Ausgabe 
(3.8.1944) 212
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Parteiamtliche Tageszeitung

p g9 Amtsblatt des Regie renden Bürgermeistern dar Fr eien Hansestadt Bremen

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Nr. 212 * 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblait des Reichsstatthalters in Oldenburg and Eremen

Donnerstag, 3. August 1944

Einzelpreis 15 Rpt.

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Front und Heimat erwarten größte Leistungen

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BZ. Berlin, 2. August. In zwei Groß schlachten, die sowohl in der Anlage als auch in der Durchführung offensichtlich auf­einander abgestimmt sind, glaubt der Feind nunmehr in der Normandie in die beweg­liche Phase eintrelen und nach deutschem Muster zum Blitzfeldzug schreiten zu kön­nen. Ganz besonders deutlich wird diese Absicht bei den Amerikanern erkennbar, die nach ihrem Vorstoß auf Avranches neue Panzerverbände zum Vorstoß in all­gemein südlicher Richtung eingesetzt haben. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß ein solcher Vorstoß bis zu einem gewissen Grade in der Luft hängt, Wenn nicht an der Mitteliront des Invasionskriegsschau­platzes und im Kampfraum von Caen wei­ter Gelände gewonnen werden kann. Des­halb haben die Amerikaner auch im Raum P e r c y — V i 11 e d i e u und östlich Avran­ches angegriffen. Hieraus entwickelten sich schwere Kämpfe, die in ihrer Heftigkeit und Erbitterung noch immer ansteigep, doch waren diese Feindangriffe, die zum Schutze der offenen linken Flanke der Amerikaner unlernommen worden sind, bisher ver­geblich.

Gestützt auf ein gutes Straßennetz und entlastet durch heftige Angriffe unserer Jagd- und Schlachtflieger auf feindliche Be­reitstellungen im Raum von Avranches, nahmen beweglich eingesetzte Panzerkräfte den Kampf gegen den vorgedrungenen Feind auf. Bei erfolgreichen Straßenjagden zersprengten sie mehrere vorfühlende Auf­klärungsgruppen und vernichteten dabei an einer Stelle allein 10 Panzer und 15 mit Infanterie vollbesetzte Schützenpanzerwa­gen. Sie wurden bei ihren Unternehmen von motorisierten Flakbatterien unterstützt, die unter Abwehr feindlicher Jagdbomber zu­gleich das Heranführen eigener Reserven sicherten.

!m Raum südlich C a u m o n t konnten die hach schweren Feuerschlägen auf rund 20 Kilometer Breite angreifenden Briten drei Panzerkeile in südwestlicher Richtung vor­treiben und ihre Linien an der tiefsten Stelle um etwa 7 Kilometer vorverlegen. Weitere Vorstöße wurden aber vorerst durch Gegenangriffe aufgefangen. Trotz schwerer Verluste der Angreifer blieb es statt ries erhofften Durchbruchserfolges in die Flanke unserer südwestlich Caen stehenden Verbände bei örtlich begrenz­ten, hin- und herwogenden Kämpfen um einzelne Höhen und Ortschaften.

An der Ostfront kommt von den vier kritischen Punkten, nämlich dem Karpaten- Angriff der Sowjets, dem Angriff auf War­schau und den großen Weichselbogen, dem Stoß auf Ostprerußen und ~ dem Vorstoß über Mitau mit dem Ziel Riga nur dem nördlichsten. Kampfplatz besondere Bedeu­tung zu. Die Kämpfe an der Karpaten- Front sind weitgehend vom Wetter und vom Gelände abhängig und entwickeln sich tun selten zu schnelleren Operationen, wie SIe den Sowjets in den letzten Wochen an den anderen Frontteilen möglich waren. Hach ihrem Mißerfolg an der Beskiden- Paßstraße dürften die Bolschewisten in Zu­kunft vorsichtiger vorfühlen.

Die aus dem im Wehrmachtbericht er­mähnten Brückenkopf südlich Warschau vor- Sotragenen sowjetischen-Angriffe zielen dar­auf ab, die Bahnlinie Warschau—Radom zu unterbrechen. Hier sind deutsche Gegenan- griffe im Gange, denen die Bolschewisten r»it eiligster Verstärkung ihrer Brücken­kopfbesatzung begegnen. Die Gewißheit bei diesen Kämpfen, die Weichsel im Rücken 2u haben, die natürlich für den-Nachschub von Reserven ein Elindernis darstellt, läßt die Sowjets besonders erbittert kämpfen, fahrend die deutschen Angreifer mit allen mnen zu Gebote stehenden Mitteln ver­suchen, den Feind an den Fluß zurückzu­werfen.

Bei den Kämpfen um Warschau vernich­tete die 1. Kompanie der Panzerjägerabtei- lung der Fallschirmjäger-Panzerdivision „Her­mann Göring'.' unter Führung von Haupt- U'ann B a 11 i n g e r innerhalb 24 Stunden in schweren Panzerduellen 39 Sowjetpanzer.

in den Waldkämpfen von Augustowo und der Memel gingen K a 1 v a r i a und Wilkowischken verloren, die nicht weit von der ostpreußischeh Grenze entfernt “egen. Mit Erbitterung gehen gerade hier d'e deutschen Truppen gegen den Feind an, ° er jedoch sein ursprüngliches Ziel, nämlich uas Eindringen in Ostpreußen selbst, unbe- dingt erreichen will. Aehnliche Ziele ver­folgen die Sowjets mit ihren Massenangrif- etl in und um Mitau, wodurch die letti­sche Hauptstadt Riga bedroht wird.

Warschau, Ostpreußen und Riga, sind lockende Ziele für den e ind, der deshalb auch die Gefahren in Haut nimmt — genau wie die Amerikaner >n der Normandie —, die sich aus der B e - »ohung ungeschützter Flanken € jgeben. Allerdings sind die räumlichen und eil ? sa ^mäßigen Verhältnisse im Osten viel schwieriger zu. meistern als -im Westen, wo ju wesentlichen noch keine raumgreifenden ewegungen des Feindes zu beseitigen sind, m Westen hat die höhere Führung zur Zeit ■ 0C1 baktiscH e Aufgaben zu erfüllen, wenn Im n 6 c * es Feindes ausnutzen will,

ren A Sleri s ’ n ^ °P era tive Bewegungen größe- Erk AllSTT ! a ßes notwendig. Gerade aber diese ^enntnisse ergeben die Gewrißheit, daß Snr ? T ? ß * Wende der Lage im Osten einer J altigen Vorbereitung bedarf.

Mehr Pflichten, mehr Dienst und Ausbildung

Himmler an das Erso&heer — Absage an den „verfluchten Etappengeist“ — Frontdienst oder Rüstungsarbeit

dnb. Berlin, 2. August. Der Reichsführer M Heinrich Himmler hat als Befehlshaber des Ersatzheeres folgen­den Tagesbefehl erlassen:

„Am 20. Juli hat mich unser Führer und Oberster Kriegsherr Adolf Hitler zum Befehlshaber des Ersatzheeres und Chef der Heeresrüstung ernannt.

Heute, am 1. August, an dem vor 30 Jahren der Kampf um die Erhaltung, um das Leben unseres deutschen Vol­kes begann, wende ich mich zum erstenmal an euch.

Front und Heimat erwarten mit Recht vom Ersatzheer größte Leistungen.

Wir werden weder die Kameraden an der Front noch das Teuerste, was unser Volk hat, Kinder, Frauen und Eltern, enttäuschen.

Ich weiß, das Heimatheer wird beispielhaft in seiner Treue und seinem Gehorsam sein.

Ich befehle, daß in Garnisonen und Stäben Tag für Tag zumindest so lange ausgebildet, Dienst gelei­stet und Pflicht erfüllt wird, so lange der Rüstungsarbeiter in seiner Fabrik arbeitet.

Ich fordere, daß von Offizier und Mann und allen Angehörigen des Heeres kompromißlos und ehrlich Absage getan wird jeder Selbstsucht und dem veriluchlen Etappengeist.

Ich verlange, daß jeder Offizier und jeder Mann, der in der Heimat eingespart werden kann, sei­nem Wunsch gemäß zur Front geschickt oder wenn er dafür aus Gründen des Alters und der Gesundheit nicht tauglich ist, zur Rüstungsarbeit freigegeben wird.

Von den Offizieren und Beamten insbesondere erwarte ich, daß sie nur das eine Vorrecht wahmehmen: Mehr Pflichtan zu erfüllen, mehr Dienst zu tun und an der Front noch tapferer und standhaf­ter als die Männer zu sein.

Niemals wankend in unserer Treue und in unserem Glauben, ohne Zögern in unserem Gehorsam, anständig in un­serer Gesinnung, nimmer müde in unserem Fleiß, gewissenhaft in der Erfüllung unserer Pflichten haben wir uns vor­genommen, durch Tat und Leistung die Schande des 2 0. Juli vergessen zu machen und zu werden des Führers und seines Reiches nationalsozialistische Volksarmee.

Feldkommandostelle, den !. 8. 1944.

(gez.) H. Himmler,

Reichsführer Befehlshaber des Ersatzheeres

Die Front Vorbild für die Heimat

Das Ersat}heer in der nationalsozialistischen Volksarmee

Drahtberich! unser»r Berliner Schriftloitung

dr. w. sch. Berlin, 2. August. Mit dem Be­griff und mit dem Ehrenkleid des Soldaten verbindet sich für die deutsche Tradition die Tatsache einer Pflichterfüllung und Ein­satzbereitschaft, die alle Normen des fried­lichen zivilen Daseins weit übersteigt. Es ist überhaupt kein Zweifel, daß die deutschen Soldaten an den kämpfenden Fronten, Offi­ziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die­ser Forderung im Verlaufe von fünf Kriegs­jahren in einer Weise gerecht geworden sind, die alle bisherige Vorstellungskraft übersteigt. Die Front wurde zum Vor­bild für die Heimat. Die Leistungen und der Opfermut der Heimatfront in den weitesten Bereichen, vor allem in den be­sonderen Notstandsgebieten des Luftkrie­ges, sind über alles Lob erhaben und haben teilweise die Grenzen des Möglichen er­reicht. Wo das noch nicht ganz der Fall ist, da werden jetzt im Zuge der radikalen Maß­nahmen für den totalen Krieg die vorhande­nen Lücken schnellstens geschlossen.

Zwischen der kämpfenden Front und der schaffenden Heimat steht das Ersatz- heer. Seine Aufgabe ist die ständige Aus­bildung des Ersatzes für die kämpfende Truppe. Der wesentlichen ursprünglichen Zweckbestimmung entsprechend, soll das Ersatzheer zu seinem größeren Teil nur ein Uebergangslager und eine Durch­gangsstation sein, von der aus der Front immer wieder alle verfügbaren Kräfte zugeführt werden, im Verlauf eines lan­gen Krieges ist es natürlich möglich, daß sich im Ersatzheer und auf den Verbin­dungslinien zur kämpfenden Front bürokra­tische Erscheinungen herausbilden, bei denen die geschaffenen Organisationen als Selbstzweck empfunden werden und wo sibh dann das einschleicht, was der Reichsführer ff Heinrich Himmler in seinem Tagesbefehl als Befehlshaber des Ersalzheeres als „ver­fluchten Etappengeisl” angeprangert hat.

Auf diese Zusammenhänge ist in der letzten Zeit schon mehrfach öffentlich hin­gewiesen worden. So wurde in der Zeit­schrift „Das Reich" festgestellt, daß gleich­zeitig mit dem verstärkten Arbeitseinsatz eine neue Arbeitsgesinnung in allen Teilen der Wehrmacht, in der Heimat und in den Dienststellen Platz greifen muß, da hier durchaus nicht überall „preußisch sparsam“ mit Arbeitskräften und Material umgegangen worden sei. Keine Truppe könne sich heute mehr bedienen lassen, sie müsse alle Aufgaben, wo immer sie auf­tauchen, unverzüglich selber anpacken. In diesem Sinne werde die Wehrmacht in all ihren Teilen ein großes unermüdliches Lager der Arbeit werden, in dem vielleicht weni­

ger gesungen, aber um so mehr geschäff! werde. Das Ziel hat Reichsführer H in seinem Tagesbefehl aufgezeigt: „Des Füh­rers und seines Reiches nationalsozia­listische Volksarme, e.“

Wir sind überzeugt, daß die Maßnahmen Himmlers noch sehr wesentliche Kräfte für die Front frei machen werden. Von allen Soldaten an Hier Front und auch von der überwältigenden Mehr­heit der pflichtbewußten Soldaten im Er­satzheer und hinter den Fronten wird darum dieser Tagesbefehl ebenso wie von der schaffenden Heimat mit Aufatmen begrüßt werden. Er wird in der Durchführung eine neue Kraftquelle unserer Krieg­führung werden.

Generalleutnant Kreipe Generalstabschef der Luftwaffe

dnb. Berlin, 2. August. Als Nachfolger des bei dem Anschlag auf den Führer töd­lich verletzten Generaloberst Korten hat Reichsmarschall Göring den Generalleutnant Werner Kreipe, - bisher General der Flie­ger-Ausbildung, als Chef des Generalstabes def Luftwaffe an seine Seite berufen.

Generalleutnant Kreipe wurde am 12. Januar 1904 als Sohn eines Arztes in Han­nover geboren. In seine Kriegsschulzeit in München lallt die Teilnahme an dem Marsch vom 9. November 1923. Er ist Blutordens­träger. Von 1936 ab fand er ip verschie­denen Generalstabsstellungen Verwendung. 1938 wird ihm die Führung einer Fernauf­klärungsgruppe übertragen. Die Gruppe des Majors Kreipe wurde zur Aufklärung und zu Angriffen vornehmlich gegen Seeziele in der Nordsee und vor der englischen Küste eingesetzt. Ais Obe/stleutnant i. G. wurde er 1941 Chef des Stabes eines Fliegerkorps und dann an der Seite Generals Korten Chef eines Luftwaffenkommandos..

Staatspräsident Ryti zurückgetreten

Matschall von Manneiheim übernimmt das Amt

dnb. Helsinki, 2. Auguit. Der Präsi­dent der Republik, Risfo R y t i, hat in einem Schreiben an die Regierung mitgeteilt, daß er, um in dieser schicksalschweren Zeit die Konzentrierung der obersten ausübenden Gewalt sowohl auf dem Gebiet der militäri­schen als auf dem der Zivilverwaltung in die Hand einer Person zu ermöglichen, beschlos­sen habe, das Amt des Präsidenten der Re­publik niederzulegen.

Auf diesen Entschluß habe auch der Um­stand eingewirkt, daß seine Gesundheit in­folge der vieljährigen, schweren verantwor­tungsvollen Arbeitsbürde gelitten habe.

Ministerpräsident Linkomies, der das Schreiben des Staatspräsidenten Ryti vor dem Reichstag verlas, teilte mit, daß der Marschall von Finnland, Freiherr von Mannerheim, sich auf Wunsch der Regierung berelterklärt habe, sich seinem Lande für das Amt des Staatspräsidenten zur Verfügung zu stellen.

Die Regierung sei zu dem Entschluß ge­kommen, daß die Durchführung einer eigent­lichen Wahl nicht nötig sei, sondern daß das Amt des Präsidenten der Republik direkt

und ohne Wahl dem Marschall Mannerheim anvertraut werden müßte. Dem Reichstag sei eine entsprechende Gesetzesvor- 1 a g e überreicht worden. Ministerpräsident Linkomies gab dem‘Wunsche der Regierung Ausdruck, daß der Reichstag einstimmig und schnell die Entscheidung der Regierung billige.

Gleich nach der Bestätigung des Gesetzes würde der neue Präsident der Republik sein Amt antreten. Da General Mannerheim als Oberbefehlshaber der Wehrmacht eine schwere Arbeitsbürde und große Verantwor­tung habe, müßte, wie der Ministerpräsident sagte, eine solche Regelung ermöglicht wer­den, daß er ln Abweichung von der Verfas­sung das Recht hätte, gewisse Auf­gaben als Staatspräsident dem M i n i - sterpräsidenten zu übertragen.

Zum Schlpß seiner Ausführungen sprach d'er finnische Ministerpräsident dem zurück­getretenen Staatspräsidenten Ryti den Dank des finnischen Volkes für seine wertvolle» und für Finnland unentbehrlichen Leistun­gen aus, die Ryti in der schwersten Zeit, die das finnische Volk bisher erlebt habe, vollbrachte.

Brillanten für Helmut Lent

dnb. Berlin, 2. August. Der Führer ver­lieh am 31. Juli das Eichenlaub mit Schwertern und-Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst­leutnant Lent, Kommodore eines Nacht­jagdgeschwaders, als 15. Soldaten der deut sehen Wehrmacht.

Mit 102 Nachtjagdsiegen, zu denen fünf Tagesabschüsse kommen, die er im ersten Kriegsjahr errang, ist Oberstleutnant Helmut Lent nicht nur der erfolgreichste, sondern auch einer der erfahrensten Pioniere auf dem Gebiete der deutschen Nachtjagd. .

Der Führer an Dr. Ba Maw dnb. Berlin, 2. August. Der Führer hat dem Staatspräsidenten von Burma, Dr. B a Maw, aus Anlaß des Jahrestages der burmesischen Unabhängigkeltserklärung telegraphisch seine Glückwünsche über­mittelt.

Rommel außer Lebensgefahr

dnb. Berlin, 2. August. Generalfeldmar­schall Rommel ist am 17. Juli in Frank­reich infolge eines Luftangriffs mit dem Kraftwagen verunglückt, wobei er Verletzungen und eine Gehirnerschütterung davontrug. Sein Befinden ist befrie­digend. Lebensgeiahr besteht nicht,

Major Remer zum Oberst befördert dnb. Führerhauptquartier, 2. August. Der Führer beförderte den Kom­mandeur des Wachbataillons „Großdeutsch- land" in Berlin, Eichenlaubträger Major Remer, wegen seiner am 20. Juli bewie­senen entschlossenen Haltung zum, Oberst.

Neue Ritterkreuzträger dnb. Führerhauptquartier, 2. Aug. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant i. G. Gerhard Reimpell, erster Generalstabs- oflizier beim Kommandanten von Kowel; Hauptmann d. R. Walter Steinbrenner, Kompaniechef ln einem niedersächsischen Grqnadier-Regiment; Oberleutnant Karl Buckel, Batteriechef in einer Sturm­geschütz-Brigade.

Feind-U-Boot durch Volltreffer versenkt

dnb. Tokio, 2. August. Ein japanischer Kampfflieger versenkte in den Gewässern nordwestlich Neu-Guinea ein feind­liches U-Boot durch Voirtreßer.

Der schiefe Turm von Pisa

im!

Scherl-Bilderdienst Autoflex

Zu den berühmtesten Buüdenlimiilern des Abendlandes, die in Italien von der Zerstörung bedroht sind, gehört der schiefe Turm ton Pisa. Anglo-amerikanische Batterien haben un­ter dem fadenscheinigen Voncand, der Iwm werde als Beobachtungsstund benutzt, das. Teuer eröffnet. Deutscherseits wird mit i'tacli- drurk festge.strlll, daß sich weder auf dem Turnt noch in seiner Nähe irgendeine militärische Anlage befindet

1 11 — ihd die StimmuHt} itt tuqSaitd

Von

William Joyce

Der wohl meistgehörte Rundfunk­kommentator der Welt und lriihere Pro- papagandachef Mosleys, schildert die Stimmung im heutigen t England.

Seit dem 6. Juni bin ich immer wieder ge­fragt worden: „Wie ist jetzt die Stimmung im englischen Volk? Was hält es von der Invasion? Und wie ist die Reaktion auf das Bombardement Südenglands und Londons durch V 1?" Dieser Art wurde ich gefragt, teils weil ich England und die englische Mentalität kenne und teils weil ich natür­lich die englische Presse und den englischen Rundfunk besonders genau verfolgen und studieren muß.

Nun ist es natürlich nicht leicht, die psy­chologische Haltung eines Volkes zu beur­teilen, mit dem man nicht mehr unmittelbar zusammenlebt und das noch dazu in Zeiten, in denen eine neue Epoche aus einer Flut übermenschlichen .Leidens geboren wird. Aber es gibt doch eine ganze Reihe unmiß­verständlicher Anzeichen, aus denen heraus man die gegenwärtige Haltung des eng­lischen Volkes ziemlich eindeutig feststellen kann.

Das vorherrschende Charakte­ristikum derenglischenHaltung von heute ist Kriegsmüdigkeit. Das heißt selbstverständlich in keiner Weise, daß englische Soldaten nicht mehr kämpfen oder englische Arbeiter nicht mehr arbeiten wollen. Es wäre ein Irrtum,, in absehbarer Zukunft irgendein Nachlassen der engli­schen Kriegsanstrengungen zu erwarten, das nicht durch eine unmittelbare physische Not­wendigkeit erzwungen ist: denn dem eng­lischen« Volk ist von seinen verantwortlichen Männern eingeredet worden, daß diese In­vasion in Westeuropa der einzige Weg sei, um den Krieg schnell zu beenden; und in der Hoffnung auf dieses schnelle Ende sind sie bereit zu allen, auch den äußersten An­strengungen. Dabei haben sie natürlich keine Ahnung vpn den wahrscheinlich noch grö­ßeren Anstrengungen, die Deutschland macht, um auch seinerseits den .Krieg zu einem schnellen Ende 2 u bringen; allerdings in einem arideren Sinne,'als die Engländer sich das vorstellen. Daß diese Invasion in Frank- leich gestartet wurde, weil Stalin sie wünschte, ist'eine Tatsache, die wohl Chur­chill sehr genau kennt, nicht aber das Volk. Weil er wußte, daß Stalin auf dieser For­derung bestehen und sie auch durchsetzen würde, begann Churchill schon vor Mopaten einen Propagandafeldzug mit dem Ziele, das englische Volk zu überzeugen, daß die In­vasion in Westeuropa der An­fang vom E'n de sei. Er war schlau genug zu wissen, daß seine Engländer den damit verbundenen enormen Opfern nur zu­stimmen würden, wenn sie überzeugt wären, daß dieses Wagnis einen Krieg zu seinem Ende führen würde, dessen sie längst müde waren und dessen Zweck und Ziel ihnen un­klar und unbekannt war. Er setzte das Schlag­wort in gie Welt, daß seine Landung in Frankreich gleichbedeutend sei mit einer endgültigen Oeffnung des Weges nach Berlin. Wochen und Monate vor dem Beginn der Invasion fieberte das englische Volk rlem D-Tag — wie man den noch unbestimmten Tag für den Beginn des Abenteuers nannte —