Ausgabe 
(12.8.1944) 221
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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblcrtf des Reichsstatthälters in O» denhurci und Eremer

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Parteiamtliche Tageszeiiung

Da » Amtsblatt des Regier enden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 221 14. Jahrgang

Sonnabend 12. August 1944

Englischer Großangriff bei Caen abgeriegelt

Schwierigkeiten der Invasionstruppen bei Av/anches Deutsche Gegenangriffe stabilisieren beide Fronten

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dterlebei* e Kämpf® ? Bismä ,c1 '

je Eigener Drahtbericht

rd. Berlin, 11. August. Die Westfront gteht Immer noch im Zeichen des englischen Großangriffs, durch den der Feind nach sei­nen eigenen Aussagen die Tür der Halbinsel Cotentin zum französischen Raum aus den Angeln zu heben gedenkt. Nachdem den Engländern hier im Raum südöstlich Caen am Mittwoch ein Einbruch in Richtung auf Falaise geglückt war, konnten deutsche'Ein- greitverbände den Einbruchsrauin abriegeln und den Zusammenhang der Front wieder­herstellen. Damit ist ein kritischer Augen­blick in der Schlacht durch blitzschnelles Handeln zu unseren Gunsten ausgewertet worden. Nun bereitet der Fjrind durch stän­dig wiederholtes Trommelfeuer seinen näch­sten Angriff vor.

Am anderen Teil der Cotentin-Tür, wo es den Amerikanern gelungen war, einen Spalt zu öffnen und durch ihn mit ihrer

S. Armee in die Tiefe der Bretagne zu. schlüpfen und sogar bis Le Mans vdrzu- dringen, sind £eit mehreren Tagen deutsche Gegenbewegutigen im Gange mit der Ab­sicht, den Türspalt zu verengen. Die deut­schen Gegenangriffe erzielten gewisse Fort­schritte, was einen Stillstand der amerika­nische.! Bewegungen in die Tiefe des fran­zösischen Raumes zur Folge hatte. Dann ist der deutsche Angriff nicht weitergeführt worden, und die - Amerikaner machten am Donnerstag erhebliche Anstrengungen, die deutschen Truppen wieder zurückzudrängen. Alle gegen die neuen deutschen Stellungen geführten Angriffe blieben Jedoch ver­geblich.

Weiter südlich fühlten «die Nordameri­kaner im Mayenne-Abschnitt nur zögernd nach Osten vor. Bei Le Mans entfalteten sie jedoch starkeAktivität. Die feindlichen Kräfte stießen hier nach Nördosten vor. Unsere Speirverbände verlegten ihnen überall den Weg. Aus dem Ansatz dieser Stöße ist je­doch erkennbar, daß der Gegner an unsere weiter nördlich liegenden Versorgungslinien' herankommen will. Der Raum südlich Le Mans ist dagegen frei vom Feind, Auch an der oberen Loire sind heftige Kämpfe im Gange. Im Laufe des Vormittags begann der dort seit Tagen erwartete Angriff be­weglicher nordamerikanischer Truppen.

Inzwischen kämpfen die deutschen Stütz­punkte in der Bretagne mit Erbitterung und äußerster Einsatzbereitschaft. Alle deutschen Stützpunkte, die einigermaßen von Bedeu­tung sind, 'befinden sich fest in der,Hand ihrer Verteidiger, so daß die Amerikaner nach wie vor gezwungen sind, den Nach­schub für ihre in der Bretagne stehende 1-Armee durch den Korridor von Avrahches ?u schleusen. Somit ist die Lage in ihren Eütwicklungsmögli'chkeiten noch keineswegs .völlig zu übersehen, u n d die Schwie­rigkeiten für die Inyasioms- armee sind in den letzten Ta­ffen wieder etwas größer ge­worden.

Das bedeutungsvollste Ereignis der letzten Tage an der Ostfront ist die Einstellung der bolschewistischen Durchbruchsversuche nördlich des Njemen. Hier rannten die Sowjets seit dem 4. August im Raum von Raseinen längs der Dubyssa mit der gan­zen Wucht zahlreicher Infanterie- und Pan­zerverbände an. Vielfach erzielten sie durch ihren rücksichtslosen Einsatz von Menschen ünd Panzern Einbrüche. Aber ebenso oft Wurden sie blutig zurückgeschlagen. Unter dem Eindruck ihrer hohen Verluste griffen die Bolschewisten am Donnerstag nicht mehr aB - Damit ist ein grollangelegter, sechs Tage Immer wieder versuchter Durchbruch

gescheitert,, für dessen Gelingen die Bolschewisten erhebliche Kräfte zum Ansatz gebracht hatten.

An der Ostfront gebührt dem nördlichen Abschnitt besondere Aufmerksamkeit, weil hier ein deutscher Gegenangriff ebenfalls eine Wendung der Lage herbeigeführt'hat. Die Stadt Wilkowischken wurde zurück­erobert. In der sechstägigen Abwehrschlacht von Raseinen wqrden die Kampfwagen zweier Panzerkorps vernichtet. Damit ist eine tagelang akut gewesene Gefahr für Ostpreußen vorläufig ausgeschaltet und ein AufhalteTi der feindlichen Offensivkräfte er­reicht worden, das sich als Zeitgewinn für die deutsche Verteidigung günstig auswir­

ken kann. Die Angriffe nordwestlich Bialy- stok zielten darauf ab, von Süden her die ostpreußische Grenze zu bedrohen. Aber auch hier , sind Gegenstöße durchgeführt worden, die den Feind zum Stehen brachten

Jedenfalls hat die sowjetische Truppen­führung ihre aus agitatorischen Gründen ge­hegte Absicht, die ostpreußische Grenze zu erreichen, nicht nur nicht verwirklichen kön­nen, sondern sie mußte schwerste Verluste und örtliche Niederlagen einstecken.

Die Helden von St. Malo

dnb. Berlin, 11. August. Die Seele des Widerstandes in S t. M a 1 o ist der Festungs­

kommandant, der 51jährige Oberst von A u 1 o c k , der für seine hervorragenden Leistungen an der Osttront mit dem Ritter­kreuz ausgezeichnet wurde. Ihm zur Seite steht der Hafenkommandant, Kapitän zur See E n d e 11. Von dem eisernen Willen dieser Männer mitgerissen, leisten hier Verbände des Heeres und der Kriegsmarine und mit ihnen Flak- und Nachrichteneinheiten der Luftwaffe seit mehreren Tagen gegen den konzentrisch von Osten und Westen angrei­fenden Feind in dem zerklüfteten Felsgelände beiderseits der Rance-Mündung energischen Widerstand.

Einschneidende Sofortmaßnahmen der Reichspost

Im Rahmen des totalen Kriegseinsafyes Auch weitgehende Einschränkungen im Bereich der Justizverwaltung

dnb. Berlin, 11. August. Der Reichs- Iievoilmächtigte für den totalen Kriegsein- Satz gibt bekannt:

Die ersten kürzlich angekündigten Maß­nahmen grundsätzlicher und tiefgreifender Natur zur Angleichung unseres öffentlichen Lebens an die Erfordernisse des totalen Krieges sind jetzt schon von einigen zen­tralen Behörden durchgeführt worden.

Reichsminister Dr. Ohnesorge, der Be- tiiebsführer eines der größten deutschen Unternehmen, hat mit echt nationalsozialisti­scher Tatkraft in kürzester Frist gemein­sam mit dem Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz ein Verein- iachungsprogramm seines Betriebes ausgearbeitet und durchführungsreif ge­macht, das Rüstung und Wehrmacht mit einem Schlage viele Zehntausende von hochqualifizierten Arbeitskräften und Sol­daten zur Verfügung stellt.

Dieser Beitrag, den die D e u t s cJi e Reichs post den gemeinsamen Kriegs­anstrengungen zollt, bedingt naturgemäß auch von der gesamten Volksgemeinschaft den Verzicht auf manche Einrichtungen, die bisher nach fünf Kriegsjahren z. T. noch in friedensmäßigem Umfange aufrechterhalten wurden.

Als

Sofortmaßnahmen

werden durchgeführt:

1. Einstellung der Versendung von Druck­sachen, Geschäftspapieren, Warenproben und Mischsendungen;

2. Einstellung der Versendung von Päck­chen;

3. weitgehende Einschränkungen im Paket­dienst, wobei die Versendung von rUstungs- und lebenswichtigen Gütern gesichert bleibt;

4. Aufhebung der Briefzustellung am Sonn­tag oder, einem anderen Tag der Woche;

5. iii allen Städten wird die Briefzustellung auf einmal werktäglich beschränkt;

6. weitere wesentliche Einschränkung der Briefkastenleerung;

7. Stillegung nicht kriegswichtiger privater Fernsprechanschlüsse nach Maßgabe der jeweiligen örtlichen Erfordernisse;

8. Fortfall des Kundendienstes und be­stimmter Gesprächsarten, z. B. der mit Voranmeldung;

9. Versand , von Fernsprechrechnungen in Zwischenräumen von drei oder mehr Monaten;

10. Aufhebung bestimmter Telegrammarten.

Die einzelnen Maßnahmen treten schori in den nächsten Tagen in Kraft und werden jeweils von den Reichspostdirektionen mit genauen Ausführungsbestimmungen be­kanntgegeben. Sollen sie das Ziel einer Stei­gerung unserer Kriegsanstrengungen errei­chen, so ist die Mithilfe der gesamten Be­völkerung notwendig. Jeder bedenke, bei Benutzungen von Einrichtungen der Reichs­post, daß der reibungslose Betrieb nur bei äußerster Zurückhaltung des Publikums in der Inanspruchnahme dieser Einrichtungen aufrechterhalten werden kann. Dies gilt ins­besondere für den Versand vön gewöhn­lichen Postkarten, Briefen sowie für die Be­nutzung des Fernsprechers im Orts- und vor

allem im Fernverkehr. Sollte der Appell an die Oeffentlichkeit vergeblich bleiben, müssen weitere wesentliche Einschränkung gen vorgenommen werden.

Auch der Reichs|uslizminister Dr. Thle- r a c k hat in seinem Geschäftsbereich weitgreifende Einschränkungen vorgenom­men, durch die mehrere Zehntausende von Arbeitskräften frei werden. Diese Maßnah­men werden in der Oeffentlichkeit weniger in Erscheinung treten als die der Reichspost. Doch wird die Bevölkerung durch äußerste Zurückhaltung auch auf diesem Gebiet namentlich dem der Ztvilrechtspfle- g e zum Erfolg der Maßnahmen beitragen müssen.

Eichenlaub für hervorragende Führung

dnb. Führerhauptquartier, 9. Aug. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Kurt v o n T i p.p elskirch, mit der stellvertretenden Führung einer Armee beauftragt, als 539. Soldaten der deut­schen Wehrmacht.

General der Infanterie von Tippelskirch hat sich in Abwehr und Angriff meist in vorderster Linie führend wiederholt beson­ders ausgezeichnet. Während der letzten schweren Kämpfe im mittleren Abschnitt der Ostfront ist es seiner Führungskunst unter besonders schwierigen Umständen ge­lungen, die befohlenen Absetzbewegungen durchzuführen und damit den Durchbruch der Bolschewisten zu verhindern.

Ferner verlieh der Führer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen* Kreuzes an General der Infanterie Karl Hilpert, Kommandierender Generäl eines Armee­korps, als 512. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

General Hilpert stand mit seinem Armee­korps im Abschnitt von Polozk. Die Bol­schewisten versuchten mit zwei Armeen den Abschnitt des Korps zu durchbrechen.. In schweren Kämpfen brachte Geneial Hilpert alle Angriffe der Sowjets zum Scheitern. 14 Tage lang fesselte er die zahlenmäßig weit überlegenen Kräfte der Bolschewisten und brachte ihnen schwere Verluste bei. Dann setzte er seine Divisionen befehls­gemäß ab und führte sie zu anderweitiger Verwendung zurück.

Neue Ritterkreuzträger

" dnb. Führer hauptquartier, den

11. August. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleut­nant Wolf E w e r t, Kommandeur eines säch­sischen Grenadier-Regiments; Hauptmann Eberhard W o 1 f f, Kommandeur eines Pionier - Bataillons; Ilauptmann Helmut M e 11 z e 1, Bataillnnskoinmandeur in einem Kasseler Grenadier-Regiment (Mot.).

, Ferner verlieh der Führer auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Siegfried Geister, Gruppenkommandeiir in einem Kampfgeschwader; Oberfeldwebel Günther Forsch, Flugzeugführer und Beobachter in einer Nahaufklärungsgruppe.

Hohe Feind-Panzerverluste im Westen und Osten

/ge Kämpfe im Raum von Le MansWilkowischken wieder genommen .- Voller Abwehretlolg bei Raseinen

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dnb. Aus dem Führe rhauptquar- *t er , 11. August. Das Oberkommando der ehrmacht gibt bekannt;

Raum südöstlich C a e n wurde der feindliche Einbruchsraum abgeriegelt, der Zusammenhang der Front wieder hergestellt. eit den frühen Morgenstunden des heutl- ff® n Tages steiyert steh das feindliche Ar- uleriefeuer dort wieder zum Trommelfeuer, m Abschnitt beiderseits der Orne führte er Gegner gestern nur enger begrenzte Angriffe, die unter Abschuß von 32 Panzern erfolglos blieben.

Besonders erbittert wurde lm Einbruchs- aum südlich V i r e gekämpft, dessen Erwet- erung dem Feind infolge unserer Gegeu- an griffe nicht gelang.

m Raum von Le Mans sind heftige m Pfe mit dem von starken Fliegerverbän- enimterstützten, jetzt nach Norden angrel- enden Feind im Gange.

u * e fi ^ er,e ldiger von St. Nazaire, Lortent VVeh 6 * 1, ^earo^engesetzt aus allen drei » rina chtteilen, schlugen wieder' alle von blim* 111 unterstützten Angriffe des Feindes u,. ? zurück. Allein nordöstlich von Brest lirha n in den letzten Tagen über 40 feind- Vn Ranzer abgeschossen. Die Besatzung Stadt** k* a, ° behauptete auch gestern die dp, M 9 * 9en fortgesetzte erbitterte Angriffe

^rdamerfkaner.

griffen nördlich Le Mans kimn rt,e Fal, rzeugkoionnen mit guter Wir-

Angriffe schwerer Kampfflugzeuge

Vor der

normannischen Küste wurden ein

Handelsschiff von 4000 BRT. ln Brand ge­worfen, eine weitere große Schiffseinheit und ein Zerstörer schwer beschädigt.

Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine und Marineflakartilierie schossen vor der Küste der besetzten Westgebiete elf feindliche Flugzeuge ab. x

Im französischen Hinterland wurden 271 Terroristen im Kampf niedergemacht.

Das Vergeltungsieuer auf London dau­ert an.

In Italien .fanden gestern keine Kampf­handlungen von Bedeutung statt.

Im Osten brachen zwischen S t r y j und Weichsel zahlreiche Angriffe der Bol­schewisten nach hartem Kampf blutig zu­sammen. Nordwestlich Baranow setzten un­sere Truppen ihren Angriff fort und nahmen ein HölieiTgelände. Feindliche Gegenangriffe blieben erfolglos. 1

Kämpf- ünd Schlachtfliegerverbände grif­fen den sowjetischen Uebersetz- und Nach­schubverkehr aut der Weichsel mit guter Wirkung an.

Zwischen Warschau und Atigustow nahmen die Bolschewisten in mehreren Ab­schnitten ihre Angriffe nach mehrtägiger Kampfpause mit starken Kräften wieder auf. Oestlich Warschau wurden alle Angriffe zerschlagen. Nordwestlich Bialystok konnte der Feind in unsere Stellungen eindringen. Gegenstöße brachten Ihn zum Stehen.

Südwestlich Kauen wurde die Stadt Wilkowischken im Gegenangriff wibder ge­nommen. In den beiden letzten Tagen ver-

for der Feind hier 69 Panzer und Sturmge­schütze sowie 61 Geschütze. Nördlich der Memel setzten die Sowjets ihre Angriffe in­folge der an den Vortagen erlittenen hohen Verluste nicht fort. In der sechstägigen Schlacht von Raseinen haben unsere Trup­pen damit einen vollen Abwehrerfolg errun­gen. Die Sowjets hatten hohe blutige Ver­luste und verloren in der Zeit vom 4. bis 9. August den Panzerbestand von zwei Panzer­korps.

An der lettischen Front griffen die Bolschewisten mit zahlreichen Verbänden auf breiter Front an. Die Mehrzahl ihrer An­griffe wurde in sofortigen Gegenstößen ab­gewiesen. Nur südwestlich des Pleskauer Sees brach der Feind unter Einsatz von über zehn Schützendivisionen, von Panzer- und Schiachtfliegefverbänden unterstützt, in un­sere Stellungen ein. Schwere Kämpfe sind hier im Gange.

Feindliche Bomber griffen gestern das Ge­biet von P I o e s t i an. Deutsche, rumäni­sche und bulgarische Luftverteidigungs­kräfte brachten 13 feindliche Flugzeuge zum Absturz.

In der Nacht überflogen feindliche Stör­flugzeuge südungarisches Gebiet. ,Zwet Flug­zeuge wurden abgeschossen.

Feindliche Jagdverbände stießen nach Südwest- und Westdeutschland vor. Hierbei wurde ein mit dem Roten Kreuz deutlich gekennzeichneter Lazarettzug im Raum München mit Bordwaffen angegriffen.

In der Nacht warfen feindliche Flugzeuge Bomben aut B e r I.i n und Bremen.

Terrorangriff auf Straßburg

dnb. Straßburg, 11. August. Am Frei- laq nachm l( lag führten anglo-amerikanische Terrorbomber einen Terrorangriff auf Straßburg durch, der schwere Zerstö­rungen und Brände in der gesamten histori­schen Altstadt rings um das Münster zur Folge hatte. Auch das in der ganzen Welt berühmte und als unersetzliches Kulturgut der gesamten Menschheit bekannte herr­liche Straßburger Münster wurde durch Bomben getroffen. Mitten im Kirchenschiff klaffen riesige Sprengtrichter. Auch das R o h a n s c h 1 o ß erlitt durch schwere Tref­fer große Verwüstungen. Zahlreiche andere Kirchen und Bauten wurden in Mitleiden­schaft gezogen, darunter das Frauenhaus, die alte Metzig und die Magdalenenkirche. Das historische Kaufhaus steht in Flammen. Der Angriff der Luftgahgster hat wiederum Tote und Verwundete unter der elsässischen Bevölkerung gefordert.

Proteft gegen US A.-Meuchelmord

Eigener Bericht

BZ. Berlin, 11. August. Das Auswärtige Am? - hat das unerhörte Kriegsverbrechen nordamerikanischer Soldaten in Italien, bei dem sechs deutsche Soldaten, die in Gefangenschaft geraten waren, vo'n An­gehörigen der 91. nordamerikantschen In­fanteriedivision mit Handgranaten und

Karahinerschiissen meuchlings ge­

mordet wurden, zum Gegenstand einer Note gemacht. Die Note wurde dem eid­genössischen politischen Departement in Bern zur Wetterleitung an die Regierung der USA. übergeben.

Nach einer genauen Wiedergabe des bar­barischen Verbrechens schließt die Mittei­lung mit den Worten:Dieser Vorgang, der durch die eidliche kriegsgerichtliche Ver­nehmung des überlebenden deutschen Ge­freiten einwandfrei erwiesen ist, stellt eine unerhörte Verletzung des Völkerrecht durch die amerikanische Wehrmacht dar. Die Reichsregierung erwartet, daß die schuldigen amerikanischen Soldaten wegen dieses nack­ten Mordes, bestraft werden und daß die nordamerikanische Reqierung Maßnahmen trifft, die eine Wiederholung derartiger Mordtaten ausschheßen.

Generaloberst Student

dnb. Führerhauptquartier, 11. August. Der Führer hat den Oberbefehls­haber der Fallschirmtruppe,. General Stu­dent, zum Generaloberst befördert.

Auto. Willi Rüge - Presse - Hoffniann «V 1 vor dem Start

Aua guter Deckung wird V 1 an die Abschuß- slclle gerollt. Der Start erfolgt durch eine lreßlujtunlage. Mit Hilfe eines Fernlenkver- fahrens trifft die V 1 das befohlene Ziel. J)ie gleichbleihende Geschwindigkeit , die ton keinetn Feindjäger erreicht wird, erhält V von einem Raketenantrieb. Diese erste deutsche Vergeltungswaffe ist eine hervorragende Schöp­fung unserer Lufträstung.

Die Ja^duaffe

Vom General der Jagdflieger Generalmajor Adolf Galland

Der moderne Krieg ist nicht mehr Land­krieg oder Seekrieg schlechthin, aber aucJ nicht alleine Luftkrieg. Er ist totaler Krien in dem Sinne, daß nur im Zusammenwirken aller Waffen und im Gesamteinsatz alfet geistigen und materiellen Mittel der Völker und Kontinente, die gegeneinanderstehen, die Entscheidung gefunden wird. Die Ereig­nisse des gegenwärtigen Krieges haben dk verschiedenen Theorien, nach denen dk Luftwaffe allein in der Lage sein soll, dir: Entscheidung zu erzwingen, bereits wider­legt. Wir sehen es deutlich gerade jetzt, dr der Gegner endlich, nach langem Zögern, zu dem blutigen Entscheidungskampf der In­vasion angetreten ist. Nur langsam hat er sich von der Illusion freigemacht, daß er im­stande sei, Deutschland allein mit seiner zahlenmäßig überlegenen Luftwaffe nieder­zuzwingen.

Was. haben Amerikaner und Briten nie! alles getan, um sich diesen Kampf Mann gegen Mann zu ersparen? Die gesamte Pro­duktionskapazität und den unbeschränkte! Rohstoffreichtum zweier Weltreiche haben sie in den Dienst einer ungeheuren Auf­rüstung ihrer Luftwaffen gestellt, um un­sere Kriegswirtschaft durch Abwurf von Sprengstoff- und Phosphormengen, deren Ziffern ins Astronomische gehen, zu ver­nichten und unsere Kriegsmoral durch einen Bombenterror zu brechen, der allen Begrif­fen des Völkerrechts hohnsprichf. Gewiß haben sie uns großen Schaden zugefügt. Un­seren Städten sind schwere Wunden ge­schlagen. Unersetzliche Kulturgüter wurden zerstört, ganz zu schweigen vom Wüten des Feindes gegen unsere Frauen und Kinder, das uns weich machten sollte. Aber' diese ganze riesenhafte Anstrengung hat ihm nicht eingebracht, was er von ihr erhoffte, den Sieg ohne Einsatz des eigenen Blutes. Unfaßbar großartig ist dagegen die Haltung des deutschen Volkes, weil es weiß, daß es in diesem Kampf um Sein oder Nicht­sein geht.

Der Feind hat es der in der Luftverteidi­gung kämpfenden Truppe und ihrer Führung allerdings schwer genug gemacht. Unsen: Jagdflieger, die sich den Feindge­schwadern in den letzten Monaten oft Tag um Tag entgegenwarfen, machen kein Auf­heben davon. Aber sie haben es erfahren, und das deutsche Volk weiß, was es ihnen zu danken hat. Im Verein mit unserer vom Feind qefiirchteten Flak, die ihre Abschuß­ergebnisse ständig verbessern konnte, haben sie die Last eines Kampfes getragen, der nicht vergeblich war. Sie haben nicht nur Hunderte und Tausende feindlicher. Bomber zu Boden geschickt, vielfach ehe sie mich ihre verderbenbringende Last über den Wohnvierteln unserer Städte und über unseren Fabriken auslösen konnten, sondern den Feind auch oft von den befohlenen Zielen abqedTängt, ihn am- gezielten Bom­benabwurf verhindert und nicht zuletzt ihren Volksgenossen das Bewußtsein gegeben, dem feindlichen Terror nicht schutzlos aus- geliefert zu sein.'

Wie schwierig ihre Aufgabe war und welches Maß an Heldenmut, Können und schneller Entschlossenheit sie von ihnen erforderte, kann man sich vorstellen, wenn man bedenkt, daß der Gegner seinen immer zahlreicheren Bombengeschwadern in wach­sendem Umfang Begleitjäger mitgab, die diese bis In das Zielgebiet schützten und sie heim Rückflug wieder aufnahmen. Die­ser Begleitschütz sollte die schwere Gefahr beseitigen, die unsere Jäger für seine Kampfverbände bedeuten. Es ist nicht so rtekommen, wie er es sich vorgestellt hat. Unsere JägeT waren trotzdem da, und sie hatten trotzdem ihre großen Erfolge,