Ausgabe 
(7.7.1944) 185
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Bremeraeitung

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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reiehsslatthalters m Oldenburg und Bremen

Nr. 185 14. Jahrgang

Freilag. 7. Juli 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Churchill läßt London evakuieren

Der Kriegsverbrecher muß die durchschlagende Wirkung der V1 zugeben - Er rechnet mit weiteren

Vergeltungsangriffen:Wird dieser Angriff sch/immer werden! \

Eigener Drahtbericht

BZ. Berlin, 6. Juli. In einer Unterhaus- Rede über die Wirkungen der deutschen Ge- heimwaffe V 1 forderte Premierminister Winston Churchill alle, deren Arbeit nicht kriegswichtig ist, zum Verlassen Lon­dons auf. Churchill erklärte wörtlich:Wir brauchen in London nur jene Menschen, die für die Kriegsarbeit nötig sthd."

Churchill kündigte an, daß alle nur denk­baren Erleichterungen für den Abtransport aus London getroffen werden würden und daß der Kriegstransportminister Lord Lea- t h e r s bereits alle Vorkehrungen getroffen habe, um einen zusätzlichen Einsatz von Verkehrsmitteln zu ermöglichen. Das zivile Verteidigungskomitee, das unter der Leitung des Innenministers steht, sei beauftragt wor­den, alle Maßnahmen zur Erleichterung der Evakuierung Londons mit größter Beschleunigung zu treffen.

Der britische Premierminister sah sich angesichts der starken Kritik der englischen Öffentlichkeit an der Verschweigetaktik der Regierung über die Auswirkungen der deutschen Vergeltungswaffe am Donnerstag gezwungen, eine Erklärung über die deut­schenfliegenden Bomben", wie er die V 1 nennt, abzugeben In seiner Rede mußte er die ernste Wirkung der deutschen Waffe zugeben; er bemühte sich dabei wie schon in früheren Fällen die (Öffentlichkeit zum Durchhalten aufzufordern.

Ich möchte gleich zu Anfang unterstrei- chen, so erklärte Churchill zu Beginn seiner Rede,daß es ein Fehler sein würde, den ernsten Charakter dieser besonderen Form von Angriff zu unterschätzen, die Möglichkeit eines solchen Angriffes sei schon seit geraumer Zeit Gegenstand inten­siver Erwägungen der britischen Regierung gewesen. Zu Beginn des Jahres 1943 habe

Berichte ler-iber erhall;:. -* De»f-, sehen eine neue weittragende Waffe ent­wickelten, mit welcher sie London zu bom­bardieren beabsichtigten. Einige Zeit später

so behauptete Churchill habe man festgestellt, daß im Pas de Calais die erste große Anlage anscheinend für eine weittra­gende Rakete gebaut wurde. Diese Anlage wurde bis zum September sehr heftig an­gegriffen".

Wir führten auch", so berichtete der Premierminister weiter,im ganzen Nord­westen von Frankreich und Belgien äußerst gründliche Erkuhdungsflüge durch. Dies war eine ungeheure Aufgabe, die nicht ohne Verluste erfüllt werden konnte. Aber als Ergebnis entdeckten wir im Oktober 1943, daß außer diesen Anlagen noch andere An­lagen in größerer Anzahl an der ganzen französischen Küste entlang zwischen Le

Flavre und Calais gebaut wurden. Wir fan­den schließlich heraus, daß ungefähr 100 von diesen ziemlich kleinen Anlagen im

Bau begriffen waren und schlossen daraus, daß es sich um Abschußpunkte für Projek­tile mit Raketenantrieb handeln müsse. Auch die neuen Anlagen sind seit verschie­denen Monaten fortdauernd angegriffen worden. In dem Maße, wie diese Anlagen neu gebaut werden, werden unsererseits

alle Anstrengungen gemacht, um sie zu

zerstören."

Gleichzeitig habe die britische Regierung

wie Churchill dem Unterhaus gleichsam als Trost mitteilte sich mit allen Fragen beschäftigt, die mit der Abwicklung dieses Angriffssystems im Zusammenhang stehen. Er teilte dem Unterhaus dann mit, daß mehr als 50 000 Tonnen Sprengstoff auf die an­geblichen Abschußstellen derfliegenden Bomben" in Frankreich geworfen worden seien, und daß die Zahl der Flüge in die vielen Tausende ginge. Die Prüfung und Auswertung der Zehntausende von Luft­photos sei eine ungeheure Arbeit gewesen.

Den Kampf, der auf diesem Sektor, lang bevor die ersten deutschen Abschüsse er­folgten, geführt wird, nannte Churchilleine unsichtbare Schlacht", die seit mehr als einem Jahr im Gange sei. Dieseunsicht­bare Schlacht", so fuhr er fort,ist jetzt all­gemein sichtbar geworden, und wir sind verpflichtet, ihren Fortgang sehr genau zu beobachteh".

Churchill. befaßte sich dann in sehr vor­sichtigen Sätzen mit den Auswirkun­gen der deutschen Vergeltungswaffe. Wenn man das Gewicht und die Durchschlagskraft dieser Bomben berücksichtige, so sei der Schaden, den sie durch ihre Sprengwirkung an gerichtet haben,noch erträglich" ge­wesen.

Die Angriffsform sei aber in hohem Maße ermüdend, weil die Angriffe sich über 24 Stunden täglich erstrecken, und das Volk sich eben daran gewöhnen müsse.

Ueber die eingetretenen Verluste machte Churchill verschiedene ziemlich zweifelhafte Angaben. Er nennt eine Ge­samtzahl von Schwerverletzten und Toten vonüber 10 000" und behauptet, daß sich da; unter 2752 Tote befänden. Im weiteren Verlauf seiner Rede erklärt er aber dem­gegenüber,daß ein. sehr hoher Prozentsatz der Verluste aus tödlichen Fällen bestehe".

Churchill teilte dann noch mit, daß die Verletzten rasch insichere" Gebiete über- gefiihrt wurden und daß man aus anderen Teilen Englands, die nicht, von den An­griffen hetroffen seien, Reserven abgezogen habe, um die Zentralgebiete zu verstärken.

Beide Angaben lassen Rückschlüsse auf die tatsächlich-en Auswirkungen der deut­schen Vergeltungswaffe zu. Churchill selbst nannte den Kampf mitV 1" eine Schlacht, und bereitete das englische Volk darauf vor, daß diese Schlacht eineLangwierige Angelegenheit" werden könne. Churchill fügte dabei hinzu, daß die Einführung die­ser Waffe durch die Deutschenfür Eng­land ernste Probleme aufstelle.Ich möchte nicht raten" so erklärte er wörtlich daß wir heute vor ihnen die Augen ver­schließen."

Auch über die Schäden machte Chur­chill nur wenige Angaben. Er mußte dabei aber zugeben, daß es Gebiete gäbe, wo der Schaden durch Sprengwirkungen so groß sei, daß er durch Reparaturreserven nicht beho­ben werden könne.

Zur Frage der Evakuierung wies Churchill auf seinen Appell hin, daß jeder auf seinem Posten bleiben und seine Pflicht tun müsse. Wir möchten jedoch den Men­schen, die keine kriegswichtige Arbeit lei­sten, nicht abraten, wenn sie London auf eigene Kosten verlassen wollten, wenn sie dies auf eigene Initiative tun wollen. Die Kinder werdep bereits aus der Gefah­renzone verschickt, und zwar nicht nur aus dem Londoner Gebiet, sondern auch aus den übrigen Gefahrenge­bieten.

Churchill schloß seine Rede mit dem Hin­weis, daß seine Regierung alles unterneh-

dnb. Berlin, 6. Juli. Von britischer Seite wird behauptet, der deutschen Fernwaffe V 1 fehle .jede Treffsicherheit. Ihr FLuchlag v,, t JO .nm . ,.i, C-ines'shumls ne 1

Zielraumes vom Zufall bestimmt. Sie sei da­her als militärische Waffe wertlos und diene lediglich einerunmenschlichen Kriegfüh­rung gegen Zivilpersonen". Demgegenüber wird von zuständiger Stelle folgendes fest­gestellt:

Die militärische Bedeutung der deutschen Fernwaffe V 1 ist durch ihren bisherigen Einsatz hinreichend bewiesen und steht außerhalb jeden Zweifels.

Sie ist in ihrer Zielgenauigkeit mindestens ebenso zuverlässig wie die sogenannten Bombenteppiche und strategischen Bombar­dements ,mit denen britische und nordame­rikanische Bomberverbände vielfach in der Nacht und durch geschlossene Wolken­decken hindurch ganze Viertel europäischer Städte zerstören, angeblich um vereinzelt darin gelegene Objekte von militärischer oder wirtschaftlicher Bedeutung zu treffen. DieTreffgenauigkeit" dieser Bombarde­ments wird durch die Tatsache unterstrichen, daß sogar Städte in der Schweiz angegriffen wurden.

Es ist unsinnig, zu behaupten, eine Waffe, die nicht unmittelbar von Menschen bedient wird, besitze keine Zielgenauigkeit. Auch die Artillerie ist ihrem Wesen nach eine Fernwaffe, deren Ziele an der Stelle des Abschusses bestimmt werden. Die Waffe V 1 besitzt ausreichende Zielgeräte, die ihre Treffsicherheit sicherstellen. Sie verbindet in ihrer Konstruktion die modernsten balli­stischen Neuerungen mit den letzten flug­technischen Erfahrungen aus dem Einsatz der Luftwaffe. Wie bei jeder anderen tech­nischen Waffe sind auch bei der Waffe V 1 gelegentliche Abweichungen ihres Einschla­gens vom vorhergesehenen Ziel unvermeid­bar. Sie wird daher- wie jede andere Waffe stets neben einer Unzahl von Tref­fern immer auch einige Nichttreffer auf­weisen.

Die Waffe V 1 unterscheidet sich durch ihre Fähigkeit zu gezieltem Einsatz grund­legend von dergeflügelten Bombe" in Form kleiner Segelflugzeuge, die die Luftstreit­kräfte der USA", bei ihren Unternehmungen gegen das Reichsgebiet verwenden (z. B. über Köln am 28. 5., über Hamburg am 18. 6. 1944).

Diese geflügelte Bombe nvird von den -USA.-Bombern aus beträchtlicher Entfer­nung abgestoßen. Ihr weiterer Kurs ist je­der Beeinflussung durch die Besatzung ent­zogen und wird lediglich durch Wind und andere Zufälle bestimmt. Sie ist also eine reine Terrorwaffe, bei deren An­wendung bewußt auf jegliches Zielen ver­zichtet wird.

Die militärischen Ziele, hei der die Waffe V L eingesetzt wird, sind aller Welt be­kannt. Die Briten selbst haben noch kurz vor Einsatz unserer Waffe verkündet, daß ganz London und Südengland ein einziges Auf­marschlager und Waffenarsenal für die In­vasion darstellen.

Nachdem die Briten seit nunmehr vier Jahren durch wahllose Bombenabwürfe die Kulturwerte und Wohnviertel unzähliger europäischer Städte in Trümmer gelegt und sich obendrein mit zynischer Genugtuung dieses nackten Terrors gegen Frauen und Kinder gerühmt haben, haben sie jede Be­rechtigung, in Fragen der Humanität der Kriegführung als Ankläger aufzutreten, ver­loren.

Luftmarschall Harris, der bereits im Juli 1943 versprochen hatte,Deutschland

men werde, die Operationen . in der Nör- mandie nicht beeinträchtigen zu lassen. Wir müssen unsere innenpolitischen Ar­beiten in den allgemeinen Rahmen der Kriegsoperationen einfassen. Wir dürfen keine Schwächung der kämpfenden Front zulassen, um das Ausmaß der Schäden zu verringern, die zwar unserer Bevölkerung schwere Belastungen aufeflegt und den normalen Lebensgang und die Arbeit der Industrie in London ver­ändert, die jedoch das britische Volk nicht von seiner Pflichterfüllung abbringen darf.

Mit diesem Hinweis schloß Churchill seine Erklärung, ln der er wohlweislich kein Wort darüber verlor, daß der Einsatz derV 1 eine gerechte Vergeltung für die ungeheuerlichen Verbrechen ist, die er per­sönlich als der Erfinder und Organisator des Terrorkrieges auf dem Gewissen hat.

Angesichts der starken Kritik an der bis­herigen Taktik der britischen Regierung teilte Churchill dem Unterhaus dann mit, daß Fragen gestellt werden können, wenn man die nötige Vorsicht walten ließe.Ich glaube jedoch, daß auch das Unterhaus den Wunsch hat, daß alle Abgeordneten mit Fragen zunächst hintanhalten. Eine durch­aus harmlose und angebrachte Frage könnte irgendwie in einem Zusammenhang stehen,' der wie Churchill sich ausdrückte

zu martern", erwiderte auf ein Glück­wunschtelegramm des Luftfahrtminiiter« Sintiair zu de» Angriffen auf B<*Mo am

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fortgesetzt werde und solange fortgeiätzt werde, wie die Gelegenheit sich biete und die Umstände es gutheißen, bis das Herz Deutschlands aufgehört hat zu schlagen.

General Montgomery erklärte Ende Dezember 1943 in einem Interview dem UP.- Vertreter Frank Fisher gegenüber, er sei von denVernichtungsangriffen" auf deut­sche Städte begeistert und fügte hinzu:. Wenn ich könnte, würde ich jeden Nach­mittag eine deutsche Stadt aussuchen und sie von der Landkarte löschen".

Diese kleine Auslese gibt nureinen unvollständigen Begriff von den unzähligen

dem Feind mehr verraten kann, als wir ihm zu verraten brauchen. Schließlich unterhal­ten die Deutschen einen sehr ausgedehnten Nachrichtendienst. -Churchill stellte schließ­lich einige rhetorische Fragen, die- den Ernst "der Lage erkennen lassen:

,,Wird dieser Angriff schlimmer werden? Werden neue Entwicklungen von weit furchtbarerer Art über uns kommen? Wird eine Raketenbombe kommen? Verbesserte Sprengbomben mit größerer Sprengladung und stärkerer Geschwindigkeit? Wird ajles dies über uns kommen?

Ich kann nicht garantieren, so gab er selbst die Antwort,daß irgend eines dieser Uebel verhindert werden kann, uns zu treffen.

Verlegung des Unterhauses?

Eigener Srahtbericht

ep. Stockholm, 6. Juli. Im weiteren Ver­lauf der Unte'rhaussitz.ung -gab Churchill die Bildung eines Sonderausschusses zur Be­kämpfung der neuen deutschen Geheim­waffe bekannt Ferner erklärte er, in Be­antwortung einiger Fragen, daß beschlossen worden sei, die bisher in Reserve gehalte­nen tiefgebäuten Unterstände- für die Oef- fentlichkeit ln Südengland freizugeben. Wei­ter enthüllte Chufchill, daß bereits der Vor­schlag gemacht worden sei, die Sitzungen des Unterhauses aus Sicherheitsgründen an einen' anderen Ort zu verlegen.

und sich täglich steigernden Ausbrüchen des jüdisch -britischen, Vernich* trj g * w 111 e r, s und der Genugtuung . w>s '. ii I-ir.-lsc. * dr . qz

gän rfid deutsche Zivilbevölkerung tul- geübten Terror.

Wer diese Stimmen liest und die vom britisch-no.rdamerikanischen Luftterror be­troffenen Städte sieht, durchschaut sofort die abgrundtiefe Heuchelei, mit der England den gelungenen deutschen Schlag gegen- seine Aufmarschgebiete im Süden der Insei zu diffamieren und zum Gegenstand weinerlicher Klagen zu machen sucht. England empfängt durch dieV-l"- Waffe vorläufig erst ein Bruchteil der Strafe, die es durch seinen gejneinen Luftterror gegen ganz Europa verdient hat..

S-Boot-Fahrer mit der

Nahkampfspange

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PK-Kriegsberichter Model (Sch; ,\ach seiner Flucht auf sowjetischer Gefangen­schaft konnte sich dieser Angehörige der Be­satzung eines deutschen Schnellbootes zu einer deutschen Einheit durchschlugen. In 21 /V«ä- kampfiagen erwarb er das EK 1 lind die .V'./i- kam pf spange

Kleine fHännee

Mi Aüdtolitk

Von

Professor Dr. Karl Heinz Pfeffer

Leiter der britischen Abteilung

des Deutscher Av- - vdswissfer.s.';' vvr rr.ätituts

In der Politik des britischen Weltreichs haben australische Minister und Minister­präsidenten gelegentlich eine Rolle gesDielt, die weit über die Basis ihres an Völkszahl schwachen Landes hinausging. Im ersten Weltkrieg war der australische Minister­präsident Hughes ein besonderer Ver­trauter von Lloyd George. Er saß im Fm- pire-Kriegskabinett -in London und gab be­sonders radikale außenpolitische Ansichten zum besten. Er war z. B. der Mann, der. dem Deutschen Reich eine Tributlast von 1000 Milliarden auferlegen und der den deutschen Händel für immer von den Märkten des bri­tischen Weltreichs ausschließen wollte. Er war auch der Mann, der in Paris und Genf sehr scharf gegen die japanischen Ansprüche auf Gleichberechtigung in Ostasien sprach.

Nach dem Kriege verschwand der wilde Walliser Hughes ebenso vom Vordergrund der politischen Bühne Australiens wie sein Landsmann Lloyd George in England, Sein Nachfolger in der Führung Australiens und im australischen Anspruch in London wurde Stanley Bruce, ein Mann, der wegen sei­nes gepflegten Oxforder Akzents bei Wahl­kämpfen in Australien Schwierigkaiten hatte. Er würde gut Freund mit den konser­vativen Kreisen Englands und sitzt noch heute als australischer hoher Kommissar in Churchills Kriegskabinett. Er war nicht der Mann, den verzehrenden Ehrgeiz vonBiliy" Hughes fortzusetzen. Er gefiel sich in einer Rolle vornehmer Gelassenheit. Der zweite Australier, den Churchill in das britische Kabinett hereinzog, spielt noch mehr die Rolle des'vornehmen Engländers. Richatd C a s e y aus Melbourne bedeutet für Au­stralien nicht mehr und nicht wenige: als das, was Anthony Eden iür England be­deutet.

Hughes ist taub und alt, Bruce und Casey haben sich wegen ihres Snobismus um eine wirkliche Gefolgschaft in Ihrer australischen. Heimat gebracht. Australien schien in die--, sem Krieg keine Figur zu produzieren, die neben Jan Smuts ein Schaustück des über­seeischen Weltreichs hätte sein können.

Röbert M e n z i e s versuchte allerdings, bei Kriegsausbruch eine ähnliche Rolle zu übernehmen. Er reiste nach London, besich­tigte englische Städte ' nach Luftangriffen, versprach den Engländern die Hilfe des fer­nen fünften Erdteils, hielt Reden, die von Weltieichsbegeisterung Überflossen. Sein Land deckte ihn nicht. Es kannte ihn als ehrgeizigen Politiker und skrupellosen Advo­katen, als Mann, der sich im ersten Welt­krieg nicht freiwillig zur Front gemeldet hatte. . Im Herbst 1941 stürzte das austra­lische , Parlament den Ministerpräsidenten Menzies, im Herbst 1943 bereiteten ihm die australischen Wahlen eine vernichtende Wahlniederlage. Australien stellt hent.e für die Politik des Weltreichs'einen Mann, der weniger farbig als Hughes und weniger an­spruchsvoll:'als Bruce, Casay und Menzies dqn Typ des biederen Gewerkschaftssekre- tärs vertritt, John Curtin,

Die australischeArbeiterpartei", deren Führung Curtin seit 1935 innehat, wird einerseits bestimmt durch eine sehr male­rische und nicht immer zuverlässige Gruppe von Politikern irisch-katholischer' Herkunft. Sie treten ein für australischen Nationalis­mus, für australischen Schutzzoll, im Inter­esse australischer Arbeitsplätze, für Pferde­rennen und Alkohol, für kirchliche Rechte

Die Sdiwerter für einen Panzer-ßeneral

dnb. Führerhauptquartier, den 6. Juli. Der Führer verlieh am 4. Juli 1944 das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleut­nant Smilo Freiherr von Lüttwiti, Kom­mandeur einer Panzer-Division, als 78. Sol­daten der deutschen Wehrmacht.

Generalleutnant Freiherr von Lüttwitz steht seit der Landung der Alliierten auf dem italienischen Festland mit seiner Pan­zer-Division fast ununterbrochen im Kampf. Besonders groß ist sein und seiner Division Anteil an der seit 12. Mai 1944 ununter­brochen im Westjeil der italienischen Front tobenden schweren Abwehrschlacht. Hier-

Generalfeldmarschall Kluge über­nimmt den Oberbefehl im Westen dnb. Führerhauptquartier, 6. Juli. An Stelle des gesundheitlich behinderten Ge­neralfeldmarschalls von Runds tedt hat Generalfeldmarschall von Kluge den Oberbefehl im Westen übernommen.

Der Führer hat in einem herzlich gehal­tenen Handschreiben dem in den schwierig­sten Lagen hochbewährten Feldmarschall von Rundstedt seinen besonderen Dank aus­gesprochen und seine Verwendung lür Son­deraufgaben ln Aussicht genommen.

Wissenschaft gegen die bolschewistische Weltgefahr dnb. Berlin, 6. Juli. Auf Veranlassung der Dienststelle des Reichsleiters Rosenberg wurde eineArbeitsgemeinschaft zur Er­forschung der bolschewistischen Welt- gefahr" gegründet. Sie bildet den Zusam­menschluß der im antibolschewistischen Kampf stehenden in- und ausländischen wissenschaftlichen Kräfte. Neben namhaften deutschen Gelehrten stehen Dozenten und Professoren aus dem Osten, die die Sowjet- Wirklichkeit jahrelang unmittelbar erleben mußten,-im Einsatz der Forschung.

Die Voraussetzung für die Erforschung der bolschewistischen Weltgefahr hat in um­fangreichem Maße der Einsatzstab Reichs­leiter Rosenbergs geschaffen, dessen. Ar­beitsergebnisse nun zur Auswertung bereit- slehen. Im Zuge der Auswertung des neue­sten Materials erschienen bereits mehrere Arbeiten, die auf dem . Wege exakter For­schung die weltrevolutionären Pläne des Kremls enthüllen und ein Unanfechtbares Bild der Sowjet-Wirklichkeit bieten. Die Wissenschaft mobilisiert ihre Kräfte der Ab­wehr und des Gegenangriffes im geistig­weltanschaulichen Kampf gegen -den Bol­schewismus.

bei befand er sich stets in vorderster Linie und meisterte durch seine persönliche Füh­rung alle Schwierigkeiten.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Berlin, 6. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Georg Jan, Kommandeur eines schleswig-holsteinischen Füsilier-Bataillons; Oberleutnant Alfted Wo] jk, Batteriechef ln einem thüringischen Panzer-Art.-Regt.; Unteroffizier Wilhelm Keppel, Hilfsbeob­achter in einem rheinisdh-westfälischen Art.- Regiment.

Dtufsdie Waflenhilfe für Finnland

' Von Kriegsberichter Rudolf Dietrich

PK. Karelische Front, 6. Juli. Sie trug ein helles, geblümtes Kleid, hatte blaqe Au­gen und blonde Haare. In der linken Hand hielt sie eigen Strauß Rosep. In .langer Reihe iTollten die'Faht^euge an ihr und den un­zähligen Menschen vorüber, die zu beiden Seiten die Straßen säumten. Immer wieder trat das junge Mädchen auf die Fahrbahn und reichte den Soldaten auf den langsam vorbei/ollenden' Fahrzeugen eine Rose. Freudestrahlende Gesichter dankten ihr. Die Männer gehörten jenen Divisionen an, die in-.diesen Tagen die 'd e u t s c h e Waffen- h i 1 f e verkörpern', die wir unserem tapfe­ren finnischen . Waffengefährten zugesagt haben. .

Aehnliche Szenen kann man in diesen Ta­gen in den, Straßen, der südfinnischen Stäclte immer wieder erleben. Die Menschen sind wie erlöst. Jedermann fühlt, daß der hel­denmütige. Kampf der finnischen Divisionen gegen den'übermächtigen Ansturm aus dem CJstenin-ein neues Stadium getreten ist. In Hel s i n k i zerriß' die Nachricht von der deutschen Waffenhilfe die schwüle Stim­mung der vergangenen zehn Tage wie ein frisches Gewitter.

._ Die.-fin-o.isohe-.-Beyölkerung...bliokt aufmerk­sam in die Gesichter- der deutschen Solda­ten, die von den Spuren harter Kämpfe ge­zeichnet sind,-und jeder Finne fühlt, daß die von Ribbentrop zugesagte W a f f e n h i 1 f e eine Sofortaktion verkörpert, die eimtiäl mehr Beweis dafür ist, daß kein dem Deutschen Reich verbündetes Volk in schwersten Stunden allein . steht, wenn es mit ihm Schulter an Schulter gegen den Bol­schewismus kämpft.

Zielgeräte sichern Treffgenauigkeit der V1

Militärische Bedeutung der neuen Wallen bewiesen Zeugnisse Jüdisch-britischen Vernichtungswillens