Ausgabe 
(24.7.1944) 202
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Börgenneiaters der Freien Hansestadl Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatf des Reichsstatthalters 'n O'denbura und Bremen

Nr. 202 • 14. lahrgang

Montag, 24. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Die Lehre des 20. Juli: Neue Kraft für die Front

Das Heer ging makellos aus dem Putschversuch hervor — Neue Kampfdivisionen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung b. Berlin, 23. Juli. Während sich in Berlin nur einige höhere Offiziere und Adjutanten für eine Verwirklichung des verbrecherischen Zieles einer kleinen ver­räterischen Generalskamarilla einsetiten, die' deutschen Offiziere aus ihrer treuen Haltung zum Führer durch das Attent selbst und die agitatorische Ausnutzung des Ver­brechens hei auszumanövrieren, zeigten sich im übrigen Reichsgebiet nicht die gering­sten Anzeichen einer Beteiligung. In ihrem Dünkel und ihrer Entfremdung von der wirklichen festen Haltung des deutschen Volkes hatten die Verräter ganz offenbar ihre Einflußmöglichkeiten überschätzt und in der Wehrmacht ein Werkzeug sehen zu können geglaubt, das sich für ihre dunklen Ziele einsetzen ließ.

Es zeigte sich jedoch überzeugend, daß die deutsche Wehrmacht an sich völlig un­berührt war von diesem Verrat einiger weniger und keinerlei Raum für soziale und politische Reaktionäre läßt. Die feste Verbundenheit des deutschen Volkes und seiner Wehrmacht mit dem Führer ist in diesen Tagen durch leuchtende Be­weise der Treue, durch die starke Be­reitwilligkeit zu einer bedingungs­losen Gefolgschaft zum Ausdruck gekommen. Wenn ein Wunsch neben dem herzlichen Gefühl der Freude über 'die schicksalhafte Beschützung des Führers be­stehen konnte, so ist es der, daß mit härte­ster Hand durchgegriffen wird, um auch die letzten Verschwörer dieses Komplotts der Degeneration auszuschalten.

Wir wünschen eine frische Luft in einem Kampf, der um unser Sein oder Nichtsein geführt werden muß, und befinden uns in schärfster Kampfstellung gegen alle jene Elemente, die durch ihre Sabotage die Festigkeit unseres Widerstandes und un­serer Angriffskraft zu zermürben suchten. Und wir sind dessen gewiß, daß von der Führung mit nationalsozialistischer Gründ­lichkeit durchgegriffen wird, um den Durch­bruch des Heeres zum Nationalsozialismus zu gewährleisten, so wie er von den Sol­daten und ihren Offiizeren in der Gesamt­heit gefordert wird.

So verbrecherisch die Planung der kfeinen Verräterclique war, so dumm zeigt sie sich heute. Verbrecherisch wurde sie als Anschlag gegen ein Volk, das sich vor dem Feind befindet und dessen Kraft zum aller­größten Teil in dem Vertrauen zu seiner Führung begründet liegt; dumm war sie als Spekulation auf eine Gefolgschaft, die völlig andere Interessen als die Verräter selbst besitzen. Der vom Feind unterstützte Plan war ganz offenbar der, durch Schaffung eines Unruheherdes im Innern der Nation eine Bindung von zahlreichen Truppen in der Heimat notwendig zu machen, die an der Front notwendigst gebraucht werden. Diese Absicht ist durchaus die des Feindes, Es verdichten sich immer mehr die Beweise, daß die Verräter seit geraumer' Zeit mit einer Feindmacht in Verbindung standen. Ihre Sabotage sollte sich.zugunsten des Fein­des auswirken und hätte notwendigerweise größtes Unheil für das deutsche Volk zur Folge gehabt.

Jetzt, da der Herd der Sabotage ausgetre­ten ist und mit eiserner Härte die letzten' Teilhaber der Verschwörer beseitigt wer­den, entfallen viele der Hemmnisse, die bis­her im Einsatz des Ersatzheeres vorhanden waren. Die Divisionen, die die Saboteure fesseln wollten, werden jetzt zur Front kom­men. Der wirkliche Soldat hat ja mit dem kleinen Kreis der Verbrecher nichts zu tun gehabt, so daß das Heer makellos aus diesem Putschversuch hervorging. So aber

wie sich jede Krise nach ihrer Ueberwin- dung als stärkendes Element erweist, so werden sich auch die Lehren des 2 0. Juli in neue Kraft Umsetzern Die Front wird das bekommen, was der Front gehört,

und es werden sieh Festigungselemente er­geben, die sich vielleicht nicht von heute auf morgen in ihrer Auswirkung bemerkbar machen können, die aber dennoch geeignet sind, auch die gespannten Situationen an

der Ostfront zu überwinden, da Kräfrt be­reitgestellt werden, die sich vor den Gren­zen des Reiches dem Gegner entgegenstem- men und eine Verwirklichung seiner weit­gesteckten Ziele verhindern.

Tagesbefehl des Führers an das Heer

Ansprache Generaloberst Guderian im großdeutschen Rundfunk: Volk ans Gewehrf

dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 23. Juli. Der Chef des Qeneralstabes des Heeres, Ge­neraloberst Guderian. verlas heute mit­tag im Großdeutschen Rundfunk folgenden Tagesbefehl, den der Führer am 21. Juli an das deutsche Heer erlassen hat:

Tagesbefehl!

Soldaten des Heeres! *

Ein kleiner Kreis gewissenloser Offiziere hat auf mich und den Stab der Wehrmach t- führung einen Mordanschlag verübt, um die Staatsgewalt an sich reißen zu können. Die Vorsehung hat das Verbrechen mißglücken lassen.

Durch das sofortige tatkräftige Eingreifen treuer Offiziere und Soldaten des Heeres in der Heimat wurde die Verräterclique in we­nigen Stunden ausgelöscht oder festgenom­men. Ich hatte das nicht anders erwartet.

Ich weiß, daß ihr wie bisher in vorbildlichem Gehorsam und treuer Pflichterfüllung tapfer kämpft, bis ans Ende der Sieg trotz allem unser sein wird.

■ Der Führer

(gez) Adolf Hitler.

Generaloberst Guderian hielt anschlie­ßend folgende Ansprache an das Heer: „Indem ich den Tagesbefehl des Führers an sein Heer bekanntgebe, füge ich namens des deutschen Heeres folgendes hinzu: Einige wenige, teilweise außer Dienst be­findliche Offiziere hatten den Mut verloren und aus Feigheit und Schwäche den Weg der Schande dem allein dem anständigen Soldaten geziemenden Weg der Pflicht und Ehre vorgezogen.

Das Heer hat sich selbst gereinigt und die unlauteren Elemente abgestoßen. An allen

kämpfenden Fronten und in der Heimat wird fieberhaft und aufopfernd für den Sieg ge­arbeitet. Volk und Heer stehen fest verbun­den hinter dem Führer.

Der Feind täuschte sich, wenn er glaubte, mit einer Spaltung in der Generalität des Heeres zu seinen Gunsten rechnen zu können.

Ich bürge dem Führer und dem deutschen Volk für die Geschlossenheit der Generali­tät, des Offizierkorps und der Männer des Heeres in dem einzigen Ziel der Erkämpfung des Sieges und unter dem Wahlspruch, den der ehrwürdige l^ldmarschall von Hinden- bürg uns einprägte:

Die Treue ist das Mark der Ehre!

Es lebe Deutschland und unser Führer Adolf Hitlerl Und nun: Volk ans Ge­wehr 1"

Im Osten tobt die Abwehrschlacht

Erbitterter Widerstond unserer Divisionen im Raum von Lemberg - Nordwestlich Grodno Sowjets weiter zurück­geworfen — In der Normandie und in Italien nur örtliche Kämpfe — Schweres Vergeltungsfeuer auf London

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 23. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Normandie wurde gestern süd­lich Caen erbittert um einige Ortschaften gekämpft, die mehrere Male den Besitzer wechselten und schließlich in unserer Hand blieben. Bei Angriffen südwestlich Caen er­zielte der Feind einen örtlichen Einbruch, der abgeriegelt wurde.

Die 21. Panzerdivision unter Führung von Generalmajor Feuchtinger, die seit Beginn der Invasion sich immer wieder aus gezeichnet hatte, hat sich in den Kämpfen der letzten Tage erneut bewährt.

In .Südostfrankreich wurden in einem von Banden verseuchten Gebiet 26B Terroristen im Kampf niedergemacht.

Schweres V-l-Vergeltungsfeuer liegt weiter auf dem Großraum von Lon­don.

In Italien führte der Feind auch ge­stern nur zahlreiche örtliche Angriffe, die abgewiesen wurden. In einigen Abschnitten waren die Kämpfe in den Abendstunden noch im Gange.

Im Osten tobt die Abwehrschlacht mit großer Erbitterung weiter. Im Raum von Lemberg erreichten feindliche Angriffs­spitzen den Ostrand der Stadt. Weiter nord­westlich stoßen motorisierte Verbände der Bolschewisten auf den San und westlich des oberen Bug in den Raum von Lublin vor. Unsere Divisionen leisten hier überall dem vordringenden Feind erbitterten Widerstand.

Auch zwischen Brest-Litowsk und Grodno sind heftige Kämpfe im Gange. Zahlreiche Angriffe der Bolschewisten wur­den abgewiesen, eingebrochener Feind zum Stehen gebracht. Nordwestlich Grodno wur­den die Bolschewisten im Gegenangriff wei­ter nach Osten zurückgeworfen. Nordöstlich

Staatsoberhäupter an Adolf Hitler

Herzliche Anteilnahme der verbündeten und befreundeten Mächte

dnb. Berlin, 23, Juli. Zum Mißlingen des verbrecherischen Mordanschlages auf den Führer haben weitere Staatsoberhäupter ”nd führende Staatsmänner der mit Deutsch­land verbündeten und befreundeten Mächte dem Führer zur glücklichen /Errettung in Telegrammen ihre und ihrer Völker herz- mhe Anteilnahme bekundet.

So brachten der Tenno sowie der Sprecher der japanischen Regierung, Sadao 19u ch i, ferner der norwegische Minister­präsident Quisling,, der slowakische Staatspräsident Dr. T i s 6 , der mandschuri­sch® Premierminister Tschang Ti n ghai ■und der französische Ministerpräsident L a - ^ b 1 das tiefste Bedauern sowie die starke Entrüstung über den ruchlosen Anschlag, aber auch zugleich die größte Freude und Genugtuung über sein Mißlingen und die Eirettung des Führers zum Ausdruck.'

Der Tenno erkundigte sich sofort nach Vorliegen der Nachricht in.Tokio nach dem Befinden des Führers. Der Sprecher der ja­panischen Regierung.äußerte in .einem Son- dennterview dem Vertreter des Deutschen achrichtenbüros gegenüber: „Besonders

reuen wir uns darüber, daß der Führer mit i„n ra ^ ter ' st ' sc ^ er Tatkraft seine verantwor- f rr p ,s ^ elc ' le Tätigkeit ohne Unterbrechung Xte ' um se * n Volk erfolgreich durch hinrflf ® ntsc heidende Stadium des Krieges ■werriJ C ^ Zllfü ^ ren ' Japan und Deutschland Sarh«/ 1 T 1 , Vertrauen, auf' die gerechte und den Endsieg niemals in dem be­

währten Kampfgeist ermüden." Minister­präsident L a v a 1 sandte aus Anlaß des mißglückten Attentats an Reichsaußenmini­ster von Ribbentrop ein Telegramm, in dem Laval den Reichsaußeriminister bittet, dem Führer seine Glückwünsche und ( die Gefühle der Entrüstung über den Anschlag zum Ausdruck zu bringen 1 , wobei Laval gleichzeitig die Versicherung seiner per : sonlicben Sympathie erneuert.

Der Duce an den Führer

dnb! Berlin, 23. Juli. Nach seiner Rückkehr aus dem Führerhauptquartier sandte der Duce an den Führer folgendes ^Telegramm:

„Bei meiner Rückkehr nach Italien in dem Augenblick, in dem die Vorsehung Sie der Liebe des deutschen Volkes für eine bessere Zukunft Europas hat erhalten wollen, möchte ich Ihnen, Führer, erneut bestätigen, daß ich aus dem Glauben der Soldaten der italienischen Republik; die in Deutschland ausgebildet werden, und. aus der unbezwingliciien Tapferkeit Ihrer Trup­pen die felsenfeste Ueberzeugung gewonnen habe, daß das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien gegen die mit dem Bolschewismus verbün­deten Mächte den Sieg erringen werden.

Genehmigen Sie, Führer, den Ausdruck meiner unwandelbaren kameradschaftlichen Freundschaft."

Kauen fingen unsere tapferen Grenadiere wiederholte Angriffe der Sowjets auf.

Zwischen Dünaburg und dem P e i - pus-See wurden starke Infanterie- und Panzerkräfte der Bolschewisten unter Ab­schuß von fünfzig Panzern im wesentlichen abgewiesen. In zwei Einhruchstellen sind noch heftige Kämpfe im Gange. Nach Zer­störung aller kriegswichtigen Anlagen wur­den die Rirtnen von Ost r o w und Ples- k a u geräumt.

Schlachtfliegergeschwader griffen wirksam

in die Erdkämpfe ein und fügten dem Feind hohe Menschen und Materialverluste zu. 59 feindliche Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. In der Nacht griffen Kampffliegerverbände den Bahnhof M o lo­de c z n o an. Es entstanden Flächenbrände und Explosionen.

Ein nordamerikanischer Bomberverband warf Bomben lm Raum von P 1 o e s t i. Durch deutsche, rumänische und bulgarische I.uft- verteidigungskräfte wurden 28 feindliche Flugzeuge vernichtet.

Die Sowjets werfen alles in die Schlacht

Feinddruck bei Lemberg und westlich Kowel — Montgomery-0 fensive im Matsch lestgeiahren — Deutscher Geleilzug durchfährt den Kanal

Berlin, 23. Juli. Ohne Rücksicht auf die gewaltigen Verluste, die das ständige Anrennen gegen die ebenso todesmutige wie hartnäckige deutsche Abwehr kostet, wer­fen die Sowjets alle ihnen zur Verfügung stehenden Reserven in die Schlacht, um einen Durchbruch zu erzwingen. So begann der Feind dln 13. Juli seine Großoffensive ln Richtung Lemberg im Raume eines ein­zigen deutschen Korps init 20 Schützen­divisionen, zwei'Panzerkorps und einem me­chanisierten Korps, denen er starke Kaval­lerieverbände nachführte. 0

Das Vortreiben von feindlichen Keilen nördlich an Lemberg vorbei zum San und südöstlich der Stadt in Richtung aut den oberen Dnjestr veranlaßten die deutsche Führung, den ostwärts Lemberg noch in un­serem Besitz gewesenen Geländebogen zu­rückzunehmen. Der nachdrängende Feind erreichte somit das Stadtgebiet von Lemberg selbst.

Die Aufgabe' unserer Abwehr besteht nicht darin, gewisse Gebiete, Orte oder Flußläufe um jeden Preis zu halten, sondern sie muß vielmehr in beweglicherKampffüh- r u n g die. operativen Absichten des Feindes vereiteln und — je nach Lage- — einen be­stimmten Frontabschnitt halten oder elastisch ausweichen bzw. in Gegenstößen Angriffs­spitzen auffangen, sie zurückwerfen und die Flankenemplindlichkeit der Bolschewisten ausnutzen. ®

Westlich Kowel hat der Feinddruck gleichfalls zugenommen. Nach Üeberschrei- ten des Bug.gelangte der Feind in den Raum Lublin. Auch "hier setzen unsere Truppen den Sowjets härtesten Widerstand entgegen. Zwischen Brest und Grodno konnte der An­sturm des Feindes zum Teil aufgefangen, zum Teil abgeschlagen werden. Das nord­westlich Grodno eingesickerte sowjeti­sche Panzerkorps wurde unter schwersten Verlusten des Feindes weiter nach Osten zu­rückgeworfen. Nordöstlich Kauen blieb der bolschewistische Angriff erneut in deut­schem Feuer aller Waffen hängen. Erbittert wird ferner iprmef noch zwischen Dünaburg und Peipus-See gerungen. Die Ruinen der östlich des Welfkäja-Flusses gelegenen Städte O s t r o w und P 1 e s k a u wurden dem Feind überlassen, nachdem die kriegs­wichtigen Anlagen, insbesondere die Bahn­höfe, gründlich zerstört worden waren,

Nordamerikanische Agenturen melden, Montgomery sei im französi­schen Matsch festgefahren. Der gewaltige Kriegsapparat der „Verbündeten" sei bei der mit großer Reklame in Gang

ge-

den beiden vergangenen Nächten es unseren Marinestreitkräften,

ge-

aus

gesetzten Montgomery-Offensive im Lehm sterjjrengeblieben. Neutrale Berichte aus London stellen lest, das englisch-amerikani­sche Vorrücken werde neuerdings wieder einmal nach Metern bemessen.

In der Sowjetpresse werden die Lang­samkeit der englisch-amerikanischen Opera­tionen in der Normandie nicht gerade er­freut glossiert, wobei die Sowjets feststel­len müssen, daß . im Gegensatz zu tenden­ziösen Behauptungen der Londoner und Newyorker Presse die deutschen Truppen auch im Osten weiterhin den .heftigsten Wi­derstand leisten und selbst unter schwie­rigsten Umständen fanatisch weiterkämpfen.

Im Verlauf der Kämpfe im normannischen Landekopf wurde durch den überraschenden Vorstoß eines Verbandes der Waffen-lt ein britisches Bataillon abgeschnitten. Nach kon­zentrischem Angriff, bei dem der Gegner etwa 300 Mann an Toten verlor, ergab sich der Bataillonskommandeur mit dem Rest sei­ner Kampfgruppe. 5 Offiziere sowie 178 Un­teroffiziere und Mannschaften wurden fangen.

ln lang

einem westlichen Hafen des Kanals einen Geleitzug nach Osten durchzubringen. Alle Versuche des Feindes, mit Zerstörern, Schnellbooten und Jagdbombern die Durch­fahrt zu verhindern, schlugen fehl. Nach harten Machtkämpfen, in die auch schwere britische Fernkampfbatterien bei Dover eingrlffen, erreichte der Geleitzug ohne Aus­fälle seinen Bestimmungshafen.

Drei Mann

schossen 27 Panzer ab

dnb. Führerhaupt qua r t i e r , 23. Juli. Durch ihren entschlossenen kaltblütigen Einsatz haben drei Pak-Richtschützen der Artillerie-Pak-Abteilung 1039 die erste Welle des feindlichen Panzerangriffs am 18. 7. vor Gagny, südöstlich Caen, zum Stehen gebracht. Es schossen hierbei ab: Obergefreitei Königs acht Panzer, Ober­gefreiter Hagginger neun Panzer, Ober­gefreiter Schiefers zehn Panzer.

Ritterkreuz#

für U-Boot-Kommandanten 1

dnb. Berlin, 23. Juli. Der Führer ver­lieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Ober­leutnant zut See Karl-Heinz Marbach, Kommandant eines Unterseebootes.

Der Lenker der rollenden Räder

4

Auin : ^lesse-iioumdiui

Reichsverkehrsminister Dt.-ing e. h. Julius U or pm aller rollendet heut* sein 75. Le­bensjahr. Er icurde a m24. Juli 1869 in Elber­feld geboren. 1926 wurde ihm die General* direktion der Deutschen Reichsbahn übetra­gen. Am 1. Mai 1944 trat er in die-Reihe der „Pioniere der Arbeit“. Seine zahlreichen Aus­zeichnungen trägt er im Bewußtsein . doß da­durch sein Werk und das große, Heer der Männer und Frauen in der blauen L niforni ge­ehrt werden, die die ..Feuerprobe dieses Krie­ges“ im Dienst der Deutschen Reichdrahn be­standen haben.

Am Qea&e de» Boäeqeai»

Von

Günter Kaufmann Wenn wir in der gewaltigen geistigen Auseinandersetzung, die den Krieg der Sol­daten und des Materials begleitet, unseien Standort bestimmen wollen, so befinden wir uns wenn ich ein Bild zu Hilfe nehmen darf, auf dem Heimweg von einer Be­erdigung. Wohlgemerkt von einer Be­erdigung, bei der wir nicht allzuviele Trä­nen vergossen haben. Der teuere Verbli­chene ist 1789 geboren und nachdem wir Nationalsozialisten ihn schon lange *otge- sagt haben, erst in der Wende der Jahre 1943/44 gestorben. Er hat ein hohes Alter erreicht und sich reichlich überlebt. Wir haben an seiner Gruft gestanden, weil wir ehrlich sein wollten; denn mit ihm versank ein Stück von uns selbst in der Grube. Des­halb haben wir ihm die letzte Ehre erwiesen und sind an seinem Grab stille gewesen, ha­ben auch nicht daran gedacht, wie oft er zu unserem Aerger in der Vergangenheit ab­seits und neben der Zeit gestanden hatte, daß er von fremden Ideologien besessen war und der Wiedergeburt unseres Volkes widerstrebte, weil sie ihm Unbequemlich­keiten verursachte. Der Entschlafene ist der Bürger des liberalisti- schen Zeitalters. Gestorben ist er an der englischen Krankheit. Zu Tode befördert hat ihn, der in seinen letzten Lebensjahr­zehnten sein Vorbild war: der gentleman. Wer will leugnen, daß der alte Herr ein tra­gisches Ende genommen hat! Sein russischer Bruder ist früh verstorben, nachdem er sich in Kerenski der trügerischen Hoffnung einer zweiten Jugend hingegeben hatte. Dann haben ihn die Bolschewisten enteignet ver­schleppt, proletarisiert und totgeschlagen. Sein älterer Bruder in Frankreich war der wohlhabendste und reichste aus der Familie. Er war zu fett, satt und spießig geworden und von vornherein verloren, als er eine neue Welt in Verkennung seiner Kräfte zum Zweikampf in die Schranken forderte. Ob er noch lebt, wissen wir eigentlich nicht so recht. Gewiß ist nur, daß er alles verloren hat und vielleicht begabteren Vorbildern g'eich in Armut und Elend am Montparnasse seine Tage beschließen dürfte.

Wir Nazis haben sein Ende vorausge- suhen. Wir wußten, daß er nicht mehr wet­terfest war. Aber wir haben ihn nach 1933 nicht angetastet. Unsere junge Welt stand neben seiner alten. Wir vertrugen uns manchmal sogar mit ihm, fanden Gefallen an diesen und jenen Gewohnheiten. Es gab Vereinzelte, die glaubten, man könne ; hn in unser Lager hinüberretten und zogen sich daher einen braunen Frack an, doch das waren Versuche. — Die Gemeinschaft löste sich nicht in Individualisten auf, sondern die Individualisten fanden zur Gemeinschaft. So wurde es einsam um den Bürger. Plüsch­sofa önd Bildermappen, Standuhren und Aquarien umgaben uns noch aus seiner Zeit. Es gab viele Gegensätze zwischen un­serer Weltanschauung und dem, was wir in unserer Stube anschauten. Aber wir waren eben keine Bilderstürmer und 'suchten den Bürger nicht auszutilgen, weil wir uns ohne­hin stärker und jünger fühlten als er. Nun haben es englische Bomben besorgt Die Hochburg des libeialistischen Bürgertums zog ins Feld, um die Nazis zu vernichten, traf nur den Bürger in uns und stärkte den Nationalsozialisten. „Unsere Mauern bra­chen — unsere Herzen nichtig Nun haben wir Abschied vom Bürgertum genommen. Das erfolgte schneller und nach­drücklicher, als wir es uns erträumt haben. Leugnen wir nicht, daß es in mancher- Hin­sicht schmerzlich war. Der eine war ihm