Ausgabe 
(18.7.1944) 196
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Parieiamiiiche Tageszeiiung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verlcündungsblatt des Feichsstatthalters in O'denbura und Bremen

Nr. 196 14. Jahrgang

Dienstag, 18. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpl.

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Neue Welle von V-l-Flughörpern gegen London

Tragikomische Ratschläge und Warnungen des britischen Innenministeriums lassen Wirkungen und Schäden

des V-1~ Beschusses erkennen

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Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 17. Juli. Montag in aller Frühe setzte, nach einer offiziellen Mit­teilung aus London, eine neue Welle von deutschen V-l-Geschossen gegen SUdeng- land und das Groß-Londoner Gebiet ein.

Das englische Innenministerium veröffent­licht neue Ratschläge an die Bewohner der Hauptstadt, wie sie sich am besten ge­genüber denfliegenden Bomben" zu ver­halten hätten. Es heißt darin:

Wer sich in offener Landschaft, in Parks oder dergleichen befinde, müsse sich sofort beim Herannahen eines solchen Flugkörpers hinwerien, am besten in einen Graben oder ein Erdloch. Außer in Fällen von direkten Treffern habe man unter solchen Umständen Aussicht, mit heiler Haut davon zu kommen. Die Hauptgefahrenquelle sei nämlich der Luftdruck, der jedoch nur Personen in unmittelbarer Nähe des Einschlags treffe. Wer sich in einer Straße aufhalte, solle zum nächsten Schutzraum laufen, am besten nahe einer Hauswand, aber nicht direkt gegen sie gepreßt, und den Kopf so gut wie mög­lich schützen.

Eine besondere Warnung wird ausge­sprochen, sich nicht vor Glastüren oder Fen ster zu legen. Innerhalb von Gebäuden solle man den bestmöglichsten Schutz suchen: Krieche unter einen Tisch, gehe in einen Korridor oder hinter eine dicke Wand, so weit weg wie möglich von Glas, und schütze das Gesicht! Spiegel müssen entfernt wer­den."

Im übrigen fordert das Ministerium die Bevölkerung dazu auf, Tag und Nacht sämt­liche Fenster geöffnet zu halten. Die Mah­nung schließt:Scheue nicht davor zurück, als erster Schutz zu suchen, wenn eine Bombe ihre Annäherung ankündigtl Es sei nämlich vorgekommen, daß Leute ihr Le­ben' eingebüßt hätten, nur, weil sie nicht für nervös gelten wollten.

Insgesamt zeigen die Richtlinien des bri- fischen Innenministeriums erneut, daß die

V 1 in keiner Weise eine, wie die Englän­der sagen,Anti-Personal-Waffe" darstellt, daß sie vielmehr auf ganz andere Wir- k u n g e n abzielt als auf Personenschäden.

( EnglandsBombenallee"

Eigener Drahtbericht

ep. Lissabon, 17. Juli.Nicht nur Lon­don selbst, sondern ganz Südengland hat jetzt eine neue Bombenallee, auf der

V 1-einfliegt", stellt ein Sonderbericht des Daily Expreß" fest. Der Berichterstatter meint, die im Gebiet derBombenallee" lebenden Engländer seien mehr gefährdet als die Londoner, da es dort keine Sirenen und keine tiefen Bunker, sondern nur Grä­ben- und -Hecken gäbe.

Plünderungen in London häufen sich

Eigener Drahtbericht

ep. Lissabon, 17. Juli. Gegen die in Lon­don täglich im Zusammenhang mit dem

V 1-Beschuß zunehmenden Plünderungen müssen jetzt neben der Polizei noch Selbst­schutztruppen und die Heimwehr (Home Guard) eingesetzt werden, die amtlich die Bezeichnung Antiplünderer-Truppen tra­gen. Selbst 14- bis 13jährige Jugendliche haben sich zu Plündererbanden zusammen­geschlossen. Sobald diese jugendlichen Räu- her den Explosionsort einer. V 1 festgestellt haben, eilen sie mit Fahrrädern dorthin und plündern unter der Angabe, daß sie sich

an den Rettungs- und Aufräumungsarbeiten beteiligen wollen.

Ein neues Problem sei durch die Tatsache aufgeworfen worden, heißt es in derNews Chronicle", daß V 1 Tag und Nacht auf Südengland und London falle. Es gehe dabei

um die Unterbringung der Nachtarbeiter. Zwar habe Churchill der Bevölkerung ge­raten, nach getaner Arbeit die 'sichersten Luftschutzkeller aufzusuchen, in Wirklich­keit werden aber die Londoner Luftschutz­keller bei Tagesgrauen geschlossen und erst

am Abend wieder geöffnet. So fänden also die Nacharbeiter die sichersten Unterkünfte versperrt.News Chronicle hat sich be­reits an das Innenministerium in dieser An­gelegenheit gewandt. Dort habe man aber nicht einmal die Versicherung dafür geben können, daß man das Problem lösen wolle.

Großangriff südwestlich Caen zurückgeworfen

58 Panzer abgeschossen Schweres V-1 -Feuer weiter auf den Großtaum von London Anglo-amerikanische Angriffe in Italien abgewiesen - Abwehrschlacht im Südabschnitt der Ostfront nimmt an Helligkeit zu

dnb. Aus dem Führerhaupt­quartier, 17. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südwestlich Caen traten englische Di­visionen gestern erneut zum Großangriff an. Schwerstes Artilleriefeuer von Land und von See her unterstützte die feindlichen Angriffe. Es gelang dem Gegner, in einige dicht hinter unseren Linien liegende Ortschaften einzu­dringen. Sofortige Gegenstöße unserer Re­serven warfen ihn zurück. In einer Elnbruchs- slelle wird noch gekämpft. 58 Panzer wurden dort abgeschossen.

Im Raum von St. L o und Im Abschnitt westlich der V i r e führte der Gegner infolge der hohen Verluste an den Vortagen nur schwächere Angriffe, die erfolglos blieben.

Vor der niederländischen Küste beschä­digten Vorpostenboote ein britisches Schnell­boot schwer. Mit seinem Untergang ist zu rechnen.

Bei einem Säuberungsunternehmen im süd­französischen Raum wurden 460 Terroristen im Kampf niedergemacht.

Das schwere Feuer derV 1 liegt weiter­hin auf dem Großraum von London.

In Italien lag der Schwerpunkt der Kämpfe gestern nordöstlich V o 11 e r r a , bei A r e z z o und beiderseits des Tiber. Wäh­rend alle mit zusammengefaßten Kräften ge­führten Angriffe verlustreich fiir den Feind abgewiesen wurden, gingen die Trümmer der Stadt A r e z z o nach erbittertem Kampf ver­loren.

Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen vor der italienischen Westküste ein britisches Schnellboot in Brand und zwangen weitere zum Abdrehen.

Im Südabschnitt der Ostfront nahm die Abwehrschlacht östlich des oberen Bug an Heftigkeit zu. In schweren wechselvollen Kämpfen wurden die aus dem Raum von Ta r nopol und Luzk angrei- lenden sowjetischen Panzerkräfte aufgefan­gen. In den beiden letzten Tagen wurden liier 125 feindliche Panzer vernichtet.

Zwischen P r i p j e t und Düna hielten die harten Kämpfe auf breiter Front an. Am Njemen vereitelten unsere Divisionen meh­rere Durchbruchsversuche der Bolschewisten. Bei Grodno setzten sich unsere Truppen nach planmäßiger Räumung der Stadl aut das Westufer des Njemen ab.

Im Seegebiet südlich der Düna brachen wiederholte Angriffe des Feindes verlust­reich zusammen. Zwischen Düna und Pei- pussee scheiterten auch gestern zahlreiche Angriffe der Sowjets. Nur im Einbruchsraum südlich Opotschka konnte der Feind nach wechselvollen Kämpfen Boden ge­winnen.

Die Luftwaffe griff an den Schwerpunkten mit starken Schlachtfllegergeschwadern in die Abwehrschlacht ein und fügte den Bol­schewisten in Tiefangriffen hohe Verluste zu. Zahlreiche Panzer, Geschütze und über 400 Fahrzeuge des Feindes wurden vernichtet. In heftigen Luftkämpfen wurden 88 feindliche

Flugzeuge, durch Flakartillerie neun weitere abgeschossen.

Auf dem Balkan wurde ein größeres Bandenzentrum nach harten Kämpfen ge­säubert. Die Kommunisten verloren weit über 1400 Tote und zahlreiche Gefangene. Zahlreiche leichte und schwere Watten, 19 Lager sowie große Mengen an Munition und Kriegsgerät aller Art wurden vernichtet oder erbeutet.

Vor der südnorwegischen Küste schossen Sicherungstahrzeuge eines deutschen Geleits und Bordflak von Handelsschiffen sechs bri­tische Bomber ab.

Nordamerikanische Bomberverbände grif­fen mehrere Orte in Süd- und Südwest­deutschland an, u. a. Saarbrücken, Augsburg und mit stärkeren Kräften München. Besonders in München, gegen das der Feind innerhalb von fünf Tagen bei für die eigene Abwehr ungünstiger Wetterlage vier Großangriffe führte, entstan­den zum Teil empfindliche Schäden und Ver­luste. Die Haltung der Bevölkerung war vor­bildlich.

Ein weiterer von Süden einfliegender nord- amerikanischer Bomberverband griff Wien an. Auch hier entstanden Schäden fm Stadt­gebiet und Personenverluste. Durch Luft­verteidigungskräfte wurden 43 feindliche Flugzeuge vernichtet.

In der Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im rheinisch-westfälischen Raum.

Montgomery hat seine Trümpfe ausgespielt

Die Lehren der Invasionsschlacht Keine grundsätzlich neuen FeindwaHen - Panzerschlacht im Scheinwerferlicht

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

BZ. Berlin, 17. Juli. In den Kommentaren der anglo-amerikanischen Militärbeobachter wird übereinstimmend zum Ausdruck ge­bfacht, daß die erste große Probe in dem Ringen zwischen den westlichen Alliierten und der deutschen Wehrmacht in einem an- - deren Rahmen verlaufen sollte. Obgleich der Gegner bisher die gesamte Heeresgruppe des Generals Montgomery in der Normandie ein­setzte, ist das Kampfgeschehen auf einen engen Brückenkopf beschränkt, der sich als außerordentlich kräfteverzehrend er­wiesen hat.

Montgomerys Truppen umfaßten etwa dreißig britische und nordamerikani­sche Divisionen, die auf zehn Divisionen in England als taktische Reserven zurückgrei­fen können, während die Heeresgruppe des amerikanischen Generals Patton bisher nur zu geringen Teilen in den Kampf gewor­fen wurde. Bedeutsam ist es dabei, daß die angeschlagenen Divisionen Montgomerys nicht etwa zur Auffüllung nach England transportiert werden konnten, sondern daß sie in der Schlacht selbst Mannschaftsersatz

Anti-Plutokratische Gefangenenaussagen

Yankee-Soldaten gestehen Sinnlosigkeit ihres Kampfes

ep. Paris, 17. : Juli. Der Führer der franzö­sischen Volkspartei, Jacques D o r i o t, er­hielt auf Fragen, die er an nordamerikani­sche Kriegsgefangene richtete, eine Reihe bezeichnender Antworten.Wissen Sie, daß Sie für die Juden der Wallstreet kämpfen?" fragte Doriot einen Newyorker Dockarbei- ler. Dieser antwortete:Ich will von den Juden nichts wissen, mein Vater hatte ein Uhrmachergeschäft, und Juden haben ihn zugrunde gerichte t." Einem an­deren amerikanischen Gefangenen stellte Upriot die Frage, ob sich unter seinen Ka­meraden Plutokraten befänden. Er erhielt hie vielsagende Antwort: Kapitalisten kön- nicht kämpfen, sie müssen zu Hause bleiben und unser Geld verwalten."

Doriot erz'ählte unserem Korrespondenten Weiter folgenden bemerkenswerten Vorgang: ..Einem verwundeten amerikanischen Flie- 5eroffizier wurde von Doriot die Frage ge­stellt, weshalb die änglo-amerikanische Luft­waffe ständig Gebäude und Wagen bombar­diere und beschieße, die deutlich die Kenn­zeichen des Roten Kreuzes tragen. Der ame­rikanische Fliegeröffizier versuchte das zu bestreiten. Erst als zwei Tage später sein a z a r e 11 b o m b a r d i e ft wurde, bat tne -'' caner dsn Chefarzt um die Mög- hher das internationale Rote Kreuz Washington protestieren zu können.

, 4 ' ussa Pe anderer amerikanischer Ssgefangener. lehnt die normannische

Bevölkerung im Brückenkopf die für die In­vasion gedruckten Geldscheine der Ameri­kaner als Zahlungsmittel ab.

Ein britischer Gefangener sagte aus, daß bei dem Angriff auf Maltot rund die Hälfte aller Angreifer gefallen oder verwundet worden sei. Von seiner Kompanie seien nur zwölf Mann von 115 zurückgekommen.Das deutsche Abwehrfeuer war mörderisch und in den Nahkämpfen sind uns die Deutschen stark überlegen.

Unter den Gefangenen befand sich auch ein Franzose in britischer Uniform, der noch vor einigen Wochen in einem deutschen Verpflegungslager gearbeitet hatte Er mel­dete sich und erklärte, daß er von den Bri­ten sofort eingezbgen wurde. Er habe aber die erste Gelegenheit gesucht, sich gefan­gen zu geben. *

Auch die Nordamerikaner sind durch ihre sehr hohen Ausfälle zu Notmaßnabmen ge­zwungen worden. So fielen im Raum von St. Lo Gefangene in unsere Hand, die un­mittelbar aus den USA. gekommen waren. Einer der Gefangenen hatte vor genau 14 Tagen New York zu Schiff verlassen, war einen Tag in England gewesen, in der Nacht noch zur Front gekommen und am nächsten Morgen bereits in- Gefangenschaft geraten. Die Tatsache, daß dieser Ersatz unmittelbar aus den USA. kommt und ohne Schulung in den südenglischen Lagern sofort der Front zugeführt werden muß, läßt Rückschlüsse auf die Höhe der Verluste der nordamerika­nischen Truppen zu,

zugeführt erhalten mußten. Die Heeresgruppe Montgomery hat ihre Trümpfe ausgespielt und durch die Anwendung ihrer neuen Waf­fen, die sich vor allem auf eine Weiterent­wicklung bereits bekannter Waffentypen er­strecken, der deutschen Führung die Mög­lichkeit zur Beurteilung des Kampfwer- t e s des Gegners gegeben. Es ist nicht an­zunehmen, daß die vierzig Divisionen des Generals Patton, sollten sie nun zur Bildung eines neuen Landekopfes eingesetzt odet zur Verstärkung der bereits im bestehenden In- vasiorisraum kämpfenden Truppen verwen­det werden, Ueberraschungen zu bieten vermögen.

Die deutschen Truppen haben in diesem Kampf sich als befähigt gezeigt, auch gegen eine materielle Uebermacht des Gegners standzubalten und die Invasoren an einer zügigen Entfaltung von Operationen aus einem gewonnenen Landungsraum heraus zu hindern

Die schweren Angriffe der Briten im Raum südwestlich Caen haben vorerst nur die Aufgabe, den Hauptangriff auf breiter Front durch Schaffung günstigerer Aus­gangsstellungen vorzubereiten. Um dieses Ziel rasch zu erreichen, setzt der Gegner die Masse der Land- und Schiffsartilierie ein. Unter dem Lichte zahlreicher Schein­werfer und Leuchtgranaten stießen als erste Welle britische Panzer vor. Sie rollten, von Flammenwerfertrupps begleitet langsam im Trichtergelände vorwärts. Oft auf kürzeste Entfernung setzten eigene Panzer' und Nah­kampfwaffen über 20 von ihnen außer Ge­fecht. Neue Kampfwagen schoben sich an den brennenden Wracks vorbei. Unsere vor­derste Linie gab zunächst etwas nach, dann aber traten unsere Truppen zu Gegenstößen an und warfen den Feind zurück.

Trotz erheblicher Verluste hielten die Briten den ganzen Sonntag über zäh an ihrem Angriffsplan fest. Mehrere Male wechselten die Trümmer einiger kleiner

Dörfer ihre Besitzer, bis es unseren Trup­pen gelang, .unter Abschuß weiterer 30 Panzer den Feind zu Boden zu -zwingen. Weitere eigene Gegenangriffe führten zu schweren, noch anhaltenden Kämpfen. Ins­gesamt brachten unsere Truppen im Laufe des Sonntags 82 britische und nordamerika­nische Kampfwagen zur Strecke. Trotz un­günstiger Wetterlage unterstützten eigene Jagd- und Schlachtfliegerkräfte den Ab­wehrkampf. Vor allem im Raum von Caen brachten sie durch Tiefangriffe dem Feind erhebliche Verluste bei. Unsere Jäger schossen weiter vier Fesselballone in Brand.

Im Osten ist nach der RäumungGrod- nos der Njemen zur gegenwärtigen Frontlinie geworden. Die Aufgabe der Stadt verändert die Situation nicht wesent­lich. Der Druck des Feindes erstreckt sich bis weit nordöstlich Dünaburg, beson­ders im Gebiet südlich Opotschka ge­winnen die Kampfe einen eigentümlichen Charakter, da sich diese hier in einem schwer übersichtlichen, versumpften . und von zahlreichen Seen gespickten Gelände abspielen. Den in diesem Raum eingesetzten deutschen Truppen ist die schwere Aufgabe gestellt, gegen die Heimtücke und die Tar­nungskünste der Bolschewisten sich erfolg­reich zu wehren. Allerdings sind diese deutschen Truppenteile auch in einer jahre­langen Gewöhnung mit den Kampf- und Le­bensbedingungen dieses Raumes vertraut worden.

An der Sildfront läßt sich die Ent­wicklung immer noch nicht übersehen. Für die Härte der Kämpfe spricht die Höhe der Panzerabschüsse. Im wesent­lichen scheinen hier die' feindlichen Vor stoße von mechanisierten Einheiten getra­gen zu werden. Die Doppelkonstruktion der gegenwärtigen bolschewistischen Offensive ist allem Anschein nach in der Verstär­kung beider Komponenten begriffen, wobei die i Hauptbelastung vorläufig noch im Nord­abschnitt der deutschen Ostfront bleibt.

Bolschewistenterror im Tundragebiet

Finnische Siedler von Banditen bestialisch ermordet

Drahlbericht unseres Vertreters tz. Helsinki, 17. Juli. Die Tundragebiete Nordostfinnlands sind im Sommer bevor­zugte Schlupfwinkel bolschewistischer Ban­den. Im wild wuchernden Buschgelände der' Sümpfe ist es für den Gegner leicht, in klei­nen Trupps vorzustoßen und einsam ge­legene Gehqfte zu überfallen, Eine zusam­menhängende Frontlinie gibt es hier nicht

Nachdem kürzlich in Savukoski 27 Frauen und Kinder bolschewistischen Mordbanditen zum Opfer gefallen waren, hat jetzt eine andere Sowjetbande die welt- verlassene Ansiedlung Sodanklylae

überfallen, einen Teil der Einwohner er­schossen und erstochen, den Rest in die Häuser gesperrt und diese angezündet.

Finnische Abwehr in Karelien dnb. Helsinki, 17. Juli. Auf der Kare- 1 i sch en Landenge wehrten- die finni­schen Truppen einen Angriff südwestlich von Ihantala ab. Bei Vuosalmi wurda der Feind aus einer Einbruchsstelle im Gegen­angriff zurückgeworfen. Auch weitere mit starken Kräften unternommene Versuche der Sowjets, seine Brückenkopfstellung zu erweitern, wurden abgewiesen.

t ulisUm nimget, die bei den schweren Abwehr- kämpfen verwundet wurden, tc erden versorgt , Sie bleiben trotzdem bei der Truppe 4 um ihren Kanteruden bei den weiteren Kümpfen beizu­stehen.

PIC-Kdegsberichter Pierath (PBZ-Sch)

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Von

14-Kriegsberichter Fritz Heike

Als der Kommandeur der H -Panzerdivision Hitler-Jugend", ff -Brigadeführer und Ge­neralmajor der Waffen-Ü Fritz Witt, bei den schweren Kämpfen in der Normandie inmitten seiner Jungen den Heldentod fand, wurde- die Taten und Leistung-- - dieser ff -Division nachdrücklich in d-r allgemeine Bewußtsein gerückt. Vom er­sten Tage der Invasion an hat diese aus Freiwilligen der Hitler-Jugend zusammen­gestellte Division im Brennpunkt schwerer Kämpfe gestanden. Namenlose Jungen, siebzehn- und achtzehnjährig, hatten Wun­der an Tapferkeit vollbracht, hatten sich tapfer geschlagen und eine Härte, Zähigkeit und Einsatzfreudigkeit an den Tag gelegt, die einem harten und gleichfalls zum letz­ten entschlossenen Gegner Respekt und Achtung abnötigten.

Daß Jungen zu Soldaten werden, daß sie sich als solche in hohem Maße be­währen, daß sie Elan und Kühnheit bewei­sen und einen hinreißenden Angriffs­schwung entwickeln, ist an sich noch nichts Außergewöhnliches. Zu allen Zeiten hat gesunde Jugend das Feuer der Schlach­ten als Probe der Bewährung gesucht: die Geschichte der deutschen Wehrmacht ist überreich an Beispielen für den sieghaften Heroismus junger Soldaten. Und auch auf der anderen Seite der Invasionsfront stehen jungeBoys", Kanadier, Engländer und Amerikaner, die Härte und Ausdauer zei­gen. Das Einmalige und Besondere aber dieser jungen Division, das, was sie einem materiell gleichwertigen Gegner von vornherein überlegen macht, liegt in ihrem Namen beschlossen.

In der Geschichte der nationalsozialisti­schen Bewegung hat die Jugendgemein­schaft, die den Namen des Führers trägt, einenfestumrissenen Platz. Wer, die Dinge nur von außen betrachtend, hier nichts ais eine staatlich gelenkte und beaufsichtigte Organisation wahrnähme, zu dem Zweck etwa, die Jugend für den Staat zu erziehen und auf die Aufgaben des Staatsbürgers vorzubereiten, der hätte nichts von ihrem eigentlichen Wesen erfaßt. Heute, nachdem über ein Jahrzehnt seit der nationalsoziali^ stischen Revolution verflossen ist, sind die Jungen und, Mädel in der Tracht der Hitler­jugend zu einer selbstverständlichen Er­scheinung im Bild deutscher Städte und Dörfer geworden. Die mit den Jahren stän­dig zunehmende Härte dös: Krieges ließ die Kämpfe und Erschütterungen, die zu dieser Revolution geführt haben, etwas in den Hin­tergrund treten. Wer das Wesen der natio­nalsozialistischen Bewegung ergründen, das Geheimnis ihrer Erfolge enträtseln will, muß um ihre Geschichte wissen; die jungen aus der Gemeinschaft der Hitler-Jugend her- vorgegangenen Soldaten auf dem Schlacht­feld von Caen sind nur aus'der Entwick- lungsgeschichte-der HJ. zu begreifen.

Die Hitler-Jugend ist seit ihren frühesten Anfängen, unbeeinflußt vou »Richtungen irgendwelcher Art, ihren eigenen Weg ge­gangen. Ihr Totalitätsanspruch war schon mit ihrer Entstehung gegeben: es galt, die Jugend der ganzen Nation, ohne alle Unter­schiede des Standes und der Konfession, zu sammeln, zu organisieren und zur Einheit zusammenzuschweißen, um dann die auf sol­che Weise geschaffene Bewegung dem kom­menden Staat zur Verfügung zu stellen. So wurde die Hitler-Jugend zur ersten be­wußt politisch auf Volk und Staat ausge­richteten, politisch denkenden und handeln­den deutschen Jugendbewegung überhaupt. Einzige Grundlage ihrer Arbeit war von An­beginn die Idee des Nationalsozialismus wie sie sich in der Idee Adolf Hitlers verkör­perte.

Fine Bewegung, die inmitten einer in Ge- gensätze schwerwiegendster Art zerriss«-