Ausgabe 
(9.7.1944) 187
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Parieiamiliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 187 14. Jahrgang

Sonntag, 9. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Alle Kräfte für den Sieg des Reiches!

Dr. Goebbels:Es geht um Sein oder Nichtsein" - Mobilisierung aller Kraftreserven

Oie tatsächliche Kriegslage

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

goe. Berlin, 8. Juli. Das zeitliche Zusam­mentreffen der beiden Reden des Führers und Churchills wird vom Ausland zu einer Gegenüberstellung benutzt. Um aus dem Tenor der beiden Verlautbarungen Rück­schlüsse auf das tatsächliche Stärkever- hältnis der beiden kämpfenden Parteien zu ziehen. Die Befrachtungen gehen dabei von der Erkenntnis aus, daß die Stärke der Völ­ker sich in den Stunden des Unglücks besser als in denjenigen des Erfolges ermessen läßt.

In der Tat verdient eine solche Gegen­überstellung Interesse, weil sie einmal über die tatsächliche Kriegslage wertvolle Auf­schlüsse vermittelt, sodann aber auch, weil pie selbst in den Spalten englandfreund­licher Zeitungen zu einer vernichtenden Kritik an dem englischen Premierminister wird. Auffallend erscheint den Zeitungen in erster Linie der Gegensatz zwischen der Klarheit und Deutlichkeit, mit der der Führer zu den tatsächlichen Gegeben­heiten Stellung nahm, und der Gewunden- heit der Ausführungen Churchills. Wenn die Worte des Führers der Ausdruck des Glaubens, des Willens und der Stim­mung des ganzen deutschen Volkes waren, das am Ende des fünften Kriegsjahres fest an den Endsieg glaubt, so stellten die Worte Churchills dagegen den Ausdruck, der Sorge dar, die heute unter dem Eindruck der ersten deutschen Vergeltungswaffe jeden Engländer bedrückt.

Es ist klar, daß Angesichts dieser Tat­sache viele Zeitungen als den bemerkens­wertesten Satz der Führerrede denjenigen verzeichnen, der sich mit den neuen deut­schen Waffen und mit der Entwicklung der deutschen Technik beschäftigt. Aber es wird dabei doch nicht übersehen, daß darüber hinaus die Führerrede eine Antwort auf die ^rv'fe gab, wir- Deutschland die gegen­wärtige Kriegslage in ihrer Gesamtheit be­frachtet. Hier wird besonders die große Offenheit unterstrichen, mit der der Führer sprach. Der Führer habe deshalb den Emst der Stunde so rücksichtslos beim Namen nennen können, weil er das absolute Ver­hauen auf die Kraft und auf die moralische Stärke seines Volkes besitze und $aher nicht notwendig habe, die Wahrheit zu verheim­lichen oder sie zu verdrehen-

Diese Tatsache, daß das deutsche Volk stark genug ist, die reine Wahrheit zu er­tragen, fand einen neuerlichen überzeugen­den Ausdruck in der Rede Dr. Goebbels.

Es kann kein Zweifel sein, daß ein so entscheidender Augenblick die Mobilisation aller Kiaftreserven der gesamten Nation verlangt. Der jetzige Augenblick des Krie-, ges sieht die deutsche Rüstung wieder stark im Aufholen, was am deutlichsten in der Tatsache zum Ausdruck kommt, daß der Luftkrieg wieder zweiseitig geworden ist. Gerade in einem solchen Moment aber mag das Gewicht, des dem Zünglein an der Waage den endgültigen Ausschlag zu geben bestimmt ist, vielleicht fast nur unwägbar sein. Die Forderung der Stunde ist daher der uneingeschränkte persönliche Einsatz jedes einzelnen. Alle überhaupt zur Ver­fügung stehenden materiellen und nicht zu­letzt auch seelischen Kräfte müssen in die Entscheidung geworfen werfen. Wenn der Minister feststellte, daß auch in London, Washington und Moskau nur mit Wasser gekocht wird und daß der Feind mindestens gleich schwere Sorgen hat wie wir, so liegt mit dem entschlosseneren und härterenijViK len, der dem deutschen Volke aus einer nationalsozialistischen Haltung, zufließt, nicht nur die Chance, sondern trotz aller Schwierigkeiten des Augenblicks, die Sicher­heit des Endsieges in unseren Händen.

dnb. Berlin, 9. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Freitagabend auf einer Massenkundgebung in einer Gau­hauptstadt im Osten des Reiches. Seine von fester Sicherheit und Siegeszuver­sicht getragenen Ausführungen bekundeten den entschlossenen Willen der Heimat, an der Seite unserer kämpfenden Soldaten un­erschütterlich und treu alle Kräfte für den Sieg des Reiches einzusetzen.

Dr. Goebbels kennzeichnete diesen Krieg als eine einmalige historische Aus­einandersetzung, die nicht mit vergangenen Kriegen verglichen werden könne. Heute gehe es um ein Sein oder Nichtsein der Nation. Unsere Feinde haben uns in zy­nischer Offenheft darüber keine Unklarheit gelassen, welches Schicksal unserem Volke im Falle unserer 1 von ihnen gewünschten und mit allen Mitteln angestrebten Nieder­lage bevorstünde. Beide haben sich zu einer widernatürlichen Ko*alition zusammenge­schlossen; um mit Hilfe ihrer Mensehen­massen und ihrer materiellen Hilfsmittel das deutsche Volk, seine Anschauungswelt, sein soziales und wirtschaftliches Lebens­gefüge sowie seine Art zu leben mit Stumpf und Stiel auszurotten. Wir wissen also ganz genau, daß es für uns keine Möglichkeit gäbe, diese Auseinandersetzung in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren zu wieder­holen, sollten wir uns jetzt in der entschei­denden Zeitspanne unserer Geschichte dem vereinten Ansturm unserer Feinde nicht ge­wachsen zeigen.

Wir müssen uns also klar darüber sein, daß es am Ende dieses Krieges, wie der Führer schon in seiner Proklamation zum 30. Januar des vergangenen Jahres erklärte, nur Ueberlebende und Vernich­tete geben wird. Darum kann auch gar kein Zweitel darüber bestehen, daß wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dem Feind entgegenwerfen müssen, bis wir den Sieg in Händen haben. Faule Kompromisse uns selbst gegenüber und falsche Schonung der eigenen Person, wie liebgewordene Gewohnheiten, seien hier vollkommen fehl am Platze.

In diesem Stadium der Entwicklung, da der Feind seinen Generalansturm auf Europa begonnen hat, so erklärte Dr. Goebbels, sei die Forderung der Stunde ein totaler Kriegseinsatz jedes einzelnen und der gesamten Nation mit allen materiellen und seelischen Reserven, die ihnen zur Ver­fügung stehen.

Das deutsche Volk befindet sich in Gefahr:

Also müsse sich jeder einzelne Volks­genosse in seinem Tun und Lassen, in sei­ner Arbeit und in seinem Kampf so ver­halten, als befände er sich auch selbst in Lebensgefahr. Er müsse sich in jedem Augenblick fragen: in welchem Maße trag das, was du tust und läßt, zum Siege bei? So handele ja auch der Soldat an der Front, der einem unerbittlichen Gegner ge- genüber sein eigenes Leben verteidige und dabei wisse, daß aus der Schlacht nur die eigene Seite oder die Feindseite siegreich

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Das Eichenlaub verliehen

dnb. Führerhauptquartier ,8. Juli. Der Führer verlieh am 3. Juli 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Hermann Wulf, Batail­lonskommandeur in einem Hamburger Gre­nadier-Regiment als 520. Soldaten der deut­schen Wehrmacht.

Major Wulf hat im März 1944. als Kom­mandeur des 3. Bataillons am Bug nördlich Winniza trotz seiner körperlichen Behinde­rung durch eine früher erlittene Verwun- gung, den Gegenangriff seiner Grenadiere in vorderster Linie vorgetragen und zwei Bataillone verbissen kämpfender Bolsche­wisten vernichtet.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhauptquartier, 8. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant Wil­helm-Karl Hermann, Kommandeur eines brandenburgischen Grenadier-Regiments;

-Hauptmann d. R. Richard Bausch, Ba­taillonsführer in einem Siegener Grenadier- Regiment; Oberfeldwebel Anton Roth- m a i e r , Zugführer in einem württember- gisch-badischen Grenadier-Regiment.

Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reiclismarschall Göring, erhielten das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Major Hermann Seil, Kommandeur eines Flak- Regiments; Hauplmann Helmut Berg­mann, Staffelkapitän in einem Nachtjagd­geschwader; Oberleutnant Manfred M ä n - h a r d t, Beobachter in einer Fernaufklärer- staflel; Leutnant Peter D ü 11 m a n n, Flug­zeugführer in einem Jagdgeschwader.

hervorgehen könne. So handele ein großer Teil der Volksgenossen in den Lutinötge- bieten, in denen es gleichfalls gelte, auf persönliche Annehmlichkeiten und liebe Ge­wohnheiten in größtem Umfange zu ver­zichten. Wenn so viele Millionen Volks­genossen an der Front und in der Heimat die Forderungen des totalen Kreges wider­spruchslos und mit uneingeschränkter per­sönlicher Einsatzbereitschaft erfüllten, so befänden sich in weiten Teilen der bisher vom feindlichen Luftterror verschonten Ge­biete unseres Reiches noch sehr erheb- iche Kraftreserven. Sie müssen jetzt den vereinten Anstrengungen des gan­zen deutschen Volkes an der Front und ln der kämpfenden Heimat hinzugefügt werden, um den letzten Teil des Weges zum Siege möglich zu machen. Dr. Goebbels forderte, daß jeder

Deutsche den weit reduzierten Le­bensstandard in den Luftnotgebieten zum Malistah seiner eigenen Le­bensführung mache.

Es müsse der Ehrgeiz jedes Deutschen sein, seinen Beitrag zur Erringung des Endsieges so hoch wie möglich hinaufzuschrauben und seine persönlichen Ansprüche an das Leben so weit wie möglich einzuschränken.

Alles, so erklärte Dr. Goebbels, worauf wir jetzt freilich verzichten, wird uns nach dem Siege in überreichem Maße zur Ver­

fügung stehen, Was wir aber aus Egoismus und Bequemlichkeit jetzt nicht aulgeben wollen, könnte unseren Sieg gefährden, und er würde iür immer verloren sein, wenn es uns nicht gelänge, diesen Krieg erfolg­reich zu bestehen.

Dr. Goebbels ging ausführlich auf die ge­genwärtige politische und militärische Lage ein. Wir hätten den Generalansturm un­serer Feinde von West und Ost für diesen Sommer erwartet. Wir waren uns deshalb auch tm klaren darüber, daß es dabei nicht ohne schwere Belastungen und ernste Prü­fungen abgehen würde.

Alle grollen Entscheidungen in der Ge­schichte sind einer feindlichen Ueberlegen- heit an Menschen und Material in jahre- und manchmal jahrzehntelangen Kriegen abgerungen worden. Athen, Sparta, Rom und vor allem Preußen standen in ihren Lebenskämpfen Fefndmächten ge­genüber, die sie wahrscheinlich nie besiegt hätten, wenn sie die Siegeschancen nur nach der Zahl ihrer Soldaten, ihrer Waffen oder ihrer materiellen Hilfsmittel abgewogen hätten.

Aber In den großen geschichtlichen Aus­einandersetzungen gibt immer neben der Quantität die Qualität und neben den materiellen Hilfsmitteln die bessere Idee und die höhere politische Moral den Ausschlag. Der politische Glaube eines

(Fortsetzung auf Seite 2)

Luftschlacht über Mitteldeutschland

Schwerste Niederlage der feindlichen Terror verbände

Drahtbericht unseres Luftwaffenkorrespondenten Georg Hinze

rd. Berlin, 8. Juli. In den letzten 24 Stun­den haben die britisch-nordamerikanischen Luftstreitkräfte ihre schwersten Verluste s>rit langer Zeit erliltp,»: lf'f» HR.'Z*v.jge. dar­unter 1-tG viermotorige. IMmber, kehrten am 7. Juli r:nd in der Nacht zum 8. Juli von Angriffen auf das Reichsgebiet und den Westraum nicht zu ihren Stützpunkten zu­rück. Annähernd 1500 Mann fliegenden Personals gingen mit ihnen für den Feind verloren.

Kurz nach 8 Uhr morgens flog ein starker Kampfverband unter erheblichem Begleit­schutz von Fernjägern in den nordwestdeut­schen Raum ein. Ein Teil von ihnen er­reichte über Braunschweig-Stendal den sächsischen Raum und warf seine Bom­ben auf Wohngebiete von Leipzig und einige andere Ziele. Die zweite Gruppe stieß in mehreren Wellen über Nord­hausen in das Gebiet der Saale vor und griff dort verschiedene Orte an. Aber schon während des Anfluges hatten die deutschen Jagd- und Zerstörergeschwader den Feind zum Kampf gestellt und die ersten Luft­siege errungen. Einen dramatischen Höhe­punkt bildete der Aufeinanderprall der bei­derseitigen Kräfte in einer heftigen Luft­schlacht über dem Raum zwischen Saale und Mulde. Mit fanatischer Verbissenheit

brachen die deutschen Verbände trotz aller Abwehrhemühunqen des feindlichen Jagd­schutzes in die nordamerikanischen Kampf­formationen ein und schossen zahlreiche viermotorige Bombe.r noch vor dem Angriff tib. I r-h; U-fr.ut: ' C 7 - 1 »:

zählten die Flutftiif.lsleposten zeitweilig 20 und mehr Fallschirme zu gleicher Zeit am Himmel. Die meisten der amerikanischen Flieger konnten sich jedoch aus ihren in Brand geschossene)! Maschinen nirht mehr rechtzeitig retten. Ein Gefechtsverband un­ter der Führung des Ritterkreuzträgers Ma­jor Dahl vollbrachte eine ganz besondere Leistung: In einer halbstündigen erbitterten Luftschlacht riehen die deutschen Jäger die­ses Verbandes einen nordamerikanischen Bomberpulk bis auf das letzte seiner 40 Flugzeuge auf. Fine Jagdgruppe unter dem Ilauptniann Wilhelm Moritz erzielte da­bei allein 27 Abschüsse.

Etwa zur'gleichen Zeit, um 7.55 Uhr, hatte ein aus Italien kommender Feindverband die südliche Reichsgrenze überquert. Auch er traf auf seinem gesamten Flug bis in den Raum von Oberschlesien auf schwere, wirkungsvolle Abwehr durch deutsche Jä­ger, Zerstörer und konzentriertes Flakfeuer. Auch hier wurden durch unsere Luftver- teidigungskräfte vor allem viermotorige Bomber, zum großen Teil vor dem Bomben­wurf, vernichtet

Schwere Feindverluste im ersten Monat der Invasion

1059 Panzer vernichtet - 1655 Flugzeuge abgeschossen - 56 Handels- und Transportschilfe 2 schwere Kreuzer und 26 Zer stör er versenkt - SchweresV1-Feuer aut London-Verbissener Widerstand im Mittelabschnitt der Ostfront

dnb. Aus dem Fiihrerhauptquar- ti e r, 8. Juli. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Der Feind setzte seinen Großangriff gegen den Westflügel des Landekopfes mit zu­sammengefaßten Kräften fort und dehnte ihn auf die Abschnitte bis zur Vire aus. Südwestlich Airei und südwestlich Caren- tan konnte er nach starker Artillerievorbe­reitung in unsere Abwehrfront eindrtngen und geringfügig Boden gewinnen. Zwischen Le Plessis und La Ilaye du Puits wurde der Gegner unter besonders hohen blutigen Verlusten abgewiesen. Bei der Säuberung des Waldgeländes östlich La Haye du Puits verlor der Feind in erbitter­ten Nahkämpfen über 300 Tote und 270 Ge­fangene. Vorübergehend in La Haye du Puits eingedrungener Feind wurde nach schweren Straßenkämpfen wieder geworfen.

Im französischen Raum wurden 213 Terro­risten und mit Fallschirm abgesetzte feind­liche Saboteure im Kampf vernichtet.

Kampf- und Schlachtflugzeuge griffen be­legte Ortschaften und Flugplätze im Lande­kopf mit guter Wirkung an.

lieber den besetzten Westgebieten und dem landekopf wurden gestern 96 feind­liche Flugzeuge, darunter 73 viermotorige Bomber, abgeschossen. 6

Schnellboote torpedierten im Ostteil der S e i n'e -Bucht einen feindlichen Zerstö­rer, der mit einer starken Explosion in die Luft flog. Ferner vernichteten sie ein feind­liches Torpedoschnellboot und beschädig­ten ein weiteres schwer. Im gleichen See­gebiet schossen Sicherungsfahrzeuge zwei britische Schnellboote in Brand und brach­ten einen Jagdbomber zum Absturz.

Truppen des Heeres und der Waffen -ff vernichteten im ersten Monat der Invasions­kämpfe 1059 feindliche Panz.er und schossen 237 Flugzeuge ab. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden außerdem 1418'feind­liche Flugzeuge zum Absturz gebracht.

Im gleichen Zeitraum wurden durch Luft­

waffe, Kriegsmarine, Heeres- und Marine- kiistenbalterien 56 Handels- und Transport­schiffe mit 348 600 BRT. und zahlreiche klei­nere Nachschubschiffe und Landungsboote versenkt. Weitere 45 Handels- und Transport­schiffe mit 269 000 BRT. wurden schwer be­schädigt. An feindlichen Kriegsschiffen wur­den zwei schwere Kreuzer, 26 Zerstörer, eine Fregatte und 10 Schnellboote versenkt. Mehrere Schlachtschiffe, 22 Kreuzer, 25 Zer­störer, 13 Schnellboote und 28 Landungs­spezialschiffe erhielten schwere Beschädi­gungen. Nicht eingerechnet sind die durch Minentreffer verursachten feindlichen Schiffsverluste.

Das schwere Feuer derV 1" liegt unab­lässig auf dem Raum von London.

In Italien lag das Schwergewicht der feindlichen Angriffe gestern im Raum nord­westlich Siena, wo der Gegner trotz Ein­satzes .starker Infanterie- und Panzerkräfte keinen nennenswerten Erfolg erreichen konnte. Im westlichen Küstenabschnitt, im Raum südwestlich A r e z z o bei M e n t o n e und G u b b i o sowie an der Adriaküste führte der Feind ebenfalls starke von Pan­zern unterstützte Angriffe, die von unseren Divisionen in harten Abwehrkämpfen bis auf geringe örtliche Einbrüche abgewiesen wurden.

Im SUdabschnltt der Ostfront setzten die Sowjets ihre örtlichen Abgriffe zwischen dem oberen Dnjestr und K o w e 1 mit stärkeren Verbänden fort. Sie wurden blutig abgewiesen. Iiüi Mittelabschnitt leisten un­sere Soldaten den überlegenen feindlichen Kräften an allen Stellen verbissenen Wider­stand. Im Verlauf der Abwehrschlacht wur­den den Bolschewisten hohe Menschen- und Materialverluste zugefügt. Auch die eigenen Ausfälle sind beträchtlichf

Beiderseits Baranowicze dauern die Kämpfe in unverminderter Heftigkeit an. Die Trümmer des Ortes wurden dem Feinde kampflos überlassen. Nördlich Baranowicze wiesen unsere Truppen zusammengefaßte

Angriffe der Bolschewisten im Nahkampf ab. Der feindliche Druck auf Wilna ver­stärkt sich weiter. Südöstlich der Stadt sind erbitterte Kämpfe im Gange. Am Ostrand scheiterten von Panzern unterstützte An­griffe der Sowjets. Aut der Eisenbahn zwi­schen Wilna und DUnaburg wurden feind­liche Angriffsspitzen in harten Kämpfen auf­gefangen. Südöstlich Dünaburg und an der Düna nordwestlich D z i s n a führte der Feind mehrere erfolglose Vorstöße. Nörd­lich P o 1 o z k brachen stärkere, von Pan­zern unterstütze Angriffe der Bolschewisten zusammen.

Kampf- und Schlachtfliegerverbände grif­fen laufend sowjetische Kolonnen an und Vernichteten über 250 feindliche Fahrzeuge. In der Nacht wurde der Kampf gegen den feindlichen Nachschubverkehr fortgesetzt.

Ein starker nordamerikanischer Bomber­verband flog gestern vormittag nach Mittel­deutschland ein und warf Bomben auf meh­rere Orte. Besonders im Stadtgebiet von Leipzig entstanden Gehäudeschäden und Personenverluste.

Weitere nordamerikanische Bomber grif­fen, von Süden einfliegend, einige Orte in Oberschlesien an. Luftverteidigungs- kräfle vernichteten bei diesen Angriffen 92 feindliche Flugzeuge, darunter 71 viermoto­rige Bomber.

Die unter persönlicher Führung ihres Ge­schwaderkommodore Major Dahl kämpfende IV. Sturmgruppe Jagdgeschwader 3 mit ihrem Kommandeur Hauptmann Moritz zeich­nete steh durch Abschuß von 30 viermotori­gen Bombern besonders aus.

In der Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben auf Berlin und im rheinisch-westfälischen Raum. Zwei feind­liche Flugzeuge wurden zum Absturz ge­bracht. Damit verlor der Feind gestern über dem Reichsgebiet und den besetzten West- gehieten insgesamt J88 Flugzeuge, darunter 144 viermotorige Bomber.

Größte Sorgfalt ist vonnöten

PK-Kneysberichtei Rauchwetter (Sch) Bei der im südlichen Kampfraum sich bei der Hitze immer mehr bemerkbar machenden Slnubentu icklung ist sorgfältige Pflege der Flakmunition erforderlich , iifnn ein gutes Schußergebnis erzielt werden soll.

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Von

Kurt G. Stolzenberg

Wohl niemand würde sich unterfangen, die Briten und Nordamerikaner als gei­stige Völker zu bezeichnen. Dafür haben si. im Vergleich zu den Gottsuchern r - f. ^hlands, Frankreichs, Skarie v? v.-: iig genug für wirkliches Geiste? 1 - her, ge­leistet, das nicht auf ästhetische Betrach­tungen, sondern auf das Erschließen der tiefsten Werte des Lebens bedacht ist. Die Briten ünd Amerikaner haben sich lieber um materielle Werte bemüht und haben es der materialistischen Weltanschauung zu­folge mit ihren Trabanten auch am weite­sten gebracht.

Wenn man ferner' unter Bildung nicht den Ankauf von mehr oder minder oberfläch­lichem Wissen und äußerlicher Gesell­schaftsdressur versteht, sondern das, was das Wort Bildung besagt, nämlich For­mung des Menschen, würdig seines Ab­standes zum rein Animalischen, grob gesagt zum Tier, kommt man verblüffenderweise dahinter, daß es auch mit der Bildung in Britannien und den Vereinigten* Staaten nicht weit her sein kann. Ein neutscher Werftarbeiter, der über einen Zeitungsarti­kel nachdenkt, mit Genuß ein gutes Buch durchackert und seine Vorstellung von Welt und,. Leben mit der Schöpferkraft sei­ner Hände und dem Willen, ein anständiges Stück Arbeit zu leisten, unterbaut ein solcher deutscher Arbeitsmensch ist eigent­lich viel gebildeter als das, was sich drü­ben in abwartender Beobachtung, geschei­ten Redensarten und korrekter Beachtung der von seinesgleichen als Kern des Daseins an­gesehenen Spielregeln einerseits und An­betung eines möglichst großen und mög­lichst mühelosen Einkommens anderseits er­schöpft. Kein Wunder, daß Menschen ihrer Art jene wunderliche, Berge versetzende, das Unheil meisternde . Kraft des Deutschen durch Rechenkunsstücke oder Brutalität zu ersetzen suchen.

Ist man diesem Gedankengang gefolgt, versteht man, weshalb die politische Wirk­samkeit der Anglo-Amerikaner seit langer Zeit Stückwerk war. Sie dachten, vor allem die britischen Staatsmänner des vorigen Jahrhunderts, durchaus nicht in engen Gren­zen. Sie waren daher, wie der Einäugige im Reich der Blinden, in einer Umwelt, die größtenteils auf politischen Weltgeist ver­zichtete, eine lange Zeit Herr una Meister. Aber was sie auch bauten und organisier­ten: nicht nur ihre äußerst ungebildeten

Methoden, sondern agch die Dauerhaftigkeit des von ihnen Geschaffenen war fragwür­dig. Wenn ein Hanseat sagte: Mein Feld ist die Welt! so lag darin- die pionierhafte Einstellung des sein Feld bestellenden ewig lebenden Bauernberufes. Was solcher Geist etwa in Uebersee an Spuren hinterließ, ist ungleich positiver und eindeutiger als bri­tische Kolonisation, die nicht diente, son­dern dienstbar machte; daher das natürliche Schauspiel, daß eine Kolonie nach der an­deren angefangen bei Nordamerika sich immer weiter absetzt, bis sie selbstän­dig ist. Denn sie sagen sich mit gutem Recht: wenn das alles ist das können wir selberl Ergebnis: trostlose Gedanken­armut, geistige Hilflosigkeit gegenüber allen Problemen, die an den Grundfesten der Menschheit rütteln.

Das heute aus den Fugen gehende briti­sche Weltreich besteht im Vergleich zum über tausend Jahre alten, aus Rückschlägen, Ohnmächten und Perioden des politischen Schlafes unfehlbar immer zu wunderbarem Leben erwachenden Deutschen Reich lächer­lich kurze Zeit. Und der äußerlich imposante Bau des Empire wäre nichts ohne das nach Britannien einst aus dem bei uns fließenden Blutsbrunn abgezweigte Quantum.

Was Engländer je unternahmen- es wirkte meistens imponierend und verging

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