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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblcrtf des Reichsstatthälters in O» denhurci und Eremer
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Das erste authentische Bild von V 1
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Parteiamtliche Tageszeiiung
Da » Amtsblatt des Regier enden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Nr. 221 • 14. Jahrgang
Sonnabend 12. August 1944
Englischer Großangriff bei Caen abgeriegelt
Schwierigkeiten der Invasionstruppen bei Av/anches — Deutsche Gegenangriffe stabilisieren beide Fronten
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je— Eigener Drahtbericht
rd. Berlin, 11. August. Die Westfront gteht Immer noch im Zeichen des englischen Großangriffs, durch den der Feind nach seinen eigenen Aussagen die Tür der Halbinsel Cotentin zum französischen Raum aus den Angeln zu heben gedenkt. Nachdem den Engländern hier im Raum südöstlich Caen am Mittwoch ein Einbruch in Richtung auf Falaise geglückt war, konnten deutsche'Ein- greitverbände den Einbruchsrauin abriegeln und den Zusammenhang der Front wiederherstellen. Damit ist ein kritischer Augenblick in der Schlacht durch blitzschnelles Handeln zu unseren Gunsten ausgewertet worden. Nun bereitet der Fjrind durch ständig wiederholtes Trommelfeuer seinen nächsten Angriff vor.
Am anderen Teil der Cotentin-Tür, wo es den Amerikanern gelungen war, einen Spalt zu öffnen und durch ihn mit ihrer
S. Armee in die Tiefe der Bretagne zu. schlüpfen und sogar bis Le Mans vdrzu- dringen, sind £eit mehreren Tagen deutsche Gegenbewegutigen im Gange mit der Absicht, den Türspalt zu verengen. Die deutschen Gegenangriffe erzielten gewisse Fortschritte, was einen Stillstand der amerikanische.! Bewegungen in die Tiefe des französischen Raumes zur Folge hatte. Dann ist der deutsche Angriff nicht weitergeführt worden, und die - Amerikaner machten am Donnerstag erhebliche Anstrengungen, die deutschen Truppen wieder zurückzudrängen. Alle gegen die neuen deutschen Stellungen geführten Angriffe blieben Jedoch vergeblich.
Weiter ■ südlich fühlten «die Nordamerikaner im Mayenne-Abschnitt nur zögernd nach Osten vor. Bei Le Mans entfalteten sie jedoch starkeAktivität. Die feindlichen Kräfte stießen hier nach Nördosten vor. Unsere Speirverbände verlegten ihnen überall den Weg. Aus dem Ansatz dieser Stöße ist jedoch erkennbar, daß der Gegner an unsere weiter nördlich liegenden Versorgungslinien' herankommen will. Der Raum südlich Le Mans ist dagegen frei vom Feind, Auch an der oberen Loire sind heftige Kämpfe im Gange. Im Laufe des Vormittags begann der dort seit Tagen erwartete Angriff beweglicher nordamerikanischer Truppen.
Inzwischen kämpfen die deutschen Stützpunkte in der Bretagne mit Erbitterung und äußerster Einsatzbereitschaft. Alle deutschen Stützpunkte, die einigermaßen von Bedeutung sind, 'befinden sich fest in der,Hand ihrer Verteidiger, so daß die Amerikaner nach wie vor gezwungen sind, den Nachschub für ihre in der Bretagne stehende 1-Armee durch den Korridor von Avrahches ?u schleusen. Somit ist die Lage in ihren Eütwicklungsmögli'chkeiten noch keineswegs .völlig zu übersehen, u n d die Schwierigkeiten für die Inyasioms- armee sind in den letzten Taffen wieder etwas größer geworden.
Das bedeutungsvollste Ereignis der letzten Tage an der Ostfront ist die Einstellung der bolschewistischen Durchbruchsversuche nördlich des Njemen. Hier rannten die Sowjets seit dem 4. August im Raum von Raseinen längs der Dubyssa mit der ganzen Wucht zahlreicher Infanterie- und Panzerverbände an. Vielfach erzielten sie durch ihren rücksichtslosen Einsatz von Menschen ünd Panzern Einbrüche. Aber ebenso oft Wurden sie blutig zurückgeschlagen. Unter dem Eindruck ihrer hohen Verluste griffen die Bolschewisten am Donnerstag nicht mehr aB - Damit ist ein grollangelegter, sechs Tage Immer wieder versuchter Durchbruch
gescheitert,, für dessen Gelingen die Bolschewisten erhebliche Kräfte zum Ansatz gebracht hatten.
An der Ostfront gebührt dem nördlichen Abschnitt besondere Aufmerksamkeit, weil hier ein deutscher Gegenangriff ebenfalls eine Wendung der Lage herbeigeführt'hat. Die Stadt Wilkowischken wurde zurückerobert. In der sechstägigen Abwehrschlacht von Raseinen wqrden die Kampfwagen zweier Panzerkorps vernichtet. Damit ist eine tagelang akut gewesene Gefahr für Ostpreußen vorläufig ausgeschaltet und ein AufhalteTi der feindlichen Offensivkräfte erreicht worden, das sich als Zeitgewinn für die deutsche Verteidigung günstig auswir
ken kann. Die Angriffe nordwestlich Bialy- stok zielten darauf ab, von Süden her die ostpreußische Grenze zu bedrohen. Aber auch hier , sind Gegenstöße durchgeführt worden, die den Feind zum Stehen brachten
Jedenfalls hat die sowjetische Truppenführung ihre aus agitatorischen Gründen gehegte Absicht, die ostpreußische Grenze zu erreichen, nicht nur nicht verwirklichen können, sondern sie mußte schwerste Verluste und örtliche Niederlagen einstecken.
Die Helden von St. Malo
dnb. Berlin, 11. August. Die Seele des Widerstandes in S t. M a 1 o ist der Festungs
kommandant, der 51jährige Oberst von A u 1 o c k , der für seine hervorragenden Leistungen an der Osttront mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Ihm zur Seite steht der Hafenkommandant, Kapitän zur See E n d e 11. Von dem eisernen Willen dieser Männer mitgerissen, leisten hier Verbände des Heeres und der Kriegsmarine und mit ihnen Flak- und Nachrichteneinheiten der Luftwaffe seit mehreren Tagen gegen den konzentrisch von Osten und Westen angreifenden Feind in dem zerklüfteten Felsgelände beiderseits der Rance-Mündung energischen Widerstand.
Einschneidende Sofortmaßnahmen der Reichspost
Im Rahmen des totalen Kriegseinsafyes — Auch weitgehende Einschränkungen im Bereich der Justizverwaltung
dnb. Berlin, 11. August. Der Reichs- Iievoilmächtigte für den totalen Kriegsein- Satz gibt bekannt:
Die ersten kürzlich angekündigten Maßnahmen grundsätzlicher und tiefgreifender Natur zur Angleichung unseres öffentlichen Lebens an die Erfordernisse des totalen Krieges sind jetzt schon von einigen zentralen Behörden durchgeführt worden.
Reichsminister Dr. Ohnesorge, der Be- tiiebsführer eines der größten deutschen Unternehmen, hat mit echt nationalsozialistischer Tatkraft in kürzester Frist gemeinsam mit dem Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz ein Verein- iachungsprogramm seines Betriebes ausgearbeitet und durchführungsreif gemacht, das Rüstung und Wehrmacht mit einem Schlage viele Zehntausende von hochqualifizierten Arbeitskräften und Soldaten zur Verfügung stellt.
Dieser Beitrag, den die D e u t s cJi e Reichs post den gemeinsamen Kriegsanstrengungen zollt, bedingt naturgemäß auch von der gesamten Volksgemeinschaft den Verzicht auf manche Einrichtungen, die bisher nach fünf Kriegsjahren z. T. noch in friedensmäßigem Umfange aufrechterhalten wurden.
Als
Sofortmaßnahmen
werden durchgeführt:
1. Einstellung der Versendung von Drucksachen, Geschäftspapieren, Warenproben und Mischsendungen;
2. Einstellung der Versendung von Päckchen;
3. weitgehende Einschränkungen im Paketdienst, wobei die Versendung ■ von rUstungs- und lebenswichtigen Gütern gesichert bleibt;
4. Aufhebung der Briefzustellung am Sonntag oder, einem anderen Tag der Woche;
5. iii allen Städten wird die Briefzustellung auf einmal werktäglich beschränkt;
6. weitere wesentliche Einschränkung der Briefkastenleerung;
7. Stillegung nicht kriegswichtiger privater Fernsprechanschlüsse nach Maßgabe der jeweiligen örtlichen Erfordernisse;
8. Fortfall des Kundendienstes und bestimmter Gesprächsarten, z. B. der mit Voranmeldung;
9. Versand , von Fernsprechrechnungen in Zwischenräumen von drei oder mehr Monaten;
10. Aufhebung bestimmter Telegrammarten.
Die einzelnen Maßnahmen treten schori in den nächsten Tagen in Kraft und werden jeweils von den Reichspostdirektionen mit genauen Ausführungsbestimmungen bekanntgegeben. Sollen sie das Ziel einer Steigerung unserer Kriegsanstrengungen erreichen, so ist die Mithilfe der gesamten Bevölkerung notwendig. Jeder bedenke, bei Benutzungen von Einrichtungen der Reichspost, daß der reibungslose Betrieb nur bei äußerster Zurückhaltung des Publikums in der Inanspruchnahme dieser Einrichtungen aufrechterhalten werden kann. Dies gilt insbesondere für den Versand vön gewöhnlichen Postkarten, Briefen sowie für die Benutzung des Fernsprechers im Orts- und vor
allem im Fernverkehr. Sollte der Appell an die Oeffentlichkeit vergeblich bleiben, müssen weitere wesentliche Einschränkung gen vorgenommen werden.
Auch der Reichs|uslizminister Dr. Thle- r a c k hat in seinem Geschäftsbereich weitgreifende Einschränkungen vorgenommen, durch die mehrere Zehntausende von Arbeitskräften frei werden. Diese Maßnahmen werden in der Oeffentlichkeit weniger in Erscheinung treten als die der Reichspost. Doch wird die Bevölkerung durch äußerste Zurückhaltung auch auf diesem Gebiet namentlich dem der Ztvilrechtspfle- g e zum Erfolg der Maßnahmen beitragen müssen.
Eichenlaub für hervorragende Führung
dnb. Führerhauptquartier, 9. Aug. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Kurt v o n T i p.p elskirch, mit der stellvertretenden Führung einer Armee beauftragt, als 539. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
General der Infanterie von Tippelskirch hat sich in Abwehr und Angriff meist in vorderster Linie führend wiederholt besonders ausgezeichnet. Während der letzten schweren Kämpfe im mittleren Abschnitt der Ostfront ist es seiner Führungskunst unter besonders schwierigen Umständen gelungen, die befohlenen Absetzbewegungen durchzuführen und damit den Durchbruch der Bolschewisten zu verhindern.
Ferner verlieh der Führer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen* Kreuzes an General der Infanterie Karl Hilpert, Kommandierender Generäl eines Armeekorps, als 512. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
General Hilpert stand mit seinem Armeekorps im Abschnitt von Polozk. Die Bolschewisten versuchten mit zwei Armeen den Abschnitt des Korps zu durchbrechen.. In schweren Kämpfen brachte Geneial Hilpert alle Angriffe der Sowjets zum Scheitern. 14 Tage lang fesselte er die zahlenmäßig weit überlegenen Kräfte der Bolschewisten und brachte ihnen schwere Verluste bei. Dann setzte er seine Divisionen befehlsgemäß ab und führte sie zu anderweitiger Verwendung zurück.
Neue Ritterkreuzträger
" dnb. Führer hauptquartier, den
11. August. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant Wolf E w e r t, Kommandeur eines sächsischen Grenadier-Regiments; Hauptmann Eberhard W o 1 f f, Kommandeur eines Pionier - Bataillons; Ilauptmann Helmut M e 11 z e 1, Bataillnnskoinmandeur in einem Kasseler Grenadier-Regiment (Mot.).
, Ferner verlieh der Führer auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Siegfried Geister, Gruppenkommandeiir in einem Kampfgeschwader; Oberfeldwebel Günther Forsch, Flugzeugführer und Beobachter in einer Nahaufklärungsgruppe.
Hohe Feind-Panzerverluste im Westen und Osten
/ge Kämpfe im Raum von Le Mans —Wilkowischken wieder genommen .- Voller Abwehretlolg bei Raseinen
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dnb. Aus dem Führe rhauptquar- *t er , 11. August. Das Oberkommando der ehrmacht gibt bekannt;
Raum südöstlich C a e n wurde der feindliche Einbruchsraum abgeriegelt, der Zusammenhang der Front wieder hergestellt. eit den frühen Morgenstunden des heutl- ff® n Tages steiyert steh das feindliche Ar- uleriefeuer dort wieder zum Trommelfeuer, m Abschnitt beiderseits der Orne führte er Gegner gestern nur enger begrenzte Angriffe, die unter Abschuß von 32 Panzern erfolglos blieben.
Besonders erbittert wurde lm Einbruchs- aum südlich V i r e gekämpft, dessen Erwet- erung dem Feind infolge unserer Gegeu- an griffe nicht gelang.
m Raum von Le Mans sind heftige m Pfe mit dem von starken Fliegerverbän- enimterstützten, jetzt nach Norden angrel- enden Feind im Gange.
u * e fi ^ er,e ldiger von St. Nazaire, Lortent VVeh 6 * 1, ^earo^engesetzt aus allen drei » rina chtteilen, schlugen wieder' alle von blim* 111 unterstützten Angriffe des Feindes u,. ? zurück. Allein nordöstlich von Brest lirha n in den letzten Tagen über 40 feind- Vn Ranzer abgeschossen. Die Besatzung Stadt** k* a, ° behauptete auch gestern die dp, M 9 * 9en fortgesetzte erbitterte Angriffe
^rdamerfkaner.
griffen nördlich Le Mans kimn rt,e Fal, rzeugkoionnen mit guter Wir-
Angriffe schwerer Kampfflugzeuge
Vor der
normannischen Küste wurden ein
Handelsschiff von 4000 BRT. ln Brand geworfen, eine weitere große Schiffseinheit und ein Zerstörer schwer beschädigt.
Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine und Marineflakartilierie schossen vor der Küste der besetzten Westgebiete elf feindliche Flugzeuge ab. x
Im französischen Hinterland wurden 271 Terroristen im Kampf niedergemacht.
Das Vergeltungsieuer auf London dauert an.
In Italien .fanden gestern keine Kampfhandlungen von Bedeutung statt.
Im Osten brachen zwischen S t r y j und Weichsel zahlreiche Angriffe der Bolschewisten nach hartem Kampf blutig zusammen. Nordwestlich Baranow setzten unsere Truppen ihren Angriff fort und nahmen ein HölieiTgelände. Feindliche Gegenangriffe blieben erfolglos. 1
Kämpf- ünd Schlachtfliegerverbände griffen den sowjetischen Uebersetz- und Nachschubverkehr aut der Weichsel mit guter Wirkung an.
Zwischen Warschau und Atigustow nahmen die Bolschewisten in mehreren Abschnitten ihre Angriffe nach mehrtägiger Kampfpause mit starken Kräften wieder auf. Oestlich Warschau wurden alle Angriffe zerschlagen. Nordwestlich Bialystok konnte der Feind in unsere Stellungen eindringen. Gegenstöße brachten Ihn zum Stehen.
Südwestlich Kauen wurde die Stadt Wilkowischken im Gegenangriff wibder genommen. In den beiden letzten Tagen ver-
for der Feind hier 69 Panzer und Sturmgeschütze sowie 61 Geschütze. Nördlich der Memel setzten die Sowjets ihre Angriffe infolge der an den Vortagen erlittenen hohen Verluste nicht fort. In der sechstägigen Schlacht von Raseinen haben unsere Truppen damit einen vollen Abwehrerfolg errungen. Die Sowjets hatten hohe blutige Verluste und verloren in der Zeit vom 4. bis 9. August den Panzerbestand von zwei Panzerkorps.
An der lettischen Front griffen die Bolschewisten mit zahlreichen Verbänden auf breiter Front an. Die Mehrzahl ihrer Angriffe wurde in sofortigen Gegenstößen abgewiesen. Nur südwestlich des Pleskauer Sees brach der Feind unter Einsatz von über zehn Schützendivisionen, von Panzer- und Schiachtfliegefverbänden unterstützt, in unsere Stellungen ein. Schwere Kämpfe sind hier im Gange.
Feindliche Bomber griffen gestern das Gebiet von P I o e s t i an. Deutsche, rumänische und bulgarische Luftverteidigungskräfte brachten 13 feindliche Flugzeuge zum Absturz.
In der Nacht überflogen feindliche Störflugzeuge südungarisches Gebiet. ,Zwet Flugzeuge wurden abgeschossen.
Feindliche Jagdverbände stießen nach Südwest- und Westdeutschland vor. Hierbei wurde ein mit dem Roten Kreuz deutlich gekennzeichneter Lazarettzug im Raum München mit Bordwaffen angegriffen.
In der Nacht warfen feindliche Flugzeuge Bomben aut B e r I.i n und Bremen.
Terrorangriff auf Straßburg
dnb. Straßburg, 11. August. Am Frei- laq nachm l( lag führten anglo-amerikanische Terrorbomber einen Terrorangriff auf Straßburg durch, der schwere Zerstörungen und Brände in der gesamten historischen Altstadt rings um das Münster zur Folge hatte. Auch das in der ganzen Welt berühmte und als unersetzliches Kulturgut der gesamten Menschheit bekannte herrliche Straßburger Münster wurde durch Bomben getroffen. Mitten im Kirchenschiff klaffen riesige Sprengtrichter. Auch das R o h a n s c h 1 o ß erlitt durch schwere Treffer große Verwüstungen. Zahlreiche andere Kirchen und Bauten wurden in Mitleidenschaft gezogen, darunter das Frauenhaus, die alte Metzig und die Magdalenenkirche. Das historische Kaufhaus steht in Flammen. Der Angriff der Luftgahgster hat wiederum Tote und Verwundete unter der elsässischen Bevölkerung gefordert.
Proteft gegen US A.-Meuchelmord
Eigener Bericht
BZ. Berlin, 11. August. Das Auswärtige Am? - hat das unerhörte Kriegsverbrechen nordamerikanischer Soldaten in Italien, bei dem sechs deutsche Soldaten, die in Gefangenschaft geraten waren, vo'n Angehörigen der 91. nordamerikantschen Infanteriedivision mit Handgranaten und
Karahinerschiissen meuchlings ge
mordet wurden, zum Gegenstand einer Note gemacht. Die Note wurde dem eidgenössischen politischen Departement in Bern zur Wetterleitung an die Regierung der USA. übergeben.
Nach einer genauen Wiedergabe des barbarischen Verbrechens schließt die Mitteilung mit den Worten: „Dieser Vorgang, der durch die eidliche kriegsgerichtliche Vernehmung des überlebenden deutschen Gefreiten einwandfrei erwiesen ist, stellt eine unerhörte Verletzung des Völkerrecht durch die amerikanische Wehrmacht dar. Die Reichsregierung erwartet, daß die schuldigen amerikanischen Soldaten wegen dieses nackten Mordes, bestraft werden und daß die nordamerikanische Reqierung Maßnahmen trifft, die eine Wiederholung derartiger Mordtaten ausschheßen.“
Generaloberst Student
dnb. Führerhauptquartier, 11. August. Der Führer hat den Oberbefehlshaber der Fallschirmtruppe,. General Student, zum Generaloberst befördert.
Auto. Willi Rüge - Presse - Hoffniann «V 1“ vor dem Start
Aua guter Deckung wird V 1 an die Abschuß- slclle gerollt. Der Start erfolgt durch eine l’reßlujtunlage. Mit Hilfe eines Fernlenkver- fahrens trifft die V 1 das befohlene Ziel. J)ie gleichbleihende Geschwindigkeit , die ton keinetn Feindjäger erreicht wird, erhält V ■ von einem Raketenantrieb. Diese erste deutsche Vergeltungswaffe ist eine hervorragende Schöpfung unserer Lufträstung.
Die Ja^duaffe
Vom General der Jagdflieger Generalmajor Adolf Galland
Der moderne Krieg ist nicht mehr Landkrieg oder Seekrieg schlechthin, aber aucJ nicht alleine Luftkrieg. Er ist totaler Krien in dem Sinne, daß nur im Zusammenwirken aller Waffen und im Gesamteinsatz alfet geistigen und materiellen Mittel der Völker und Kontinente, die gegeneinanderstehen, die Entscheidung gefunden wird. Die Ereignisse des gegenwärtigen Krieges haben dk verschiedenen Theorien, nach denen dk Luftwaffe allein in der Lage sein soll, dir: Entscheidung zu erzwingen, bereits widerlegt. Wir sehen es deutlich gerade jetzt, dr der Gegner endlich, nach langem Zögern, zu dem blutigen Entscheidungskampf der Invasion angetreten ist. Nur langsam hat er sich von der Illusion freigemacht, daß er imstande sei, Deutschland allein mit seiner zahlenmäßig überlegenen Luftwaffe niederzuzwingen.
Was. haben Amerikaner und Briten nie! alles getan, um sich diesen Kampf Mann gegen Mann zu ersparen? Die gesamte Produktionskapazität und den unbeschränkte! Rohstoffreichtum zweier Weltreiche haben sie in den Dienst einer ungeheuren Aufrüstung ihrer Luftwaffen gestellt, um unsere Kriegswirtschaft durch Abwurf von Sprengstoff- und Phosphormengen, deren Ziffern ins Astronomische gehen, zu vernichten und unsere Kriegsmoral durch einen Bombenterror zu brechen, der allen Begriffen des Völkerrechts hohnsprichf. Gewiß haben sie uns großen Schaden zugefügt. Unseren Städten sind schwere Wunden geschlagen. Unersetzliche Kulturgüter wurden zerstört, ganz zu schweigen vom Wüten des Feindes gegen unsere Frauen und Kinder, das uns weich machten sollte. Aber' diese ganze riesenhafte Anstrengung hat ihm nicht eingebracht, was er von ihr erhoffte, den Sieg ohne Einsatz des eigenen Blutes. Unfaßbar großartig ist dagegen die Haltung des deutschen Volkes, weil es weiß, daß es in diesem Kampf um Sein oder Nichtsein geht.
Der Feind hat es der in der Luftverteidigung kämpfenden Truppe und ihrer Führung allerdings schwer genug gemacht. Unsen: Jagdflieger, die sich den Feindgeschwadern in den letzten Monaten oft Tag um Tag entgegenwarfen, machen kein Aufheben davon. Aber sie haben es erfahren, und das deutsche Volk weiß, was es ihnen zu danken hat. Im Verein mit unserer vom Feind qefiirchteten Flak, die ihre Abschußergebnisse ständig verbessern konnte, haben sie die Last eines Kampfes getragen, der nicht vergeblich war. Sie haben nicht nur Hunderte und Tausende feindlicher. Bomber zu Boden geschickt, vielfach ehe sie mich ihre verderbenbringende Last über den Wohnvierteln unserer Städte und über unseren Fabriken auslösen konnten, sondern den Feind auch oft von den befohlenen Zielen abqedTängt, ihn am- gezielten Bombenabwurf verhindert und nicht zuletzt ihren Volksgenossen das Bewußtsein gegeben, dem feindlichen Terror nicht schutzlos aus- geliefert zu sein.'
Wie schwierig ihre Aufgabe war und welches Maß an Heldenmut, Können und schneller Entschlossenheit sie von ihnen erforderte, kann man sich vorstellen, wenn man bedenkt, daß der Gegner seinen immer zahlreicheren Bombengeschwadern in wachsendem Umfang Begleitjäger mitgab, die diese bis ’ In das Zielgebiet schützten und sie heim Rückflug wieder aufnahmen. Dieser Begleitschütz sollte die schwere Gefahr beseitigen, die unsere Jäger für seine Kampfverbände bedeuten. Es ist nicht so rtekommen, wie er es sich vorgestellt hat. Unsere JägeT waren trotzdem da, und sie hatten trotzdem ihre großen Erfolge,