Zeitpunkt bei der Ab-

VI verursacht Nervenzusammenbrüche

Evakuierung von Londoner Beamten — Ausbesserungsarbeiten sinnlos

dnb. G e n f, 16. August. Mit dem ver­schärften V 1-Feuer auf London und Süd- , «ngland wird auch wieder die Berichterstat- •ung der Londoner Presse über die V 1-Aus- yirkungen lebhafter. Wieder ist von Schä­den, stundenlangen Bergungsarbei- «n, umfangreichen weiteren Evakuie­rungen die Rede, vor allem aber wird «uch bestätigt, daß die Evakuierung des Stoßen in London ansässigen Beamten- Mabes nunmehr voll im Gange ist.

„Daily Mail'' teilt mit, daß die großen , a tnsignale in Groß-London ver­kürzt werden müßten.. Bisher habe die Warnung eine volle Minute gedauert, in ükunft sollten die. Sirenen nur noch 40 Se- unden heulen, um es der Bevölkerung zu ermöglichen, das Einfluggeräusch von V 1 wahrzunehnren. Weiter schreibt „Daily a >l , man habe nunmehr den Mitgliedern Verteidigungsorganisation, die er einem Nervenzusammen- ru ch litten, einen allgemeinen Urlaub on M e ' ller Woche gewähren müssen.

■' ews Chronicle“ berichtet, bei den Auf- i 13Tn ’ 1Tl i 9 s ' lr beiten hätten auch schon See- j ®. e ‘ n 9 e setzt werden müssen. Am Sonn'-, der t 8e der 9 r °ßte Trupp Mütter und Kin- . London verlassen. Rund 13 000 Man­

schen

seien es gewesen. Das Blatt teilt mit,

im Rahmen des staatlichen Eva-

bisher

[7f run 0 s planes London von 450 000 Mut* und Kindern geräumt wurde. u, a enolicrha,, _U „1 _

müßt -■‘»'■‘rr-iieH Eisenbahngesellschaften der*« 16,11 sogenannte Beamtenson- nJ7 e zusammenstellen, berichtet großj ^ enn es 3 e ^ te nuimßhr eine

. Regierungsbeamten mit

Itisop Fam '*' en aus London wegzuschaffen. Seit?« häUen sich dle Beamten gewel- rückJi Fan,iIi en allein ln London zu- ds t r. , ,s ® en und sie weiter den Gefahren V i '‘-“eschosse und möglicherweise der

1 * 0 szusetzen.

In anderen Meldungen des „Daily Expreß“ heißt es, nachdem V 1 Häuserblocks umge­legt hätte, hätten die Bergungsarbeiten tage­lang gedauert. An anderer Stelle wird über die Störungen im Post-, Tele - qramm- und Telefonverkehr ge­klagt.

Ueber die weiteren Auswirkungen des V 1-Beschusses erfahren wir aus zuver­lässiger, 'Quelle: Die Evakuierung

Londons stellt sich mehr und mehr als eine Chaotische Angelegenheit heraus. Allbs erfolgt überstürzt. Aus der Planlosig­keit der Evakuierungsmaßnahmen ergeben sich die zahllosen Schwierigkeiten bei der Unterbringung der Evakuierten, Störungen im Eisenbahnverkehr usw.

Eine immer größere Aufregung macht sich infolge der plötzlich in das englische Volk hineingetragenen Unruhe überall in der Oeffentlichkeit breit. Es ist neuerdings aus Furcht vor V 2 die wachsende Erkenntnis gesteigert worden, daß ein Wettlaul um die Zeit zwischen den alten alliierten Waffen und den neuen deutschen Walten eingesetzt habe.

Die Fahrten ins Blaue, die mit den Eva-, kuierten gemacht wurden, dienen nicht nur dem Zweck, die individualistischen Wünsche des einzelnen auszuschalten, sondern wur­den den Behörden durch die Umstände auf­gezwungen, wie z. B. Verfügbarkeit von Zügen, plötzliche Uoberfüllung bestimmter Aufnahmegebiete, Verbindungsstörungen, Versorgungsschwierigkeiten usw. Private Evakuierte, das heißt die Tausende Lon­doner und Südengländer, die nicht in dfe" verhältnismäßig engst gesteckten , staat­lichen Evakuierungen!aßnahmen hineinpaß-- ten, kommen häufig den staatlichen Vorbe­reitungen zuvor.

Sie überfallen wie Hensch reckenschwärme die angenehmeren Gegenden und erreichen

mit Geld, was Mitleid nicht zuwege bringt. Außerdem sind Wanderungen zwischen den Aufnahmegebieten selbst im Gange, an denen sich alle die beteiligen, die noch keine Unterkunft fanden bzw. eine schlech­tere gegen eine bessere durch weiteres Suchen vertauschen möchten.

Seit dem vorletzten Wochenende, an dem der Montag allgemeiner Bankfeiertag in- England war, ist das Londoner Ge­schäftsleben noch nicht wieder in Gang gekommen. Die meisten Be­triebe sind noch immer geschlossen und mit der Evakuierung beschäftigt, während ihre Angestellten irgendwo im Lande verstreut abwartend sitzen. Je mehr Unternehmer London verlassen, um so schwieriger wird ihre tlnErbringung in sicheren Teilen des Landesi selbst, wenn sie aber dort nach wochenlangen Bemiihhngen die Arbeit wie­der aufiiebmen, machen ihre Leistungen nur einen Bruchteil gegenüber den früheren aus.

Im übrigen beginnt man in London all­mählich einzusehen, daß die Ausbesse­rung s a r b ei t en völlig sinnlos sind; angesichts der wachsenden und viel stär­keren Vernichtungsarbeit von V 1 muten diese Veriucb«: unvoreingenommenen Be­obachtern an, al* wolle die britische Regie­rung ein Fad ohne Boden mit Wasser füllen. Tatsächlich würden auch schon in vielen Fällen die Arbeitertrupps zu Ber­gungsarbeiten beraogezogen.

Wellen von V 1-Geschossen

dnb. Stockholm, 16. August. Wie Reuter meldet, wurden am frühen Mittwoch­abend Wellen von V 1-Geschossen zu einer Reihe schwerer Angriffe auf SUdengland von den Deutschen über den Kanal ge­schickt.

wehr vor Nettuno, bei dem Kampf um Rom und vor allem während der Absetzbewegun­gen bei und nördlich Rom wiederholt be­sonders ausgezeichnet.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhaupt q u art.ter, den 16. August. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes: Major d. R. Friedrich Lechger, Kommandeur eines bayerischen Feldersatz-Bataillons; Haupt­mann Wilhelm Schiele, Bataillonskom­mandeur in einem württ.-badischen Grena­dier-Regiment; Oberleutnant d. R. Gustav Soldner, Kompaniechef ln einem nieder­sächsischen Panzergrenadier-Regt.; Ober­feldwebel Wilhelm P r tt s s 1 e r, Zugführer in einem Halberstädter Grenadier-Regt. (ge­fallen); Obergefreiten Josef Schimmele (gleichzeitig mit dem EK. 1. Klasse).

Auszeichnung für Dr. Hayler

dnb. Berlin, 16. August. Der Führer hat auf Vorschlag von Reichswirtschafts- .minister Funk dem Staatssekretär im Reichs- wirtschaitaminlsterlum Dr. Franz Hayler in Anerkennung seiner Verdienste bet dem Kriegseinsatz des deutschen Handels das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz ver­liehen.

Anläßlich einer Arbeitstagung von Ver­tretern der deutschen Handelsorganisation übet reichte Reici swirtschafisminister Funk dem früheren langjährigen Leiter der Reichsgruppe Handel der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel die hohe Auszeichnung und bemerkte, daß hiermit nicht nur Dr. Hay­ler persönlich, sondern der - deutsche Kaufmann in seiner Gesamtheit vom Führer ausgezeichnet worden sei, der in der Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Verbräuchsgütern wie in der Heranfühn-ihg von,-Rohstoffen aus dem Auslande und in der aüsgleichc.nöen Be­darfsbefriedigung der Produktion mit Er­zeugnissen alle; Art im Kriege seine Be- währungsproba abgelegt hat. — Staatssekre­tär Dr.' Hayler, der Träger des Blutordens der NSDAP, ist, hat sich große Verdienste um die deutsche zivile Kriegsversorgungs- wirtschaft erworben, insbesondere um ■ die Versorgung der vom Bombenterror getrof­fenen deutschen Städte .mit. Verbrauchs- gutem. Die Schaffung - von Organisationen zur Sicherstellung von Handelsbetrieben für Frontkämpfer in den wieder eingeglie­derten Gebieten geht auf die Initiative Dr. Haylers zurück.

Einzelpreis 15 Rpi

An Bord eines Lazarettschiffes

PK.-Kriegsberichter Karbach- (Sch) Für die an Bord eines Lazarettschiffes unter- gebrachten V erienndeten wird in jeder erdenk­lichen Weise gesorgt. Diese Schiffe sirid mit den neuesten Einrichtungen der modernen Medizin ausgestattet, so daß die schwersten Operationen an Bord nusgeführt werden können. Unser Bild: Der Chefarzt des iMzarellschtffes hei der Morgentislte

OelfuM, Ata&itH und die J.iitkei

Von

H. G. von Studnitz

In Washington ist zwischen den Regie­rungen Großbritanniens und der Vereinigten Staaten ein Oelabkommen geschlossen wor­den. Das Abkommen trägt keinem endgül­tigen Charakter, denn es bedarf einer nötfi- maligen Erklärung der beiden Regierungen, es in Kraft treten zu lassen. Gegenstand des Abkommens ist die Festlegung von Grund­sätzen für den internationalen Petroleum­handel.

Der Vertrag will die gleichmäßige Oelver- sorgung „aller friedliebender Länder zu fairen Preisen und auf einer Basis; die keine Unterschiede vorsieht", sicher stellen. Dies, bedeutet, daß Großbritannien und die USA , die zwei Drittel der Erdölvorräte besitzen, - gemeinsam darüber bestimmen wollen, welche Länder Oel erhalten sollen und welche nicht. „Friedliebend" dürften im Sinne dieses Vertrages alle diejenigen Staa­ten sein, die sich den anglo-amerikanischen Interessen politisch und wirtschaftlich unter­ordnen. Alle diejenigen Länder; die nicht bereit sind, in eine solche Nachläuferrolle zu treten, dürften als nicht friedliebend diskriminiert und von der Oelversorgung ausgeschlossen werden. Es wird also in Zukunft Oel-würdige und Oel-unwürdige Länder geben, und diese Einteilung wird in Washington bzw. in London vorgenommen werden. Im 20. Jahrhundert. ist Oel für ein modernes Staatswesen mindestens so wich­tig, wie Getreide. Ohne Oel ist die Führung einer modernen Industrie nicht denkbar und damit die Ernährung auf industrieller Höchstproduktion berufener großer Bevöl­kerungen unmöglich.

Die „Atlantik-Charta“ garantierte allen Völkern , gleiche Freiheiten. Als eine dieser Freiheiten wird ausdrücklich die Freiheit V“Dn Not bezeichnet. Sie sieht endlich Zu­gang zu den Weltrohstoffen für alle Völker vor. Das Oelabkommen ist somit ein neuei" Bruch der Grundlage, ‘von’ der die angel­sächsischen Mächte ihre. Berechtigung zu diesem Kriege ableiten.

Als technisches Dürchführurigsorgan ist die Einsetzung einer internationalen Oel- kommission geplant. Es ergibt sich, daß diese nicht nur wirtschaftliche Befugnisse, haben wird, sondern als Richter in der Frage auftreten kann, welches Land fried­liebend ist und welches nicht Sie erhält damit politische Machtvollkommenheiten, wie sie selbst der Völkerbund nicht ver­einigte. Der.Oelhahn wird zum po­litischen Regulator der Welt­politik. Die Frage, ob die Sowjetunion dieser Kommission beitreten, soll, ist bisher offen gelassen worden.

Das Abkommen sieht ferner vor, daß für die Erwerbung von neuen Oelkonzessionen „prinzipiell gleiche Möglichkeiten für die produzierenden Länder“ geschaffen werden soll. Hinter dieser Formel verbitgt sich hirie vorläufige Einiqung der beideri angelsächsi­schen Mächte über die Zukunft des arabi­schen Oels. Politisch ist dies die bedeu­tendste Seite des Abkommens.

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Die Frage des arabischen Oels wurde vor 1/3 Jahren erstmalig, ein Streitobjekt zwi­schen London und Washington, • Harold Ickes, der Chef d^s staatlichen amerikani­schen Oelamtes, überraschte damals die Oeffentlichkeit mit einem Plan, für, die Re­gierung der Vereinigten Staaten in Saudi- Arabien und einigen angrenzenden Gebieten Oelkonzessionen zu erwerben, um eine Oel- reserve zu sichern, deren Notwendigkeil