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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsbiatt des Reichsstatthalters >n O’ denbura und Eremen
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Nr. 200 • 14. Jahrgang
Sonnabend, 22. Juli 1944
Einzelpreis 15 Rpi
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Nur Verräterblut geflossen
Der /efjte Mitverschworene schon sechs Stunden nach dem Attentat festgenommen
dnb. Berlin, 21. Juli. Von offizieller Seite wird in Berlin bekanntgegeben, daß der Ablauf des Komplotts von dem Augenblick des Attentats bis zur Festnahme des letzten Mitverschworenen insgesamt nicht länger als sechs Stunden gedauert hat. Der Versuch der kleinen Ver
schwörer-Clique, sich in den Besitz der Machtmittel des Reiches zu setzen, konnte ohne Zusammenziehung von Truppenverbänden mühelos im Keimerstickt werden, ohne daß ein Tropfen Blut bis auf das der Verräter geflossen ist.
Treuekundgebung in Wilhelmshaven
Einheit zwischen Partei, Wehrmacht und Volk in der Kriegsmarinestadt
dnb. Wilhelmshaven, 21. Juli. Was an Liebe und Vertrauen dem Führer nach dem Attentat und nach seiner Rettung durch die Vorsehung aus allen Kreisen des Volkes, von Arbeitern und Soldaten, entgegengetragen wird, kam spontan in der Kriegsmarinestadt unseres Gaues, in Wilhelmshaven, zum Ausdruck. Innerhalb weniger Stunden war eine Großkundgebung durchgeführt, die Partei, Wehrmacht und Bevölkerung zu einer Treuekundgebung für Adolf Hitler vereinte.
Kreisleiter Horstmann betonte, daß in den Städten des Nordseegaues und zumal in Wilhelmshaven nach mancher harten Prüfung durch Bombenangriffe die Verbindung zwischen Wehrmacht, Partei und Volk so
eng geworden sei, daß keiner daran zweifle, daß das skrupellose Attentat nur von Verrätern kommen konnte, die außerhalb dieser Gemeinschaft standen. Durch den Bombenterror habe man in den Städten des Nordseegaues jene soldatische Linie gefunden, die der Führer uns vorlebe.'
Admiral F o e r s t e schilderte die Ereignisse des 20. Juli. Wenige Stunden nach Mitternacht sei die ganze Affäre wie ein Nachtspuk verklungen. Die Wehrmacht hätte sofort in treuer Gefolgschaft zum Führer die nötigen Folgerungen gezogen. Es sei sichtbar geworden, wie völlig gleich überall die Ausrichtung gewesen sei, und wie Liebe und Vertrauen zum Führer sich überall offenbarten, als das allerstärkste Aktivum
dieses Krieges. Die .Rettung des Führers müsse von jedem als eine Fügung des Schicksals angesphdn werden, diejenigen aber, die dieses Leben auslöschen wollten, seien keine Soldaten und Offiziere, sondern seien nichts anderes als Schufte.
Der Admiral brandmarkte die verbrecherische Tat und gab ein leidenschaftliches Bekenntnis als nationalsozialistischer Soldat und Wehimachtbefehlshaber in einer Stadt, die wie die übrigen Städte im Gau hart geworden sei durch die Luftangriffe des Feindes und durch ihren prächtigen Geist alle Absichten, das Werk des Führers zu gefährden, zunichte machen wird. So wurde diese Kundgebung ein erneutes und ganz spontanes Zeichen, wie stark in der Kriegsmarinestadt und überhaupt 4m ganzen Nordseegau die Liebe des Volkes zum Führer und zu seiner Wehrmacht ist.
Die „fünfte Front"
dnb. Berlin, 21. Juli. Die Nachricht vom Mordanschlag auf den Führer und von seiner glücklichen Bewahrung hat ihren Weg in die Städte und Dörfer des Reiches, zu Front und Heimat mit erregender Eile genommen und das ganze Volk in der Tiefe bewegt. Die Bevölkerung der Reichshauptstadt und aller Gaue Großdeutschlands wurde durch das Geschehen dieser Stunden aufs stärkste berührt.
In Städten und Dörfern sammelte sich die Bevölkerung zu Dankes- und Treuekund
gebungen. Die Zeitungen aber bringen die Gefühle des ganzen Volkes zum Ausdruck, wenn sie als Folge dieses ungeheuerlichen Mordanschlages auf unseren Führer die Entschlossenheit und Treue, mit der sich nunmehr alle Deutschen noch enger um den Führer scharen, mit Leidenschaft betonen.
Unter der Ueberschrift „Noch härter" schreibt Alfred Rosenberg im „Völkischen Beobachter". „Der 20. Juli 1944 wird durch alle Städte, alle Dörfer und alle Rüstungswerke gehen. Das Schicksal hat den Führer beschirmt. Er wird die deutsche Nation durch die Feuer der Gegenwart hindurchführen in jene Zukunft, die das deutsche Volk mit Recht beanspruchen darf, für die es hart kämpft und deren es durch große Opfer würdig geworden ist". An anderer Stelle heißt es: „Der Zeitpunkt des Anschlages spricht eindeutig für die Art seiner Hintermänner. Am Dienstag hat der Generalansturm gegen die Festung Europa mit dem Beginn der Feldschlacht in der Normandie seine volle Breite erreicht. Im Westen setzten die Invasionstruppen zum Durchbruch an, im Osten steht der Bolschewismus vor den Toren Europas, im Süden dringen die Scharen des Generals Alexander gegen den Apenninwall, über dem Reichsgebiet hat die Bomberoffensive einen neuen Höhepunkt erreicht. In diesem Au g e n b 1 i c k erfolgt der Anschlag gegen Adolf Hitler selbst. Er stellt nichts anderes dar als die Kampferöffnung auf der fünften Front — auf Kopf und Herz der deutschen Kriegsleitung".
Nach dem Attentat: Europa atmet auf
Zusammenarbeit der Mordverbrecher mit Feindmacht erwiesen — Hulls Entiäuschung über das Mißlingen des Anschlags
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 21. Juli. Wie der Dank des ganzen deutschen Volkes an die Vorsehung für die ans Wunder grenzende Errettung des Führers überhaupt nicht in Worte zu fassen ist, so kommt heute in last allen Stimmen aus dem europäischen Bereich ein Gefühl der tiefen Ergriffenheit und der unendlichen Erleichterung zum Ausdruck.
Mit dem Zwang der Frage, was wohl mit Deutschland und Europa geworden wäre, wenn die Mordverbrecher ihr Ziel erreicht hätten, wird auch da, wo bisher, noch nicht die letzte Klarheit herrschte, die vollkommene Erkenntnis und das sichere Bewußtsein geschaffen, daß die Persönlichkeit-des Führers die entscheidende Bürgschaft für die Zukunft Europas darstellt.
Bezeichnend ist eine tschechische Stimme, die besagt, daß der Starke wisse, daß ihm eines Tages der Sieg g e w*i ß sei. Nur die Schwachen nähmen zu solchen Handlungen ihre Zuflucht.
Auf dieser Grundlage bewegen sich alle ernsten Erklärungen und Pressestimmen aus den Ländern, die mit uns gemeinsam die europäische Abwehrfront bilden. In Ungarn suchte der Ministerpräsident S z t o- j a y sofort nach Bekanntwerden der Nachricht den Gesandten und Bevollmächtigten des Großdeutschen Reiches auf, um seine Glückwünsche und diejenigen des ungarischen Volkes über das Mißlingen des Attentats auszudrücken.
Aus Agram wird gemeldet, daß dort die ersten Nachrichten über das Attentat Empörung und Abscheu in einem Ausmaß wie kaum je ein Ereignis zuvor hervorgerufen haben. „Selten hat", so erklärt ein führender kroatischer Politiker, „die deutsch-kroatische Schicksalsgemeinschaft so herzlichen Ausdruck gefunden wie in den ersten Sympathiekundgebungen, die sich in zahlreichen Telefonanrufen hoher Persönlichkeiten offenbarten." In Finnland veröffentlichten alle Blätter gleichzeitig mit der Sonder- meldung ein Bild des Führers und weitere Eilder mit den Verwundeten, um übereinstimmend mit größter Genugtuung weiter festzustellen, daß die ruchlöse Verschwörung zusammengebrochen ist. Die Auffassung, die in den ersten .spanischen Stimmen, zum Ausdruck kommt, bewegt sich durchweg auf der Linie, daß sich in diesem Attentat nicht nur das schlechte Gewissen der Feinde bezüglich Recht und Unrecht in diesem Kriege, sondern auch ihre Furcht vor der weiteren Entwicklung des Krieges offenbare.
Die Tatsache, daß eine kleine Bande von Schurken in Generals-Uniform das Attentat in seinen letzten Einzelheiten organisiert hat, ändert ja nichts daran, daß die Verschwörung in Zusammenarbeit mit einerFeindmacht stand. Das ist schon heute erwiesen, und das steigert unsere Wut gegen diese Schufte, die sich der Geschichte in den Weg stellen und den'ersten Europäer beseitigen wollten, ins maßlose. Schändlicher haben sich wirklich noch nie in der deutschen Geschichte wahnsinnige Verblendung, verrückter Ehrgeiz, hemmungsloser Verbrecherwille, verruchter Vorrat und bodenlose Dummheit gepaart. Außerordentlich vielsagend ist eine Bemerkung, die der nordamerikanische Außenminister Hüll kurz nach dem Bekanntwerden der Nachricht über das Attentat auf den Führer ln einer Pressekonferenz machte: Er würde eine ganze Menge zu sagen-haben, wenn die Folgen ernsthafterer Natur gewesen
wären. (!) Aus diesen Worten spricht die kaum verhüllte Enttäuschung darüber, daß die „Folgen ernsthafterer Natur“, die man sich von einem erfolgreichen Anschlag glaubte versprechen zu können, n !_c h t eingetreten sind. Der Jubel im Lager des Weltjudentums hätte keine Grenzen gekannt, wenn die wahnsinnigen, verblendeten, verbrecherischen Handlanger ihres Willens mit ihrem Plan zum Erfolg gelangt wären. Wie die Dinge dank der Vorsehung verlaufen sind, muß man sich nun allerdings auch im Feindlager darauf einstellen, daß das mißglückte Attentat vom Führer selbst an sei
nen Wirkungen für die deutsche Kriegführung mehr als ausgeglichen wird.
Während sich die USA.-Presse in Schlagzeilen über die „Berliner Sensation" überschlägt, wird in Washington bereits ausdrücklich vor optimistischen Ausdeutungen der Ereignisse gewarnt, und auch britische Aeußerungen lassen neben der Enttäuschung Sorgen im Hinblick auf die Auswirkungen erkennen.
Daran kann für niemanden in der Welt ein Zweifel sein, daß die vom Führer in so ernster Stunde verkündeten Befehle nicht nur auf die restlose Ausrottung
des Gefahrenherdes zielen, sondern darüber hinaus eine noch schärfere Konzentration der nationalenKräfte für die Erfordernisse der Fronten bewirken werden. Nach dieser Richtung Ist die Berufung des Reichsführers M Himmler, der seine besonderen wehrorganisatorischen Fähigkeiten ira Aufbau der Waffen-unter Beweis gestellt hat, zum Befehlshaber des Heimatheeres von ganz besonderer Bedeutung. Wir haben den festen Glauben und die Sicherheit, daß wie aus jeder Krise auch diesmal der Nationalsozialismus gestäTkt aus dem versuchten Putsch einer winzigen Offiziersclique hervorgehen wird.
Die harten Kämpfe an der Ostfront
Bei Brest-Litowsk und Grodno Sowiets im Gegenangriff geworfen — Erbitterte Kämpfe östlich Bia/ystok, bei Lemberg und am oberen Bug - 200 Feindpanzer in der Normandie abgeschossen — Schweres Vergeltungsfeuer auf dem Großraum von London — 84 Bomber zum Absturz gebracht
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 21. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Südöstlich und südlich C a e n setzte der Feind seine Angriffe mit stärkeren Infanterie- und Panzerkräften fort, ohne daß er wesentlichen Geländegewinn erzielen konnte. Auch im Raum nordwestlich S t. L o zerschlugen unsere Truppen alle feindlichen Angriffsgruppen. Bel den Kämpfen am 18. und 19. Juli wurden in der Normandie 200 feindliche Panzer abgeschossen.
Kampfflugzeuge versenkten im Seegebiet westlich Brest einen feindlichen Zerstörer und beschädigten zwei weitere schwer.
Bei Säuberungsunternehmen im französischen Raum wurden wiederum 285 Terroristen im Kampf niedergemacht.
Schweres V-l-Vergeltungsfeuer liegt weiterhin auf dem Großraum von London.
In Italien fanden gestern größere Kampfhandlungen nur im Adriatischen Küstenabschnitt statt, wo der Feind geringfügig Boden gewinnen konnte. An der übrigen Front führte der Gegner an vielen Stellen örtliche Angriffe, die erfolglos blieben.
Die 16. ff -P anzergrenadier-Divi- sion „Reichsführer ff“ hat sich unter Führung des H-Gnippeuführers und Generalleutnants der Wa?ien-/f Simon bei den schweren Kämpfen an der Ligurischen Küste durch besondere Standhaftigkeit, und Tapferkeit ausgezeichnet. Torpedoboote beschädigten im Golf von .Genua zwei britische Schneiboote.
Im Osten dauern die Kämnfe im Raum von Lemberg Und am oberen Bug mit unverminderter Heftigkeit an. Unsere Divisionen leisteten den Sowjets weiterhin zähen Widerstand und fügten Ihnen hohe Verluste zu. Allein eine Panzergrenadier- Division schoß dort in den letzten Tagen 101 feindliche Panzer ab.
Nördlich Brest-Litowsk warfen Truppen des Heeres und der Waffen -ff die Bolschewisten im . Gegenangriff zurück. Mehrere Angriffsspitzen des Feindes wurden eingeschlossen und vernichtet. Oestlich B i a 1 y s t o k brach der Gegner in unsere Stellungen ein. Erbitterte Kämpfe sind hier im Gange. Nordwestlich Grodno wurden sowjetische Kampfgruppen im Gegenangriff geworfen.
,An der Straße Kauen — Dttnaburg sowie zwischen Dttnaburq und Pelpus- s e e griffen die Bolschewisten mit starker Panzer- und Schlachtfliegerunterstützung an
zahlreichen Stellen an. Sie wurden unter Abschuß einer großen Anzahl von Panzern abgewiesen oder aufgejangen.
Im Nordabschnitt haben sich die schlesische 255. Infanterie-Division unter Führung von Generalleutnant Melzen und das Grenadier-Regiment 32 unter Oberst von Werder durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet.
Schlachtflieger - Geschwader zersprengten sowjetische Panzerverbände und Nachschubkolonnen. 58 feindliche Panzer und über 500 Fahrzeuge wurden vernichtet. In Luitkämpfen verlor der Feind 55 Flugzeuge.
Wachfahrzeuge der Kriegsmarine schossen über dem Finnischen Meerbusen fünf sowjetische Bomber ab.
Starke deutsche Kampffliegerverbände führ
Angriffe gegen die Nachschubbahnhöfe Minsk und Molodetschno.
Nordamerikanische Bomberverbände griffen «von Süden und Westen Orte in Westsüdwest- und Mitteldeutschland an. Besonders in Friedrichshafen, Wetzlar und Leipzig entstanden Schäden und Personenverluste. Durch Luftverteidigungskrälte wurden 47 feindliche Flugzeuge, darunter 45 viermotorige Bomber, abgeschossen.
In der Nacht griff ein britischer Verband Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet an. Störflugzeuge warfen außerdem Bomben auf das Stadtgebiet von Hamburg. 33 viermotorige Bomber wurden dabei zum Absturz gebracht.
Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen
Schatten über England
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Presse-Hoffmann
In der britischen Presse wurden in diesen Tugen die ersten Bilder der deutschen Vergeltungswaffe veröl] entlieht. V 1 im horizontalen Fluge. Mun erkennt am Heck die flammenden Auspuffgase des Antriebs. — Oben links: Der Motor hat uusgesetzt. V1 stürzt auf das Ziel
■ Uetßtedtet Mthat m A/Hi&i
Von
Hans Wendt, Stockholm
ten auch in der vergangenen Nacht schwere I Ziele in Südostengland an.
Verteidiger Wilnas erhielt die Schwerter
Generalleutnant Stahe/ für unerschütterlicher! Mut ausgezeichnet
dnb. Berlin, 21. Juli. Der Führer hat dem Generalleutnant Rainer Stahe), dem tapferen Verteidiger von Wilna, als 79. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkrehz des Eisernen Kreuzes verliehen.
Stahels Willens- und sowie seine Kaltblütigkeit und
Generalleutnant Tatkraft,
sein unerschütterlicher Mut waren für seine Entsendung in das bedrohte Wilna maßgebend. Fr verteidigte die ihm anvertraute Stadt, solange es möglich war, und schlug
sich dann befehlsgemäß mit der Besatzung auf die deutschen Linien durch. »
Neue Ritterkreuzträger
Berlin, 21. Juli. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant Walter Hofimann, Flugzeugführer in einem Schlachtgeschwader; Oberfeldwebel Hellmuth Kahle, Kampibeobachter in einem Kampfgeschwader; Oberfeldwebel Otto Meier,' Flugzeugführer in einem Schlachtgeschwader.
Japan verllärkt leine Kriegsanltrengungen
Zwei-foänner-BeauHragung - General fCo/so und Admiral Yonay berufen
BZ. Berlin, 21. Juli. In Tokio wird bekanntgegeben, daß der Tenno nach dem Rücktritt des Kabinetts Tojo den General ICuniaki K o i s o , Generalgouverneur von Korea, und den ehemaligen Ministerpräsidenten Admiral Mitsumasa Yonay beauftragt hat, in Zusammenarbeit das neue Kabinett zusammenzusetzen.
Die Umbildung des japanischen Kabinetts beruhte auf innenpolitischen Erwägungen, die eine Verstärkung der Kriegsanstrengungen anstreben. Von offizieller Seite
in Tokio betont, daß der Kabinettswechsel keinerlei Aenderung in der japanischen Politik hervorrufen würde, eine Feststellung, die auch von den Gegnern durchaus gewertet wird. So warnte der ehemalige USA.- Botschafter in Japan G r e w das USA.-Volk vor einer falschen Beurteilung der japanischen Ereignisse.
Die offiziellen Kommentare der amtlichen Nachrichtenagentur Domei schließen heute mit dem Ausruf: „Nieder mit -.Großbritan- wurde nienl Nieder mit den Vereinigten Staatepl"
Nein, was gegenwärtig alles für Leute uns ajgute Ratschläge gebenl Die Engländer wissen genau, wie die deutschen Generäle in der Normandie eigentlich handeln müßten. Uneigennützig, wie Engländer nun einmal sind, halten sie mit ihren Ratschlägen auch nicht hinterm Berg. Kopfschüttelnd, beinahe bedauernd, mit milder Nachsicht, wie die ganz alten Skatkiebitze, stellen sie fest, daß ihre Liebesmühe nicht befolgt und die deutsche Strategie weiter nach deutschen Interessen, nicht nach uns gestellten Fällen ausgerichtet wird.
Nicht anders bei V 1. Die englischen Sachverständigen versichern schwedischen Journalisten in London, sie begriffen es einfach nicht, warum die Deutschen überhaupt dieses unerhört teure Projektil noch abfeuerten (während Eisenhower bemerkte,,die Deutschen hätten sich da leider eine verdammt billige neue Luftwaffe zugelegt), und Roosevelts Leibjude Lippman hält uns vor, die Anwendung dieser Waffe sei doch reiner Selbstmord. Bisher hatten Lippman und seine Rassegenossen gegen Deutschlands Selbstmord, die sie in Gestalt einer Revolution im Stile von 1918 erhofften, wahrhaftig nichts einzuwenden. Warum ihre jetzigen Warnunge»? Daß sie uns fertig machen wollten, stand seit langem fest, ob mit oder q h n e V 1 wären wir das Objekt ihres ganzen tödlichen Hasses. Uns nunmehr zu erklären, wir hätten erst durch V 1 unseren Kopf ganz und gar verwirkt, wirkt äußerst unlogisch und schmeckt verdächtig nach dem alten Dreh, uns bloß einzuschüchtern und wieder einmal von einer nur allzu wirksamen Waffe abschrecken zu wollen.
Daß ausgerechnet jene, die das Einäschern ganzer Kulturzentren zum Programm erhoben und für alle Ewigkeit mit dem Fluch zerstörter Städte beladen sind, gegen uns Deutsche den Vorwurf derartiger Zerstörungsorgien erheben würden, war zu erwarten. Ein Jude namens Pell, der sich als Mitglied eines „Komitees für Untersuchung von Kriegsverb^rechen" bezeichnet, erklärte, Deutschland sei es, das noch so viel Verheerungen wie möglich anrichten müßte als Vorbereitung zum nächsten Krieg. Die Anglo-Amerikaner haben aber bekanntlich das Wort vom nächsten .Krieg, vom Weltkrieg Nr. 3, erfunden, das in Wirklichkeit ihr ganzes Verhalten bestimmt. Die gemeinsam angestrebte Vernichtung Europas ist für sie wie für die Bolschewisten nur Vorbereitung und Uebergang zu diesem nächsten Krieg. Aber diese Erzfeinde Europas wollen uns die Schuld an all den Trümmern anhängen, mit denen sie Europa bedecken, wie es nie die Hunnen schlimmer getan haben.
Nun vollends die Ostfront. Da, wo noch die anderen durch die Herbeirufung, Ausrüstung und sonstige Unterstützung der bolschewistischen Heerscharen durch Bombenterror und Begünstigung innerer Wühlereien in den europäischen Ländern, vor allem aber durch ihre politischen Zusagen für eine Auslieferung Europas an den sowjetischen Imperialismus ein gerütteltes Maß von Schuld tragen, wagen sie, uns jetzt gute Ratschläge zu erteilen oder Vorhaltungen zu machen und uns beinahe des Verrats an Europa zu zeihen — nur weil wir ihnen nicht den Gefallen getan haben, dem Kampf gegen die Bolschewisten des Ostens zuliebe die Bolschewisten des Westens über Europa triumphieren zu lassen. Sie beschweren sich geradezu sittlich entrüstet darüber, daß wir in der Normandie derart fanatisch kämpfen, während unsere Leistungen tiir Polen und das Baltikum nach ihren Vorstellungen zu wünschen übrig lassen: 10 Divisionen aus Frankreich und Holland hätten sicher die Situation im Osten gerettet, deklamierte dieser Tage mißvergnügt der Londoner „Spec- tator". Das könnte Ihnen so passen, daß wir ihnen im Westen die Tore freigäben und zugleich im Osten endgültig die Arbeit abnähmen! Daß wir im Westen genau so für Europas Befreiung kämpfen wie im