Ausgabe 
(30.7.1944) 208
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Parieiamtliche Tageszeitung

Da» Aml»blaM de» Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verlründungsblati des Beiehsatatthalters 'n Oldenburg und Bremen

Nr. 208 • 14. Jahrgang

Sonntag, 30. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpi

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Überlegene Härte in der Materialsdilacht

Der deutsche Soldat krallt'sich zwischen Hecken und Hohlwegen der Normandie fest Nur 28 Quadratkilometer Geländegewinn des Feindes nach 100000 Schuß Artilleriemumtion

Auf 25 Meter im Niemandsland

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Von unserem Heereskorrespondenten Edgar Bissinger

■ Seit Tagen und Wochen tobt in der Normandie die erbittertste Ma­terialschlacht. Es gibt keine Worte, die das Inferno an Vernichtung, das die Granaten aller Kaliber vom schwersten Schiffsgeschütz mit 40,6 cm bis zur leichten Feldkanone der Luftlandetruppen, die schweren und überschweren Bom­ben der Viermotorigen bis zu den Geschossen der Jagdbomber beschreiben und darstelien könnten, so wie es diese ehemals so friedliche Landschaft getroffen hat. Trichterfelder und brennende Weiden und Dörfer nach Brandbombenwürfen haben eine wahrhafte Zone des Todes geschaffen. Ein Aufwand an Muni­tion und Material wird hier täglich und stündlich verbraucht, der gewiß auch heute schon der Gegenseite die Frage nach dem Nutzeffekt dieser Anstren­gungen aufdrängt.

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rd. Im Westen, Ende Juli. (PK-Sonder- bericht.) Jeder Feldherr wird gewiß be­stimmte strategisch wichtige Räume unter Aufbietung auch größter Menschen- und Materialopfer für sich zu gewinnen trach­ten. insbesondere, wenn es sich um Fe­stungszonen handelt, in der Hoffnung, den dahinter Hegenden freien Raum mit um so geringeren Opfern durchschreiten zu kön­nen. Bei den Kämpfen ostwärts der Orne handelt es sich aber um einen An­sturm gegen ein Gelände, daß in keiner Weise befestigt ist und in dem lediglich zwischen Hecken und in Hohl­wegen sich deutsche Grena­diere und Panzersoldaten fest­gekrallt haben und in mit Spaten aus- gehobenen Deckungslöchern hnd Feldstel­lungen W-iderstand leisten.

Auf dtese Widerstandsnester im Abschnitt einer einzigen deutschen Division verschoß der Gegner zur Vorbereitung eines Angriiis, der ihm einen Einbruch von vier bis vier­einhalb Kilometer Tiefe auf einer Breite von sechs his sieben Kilometern einbrachte, also einen Geländegewinn von etwa 28 Qnadratktlometern, zwischen 80 ÖOO und 100 000 Schuß Artilleriemunition in einem dreistündigen Trommelfeuer, zu dem er außer »einen Schlffsgesehiitzen neun Ar- tülerieregimenler, unter denen sich schwere Heeresartillerie befand, und ' zahlreiche Werfer ond Granatwerferverbände zusam- nsengezogen hatte. Außerdem legte er in mehrmaligem Anflug rund 16 000 Bomben auf die Stellungen und die Räume, in denen er unsere Artillerie und Reserven vermu­tete. Nach seinen eigenen Angaben flog er 2400 Einsätze an diesem Tage und warf 7800 Tonnen Sprengstoff ab. Von diesen Ein­schlägen zitterte die Erde noch auf 50 bis 60 Kilometer im Hinterlande. Die Erd- «rd Dreckf ontänen standen wie eine gespenstische Wand stunden­lang in der Luft, und das Ohr vermochte nur noch ein ununterbrochenes Tosen, Krachen und Pfeifen wahrzunehmen, aus dem einzelne Einschläge nicht mehr unter­scheidbar waren.

Nach menschlichem Ermessen hätte nach diesem Feuerschlag niemand mehr am Le­ben sein dürfen. Trotzdem wagte der Feind den eigentlichen Angriff erst, nachdem krei­sende Jagdbomber jede irgendwie erkenn­bare Bewegung noch mit Spezialbomben und Bordwaffen zugedeckt hatten, und setzte in drei zu verschiedener Zeit laufenden Vor­stößen über 300 Panzer ein. Rund fünfzig davon vernichteten die Grenadiere aus ih­ren Deckungen heraus rtlit Panzernahbe­kämpfungsmitteln, bei dem später erfolgen­den Gegenangriff der deutschen Panzer wurden eine weitere Zahl abge­schossen, so daß das Ergebnis der Gesamt­verlust von 106 feindlichen Panzern än diesem Tage war.

W'elche Verluste die gegnerische Infan­terie hatte, als sie den Raum besetzen woll­te, gäßt sich an diesen Zahlen unschwer ermessen. Sie müssen ebenfalls außerordent­lich hoch gewesen sein, zumal die deutsche Artillerie in dieser Phase des Kampfes mit zusammengefaßten Feuer­schlägen immer wieder wichtige Straften und Aulmarschplätze erfaßte und mit den Werfern zusammen viele tausende Schuft abgah.

Der Gegner hatte zudem die Trichter­felder seiner Bombenwürfe und seines Ar- tillerietrommelns so gelegt, daß die Wen­digkeit seiner Ranzervorstöße nicht behin­dert wurde und ihnen Raum zum Manöv­rieren in der Tiefe und nach den Seiten blieb. Trotzdem blieb sein Angriff sofort: liegen, als er auf die deutschen Reserven traf, und' er mußte einen großen Teil des bereits durchfahrenen Geländes vor dem Ge­genstoß der deutschen Panzer in den Abend­stunden wieder aufgebeti.

Troarn, das fest in unserer Hand ist, erwies sich als wirksamer Sperr­riegel. Vor dem immer genauer liegen­den, beobachteten deutschen Artillerie- feuer, das wirksam von Flakstur m- regimentern unterstützt wurde, nebel- ien sich seine Panzerkeile ein und ließen von weiteren Angriffen ab. Allein an Bom­ben war für diesen Angriff eine Spreng- sloff menge abgeworfen worden, die, umgerechnet auf einen Quadratmeter, alro etwa der Fläche eines Eßtisches, 240 Gramm Explosivstoff ergab. Das würde vollauf ge- ujigen, nicht nur diese kleine Fläche mit allem Lehen zn ertöten, "sondern auch die umliegenden Quadratmeter zu verheeren. jP-olge der verschiedenen Größe.n der Ar- « ™ 5 ** rhnss * ,itRt * ,rh deren Spreng- »’omnhait nicht so leicht berechnen, aber flssige Zahl mußte noch zusätzlich er­

tragen werden. Hinzu kommt, daß ja nicht der gesamte Raum so umgepflügt wurde, sondern im wesentlichen die HKL., Artille­rieräume und Raume vermuteter Reserven, so daß alsb die Kriegsmathematik der Ge­genseite unbedingt hätte Erfolg haben müssen.

Gewiß hatten wir bei diesem Materialein­satz Ausfälle, sowohl an Menschen als

an Material, ob sie aber in einem Vergleich zu seinen eigenen Opfern standen, wird da­durch allein schon in Frage gestellt* daß nicht pur der Regen den weiteren An- griffspjan verwirrte, sondern auch tagelange Umgruppierungen bei den Gegnern notwendig geworden sipd. Da sich weiter­hin die GrenadierkompaÄien in der HKL. bis zum Abend hielten und sich zum Teil dann nach Verschliß der letzten Munition zu den neuen Linien durchschlugen, er­scheint das Verhältnis von Einsatz und Er­folg für den Feind noch schlechter.

Gewiß wird die jahrelang gesammelte Produktionskraft zweier Weltreiche den In­vasionsbefehlshabern noch manchen solchen und ähnlichen Angriff gestatten, ob aber diese Bl.utpumpe, die die Schlachten im Invasionsraum in zunehmenden Maß dar­stellen, nicht an den. Kräften zehrt, die eigentlich ganz andere Schlachten in der Tiefe des französischen Raunles schlagen

sollten, sei-dahingestellt. Natürlich besteht kein Zweifel darüber, daß sich der Feind den Aufmarschraum für seine sicherlich ge­planten, raumgreifenden Bewegungsschlach- ten irgendwie erkämpfen muß.

Durch den erbitterten deutschen Wider­stand jedoch gerät er in eine sich von Tag zu Tag mehr öffnende Schere zwischen Wollen und Ausiühren. Er kämpft mit Zeit und Raum, wir aber kämpfen um unser Leben. Diese Erkenntnis ist das Rüst­zeug des Mannes im Schützenloch, der diese Hölle erduldet und mit dem letzten Kara- binerschul), dem letzten MG.-Gurt und der letzten Handgranate den Feind dennoch immer wieder anspringt. Sie bedingt neben seiner stets besseren kämplerischen Haltung seine auch im Materialkampf über­legene Härte «nd zerschlägt mit sei­nem Ausharren täglich ein neues Stück der gegnerischen Vernichtungspläne.

Großangriff gegen Florenz blutig zusammengebrochen

Weitere Ausdehnung des feindlichen Großangriffs in der Normandie — AngtiHsspi^en im Gegenangriff zer- schlagen — Vergeltungsfeuer auf London — Bolschewisten in Schauten eingedrungen aus M itau geworfen

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 29. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Westteil des normannischen Lande­kopfes nahm die Ausdehnung des feindlichen Großangriffes gestern noch weiter zu. Oest- lich St. L o wurden starke örtliche An­griffe bis auf geringe Einbrüche abgewiesen und südlich der Stadt bei M o y o n und Villebandon feindliche Angriffsspitzen im Gegenangriff zerschlagen. Westlich da­von gelang es dem Feind unter Einsatz neuer Kräfte, nach erbitterten Kämpfen wei­ter nach Südwesten vorzudringen. Ara West­flügel des Landekopfes setzten sich unsere Divisonen im Kampf mit dem stark nach­drängenden Feind in den Raum beiderseits Coutances ab. In den neuen Stellungen wurden dann alle feindlichen Angriffe ab­gewiesen.

Vor dem Landekopf beschädigten Tor­pedoflieger ,ein feindliches Frachtschiff von 6000 BRT. schwer,

Schnellboote versenkten in der Nacht zum 27. Juli vor Le Havre zwei britische Schnell­boote und beschädigten mehrere andere.

Ein eigenes Boot ging verloren.

Im französischen Raum wurden wiederum 189 Terroristen im - x Kampf niedergemacht.

Das Vergeltungsfeuer auf London dauert an.

In Italien brach der zweite feindliche Großangriff gegen F 1 o re n z blutig zusam­men. NJit etwa acht Divisionen rannte der Feind, von stärkstem Artilleriefeuer unter­stützt, immer wieder gegen unsere Front an, ohne einen Erfolg zu erringen. Nach schwer­sten Kämpfen, bei tropischer Hitze, waren die Stellungen am Abend fest in der Hand unserer* Truppen. Zwanzig Panzer wurden abgeschossen.

An der übrigen Front beschränkte sich der Feind auf schwächere Angriffe westlich des Tiber und Im Küstenabschnitt, die erfolglos blieben. v

Im Osten wurden heftige Angriffe der Sowjets, im Karpatenvorland zum Teil im Gegenangriff abgewehrt.

Oestlich des großen Weichselbogens schiebt sich der Feind mit starken Kräften an den Fluß heran. Ein Uebersetzversuch über den Fluß wurde vereitelt. Südöstlich Warschau und bei S 1 e d 1 o e dauern die erbitterten Kämpfe an. Zwischen dem mitt­leren Bug und Kauen schlugen unsere Truppen alle Durchbruchsversuche des Fein­des ab.

Im Abschnitt Kauen — Riga verstärkte sich der feindliche Druck. Trotz zähen Wi­derstandes der Besatzung drang der Ffeind in die Stadt Schauten ein. Nach M i t a u vorstoßende feindliche Kräfte wurden im Gegenangriff aus der Stadt geworfen.

An der Frönt zwischen der Düna und dem Finnischen Meerbusen schei­terten auch gestern zahlreiche Angriffe der Bolschewisten. 43 feindliche Panzer wurden abgeschossen.

Schlachtfliegerverbände vernichteten vier­zig weitere Panzer, zahlreiche Geschütze und mehrere hundert Fahrzeuge.

In der Nacht führten schwere Kampfflug­zeuge einen zusammengefaßten Angriff gegen den Bahnhof Molodeczno, der starke Brände und heftige Explosionen unter ab­gestellten Transportzügen hervorrief.

Bei der Abwehr eines sowjetischen Luft­angriffs auf die Stadt Kirkenes schossen unsere Jagdflieger 12 feindliche Flug­zeuge ab.

Nordamerikanische Bomber griffen bei Tage Orte ln Mittel- und Westdeutschland, darunter Wiesbaden und Merse­burg, an.

In der Nacht waren Stuttgart und Hamburg das Ziel feindlicher Terror- Angriffe. Luitverteidigungskräfte brachten

97.feindliche Flugzeuge, darunter 95 viermotorige Bomber, zum Absturz.-

Tapfere Divisionen und Regimenter dnb. Aus dem Führerhau jltquar- tier, 29. Juli. Zum heutigen OKW-Bericht wird ergänzend mitgeteilt:

In den schweren Kämpfen fm Raum von St. Lo — Lessay haben sich ln den letz­ten Wochen in Abwehr und Gegenangriff besonders ausgezeichnet die 17. ff-Panzer-Grenadier-Division „Götz von Berlichingen" unter Führung ihres schwer verwundeten Kommandeurs Brigade­führer Ostendorff und seines Vertre­ters Standartenführer Baum, die 353. Infanterie-Division unter Führung ihres Divisions-Kommandeurs Generalleut­nant Mahlmann,

das Fallschirm|äger-Regiment 5 unter sei­nem Kommandeur Major Heinz Becker, das Fallschirmjäger-Regiment 9 unter sei­nem Kommandeur Major Kurt Stephani und das Fallschirmjäger-Regiment 15 un­ter seinem Kommandeur Oberstleutnant Gröschke. ''

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ln den schweren Abwehrkämpfen südlich Florenz hat sich die Hessisch-Thüringische 29. Panzer-Grenadier-Division unter Füh­rung von Generalleutnant Fries erneut hervoragend ausgezeichnet und bewährt.

Übermenschliches an heldenhafter Abwehr

Drei große sowjetische Angriffswellen — Briten sammeln sich erneut

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr.- w, sch. Berlin, 29. Juli. Niemand ist heute gewillt, vor den gegen uns anstür- manden Bedrohungen die Augen zu ver­schließen. Jeder Wehrmachtbericht zeich­net mit nüchterner Klarheit die Entwicklung und die- neue Lage ohne, jede Beschöni­gungsabsicht auf. Es erfüllt uns durchaus mit tiefem Ernst, wenn wir vernehmen, daß sich östlich des großen Weichselbo­gens der Feind mit starken Kräften an den Fluß heranzieht, wenn von einem neuen Frontabschnitt Kauen — Riga die Rede ist und wenn die Ortsnamen Schau- 1 6 n und M i t a u im Wehrmachtbericht er­scheinen.

Wir erkennen die Ziele der drei großen sowjetischen Angriffs­

Arbeitspflicht für Frauen bis zu 50 Jahren

Die deutsche Frau schafft zuc Erhaltung der nationalen Lebensgrundlagen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 29. Juli. Der Reichs- bevöllmächtigte für den totalen Kriegsein­salz, Reichsminister Dr. Goebbels, hat seine ersten Maßnahmen verkündet. Dem Aufruf zur allgemeinen Mitarbeit — dem Hinweis auf die Feldpostnummer 0 80 00 — ugd der Verordnung gegen die Scheinarbeit folgt nun die Heraufsetzung der Arbeitspflicht iür Frauen auf 5 0 .1 a h r e.

Schon heute vermag an Hand der ersten Maßnahme jeder’zu erkennen, daß numehr mit der Linie der kriegsbedingten Notwen­digkeiten ari der Heimatfront in radikaler Weise Ernst gemacht wird. Gerade die An-' Ordnung gegen die Scheinarbeit deren vorliegende Fälle von zahlreichen Volksgenossen als eine schwer erträgliche psychologische und moralische Belastung für die Gerechtigkeitsforderung bei der Einsatzpflicht empfunden wurden, zeigt, daß jetzt die Axt ag die Wurzel noch bestehender Mißstände gelegt werden soll, Mit welchen Folgen künftig, jeder zu rech­nen hat, der sich noch aus dem Rahmen der nationalen Not.pflicht herausdrücke'n möchte, wird durch die Formulierung deut­lich gemacht, daß sich solche Leute ^außer­

halb der kämpfenden deutschen Volksge­meinschaft stellen. Was das bedeutet, muß auch für denjenigen, bei dem der, Appell an das Ehrgefühl nicht ausreicht, ganz klar sein.

Wir sind überzeugt davon, daß für die überwältigende Mehrheit des deutschen Vol­kes solche Hinweise überhaupt nicht nötig sind, daß die Nation vielmehr erwartet, daß jetzt an sie Anforderungen gestellt werden, die unter Umständen im höchsten Maß un­populär erscheinen könnten. Gerade aus dem nationalsozialistischen Ideengut her­aus konnte bisher gegen die schaffende Ar­beitsdienstpflicht für Frauen bis zu 50 Jah­ren Hemmungen geltend gemacht werden. Aber wir -steilen im gewaltigsten Existenz­kampf aller Zeiten um die Erhaltung der nationalen Lebensgrundlage, die überhaupt erst für die dauernde Verwirklichung unse­rer nationalsozialistischen Lebensideale für Volk, Familie und jeden einzelnen die Vor­aussetzung . bedeutet. Es gilt jetzt, die. Flamme einer heiligen Begeisterung und eines Fanatismus zu entfachen, der die Quelle einer Volkserhebung und einer volksbiologisch bisher unvorstellbaren Aus­schöpfung und Ballung der Kräfte werden muß. Not kennt kein Gebotl

'wellen, die im Süden in Richtung Kra­kau, in der Mitte nach einer Entschei­dung im Herzen des Generalgouver­nements und im Norden an die Ost- se e bei Riga, Libau und Memel streben, um dort gleichzeitig das Schutzband um unsere im Baltikum kämpfenden Truppen zu zerreißen.

Wir sehen auch, wie die Nordamerikaner im Einbruchraum von St. Lo mit aller Ge­walt fächerartig auszubrechen versuchen und wie die Briten im Raum von Caen starke neue Kräfte sammeln, um sich dem nordamerikanischen Angriff wieder anzu­schließen. Aber über all\ dem steht die Erkenntnis, daß unsere Soldaten an allen Fronten geradezu Uebermensch- 1 i c h e s-a n heldenhafter Abwehr leisten, daß sie sich dem Feind entgegen­stemmen, ihn immer wieder abbremsen, sein Tempo wesentlich verlangsamen und, seine Pläne durcheinanderbringen m dem festen Vertrauen darauf, daß sie so die Zeit ge­winnen können, bis die Vorbereitungen zu dem großen Gegenschlag abgeschlossen sind.

Unsere Truppen an den kämpfenden Fronten halten aus in dem unerschütter­lichen Vertrauen, daß ihnen die Heimat mit Soldaten und Waffen zu Hilfe kommt, weil sie wissen, daß sie mit dieser Hilfe und gestützt auf die Aus­wirkung eines neuen waffentechnischen Vorsprungs dem Krieg ein neues Gesicht geben können. Wer in der Heimat könnte es auf sich nehmen, dieses Vertrauen der kämpfenden Front zu ent.äuschen? Wenn jeder bereit ist ■-=- und wir alle sind be­reit — in dieser Zeit mehr, vielmehr zu leisten, als „recht und billig ist", dann muß und wird es uns. gelingen, und wenn die Welt voll Teufel war.

Eichenlaub für Flak-Offizier

dnb. Berlin, 29. Juli. Der Führer ver­lieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Herbert- Lamprecht, Kommandeur einer Leich- len Flakabieilung, als 532. Soldaten der deut­schen Wehrmacht.

Hauptmann Lamprecht hat mit seiner Flak- Abteilung einer bei Orscha eingeschlossenen Kampfgruppe die Ausbruchswege geöffnet.

ifa:

PK -Grupp/Transocean-Europapres«* An einer Stelle (Irr Ostfront hüben die Sowjets ihre Stellungen teilweise bis auf 25 Meter an die vordersten deutschen Stellungen heran• geschoben. Dn heißt es für die deutschen Sotdaten besonders aufmerksam zu sein, uni jeden Veberfall sofort abzutcehren

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Von

Kurt G. Stolzenberg

In, seiner mitreißenden Rede vom 26. Juli hat Dr. Goebbels den Ausspruch getan: „Ich schäme mich nicht, zu gestehen, daß ich ein geschichtsgläubiger Mensch bin, das heißt: ich glaube daran, daß die Ge­

schichte einen Sinn und evie, wenn auch manchmal erst spät erkennbar wer­dende, Logik besilzl“. Damit hat ei hö ­render Nationalsozialist den Kernpunkt der deutschen Weltanschauung und den Ur­sprung der nach dem -verlorenen ersten Waffengang vom deutschen Protest gegrün­deten Partei überhaupt berührt und zu­gleich das lächerliche Geschwätz aufgebla­sener britischer Pfaffen und sonstiger pseu­doreligiöser Klüngel widerlegt, wonach die Nazideutschen respektlose Heiden und je­der Ehrfurcht bare Ungläubige wären. Denn Geschichtsglaube ist der Glaube daran, daß alles, was im Welten- und Völkerleben ge­schieht, seinen Sinn hat," vorbestimmt ist und auf eine überirdische, für Menschen nicht faßbare, folgerichtige Lenkung zurück­zuführen ist. Daß diese Weltenlenkung vom modernen Deutschen ebensowenig bezwei­felt wird wie von seinen frgmmen Vorfah­ren, ist im übrigen unschwer aus vielen Auslassungen führender Parteigenossen zu entnehmen, die oft genug Anlaß hatten — und auch immer mit Freimut entsprechend" verfuhren — der Vorsehung, dem Allmäch- tigefi zu danken. Auch Dr. Goebbels sprach ja von dem Gefühl der Andacht, das ihn angesichts des Wunders der Errettung des Führers ergriff, eines Wunders, dessen greif­bare Wirk-lichkeitfalle alten Heiligenlegen.- den in den Schatten stellt.

Geschichtsglaube! Das ist nicht der Glaube an Geschichtsbücher; denn Papier und Druk- kerschwärze und das,' was sie festhalten, sind Menschenwerk und erhalten erst eine Bedeutung dadurch, daß sich der darin fest­gehaltene Geist lebendig auswirkt wie z. B. bei „Mein Kampf“. Würde dessen. Reichtum an Erkfenntnis uns Menschen von 1944 nichts zu sagen haben, so wäre selbst dieses uns so teure Buph eine- verstaubte, zugekorkte Flasche und seine Verehrung Heuchelei oder lebentötender Dogmatismus. Heuchler und Dogmatiker können aber Nationalsozialisten nicht werden^weil sie in einer Gemeinschaft stehen, die nicht umsonst Bewegun g heißt und gar nichts mit der Mauerenge steinerner Tempel oder der erfrierenden Starre toter Formeln zu tun haben oder mit komischen bürgerlichen Vereinsvorstellun- ■ gen. Das überlassen wir yielmehr denjeni-' gen, die yns bekämbfen und dabei so tun, äls ob sie allein wüßten, was Freiheit ist. Freiheit ist für geschichtsleugnende Demo- und Plutokraten aber so viel wie eine alte Urgroßmutter, : die sonntags schön ge­schmückt zur 'Kirche geführt und daheim den-Sonntagsbesuchern mit veiloggner Ehr­furcht kurz vorgeführt wird, um dann schleunigst wieder im Hinterstiibthen ver­steckt zu werden. Die freiheitliche Welt­anschauung des Nationalsozialismus wird sich- aber nie an einen Götzendienst solcher Art. klammern, sondern Gott und seine Fjei- heit im unmittelbaren Strome der Geschichte des Lebens suchen. Und zwar im großen Leben, das heißt beim Kampfe und Schaf­fen im großen Zusammenhänge. Denn wenn wir den Fingerzeig des Schicksals, dessen wir am 20. Juli im Leben Adolf Hitlers Zeuge wurden, auch ebenso bei. dir und mir oder Frau Meyer oder Fräulein Schmidt suchen wollten, wären wir kindische Toren. Wobei nicht in Zweitel-stehen soll, daß je­der Mensch das Walten des Set^cksals an sich verspüren kann, nur in anderm Maß­stabe und ohne unmittelhar entscheidende Bedeutung über den eigenen Lebenslauf hinaus.

Wir müssen also vom kleinbürgerlichen Geist Weggehen, um geschichtlich'.zu den-