Ausgabe 
(20.7.1944) 198
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstalthalters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 198 14. Jahrgang

Donnerstag, 20. Juli 1944

Dramatische Luftschlacht über Süddeutschland

113 Feindmaschinen abgeschossen - Zahlreiche Flugzeugwracks auch im Nord- und Ostseeraum

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Eigener Drabtbericht

rd. Berlin, 19. Juli. Zum drittenmal in diesem Monat unternahmen die in England und Italien stationierten USA.-Bomberver- bände am 18. Juli einen koordinierten Doppelangrilf gegen das Reichs­gebiet.

Während nordamerikanische Kampfforma­tionen kurz nach 8 Uhr früh von Westen her in das nordwestdeutsche Küstengebiet einflogen und unter Ausnutzung der Wet­terlage. verschiedene Ziele im Ostsee­raum angriffen, folgte wenig später von Süden her der Einflug eines starken USA.- Verbandes in den.d deutschen Raum. Der Planung des Gegners lag da­bei offenbar wieder die Absicht zugrunde, die Schlagkraft der deutschen Luftvertei­digungskräfte aufzuspalten. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. In erbitterten Kämp­fen, die sich über Bayern einer drama­tischen Luftschlacht steigerten, ^schossen die deutschen Jagd- und Zerstörergeschwa­der in Zusammenwirken mit der Flak nach noch unvollständigen Feststellungen achtzig Feindflugzeuge, darunter 64 viermotorige Bomber, ab.

Das Verlustkonto des Feindes er­höhte sich durch die Notlandung einiger beschädigter Flugzeuge auf neutralem Ge­biet. Bet britischen Nachtangriffen gegen das Reichsgebiet wurden ln der Nacht zum 19. Juli außerdem 9 Feindflugzeuge und im Lauf des gestrigen Tages und der folgen­den Nacht über dem Invasionsgebiet 22 Feindflugzeuge im Luftkampf abgeschlos­sen sowie zwei weitere am Boden zerstört, so daß sich die Flugzeugverluste der Anglo- Amerikaner für die zurückliegenden vier­undzwanzig Stunden aui 113 Maschinen, darunter 75 viermotorige Bomber, belaufen. Der Feind verlor damit wieder über 800 Mann seines fliegenden Personals, Von den Verbänden des Heeres und der deutschen Flak wurden außerdem für den 18. Juli 20 Abschüsse aus dem Westkampfraum ge­meldet.

Der von Italien her einfliegende USA.- Kampfverband! der von zahlreichen Lang­streckenjägern begleitet war, wurde schon in den süddeutschen Grenzgebieten in schwere Kämpfe verwickelt. Mit fanatischer Tapferkeit schlugen sich die deutschen Jäger durch die Jagdsperren des Feindes hindurch und nahmen dann die Bekämpfung der Bom­berpulks aus nächster Entfernung auf. Zahl­reiche Feindflugzeuge stürzten noch vor Erreichung des Zieles brennend a b. Ueber dem bayerischen Raum griffen dann Sturmstaffeln in die Luftgefechte ein. Sie stellten zwei Bomb'erpulks über dem Starnberger See zum Kampf und sprengten sie in wenigen Minuten völlig auf, In küh­nen, wuchtigen Flankenangriffen stießen diese bewährten deutschenNahkampftrup­pen der Luft mitten hinein in die feindliche Bombergruppe.

Innerhalb kürzester Zeit brachten sie über 40 Feindflugzeuge, fast ausnahmslos vier­motorige Bomber, zum Absturz. Bel geringen eigenen Verlusten führten einige Angehö­rige der von Hauptmann Moritz hervor­ragend geführten Sturmgruppe dabei erneut erfolgreiche Rammungen durch. Insge­samt verlor dieser nordamerikanische Ver­band in Luftkämpfen und durch Flak '69 Ma­schinen. Die Wirkungen des beabsichtigten Terrorangriffs wurden damit durch die mas­sierte deutsche Abwehr wesentlich ver­ringert.

Der zweite nordamerikanische Kampfver­band,' der etya zur gleichen Zeit verschie­dene Ziele im Ostseegebiet mit Bom­ben bewarf, nutzte in starkem Maße die über Nordwestdeutschland herrschende Schlechtwetterlage aus.. Infolge ausgebreite­ter Nebelfelder und geschlossener Wolken­decke konnte nur ein Teil der deutschen Luftverteidigungskräfte den Kampf gegen diese Feindformationen aufneh'men. Aber die Wirkung der ohne Erdsicht ausgeführten nordamerikanischen Bombardements wurden durch das schlechte Wetter über def Oßtsee und dem Wattengebiet ebenfalls stark beein­trächtigt.

Bisher wurden im nordwestdeutschen Ge­biet elf Wracks abgeschossener USA.- Flugzeuge aufgefunden. Die Verluste des Feindes dürften aber wesentlich höher sein,

denn Uber der Ostsee wurden zahlreiche be­schädigte Bomber beobachtet, die nach Schweden zu entkommen versuchten. Aus Stockholm liegen bereits Jetzt Meldungen Uber mehrere Notlandungen nordame­rikanischer Flugzeuge vor.

Das anglo-amerikanische Luftkriegspro­gramm, das in den ersten Invasionswochen im wesentlichen auf die Unterstützung der

eigenen Landungstruppen und den intensi­ven Kampf gegen die französischen 'Ver­kehrsverbindungen ausgerichtet war, ist da­mit in den letzten Wochen ganz offensicht­lich wieder stärker auf die gewohnten Ter­rorangriffe gegen das Reichsgebiet um­gestellt worden. Außer den hohen Ausfällen bei diesen Reichseinflügen haben die Anglo- Amerikaner damit eine spürbare Verringe­

rung ihrer Luftaktivität über dem West­kampfraum in Kauf nehmen müssen.

Die gleichbleibenden hohen Abschuß­erfolge an der Ostfront bezeugen gleich­zeitig eindrucksvoll die Tatsache, daß die Schlagkraft der deutschen Luftstreitkräfte im Osten trotz der hohen Beanspruchung unserer Luftwaffe an den .übrigen Luftkriegs­fronten keine Verminderung erfahren hat.

Großangriff östlich der Orne zum Stehen gebracht

Straßenkämpfe In St. Lo Abwehrschlacht zwischen Galizien und Peipussee dauert an

Schweres Feuer der V 1 pul London

dnb. Aus dem Führerhaupt­quartier, 19. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Normandie trat der Feind nach mehrstündigem Trommelfeuer und heftigen Luftangriffen nun auch östlich der Orne zum Großangriff an. Erst nach schwersten Kämpfen und unter hohen Verlusten konnte der Gegner in unsere Stellungen eindringen, wo er nach Abschuß von vierzehn Panzern durch unsere Gegenangriffe zum Stehen ge­bracht wurde. Südwestlich C a e n scheiter­ten alle feindlichen Angriffe.

Auch im Raum S t. L o wurde gestern er­bittert gekämpft. Nachdem während des Ta­ges alle Angriffe gegen St. Lo abgewiesen waren, drang der Feind in den Abendstunden mit Panzern in die Stadt ein, wo sich heftige Straßenkämpfe entwickelten.

In Luftkämpfen verlor der Feind 22 Flug­zeuge, zwei weitere wurden am Boden zer­stört.

Bei einem Säuberungsunternehmen Im französischen Raum wurden 70 Terroristen tm Kampf niedergemacht.

Schweres Feuer der V1 liegt weiterhin auf London und seinen Außenbezirken.

In Italien setzte der Feind seinen Groß­angriff von der Küste des Ligurischen Mee­res bis in den Raum von A r e z z ö sowie im Adriatischen Küstenahschnitt fort. Während er südlich und südöstlich Livorno abge-

wieseÄ wurde, setzten sich unsere Truppen östlich davon kämpfend auf das Nordufer des Arno ab. Im Raum beiderseits Poggf- b o n s 1 blieben stärkere Angriffe des Geg­ners ebenso erfolglos wie westlich Arezzo.

Südwestlich Ancona griff der Feind auf schmaler Front mit starken Panzerkräften an und erzielte unter hohen blutigen Verlusten einen tieferen Einbruch. Die schweren Kämpfe, in deren Verlaut 18 feindliche Pan­zer abgeschossen wurden, nahmen in den Abendstunden noch an Heftigkeit zu. Der völlig zerstörte Hafen von Ancona wurde daraufhin aufgegeben und die Front hinter den Eseno-Absclinitt dicht nördlich Ancapa zurückgenommen.

Im Osten dauert die große Abwehr­schlacht auf der gesamten Front zwischen Galizien und dem Peipussee an.

Im Südabschnitt steigerte sich die Wucht der feindlichen Angriffe besonders östlich des oberen Bug. Hier toben schwere Kämpfe mit dem in Richtung auf Lemberg angreifenden Feind. Seit dem 14. Juli wur­den in diesem Abschnilt 431 sowjetische Panzer vernichteL

Westlich Kowel traten die Sowjets er­neut zum Angriff an. Auch hier sind hef­tige Kämpfe im Gange. Auf dem Westufer des Njemen zerschlugen unsere Truppen im Raum von G r o d n o und O 111 a überge­setzte feindliche Kräfte. Nordwestlich

Einzelpreis 15 Rpf.

Der kühneTorpedoreiter''

Wilna wurden alle feindlichen Angriffe abgewiesen.

Im Seengebiet südlich der Düna hielten unsere Truppen den fortgesetzt angreifen­den Bolschewisten unerschüttert stand.

Nördlich der Düna bis zum Peipus­see wurden Angriffe stärkerer sowjeti­scher Kräfte unter Abschuß zahlreicher feindlicher Panzer zerschlagen. Nur in eini­gen Einbruchsstellen dauern die Kämpfe noch an.

Schlachtfliegerverbände vernichteten wie­derum eine Anzahl sowjetischer Panzer, Ge­schütze sowie Hunderte von Fahrzeugen. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wur­den 57 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.

Ein starker nordamerikanischer Bomber­verband griff im Ostseeraum an. Besonders in Kiel entstanden Schäden in Wohnvier­teln und Personenverluste.

Ein weiterer Bomberverband griff Orte in Süddeutschland an.

In der Nacht fanden schwächere Angriffe gegen den Raum von Köln, gegen das Ruhrgebiet und auf Berlin sratt.

Bei allen diesen Angriffen wurden in Luft­kämpfen und durch Flakartillerie der Luft­waffe 89 feindliche Flugzeuge, darunter 69 viermotorige Bomber, abgeschossen.

Die IV. SUirmgrubpQ des Jagdgeschwa­ders 3 unter Hauptmann Moritz brachte allein 49 viermotorige Bomber zum Absturz.

Forcierung der Feindangriffe im Osten und Westen

Zerbrochene Panzerwellen - Versteifung des deutschen Widerstandes in der Frontmitte des Ostens

Vor den Hochkämmen des Apennin

Eigener Drahtbericht

BZ. Berlin, 19. Juli. Das Kampfgeschehen an den Fronten des Westens und Ostens hat durch weitere Angriffe des Gegners eine neuerliche Forcierung erfahren, die zwar bisher dasr Gesamtbild der Front nicht we­sentlich zu ändern vermochte, jedoch an die Standfestigkeit der deutschen Truppen außerordentliche Anforderungen stellt.

Die rund zwanzig zwischen Dives und Aure zusammengeballten Divisionen der 2. britischen Armee machten nach dem Scheitern ihrer Angriffe westlich und süd­westlich C a e n am Dienstag östlich der Orne einen nAien Versuch, offenes Gelände zu gewinnen. 50 Wellen zu je 18 Flugzeugen bombardierten den etwa acht Kilometer brei­ten Angriffsraum. Gleichzeitig ging vier Stunden lang schweres ArtiHeriefeuer zahl-: reicher Land- und Schiffsbatterien auf die deutschen Linien nieder. Die beiden Angriffe auf dem Ostflügel wurden in harten Kämp­fen und Gegenstößen zum Scheitern. ge­bracht. Bei dem dritten, im Raum von Cuver- ville angesetzten Stoß brachen etwa 60 Pan­zer rund 5 Kilometer tief in unsere Linien ein. Unsere Panzer riegelten die vorgeprell­ten britischen Kräfte unter Abschuß von 40 Panzern ab und stießen dann unter Vernich­tung zahlreicher weiterer Panzer vor. In den vom Feind vorübergehend getvon neben Ort­schaften sind schwere Kämpfe im Gange.

Zur Fesselung unserer Kräfte suchten die Briten auch südwestlich Caen ihren Druck aufrechtzuerhaiten. Ueberall, wo sie nach heftiger Feuervorbereitung angriffen, holten sie sich nur blutige Schlappen.

Im Westabschnitt konzentrierten sich die Nordamerikaner auf den Abschnitt von St. L o. Immer wieder wurden die feind­lichen Panzerspitzen verlustreich abtje-

Gauleiter Grohä Reichskommissar in Belgien und Nordfrankreich

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dnb. Berlin, 19. Juli. Durch Erlaß des Führers vom 13. 7. 1944 ist die bisherige Militärverwaltung in Belgien und Nord- Irankreich durch eine Zivilverwaltung er­setzt worden, an deren Spitze der Reichs- kpmmissar für die besetzten Gebiete von Belgien und Nordfrankreich steht. Zum Reichskommissar für die besetzten Gebiete von Belgien und Nordfrankreich hat der Führer den Gauleiter Grohö ernannt.

Für den zu Nordfrankrei-ch gehörigen Teil des Gebietes wird ein besonderer, dem. Reichskommissar für die besetzten Gebiete von Belgien und Nordfrankreich unmittelbar unterstehender Zivilkommissar .bestellt wer­den.

Mit dieser Neuregelung ist die Dienststelle Militärbefehlshabers in Belgien und

des

Nordfrankreich in Fortfall gekommen. Derti Militärbefehlshaber oblag außer der Verwal­tung des ihm unterstehenden Gebietes auch die Ausübung der militärischen Hoheits­rechte in ihm. Die'Ausübung dieser Rechte wird künftig durch den Wehrmachtsbefehls­haber in Belgien und Nordfrankreich erfol­gen. Zum Wehrmachtsbefehlshaber in Bel­gien und Nordfrankreich hat der Führer (den Generäl der Infanterie Grase ernannt.

Am 18. 7. hat der bisherige Militärbefehls­haber in Belgien und Nordfrankreich. Gene­raloberst von Falkenhausen in Brüs sei die Geschäfte des zivilen Bereiches dem neuen Reichskommissar Gauleiter Grohe und die Geschäfte des militärischen Bereiches dem General der Infanterie Grase über­geben. 1

schlagen. Erst gegen Abend konnte der Feind in die Stadt eindringjen. Von den süd­lich der Stadt gelegenen Höhen aus nahm unsere Artillerie die vordringenden feind­lichen Kräfte unter Feuer und brachte ihnen schwere Verluste bei. Insgesamt vernich­teten Verbände des Heeres und der Waffen-)) 115 britisch-nordamerikanische Panzer.

Die Schlacht im Südabschnitt der Ost­front steht erst an ihrem Anfang. Es scheint der gegnerischen Führung vor allem darum zu gehen, durch eine Schwerpunkt­verlagerung zum Süden starke deutsche Truppenmassen zu binden und sie daran zu hindern, die Riegelstellungen vor dem Ein- bruchsraum in der Fronimitte noch weiter- zu versteifen. Hier hat sich sehr klar

in den letzten Tagen eine Versteifung des deutschen Widerstandes angedeutet, die ein weiteres zügiges Vorstoßen dem Gegner unmöglich macht und den Frontveriauf west­lich Grodno, vor Kauen und vor Dünabürg festgelegt hat.

Je weiter sich die Front in Mittel- Italien nach Norden gegen die Hoch­kämme des Apennin verlagert, um so schwe­rer weiden die Verluste des nachstoßenden. Feindes. Die Kämpfe an den äußersten Eck pfeilern tjer Front nahmen die Kräfte des Feindes so in Anspruch, daß er im mittleren Teil sowie im Hochgebirge des Upibrischen Apennin nur noch örtlich begrenzte An­griffe führen konnte. Diese brachen ver lustreich zusammen.

Brillanten für Kesselring,

Vom Führer überreicht Glückwünsche zum 40jährigen Dienstfubiläum

dnb. Aus dem Führerhauptquar- tier, 19. Juli. Der Führer verlieh am 19.

Juli 1944 das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten . zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalfeldmarschall Albert

Kesselring als 14. Soldaten der deut- 1 sehen Wehrmacht.

Generalfeldmarschall Kesselring hat sich seit Kriegsbeginn auf allen Kriegsschau­plätzen in der Führung-von Verbänden ,der Luftwaffe und später als Oberbefehlshaber der in Italien stehenden Heeresgruppe be­sonders ausgezeichnet und immer,'Wieder auch ' in schwierigsten Situationen durch rücksichtslosen persönlichen Einsatz hervgr- ragend bewährt.

- Der Führer hat Generalfeldmarschall Kesselring die hohe Auszeichnung \hett;te per­sönlich überreicht undihm zugleich die herz­lichsten Glückwünsche anläßlich seines am 20. Juli stattfindenden 40jährigen Dienst- lubiläums ausgesprochen.

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Generalfeldmarschall Albert Kesselting wurde am.30. November 1885 als Sohn eines Stadtschulrats in Markstett (Unterfranken) geboren, trat am 20. Juli 1904 als Fahnen­junker in das 2. Bayerische Fußartillerie- .Regiment ein. Schon vor dem ersten Welt­krieg wurde der junge Offizier zum Ballon- Beobachter ausge,bildet.

Den Krieg 1914/18 machte er bei der Truppe als Brigadeadjutant und General- stabsoffi^ier mit. Nach tfebernahme in die deutsche Luftwaffe war er zunächst Chef des Luftwaffen-Verwaltungsamtes. Am 1. 10.

1934 erfolgte die Beförderung zum General­major, am 20. 4. 1936 zum Generalleutnant und am 9. 6. 1936 die Ernennung zum Chef des Generalstabes der Luftwaffe. In dieser

IDienststellung hatte er maßgebenden Ein-.Glückwünsche übermittelt.

fluß auf die Ausarbeitung der operativen und praktischen Grundsätze für den Luft­krieg. .

Im späteren Verlauf des Krieges über­nahm Kesselring als Chef der Luftflotte 2 und Befehlshaber Nordwest den nördlichen Abschnitt des Luftwaffenkampfraumes im Westen. Die Niederkämpfung der belgischen und holländischen Luftstreitkräfte, ferner die Zerschlagung der eingekesselten Feind- Divisionen in der Flanderngchlacht und die vernichtenden Angriffe deutscher Flieger­verbände gegen die aus den Kanalhäfen flüchtenden britischen Geleitzüge und Kriegsschiffe sind Ruhmestaten' der von ihm geführten Luftflotte.

Kesselring konnte sein umfassendes mi­litärisches Wissen sowie seine großen theo­retischen und praktischen Kenntnisse als Truppenführer des Heeres und als Flieger in Ost und West, glänzend beweisen. Der entscheidende Einsatz seiner Luftflotte gn der Otfront ist mit den großen Erfolgen der Vernichtungsscblachten'des Jahres 194t verbunden. Nun folgte seine Berufung nach dem südlichen Kriegsschauplatz im Mittel meerraum und an der afrikanischen Front. Seit Herbst 1943 führt Generalfeldmarschali Kesselring als Oberbefehlshaber einer Hee­resgruppe den schweren und heldenhaften Kampf unserer Divisionen gegen die bri­tisch-nordamerikanischen Armeen in Ita­lien.

Der Führer beglückwünscht Francop

dnb. Aus dem Führ er Haupt­quartier,. 19. Juli. Der Führer hat dem, Chef des spanischen Staates, Genera­lissimus F r a ii c o , zum spanischen Natio­nalfeiertag am 18. Juli mit einem in herz­lichen Worten gehaltenen Telegramm seine

Walther G e r h o l d , der mit seinem Einmann- Tor petlo einen Kreuzer aus der Invusionsflotte versenkte.

PK.-Krb. Böltz

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Von .

Dr. Kurt Trampier

An einer Ruine, in der noch das Feuer glimmt, wird der Wehrmachtbericht ange­schlagen. Eine alte Frau und ein Mädel, die auf einem Handwagen die Reste ihrer Habe fortbringen, sind die ersten, die davor stehen. Bauern von der Landfeuerwehr ge­sellen sich dazu, und ein Mädchen in Stahl­helm und Monteuranzug. Niemand geht vor­bei. Jeder liest den täglichen Bericht vom großen Schicksalskampf der Nation und fühlt, daß seine Not und. seit) Einsatz nur' ein Teil davon sind, Alle, wie sie hier stehen,, haben Schweres mitgemacht in dieser Woche, in der sie fünf Großangriffen standhalten mußten. Trotzdem richten sie jetzt für eine kurze Atempause den Blick au! das Große, Ganze, auf die Fronten im Westen, im Süden und im Osten, wo ihre Männer, ihre Söhne, ihre Väter kämpfen. Und da lesen sie nun, daß der Wehrmacht­bericht neben der Tapferkeit des deutschen Soldaten auch ihre vorbildliche Haltung an­erkennt. Ein Leuchten geht da über ruß­geschwärzte Gesichter, ugd die vom Rauch entzündeten übernächtigten Äugen bekom­men einen frohen Glanz.

Sie haben dieses Lob verdient. Acht Tage lang sind die nicht aus den Kleidern gekom­men, acht Tage haben sie kaum geschlafen: unermüdlich gelöscht, gerettet, geborgen, geholfen oft mehrfach an derselben Stelle,' an der der Terror neue Brände entzündete, ehe die alten, ganz niedergekämpft waren. Wie die Hitler-Jugend im Kampf stand, das. läßt mit ruhigem Hoffen in die deutsche Zu­kunft schauen! Kein Lob aber ist auch zu hoch für die Münchener Frauen und Mäd­chen. Wie beherrscht haben sie alle Angst hinuntergewürgt, als der Boden unter ihren Füßen schwankte, wie tapfer sind sie mitten im Tpben des Angriffs die Treppen liinauf- gqrannt, mit welchem Elan haben sie zahl­lose Brandbomben niedergekämpft, bevor diese ihr Vernichtungswe^k vollenden konnten!

Wie das war hören vir an der Feld­küche ein Mädel eine Freundin fragen als das Haus unter dem Donner der Spreng­bomben zusammenstürzte?Wie die Haserln sind wir am Boden gelegen und haben ge­wartet, ob's uns derschlagt" sagt die andere. Aber wir hören auch, daß die.Haserln" gleich danach den Stahlhelm aufgesetzt und die Kübelspritzen gepackt haben aus dem zerstörten Haus herausgekrochen sind und den ganzen Tag und die darauffolgende Nacht hindurch im Nachbarhaus, gelöscht haben. In einer anderen Straße hatten ein paar Mädel ünd zwei alte männliche Ange­stellte das Feuer in einem Bürohaus zum Stehen gebracht und die- geretteten Möbel sorgfältig auf der Straße aufgeschichtet, als sie schon der nächste Alarm wieder in«, den Schutzraum jagte. Mit ;der Vorentwarnung sind sie wieder oben und machen mit einer sthon geübten Gewandtheit zwei Stabbrand­bomben den Garaus, die zwischefl die geret­teten Sachen gefallen sind.' Und nun stehen sie müde und abgekämpft da und hätten eigentlich verdient, in Ruhestellung zu kom­men. Da schpuppert eine mißtrauisch in die Luft, entdeckt über dem Haus schräg gegen­über frischen Rauch und stellt gelassen fest: Jetzt brennt der Huber , aa". Der geben sie sich noch einmal einen Ruck, schultern ihre Luftschutzgeräte, ziehen die Gasmasken über und gehen beim Huber löschen. So aber schlägt', sich die ganze Stadt!

Es ist ein anderes München, das heute im .Daseinskampf steht, als die festesfrohe Stadt,

' die zahllosen Besuchern aus glanzvollen Friedenstagen in Erinnerung steht. Es ist das München wieder, das 1919 die Räterepublik niedeischlug und sich gerade in den dunklen Tagen\nach dem 9, November 1923 so leidenschaftlich zum Führer bekannte. D?r Münche­ner von gestern kostete das leichte, heitere Leben der Kunststadt vbll aus, die älteren