Ausgabe 
(29.7.1944) 207
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Parieiamiliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verleündungsblatt des Relchsstatthalters in Oldenbura und Bremen

Nr. 207 14. Jahrgang

Sonnabend, 29. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

« Großkämpfe im Westen und Osten

3 sehe:

solo- Trommelfeuer und Flächenwürfe an der Invasionsfront - Bollwerkskämpfe, Einbrüche und Gegenstöße lr F/ucht der Aggressoren in die Maferia/schlacht - Lebenswichtiger deutscher Raum bleibt geschützt

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

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dr. w. sch. Berlin, 28. Juli. Trotz allen Enttäuschungen im bisherigen Verlauf der Kämpfe an der normanischen Front rennen dort die Engländer und Amerikaner immer wieder mit sturer Verbissenheit und mit einem Materialaufwand ohnegleichen gegen unseren Sperriegel vor. Nachdem eben wie­der der großangelegte englische Angriff im Saume von C a e n zunächst stecken geblie­ben ist, setzen die Amerikaner ihre ge­ballten Anstrengungen beiderseits von S t. L o fort und verlangen den deutschen Westkämptern unter dem Trommel­feuer der Artillerie und den Flächen­würfen der gewaltigen eingesetzten Bonn berverbände das äußerste an Widerstands­kraft ab.

Wir wollen es gewiß nicht bagatellisieren, daß der feindliche Landeraum zunächst eine vollendete Tatsache darstelU und daß die Engländer und Amerikaner in ihn, wenn auch unter erheblichen Erschwerungen, lau­fend ihr Material und ihre Truppenmassen hineinpumpen können. Aber das andere ist auch nicht zu bestreiten, daß dank der Vor­aussicht und den rechtzeitig getroffenen Dispositionen unserer militärischen Führung sich die Operationen ganz anders ent­wickelt haben, als das im Plan Eisenhowers stand.

Diese Erkenntnis kommt heute nicht nur in objektiven Betrachtungen der neutralen Presse, sondern auch in englischen und amerikanischen Darstellungen selbst zum Ausdruck. Der Reuterkorrespondent im feindlichen Hauptguartier erkennt als die entscheidende Ursache für das schlechte Vorankommen des Angriffesdie Stärke der deutschen Panzer und Infanteriestellun- cen, gegen die die anglo-amerikanischen Armeen anstürmen müssen". Nach dem mehrmaligen Scheitern des englischen An­griffes im Raume von Caen apricht United Preß von deräußerst-erfolgreichen Taktik" der Deutschen, die einen äußerst geschick­ten Widerstand leisteten und immer sehr schnell jeden verlorengegangenen Meter Boden zurückgewännen. Nach einer Dar­stellung des International New Service kämpfen die Truppen des Generals Demp- sey auf der Stelle gegen das bestorganisier­teste deutsche Verteidigungssystem".

Alle Feindberichte betonen, daß die deutschen Soldaten mit neuer Begeisterung kämpfen, die offen­sichtlich im Zusammenhang mit der -wunder­baren Errettung des Führers steht. Die ge­waltigen seelischen Impulse, von denen die deutschen Truppen getragen werden, fehlen eben auf der Gegenseite, und das trägt we­sentlich zum Ausgleich gegenüber der ma­terial- und menschenmäßigen Ueberlegen- heit bei, mit der uns die Gegner an der In­vasionsfront bedrohen.

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Wir unterschätzen diese StärWe keines­wegs, zumal nicht, wenn wir hören, daß die Amerikaner an einigen Stellen südlich und südwestlich St. Lo unsere Front auf- reißen konnten, ehe Gegenangriffe zur Schließung der Front eingeleitet wurden. Auch die Engländer werden im Raume von Caen keine Röhe geben, sondern das Ein­treffen von Verstärkungen abwarten, um ihr Glück von neuem zu versuchen. Aber das ändert alles nichts daran, daß die Kämpfe in der Normandie von einer räum­lich beschränkten Front immer mehr den Charakter der Materialschiächt wie im ersten Weltkrieg angenommen haben, statt dem. Gegner, wie er es sich- vorge­stellt hat, und wie er es dringend braucht, die operative Bewegungsfreiheit zu ver­schaffen.

Wir waren darauf vorbereitet, daß die Maßnahme zur Abriegelung der westlichen Gefahr durch starke Kräfte Entwicklungen im Osten zur Folge haben könnten, . die in diesen Wochen und Tagen als sehr ernste Bedrohung in Erscheinung getreten sind. Wir wissen aber auch, wor­auf es ankommt. Es mag abgedroschen klin­gen und angesichts des Näherrückens der bolschewistischen Angriffswellen als wenig angebracht erscheinen, wenn man- heute v om Spiel mit dem Raum zum Zweck des Zeitgewinns sprechen wollte; aber irgend­wie bleibt ,es doch dabei, daß 'uns die ge­waltigen Raumgewinne der 1 ersten Kriegs­jahre im Osten nach dieser Richtung hin Möglichkeiten an die Hand gegeben haben, die auch heute noch nicht ganz erschöpft sind.

Es ist uns im Hinblick auf die Kämpfe im Osten eine sehr schwere Gedulds­probe auferlegt. Wir wissen nach den be- kanntgegebeneu Folgerungen aus dem 20. Juli, daß noch erhebliche Kräfte zur Einleitung von Gegenoperationen zum Ein- s *tz kommen können und daß die ent­sprechenden Maßnahmen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Bis es soweit ist, haben die kämpfenden Truppen im Osten die schwere Aufgabe zu meistern, die Flut des bolschewistischen Ansturmes durch geeig­nete taktische Maßnahmen so zu verlang­samen, daß lebenswichtiger deut­scher Raum geschützt bleibt, bis die Gegenoperationen wirksam werden können.

'.st ganz klar, daß in entsprechender rückwärtiger Entfernung von den kämpfen- . p - n Truppen ein neuer Großaufmarsch n Vorbereitung ist. Der Raum muß so ge­

wählt sein, daß er jenseits der Grenzen le­benswichtigen deutschen Gebietes, aber auch so liegt, daß er durch Feindeinwirkung nicht wesentlich beeinträchtigt werden kann.

Im Kampf um die Verlangsamung des feindlichen Vormarsches hat das Aushalten in den Bollwerken größerer befestigter Städte bisher eipe wichtige Aufgabe ge­spielt. Das war bei Minsk und Wilna so, und diese Taktik im Zusammenhang mit wirksamen Sperriegeln hat sich in den letzten Tagen ebenso wie bei Dünaburg, bei B i a 1 y s t o k , bei Brest-Litowsk, bei Lublin und bei L e m,b erg bewährt. Die Sowjets haben an all diesen Punkten nicht das Hauptgewicht auf den' frontalen Angriff gelegt, sondern sind mit tiefen Ein­brüchen in zangenmäßiger Umfassung vor­

gegangen. Daß die kämpfend e-n Boll­werke in ihrem Rücken das Tempo ihres Vormarsches wesentlich verlangsamen muß­ten, liegt auf der Hand. Ebenso hat es sich nach dieser Richtung ausgewirkt, daß unsere Abwehr taktisch immer wieder mit G e - genstößen operierte und das weiterhin tut, was ein starkes Moment der Unsicher­heit und Verlangsamung in die feindliche Offensive bringt.

Wo die militärische Führung den Raum erblickt, aus dem heraus sie operative Ge­genmaßnahmen zur Wirkung bringen will, wissen wir nicht. Inzwischen steht im Vor­dergrund naturgemäß die Aufgabe, den Sowjets vor der ostjireu Bischen Grenze ein entscheidendes Halt

zu gebieten und gleichzeitig die Truppen im baltischen Raum zu sichern. In diesem Zusammenhang verdienen die Kämpfe nördlich von Kauen besondere Beachtung. Wir haben die Zuversicht, daß gerade hier der Gegner merken wird, daß es strategische Grenzen für unsere Absetz bewegungen gibt, und daß sich der Widerstand unserer Truppen an den Stellen der besonderen Gefahr auch ent­scheidend versteifen wird. Wir müssen und werden die Zeit gewinnen, die not­wendig ist, um die volle Sicherheit unseres Lebensraumes zu schaffen und dann auch die Waffen einzusetzen, von denen Dr. Goebbels sagte, daß ihm das Herz slillgestanden sei, als er sie kennen­lernte.

Nordamerikanischer Großangriff bei Sf. Lo dauert an

Gegenangriffe in Gang 75 Panzer abgeschossen Küstenbatterie erzielte Treffer auf einem Sch/achtschiff SchweresVergeltungs f euer auf London Frontbegradigung um Lemberg, Brest-Litowsk, Bialystok und Dünaburg

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 28. Juli. Das, Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Kampfraum beiderseits S t. L o setzten die. Nordamerikaner ihren Großangriff den ganzen Tag über fort. Während ihnen öst­lich St. L o nur einige unwesentliche Ein­brüche gelangen, wurden unsere Truppen südwestlich der Stadt in erbitterten und beiderseits verlustreichen Kämpfen weiter nach Süden und SUdwesten zurückgedrängt. Die Gegenangriffe zur Schließung der an einigen Stellen aufgerissenen Front sind im Gange. 75 Panzer wurden abgeschossen.

Im Abschnitt von Caen führte der Geg­ner nur erfolglose Angriffe geringen Umfangs.

Jagd- und Schlachtfliegerverbände

schossen in Luitkämpfen zehn feindliche Flugzeuge ab.

Torpedoflieger versenkten in der Nacht zum 27. Juli in der Seinebucht einen feind­lichen Tanker von 4000 BRT. und beschä­digten vier Transportschiffe mit 25 000 BRT. und einen' Zerstörer schwer. 1

Im Ostteil der Seinebucht erzielte eine Heeres-Küstenbatterie mehrere Treffer auf einem feindlichen Schlachtschiff.

Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Ge­leits schossen vor der Loire-Mündung von acht angreifenden feindlichen Jagdbom­bern sechs ab.

Im französischen Raum wurden 42 Ter­roristen im Kampf niedergemacht.

Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt fast ununterbrochen auf dem Großraum von London.

In Italien tastete der Feind unsere gesamte Front durch zahlreiche örtliche Angriffe ab. Der Schwerpunkt der feind­lichen Aufklärungsvorstöße lag im Abschnitt südlich Florenz und an der A d r i a t i - sehen Küste. Alle Angriffe wurden vor unseren Stellungen abgewiesen.

Seit den frühen Morgenstunden Ist der Feind in breiter Front südlich Florenz erneut zum Großangriff angetreten. Heftige Kämpfe sind entbrannt.

An der Ostfront hat die gfoße Abwehr­schlacht zwischen den Karpaten und dem Finnischen Meerbusen an Heftig­keit noch zugenommen. Nachdem es dem Feind an verschiedenen Abschnitten gelun­gen war, zum Teil tief in unsere Front einzubrechen, wurden zur Kräfteeinsparung in einigen Abschnitten vorspringende Front­bogen zurückgenommen. Im Zuge dieser Frontbegradigung wurden nach Zerstörung aller militärisch wichtigen Anlagen die Städte Lemberg, Brest-Litowsk und Dünaburg geräumt.

In Galizien setzten sich unsere Trup­pen befehlsgemäß auf neue Stellungen im Karpatenvorland ab und schlugen dann alle Angriffe der scharf nachdrängen­den Sowjets ab.

Westlich des San sind wechselvolle Kämpfe mit vordringenden Angriffsspitzen fm Gange.

Zwischen dem oberen Bug und der Weichsel wurden von Panzern unter­stützte Angriffe der Sowjets in erbittertem Ringen nach Abschuß zahlreicher feind­licher Panzer abgewiesen.

Im Abschnitt Bialystok und Kauen scheiterten örtliche Angriffe der Bolsche­wisten. Nördlich Kauen sind heftige Kämpfe mH feindlichen Panzer- und Aufklärungs­kräften im Gange.

An der Front zwischen Dünabnrg und dem Finnischen Meerbusen bra­chen wiederum zahlreiche schwere Angriffe verlustreich für den Feind zusammen.

Starke Schlachtiliegerverbände unter­stützten die Abwehrkämpfe des Heeres und verdichteten in Tiefangriffen 71 feindliche Panzer und über 400 Fahrzeuge, ln der Nacht waren der Bahnhof von Wilna und sowjetische Trnppenansammlungen westlich Lublin das Angriffsziel schwerer deutscher Kampfflugzeuge.

Nordamerfkantsche Bomber führten einen Terrorangriff gegen Budapest Durch deutsche und ungarische Luftverfeidigungs- kräfte wurden 29 feindliche Flugzeuge, darunter 26 viermotorige Bomber, zum Ab­sturz gebracht.

In der vergangenen Nacht warfen feind­liche Flugzeuge Bomben auf einige Orte in Westdeutschland und in Ost­preußen. In der Stadt Insterburg entstanden Schäden und Personenverluste. Drei Flugzeuge wurden abgeschossen.

Schwere Schäden in englischen Rüstungsfabriken

Bemerkenswe Geständnisse Auf der Suche nach neuem Alarmsystem - Mißstände in südenglischen Gebieten

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 28. Juli. DerDaily Expreß" verweist auf eine Untersuchung über V-l-Einwirkungen auf Rüstungsfabri­ken in Südengland. Wie sich ergeben habe, seien viele Rüstungsfabriken der­maßen beschädigt, daß zahlreiche Ar­beiter ihren Platz verloren hätten. Der stell­vertretende Ministerpräsident A 111 e e er­klärte in einer Ansprache in Bradfort, die Engländer müßten sich wieder an den An­blick beschädigter Gebäude und verwüste­ter Gebiete gewöhnen. Alle nicht in Süd­england und London lebenden Menschen müßten begreifen, was sich dort abspiele. Die Sirenen heulten, die fliegenden Bomben donnerten, und die Explosionen krachten pausenlos.

Die Engländer melden Fortdauer des V-l- Feuers gegen Sgdengland und Lon­don wie am Donnerstag so auch in der Nacht zum Freitag und am Freitag früh. In­nenminister Morrison will am Dienstag im Unterhaus eine Erklärung über die bis­herigen Erfahrungen mit den Alarm­systemen und etwaige Verbesserungs- Vorschläge abgeben. Vertreter des Groß- londoner Bereichs haben den Wunsch nach besonderen Warnungen bei Annäherung flie­gender Bomben gegen die Verkehrs­zen tren der Innenstadt aüsgedriickt,

da hier der Verkehrslärm jede BeQbachtung verhindere und also besonders laute Alarmsignale gewählt werden mußten.

In derDaily Mail" schreibt einer der führenden englischen Nervenspezialisten Dr. William Brown, selbst ganz standfeste Menschen würden jetzt vor den fliegenden Bomben nervös.

Daily Herald" schreibt, während der Feind Tag und Nacht die V-l-Angriffe fortsetze und sogar noch steigere und :b* n Zerstörungen immer größere Ausmaße annähmen, lasse sich in England eine An­strengung der Wiederaufbaufront nicht fest­stellen. Die Führung versage. Die Chur­chill-Regierung beschränke sich, anstatt eine Großoffensive gegen die Mißstände und die Vernichtung zu starten, auf völlig unzu- lännliche Vorbereitungen und lasse sie den hochtrabenden NamenGesetzesentwurf über die Stadt- und Landplanung" tragen, doch stellten sie in Wirklichkeit nur noch t -' m aßnahmen dar.

Dolchstöße und Würgegriffe

Eigener Drahtbericht

ep. Sofia, 28. Juli. Wie die ägyptische Presse bekanntgibt, beabsichtigen die bri­tischen Militärbehörden, eine Anzahl junger Kurden, Iraker, Iraner und Syrer in unter britischem Kommando stehende Truppenteile

Die ausgemerzte Verräterclique

Die Teilnehmer an dem Putschversuch vom 20 Juli

dnb. Berlin, 28. Juli. Bei den von Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rund- iunkansprache gebrandmarkten Teilnehmern an dem Putschversuch des 20. Juli handelt es sich um:

1. den General der Infanterie 01 - bricht, der standrechtlich erschossen worden ist; *

2. den ehemaligen Generalstabschef Ge-' , neraloberst Beck, der sich bei seiner

Verhaftung selbst erschoß, und

3. dqn Generaloberst H ö p p n e r , der verhaftet wurde und seiner Aburteilung entgegensieht.

Das Los der Feiglinge

dnb. Berlin, 28. Juli. Das gesamte poli­tische, wirtschaftliche und finanzielle Le­ben des besetzten Italien bzw. alle Zweige der Militär- und Zivilverwaltung sind, so erklärte Ministerpräsident Bonomi bei der Uebernahme des Außenministeriums, der Kontrolle der alliierten Nationen un­terstellt worden. Sämtliche Minister hätten sich ausdrücklich auf die Kapitulations­bedingungen verpflichtet. Die Regierung habe ferner die' höchst demütigenden Be­dingungen der Kapitulation anzunehmen und sich zu deren 'Durchführung zu. ver­pflichten. ,

des Nahen Ostens einzureihen. Diese. Re­kruten werden insbesondere im Gebrauch einer Dolchwaffe und des Säbels unter­richtet. Ferner wird ihnen gelernt, wie man durch Erwürgen sein Opfer beseitigen kann. Durch solche Gangstermethoden will also, England die europäischen Völkerbe­freien.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhauptquartier, den 28. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant Detlev von Rumohr, Kommandeur eines niedersächsischen Grenadier - Regiments; Hauptmann Walter Steffen', Bataillons- kommandeur in einem norddeutschen Gre­nadier-Regiment; Unteroffizier Rirhard G ö r 1 i c h , Gruppenführer in einem bran- denburgischen Panzergrenadier-Regiment.

Kabinettssitzung in Tokio

dnb. Tokio, 28. Juli. Im Verlaufe einer Kabinettssitzung am Freitag in der Amts­wohnung des Premierministers, an der sämt­liche Minister teilnahmen, entwickelten Feld- marschall General Sugiyama und Admi­ral Y o n a i ihre Absichten und Pläne, deren baldige Verwirklichung Armee und Marine wünschten. So sollen die gesamten Kräfte für eine energische Fortführung des Krie­ges bis zum klaren Siege wirkungsvoll zu­sammengefaßt werden.

Im einzelnen wird gefordert: . energische Weiterführung des Krieges bis zum eindeutigen Sieg, Durchführung von Maßnahmen zur raschen Erhöhung der Kampfkraft, insbesondere der der Luftflotte; sowie Sorge der Regierung für eine kraftvolle und vereinfachte V erwaltung der Staatsangelegenheiten.

Pisas schiefer Turm in Gefahr

Eigener Bericht

ep. Stockholm, 28 Juli. Dem schiefen Turm von Pisa droht das Schicksal des Klosters Cassino. WieAftonbladet" aus London meldet, bereiten englische Front­berichte. aus Italien ,die. Oeffentlichkeit be­reits darauf vor, man müsse mit der Mög- ligkeit rechnen, daß der berühmte Turm dem modernen Krieg zum Opfer fallen werde.

Das Handbuch des Gangsterkrieges

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Reproduktion Fresse-Hoffmann

Oben: Photokopie der Titelseite des .. Hand- buches der neuzeitlichen irregulären Kriegfüh­rung, das zum Gebrauch in der britischen Armee, bestimmt ist und nach dem aufgedruck­ten Dienstvermerk unter Verschluß iu halten ist. Unten : Die /(rmeiMingen nach Gangster- urt zum Kopfeintreten und Augenausquetschcn im englischen Originaltext. (Siehe auch unseren gestrigen ArtikelEnglands Cangsterkriegfüh - rung entlarvt!)

Soldaten, k latfenl

Von

Eduard Funk

Der Kampf im Osten ist zu einer Steigerung aufgelaufen, die alle zivilen Vorstellungeil übertrifft. An einer vielfäl­tig verzahnten und verästelten Front, die einen Raum von über 2000 km umspannt, also etwa der Luftlinienentfernung von Ber­lin nach Madrid gleichkommt, ist ein er­bittertes Ringen im Change. Hier geht es nicht mehr um den Besitz von Städten und Linien, sondern um eine Entscheidung, die nach den Plänen des Kreml eine endgültige in .der großen Schlacht um Europa wer­den soll.

Für die umfassendste Offensive dieses Krieges, die die Bolschewisten vor einem Monat einleiteten, hatten sie Millionen­armeen und eine bisher nicht gekannte Masse von Kriegsmaterial gesammelt, die dem neuen Großangriff unwiderstehliche Wucht verleihen sollten. Der Bisherige Verlauf dieser Offensive gestattet es, unter Ausschaltung vager Kombinationen die ope­rativen Ziele der bolschewistischen Füh­rung zu ermitteln.

Betrachten wir zunächst die Ereignisse an den beiden Flügeln:

Durch einen massierten Angriff, der aus dem Raum zwischen D ij n a' und B e r e - s i n a entwickelt wurde, sollte ein Durch­bruch gegen Wilna erzwungen werden. Von hier aus gedachte man dann sowohl eine Bedrohung Ostpreußens einzuleiten wie auch den Unterlauf der Memel zu erreichen. Gelang dieser Plan, dann waren die im Baltikum stehenden deutschen Truppen ab­geschnitten. Da man in Moskau in völliger Verkennung der deutschen Absichten eine Zurücknahme dieser Truppen angenommen hatte, befahl Stalin zwischen Pleskau und Dünaburg einen rollenden Fesselungsangriff. Der gegenwärtige Stand der . Kämpfe an diesem Abschnitt der Ostfront berechtigt zu der Feststellung, daß dieser Teil des bol­schewistischen Gesamtplans im wesentlichen von der zähen deutschen Abwehr vereitelt wurde. Zwar mußte Wilna nach tagelan­ger heldenmütiger Verteidigung aufgegeben werden. Die'.nördlich der Wilija vorge­preschten sowjetischen Panzeispitzen, denen motorisierte Infanterie nachdrängte,' konn-i ten jedoch nordöstlich Kauen aufgefangen werden. In deutschen Gegenstößen vor allem nordwestlich Grodno büßte der Feind einen erheblichen Teil seiner An­griffskraft ein und wurde an manchen Stel­len, sogar wieder nach Osten zurückgewor­fen. Zwischen. Peipus-See und Dünaburg blieb es bei im wesentlichen stationären Aus­einandersetzungen, in deren Verlauf Pleskau und Ostrow von uns geräumt wurden, um hinter der Welikaja bessere Stellungen zu beziehen. Alle Bemühungen, durch eine Forcierung Dünaburgs die neue Hauptkampf­linie von Süden her aufzurollen, blieben in den deutschen Sperriegeln hängen. Infolge­dessen sind die Bolschewisten nun am Fin­nischen Meerbusen gegen N a i w a zu einem Angriff geschritten.

Von nicht minderer Bedeutung als diese Flankenoperation gegen das Baltikum ist der analoge Vorstoß des Feindes in den galizischen Raum. Er soll ebenso wie jener die Offensive am Mittelabschnitt der Ostfront begleiten, zugleich aber die deut­schen Abwehrkräfte aufsplittern und wenn möglich den Zusammenhang zwi­schen den Verteidigern des Generalgouver­nements und jenen Armeen zu sprengen, die in der Bukowina und der Moldau die Südfront zu schirmen haben, an der neuer­dings in der Gegend von Kolomea am obe*