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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthallers in Oldenburg und Eremen
Nr. 192 * 14. Jahrgang
Freitag. 14. Juli 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Im Trommelfeuer der Schlacht von Caen
Der Glutofen der Gtoßsch facht - 80000 Granaten auf einen kleinen Frontabschnitt
Von Kriegsberichter Lutz Koch
dnb. (PK.) Auf einem Gefechtsstand, einige Kilometer südlich Caen. 13. Juli.
Die Luft ist erfüllt von einem einzigen Brummen, von einem Dauerton der Abschüsse und Einschläge, die zeitlich so dicht aufeinanderfolgen, daß der einzelne Abschuß und der einzelne Granateinschlag nicht mehr die Möglichkeit hat, zu einem Eigenleben zu kommen. Die einzelnen Detonationen gehgn in dem riesenhaften Orkan einer von unzähligen Batterien gespeisten Materialschlacht unter. Neben uns stehen Offiziere, die den Weltkrieg mitgemacht haben. Einer von ihnen meinte mit einer Handbewegung zu der von Feuer und Rauch verhüllten Front: „Genau so wie in den Materialschlachten 1918 in Flandern. Manchmal kommt es einem’so vor, als ob es noch stärker gegen damals geworden sei.“
Im trüben Dunst des Spätnachmittags können wir von unseren Beobachtungsposten das Dorf und die zerstörten Flughallen von Carpiquet fünf Kilometer westlich von Caen erkennen. Hier sind die Kanadier und Engländer mit ihren Panzern zuerst in der Mitte der letzten Woche eingesickert, bevor sie am Sonnabend zum konzentrischen Angriff auf die Stadt Caen selbst, deren Ruinen wir deutlich ausmachen können, antraten.
Das Brausen der Materialschlacht, wie es als Unterton auch jetzt schon wieder seit Stunden in der Form des Trommelfeuers über dem Land liegt, hat allein am Sonntag mit einem Aufwand von etwa 80 000 Granaten einen schmalen Frontabschnitt überschüttet. Nur so gelang es dem Feind, den zerwühlten Boden endlich in Besitz zu nehmen, der von H-Männern der Division „Hitler-Jugend", die sich in diesem Kampf erneut besonders ausgezeichnet haben, und von Grenadieren einer Luft- waffen-Feiddivision mit letzter Hingabe verteidigt wurde.
Mit der gleichen Wucht seines Feuers aus Landbatterien und Schiffsgeschützen begleitete der Feind einen neuen Vorstoß westlich der Stadt in den alten Kampfgefilden von Baron in Richtung auf Maltot und Eterville, um endlich die festen Ueber- gänge über den Ornefluß in die Hand zu bekommen. Noch einmal gelang es ihm, zunächst mit seinen massierten Panzerstoßkeilen vorwärts zu kommen und neue Einbrüche zu erzielen. Dicht westlich und sogar nördlich Caen haben noch einzelne unserer Widerstandsnester in letzter und tiefster Erfüllung des Soldatengesetzes mit einem Mut von sagenhafter Größe gegen den dort immer wieder anrennenden Feind gekämpft.
Einige ff -Männer der Division „Hitlerjugend" haben sich zu unserem Gefechtsstand durchgeschlagen, andere konnten aus englischer Gefangenschaft, nachdem sie ihre letzte Patrone verschossen hatten, beim Einsetzen des deutschen artilleristischen Gegenschlages entkommen. Sie erzählten uns, wie sie die erste Welle der Feindpanzer vorbei ließen, dann aber die Infanterie abschossen, nachrückende Lastwagenkolonnen in Brand schossen, eine zweite Panzerwelle vorbei lassen mußten, wie sie weiter unentwegt kämpften, bis sie schließlich umstellt und gefangen waren. Zwei von ihnen
sind dann, beim Einsetzen eines schweren deutschen Feuerschlages, die Gunst des Augenblicks, in dem alles sich in schützende Erdlöcher verkroch, ausnutzend, zu unseren Linien, einige Stunden robbend und kriechend, zurückgekommen. Bezeichnend für den Geist dieser Kämpfer ist es, daß sie nicht mit leeren Händen kamen. Der eine brachte zwei deutsche Verwundete mit, die im Niemandsland der Schlacht lagen, der andere nahm noch kurz vor den deutscher; Stellungen sechs Engländer gefangen und lieferte sie bei den deutschen Gefechtsposten ein.
Indessen versuchten die Feindpanzer immer wieder über die Orne durchzustoßen. Dann aber setzte unter Gegenstoß ein. Schon zeichnen sich die ersten Erfolge ab. Mit infanteristischen Kräften konnte trotz
dem würgenden feindlichen Sperrfeuer verlorengegangenes Gelände wiedergewonnen und einige Panzer abgeschossen werden. In M a 11 o t wurden zwei schwere feindliche Panzer durch Nahkampfmittel erledigt, während die acht restlichen der gleichen Kampfgruppe Im Zurückgehen auf Eterville von einem Pakzug in der Flanke gefaßt wurden. Alle acht Panzer gingen in Flammen auf.
Die versuchte Erreichung der Orne in dem Abschnitt des Einbruches ist bis zu dieser Stunde nirgends geglückt. Unsere Soldaten haben im Gegenteil durch den schwungvollen Gegenstoß inmitten einer unerhörten Feuerglocke, die wiederum Zehntausende von Granaten einsetzta, um ein kleines gewonnenes Gebiet halten zu können, Boden zurückerobert.
Seit den letzten 48 Stunden haben tfe feindlichen Panzerverbände allgemein im Bereich der Verbände der ^-Panzerdivision „Hitler-Jugend“ rund 120 Panzer verloren und damit neben den sehr starken blutigen Verlusten, und neben dem einen riesigen Tonnageraum verschlingenden Munitionsaufwand auch wertvolles Material eingebüßt. Noch liegen im Frontverlauf und, gegeben durch die Absichten der Führung auf beiden Seiten, Möglichkeiten kommender Angriffe und Gegenangriffe genug. Die neue Schlacht hat ihr Ende noch nicht erreicht. Immer neue Einheiten wirft der Feind in den Glutofen dieses Großkampfes und sieht sie an unserer entschlossenen Abwehr und in unseren zähen Gegenstößen wie andere vor ihnen langsam dahinschmelzen.
Alle Durchbruchsversuche gescheitert
Das schwere V1-Feuer auf London dauert an — Schwere Abwehrkämpfe im Osten
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 13. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Während sich der Feind infolge seiner hohen Verluste fm Raum von Caen und westlich davon gestern nur auf verstärkte Artillerietätigkeit beschränkte, griff er nordöstlich von St. L o nach stundenlangem Trommelfeuer und starkem Schlachtfliegereinsatz unsere Front an. Fallschirmjäger und Infanterie brachten alle Durchbruchsversuche zum Scheitern und fügten dem Gegner hohe Verluste zu. Zwischen der Vire und dem Raum von Saint eny sowie zwischen G o r g e s und der Küste wurde während des ganzen Tages erbittert gekämpft. Zahlreiche Angriffe des Gegners wurden hier abgewiesen, örtliche Einbrüche im Gegenstoß beseitigt oder abgeriegelt.
Ueber dem Landekopf und den besetzten Westgebieten verlor der Feind gestern 27 Flugzeuge.
Im französischen Raum wurden 189 Terroristen im Kampf niedergemacht.
Das schwere Feuer der V 1 auf London dauert an.
In Italien kam es gestern nur zu größeren Kampfhandlungen an der ligurischen Küste und südwestlich CitadiCastello. Trotz starker Artillerie- und Panzerunterstützung konnte der Feind nur an einigen Stellen geringe Erfolge erzielen. Die Masse seiner Angriffe wurde durch zusammen- gefaütes Artilleriefeuer oder im Gegenstoß zerschlagen.
Im Süden der Ostfront wurden örtliche Vorstöße der Sowjets abgewiesen. Im Raum von K o w e 1 brachen wiederholte feindliche Angriffe verlustreich zusammen.
Im Mittelabschnitt dauern die schweren Abwehrkämpfe zwischen P ipjet und Düna an. Während westlich der Szczara alle sowjetischen Durchbruchs- versuche vereitelt wurden, setzten sich unsere Divisionen im Raum südlich Wilna in erbitterten Kämpfen weiter nach Westen ab. Bei O 1 i t a fügten sie den Sowjets im wuchtigen ^Gegenstoß schwere Verluste zu. Die Besatzung von Wilna behauptete auch
gestern den Westteil der Stadt gegen alle feindlichen Angriffe.
Im Raum südwestlich und südöstlich Dünaburg stehen unsere Truppen in harten Kämpfen mit starken feindlichen Verbänden. Oestlich Opotschka wurden wiederholte stärkere Angriffe der Sowjets abgewiesen, örtliche Einbrüche abgeriegelt.
Schlachtfliegerverbände unterstützten den Abwehrkampf des Heeres und fügten den Sowjets besonders im Raum Dünaburg—
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung b. Berlin, 13. Juli; Das militärische Geschehen an der Ostfront weist weiterhin sehr spannungsvolle Züge auf, die durch den fortgesetzten sowjetischen Druck gegen die deutschen Linien bestimmt werden. Als besonders charakteristisch für den gegenwärtigen Stand der Abwehrschlacht darf die Tatsache gewertet werden, daß die sowjetischen Truppen ihren gegen Kauen (Kowno) gerichteten Angriffsdruck im Augenblick nicht fortsetzen. Die Gründe zu diesem Verhalten dürfen einmal darin liegen, daß die auch noch im Westteil der Stadt kämpfende deutsche Besatzung Wilna sich dieser Entwicklung hemmend entgegenstellt, da sie durch ihr Festhalten an den Trümmern dieser Stadt eine Nutzung des Eisenbahnknotenpunktes Wilnas unmöglich macht, zum anderen scheint jedoch die ersichtliche Flankengefährdung der sowjetischen Truppen die Führung des Gegners dazu veranlaßt haben, den Angriffsstoß auf Kauen anzuhalten und dafür seine Anstrengungen in Richtung Dünaburg und in Richtung Bialystok zu verstärken.
Wilna durch Bomben- und Bordwaffenangriffe hohe Verluste zu.
Ein starker nordamerikanischer Bomberverband führte gestern unter Ausnutzung der Wetterlage erneut einen Terrorangriff gegen München. Durch Flakartillerie wurden 31 viermotorige Bomber vernichtet.
In der Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im rheinisch-westfälischen Raum.
Die deutsche Führung hat durch ein Umbiegen des ursprünglich von Ostrow nach Polozk laufenden Frontabschnitts auf die Linie Ostro w—D ü n a b u r g sich dieser neuen Lage angepaßt, da auf diese Weise Kräfte zur Begegnung des sowjetischen Angriffsdrucks bei Dünaburg frei und somit die Sicherung des Baltikums gestärkt wurde. Diese Operationen basierten allein auf den Entschluß der Führung und wurden nicht durch den Druck des Feindes erzwungen. Die Kämpfe sind weiterhin außerordentlich hart und verlangen von dem deutschen Soldaten Leistungen, wie sie nur von ihm vollbracht werden können. /
Der 700. Flugzeugabschuß dnb. Bprlin, 13. Juli. Eine im Osten eingesetzte Flakdivision unter Führung des Oberst Engel erzielte ihren 700. Flugzeugabschuß. Die Leistungen der Division im Erdkampf wurden mehrfach im Wehrmachtbericht hervorgehoben. In den großen Abwehrschlachten im Süden der Ostfront vernichteten ihre Einheiten 720 Panzer sowie zahlreiche Geschütze, Pak, Granatwerfer und Kriegsgerät aller Art.
„Große Leiden und enorme Verluste"
Roos evelt prophezeit — Die feindlichen Gefallenenlisten sehr lang
Sowjetdruck in Richtung Dünaburg
Die militärische Lage im Osten — Sicherung des Baltikums
Finnische Inseln wieder genommen
Hauptwiderstandslinie der Finnen noch nicht erreicht
Drahtbericht unseres Vertreters
tz. H e 1 s i n k f, 13. Juli. Die bolschewistische Offensive gegen Finnland ist in der letzten Woche nur noch langsam vorwärtsgekommen. Auf der Karelischen Landenge gingen die Kämpfe um einen Teil der in der Viipuri-Bucht befindlichen Inseln für die Finnen günstig aus. Es gelang ihnen, feindliche Angriffe abzuwehren, einen Teil der Inseln Widder zu nehmen und dem Feind bedeutende Verluste .beizubringen. Finnische und deutsche Seestreitkräfte und Einheiten der finnischen Luftwaffe haben dabei über 50 feindliche Landungsboote, einen großen Schlepper und etwa 10 kleinere Fahrzeuge und zwei Schnellboote der Sowjets versenkt.
An der Front nordöstlich Viipuri griff der Gegner mit überlegenen Kräften am Ihantal-
Eigener Drahtbericht
ep. Lissabon, 13. Juli. Eine aufsehenerregende Erklärung gab der USA.-Oberst Francis M a r k o e aus dem Hauptquartier der von General Clark geführten 5. Armee in einem Interview mH der Zeitung „St. Louis Post Dispatch" ab. Markoe enthüllte entgegen der bekannten Version, General Clark habe seinerzeit den Befehl zur Zerstörung des Klosters Cassino gegeben, daß fn Wirklichkeit der Befehl zum Bombardement auf das Kloster „von einer höheren Stelle als' General Clark" erfolgt sei. Es besteht in eingeweihten Kreisen kein Zweifel darüber, daß diese „höhere Stelle" im Weißen Haus zu suchen ist, auch wenn
See an.- Er wurde teilweise im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Die Kämpfe verlagerten sich nordöstlich V u o s a 1 m i, wo es den Sowejts um den Preis schwerster Blutverluste gelang, einen Brückenkopf zu bilden. Gegenstöße verhinderten eine Ausweitung des gegnerischen Geländegewinnes. Im allgemeinen hat sich die Frontlinie auf der Karelischen Landenge, an der deutsche Truppen bereits^ in bedeutendem Umfang eingesetzt sind, im Laufe der letzten Woche nicht geändert. Nord.- östlich des Ladogasees ging die finnische Absetzbewegung weiter. Die Hauptwiderstandslinie der Finnen ist von den Bolschewisten noch nirgends erreicht worden.
Roosevelt unter der Maske des Heuchlers noch so sehr die Dinge zu verdrehen und sich auf „militärische Notwendigkeiten" hinauszureden versucht.
Demgegenüber .steht jetzt einwandfrei fest, daß die Zerstörung des Cassino-Klosters nicht nur militärisch sinnlos, sondern auch für die Alliierten äußerst schädlich gewesen sei. Die amerikanischen Bomber haben, so erklärte Oberst Markoe, nicht nur eine schöne christliche Kulturstätte zerstört, sondern es den Deutschen ermöglicht, nachdem von amerikanischer Seite das Gelände zum Kampfgebiet gemacht und verwüstet worden war, sich in den Klosterrüinen festzusetzen, während sie vorher das Kloster nicht besetzt hatten.
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
goe. Berlin, 13. Juli. Die Verluste der englischen und nordamerikanischen Truppen müssen in den ersten fünf Wochen der Invasion und insbesondere in den Kämpfen der letzten Tage gewaltige gewesen sein. Zweifellos liegt in der Größe dieser Verluste der Grund dafür, daß selbst Roosevelt jetzt plötzlich in dunkler Prophet zeiung erklärte, die „fürchterlichste Phase des Kampfes" stehe noch bevor und die vereinigten Nationen müßten sich „auf große Leiden und enorme Verluste" gefaßt machen.
Der nordamerikanische Nachrichtendienst geht noch einen Schritt weiter, . wenn er auf die außerordentlich hohe Zahl der Toten und -Verwundeten während der bisherigen Invasionskämpfe hinweist und dazu sagt, daß die „Gefallenenlisten sehr lang" sein würden. Auch zahlenmäßig wird über die Größe dieser Verluste etwas verraten, wenn eine Uebersicht des anglo-amerikani- schen Hauptquartiers über die Luftkriegführung der letzten sechs Monate die erlittenen Verluste mit 3500 Flugzeugen angibt. Zwei Drittel dieser Einbußen entfielen auf Bomber mit zehnköpfiger Besatzung. Das würde also selbst nach dem zweifellos noch frisierten feindlichen Bericht einen Verlust von über 2200 Großbombern mit etwa 22 000 Mann liegenden Personals bedeuten.
Die gedämpfte Stimmung im -Feindlager beruht im wesentlichen auf den Erkenntnissen, die man aus den Kämpfen der letzten Zeit und insbesondere denjenigen bei Caen ziehen mußte, die als ein Muster der deutschen Strategie angesehen werden können. Das deutsche Oberkommando erzielte die gewaltigen Verluste des Feindes auf Grund einer meisterhaften Tiefzonenabwehr, die der deutschen Führung gestattet, bei geringsten eigenen Kräfte- und Geländeverlusten den Feind aufs empfindlichste zu schwächen. *
Wie richtig diese grundsätzliche Tendenz der deutschen Strategie ist, geht daraus
hervor, daß man in England 'heute gezwungen ist, von der Illusion Abschied zu nehmen, daß der Krieg ohne besondere Opfer zu gewinnen sei. Noch aufschlußreicher ist es freilich, wenn Haup’.mann Cyrill Falls in der „Times“ die Bemerkung macht, daß man in England keineswegs das Recht habe, von einer „Westfront“ zu sprechen, da der Landekopf in der Normandie weitaus nicht tief genug sei, um eine solche Bezeichnung zu rechtfertigen.
Der Ring um den Brückenkopf wird aber von <fcn deutschen Streitkräften unerbittlich aufrechterhaiten. Selbst in den feindlichen Berichten kehrt das Wort von „Rommels eisenharter Verteidigung“ immer wieder, wodurch die Unmöglichkeit, die deutsche Abwehr zu sprengen, illustriert werden soll.
Neue Ritterkreuzträger
dnb. Berlin, 13. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Hermann N i e h o f f, Kommandeur einer rheinisch-westfälischen Inf.-Division, geboren am 3. April 1897 zu Papenburg (Ems) als Sohn eines Kapitäns. Oberst Willy Nagel, Kommandeur eines Grenadier-Regiments aus den deutschen Donau-Gebieten. Oberleutnant Heinz Bäumler, Batterieführer in einem Nürnberger Artillerie-Regiment. Gefreiten Johann Vetter, in dem rheinisch-moselländischen Grenadier-Regiment 147. Gefreiten Otmar Hermes, Kompanie-Truppmelder in einem rheinisch-westfälischen Grenadier-Regiment.
Ferner erhielten auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmar- schall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Major Kurt Groeschke, Ba- taillonskommandeur in einem Fallschirmjäger-Regiment, Hauptmann Ludwig Meister, Staffelkapitän in einem Nachtjagd- geschwader; Hauptmann Heinrich Günther, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, und Leutnant Karl W i 111 u s , Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader.
Oberst Marhoe brachte es an den Tag
Roo sevelt selbst gab den Befehl zur Zerstörung des Klosters Cassino
Das Gesicht des modernen Krieges
■/s.vsA’- Cy.
^ Firnis
PK-Kriegsberichter Herrmann (Sch) Artillerie auf Selbstfahrlafette der Division „Feldherrnhalle “ greift an entscheidender Stella in den Kampf der Grenadiere ein. Sie hatte in den schweren Schlachten des Ostens wesentlichen Anteil an den Erfolgen der Division.
Stünde 4ee SthnMßoote
Von
Kapitänleutnant Lohmann
In der Bekämpfung der feindlichen Inva- .sionsflotte im Kanal sind die Schnellboote im Zusammenwirken mit den Torpedobooten unsere schärfste Angriffswaffe auf See. In rascher Aufeinanderfolge kündeten die OKW.-Berichte von ihren erfolg- reich«'i schneidigen Vorstößen, bei .denen. sie. sich mit ihren Torpedos manchen Zerstörer und manches mit Truppen und Material vollbeladenes Landungsschiff aus den Nachschubgebieten herausholen. Die kleinen wendigen Boote, die „mit Schnellzugsgeschwindigkeit durch die Wellen fliegen", sind in ihrem Angriffsgeleit und in ihrer Verwegenheit, mit der sie Nacht für Nacht aller Abwehr zum Trotz in die Geleitzüge einbrechen, der Schrecken des Gegners.
Der Kanal ist für die Schnellboote, die sich besonders für kurze überraschende Vorstöße und Ueberfälle in räumlich begrenzten Seeräumen eignen, das ideale Einsatzgebiet, auf dem sie im Verlaufe des Krieges denn auch ihre größten Erfolge errangen, so ruhmvoll sie sich auch sonst überall geschlagen haben, wo immer sie eingesetzt waren: Sei es in Norwegen, wo sie sich bei der überraschenden Inbesitznahme von Häfen und durch kühnes Eindringen in die Fjorde ira April 1940 zum ersten Male in diesem Kriege einen Namen machten; sei es zu Beginn des Feldzuges gegen Sowjetrußland in der Ostsee, wo sich aus zahllosen schneidigen Einsätzen der erbitterte Nahkampf zweier Schnellboote mit einem Sowjet-U-Boot heraushebt, das sie mit Handgranaten, Wasserbomben und Maschinenpistolen zur Strecke brachten; oder im Schwarzen Meer beim Kampf um die Krim und bei ihrer Räumung und.im Mittelmeer bei manchen Vorstößen gegen Malta, an der Küste Afrikas, in den Gewässern um Sizilien, in der Adria und Aegäis. Wer erinnert sich nicht an den Handstreich, durch den - Schnellboote sich nach dem Badoglio-Verrat in den Besitz Venedigs setzten, eine Handvoll Schnellbootmatrosen gegen eine ganze Garnison Aufrührerl Und auch bei der Eroberung der Insein des Dodekanes im Spätsommer vorigen Jahres gaben Schnellboote dem verblüfften Gegner manche Proben ihres Draufgängertums.
Auf welchen Seekriegsschauplätzen auch gefochten wurde: die Schnellboote waren stets mit dabei und drückten dem Kämpfe ihren Stempel auf. Sie bewährten sich bei den verschiedensten Aufgaben, für die sie eingesetzt waren: Sie besetzten Häfen, eroberten Inseln, brachten Schiffe auf, sicherten Geleite und transportierten Truppen, oft als letzte am Feind. Aber über allen diesen Aufgaben stand für sie als schönste und höchste, den Booten gewissermaßen auf den Leib geschnittene, der Torpedoangriff auf den Gegner. Denn: der rasche Sprung aus ihren Schlupfwinkeln zum Feind hinüber, das stürmende Vorwärtspreschen im Brausen der starken Motoren, das vorsichtige Heranpirschen im Jagdgebiet, die letzte ‘Nerven- und Kraftanstrengung beim Sichten huschender Schatten in der Finsternis, das Gehen auf Angriffsposition, das Schießen der Torpedos und — in den Ohren die dumpfe Detonation des Treffers, das Ablaufen mit äußerster Kraft im Schein der am Himmel aufgereihten Leuchtgranaten, gejagt von der Meute der Zerstörer und umzackt von den schimmernden Geschoflgarben aller. Kaliber — das ist für den Schnellbootsmann der Inbegriff seiner kämpferischen Aufgabe.
Das alles ist aber hundert- und aber hundertfaches Erleben der Männer der Flottillen am Kanal, die hier seit dem Frankreich- Feldzug im Frühjahr 1940 im Kampf stehen und die auf diesem klassischen Einsatzgebiet der Schnellbootwaffe in zahllosen nächtlichen Einsätzen ihre Torpedos an dia