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Parteiamiliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des R«crl«r*nd»n Bftrasrmeisters der Freien Hansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündunasblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen
Nr. 197 • 14. Jahrgang
Mittwoch, 19. Juli 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
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Heroischer Einsatz deutscher Torpedomänner
im manngesteuerten Doppeltorpedo gegen die Invasionsflotte — Ein improvisiertes Kampfmittel
.' Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
b. Berlin, 18. Juli. Die Weltöffentlichkeit erfährt heute erstmals Einzelheiten über den Einsatz eines bisher unter dem Schiefer der Geheimhaltung wirkenden Kampfmittels der deutschen Kriegsmarine, das sich als ein von einem Schützen gesteuerter Doppeltorpedo vorstelU. (Siehe auch den folgenden Bericht; „Der Ein-Mann-Torpedo — eine Ueberraschungs- waffel“)
Die zweimalige Erwähnung im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht unter der nüchternen Bezeichnung: „Kampfmittel der Kriegsmarine versenkten . . .“ ließ auf die Wirkung dieser Waffe aufmerksam werden. Zweifellos handelt es sich hierbei nicht bereits um die Verkörperung einer „neuen Waffe“, mit der sich die Vorstellung einer revolutionierenden „Geheimwaffe“ verbindet, vielmehr ist hier aus der Improvisation ein Kampfmittel entstanden, das seine besondere Wirksamkeit gegenüber konzentrierten Schiffsansammlungen erwies, als sich die anglo- amerikanischen Flottenstreitkräfte vor dem Brückenkopf von Anzio massierten und in ihrer starken Sicherung wenig Angriffsflächen boten. In dieser Situation wurde der Gedanke geboren, gewisseimaßen aus dem Handgelenk heraus ein Kampfmittel zu schaffen, das keinerlei besondere Betriebsumstellung verlangte und bereits Vorhandenes sinnvoll anzuwenden wußte. Neben der außerordentlichen kämpferischen Leistung, die von den Schützen dieser Ein- Mann-Torpedos verlangt wird, ist für dieses Kampfmittel besonders die Tatsache, charakteristisch, daß es ohne besonderen Aufwand an Zeit und Material hergestellt werden kann.
Der erfolgreichste Torpedoschütze, der inzwischen zum Schreibermaat beförderte und mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnete bisherige Schreiberobergefreite Walter G e r h o I d , sprach am Diens- tagmitfag vor den Berliner Vertretern der deutschen Presse und gab durch seine Schilderung ein anschauliches Bild der besonderen Erfordernisse dieses Einsatzes. (Seine Ausführungen verzeichnen wir an anderer Stelle dieses Blattes.)
Seine Erscheinung ist typisch für Männer, die unter Einsatz ihres Lebens dieses Kampfmittel dem Feind entgegenführen. Die Möglichkeit des Sichselbstopfems, das nicht auf jeden Fall Bedingung des Erfolges zu sein braucht, gibt ihrem Kampf das Heroische. Sie schließen in dem Augenblick
mit dem Leben ab, ln den) sich die Glaskuppel des Trägertorpedos i^ber ihnen schließt und ein Kampf gegen eiiie Uebermacht beginnt, dessen Erfolg vor allem im Ueber- raschungsmoment begründet liegt. Die Män-
dnb. Berlin, 18. Juli. Der Führer hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, dem Führer der in der Seine-Bucht eingesetzten Ein-Mann-Torpedos, Oberleutnant zur See Johann Krieg, und dem Schreiberobergefreiten Wal-ther Gerhuld für die mit einem Ein-Mann-Torpedo erzielte Versenkung eines feindlichen Kreuzers das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.
Kriegs hervorragende Persönlichkeit verstand es, seine eigene Entschlossenheit und Energie, verbunden mit einem unbändigen Angriffswillen, auf die Männer seiner Kampfgruppe zu übertragen. Er ist dalnit maßgeblich an ihren Erfolgen beteiligt. Krieg, der am 14. 3. 1919 geboren wurde, ist in der ersten Einsatznacht schwer verun- unglückt.
Der 23 Jahre alte Schreiberobergefreite G e r h o 1 d ist der erste Einzelkämpfer der Kriegsmarine, der für die unter schwierigsten Bedingungen erzielte Versenkung eines britischen Kreuzers der „Aurora"- Klasse das Ritterkreuz erhielt. Gerhold passierte mit seinem Torpedo sechs Zerstörer in unmittelbarer Nähe, durchbrach diesen Sicherungsgürtel und griff kalt berechnend unter geschickter Umgehung aller Schwierigkeiten den dahinter liegenden Kreuzer an. Das Schiff ging nach einer schweren Kesselexplosion unter. Gerhold wurde wegen Tapferkeit vor dem Feind zum Schreibermaat befördert.
Bei der Bekämpfung fei ldlküci Krieg*- und Transportschiffe im Seegebiet der invasionsfront zeichneten sich neben einer Reite anderer junger Soldaten der Kriegs- mamie sechs Männer besonders aus, von denen der jüngste 17 und der älteste 28 Jahre alt sind. Auch sie wurden wegen Tapferkeit vor dem Feind befördert und erhielten als äußeres Zeichen des rücksichtslosen Einsatzes ihrer Person das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.
Im einzelnen haben sich hierbei mit Ihrem Ein-Mann-Torpedo Bootsmann S c h u I d t,
ne^ des Oberleutnants zur See Johann 'Krieg meldeten sich durchweg freiwillig zu dem Einsatz in dem neuen Kampfmittel. Sie verkörpern den Geist von Einzelkämpfern, die den Preis ihres Lebens nicht zg hoch achten,
28 Jahre alt, Bootsmann Zimmermann, 22 Jahre alt, Matrosenhauptgefreiter Breuer, 24 Jahre alt, Matrosengefreiter Berger, 17 Jahre alt,.Matrose F e d cfe r - s e n , 22 Jahre alt, und Matrose S c hach i n g e r, 21 Jahre alt, hervorragend bewährt.
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Der Ein-Mann-Torpedo wurde bereits in Italien vor Anzio und Nettuno erfolgreich eingesetzt und hat sich nun in der 'Seine- Bucht, wo ähnliche Verhältnisse Vorlagen wie in Italien, als ausgesprochene U e b e r - raschungswaffe erneut bewährt. Seine Entstehung ist jtngsten Datums und auf die Forderung zurückzuführen, mit vorhandenen Mitteln ohne zeitraubende Erprobung und kostspielige Herstellung eine Waffe zu schaffen, die mit Aussicht auf Erfolg gegen Schiffsansammlungen eingesetzt werden kann, wie sie der Gegner vor L'andeköpfen anzuhäufen gezwungen ist. Dabei stand von Anfang an fest, daß dieser Ein-Mann-Torpedo nur von Männern erfolgreich zum Einsatz gebracht werden konnte, die auch angesichts der starken feindlichen Ueberlegenheit mit todesmutiger Kampfentschlossenheit in unmittelbare Nähe ihres Zieles fuhren, um es,zu vernichten. Mit dieser Waffe ' wurde den Männern der Kriegsmarine erstmalig ein Kampfmittel in die Hand gegeben, das sie ebenso wie ihre Kameraden bei Heer und Luftwaffe in die Lage versetzt, den Feind als Einzelkämpfer anzugreifen.
Der Ein-Mann-Torpedo Ist eine einfache, aber rinnt eit he Verbindung von zwei Torpedos, wie sie von U-Booten, Zerstörern oder Torpedobooten verschossen werden. Der eine der beiden Torpedos ist der Träger, der andere der Gefechtstorpedo. Dieser Ist an zwei Stellen unter dem Trägertorpedo aufgehängt und läuft nach Abfeuerung, durch elektrische Energie betrieben, mit hoher Geschwindigkeit auf sein Ziel zu.
Die Zieleinrichtung, die dem Schützen zur Verfügung "steht, besteht aus
um dem Gegner schwere Schläge zu versetzen. Als Anerkennung ihrer rücksichtslosen Einsatzbereitschaft wurden sie mit dem Ritterkreuz bzw. mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet
einem stauförmig ausgearbeiteten Kora und einer Markierung in der halbkugelförmigen Glaskuppel, die während der Fahrt über Wasser ragt. Die Glaskuppel und das Korn sind auf dem etwa 1,50 m langen und 0,75 m breiten Kopf des Trägertorpedos angebracht.
In diesem außerordentlich beschränkten Raum befindet sich der Schütze während seines langen Einsatzes. Er kann nur die allemotwendigsten Bewegungen machen und hat zwischen seinen Beinen die Steuerung und den Auslösehebel für den Gefechtstorpedo. Die Plexiglaskuppel schließt ihn von der Außenwelt luftdicht ab. Die Ausrüstung des Schützen während seines Einsatzes besteht aus einem Atmungsgerät, der Jägermaske und zwei Kali-Patronen, die für die unbedingt notwendige Erneuerung der Luft sorgen. Ferner erhält er Konzentratverpflegung, wie Koka-Kola, Seenotproviant, wie ihn die U-Boote mit sich führen, Dextroenergen” und anderes mehr.
Während des Einsatzes wird der Tauchretter getragen. Die Atmung erfolgt durch die Jägermaske,, die an die beiden Kali-Patronen angeschlossen ist. Mit Hilfe des Tauchretters ist der Schütze jederzeit in der Lage, den Trägertorpedo nach Abwerfen der Glaskuppel zu verlassen. Da außer der niedrigen Glashaube, die häufig vom Wasser überspült wird, von dem in Fahrt befindlichen Torpedo sonst nichts zu sehen ist, können die Männer ihre tödliche Ladung unter Umgehung weniger wertvoller Schiffszlele oder starker Sicherungen bis in die unmittelbare Nähe des ausgewählten Objektes heranführen und, wie die Versenkungen beweisen, zum Erfolg bringen.
Es steht dabei völlig außer Zweifel, daß in jedem einzelnen Fall von diesen kühnen Männern das Höchste an Mut und Todesbereitschaft gegeben wird. Ihr bedingungsloser freiwilliger Einsatz und Ihr unerschütterlicher Glaube an den Erfolg — auch einem zur Zelt materiell überlegenen Feind gegenüber — sind beispielhaft.
Der Ein-Mann-Torpedo - eine Ueberraschungswaffe
Die ersten Ritterkreuze lür Einzelkämpfer der Kriegsmarine — Weitere kühne Männer ausgezeichnet
„Idi Iah 2 Schornlteine, vorn und achtern Zwillingstürme..
Erlebnisbericht des Obergeireiten Walther Gerhold von seinem kühnen Torpedoritt durch die Seine-Bucht
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
BZ. Berlin, 18. Juli. Braungebrannt, mit blitzenden Augen steht er vor uns, der- 23- jährige Walther G e r h o 1 d. Seine Stimme klingt sachlich, und zwischen seinen Worten schwingt die stumme Frage; Weshalb dieses besondere Augenmerk auf mich, da meine Kameraden ein Gleiches vollbrachten?
Dieselbe Zurückhaltung zeigen die Einzel- käjnpfer.der Infanterie, wenn sie über ihre Erlebnisse 'berichten sollen, "über Taten, die sie als Selbstverständlichkeiten ansehen und die doch weit über den Rahmen des Alltäglichen hinausgehen. Wie sich der Soldat im Osten und . an der Invasionsfront mit seiner geballten Ladung au den Feindpanzer heranschleicht, um ihm im günstigen Augenblick den Todesstoß zu versetzen, so pirscht sich der Einzelkämpfer der Kriegsmarine an das feindliche Kriegsschiff heran, um den vernichtenden Torpedotreffer anzubringen.
In der Nacht des 6. Juli besteigt er seinen Ein-Mann-Torpedo, um allein auf sich gestellt, nur Gott und seinem Glück, vertrauend, zu einem Unternehmen anzusetzen, das den ersten starken, sichtbaren Erfolg bringen sollte. Eingeengt in. der engen Glaskuppel seines Träger-Torpedos sieht er nur das Wasser der Orne-Mündung, den Himmel, den Nordstern und den Mond. Die Gestirne dienen ihm zur Orientierung und sine kleine Mondtabelle in seiner Hand ist einziges Hilfsmittel. der Orientierung ln dieser Wasserweite, die er aus der Froschperspektive, kaum 25 Zentimeter über dem Wasserspiegel, nur in ganz kleinem Umkreis übersehen kann, off auch hierin durch Ueberspülen der Wellen gestört.
Zerstörer tauchen auf, drei, vier, sechs. Sie liegen gestoppt. Lohnen sie einen Angriff, oder sind sie der Schutz wertvollerer größerer Einheiten? Sekundeftschnelle Ueber- legung. In 400 Meter Entfernung lenkt er seinen Torpedo an dem Sicherungsverband vorbei. Die Atemluft läßt die Scheiben der Glaskuppel beschlagen. Bei' dem eifrigen Wischen der Sichtflächen des engen Gehäuses entdeckt er ejnen siebenten Zerstörer, der zur Sicherung auf Seeseite auf und ab patroulliert. Bildet er ein lolniendes Ziel- objekt?
„Auch dieser Zerstörer war mir als Ziel zu klein.“ Gerhold durchbricht die Sperrkette. Unbemerkt lenkt er' seinen Torpedo durch die Lücken zwischen den Zerstörern und — findet «ein Ziel: Ein Kreuzer der
fl Anrora"-Klasse.
„Ich sah zwei Schornsteine, vorn und «Wen. Zwillingstürme. In. diesem Augenblick war ich noch ruhiger als vorher,
schoß meinen Gefechtstorpedo ab und wartete auf den Erfolg!"
Der Torpedo war unter Berücksichtigung der Strömung mit Vorhaltewinkel abgeschossen worden. Er traf! ,
„Die Explosion schleuderte mich wild hin und her. Ein riesiger Feuerschein blendete mich, Rauchwolken hüllten den Kreu-
dnb. Aus dem Führerhaupt- quariier, 18. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Normandie hat im Raum südwestlich C a e n und nordöstlich St. Lo durch den Einsatz neuer Kräfte auf beiden Selten die Abwehrschlacht größtes Ausmaß angenommen. Südwestlich Caen wurden alle feindlichen Großangriffe zum Stehen gebracht, Wo der Feind vorübergehend in unsere Stellungen eindrin'gen konnte, wurde er in sofortigen Gegenstößen geworfen.
Besonders heftig waren die vom stärksten ArUUeriefeuer unterstützten feindlichen Durchbruchsangriffe im Raum nordöstlich St. L o. Es gelang dem Feind dort erst nach schwersten Verlusten, unsere Linien auf den Nordrand der Stadt zurückzudrücken.
Schlachtflieger unterstützten die Abwehrkämpfe des Heeres im Landekppf.
In der Nacht wurden feindliche Truppenansammlungen und Artilleriestellungen mit guter Wirkung angegriffen.
Im französischen Raum wurden wiederum 167 Terroristen und Banditen Im Kampf niedergemacht.
Die im Wehrmachtbericht verschiedentlich gemeldete Versenkung feindlicher Schiffe durch neuartige Kampfmittel der Kriegsmarine ist auf den Einsatz von Torpedos zurückzuführen, die durch einen Mann an den Feind gebracht werden. Bei diesem Einsatz hat sich der Matrosen-Obergefreite Walter Gerhold besonders ausgezeichnet.
Das Vergeltungsfeuer auf London dau ert an.
Auch in Italien nahmen die Abwehr kämpfe an den bisherigen Brennpunkten immer mehr an Heftigkeit zu. Besonders südöstlich Livorno, nördlich und nordwestlich Volterra, im Raum beiderseits A r e z z o und südlich Ancona führte der Feind zahlreiche Angriffe, in denen er
zer ein. Als ihm eine heftige Kesselexplosion den Rest gegeben hatte, glitt er vor mir über das Heck lautlos in die Tiefe."
Die Abwehr war erwacht. Scheinwerfer tauchen die Wasseroberfläche in blendende Helligkeit. Öie Zerstörer werfen Wasserbomben. 2-cra-Geschosse surren ohne Ziel. Ohne getroffen zu werden, zieht sich Ger-
jedoch nur geringen Geländegewinn erzielen konnte.
Im Süden der Ostfront griffen die Sowjets östlich des oberen Bug weiter mit starken Kräften an. In Gegenstößen zerschlugen unsere Divisionen alle feindlichen Durchbruchsversuche.
Im Mlttelabschn'itt warfen unsere Truppen an mehreren Stellen die auf das Westufer des Njemen vorgedrungenen Bolschewisten über den Fluß zurück. Westlich W i.l n a , im Seengebiet südlich Dünaburg, nördlich der Düna, am Einbruchsraum von Opotschka sowie südlich Ostrow versuchten die Sowjets auch gestern unsere Front zu durchbrechen. Alle Ihre Angriffe brachen jedoch blutig zusammen. Hierbei wurden allein im Abschnitt nördlich der Düna 62 feindliche Panzer abgeschlossen.
hold mit seinem Träger-Torpedo aus dem Bereich der Sicherungsfahrzeuge zurück. Die Kameraden überreichen ihm einen Blumenstrauß, als er die Küste wieder erreicht.
Gerhold stammt aus dem Sauerland. Er wurde am 8. Juni 1921 geboren. Bevor er Soldat der Kriegsmarine wurde, war er begeisterter Hitler-Jugend-Fül)rer.,
Schlachtflieger vernichteten 37 feindliche Panzer und über 300 Fahrzeuge.
Marineartillerie-Leichter beschädigten auf dem Pelpussee drei sowjetische Kanonenboote.
Bei den Kämpfen an der Ostfront haben sich im Süden die fränkisch- sudetendeut- sche 88. Infanterie-Division unter Führung von Generalmajor Graf von Rittberg und im Norden die rheinisch-westfälische 329. Infanteriedivision unter Führung von Generalleutnant Mayer durch besondere Härte und Zähigkeit wiederholt ausgezeichnet.
In der Nacht wurden bei einem feindlichen Luftangriff auf Kirkenes 37 sowjetische Flugzeuge in Luftkämpfen abgeschossen und damit über ein Dritlel der Angreifer vernichtet.
In der vergangenen Nacht warfen britische Flugzeuge Bomben auf B e r 1 i n.
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Karte zu dem neuen Großungriff der Invasoren in der Normandie
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Großangriffe südwestlich Caen zum Stehen gebracht
Schwerste Feindverluste nordöstlich St Lo — Alle Durchbruchsversuche im Süden der Ostfront zerschlagen
Keüe wqliitke Jftdmfto&iifi?
Von
■f Promode Sengupta
’ Promode Sengupta, Mitarbeiter de* Ausschusses Freies Indien und hervorragender Kenner der politischen Verhältnisse in seiner Heimat, behandelt die Hintergründe für die Freilassung Gandhis.
Die Schriftleitung der „Bremer Zeitung*
Die am 5. Mai 1944 erfolgte Freilassung Gandhis nach fast zweijähriger Gefangenschaft ist ein Ereignis von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Ehe die Briten den Mahatma fretgaben, waren schon einige indische Führer, u. a. Frau Gandhi und ihr Privatsekretär, Mahadö Desai, im Gefängnis gestorben. Gandhi selbst und viele andere gefangene Kongreßführer, so auch Abdul Gaffer Khan (der. „Gandhi der Grenze”), Maulana Abul Kalam Azad (der jetzige Kongreßpräsident) und Pandit Jawaharlal Nehru waren befeits damals erkrankt. Eine Freilassung erfolgte jedoch nicht. Nach dem Tode von Frau Gandhi verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Mahatma zusehends, so daß befürchtet werden mußte, auch er werde im Gefängnis sterben. Dieser kritische Zustand des noch immer gefangen gehaltenen Gandhi führte zu einer ernsten Krise unter den britischen Führern.
Um einen Ausweg zu schaffen, schlug Vizekönig Lord Wavell die Entlassung Gandhis aus gesundheitlichen Gründen vor, wohl in der Hoffnung, daß ein . solcher Schritt unter den augenblicklichen Umständen den Briten bessere Verhandlungsmöglichkeiten für die Zukunft geben würden. In London gibt man jetzt allerdings offen zu, daß die Amery-Clique in England und viele britischen Bürokraten in Indien sich auf das heftigste einer Freilassung Gandhis widersetzten. Nur unter der Voraussetzung, daß Gandhi öffentlich die „Verlaßt-Indien"-Erklä- rung widerrufe, wollten sie ihre Zustimmung zur Entlassung des Mahatma geben. Gandhi aber, und jeder andere Kongreßführer auch, würde lieber im Gefängnis sterben, als irgend eine derartige Erklärung abgeben. Man weiß jetzt, daß die aordamerikanische Regierung zu diesem Zeitpunkt einen starken Druck auf das britische Kabinett auf übte, und es wird sogar angedeutet, daß Präsident Roosevelt selbst Churchill gegenüber habe durchblicken lassen, daß man den Mahatma ohne Bedingungen frsilassen solle. Wahrscheinlich hat sich Roosevelt zu diesem Schritt genötigt gesehen, um die wachsende Unzufriedenheit der amerikanischen Oeffentlichkeit über die ungeschickte Handhabung des indischen Problems zu beruhigen. Schon der Gefängnistod Frau Gandhis hatte in Amerika und den neutralen Ländern Mißstimmung gegen England hervorgerufen, so daß sich nun sowohl amerikanische als auch englische Staatsmänner darum bemühten,, den Tod Gandhis im Gefängnis zu verhindern, da ein solches Ereignis das angelsächsische Prestige stark erschüttern würde. Auch die vielen religiösen u ld humanitären Organisationen Englands und Amerikas zugunsten von Gandhis sofortiger Entlassung betriebene Propaganda und die von der Türkei, Aegypten und den anderen mohammedanischen Staaten geäußerten Befürchtungen erwiesen sich als entscheidende Faktoren. So wurde Gandhi schließlich, als sein Gesundheitszustand zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß gab, freigelassen.
Es wäre jedoch falsch, anzunehmen, daß Gandhis Entlassung nur aus „gesundheitlichen Gründen” erfolgte. Im Gegenteil: diesem Schritt, zu dem man sich nach reiflichen Ueberlegungen entschlossen hatte, liegt ein bedeutungsvolles Motiv zugrunde, Als Gandhi und der K'ongreß Protest gegen die gegen den Willen Indiens erfolgte KriegserkjärungMm Namen Indiens einlegten und schließlich die „Verlaßt-Indien”- Resolution erließen, entschloß sich das britische Kabinett zu einer Unterdrük- -kun g spolitik v o,m nie zuvor erlebter Härte. Alle Kongreßorganisätio- nen und sogar viele andere rein wirtschaft- lichfe und philantropische Einrichtungen wurden als ungesetzlich verboten, und mehr als 100 000 Kongreßanhänger, an ihrer Spitze alle Kongreßführer, wurden ins Gefängnis geworfen. Immer wieder eröffnete britische Polizei und britisches Militär das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten.
Neben dieser Unterdrückungspolitik griff die britische Regierung wieder zu dem altbewährten Mittel der. Aufspaltung, Indem sie einige anti-indische Führer veranlaßte, den Pakistanplan, der Indien in einen Moslemstaat und einen Hindustaat spalten sollte, vor der Oeffentlichkeit zu propägan- dieren. Gleichzeitig forderte man gemäßigte Führer, wie Rajagopalacharia, Jayakar und SapTU, die im Volk nur wenig Anhang haben, auf, den Kongreß zur Zurückziehung der „Veijaßt-Indien,”-Resolution und damit zu einer Verständigung mit dem britischen Imperialismus zu überreden.
Aber alle diese Bemühungen der britischen Herrscher schlugen kläglich fehl. Das von den britischen Propagandisten so laut verkündete Schlagwort „Pakistan" hatte keine große Wirkung, und alle volkstümlichen Moslemführer erkannten die Gefahr und traten dagegen auf. Der Einfluß Jinnahs aber, der 1942 auf der Höhe seiner Macht stand und dessen Worte von Reuter stets getreulich wiedergegeben werden, begann
sehr zur Enttäuschung Churchills und Amerys — zu schwinden.
Darüber hinaus hatte die politische Unzufriedenheit des Volkes und die anhaltende Sabotagetätigkeit die anglo-amerikanischen Kriegsvorbereitungen stark beeinträchtigt,