Ausgabe 
(10.7.1944) 188
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UaaatebMOf 1.30 KM etasdit. Zustellgebühr; KMfbemfSprtiJ nosatllck 3.30 KM (elnsdtl. SM jtpt. Kwtetitintgsgebübr) nrtgl. 43 Kpl. Best*ilg»M. KuttAeefc: Himburg 17 372. Aarel- genprtäs« »s<f AtrtBihfnebediBgtugMi lt. Prefi- litt«. Avfmhnettnnm» oha« f erMmHlchkelt,

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Bremen: Geeren 8'8. Ruf 3 U 31: Naditruf und lonntagi 2 47 85; ObernitraBe 86. Rnt 2 10 31; Syke: Mfihleadamm 2; Br.-Hemelingen: Baba- hofatraB« 8, Ecke Pottstrage. Ruf 4 34 58; Br.- Vegesadc: Rokrttr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Blumen Utal, Kapt.-DaUmain-Str. «1/43, Ruf 88 * 89

Parteiamtliche Tageszeitung

Dt» Amisblaä des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 188 14. Jahrgang

Montag, 10. Juli 1944

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verlcündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

Verbissener Infanteriekampf um Caen

Riesiger Materialaufwand der Briten - Luftbombardements und Artillerietrommelfeuer - Wenig Panzer

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 9. Juli. Die Englän­der haben nach den jüngsten Mißerfolgen ihrer eigenen Truppen und der Kanadier zum Wochenende enorme Anstrengungen ge­macht, um Caen durch einen Materialauf­wand bisher kaum gekannten Ausmaßes zu erdrücken. Seit Freitag abend gingen Luft­bombardements vor sich, bei denen Hun­derte schwerer Bomber aus 4600 m Höhe an­geblich 2300 Bomben über den Angriflssek- tor abwerfen mußten, eskortiert von allen verfügbaren Jägern. Die Engländer geben selbst zu, daß die deutsche Flak hierbei phantastische Abwehr geleistet habe.

In aller Frühe des Sonnabends folgte ein fast einstündiges Artillerie-Trom­melfeuer, dann wurde Infanterie durch Nebel und Rauch hindurch fcjegen die deut­schen Stellungen vorcjeschickt. Trotz der gi­gantischen Vorbereitungen stellte sich aber das Vordringen als äußerst schwierig und verlustreich heraus. Die feindlichen Bericht­erstatter mußten ihren ersten Schilderungen von Massenbombardements die nüchterne Feststellung folgen lassen, daß jeder Fuß­breit Boden um und in Caen sehr sinnreich und wirksam befestigt sei, so mit unter­irdischen Stellungen, deren Vertei­diger seihst das furchtbare Bombardement durchgehalten hätten. Die deutschen Infante­risten hätten harten Widerstand geleistet, als die englischen Verbände vorzudringen versuchten. Die Verteidiger erhielten Artil­lerieunterstützung. Die deutschen Maschi­nengewehre und Granatwerfer kamen zu voller Auswirkung. Die Engländer setzten darauf Flugzeuge sowie ein nochmaliges Ar­tilleriefeuer an, So ging es den ganzen Tag weiter. Insgesamt wurden von der Gegen­seite, wie englische Berichte behaupten, 4000 Einsätze gegen Caen geflogen. Entscheidend für die vom Wehrmachtbericht erwähnten kleineren Einbrüche war, wie die englischen Berichte selbsrisagen, .das enorme Trommel­feuer,, a,n dem sich neben Bombern und Ar­tillerie auch die Schlachtschiffe und andere Einheiten von See aus beteiligten.

Der Reuter-Sonderberichterstatter an der Caen-Front telegrafierte am Sonntag, die furchtbare Schlacht zeige keine Anzeichen eines Nachlassens. Der deutsche Wider­stand sei hier und da noch härter gewor­den. Bisher habe e~s sich bei der Schlacht um Caen im wesentlichen um Artillerie- und Infanterie-Operationen gehandelt. Panzer seien nur an einzelnen Stellen eingesetzt worden.

Die deutschen Erfolge zur See werden von englischer Seite verschwiegen. Nord- amerikanische Berichte verzeichnen nur ganz kurz, daß allnächtlich deutsche Motor­torpedoboote vor der Küste bekämpft wer­den müßten, die von Le Havre aus ope­rierten.

Franzosen als Minentreter

Eigener Drahtbericht

ep. Paris, 9. Juli, lieber das Schicksal ehemaliger französischer Soldaten, die ge­

zwungen wurden, an den Invasionskämpfen teilzunehmen, berichtäte der Franzose Ro­bert H a q u i n nach seiner Flucht aus der Normandie. Haquin wurde von den Eng­ländern aufgegriffen undbefreit. Er wurde sofort in eine .Uniform gesteckt und mußte zunächst beim Ausladen der Schiffe helfen.

Haquin berichtete, daß an dem ersten An­griff auf die Orne-Mündung auch' etwa 500 französische Soldaten teilnahmen, die von den Engländern bei ihrer Flucht aus Dün­kirchen mitgenommen worden waren. Diese

Soldaten gerieten alsbald in ein Minenfeld, wobei 300 von ihnen getötet wurden. Die übrigen Franzosen weigerten Sich darauf­hin energisch, weiter am Kampfe teilzu­nehmen, und die französische Bevölkerung verhalf manchem von ihnen zur Flucht. Die Feindseligkeit der Bevölkerung gegenüber den Engländern führt Haquin auch darauf zurück, daß die britischen Soldaten im Ge­gensatz zu den Gepflogenheiten' der deut­schen Militärbehörden bei den Bauern requirieren, ohne dafür zu bezahlen oder Requisitionsscheine auszustellen.

Kreuzer sackte über Heck ab dnb. Berlin, 9. Juli. In der Nähe des Städt­chens Houlgaete an der Seine-Bucht beob­achteten deutsche Küstenposten .in den frü­hen Morgenstunden den Untergang eines feindlichen Kreuzers. Kurz vor 7 Uhr wurde von See her eine schwere Detonation ge­hört. Jedenfalls hat ein starker Spreng­körper das feindliche Schiff getroffen, so daß es in kurzer Zeit über das Heck absackte. Wie die Augenzefugen berichten, war eine Viertelstunde nach der Detonation von dem feindlichen Schiff nur noch eine Mastspitze zu sehen. ,

Kämpfe in der Normandie nehmen an Heftigkeit zu

Hohe blutige Verluste des Feindes- Zäher deutscher Widerstand im Mittelabschnitt der Ostfront Weiter schweres Vergeltungsleuer auf London und Außenbezirke

dnb. Aus dem Führerhaupt­quartier, 9. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Normandie trat der Feind nun auch gegen den vorspringenden Frontab­schnitt nördlich Caen auf breiter Front mit starken Infanterie- und Panzerkräften zum Großangriff an. In den schweren Kämpfen, die im Laufe des Tages immer mehr an Heftigkeit Zunahmen, hatte der Gegner besonders hohe blutige Verluste. Es gelang ihm schließlich nach Einsatz neuer Kräfte, nordöstlich und nordwestlich Caen in unsere Stellungen einzudringen. Auch beiderseits der Straße Caumont-Caen führte der Feind nach heftiger Feuervorbereitung starke Angriffe, in denen er örtliche, in­zwischen abgeriegelte Einbrüche erzielen konnte.

Zwischen V i r e und Taute wurde wäh­rend des ganzen Tages erbittert gekämpft. Unter schweren Verlusten gelang es dem Feind, hier seinen Brückenkopf über die V i r e nach Südwesten etwas zu erweitern. Die Kämpfe sind auch hier noch in vollem Gange. Nordwestlich Le Plessis und süd­westlich L ä Haye du Pults griff der Gegner wiederholt vergeblich an.

Im französischen Raum wurden 198 Terro­risten im Kampf niedergemacht.

Durch Kampfmittel der Kriegsmarine wurden im Seegebiet der Invasionsfront wiederum ein Kreuzer und ein Zerstö­rer versenkt sowie mehrere weitere Schiffe torpediert. Ein feindliches Flugzeug wurde ahgeschossen.

Schweres Vergeltungsfeuer liegt weiterhin auf London und seinen Außen­bezirken.

In Italien setzte der Feind seine An­griffe mit besonderer Wucht an der Lign- rlschen Küste, hei Volterra, nordwestlich Siena und an der Adriatischen Küste fort. Er wurdejedoch nach schwersten Kämp­fen bis auf geringe örtliche Einbrüche ver­lustreich abgewiesen.

In den harten Abwehrkämpfen der letzten Woche Im westlichen Küstenabschnitt hat

Die Taktik der Bolschewiken

Bondengruppen unterstützten vordringende Bolschewistenpanzer Geordnete deutsche Absetzbewegungen

PK.-Sonderbericht

rd. Im Osten, 9. Juli.'In einem wütenden Anlauf hat der Bolschewik versucht, die Entscheidung in der Schlacht um Weiß- ruthenien bereits in der ersten Runde zu- erzwingen. Mit . blitzschnellen Serien schwerster Schläge stürzte er sich auf sei­nen Gegner und hoffte, ihn durch ebenso viel Schnelligkeit des. .Schlagwechsels wie durch die Wucht konzentrierter Stöße bin­nen kürzester Zeit zu Boden zu schicken.. Er hatte die Taktik seines Gegners lange genug studiert und glaubte, sie jetzt ebenso anwenden zu können, wie er selbst und dabei das überlegene Hirn' des. anderen durch Masse an eigenen Muskeln und Ma­terial zu ersetzen.

Ueberschwere Panzertypen des Gegner*

Gegen ein deutsches Bataillon führte er eine 'Stoßdivision; gegen einige deutsche Sturmgeschütze und Selbstfahrlafetten roll­ten sowjetische Panzerbrigaden, die mit dem neuesten überschweren Panzertyp ausge­rüstet sind. Gegen eine Kette deutscher Jäger flogen ganze Geschwader amerika­nischer und sowjetischer Bomber, Schlacht­flugzeuge und Jäger. Unter dem düsteren Gewitterhimmel jener Junitage waren die stärksten Armeen einer bis ins letzte to­talitär gewordenen Kriegführung aufmar­schiert. Dieser Aufwand, der die größten Materialscbiachten des Weltkrieges 1914/13 übertrumpft haben dürfte, riß Breschen in unsere Stellungen, die im Augenblick nicht geschlossen werden konnten. Hier setzte der Feind seine Panzerarmeen an, mit denen er tief nach Weißruth-enien hineinstieß, wobei er sich der Bandengruppen in den Sumpfwäldern, von denen einige nach Tausenden zählten, als Wegbereiter und Führer bediente, die immer wieder dazu die Masse der zurückgebliebenen Infanterie für neue schnelle Vorstöße ersetzen mußten.

In kilometerlangen Treck«' floh die Be­völkerung weiter ' Gebiete mit Pferd und Wagen, Kühen und Ziegen vor den Sowjets,

die nun die deutschen Divisionen und die Zivilisten in riesigen Kesseln aufzufangen versuchten.

Zurtickkehrende deutsche Einheiten

Unsere Kampfgruppen durchbrachen meh­rere sowjetische Riegel und setzten sich nach Westen ab. Deutsche Panzerkeile, die gegen die vorrückenden sowjetischen Ar­meen getrieben wurden,' öffneten unseren zurückkehrenden Einheiten Gassen, auf denen sie unbehelligt in ihre neuen Räume geleitet werden konnten. Die Leistungen, die dabei von unseren Grenadieren voll­bracht wurden, , werden erkennbar, wenn man sich die riesigen Räume der Operatio­nen vergegenwärtigt, die in täglichen Mär­schen und andauernden Kämpfen bei Tem­peraturen zwischen 30 und 40 Gram Celsius bewältigt werden mußten, während sich sowjetische Schlachtflieger zu Tiefangriffen niederstürzten, während Banden heim­tückische Ueberfälle aus undurchdringlichen Urwalddickichten ausführten .und sowjeti­sche Panzerrudel den sich absetzenden Ko­lonnen bereits wieder von vorn entgegen­rollten. Bei der überaus starken Bean­spruchung der Straßen wurden die Ab­setzbewegungen in mustergültiger Ordnung durchgefilhrt. Wenn es irgendwo Stockungen gab, so waren sie meist in kur­zer Zeit wieder beseitigt.

Nur der erdrückenden Uebermacht seiner Panzer und seiner Luftflotte konnte der Bol­schewik diese Anfangserfolge verdanken, die wohl zu schmerzlichen Verlusten für uns, nicht aber zu jenem vernichtenden Blitzsieg geführt' haben, den sich die sowje­tischen Oberbefehlshaber von ihnen ver­sprachen. Deutsche Panzerverbände und neue Luftwaffeneinheiten. werf.en sich den Angriffsspitzen der Bolschewisten entgegen und bringen ihnen schwere blutige Ver­luste bei. Die Schlacht dauert ohne Unter­brechung mit gleicher Heftigkeit weiter an.

Kriegsberichter Karl Otto ZottDiann

sich eine in Ihrqr Mehrheit aus turkestani- schen Freiwilligen bestehende Infanterie- Division mit ihrem deutschen Rahmenperso­nal hervorragend bewährt.

Im Osten nahm im Raum von K o w e 1 die Wucht der feindlichen Angriffe zu. Die von zahlreichen Panzern und Schlachtflie­gern unterstützten Durchbnichsversuche wurden unter Abschuß einer größeren An­zahl feindlicher Panzer vereitelt.

Im Mittelabschnitt der Ostfront hat sich die Abwehrschlacht in den Raum westlich der Landengen von Baranowicze und Molo- deczno verlagert. Beiderseits Barano­wicze setzten unsere Truppen den mit überlegenen Infanterie- und Panzerkräften angreifenden Sowjets zähen Widerstand entgegen. Im Verlauf hartnäckiger Kämpfe um L f d a ging der Ort verloren.

Die Besatzung von Wilna wies wieder­holt von Panzern unterstützte Angriffe der Bolschewisten ab. Nordwestlich Wilna wur­den vordringende feindliche Kräfte aufge­fangen.

An der Front zwischen Dünaburg und Polozk führte der'Feind infolge der an

den Vortagen erlittenen hohen Verluste nur örtliche Angriffe, die abgewiesen wurden.

Bei den Kämpfen der letzten Tage im Abschnitt des Narocz-Sees hat sich das Heerespionierbataillon (mot.) 505 unter Füh­rung von Hauptmann Wolf durch beson­dere Tapferkeit ausgezeichnet.

In der vergangenen Nacht belegten deutsche Kampfgeschwader die Bahnhöfe Korosten, Sarny, Rowno und O 1 e w s k mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben.

Ein starker nordamerikanlscher Bomber­verband griff gestern vormittag Außenbe­zirke der Stadt Wien an. Es entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste.

Deutsche und ungarische Luftverteidi­gungskräfte vernichteten 30 feindliche Flug­zeuge, darunter 26 viermotorige Bomber.

In der. Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im rheinisch-westfäli­schen Gebiet.

Unterseeboote versenkten zwei Schiffe mit 11 000 BRT.

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Karte m den Abwehrkämpfen in Mittelitalien

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USA. und die Aalands-Inseln

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 9. Juli. Nach einer Mel­dung desSvenska Dagbladet" aus Newyork herrscht in den USA. wachsendes Interesse zu den Aalands-Inseln. In den politi-, sehen und militärischen Kommentaren über die Lage im Ostseeraum tauche diese Frage immer häufiger auf. Natürlich gibt es auch in diesem Punkt für die Roosevelt-Politik keinen Zweifel, daß alles geschehen müsse, um den Sowjets die Beherrschung Skandina­viens, der Ostsee und Europas allgemein zu erleichtern.Washington Post erinnert be­zeichnenderweise daran, daß den Sowjets ein Drittel der italienischen Flotte zuesngt worden sei. Das Blatt plaudert aus, däß die Absicht bestehe, diese für Operationen in der Ostsee anzuwenden. Daß die von Eng­ländern und Amerikanern an die Sowjets abgetretenen Einheiten nicht ohne weiteres in die Ostsee eindringen können, ist dem nordamerikanischen Blatt bei seinen schwa­chen geographischen Kenntnissen anschei­nend unbekannt. In mancher schwedischen Betrachtung über dieFlotten-Transaktio- nen" war bereits die Sorge ausgedriifckt worden, daß es zu einer derartigen Entwick­lung kommen könnte.

Die finnische Front sieht!

Eigener Drahtbericht

ep. Helsinki, 9, Juli.Nach einem Monat seit Beginn der sowjetischen Offensive ist die Lage heute bedeutend^besser als in der ersten Woche, schreibtUusi Suomi am Sonntag in einer Uebersicht über , die mili­tärische Entwicklung. Diese Besserung be­deute keineswegs, daß das Schlimmste schon vorüber sei. Die finnische Kriegführung be­herrsche jedoch zielbewußt die Lage, und die Soldaten kämpften mit jeher Sicher­heit, welche die stärkste Seite des finni­schen Soldaten sei. Auch die deutsche Hilfe beginne sich auszuwirken. Das Blatt schließt, die linnischen Truppen hätten genügend

Hintergelände, und vorteilhafte Vertet digungsmöglichkeiten.

Das Testament Svinhufvuds

Von unserem Vertreter

hw. Stockholm, 9. Juli.Folkets Dagblad veröffentlicht -Einzelheiten aus dem politi­schen Testament des Gründers der ersten finnischen Republik, Svinhufvud, der vor einigen Monaten starb. Es handelt sich um eine Aufzeichnung vom 26. Juni 1943, in der Svinhufvud davor warnt, irgend­welches Vertrauen auf us.-amerikanische Versprechungen zu setzen. Svinhufvud warnt weiter vor jedem Verlassen der Waf­fenbrüderschaft mit Deutschland und erklärt, es dürfte ziemlich sicher feststehen, daß England der Sowjetunion große Gebiete und Vorteile sowohl in Süd- wie Mittel- und Nordeuropa zugesagt habe. Deutschland ist unsere einzige Stütze- gegen die Sowjet­union, und diese Stütze darf keinen Risiken ausgesetzt werden.

Oshima vor Rüstungsarbeitern

dnb. Leipzig, 9. Juli. Rektor und Senat der Universität haben den japanischen Bot­schafter Oshima zum Ehrensenator ernannt.

Botschafter Oshima besuchte am Sonn­abend einen Rüstungsbetrieb. Auf einem Betriebsappell führte er u. a. aus: Wie in Deutschland, ist auch in meiner Heimat das ganze yolk durchdrungen von der Erkenht- nis der Notwendigkeit des totalen Kriegs­einsatzes. Auch Japans Männer und Frauen arbeiten mit letzter Hingabe. Dieser Kampf auf Leben und Tod fordert von uns allen gesteigerten Einsatz unserer höchsten'Ener­gien an der Front wie in der Heimat. Deutschland und Japan haben die besten Soldaten in der Welt. Dieser ruhmvollen Vergangenheit und dieses eisernen Willens uns würdig zu erweisen, ist unsere stolze Aufgabe. ,

Vom Kampf an der Ornemündung

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PK-Kriegsberichter Siedel (Sch) Deutsche Panzer rollen im Gegenstoß an einem der vielen in den Bäumen zerschellten feindlichen Lastensegler, dessen Besatzung bei dieser Landung den Tod /and, vorbei.

Jmziehen Jim den Jßufliettac

Von unserem Berliner Schriftleiter Bernd W. Beckmeier

Die feindliche Luftaktivität der letzten Tage läßt interessante Rückschlüsse auf die Methodik des anglo-amerikanischen Gegners zu, die offenbar von zwei verschie­denen Triebkräften bestimmt wird. Die mili­tärische Führung plädiert sehr wahrschein­lich für einen ausschließlichen Einsatz der vorhandenen Luit Streitkräfte auf der briti­schen Insel zur Unterstützung der militäri­schen Operationen im Invasionsraum der Normandie. Die amerikanischen Bestre­bungen, von Carentan aus nach Süden vor­zustoßen, sind hier auf den härtesten Wider­stand der deutschen Truppen gestoßen und haben bisher keinerlei wesentliche Erfolge gebracht. In diesem Raum hält man eine stärkere Unterstützung durch Luftstreitkräfte für notwendig, wie vor allem auch eine aus der Luft forcierte britische Angriffstätigkeit im Raum von Caen, wo die Truppen im Nordosten und Nordwesten der Stadt stehen. Eine Einnahme dieses kleinen Hafenstädt­chens an der Orne hält man auf der Feind­seite für sehr wesentlich, zumal auf diese Weise auch der politischen Führung die Möglichkeit geboten würde, die Stimmung durch eine Erfolgsmeldung zu heben. Diese Notwendigkeit eines Erfolges scheint sehr dringend zu sein und sie ist andererseits auch die Ursache für die Bestrebungen poli­tischer Kreise, die anglo-amerikanische Luft­waffe von England aus vor allem zu Ter­rorangriffen gegen das Reichsgebiet einzusetzen. Zwischen beiden Kräften findet offenbar ein Tauziehen statt, das bisher noch nicht entschieden zu sein scheint.

Die Erfahrungen der letzten Tage zeig­ten, daß man eine Kombination dieser An­griffe gegen das Reichsgebiet mit Ein­sätzen im Invasionsraum und besonders gegen das frontnahe Hinterland nicht vor­nehmen kann, da wahrscheinlich die vor­handenen Flugplätze dazu nicht ausreichen. Es zeigte sich, daß immer dann eine ver­minderte Lufttätigkeit in den West­gebieten zu verzeichnen war, wenn von England aus Terrorangriffe gegen das Reichsgebiet geflogen wurden.. Am Sonn­abend und Sonntag verzichtete man auf diese Angriffe von England aus gegen deut­sches Gebiet und setzte die bereitstehenden Luftstreitkräfte gegen die Westgebiete ein. Um der politischen Führung in etwas nach­zugeben, entschloß man sich auf militäri­scher Seite dazu, durch Angriffe von süd­lichen Abflugbasen aus auf südostdeutsche Ziele, vor allem den Raum um Wien, ge­wissermaßen ein Aequivalent zu geben. Nach dem Urteil neutraler Korrespondenten an der Themse sieht man in Kreisen des britischen Informationsministeriums nach wie vor in der Durchführung von Terror- angrifien gegen das Reichsgebiet die zweck­mäßigste Methode, die wachsende Unruhe des britischen Publikums einzudämmen.

Die sowjetische Soihmeroffensive im Mittelabschnitt der Ostfront hat eine Entwicklung herbeigeführt, die in ihrer Be­deutung schwerlich unterschätzt werden kann und eine wertende Abstufung der Kriegsschauplätze problematisch erscheinen läßt. Wenn auch weiterhin die- ursprüng­liche Tendenz gelten wird, daß zugunsten des Ostens keinerlei Kräfteminderung im Westen vorgenommen werden wird, so ist doch zu erwarten, daß die deutsche Führung sich der durch die außerordentliche sowje­tische Kräftemassierung geschaffenen Lage anpaßt. Der Kampf um Wilna darf dabei als bezeichnendes Symptom gewertet wer­den. Der Gegner hat zwei Heeresgruppen zum Stoß gegen die Stadt angesetzt, die be- reits vorgestern den Stadtrand erreichten und teils heute .nordwestlich von Wilna vor­zustoßen suchen, teils im Süden weiterdrin­gen wollen. Wilna selbst aber befindet sich fest in deutscher Hand. Die deutsche Füh­rung hat dieser Stadt offenbar die Rolle eine« töperriegels zu ged acht, der die An-