Ausgabe 
(11.7.1944) 189
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Bremen: Oeeren *'8. Ru» 2 19 31: Kaditrut ob« tonntizi 2 47 95; ObernitriBe *6. Rot 2 19 315 Sjke: Mflhlendaram 2; Br.-Hemellngen: Bahn- BoIatraBa *, Eckt PoititraBe. Rut 4 34 5*: Bf.- Veeetack: Rohrttr. 24, Rut 4 «. 8; Br.-?1umen tial, Kapt.-Dallmami-Stt, 41/43, Rul 88 *• 89

Partei

De» Amtabl

Nr. 189

iliche Tageszeitung

des Mrg*rra#i*l*r* der Freien Haneeetadt Bremen

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Dienstag, 11. Juli 1344

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündun<ysblaM des Reichsstcrtthaliers in Old enburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

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„Neue Schauer fliegender Bomben" auf London

Einige britische offizielle Schaden - und Ortsangaben - Treffsicherheit der V1 nicht zu leugnen

-«Drahthericht unserer Barliner r Schriftleitung

goe. Berlin, 10. Juli. In stereotyper Wen­dung melden die britischen Zeitungen euch heute, daß in der vergangenen Nacht „deutsche Lufttätigkeit durch fliegende Bomben über London und Südengland zu verzeichnen war. Es werden Schäden und Verluste gemeldet." Ziim erstenmal wäh­rend des nun bereits in der vierten Woche auf London liegenden Vergeltungsfeuers machen aber die britischen Zeitungen nun­mehr zusätzlich auch einige offizielle Ortsangaben über die Schadenstellen, die, wenn sie auch noch so sparsam sind, doch eine Reihe bedeutsamer Rückschlüsse zulassen.

Die drei Schadenangaben, die ge­macht werden, beweisen, dafl Zentral-Lon- don vönder City bis zum Westend einen der Zielräume der V 1 darstellt. Damit wird zugegeben, dafl die Treffsicherheit der V 1 genügt, um genau begrenzte Räume unter Fener zu nehmen, und daß sie mindestens ebenso groß Ist wie diejenige der länd­lichen Tepplchwllrle.

Die erste Angabe beschäftigt sich mit einem Volltreffer im Regent Palace Hotel. Das Hotel liegt unmittelbar am Picea-, dilly-Zirkus, dem bedeutendsten Ver­kehrszentrum Londons und dem Schnitt­punkt der großen Verkehrsadern Regent Street, Piccadillv Havmarket, Coventry Street und Shaftesbury Avenue. Die zweite Angabe beschäftigt sich mit der Zerstörung der Kaserne der Grenadiergarde, eines der vornehmsten englischen Regimenter. Diese Garde-Kaserne liegt im Mittelpunkt des Wellington-Kasemengeländes, gleich­zeitig aber auch im Herzen der englischen Hauptstadt, nur wenige hundert Meter vom Buckingham-Palast entfernt. Iii der Nähe de; Kaserne befindet sich weiter auch der Victoria-Bahnhof, der als Ausgangspunkt für den Südenglandverkehr wichtig ist. Die dritte Mitteilung beschäftigt sich mit der gleichfalls völligen Zerstörung des Kön- kii r s g e ri ch t e * , d»s »m Eingang zur City unmittelbar neben dem Londoner Zei­tungsviertel gelegen ist An Einzelheiten fügen die Zeitungen hinzu, daß sich im Re gent Palace Hotel während des Angriffs etwa 500 Personen befunden haben sollen, die aher infolge rechtzeitigen Alarms und guter Schutzräume gerettet worden seien. Dagegen wurden in der Kaserne der Befehls­haber der Gardegrenadiere, Oberst Edward Haye. und eine Anzahl bekannter Offiziere der Gardebrigade getötet.

Eine nordamerikanische Nachrichten- Agentur illustriert diesen letzten Angriff der V 1 mit dem Wort, dafl „neue Schauer fliegender Bomben“ auf London und das sfldengllsche Gebiet niedergegangen seien. Das eine Wort „neue“ verrät im Zusammen­hang mit den Schadensmeldungen, die zweifellos nur Treffer von begrenzter Kriegs­bedeutung erwähnen, manches, was die eng­lische Presse ängstlich zu verheimlichen be­müht war.

Aus dän verschiedenen vorliegenden Ein- zelmeldubgen setzt sich nutimehr überhaupt langsam ein M b- s a i k b i 1 d d e r Wir­kung unserer Ge'heimwaffe zusammen, dessen' Einzelheiten weitere Rückschlüsse erlauben.

Tn den vergangenen drei Wochen stellte mehr als die Hälfte der 25 Westend-Theater die Vorstellungen ein. Eine Anzahl Lon­doner Gerichte verlegte ihre Tätigkeit in die Keller. Die Unterhausabgeordneten der LondondT'.und -der Südenglischen Wahlkreise sollen jetzt regelmäßig Geheimsitzungen ab­halten, deren erste heute, Dienstag, stattfin- det; um sich zusammen mit dem Staatssekre­tär Willkinson, mit dem Luftfahrtminister, dem Gesundheitsminister und anderen Re-- gierungsinstanzen über, die zu treffenden Maßnahmen zu beraten. Täglich werden min­destens 15 000 Schulkinder in Sammeltrans­porten aus London evakuiert. Ebenso gibt es Sammeltransporte für Frauen; und ■ ältere Personen. Daneben verläßt jedoch jeder­mann London, wer -dies nur irgendwie ■ vor den Behörden vertreten kann. Minder wich­tige Behörden, und ebenso zahlreiche. Fir­men machen sich jedoch gleichfalls auf die 1 allerdings heute schon fast hoffnungslose Quartiersuche in der weiteren Umgebung nördlich Londons.

Die-vielsagendste Meldung über die Wir­kung der' V 1 kommt jedoch von der Wäh­rungskonferenz in Bretton Woods, Wo der Antrag gestellt wurde, daß England mit Rücksicht auf die' Schwere der durch ■ die W 1 erlittenen Schäden Anspruch auf Er­leichterungen in der Nachkriegswirtschaft und vor allem bei den Einzahlungen zu dem geplanten Valutafonds zugebilligt erhalten müsse. Vielleicht kam dieser Antrag .unter dem Einfluß eines Berichtes zustande, der einige Mojnentbilder vom- Einschlag der V 1 festhält;- Hier heißt es:. „Es gibt keinen grauenhafteren Anblick, als wenn eine Bombe zur. Mittagszeit in eine belebte Verkehrsstraße fällt. In. Süd.england sahen wir einmal einen Autobuß, ^.den die '.Gewalt der Explosion in:- fürchterlicher Verzerrung rund um einen - La ternenpfostet» herumge- s'Chlagen hatte.

Alle ..fliese Berichte bestätigen, nur die

deutschen ;-Behauptungen, die jä selbst Churchill zugeben mußte, wenn erViri .seiner Rede nicht weniger als dreimal versicherte, es handle sich bei der Vt um „eine sehr ernste Sache“. Die Auslandspresse rätselt jetzt noch an der Frage herum, weshalb

Churchill seine Erklärung zu der deut­schen Geheimwaffe um 48 Stunden ver­zögerte. Man glaubt nicht, daß der englische Premier in dieser Zeit noch Informationen erwartete, die ihm durch die Bekanntgabe einer Gegenwaffe einen hoffnungsvolleren Abschluß seiner Rede erlaubt hätte. Dage­gen wird die Frage diskutiert, ob Gegen­sätze, die im britischen Kriegskabinett und im Hauptquartier Eisenhowers sowie zwi­schen diesen- beiden über die öffentliche Behandlung der Wirkung der V I bestehen; es ihm nicht erlaubten, ohne die Gefahr, eine schwere Kfise heraufzubeschwören, vorher zu sprechen.

Wie scharf noch heute die Zensurbestim­mungen gegenüber der englischen sowohl wie gegenüber der Auslandspresse in dieser Beziehung sind, ergibt sich daraus, daß der

Eigener Drahthericht

ep. Stockholm, 10. Juli. Das Wochen­ende und die rfämit verbundene längere Arbeitspause veranlaüte die Londoner dies­mal zu einer Massenflucht nach Norden. Der pausenlose Einsatz der VI hat in allen L'ondonern den Wunsch nach „der köstlichen Ruhe einer ungestörten Nacht" geweckt. Eine Enttäuschung berei­teten die Luftschutzbehörden vielen von den. Tausenden, die. die letzten Näehte auf den Strecken, Bahnsteigen und Treppender Untergrundbahnhöfe verbrachten. Alle diese Schutzsuchenden dürften nämlich nicht die jetzt erst freigegebanen Tiefbunker auf­suchen, weil jeder, der in diesen, unterirdi­schen, rechts und links der Themse gele­genen Schutzanlagen Unterkunft finden will, dazu eine Sondergenehmigung braucht.'

'oh fühle, wie sieb in meinem Ma­gen jedesmal ein Knoten schlingt, wenn ich eine fliegende Bombe

dnb. Au« dem Führerhaupt­quartier, 10. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die grolle Abwehrschlacht im Raum von Caen griff im Laute des gestrigen Tages auf die Stadt selbst über. Nach erbitterten Straßen- und Häuserkämpfen, in denen un­sere Truppen dem Feind »chwerste Verluste zufügten, drückte der Gegner unsere Linien auf den Südrand von Caen zurück. Bei Gralnvllle scheiterten feindliche Panzer­angriffe. In einer Einbruchsstelle beiderseits der Straße von. Coumont-Caent sind di« Kämpfe noch nicht abgeschlossen.

Zwischen A i r e 1 und Salnten.y konnte der Feind nur geringen Geländegewinn er­zielen. Südlich .La Haye du Puits wur­den mehrere feindliche Angriffe abgewiesen, westlich des Orte« feindliche Bereitstellun­gen durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer zerschlagen.

Bei den Kämpfen der vergangenen Woche lm Südwestteil der Halbinsel Cherbourg haben sich die Kampfgruppe der 77. Infan­teriedivision unter Oberst der Reserve Bacher er und die Kampfgruppe der 243. Irifanterie-Dtvision unter Oberst Kloster­kemper besonders ausgezeichnet.

Im französischen Raum wurden wiederum 239 Terroristen .und Saboteure im Kampf niedergemacht.

Vor der niederländischen und nordfran­zösischen Küste versenkten Sicherungs­fahrzeuge der Kriegsmarine in der Nacht zum 9. Juli zwei britische Schnellboote,'be­schädigten vier weitere schwer und er­zielten zahlreiche Treffer auf mehreren an­deren Booten. Ein eigenes Fahrzeug ging verloren.

Im Golf von St. Mal'o zwangen VOr- postenboote feindliche Zerstörer zum Ab­drehen und beschädigten einen von ihnen.

Das V I-Vergellungsf euer auf London Bauert mit nur geringen Unterbrechungen an

ln Italien zeichneten sich unsere an der westlichen Küstenstraße bei Volterra, Poggibonsi, Arezzo und an der Adriatischen Küste eingesetzten Truppen gestern ernbut durch besondere Standhaftigkeit aus. Trotz Einsatzes überlegener Infanterie- und Pan­zerkräfte, die durch starke Artillerie- und laufende Luftangriffe unterstützt wurden, ge­lang dem Feinde nirgends der erhoffte Durch­bruch durch unsere Front. In einigen ört­lichen Einbruchsstellen hielten die Kämpfe am gestrigen Abend. noch an.

Im Osten ließen die Angriffe der So­wjets bet Kowel nach dem hervorragen­den .Abwehrerfolg unserer Truppen an Hef­tigkeit nach. Erneute Durchbmdisvcrsuche wurden zerschlagen.

Westlich Batanowlczs fingen unsere Divisionen die mit starken Infanterie- und Panzerkräften vordringenden Bolschewisten in erbitterten Kämpfen an der Szczara, bei­derseits S 1 o n i m , auf. Die Verteidiger von Wilna behaupteten die Stadt gegen zahl­reiche von Panzern unterstützte Angriffe des Feindes und fügten ihm hohe Verluste

Londoner Korrespondent der „New York Times“ einen seiner Berichte unter der Ueberschrift „Zensurknebel für VI“ erschei­nen ließ. Die neutrale Presse versucht die derzeitige Situation in London damit zu kennzeichnen, daß die sagt, eine derartige Hast und Aufregung hätten die Eng­länder selbst 1940 nicht gezeigt.

Wie wenig Aussicht jedoch auf eine Be­seitigung des V 1-Bombarderaents besteht, schließt das neutrale Ausland aus dem Um­stand, daß England zwar Uber die Herstellung der Gehelmwaffe seit mindestens einem Jahre unterrichtet gewesen sei, ihren Einsatz jedoch nicht verhindern konnte. Man müsse infolge­dessen stark bezweifeln, ob England in den nächsten Monaten in der Lage sein werde, wirksame Abwehrmaßnahmen zu ergreifen.

höre", berichtet der Chefkorrespondent der „New York Herald Tribüne", Geoffrey P a r s o n s , seinem Blatt. Einer seiner Kollegen War vor kurzem aus dem nor­mannischen Brückenkopf nach London zu- rückgekehrt. Er- bat seinen Chef: „Bitte,

senden Sie mich doch nach Frankreich zu­rück. Meine Frau Eleanor wird einen gro­ßen Schreck bekommen, wenn sie erfährt, daß ich in London statt in Frankreich bin." Parsons berichtet dann über das Schau­spiel, daß sich ihm bei einem Besuch eines britisch-nordamerikanischen Stabes in Lon­don geboten habe. Als das Geräusch einei fliegenden Bombe ertönte', hätten plötzlich alle Offiziere flach auf dem Boden gelegen. Am schnellsten sei ein Oberst gewesen, der am Morgen aus Frankreich zurückge­kehrt sei. Er sei mit einem Hechtsprung : ntbr dc-m S.:--:pult

zu. Nordwestlich Wilna wurden die Sowjets im Gegenangriff zurückgeworfen. An der Straße Kauen—Dünaburg sind bei U t e n a heftige Kämpfe im Gange. Gegenangriffe un­serer Truppen hatten Erfolg. Nordwestlich Polozk scheiterten die Durchbruchsver­suche mehrerer sowjetischer Schützendivi­sionen am zähen Widerstand unsererTruppen.

Bet diÄi schweren Abwehrkämpfen im Raum von Orscha hat sich Major L a m p - recht, Kommandeur einer hamburgischen leichten Flakabteilung, durch beispielhafte Tapferkeit ausgezeichnet.

Starke Schlachtfliegergeschwader griffen in rollenden Einsätzen in die Erdkämpfe ein, setzten zahlreiche sowjetische Panzer und Geschütze außer Gefecht und vernich-

dnb. Führerhauptquartier, 10. Juli. Der Führer verlieh am 4. Juli 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der .Infanterie Buschenhagen, Kommandierenden Ge­neral eines Armeekorps, als 521. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

General der Infanterie Buschenhagen be­seitigte am 10. und 11. Mai 1944 mit seinen Truppen den.sowjetischen Brückenkopf auf dem Westufer des Dnjestr, entriß damit dem Feind ein wichtiges Aufmarschgelände und zerschlug eine Armee mit neun Divisionen.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhauptquartier, 10. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major d. R. Gerhard Streit, Kommandeur eines Pionier- BrUcken-Bataillons; Oberwachtmeister Wil­helm Berg; Gefreiten Erwin S t r e h 1 a u.

Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann

Joachim D i s e n e r, Bataillonskommandeur in einem fränkischen Panzer-Grenadier-Re- giment; Leutnant d. R.

Kompanieführer in Füsilier-Bataillon;

Wittenzellner,

Gebirgsjäger-Regiment Alpengauen.

Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, erhielten das Ritterkreuz: Hauptmann Ferdinand

Feltin, Bataillonsführer in einem Fall-, schirm jäger-Regiment^ Hauptmann Rudolf Hennecke, Bataillonsführer In . einem Fallschirmjäger-Regiment; Hauptmann Her­bert Beyer, BatalUonsführer in einem Fall­schirmjäger-Regiment; Oberleutnant Jam- r o w s k t , Kompanieführer In einem Fall­schirmjäger-Regiment, Oberleutnant Hilmar Zahn, Kompanieführer in einem Fallschirm- läger-Regiment; Leutnant Heinz Krink, Bataillonsadjutant ln einem Fallschirmjägor-

„Tat" u. a.: wenn man kurz nach einem Einschlag einer Flügelbombe durch die Straßen . in der Nachbarschaft der Ein­schlagsstelle geht, ist der Haupteindruck — Glas! Fensterscheiben sind im weiten Umkreis eingedrückt und herausqeschlagen. Glas, zersplittert oder zu feinem Pulver zer­mahlen, bedeckt Fahrbahnen und Bürger­steige. Da und dort mischen sich Dachziegel hinein, die der ungemein heftige Luftdruck oft mehrere Straßenzüge weiter noch von den Dächern gerissen hat. Von Sir Kennth Clark, dem Direktor der Nationalgalerie, wird erzählt, daß er als einziger an einer Autobushaltestelle aus der Reihe ausbrach, über die Straße rannte und sich vor der nächsten Haustür zu Boden warf, als er die Flügelbombe kommen hörte. Sir Kennth war der einzige Ueberlebende.

Signalsystem auf Hochhäusern

Eigener Drahthericht

ep. Lissabon, 10. Juli. Auf bestimmten Hochhäusern in London werden als Zei­chen für >,unmittelbare Gefahr" beim Näher­kommen der V 1-Geschosse faßförmige schwarze Zeichen gehißt Auf allen übrigen Häusern sollen Luftschutzwarte aufqestellt werden, die beim Aufsteigen dieser Signale in ihrem Haus sofort Alarm geben. Es blei­ben dann noch Minuten, um den Keller auf­zusuchen, ein Zeitraum, der, wie die eng­lische Presse feststem, natürlich zu kurz be­messen ist, um aus den oberen Stockwerken der Häuser in die Keller zu gelangen.

Schließlich müssen noch die Auswirkun­gen der VI auf die Londoner Börse er­wähnt werden, über die „News Chronicle" berichten. Die Börse wurde einstweilen un­terbrochen und die Geschäfte zum Teil „auf der Straße*' abgeschlossen. Infolgedessen ergebe die tägliche Notierung der Ge­schäftsabschlüsse keir -geiHUPs Spiegelbild

teten mehrere hundert Fahrzeuge.

In der Nacht führten Kampf- und Nacht- schlachtflugzeuge wirksame Angriffe gegen den sowjetischen Nachschubverkehr. Beson­ders in den stark belegten Bahnhöfen Ko- rosten, Orlewsk und R o w n o ent­standen große Brände in Betriebsstofflagern und heftige Explosionen.

Ein nordamerikanischer Bomberverband warf gestern vefstreut Bomben lm Raum von P 1 o e s t i.

Einzelne feindliche Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben lm rheinisch- westfälischen Raum.

Seestreitkräfte, Bordflak von Handels­schiffen und Marine-Flakartillerie schossen in der Zeit vom 1. bis 10. Juli 65 feindliche Flugzeuge ab.

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Regiment; Oberfeldwebel Karl N e u h o f f, Kompanieführer ln einem Fallschirmjäger- Regiment; Feldwebel Walter Werner, Gruppenführer ln einem Fallschirm-Pionier- Bataillon.

803 Sowjetpanzer und 995 Flugzeuge vernichtet

dnb. Helsinki, 10. Juli. Im finnischen Wehr­machtbericht ljeißt es: Auf der Karelischen Landenge versuchte der Feind gestern wie­der mit Unterstützung von Artillerie und Schiffsgeschützen auf zwei Landzungen der Viipuri-Bucht an Land zu gehen, wurde aber ins Mee; geworfen. Durch das Feuer ver­schiedener Waffen wurden gestern über zwanzig verschiedene Landungsboote und Schiffe verdenkt. In Vuosaimi.fanden heftige Kämpfe mit den über den Vucksen überge­setzten feindlichen Kräften statt. Zäh kämp­fend- zogen sich unsere Truppen auf den Brückenkopf von Maeyraepaeae zurück.

nats insgesamt 1,803 Panzer. Im Laufe des Monats brachten finnische und deutsche Luftstreitkräfje ■ und die Bodenabwehr sowie die eigene und "deutsche Schiffsflak insge­samt 995 feindliche Maschinen zum Abstmz.

Marlon Nachfolger Henriots'

■ Eigener ■ Drahtberichf-'

ep. Vichy, 10. Juli. Die Frage der Nach- folge';Henriots- hat durch eine,, Verordnung des Regierungschefs. Laväl eine Lösung ge­funden. Laval libeftrüg dem Staatssekretär Paul Marion in den Angelegenheiten, die die Information und den Rundfunk angehen, die Unterschriftsvollmacht. Tatsächlich be­deutet dies, daß Paul Marion die Funktionen Henriots übernommen hat.

Massenfiudit aus London zum Wodienende

Alleilei von V1: „Knoten Im Magen — Hechtsprung unter den T/scfi"

Ueber die Z • r s ‘ ö r u n * n in Lot.don

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beriebtet der Korrespondent der Schweizer < Tendenz.

Toner Aktien zeigten eint oä.hgebende

Erbitterte Straßen- und Häuserkämpfe in Caen

)urchbruchsver$ucho In Italien mißglückt — Sowjets an der Szczara aufgelangen und nordwestlich Wilna

zutückaeworlen —- Veraeltungsleuer auf London

Das Eichenlaub für General Busdienhagen

Für die Zerschlagung des sowjetischen Dnjestr-Brückenkopfes

Udo Anneken, einem norddeutschen Oberfeldwebel Hans Zugführer in. einem aus den deutschen

am 9. Juni verlor der Feind an den versci denen Frontabschnitten im Laufe eines i

Die Reste

eines feindlichen Spähtrupps

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PK-Kriegsbei thter Koli ('lihl Bei einem Vorstoß in unsere IIKL wurde ein amerikanischer Stoßtrupp von unseren Grena­dieren zum Kampf gestellt. A ur drei Mann konn­ten unverletzt ins Sammellager abgeführt werden.

Die Jltajtkeiemq f.itt»

Von

Theodor Schulze

Der 7. April 1778 war ein bedeutsamer Tag für das britische Oberhaus. Eine stür­mische Debatte stand bevor. Frankreich, die damals stärkste Macht des Kontinents hatte soeben formal die Unabhängigkeit J im Aufruhr gegen England befindlh her, t. : Ko­lonien der nordamerf'l-’ien Ös"- ‘*ie anerkannt. Es -.var dies die eigentliche Ge­burtsstunde der Vereinigten Staaten. Die USA. betraten den weltpolitischen Kampf­platz. Im englischen Parlame setzte sich eine Minderheit ebenfalls für Aufgabe des Kampfes ein. Der Herzog von Richmond er­klärte vor den Lords, seiner Ansicht nach müsse jeder Gedanke, die amerikanischen Kolonien wieder zu unterwerfen, aufgegeben werden. Der Herzog von Chatham, der ältere Pitt, 1 g schwerkrank in einem seiner Landhäuser. Trotzdem entschloß er sich, an diesem Tage ins Oberhaus zu ge­hen upd einen Erfolg Richmonds zu verhin­dern.

Da stand er, von Schmerzen geschüttelt, an seinem alten Platz, der Mann, der Eng­land, gestützt auf sein Bündnis mit dem großen Preußenkönig, ein riesiges Reich er­obert hatte, das Amerika von der Arktis bis an die spanischen Besitzungen im Gcif von Mexiko ebenso umfaßte wie das völ­kerwimmelnde Indien, und erhob seine war­nende Stimme. Chatham war überzeugt, daß England schwerste Fehler bei der Behand­lung der 13 Kolonien begangen habe, aber gleichzeitig auch davon, daß der Tag ihrer Anerkennung als selbständige Macht von der Geschichte dereinst als der Anfang vom Ende der Größe Englands be­zeichnet werden würde. Während seiner Rede fiel er in Krämpfe und mußte nach Hause gebracht werden. Wenige Wochen später starb er. In feierlichem Gepränge setzte man ihn in der Westminster Abtei bei. Wohl kaum einer der Teilnehmer an der prunkvollen Leichenfeier mochte sich noch der letzten prophetischen Worte des größten Premierministers der britischen Ge­schichte erinnern, kein einziger dachte dar­an, daß mit. Pitt auch ein Weltreich-Traum eingesargt wurde.

Die folgenden. 150 Jahre schienen die dü­stere Prophezeiung zunächst zu widerlegen. Noch der britische Historiker Macauley sprach 70 Jahre später von der „sehr irr­tümlichen Meinung" Pitts. Steiler denn je stieg nach Pitts Tode Englands Stern zum Zenit. Seinem Sohn gelang es, die von Napoleon erstrebte politische Organisation des Kontinents zu zerschlagen, seinen politi­schen Erben jene wirtschaftliche Monopol­stellung zu erzwingen, die charakteristisch für das England des 19. Jahrhunderts ist, und damit auch die Weltherrschaft, ge­sichert durch die stärkste Flotte aller Länder.

Aber schon def erste Weltkrieg zeigte, daß die Basis des neuen Empire, das man sich nach dem Verlust der Vereinigten Staa­ten gebaut hatte, zu schwach war, um diese Herrschaft dauernd zu sichern und sie auch dann noch zu erhalten, als nach dem Kom­men des Flugzeugs die einstmals schützen^ den Meere sich in schmale Bäche verwan­delten, über welche die neuen Adler der Luft achtlos hinwegzogen. England verlor durch den Abfall der Vereinigten Staaten die große politische, militärische und wirt­schaftliche Kontinental-Grundlage, die allein die Dauer eines Weltreiches sichern kann. So war das von einer kleinen Insel im Nordmeer gelenkte, über alle Erdteile ver­zettelte Empire von vornherein dazu be­stimmt, nur eine historische Episode zu bilden. Die Herrschaft über die Meere und die Kontrolle des europäischen Konti­nents, die England vom Ausgang der napo- leonischen Kriege bis 1940 ausübte und die im ersten Weltkrieg zwar eine Zeitlang in Frage gestellt, aber nicht erschüttert wurde,