Ausgabe 
(17.7.1944) 195
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 195 14. Jahrgang

Montag, 17. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

216 Sowjetflugzeuge in 2 Tagen abgeschossen

Glänzende Leistungen unserer Jagd- und Schlachtflieger . Qualität und Quantität der bolschewistischen

Fliegertruppe Auch die Qstfrontflak bucht Erfolge

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Drahtbericht unseres Luftwaffenkorrespondenten 'Georg Hinze

rd. B e r L i n , 16. Juli. Der Mittelabschnitt der Ostfront war in den zurückliegenden 48 Stunden mehrfach der Schauplatz außer- ordentlich heftigeT L u f t k ä m p f e. Während im Norden und Süden der Front tiefhängende Wolken und örtliche Schauer die beider­seitige Lufttätigkeit behinderten, wurden vor . allen in den Räumen von Grodno, Pruzany und Sloczow starke Luftstreitkräfte in den Kampf geworfen. Die Sowjets setzten sich dabei offenbar das Ziel, mH erheblichen Jagdverbänden dichte und undurchdringliche Luftschirme in den Kampfräumen Pruzany und Grodno zu bilden. Aber selbst durch diese starken Jagdsperren konnten sie den zahlenmäßig bedeutenden Einsatz unserer Schlachtgeschwader keineswegs unterbinden, oder auch nur beeinträchtigen. Die deut­schen Verbände stürmten vielmehr ununter­brochen gegen die vordersten Linien und die Stoßtruppen des Feindes an und -fügten den Sowjets wiederum schwere, blutige Verluste und beträchtliche materielle Ausfälle an Panzern, Geschützen und Fahrzeugen zu. Hunderte deutscher Jäger flogen mit und vor den Kampistaffeln und kämpften den Luftraum für massierte deutsche Angriffe frei. Da sich die Abschußzahl für den 14. Juli auf 104 erhöht hat, wurden damit im Verlauf zweier Tage nach den bisher vorliegenden Meldungen 216 Sowjetflugzeuge abgeschossen. Neben 120 Luftsiegen deutscher Jäger stehen dabei 63 Flak­abschüsse, 23 Abschüsse an der karelischen Front und 10 Nachtabschußerfolge.

Den schweren sowjetischen Verlusten stehen nur geringe eigene Ausfälle gegen­über. Die starke Beanspruchung der deut­schen Luftwaffe ah der Westfront und die vielfältigen Apfgaben der Reichsverteidi­gung haben keine spürbaren Auswirkungen auf die Schlagkraft und Stärke unserer Jagdgeschwader im Osten mit sich gebracht.

Die gegenwärtigen schweren Kämpfe ha­ben den Charakter des Luftkrieges im Osten bestätigt, der von jeher seine eige­nen Gesetze hatte. Er war und ist im we­sentlichen bis auf den heutigen Tag ein Kampf der Schlacht- und Jagdflieger ge­blieben. Auf diese beiden Flugzeuggattun­gen stützt sich die sowjetische Luftmacht fast ausschließlich. Es fehlt ihr ein wirk­sames Gegenstück zu den operativen deut­schen Luftstreitkräften, die in jeder wetter­mäßig günstigen Nacht mit Hunderten schwerer Kampfflugzeuge einen hochwirk­samen Abnutzungskrieg gegen das sowje­tische Nachschubsystem führen. Noch im­mer bildet die Jagdwaffe den Hauptbestand­teil der sowjetischen Fliegertruppe. Gewiss^ qualitative Fortschritte, die vom Feind in den zurückliegenden Kriegsjahren erzielt wurden, reichen nicht aus, den Vorsprung der deutschen Flugzeugindustrie aufzuholen. Die Sowjets waren in den Ostkrieg mit einet gewaltigen zahlenmäßigen Ueberlegenheit veralteter Flugzeugmuster gegangen. Die heute von Moskau eingesetzten modernen Jagdflugzeuge Moskau bezeichnet die . BaumusterLA 5 undJAK 11 als seine

besten Jagdfiugzeugtypen können zwar als wesentlich beachtenswertere Gegner be­zeichnet werden, aber in ihren Leistungen sind sie deh Jagdflugzeugen Deutschlands und der Westmächte noch immer unter­legen.

In einem entscheidenden Punkte sind die Sowjets jedoch von dem deutschen Leistungsniveau heute noch soweit ent­fernt wie zu Beginn des Ostkrieges: Auf dem Gebiet der fliegerischen Qualität. Män­ner wie Graf, Nowotny, Rail, um nur* einige zu nennen, hat die sowjetische Flieger­truppe niemals besessen. Wenn sich- die Moskauer Agitation jetzt bemüht, den besten russischen Jagdflieger, einen Major Vitaii Popow, der angeblich 82 Abschüsse erzielt haben will, alsHeld der Sowjet­union" populär zu machen, so wird sie da­mit kaum an dem Tatbestand etwas ,än"detn können. Die deutsche Luftwaffe besitzt mehr als hundert Jagdflieger, die im Osten höhere Abschußerfolge erlangten, als sie die frag­würdige Rekordliste des sowjetischen Majors aufweist. Es sei hier nur an den

jungen Leutnant Lambert erinnert, der in den schweren Kämpfen auf der Krim inner­halb vier Wochen 60 Luftsiege erkämpfte und heute mit rund 100 Abschüssen der erfolgreichste deutsche Schlachtflieger ist. Auch auf Hauptmann Barkhorn und Oberleutnant Hartmann müßte man ver­weisen, die in ungestümem Erfolgslauf 250 Abschüsse im Osten erreichten und heute auf ihren 300. Luftsieg zusteuern. Sie alle stellen keine Einzelfälle dar, sondern sind der schärfste und klarste Ausdruck eines durch keine zahlenmäßige Ueberlegenheit zu bezwingenden Kampfwillens und Ein­satzgeistes. Dieser ist und bleibt der stärkste Aktivposten der deutschen Luftwaffe im Osten.

Atlantikwall erfüllt seine Aufgabe

Von unserem Vertreter

ws. Lissabon,- 16. Juli.Der Atlantikwall erfüllt seine Funktion, nämlich Angriffe zu verzögern -und kostspielig zu gestalten, in vollem Umfange" muß selbst die amerika­nische ZeitschriftNewsweek" zugeben. Die deutschen Befestigungsanlagen an der

französischen Küste stellen, so schreibt die Zeitschrift,ein wundervoll in­einandergebautes System ; von konzentrisch zusammengefaßter Feuerwir­kung dar, und das Anrennen gegen diese Anlagen und der Kampf mit ihnen ist eine mehr als harte Arbeit. 1 n den meisten Fällen kam eine Landung der amerikani­schen Truppen fast einer Katastrophe gleich, und die Landesoldaten Und Angriffspioniere gerieten in ein Feuer, wie man es sich vor­her gar nicht vorgestellt hatte. Auch die Pläne für die Landungsschiffe, einen Weg durch die Küstenhindernisse und an der Wissersperre zu brechen, seien größtenteils verunglückt. Die amerikanischen Soldaten hätten meist vor der Küste die Bootes-ver­lassen müssen, während die Landungsboote durch Minen vernichtet oder auf deutsche Vorhindernisse getrieben wurden, wo sie die Wellen zerschlugen. Die Verluste der Yankees seien aüf Grund dieser Tatsache, darüber läßtNewsweek" keinen Zweifel, ganz außerordentllfch schwer und stellten die bisherigen Opfer der USA.- Armee weit in den Schatten.

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Nur erbitterter Stellungskrieg möglich

Eisenhower begräbt seine hochiliegenden Pläne Das raffinierte deutsche Siellungssyslem

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung b. Be r 1 i n , 16. Juli. Das Hauptquartier der Invasion gab eine Erklärung heraus, die das bisherige Scheitern aller Ver­suche rechtfertigen soll, aus dem normanni­schen Küstenraum durch die großangelegte Durchbruchsoffensive Montgomerys in das Innere Frankreichs zu gelangen.

Die deutsche Führung habe ein ungewöhn­lich starkes Stellungssystem entwickelt, so heißt es darin. Nach der Ueberwindung .der Kiistenzone sei man auf alliierter Seite der Ueberzeugung gewesen, daß eine starke Truppenma'ssierung und die Anwendung des überlegenen technischen Kriegsmaterials ge­nügen würde, um sehr bald die Enge des gegenwärtigen Invasjonsraumes zu sprengen und große strategische Bewegungen durch­zuführen. Jetzt stehe man jedoch vor einem tiefgestaffelten Verteidigungssystem, das in drei Zonen zerfalle: die Vor­

postenstellungen, die vorgeschobenen Posi­tionen und die Hauptkampflinie. Die Durch­schnittsentfernung zwischen der ersten und zweiten Zone betrage /und zwei Kilometer, während die Hauptkampflinie manchmal bis zu drei Meilen zurückliege. Angesichts die­ser Lage sei es unmöglich, den Kampf an­ders als in einem erbitterten Stel­lungskrieg zu führen.

Hierzu berichtet der Berichterstatter WardPrice:Im Augenblick treten die

Alliierten auf der Stelle. Nur die Nordame­rikaner konnten einen Boderigewinn von dreihundert bis fünfhundert Meter in dem marschigen Gelände südlich vom .Carentan vorweisen. Nachdem die britischen Truppen sich auf Grund der schweren, in den Kämp­fen um Caen erlittenen Verluste zu Um­

gruppierungen genötigt sahen, traten sie jetzt erneut zu einem Großangriff in diesem Raum an. Im Mittelpunkt dieses Ringens steht erneut derHügel 112", der dem anglo- amerikanischen Publikum durch sehr drasti­sche Schilderung der Kriegskorrespondenten bekannt wurde. Dieser heißumkämpfte Hü­gel wird von den britischen Truppen als Kalvarienberg bezeichnet, so viele Tote und zerschlagene Tanks und Geschütze lägen an seinen Hängen. Aber trotz riesigen Men­schen- urvd Materialaufwandes ist es den anglo-amerikanischen Truppen bisher nicht gelungen, diesen Hügel zu nehmen."

Der Frontkorrespondent derDaily Mail, Alexander Clifford, hebt hervor, daß vor allem die deutschenPanter" in dieser Ge­gen den Alliiertendas Leben sehr, sehr schwer machen". Von dem Hügel aus be­säßen die Deutschen eine derart gute Ein­sicht in die Stellungen ihrer Feinde, daß sich die Kanadier und Engländer wie sie es selbst ausdrückten manchmal so vor­kämen, als stünden sie nackt auf dem be­völkerten Londoner Piccadilly-Zirkus.

H setzt alte Krieger in Erstaunen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 16. Juli. Die im Landekopf angesetzten amerikanischen Truppen setz­ten die von der englischen Insel erhaltenen Verstärkungen bei ihren Vorstößen aus dem Raum V a r e n t i n ein. Die Tendenz fiieser Angriffe ist völlig klar. Man möchte über St. Lo auf Lessy vorstoßen, um auf diese Weise die Enge des Flaschenhalses der Cotentin-Halbinsel zu sprengen und eine Aiisgangsbasis zu größeren opera­tiven Vorstößen in das Landesinnere zu er-

Angriffe der Invasoren schelfern abermals

Erfolgreiche Abwehr bolschewistischer Durchbruchsversuche - Hohe blutige Menschen- und Materialverluste der Sowjets - Heftig tobende Schlacht in Mittelitalien - Schweres V-1-Feuer auf London

dnb, Aus dem Führerhaupt­quart i-er,. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Normandie brachen heftige britische Nachtangriffe gegen eine deutsche Höhenstellung südwestlich von Caen unter schweren Verlusten für den Gegner zu­sammen. Ein vorübergehender Einbruch wurde im sofortigen Gegenstoß beseitigt.

Starke amerikanische Angriffe scheiterten bei St. Lo, Pont Herbert und an der Straße C a r e n t an Periers unter Ab­schuß zahlreicher Panzer. An einer Einbruch- slelle westlich der Vire dauern die erbitterten Abwehrkämpfe noch an. Im Westteil der Halbinsel Cherbourg wurden mehrere Vorstöße gegen unsere neuen Stellungen abgewiesen.

Kampf- und Schlachtfliegerkräfte 1 griffen feindliche Truppenansammlungen und belegte Orte sowie Flugplätze im Landekopf mit guter Wirkung an.

In den Kämpfen um Caen haben sich die 9. M-PanzerdivisionHohenstaufen" un­ter Führung von ^-Standartenführer Stadler und die 10. ^-PanzerdivisionFrundsberg" unter Führung von M -Oberführer Harmel zu­sammen mit Truppen des Heeres durch be­sondere Tapferkeit ausgezeichnet. In Abwehr und Angriff fügten beide Divisionen dem Feind hohe Verluste an Menschen und Mar terial zu. Dabei wurden durch diese Di­visionen zusammen 140 Panzer abgeschossen.

Das schwere Feuer der V 1 auf London dauert an.

Die große Abwehrschlacht in Mittel­italien tobte gestern mit besonderer Heftigkeit im Raum von P e c c i o 1 i und A r e z z o. Nach erbittertem Ringen setzten sich unsere Truppen hier auf neue Höhen- sfellungen ab.

Am Tiber scheiterten mehrere leind- liche Vorstöße, während im Gebiet von Sassoferrato der Gegner durch erfolg­reiche Unternehmungen unserer Gehirgs- truppen empfindliche Verluste erlitt. t

Kampffähren der Kriegsmarine beschädig­ten im Seegebiet der Arnomündung mehrere britische Schnellboote.

In den Kampfräumen von T a r n o p o 1 und Luzk schlugen unsere Divisionen die durch starke Panzerkräfte unterstützte^ An­griffe der Bolschewisten ab. Im Gegenangriff wurden einzelne Einbruchsstellen unter Ver­nichtung zahlreicher Panzer beseitigt oder eingeengt. .

Zwischen P r i p j e t und N j e m e n sowie bei Grodno vereitelten unsere Truppen in heftigen Kämpfen Durchbruchsversuche des Feindes.

Westlich Wilna scheiterten Vorstöße sowjetischer Autklärungskräfte. Im Seen­gebiet der Düna brachen bolschewistische Angriffe unter hohen feindlichen Verlusten zusammen.

Nördlich der Düna wiesen unsere Truppen in erbitterten Kämpfen zahlreiche Angriffe der Bolschewisten ab und fügten dem Feind hohe Panzerverluste zu. An einer Einbruchs­stelle halten die schweren Kämpfe an.

Schlachtfliegergeschwader fügten dem Feind hohe Verluste an Menschen und Ma­terial zu. Im Mittelabschnitt der Ostfront wurden bei Tag und Nacht 83 sowjetische Flugzeuge vernichtet.

Leichte «deutsche Seestreitkräfte versenkten im Ostteil des Finnischen Meerbusens qin sowjetisches Minensuchboot, schossen ein weiteres in Brand und beschädigten zwei Bewacher.

Vor der nordnorwegischen Küste versenkten Sicherungsfahrzeuge eines deut­

schen Geleits zwei sowjetische Schnellboote und brachten Gefangene ein.

Ein nordamerikanischer Bomberverband flog gestern vormittag nach Rumänien ein- und warf Bomben im Gebiet von P 1 o e s 11. Deutsche und rumänische Luft- verteidigurigskräfte vernichteten 12 feind­liche Flugzeuge.

In der vergangenen Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im Raum von Berlin und im rheinisch-westfälischen Gebiet.

Seegefecht im Finnbusen

dnb. Helsinki, 16. Juli. Im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens waren deutsche Seestreitkräfte mit Unterstützung finnischer Mo'tor- und Torpedoboote in ein Gefecht mit leichten feindlichen Fahrzeugen' ver­wickelt. Mindestens ein feindliches Fahrzeug wurde versenkt und mehrere andere be­schädigt.

USA.-Aktionen im nördlichen Pazifik

dnb. Tokio, 16. Juli. Während das Haupt­gewicht der USA-Offensive im Pazifik wei­terhin in den Gewässern der Marianen­gruppe liegt, schenkt der Feind auch dem Nordabschnitt des Pazifik in letzter Zeit er­höhte Aufmerksamkeit. Nachdem im Anfang dieses Jahres nur Aufklärungsflüge über Ja­pans nördlichste Stellungen, die Kurilen , unternommen wurden, nutzt der Feind den dichten Nebel, der seit Mai dieses Gebiet einhüllt, -aus, um verstärkte Luftangriffe durchzuführen. Diese zielten darauf ab, die Kurilen zu isolieren und einen Angriff vor­zubereiten. Die feindliche Absicht wird un­terstützt durch die Vollendung des Aus­baues von. Stützpunkten in den westlichen A 1 e u t e n, Auch nordamerikanische U-Boote seien in diesen Gewässern eingesetzt.

halten. Doch auch hier stößt man auf er­bitterten Widerstand der deutschen Ver­teidigungskräfte. Am fanatischsten ging, be­hauptetDaily Telegraph", die Waffen-II vor, die sich an die Feindpanzer heran­schlich und sie mit neuen Panzerbe­kämpfungsmitteln erledigte, alle nordame­rikanischen Atrikakrieger erklärten, so schwere Kämpfe noch nicht erlebt zu haben. Die Zähigkeit und der Mut der deut­schen Truppen grenzten an das unwahr­scheinliche. Man habe so etwas nicht für möglich gehalten.

Die Invasoren streiten sich

Drahtbertcht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 161 Juli. In der britischen Haupt­stadt scheinen sich die militärischen Stellen in erbitterten Auseinandersetzun­gen gegenüberzustehen. Der Besuch des amerikanischdh Ministers Stimson wurde als Versuch der Vereinigten Staaten gewertet, zu dem Prinzip der gefordertenüberge­waltigen Schläge" zurückzukehren. Hierbei entstehen offenbar Unklarheiten über die zweckmäßigste Verwendung der noch be­reitstehenden, Heeresgruppe des amerikani­schen Generals Patton im Südosten Eng­lands. Ursprünglich war es geplant, dieser Heeresgruppe die Bildung eines neüen Erückenkopfes zu übertragen. Es galt die Eroberung Le Havres. Durch eine Intensi­vierung der Kämpfe bei Caen und eine Lan­dung im Nordosten des bestehenden Brücken­kopfes wollte man Le Havre zwischen zwei Landungsräume stellen, um von beiden Sei­ten schnelle Vorstöße zu führen, die zur Eroberung des Hafens führen sollten. Von verschiedenen Seiten setzte man sich aber dafür ein, die Heeresgruppe Patton völlig in den bereits bestehenden Invasionsraum zu schleusen, iim dann zu einem gewaltigen Offensivstoß anzusetzen.

Küstenbatterien u gegen: Schiffsansammlungen

dnb. Berlin, 16. Juli. Die Schlechtwetter­lage über dem Kanal hielt auch am Sonn­abend an. In der Seine-Bucht konnten gegen Morgen starke Schiffsansammlungen des Feindes beobachtet werden. Küstenbat­terien östlich der Orne bekämpften mehrere feindliche Schiffe, die daraufhin abdrehten und sich einnebelten. Auch im Ostteil der Seine-Bucht wurden von Küstenbatterien Sjchiffsziele 'unter wirksamen Beschuß ge­nommen. Sicherungsstreitkräfte der Kriegs­marine hatten, im ganzen Seegebiet von der Flandern-Küste bis zur Seine-Bucht mehr­fach Gefechtsberührung mit feindlichen Schnellbootgruppen und Jagdbombern. Es kam dabei zu harten Gefechten, in denen der Feind durch Bordwaffenbeschuß so ein­gedeckt wurde, daß er abdrehte.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhauptquartier, 15. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes an: Oberst Ernst Weiß, Kom­mandeur eines pommersch - mecklenburgi­schen Grenadier-Regiments: Oberstleutnant Martin Schiriefer, Kommandeur eines hessisch-thüringischen Grenadier-Regiments; Oberwachtmeister Wilhelm Roth, Zugfüh­rer in einer württembergisch-badischen Auf- kl.-Abt. Oberst A n d r e a e , Kommandeur eines Werfer-Regiments; Hauptmann d. R. Erich Frank, Bataillonskommandeur in einem Gießener Grenadier-Regiment; Feld­webel Josef Weiter, Zugführer ln einem bayrischen^Grenadier-Regiment.

Nach einer .Statistik Eisenhowers sollen die strategischen amerikanischen Luftstreitkräfte" in den letzten sechs Monaten über 266 00Ö Tonnen Bomben auf Europa! abgeworfen haben; das be­deutet einen Zentner Stahl und Sprengstoff auf etwa 14 Deutsche.

DiePanzerfaust" hat zugeschlagen

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PK-Krieysiienchter Weidlich <Sch) Soeben hat der Grenadier feine -Panzerfaust, diese modernste Panzernahbekiimpjune*uaffe, aiisgeliist. Die Ladung*nimmt ihren verderben­bringenden H eg auf das Ziel

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Von

Hauptmann Werner Stephan

Der Feind hatte gehofft, im Osten und Süden große entscheidende Erfolge erzwin­gen zu können, während bedeutende Teile der deutschen Wehrmacht an der Kanal- küste im schweren Kampf mit den In­vasionsstreitkräften der Anglo-Amerikaner stehen. Insbesondere die Bolsche­wisten hatten in einem Massenaufmarsch die deutsche Front auf weiteste Strecken überrennen zu können geglaubt. Als sie vor nunmehr reichlich drei Wochen zwischen Düna und Pripjet zum Großangriff an­traten. hatten sie sich den Abschnitt der deutschen Abwehrlinie ausgesucht, der weit nach Osten vorgewölbt war. Ihre Operatio­nen im Raume von Witebsk, Bobruisk und Mogilew galten zunächst der Wiedergewin­nung des weiß-ruthenischen Raumes, zielten aber darüber hinaus auf das Mündungs­gebiet der in diesem Gebiet entspringenden Ströme. Man kann kaum annehmen, daß ge­rade das Land zwischen Minsk und Pinsk ihnen als ganz besonders erstrebenswertes Objekt galt. Ist es doch mit seinen Sümpfen und Urwäldern inmitten des weiten Ost­raumes der weitaus unfruchtbarste Raum, der weder landwirtschaftlich noch indu­striell Wesentliches zu bieten hat. Wenn trotzdem der erste große Vorstoß hier und nicht an den drei anderen bedeutungsvollen Frontabschnitten, dem baltischen, dem gali- zischen oder dem rumänischen erfolgte, so können dafür nur die weitergesteckten strategischen Ziele der Bolschewisten aus­schlaggebend gewesen sein. Man hoffte wohl in Moskau auch, die deutschen Verteidiger hier an derstillen", weit ostwärts vorge­schobenen Front unvorbereitet treffen zu können. Tatsächlich ist in diesen drei Wochen den Sowjets aber nicht mehr ge­lungen als die Zurückdrängupg des weiten vorgewölbten Frontbogens zwischen Düna und Pripjet auf eine Sehne, die nunmehr von östlich Dünaburg bis westlich Pinsk verläuft. Diese Linie findet nunmehr im Süden deh Anschluß an die deutsche Stel­lung, die über Kowel und Brody an die Kar­paten verläuft. Im Norden war dagegen zwischen Düna Und Peipussee eine gewisse Frontbegradigung zweckmäßig, die aus freiem Entschluß zwecks Einsparung von kampfkräftigen Verbänden vörgenommen wurde, von den Sowjets jedoöh, noch mehr aber von ihren anglo-amerikanischen Ver­bündeten mit einem' gewaltigen Sieges­geschrei aufgenommen wurde. Man tat dort so, als ob nunmehr das Ende der deutschen Positionen in Estland und Lettland gekom­men sei, während in Wirklichkeit diese militärischen Bewegungen von deutscher Seite aus gerade erfolgten, um die Ver­teidigung des baltischen Raumes zu ver­stärken und zusätzlich zu sichern.

Die Einnahme der alten litauischen Haupt­stadt W i 1 n a durch die Sowjets erfolgte an der Mittelfront bereits im Zeichen wach­sender Stabilisierung der Fronten. Die deut­sche Besatzung, die fünf Tage lang dieses wichtige Verkehrszentrum gegen das wei­tere Vordringen der Bolschewisten abge­sperrt hatte, vermochte den Einschließungs­ring befehlsgemäß zu durchbrechen und die Verbindung mit der westlich dieser Stadt aufmarschierenden Kampfgruppe aufzuneh- men. Diese Waffentat reiht sich würdig den heldenhaften Durchbruchsaktionen von Tscherkassy und Tarnopol an. Auch hier war Absicht und Ergebnis, den Vormarsch des Feindes so lange aufzuhalten, bis opera­tive Reserven eine neue Verteidigungsfront aufgebaut hatten, und dann sich selbst in diese Front einzugliedern. Das ist auch hier zwischen dem Oberlauf des Njemen und dem der Düna wieder in dem gleichen Maße gelungen wie zuvor in anderen Räumen. Die englischen Kommentatoren stellen infol­gedessen fest, daß der Sowjetvormarsch sich verlangsamt hat und fügen vorbeugend hinzu,man dürfe deshalb nicht zu sehr ent-