Ausgabe 
(13.7.1944) 191
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regiersndan Bfirgwnneistora der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkundtmatblaü des Reicbsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 191 14. Jahrgang

Donnerstag, 13. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Stammgäste in Londoner Luftschutzkellern

Lords, Diplomaten und Slumbewohner dichtgedrängt in den U-Bahnröhren - V1 im Urteil Militär sachverständiger

Im Invasionsraum erbeutet

Eigener Drahtbericht

BZ. Lissabon, 12. Juli. General Eisen- hovtt äußerte zu einem Vertreter der Nachrichtenagentur United Preß, daß V 1 hei weiterer Entwicklung ein Faktor von äußerster militärischer Wichtigkeit werden könne. Er drückte sich offenbar so vor­sichtig aus, um nicht eingestehen zu müssen, daß V 1 bereits Jetzt erhebliche militärische Bedeutung hat.

. Der Luftfahrtkorrespondent derSunday Times" schreibt, daß V 1 offensichtlich ver­schiedene große Vorteile gegenüber der normalen Fliegerbombe besitze. Sie könne bei jedem, auch dem schlechtesten Wetter abgefeuert werden und stehe im Begriff, sich von den Luftoffensiven alten Stils völlig frei zu machen. Vor allem sei nicht zu ver­kennen, daß die deutsche Kriegführung schon durch ihre erste Vergeltungswaffe große anglo-amerikanische Streitkräfte binde. Vorläufig habe man nur schwach- begründete Hoffnungen, daß man die V 1 noch einmal meistern werde.. Demgegenüber steigere sich aber die Gefahr, daß die ge­fürchtete .V 2 auch noch komme.

Auch in den neutralen Ländern beschäftigt VI mit ihren immer größeren Auswirkun­gen die Presse. So muß ihre nahezu ein­mütige Auffassung herausgestellt werden, daß mit V 1 eine neue Lage in dem weiten Gebiet des Luftkrieges geschaffen worden ist. Es herrscht auch darüber Einmütigkeit, daß V 1 in der Geschichte dieses Krieges einen Sonderplatz beanspruchen darf.

Die Massenflucht aus London hält an. Die zu Hause Gebliebenen suchen Schutz in den Luftschutzräumen.

Die volkstümlichsten Londoner Luftschutz­räume sind freilich nach wie vor die U-Bahnhöfe. Diese ' liegen gewiß sehr tief. Aber die Luft in ihnen ist im Sommei geradezu unerträglich. Ventilation ist so gut wie nicht vorhanden. Sofern sie aber in Funktion gesetzt werden kann, ist sie, völlig außerstande, de'n "furchtbaren Oel- geruch, der aus denRöhren" strömt her­auszupumpen. Man kann sich daher un­schwer ein Bild machen, wie es heute bei Luftalarm und bei der langen Dauer des Alarms in diesen U-Bahnhöfen aussehen muß.

Zu ihren Stammgästen zählen die Be­wohner der Slums, die sich schon in den Jahren 1940'41 hier ihre Stammplätze zu sichern wußten. Dazu kommen aber heute auch die Arbeiter, Angestellten und Ge­schäftsleute, die keine bombensicheren Luft- sehutzräume besitzen. Daneben kann man nach Berichten der Londoner Presse auch hohe Beamte, Lords und Diplomaten neben dem Slum-Stammpubllkum antreffen.

Bei der großen Anzahl der Schutzsuchen- den kann es gar nidht ausbleiben. daß das sozial völlig gemischte Publikum so dicht zusammengedrängt wird, daß ein Vergleich mit den Heringen in einer Tonne sich nahelegt. -

Um die aufgeregten Gemüter zu be­schwichtigen, teilt i.Evening News mit, daß das Risiko für die Londoner Einwoh­ner, von einer deutschen Flugbombe ver­letzt , oder getötet zu werden, von Lloyds mit 1:60 000 geschätzt wird, während die Schätzung im Winter 1940 41 sich nur auf 1:30 000 belaufen habe.- Lakonisch bemerkt hierzu der Londoner Korrespondent von Dagens Nyheter, daß die mathematischen Berechnungen nur einen gringen Trost für die Leute darstellen, die von einerfliegen­den Bombe getroffen werden.

DaS Londoner Börsenbaronjeter hat die Auswirkungen von V 1 auf die bri­tische Finanzwelt geöffenbart, In gleicher Weise ist aber auch die gesamte Geschäfts­welt betroffen worden. Insbesondere ist der Geschäftsrückgang in den großen Kaufhäu­sern Londons so enorm, daß die Geschäfts­

inhaber sich nach neuen Verkaufsmethoden umsehen.

35 bis 45 Schilling wöchentlich werden für ein Zimmer ohne Verpflegung außer­halb des Wirkungsbereichs der V 1 gefor­dert, schreibtDaily Herald" in einem Be­richt über den in den englischen Evakuie­rungsgebieten anzutreffenden Miet­wucher. Die ärmere Bevölkerung könne natürlich diese hohen Mieten nicht zahlen, während die Wohlhabenden diese enorm hohen Preise noch überbieten. Die staat­lichen Evakuierungszuschüsse betragen fünf Schilling für einen Erwachsenen und drei Schilling für ein Kind.

Kissen als Glassplitterschutz

ep. Stockholm, 12. Juli. Am Dienstag ver­ließ der bisher größte Evakuierungstrans­port London. Er bestand aus 41 000 Müt-. ter und Kindern. Angesichts des Mangels an Unterkunftsgelegenheiten habe die bri­tische Regierung beschlossen, die bisher ge­sperrten Gebiete in Südwest-England nun­mehr für, die Evakuierten freizugeben. Darauf begann sofort ein großer Ansturm auf die bisher leerstehenden Hotels und Pensionen durch die Londoner.

Als einer von denen, die durch Straßen zur Arbeit gehen, die Jeden Augenblick in

ein Flammenmeer verwandelt werden kön­nen, und als einer von denen, die vom Lon­doner Heroismus nur in den Zeitungen lesen, berichtet ein Reuter-Vertreter. Die Londoner wären dazu tibergegangen, statt der Autobusse die Untergrundbahn zu be­

nutzen und weniger als bisher im Freien herumzustehen. Die Kopfkissen, auf denen man in normalen Zelten geschlafen habe, würden neuerdings als Schutz gegen Glassplitter auf dem Kopf getragen, so wild das auch aussehe.

Wie war es in Frankfurt?

Kein Anlaß, sich über V 1 zu beschweren!

Eigener Drahtbericht

ep. Lissabon, 12. Juli, (Europapreß.) In einer Zuschrift des Unterhausabgeordneten Sorenson an denDaily Herald wird darauf hingewiesen, daß die Engländer auf Grund ihrer bisherigen Luftkriegführung ge­gen Deutschland keinen Anlaß haben, sich über die Anwendung der neuen Waffe zu beschweren. Sorenson schreibt u. a., man tut gut daran, sich die Bedeutung der Feststel­lung der eigenen Zeitung vom 27. November über einen Angriff auf Frankfurt zu überlegen:Die Besatzungen

sahen nichts von der Stadt, es war blindes Bombardieren."

Das Parlamentsmitglied erklärt dann iro­nisch, die Leser desDaily Herald sollten

sich nur mit der Erinnerung an die Feststel­lung des britischen Luftfahrtministers vom 31. März 1943 trösten-, in der es geheißen habe:Die Nachtbombardierung

militärischer Ziele schließt notwendigerweise die Bombärifierung des Gebiets ein, in dem diese liegen." Abschließend zitiert Sorenson die Erklärung Churchills vom 21. De­zember 1943, nach der es keine GrenZ-e der Gewalt geben werde, die die Eng­länder ausüBen würden. Die einzige Rettung sieht Sorenson in dem Verbot jeglichen Luft­krieges.Entweder muß der Luftkrieg voll­ständig abgeschafft oder drastisch einge­schränkt werden, oder er wird die Zivili­sation zerstören."

Die Schlacht in der Normandie

Gegenangriff südwestlich Caen gewinnt weiter Boden Panzertruppen warfen den Feind nach Norden

Schweres V1-Vergeltungsfeuer

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 12. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Schlacht in der Normandie hat sich noch auf weitere Abschnitte ausge­dehnt, das Artilleriefeuer noch gesteigert.

Oestlich der O r n e warfen unsere Trup­pen den bei Colombelies eingebroche­nen Feind auf seine Ausgangsstellungen zu­rück. Südwestlich Caen gewann unser Ge­genangriff weiter an Boden. Um E t e r v i 11 e wird erbittert gekämpft.

Südlich und südwestlich T i 11 y brachen starke feindliche Angriffe unter hohen Ver­lusten zusammen.

Auch im Abschnitt nordöstlich und nörd­lich St L o scheiterten die auf breiter Front vorgetragenen feindlichen Durchbruchsver­suche. In einigen Einbruchsstellen wird noch gekämpft. Westlich Airei warfen deutsche Panzertruppen den Feind nach Norden zu­rück. Zwischen V i r e und S a i n t e n y , nordwestlich Le Plessis und im Abschnitt LaHaye du Puits daueTn die erbitterten Abwehrkämple an, ohne daß es dem Gegner bisher gelang, wesentliche Erfolge zn er­zielen.

Im französischen Raum wurden wiederum 66 Terroristen im Kampf niedergemacht.

Schweres V 1-Vergeltungsfeuer liegt wei­terhin auf dem Großraum von London.

In 11 a 1 i e n setzte der Gegner seine star­ken Angriffe von der Westküste bis in den Raum von Poggibonsi fort. Er wurde unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen. Der Schwerpunkt der Kämpfe lag gestern beiderseits des Tiber, im Abschnitt südlich Cita di Castelle. Nach trommelfeuerartigem Artilleriefeuer gelang es dem Gegner in ver­lustreichen Kämpfen, unsere Front um einige Kilometer nach Norden zurückzudrücken. Oestlich des Tiber brachten Gegenangriffe un­serer Truppen das feindliche Vorgehen zum Stehen. An der Adriaküste setzte der Feind seine Angriffe gestern nachmittag nicht fort.

Im SüdenderOstfront herrschte gestern nur örtliche Kampftätigkeit. Unga­rische Truppen führten im Karpathenvorland ein Angriffsunternehmen erfolgreich durch.

Im gesamten Mittelabschn itt von der S z. c z a r a bis P o 1 o z k hielt der

Feldmarschall von Kluge an der Kanalküste

Auf historischem Boden An der England nächstgelegenen Siehe

PK-Sonderbericht.

rd. Im Westen, im Juli 1944. DeT neu­ernannte Oberbefehlshaber West, General­feldmarschall von Kluge, besichtigte am ersten Tag einer Fahrt an die Kanal­küste besonders eingehend denjenigen Küstenabschnitt, der in der Geschichte des West.feldzuges des. Jahres^J940 mit seinem Namen verknüpft ist. Als 'Oberbefehlshaber üer IV. Armee erzwang der damalige Ge­neraloberst von Kluge,, ...dpu Durchbruch durch die verlängerte Mp.gmotlinie . und stieß in einem glänzenden Vormarscll an der Somme entlang bis Äbbeville. Dadurch wurde die feindliche Front in zwei Teile zerrissen. Die Armee von Kluges nahm dann in schnellem Vormarsch Boulogne und Calais und griff Dünkirchen von Westen an. Vom 5. bis 8. Juni 1940'erzwang die Armee von Kluge den Durchbruch durch die Weygand-Linie an - der Somme und stieß anschließend in das Innere 'Frank­reichs vor.

GeneralTeldmarschall von 'Kluge gewann aus dem Vergleich zu früher einen tiefen Eindruck von den Befestigungen ent­lang der Kanalküste. Er ließ sich von den Kommandeuren aller drei Wehrmachtsteile

Vortrag über ihren Sektor und ihre Auf­gaben im Verteidigungssystem des Atlan­tik w a 11 s dieser England am nächsten gelegenen Stelle halten, wobei vor allem die Artillerie aller Kaliber sein besonderes Interesse erweckte, da er selbst alter Ar­tillerist ist.

Mit Abscheu nahm der . Generalfe! dmar- schall von den zahlreichen Zerstörungen friedlicher Wohnstätten Kenntnis, die wäh­rend des Frankreichfeldzuges 1940, also beim Vormarsch seiner Armee durch dieses Ge­biet, vollkommen unbeschädigt geblieben waren, in den letzten Monaten aber durch anglo-amerikanische Terrorbomber in Trüm­merstätten verwandelt worden sind.

Aus seiner gründlichen Kenntnis modern­ster Kriegstechnik, die er sich als Ober­befehlshaber einer Armee, dann einer Heeresgruppe im Osten in fast drei Jahren erworben hat, zollte der Generalfeldmar­schall der an der Kanalküste im Bau von Befestigüngswerken' und Stellungen geleiste­ten: Arbeit volle Anerkennung. Er konnte sich davon überzeugen, daß an diesem bis­her vom Feind noch nieht angegriffenen Ab­schnitt der deutsche Soldat zürn Einsatz bis zum letzten Blutstropfen bereit ist.

Kriegsberichter Wiese.

starke feindliche Druck an. Unsere Divisio­nen setzten sich im südlichen Teil dieser Front unter andauernden schweren Kämpfen weiter nach Westen ab. Im Raum von Bara- nowicze hat sich die schlesische 28. Jäger­division unter Führung des Generalmajors vonZiehlberq in Angriff und Abwehr hervorragend bewährt. Oestlich Olita wurden die vorstoßenden Sowjets von unse­ren Panzerdivisionen im Gegenangriff aufge­fangen.

Die Verteidiger von Wilna zerschlugen im Westteii der Stadt wiederholte Angriffe der Bolschewisten nnd schossen zahlreiche feindliche Panzer ab.

Im Raum zwischen U t e n a und P o I o z k brachen starke Angriffe der Bolschewisten

(J-PK-Kriegsberichter Stollberg (Sc,:. Eine von unseren Abuehrwuffen außer Gefecht gesetzte Karelte.

Stkueden und die eiididtke dtahunq

Von

Dr. Rütger Ess^n-Stockholm

in noch anhaltenden schweren Kämpfen ver lustreich zusammen. Auch südlich Nowor- schew sind noch erbitterte Kämpfe im Gange.

Schlachtfliegergeschwader griffen beson­ders südwestlich Wilna und südwestlich Dü­naburg wirksam in die Erdkämpfe ein und fügten dem Feind in Tiefangriffen hohe Verlust* an Mensthen und Material zu.

Ein starker nordamerikanischer Bomber­verband führte gestern im Schutz dichter Bewölkung einen Terrorangriff geqen M ü nti, . . ... ,

eben. Durch Flakartilerie wurden 27 fein^J 2 . 6 . 1 ? 6 ." deuthch liehe Flugzeuge, darunter 24 viermotorige Bomber, vernichtet

In der Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben auf rheinisch-westfäli­sches Gebiet.

Eichenlaub für Korvettenkapitän

Chef einer Torpedobootllottille an der Invasiönslront ausgezeichnet

dnb. Berlin, 12. Juli. Der Führer ver­lieh am 11. Juli das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Korv.-Kapt. Heinrich Hoffmann, Chef einer Torpe- dobootsflottille, als 524. Soldaten der deut­schen Wehrmacht.

Korv.-Kapt. Hoffmann, der erst am 7. Juni wegen seiner hervorragenden Verdienste bei der Bekämpfung der Invasionsflotte mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde, hat mit seiner Flottille auch weiterhin außer­gewöhnliche Leistungen vollbracht.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhauptquartier, 12. Juli. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: General­leutnant Friedrich Wilhelm Hauck, Kom­mandeur einer württembergisch-badischen

Inf.-Division; Oberst Gustav-Adolf von Nostlz-W all witz, Kommandeur eines ostpreußischen Artillerie-Regiments; Haupt­mann Karl-Heinz Schmidt, Führer eines Festungs-Iqfanterie-Bataillons; Oberleutnant d. Res. . Heinz Bauer, Adjutant in einem norddeutschen Grenadier-Regiment; Leut­nant Heinrich W u n n , Kompanieführer in einem rheinisch-moselländischen Grenadier- Regiment; : Oberfeldwebel Lorenz Hart­mann, Pionier-Zugführer in einer hes­sisch-thüringischen Panzeraufklärungs-Abtei­lung.

Ferner erhielten auf Vorschlag des Ober­befehlshabers der Kriegsmarine, Großadmi­ral Dönitz, der Chef einer Räumbootflottiile, Kapitänleutnant Herbert N a u , und Ober­leutnant (Ing.) Reinhard König, das Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes.

Dünaburg abgeschirmt

Bolschewistische Angrille an deutschen Sperr/inieri gescheitert

dnb. Berlin, 12, Juli. In der Mitte der Ostfront sind die Bewegungen der Bolschewisten unter der Wirkung deutscher Gegenmaßnahmen spürbar lang­samer geworden.

Nördlich des Pripjet kommen sie trotz anhaltend starken Druckes nur schrittweise, vorwärts. Unsere Truppen bildeten westlich, der- Szcara bis hinauf zur Njemen-Schleife bei Olita eine Reihe von Sperrlinien, an de­nen feindliche Angriffe scheiterten Die westlich Slonim und westlich L i d a vor­gehenden Bolschewisten hatten durch den hartnäckigen Widerstand unserer Jäger und Grenadiere wieder hohe Verluste, und wei­ter nördlich schlugen unsere Panzer-Divisio­nen in erfolgreichen Gegenangriffen den südöstlich Wilna gegen den Njemen vor­gehenden Feind ab.

Aus dem Raum von Wilna drückten, die Sowjets nach Norden und Westen. Die Vorstöße nach Norden scheiterten an einer quer durch den Neris^Bogen gelegenen Sehnenstellung, und westlich Wilna wurde der Feind östlich, an. Sperrlinien aufge­halten. Sein weiterer Ansturm auf Wilna selbst scheiterte am Widerstand der tapfe­ren Verteidiger, die im Laufe der letzten drei Tage^ über 60 Panzer vernichteten. Weitere *14 Panzer, mehrere Salvenge­schütze, Feldhaubitzen, Granatwerfer und Dutzende von Kraftfahrzeugen wurden dort von unseren in den Erdkampf eingreifenden Schlachtfliegem zerstört.

Südlich der D ü n a verbreiterten unsere Truppen ihre Riegelstellung hach Westen.

vor

der

Sie. liegt mmrriehr auch schützend Dünaburg. Gegen Dünaburg setzte Feind fünf Divisionen und eine Panzer­brigade eiri.' Unsere hier seit Tagen in har­ten Abwehrkämpfen stehenden Grenadiere schlugen die Angreifer in erbitterten Kämpfen ab und schlossen. eine vorüber­gehend entstandene Frohtlücke.

Ah der Invaslons front führten un­sere Truppen, eine Reihe energischer Ge­genangriffe und schossen 104 Panzer ab. Südwestlich Caen stießen gepanzerte Kampf­gruppen den am VoTtage bei Mal tot ge­worfenen Briten nach. Diese, setzten sich im Schutz, einer von Feldhaubitzen und Schiffs­artillerie geschossenen-Feuerglocke auf den Höhen bei Eterville noclj einmal fest. Den­noch trieb der eigene Angriff den Gegner bis in die Ruinen von Eterville Zurück. Dort sind zur Stunde heftige Kämpfe gegen die bei Nacht eingetroffenen feindlichen Ver­stärkungen im Gange. Die Briten führten ihrerseits südwestlich Tilly einen neuen, starken Angriff- auf breiter Frönt. Die ein­zige Einbruchsstelle wurde durch Gegen­stöße bereinigt.

Einen zweiten klaren 1 'Abwehrerfolg er­rangen gnsere . Truppen - im - Abschnitt öst­lich und nordöstlich S t, L o,

Star k'e .3 a g.d.f 1 i e g e.r v e r b.ä n d e unterstützten''den ganzen Tag über-,trotz wechselnder Wetterlage die Heeresverhände Sie brachten dem Gegner durch Tief­angriffe empfindliche Materialveilu.ste bei und schossen gemeinsam mit der leich­ten Flak eine Reihe feindlicher Jagdbombei ab.

Dr. Rütger Ess6n ist der Herausgeber vonFolkets Dagblad" und der führende Kopf der schwedisch-nationalen Vereinigung Nationen Förbund.

Die Schriftleitung derBremer Zeitung.

Das Gesicht der europäischen Völker ifi nach Süden und nach Westen gewend '. Das gilt für sie alle. Am meisten aber rp't es für die nordischen Völker. Die besten Ezpansions- (oderGroßmachts"-) Zeiten >ier nordgermanischen Stämme die Wikinger­zeit und das schwedische 17. Jahrhundert genug, in welcher Richtung unsere Neigungen gingen. In der Geschichte des schwedischen Volkes gibt es jedoch einen ständigen Faktor, der dem natür­lichen Zug nach Süden und nach Westen entgegengesetzt ist, nämlich die' Front nach Osten.

Diese Front ist jedoch nicht auf spontanen Eifer und Freiwilligkeit hin entstanden. Hinter den ostwärts gerichteten Aktionen stand kaum etwas von der frohen Sehn­sucht, dem Verlangen nach Traumerfüllung, die die Wikinger zu sonnigeren Küsten und salzigeren Meeren oder die bäuerlichen Aus­wanderer des 19. Jahrhunderts zu dem gro­ßen Lande im Westen trieben. Auch .die schwedischen Wikingerfahrten nach Osten waren nämlich im Grunde nach Süden ge­richtet: Nowgorod, die Stromschnellen des Dnjeprs und Kiew waren nur ein Wfeg zu dem mediterranen Kulturzentrum, dem wei­ßen und sonnigen Ziele, das Miklägaard, das griechische Byzantion, so lange darstellte.

Die Frontstellung nach Osten ist im Grunde genommen nie etwas anderes ge­wesen als eine Verteidigungslinie. Sie wurde durch die Erfordernisse der Sicherheit und durch Pflichtgefühl aufrecht- erhaiten, nicht durch Sehnsucht nach freieren Weiten oder einem besseren Le­ben. Sie war eine Dammbautätigkeit gegen Barberei und Anarchie; sie bezweckte, einem Volk Sicherheit zu geben, das mit seiner ganzen Seele Europa angehörte und angehören wollte, das aber nun einmal auf diesen Posten gestellt war und diese stän­dige Front nach Osten halten mußte. Diese grundlegende Tatsache ist durch eine mehr als tausendjährige schwedische Geschichte bestehen geblieben. Was sich aber ge­ändert hat, und zwar gänzlich- und völlig, ist die geistige Betonung. Der schwedische später schwedisch-finnisch-deutsche Wachtdienst in der Wikinqerzeit und im frühen Mittelalter gegen die russischen Gebiete war lange Zeit nur ein Ordnungs­problem. Der Sumpfboden da drüben mußte verbessert und entwässert werden, und man mußte sich die Anarchie gehörig fern- halten. Die allgemeine Einstellung zu den slawischen und anderen Völkern, die man jenseits der Sumpfgrenze bemerkte, war geringschätzig-wohlwollend. Der Wachi- dienst an und für sich war weder besonders gefährlich noch besonders verlockend. Es war ein notwendiger, wenig anregender Ordnungsdienst.

Die nach Osten ziehenden schwedischen Wikingerhäuptlinge hinterließen in den rus­sischen Gebieten eine lange Reihe von Nach­kommen, die danach jahrhundertelang in im­mer mehr zersplitterten kleinen Fürstentü­mern eine Ari Aufsicht über den Wirrwarr von slawischen und halbslawischen Völker­gruppen führten, die sich ungefähr vom Jahre 900 an von den Ländern utti dfen obe­ren und mittleren Dpjepr immer mehr über Flachland- und Mischwaldgebiete nach Nor­den und Nordosten zu ausbreiteten. Aber Asien, Rußlands anderer Nachbar, der ihm geistig näher steht als Europa, wachte auf und unternahm wiederum einen seiner perio­disch wiederkehrenden Gegenstöße. Der Mongolensturm ging im 13. Jahrhun­dert über Rußland hin. ; '

Er wurde an den Grenzen Schlesiens und Ungarns von christlichen Ritterheereb knapp