Ausgabe 
(31.7.1944) 209
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e Tageszeitung £» der Nationalsozi

Brraeisters der Freien Hansestadt Bremen Amtliches VerkQndunosblatf des Reichs

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Bremen: Geeren S'S. Ruf 2 10 31 ; Nachtru! und lonnteg» 2 47 05 : ObernstraBe 00 . Rnl 2 19 31 ; Splre: MOhlendaram 2 ; Br.-Henellngen: Bahn- holitra'B« 0 , Ecke PoitstraBe. Rnf 4 34 58 ; Br.- Vegesack: Rohrstr. 24 , Ruf 4 u. 8 ; Br.-Blmnen thal, Kapt.-Dallmann-Str. 41 / 43 , Rul 8 $ u. 89

Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatf des Reichsstatthalters <n Oldenbura and Bremen

Nr. 209 * 14. Jahrgang

Montag, 31. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Menschenschlangen vor Londoner Bahnhöfen

Flucht der Bevölkerung Richtung Westen Mit deutscher Pünktlichkeit kommt die Vergeltung GanzeRobot-Salven" auf einmal Häuserreihen stürzen wie ein Kartenhaus zusammen

Drahtbericht unseres Vertreters ' bw. Stockholm, 30. Juli. Ein schwedi­scher Wirtschaftsunterhändler, der nach mehrwöchigem Aufenthalt jetzt nach Schwe­den zurückkehrte, berichtet: Mit wirklich

deutscher Pünktlichkeit kamen die Roboter" meist zu vier Tageszeiten: morgens um 8 Uhr, wenn die Bevölke­rung zur Arbeit fahren wolle, ungefähr um die Mittagszeit, dann ungefähr um 17 Uhr, wenu der Rückstrom von der Ar­beit einsetzte und nachts zwischen 24 und 1 Uhr.

Der schwedische Beobachter bestätigt aus­drücklich, daß es sich um keine Terrorwaffe handelt. Er will im wesentlichen einen Steurungscharakter gelten lassen, .obwohl er zugibt, daß diese Waffe recht irretierend wirke. Trotz der Zerstörungen und trotz des Verzichtes auf irgendwelche Neu­bauten herrsche vorläufig kein Wohnungs- mangel in L o n d o n , so zahlreich sind die Scharen der Evakuierten oder Abstromenden.

In der Nacht zum Sonntag lag nach eng­lischen Meldungen Südengland, ein­schließlich London, unter anhaltendem V 1-Feuer. Am Sonntag waren hauptsächlich die Provinz-Gebiete mit den deut­schen Ferngescbossen belegt worden. Das Wechseln der Angriffsziele zwingt die eng­lische Abwehr zu einer neuen Umstellung.

Die englische Oeffentlichkeit erwartet wie­der einmal von hoher Regierungsstelle eine neue Erklärung über V 1 und die Möglich­keit weiterer deutscher Vergeltungswaffen. Die neuesten deutschen Hinweise auf .Fort­dauer der Vergeltungsmaßnahmen gegen England und vor allem die Betrachtungen Dr. Goebbels zu diesem Thema selbst sind,

. wieAftonbladet aus London meldet, in der englischen Oeffentlichkeit sehr ernst j« agigenommen worden.

Die Deutschen haben, nach einer Meldung inNya Dagligt Allehanda", ihre Methode, die Robot-Bomben in ganzen Gruppen abzu­feuern, noch weiter verstärkt. 14 oder 15 Bomben könnten von verschiedenen Stel­len aus zu gleicher Zeit abgeschossen werden. ,

holten. Die Bevölkerung nehme so gut wie sie könne Deckung.

Dann komme das zweite spannende Mo­ment, wenn V 1 darüber weggeflogen sei und man, ob Tag oder Nacht angespannt hinhorche, ob das Motorengeräusch plötz­lich aussetze und nach wenigen Sekunden die Explosion erfolge. Etwa in einem Um­kreis von zehn Meilen sei das zu hören. Dann entschwinde entweder allmählich der Motorenlärm, oder es erfolgten die Explo­sionen.

Der Korrespondent urteilt abschließend, V 1 sei zweifellos eine sehr gefährliche Waffe, ganz abgesehen davon, daß die Deutschen ihre Fluggeschwindig­keit neuerdings sichtbar gesteigert hatten.

Ueber die Wirkung derRoboterbomben" berichtet der Londoner Korrespondent der Time:Von Anfang an erkannte London dieRoboterbombe" als das, was sie war: Eine neue Waffe von schreck­licher Gewalt. Es war niemals etwas, was man mit britischem Humor und mit Verachtung abschütteln könnte. Es war eine Waffe, weiche immer wieder zuschlug. .Selbst ihre Lautwirkungen waren kräftig. Ein tiefes Brüllen, dann ein plötzliches Schweigen, wenn der Motor aussetzte und die Bombe herabtauchte, dann die Ex­plosion. Sie hielt Tausende von Lor>- donern in tiefen Schutzräumen, sie trieb wei­tere Tausende aufs Land, sie hielt weiter Tausende bei ihrer Arbeit über der Erde in einem Zustand gespannter Befürchtung, wel-, eher .in dem großenBlitz" niemals seines­gleichen kannte.

Die fliegenden deutschen Robotbomben verursachten in London an diesem Wochen­ende die größte Serienflucht aller Zeiten. Schon am Freitagnachmittag bildeten sich lange Warteschlangen auf der Paddington- Station und ebenso auf der Waterloo-Station.

Am Sonnabendmittag nahmen diese Schlan­gen gigantische Ausmaße an. Die Bahnpoli­zei von Paddington erklärte, daß in den letzten 30 Jahren ein derartiger Verkehr nicht mehr verzeichnet worden sei.

.Um 6 Uhr am Sonnabendmorgen waren nicht nur die Bahnsteige mit Reisenden über­füllt, sondern Warteschlangen zogen sich Hunderte von Metern auf der Praed-Street

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 30. Juli. Der Londoner Vertreter vomSvenska Dagbladet, der bei der Betrachtung der britischen Abwehrergeb­nisse gegen V 1 zu der Erkenntnis-kam, daß Granaten nicht mit i Granaten bekämpft wer­den können, schildert das nächtliche Er­lebnis des Einfluges eines Vergeltungs- Sprengkörpers über dem Kanal recht an­schaulich;

Es beginnt mit einem Donnern und Bro­deln, das über die Wasserfläche heranrollt und in die Küsten hineindringt. Das Brodeln wächst an Stärke und nimmt einen immer eigentümlicheren Charakter an wie von einem gigantischen Traktor. Darauf sieht man eine Feuerkugel in geringer Höhe land­einwärts rasen. Eine Sekunde später hat die Kugel eine deutlich erkennbare Form ange­nommen: man sieht sie wie ein schwarzes Jagdflugzeug mit einem Feuerschwanz hin­ter sich. Wenn das Schauspiel diesen Pupkt erreicht hat, beginnt das Feuerwerk im großen Stil. Die weißen'Klippen zu beiden Seiten des kleinen Badeortes sind vollge­pfropft mit Flakgeschützen, deren Rohre aufs Meer hinauszielen. Die fliegende Bombe wird plötzlich von Tausenden von Leucht­spurraketen umschwärmt, die mit roten

und Bdshops-Road hin. Ein Teil der War­tenden stand acht Stunden auf der Straße, um aus London herauszukommen.

Im Unterhaus gab Innenminister Morri­son bekannt, daß bis zum Ende des vorigen Jahres 4927 Personen des Plünderns vor englischen Gerichten angeklagt und Insge­samt 3281 Personen ausschließlich wegen dieses Verbrechens abgeurteilt wurden.

Blitzen rings um sie explodieren. Die Leucht­spur bewiikt den Eindruck, als wenn diese Blitze mit der Küste durch weiße Bänder verbunden sind. Es ist, al? ob man die Bombe mit Konfettischlangen von Feuer einfangen wollte. Das Ganze ist phan­tastisch! Man sitzt mit offenem Munde . . . Dann komipt die Reihe an die Jagdpiloten; die Artillerie stellt plötzlich ihr Feuer ein, das traktorartige BruTnmen der Bombp, das vorübergehend im Lärm des Geschülzfcuers ertrank, drängt wieder auf das Trommelfell. Von hoch oben kommt ein dunkles Jagd­flugzeug wie ein Pfeil aus dem Himmel und stürzt auf die Bombe nieder. Eine Sekunde später sind sie beide weg das Publikum sitzt atemlos und lauscht Intensiv . . . Die Nacht über dem Kanal wird noch dichter mit jeder herankommenden Bombe wird das Feuerwerk immer prächtiger. Der' Himmel brennt von Leuchtspuren und explodieren­den Granaten. Die Robotbombe mit ihrem Feuerschweif sieht aus wie ein heranstür­mender Komet. Die Zensur gestattet jedoch keine Veröffentlichung des Prozentverhält­nisses der Abschüsse oder der hindurchkom­menden Bomben.

Diese Vorsicht ist nur allzu begreiflich.

Durdibrudisversuche in der Normandie abgewiesen

Abwehr heftiger bolschewistischer Angriffe Weiter schweres Vergeltungsfeuer auf London

34 USA.-Flugzauge zum Absturz gebracht

Es beginnt mit Donnern und Brodeln

Nächtliches Feuerwerk am Kanal bei einem V1-Einflug

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Auch die USA.-Agentur UP bestätigt diese Tatsache. Sie schreibt, die Deutschen hätten ihre Ein-Tonnen-Roboter-Bomben in Salven nach London und Südengland geschickt, um die britischen Vereidigung voll zu be­schäftigen. Der Zensor, genehmigte die Freigabe der Nachricht, daß kürzlich eine Bombe in die Nähe desDaily-Mirror"-Ge- bäudes in der Fetterstraße niedergegangen ist. Die Hauptzufahrtsstraße zu dem Gebäude wurde dadurch unpassierbar. DieseBombe war die vierte innerhalb weniger Blocks, die übrigen haben u. a. öffentliche Gebäude und ein Gericht, das Australienhaus, beschädigt.

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Die Wirkung der fliegenden Bombe auf die Londoner hat Charles Graves in der WochenzeitschriftSphere" zusaminen- gefaflt: Man sehe es nicht selten, schreibt er, daß bei Explosionen einer V 1 ganze Häuserreihen oder Häuserblocks wie «in Kartenhaus z u s a m m e n s t tt r -

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Im übrigen sei das sicherste, bei Anflug einer V 1 Gesicht und Brust ^in Kissen zu hüllen: Auf diese Weise rette man seine Lungen vor dem Luftdruck und sein Haupt vor Glassplittern. Werde man von der V 1 auf der Straße jiberrascht, dann sei es ver­nünftiger, sich auf Hände und Knie nieder­zukauern, als sichder ganzen Länge nach in die Straßenrinne zu werfen, denn so biete man dem Luftdruck, weniger Widerstand. Die psychologische Seite der Situation habe sich durch die Tatsache verschlechtert, daß London seit Beginn des V-l-Angriffes nicht nur nachts, sondern auch tagsüber wieder­holt Luftalarm bekomme. Gerade diese Ta­gesalarme stellen für die Lnodoner nicht nur eine Störung, sondern eine geradezu nervenzerrüttende Sache dar.

Gewiß, fährt Graves fort, die Bevölkerung akklimatisiert sich, 'doch bedeutet das nichts anderes, als daß derjenige, der sich in Londons Straßen in südlicher Richtung Bewegt., ständig vor sich in die Luft blickt und der, der nach Norden geht, sich häufig wendet, um eventuell den Himmel abzu- . tasten. Das Gehör eines jeden sei ununter­brochen angespannt, um keinen Alarm zu verpassen.

Wie es in S ü d e n g 1 a n d auf dem Lande aussieht und die Bevölkerung dort die V-l- Angriffe über sich ergehen läßt, darüber be­lichtet ein Korrespondent derYorkshire Post". Dort lasse sich am besten die Flug­bahn der V 1 beobachten. Dabei stellte je­der fest, daß weder Wetter noch Wind die fliegenden Bomben beeinflußten. Ständig sei ein Dröhnen in der Luft, und sobald die flie­gende Bombe näherkomme, setze in der gan-

zen. Umgebung ein wahnsinniges Flakfeuer ein. Dabei sei es tagsüber gar nicht leicht,' ^ 1 anfüegen zu. sehen. Komme die flie­gende Bombe auf einen zu, dann gäbe es zwei Perioden der Spannung, die erste, wenn dieinfernalische Maschine" über einem siehe, das entsetzliche Flakfeuer beginne und .Jäger die V 1 abzufangen suchten. Diese Jagd erinnere an ein englisches Hunderen­nen, bei dem die Tiere den mechanisch sich vor ihnen her bewegenden Hasen nie- ein-

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 30. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Durchbruchsversuche der Nordamerikaner hielten gestern bei­derseits der Vire, bei Moyon und im Ab­schnitt Beaucoudray-Percy den ganzen Tag über an. Sie wurden in erbitterten Kämp­fen überall blutig abgewiesen. 28 Panzer und sieben Flugzeuge wurden da­bei durch Einheiten des Heeres ab­geschossen.

Aul dem Westflügel durchbrachen unsere von den Hauptkräften vorübergehend abge­drängten Divisionen von Coutances her die feindlichen Linien nach Süden und be­zogen neue Stellungen im Raum Gavray Trelly. An der übrigen Front des Lande- kopfes führte der Feind nur südlich J u - v 1 g n y einen erfolglosen örtlichen Angriff.

Jagd- und Schlachtfliegerverbände schos­sen in Luftkämpfen sechs feindliche Flug­zeuge ab. In der Nacht führten starke Ver­bände schwerer Kampfflugzeuge wirksame Angriffe gegen Bereitstellungen des Fein­des südöstlich Caen und im Raum südwest­lich St. Lo.

Im französischen Hinterland wurden 27 Terroristen erschossen.

Schweres V-1- Vergeltungsfeuer liegt weiter auf London und seinen Außenbezirken.

In Italien zerschlugen unsere Truppen auch gestern wieder alle Angriffe, die der Feind mit indischen, südafrikanischen, neu­seeländischen und englischen Divisionen zum Durchbruch auf Florenz führte. Süd­westlich der Stadt in unsere Stellungen ein­gebrochener Gegner wurde nach heftigem Kampf im Gegenangriff zurttckgeworfen.

Bei Säuberungsunternehmen Im Italieni­schen rückwärtigen Gebiet verloren die Terroristen in der Zeit vom 12. Mai bis 24. Juli 8300 Tote und 7500 Gefangene.

An der Ostfront wurden im Karpaten- Vorland sowie südlich und nördlich von R e i c h s h o f feindliche Angriffe abgewie­sen oder im Gegenstoß zum Stehen gebracht. Im großen Weichselbogen warfen unsere Truppen den über den Fluß über­gesetzten Feind im Gegenangriff zurück.

Zwischen Warschau und S i e d lc e stehen Truppen des Heeres und der Waffen- ff weiter in schweren Kämpfen mit vor­dringenden sowjetischen Kräften. Die vor­übergehend abgeschnittene Besatzung von Brest-Litowsk schlug sich unter Mitnahme der Verwundeten zu unseren Linien durch.

Zwischen mittlerem Bug und O I i t a hielten unsere Truppen heftige Angriffe der Bolschewisten bei B i a 1 y s t o k und nord­östlich Angustow auf. Im Raum von Kauen trat der Feind zum erwarteten Großangriff an. In erbitterten Kämpfen wurden mehrere Einbrüche durch Gegen­stöße unserer Panzerverbände abgeriegelt.

In Lettland blieben Angriffe der Sowjets gegen die Stadt Mita u und nordöstlich Ponewisch erfolglos. Zwischen der Düna und dem Peipussee behaupteten un- , sere Grenadiere ihre Stellungen gegen

starke von Panzern unterstützte sowjetische Angriffe.

Än der Landenge von N a r w a rannte der Feind mit starken, Kräften gegen unsere Stellungen an. Verbände des Heeres und germanische Freiwillige der Waifen-#f er­rangen hier einen vollen Abwehrerfolg, brachten dem Feind schwere Verluste bei und schossen 58 feindliche Panzer ab.

Schlachtfliegerverbände versenkten auf der Weichsel mehrere vollbeladene Fähren und Landungsboote des Feindes.

In der Nacht griffen schwere Kampfflug­zeuge feindliche Truppenansammluugen und Bereitstellungen östlich des großen Weichsel­bogens an.

Nordamerikanische Bomber führten Ter­rorangriffe ln Mitteldeutschland und gegen die Stadt Bremen. Die Bevölkerung

hatte Verluste. Durch Luftverteidigungs­kräfte wurden 34 feindliche Flugzeuge, dar­unter 31 viermotorige Bomber, zum Absturz gebracht.

In der Nacht warfen britische Störtlug- r.euge Bomben aut Orte in Westdeutschland.

Eichenlaub mit Schwertern dnb. Berlin ,.30. Juli. Der Führer verlieh am 28. Juli das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes an Oberstleutnant Johannes S t e i n h o i I, Kommodore eines Jagdge­schwaders, als 82. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Mit Oberstleutnant Johannes Steinhoff wurde ein deutscher Jagdflieger ausgezeich­net, der sich an vielen Fronten hervorragend bewährt hat und 167 Abschüsse erzielt hat.

Frauen, meldet Euch beim Arbeitsamt!

Erhöhte Arbeitspflicht für die gemeinsamen Kriegsanstrengungen

dnb. Berlin, 30. Juli. Im Einvernehmen mit dem Reichsbevollmächtigten für den to­talen Kriegseinsatz, Reichsminister Dr. Goeb­bels, hat der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter S a u c k e 1, nun­mehr die von uns bereits angekündigte Verordnung erlassen, die das Alter der .meldepflichtigen weiblichen Arbeitskräfte vom 45. auf das 5 0. Lebensjahr herauf­setzt.

Alle Frauen zwischen dem vollendeten 45. und dem vollendeten 50. Lebensjahr unterliegen auf Grund der neuen Verord­nung gleichfalls der bisher bis zur Höchst­grenze vpn 45 Jahren geltenden gesetzlichen Meldepflicht. Ein großer Teil von ihnen steht bereits freiwillig im Arbeitseinsatz. Die anderen, es handelt sich um viele Zehn­tausende, melden sich nunmehr sofort auf den Arbeitsämtern, um sich in den Arbeits­prozeß einreihen-'zu lassen. Die Termine, zu denen die Meldung zg erfolgen hat, Werden von den örtlichen Arbeitsämtern djurch An­schlag und in der Presse bekanntgegeben.

Es ist durch den Einsatz, zuverlässiger

Fachkräfte auf den Arbeitsämtern dafür ge­sorgt, daß jede der neuen Arbeitspflichtigen eine wirklich kriegswichtige Be­schäftigung erhält, die ihrem Können und ihren Kräften entspricht. Unbillige Härten sollen nach -Möglichkeit vermieden werden.

Taiisende von Frauen über 45, ja über 50 und 60 Jahren, stehen zum Teil schon seit Beginn des Krieges freiwillig im Ar­beitseinsatz und tragen oft unter erheblichen persönlichen Opfern zu den gemeinsa­men Kriegsanstrengungen des Volkes bei. Die ihnen gegenüber bisher be­stehende Ungerechtigkeit, daß gleichaltrige oder jüngere Frauen im Vergleich zu ihnen ein fast friedensmiißiges Dasein führten, wird mit dieser neuen Maßnahme beseitigt.

' Die deutschen Frauen, die in ihrer über­wiegenden Mehrheit auch ohne gesetzlichen Zwang schon ihre ganze Kraft in aufopfern­der Einsatzbereitschaft dem Lebenskampf un­seres Volkes widmen, werden in der neuen Verordnung, einen Ansporn sehen, ihre Kriegsanstrengungen weiter zu steigern, bis der Sieg unser ist.

Rumänen und Ungarn ausgezeichnet

dnb. Berlin, 30. Juli. Mil dem Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes wurden ausge­zeichnet: General der Kavallerie Mihail

R a c c o v i t a , Oberbefehlshaber einer Kgl. Rumänischen Armee; Brigadegeneral Edgar Radulescu, Kommandeur einer rumän- nischen Inf.-Div.; Generaloberst Geza L a - k a t o s , Edler von Csikzenisimon, Ober­befehlshaber einer Kgl. Ungarischen Armee.

Der Nachwuchs für die Luftwaffe

Berlin, 30. Juli. Die überall im Reich durchgeführten Gebietswett.kämpfe der Flieger-HJ. und des Nationalsozialistischen Flieger-Korps haben trotz kriegsbedingter Behinderungen einen außerordentlich er­folgreichen Verlauf genommen. Der Korps­

führer, Generaloberst Keller, und die Gauleiter sowie die Führer der Hitler­jugend in den Gruppenbereichen des Korps überzeugten sich von dem hohen Ausbil­dungsstand des Nachwuchses der Flieger­truppe, der durch das NS-Fliegerkorps eine umfassende vormilitärisclj-fliegerische Aus­bildung erhält.

Nochmals: Monte Cassino

Eigener Drahtbericht

ep. Venedig, 30. Juli. Mit der Zerstörung der Erzabtei der Benediktiner, des Klosters Monte Cassino, durch die Westmächte beschäftigt sich derOsservatore Romano. Das vatikanische Organ stellt darin fest, daß das Kloster niemals für militäri­sche Zwecke verwendet wurde.

Ein verkrusteter Bäumstumpf?

PK Geller (Sch)

!\ein, rin durch Erdbewurf ausgezeichnet ge» tarnt er Grabenspiegel , genau dem lehmigen (jeridl der Deckung angepalil, macht dicch ge - schickte Tarnung die kleine Spiegeleifnung unsichtbar für das Auge des Feindes , der nur einen llandgranatenwurf weit entfernt liegt.

Winduküt qtqat fflette

Von

Antonius Cunder,

Kgl. Ungarischer Handels- und Verkehrs­minister

Die Völker Europas stehen unter der Füh­rung des Großdeutschen Reiches nunmehr im fünften Jahre des Kampfes gegen den die gesamteuropäische Kultur und die Zivili­sation sowie jede Lebensform tödlich be­drohenden Bolschewismus und seine Ver­bündeten, die angelsächsischen Staaten. An diesem Kampf nehmen 5nit Deutschland zu­sammen alle Völker teil, die durchdrungen sind vom Ideal der europäischen Schick­salsgemeinschaft, denen Traditioh etwas be­deutet und die .sich im klaren sind über die Kräfte des zukunftformenden europäischen Bewußtseins. Wer an diesem Kampf teil­nimmt, weiß, daß hier eine halbe Lösung oder ein Kompromiß nicht in Frage kommt. Vergebens beruft man sich im gegnerischen Lager auf Zahlen oder statistische Daten. Das unter der Führung Deutschlands zum Kampf angetretene Europa glaubt fanatisch an den Sieg. Was wäre aus der Menschheit geworden, wenn sie sich jedesmal vor der rohen Masse und dem zahlenmäßigen Ueber- gewicht ergäben hätte. Was wäre aus Deutschland geworden, wenn nach dem er­sten Weltkrieg nicht Adolf Hitler den Kampf gegen die sozialdemokratische und kommu­nistische Mehrheit des Weimarer Deutsch­land aufgenommen hätte, und was wäre aus Ungarn geworden, wenn nicht 'einige Na­tionalisten unter der Führung des heutigen Reichsverwesers HortLy gewesen wären, die die Staatsgewalt den kommunistischen Ban­diten entrissen hätten. Einen klaren Beweis dafür, daß die für ein reines und ideales Ziel kämpfenden Männer noch so sehr zah­lenmäßig unterlegen sein können und sich doch nicht vor der rohen Gewalt beugen müssen, bietet das Beispiel der gegenrevo­lutionären Bewegung der Offiziere und Zpg- linge der ungarischen Ludovica-Akademie, die den ersten Versuch'darstellt, die kom­munistische Herrschaft von 1919 zu besei­tigen. Xis ein bescheidener Teilnehmer die­ser gegenrevolutionären Bewegung möchte ich die Geschichte dieser tragischen Tage wieder in Erinnerung bringen;

Im Juni 1919 schmachtete Ungarn schon seit acht Monaten unter dem Joch der Re­bellenherrschaft. Die gefangengesetzten, zur Untätigkeit verurteilten oder gewaltsam zum Schweigen gebrachten Ungarn sahen verzweifelt und tatenlos, was Angehörige einer fremden Rasse in Ungarn trieben und wie sie das Land seiner Vernichtung zu­führten. Die Offiziere und Zöglinge der Lu­dovica-Akademie waren die ersten im gan­zen Lande, die sich den roten Briganten be­waffnet entgegenwarfen. Kaum mehr als 200 Mann, gegen Zehntausende von Kommuni­sten. In das Gebäude der Ludovica-Aka­demie waren rote Kommissäre geschickt worden; aber in der Lehrerschaft und in den Schülern lebte ungebrochen der natio­nale Geist und die Verehrung für die uralte soldatische Tradition. Die Offiziere und Zög­linge der Ludovica-Akademie waren in glei­cher Weise bereit, ihr Leben gegen die ro'te Revolte aufs Spiel zu setzen.' Der Plan der gegenrevolutionären Bewegung bestand dar­in, daß am 24. 6. 1919 nachm. 3 Uhr die Donaumonitore den Zeitpunkt des Angriffes angeben sollten, indem sie die, im Hotel Hungaria untergebrachte Sowjetzentrale an- griffen. Zu demselben Zeitpunkt sollten die in der Wilhelmkaserne befindlichen Batail­lone das Feuer auf die Margareteninse! er­öffnen. Gleich darauf erdröhnten auch die Kanonen der Ludovica-Akademie, die gleich­falls die Margareteninsel beschossen und den in Neupest und Kleinpest versammelten Arbeitermassen das Zeichen gaben, nach Budapest zu marschieren. Die Akademiker warteten mit leuchtenden Augen auf den Augenblick, in dem sie mit der Waffe in der Hand zur Niederkämpfung der kiomfhu- nistischen Banden anjreten konnten 1 . Bald