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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Nr. 181 • 14. Jahrgang
Montag, 3. Juli 1944
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des ReichsstatthalterB in Oldenburg und Bremen
Einzelpreis 15 Rpf.
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Das Vermächtnis von Narvik:
Für die Freiheit - kein Opfer zu groß oder zu teuer!
Finnlands Ministerpräsident Linkomies: „Kampf an der Seite Deutschlands ist Ehrensache"
Von unserem Berliner Schriftleiter Dr. Walter Schneider
In ernster Stunde vernahm das deutsche Volk wieder einmal die aufrültelnden Worte des Führers. Der Anlaß, aus dem der Führer sprach, war zu tiefst erschütternd, er widmete einem seiner teuersten und treuesten Freunde, einem der besten deutschen Soldaten, dem Helden der Nation, die letzten Worte des Gedenkens. Aber dennoch und gerade darum erweist sich an jedem Satz, den der Führer sprach, die bezwingende Größe und die ausstrahlende Kraft seines Genius. Jenseits der Trauer steigert sich nach des Führers Wort das Bewußtsein, „daß für diesen Kampf kein Opfer zu groß oder zu teuer ist, um nicht gebracht zu werden". Aus dem Schmerz um den großen Verlust leitet der Führer einen Appell und eine Verpflichtung für das ganze deutsche Volk ab. Nun erst recht wird der Held von Narvik für die gesamte Nation zu einem leuchtenden Beispiel, und nun erst recht soll uns sein Denken, Fühlen und Handeln Richtschnur für die eigene Bereitschaft zum höchsten Einsatzsein.
Der Führer hat die Bedeutung dieses Vorbildes besonders treffend durch die Feststellung gekennzeichnet, daß er in ..Dietl einen Mann kennengelernt habe, „der selbst das scheinbar Aussichtslose am Ende doch durch sein gläubiges Vertrauen würde ermöglichen können". Er hat das besonders sinnfällig und zwingend durch die Schilderung der Leistung erläutert, die Generaloberst Dietl in Narvik vollbrachte, als er es mit einer Handvoll Soldaten gegen eine gewaltige Ueberlegenheit schließlich doch in unseren Besitz brachte und dadurch einen Eckpfeiler unserer Verteidigung gegen den konzentrischen Angriff unserer Feinde schuf.
Wenn wir im ersten Weltkrieg uns jemals in einer s strategisch-geographischen Lage wie heute befunden hätten — der Feind im Westen auf einem kleinen Küstenstreifen in der Normandie zusammengedrängt, die Front in Italien südlich des Apennin und 'die Ostfront jenseits von Polen und des Baltikums —, so hätten wir sicher daheim uns angeschickt, die Siegesglocken zu läuten, zumal wenn noch die Bindung eines großen Teiles der' englisch-amerikanischen Seestreitkräfte im Pazifik durch Japan als Verbündeten hinzugekommen wäre. Es ist gewiß richtig, und auch das wollen wir nicht leichtfertig übersehen, daß im Zuge der technischen Entwicklung heute die Entfernungen wesentlich zusammengeschrumpft sind. Wir verspüren dies schmerzlich an den Folgen des Terrorkrieges aus der Luft. 'Aber eins wissen wir auch, daß die Zeit, die wir durch die wirkungsvolle Abwehr in elastischer Verteidigung der Fronten gewonnen haben, nicht ungenutzt geblieben ist," daß in ihr mit dem Aufgebot aller Kräfte gearbeitet wurde, um den technischen Vorsprung in den Voraussetzungen der Kriegführung wieder herzustellen, den wir zu 'Anfang des Krieges bereits einnmal besessen haben. Der Einsatz der Vergeltungswaffe Nr. 1 stellt nur den Beginn einer neuen Entwicklung dar, die dahin führen soll, daß wir im entscheidenden Endabschnitt des
Krieges nicht nur das technische Gleichgewicht wiederhergestellt haben, sondern uns darüber hinaus im Besitz von revolutionär wirkenden Waffen befinden, die gemeinsam mit der kämpferischen Ueberlegenheit unserer Soldaten den Sieg sichern werden. Bis • diese Entwicklung abgeschlossen ist, gilt das Vermächtnis des Helden von Narvik und sein Auftrag an uns, selbst das'scheinbar aussichtslose durch gläubiges Vertrauen schließlich doch zu ermöglichen. So hat der Führer das Vermächtnis des Generalobersten Dietl gedeutet, und wir folgen dieser verpflichtenden Parole.
Dietls letzter Weg
München, 2. Juli. Am Sonntagvormittag traf die sterbliche Hülle des Generalobersten Dietl in München ein, auf dessen Nordfriedhof anschließend ln Gegenwart der Vertreter von Wehrmacht und Partei die Beisetzung des ruhmvollen Soldaten stattfand.
Als letzten Gruß der Front legte der Ge* n«tai der Gebirgstruppen, Ritter von H e n g i, den Kranz einer Armee am Grabe nieder. Es sprach General der Infanterie
Haenlcke, der Generaloberst Dietl als einen wahren V.olksheros würdigte und das Versprechen der Pflichterfüllung in seinem Geiste bis' zum siegreichen Ende gab. Gauleiter Giesler betonte, sicherlich werde man ihn einmal den „Blücher d'e s Adolf-Hitler-Reiches’' nennen, weil er mit seinem fordernden soldatischen Sinn das herzliche volksverbundene Gefühl für alle aufbrachte, die seiner Führung anvertraut waren. An der unter den militärischen Ehren erfolgenden Bestattung des Generalobersten nahm die Münchener Bevölkerung in tiefer Bewegung teil.
Im Geiste des Winterkrieges!
Die Losung: Kampf und Arbeit — Finnland legt erst im Einvernehmen mit Deutschland die Waffen nieder
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
b, Berlin, 2. Juli. Die neue Situation Finnlands nach dem Uebereinkommen von Helsinki mit der deutschen Reichsregierung wurde am Sonntag durch den finnischen Ministerpräsidenten Linkomies in einer Rundfunkansprache umrissen, deren hochpolitischer Charakter vor allem durch die Formulierung unterstrichen wurde, daß Finnland es nach den neuen Abmachungen als selbstverständliche Pflicht ansehe, erst im Einvernehmen mit Deutschland die Waffen niederzu 1 e g e n. Die Klarheit dieser Formulierung betont das politische Gewicht der Verhandlungen, die Reichsaußenminister von Ribberitrop mit der finnischen Regia- rung führte. Sie sind das Ergebnis von Ueberlegungen, die aus der Kenntnis der wahren Vernichtungsabsicht des Bolschewismus keine andere Alternative ließen, als die' des Kampfes bis zur endgültigen Beseitigung der bolschewistischen Angriffsgefahr. Die Freundschaft, die Deutschland und Finnland seit je füreinander empfanden, wandelt sich durch diesen Schritt der finnischen Regierung zu einer Schicksalsgemeinschaft, die keinerlei Deutelei zuläßt.
Die finnische Regierung hat in einer Zwischenphase des Krieges Erkundigungen über sowjetische Waffenstillstandsbedingungen eingeholt und erfahren, daß man sich dem Bolschewismus nur auf Gnade oder Ungnade ergeben kann, oder aber zur Weiterführung des Kampfes gezwungen ist. Für ein ehrbewußtes Volk konnte nur die letzte Möglichkeit gewählt werden. Selbst Meinungsverschiedenheiten des finnischen Reichstages konnten nicht diese Hauptfrage betreffen, die Notwendigkeit der Fortsetzung des K'a mpfes und die A n - nähme der Hilfe aus D-bu t's c h - 1 a n d. Gerade diese Einsicht, die alle Par- teiströmungen erfaßt, muß vom europäischen Standpunkt aus als besonders bedeutsam gewertet werden. Es hat dem finnischen Volk nicht an sogenannten guten Ratschlägen gefehlt, die aus dem anglo-amerikani- schen Lager kamen und an denen sich auch schwedische Kreise beteiligten. Diese Ratschläge enthielten jedoch entweder den Vor
schlag, sich den Sowjets zu unterwerfen, oder aber den zynischen Hinweis, daß Finnland noch weitere Schläge erhalten müßte, um sich - zur Unterwerfung zu bequemen. Alle diese^ Ratschläge übersahen den einen Gesichtspunkt, daß tapfere, stolze und ehrbewußte Völker in der Gefahr ihre Kräfte verdoppeln und verdreifachen.
„Nach einer Pause von mehr als zwei Jahren muß jetzt unsere Wehnnacht schon die vierte Woche ununterbrochen harte Kämpfe ausfechten", so begann Linkomies seine Rundfunkrede. „Die großen Massierungen des Feindes und besonders seine Ueberlegenheit an Artillerie, Panzer- und Luftwaffe führten zu Anfangserfolgen, unter deren Druck unsere Truppen sich Schritt für Schritt auf die allgemeine Linie Vii- puri—Vuoksi zurückzogea. In dem Maße, wie sich die Verteidigung dem Herzen Finnlands näherte, erwachte im Heere der Geist des Winteikrieges. Es hat zäh die wiederholten Angriffe des Feindes abgeschlagen und ihm trotz seiner Ueberlegenheit schwere Verluste beigebracht.
Die Kämpfe waren hart wie noch nie. Die Verteidigung Kareliens und Finnlands verlangte und verlangt schwere Opfer. Das wertvollste, was wir besitzen, das Leben unserer jungen Männer, muß in die Waagschale geworfen, kostbarer Boden und blühende Felder mußten geopfert werden. Wir müssen unser Land, unsere freie Volksgemeinschaft und unsere Unabhängigkeit verteidigen. Wir müssen unser Familienleben und die von unseren Vätern ererbten geistigen Werje verteidigen. Wir müssen alles das verteidigen, was das Leben'iebens- wert macht. Wenn wir das nicht täten, hätten wir eine einzige AJternative — die Kapitulation.
Ich spreche dieses Wort nicht als eine Annahme aus, ich weiß, daß die Sowjetunion von Finnland Kapitulation verlangt. Nach der Kapitulation würde man uns einen Frieden diktieren, der sicherlich auch nicht die allerelementarsten Rechte des finnischen Volkes berücksichtigen würde. Eine solche Kapitulation würde uns wehrfos dem Gutdünken des Gegners preisgeben. In einem Augenblick würden wir alles verlieren, was unser Volk im Laufe von Jahrhunderten ■ aufgebaut hat.
Alle feindlichen Angriffe im Landehopf gescheitert
Schwere Verluste des Gegners in Italien — Unvermindert heftiger Abwehrkampf im Osten
dnb. Aus dem Führerhauptquar- tier, 2. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Einbruchsraum südwestlich C a e n nahm der Gegner seine Durchbruchsversuche nach stärkstem Artillerietrommelfeuer in den Mittagsstunden des gestrigen Tages wieder auf. Alle Angriffe scheiterten dort ebenso wie nordöstlich St. L o.
Schlachtfliegerverbände unterstützten auch gestern die Erdkämpfe mit gutem Erfolg. In der Nacht griffen Kampffliegerverbände feindliche Schiffsansammlungen vor dem Landekopf an. Starke Explosionen wurden beobachtet.
Bei mehreren Säuberungsunternehmen im französischen Raum wurden 80 Terroristen liquidiert.
Schweres V e r g e 11 u n g s f e u e r liegt auf London.
In Italien lag der Schwerpunkt der feindlichen Angriffe im westlichen Kiisten- ahschnitt und im Raum südöstlich V ölte r r a. Unsere Truppen setzten sich hier unter dem starken feindlichen Druck auf den Cecina-Abschnitt ab. Auch südöstlich Volterra konnte der Feind nach Norden Boden gewinnen. -Im Raum von Siena und "westlich des Trasimenischen Sees schlugen unsere tapferen Divisionen alle feindlichen Angriffe unter schweren Verlusten für den Gegner zurück. Ein feindliches Bataillon und 29 Panzer wurden vernichtet.
An der mittleren Ostfront setzten unsere tapferen Divisionen den mit überlegenen Kräften angreifenden Sowjets weiteren hartnäckigen Widerstand entgegen. Im Raum von S 1 u z k konnten die Bolschewisten erst nach schweren Kämpfen Boden gewinnen. Der Ort wurde aufgegeben. Bei Össipo- i t s c h i behaupteten unsere Truppen ihre
Stellungen gegenüber allen feindlichen Angriffen. Die Kampfgruppen aus dem Raum von Brobruisk haben sich zu unseren Hauptkräften durchgeschlagen. An der mittleren B e r e s i n a sind schwere Kämpfe mit den ununterbrochen angreifenden Sowjets im Gange. Im Raum westlich P o 1 o z k hält der feindliche Druck an. Südwestlich und südlich Polozic wurden starke feindliche Angriffe. abgeschlagen oder in Riegelstellungen aufgefangen.
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Schlachtflieger griffen laufend in die Erdkämpfe ein und fügten dem Feind hohe Verluste zu.
Im Hohen Norden wurden im Kanda- 1 a k s ch a - Abschnitt mehrere von starker Artillerie unterstütze Angriffe der Sowjets in harten Waldkämpfen unter hohen Verlusten für den Feind abgewiesen.
In der vergangenen Nacht warfen einzelne britische Sförflugzeuge Bomben im rhei- nisch-westiälischen Raufn.
Das Eichenlaub verliehen
Führerhauptquartier, 2. Juli. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalmajor Martin Unrein, Kommandeur einer sächsischen Panzer-Division; Oberst d. R. Werner Kolb, Kommandeur eines Grenadier-Regiments aus Friedberg (Hessen); Generalleutnant Abraham, Kommandeur einer berlin-bramlenburgischen Infanterie- Division, und Generalleutnant Frilz-IIubert G r a e s e r , Kommandeur einer bärlin-bran- denburgischen Infanterie-Division.
Der Führer verlieh am 2. 7. 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 518. Soldaten der deutschen Wehrmacht dem Oberbefehlshaber der 7. Armee, Generaloberst Friedrich Doilmann, nach dem Tode und als 519. Soldaten der deutschen Wehrmacht dem Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd v. Rundsiedl.
^Am 27. Juni verlieh der Führer dem Oberstleutnant d. R. Günther IC ei 1, Kommandeur eines hessisch-thüringischen Gre
nadier-Regiments, der die Seele des heroischen Kampfes um Stadt und Hafen Cherbourg war, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Der Führer, verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes im Heer an: Oberst Otto II e i 1 m a n n ; Hauptmann Herbert P r o 11; Hauptmann Alfons Webe r ; Leutnant d. R. Hermann T e s c li ; Wachtmeister Theodor II o t z k y ; Unteroffizier Hans Katzenmeier. In der Luftwaffe an: Oberst Georg-Henning v, Heydebreck; Oberst Hanns Horst v. Necker; Major E i c h m e i e r ; Major Schiller; Hauptmann Ruffer; Hauptmann Daily; Oberleutnant M e t z i g ; Leutnant Woidich; Leutnant Schmidt; Fahnenjunker-Feldwebel Kolb; Oberwachtmeister Metze. In der Waffen-#/: Hans Eckert, Bataillons-Kommandeur in der ##-Panzer-Division „Das Reich".
Ritterkreuzträger Generalmajor Wilhelm Falley fand im Westen den Heldentod. Den Flieqe+tod . starb Ritterkreuzträger Major Wilhelm Knapp.
Als freie Männer und Frauen müssen wir für die Gegenwart und die Zukunft ün- seres Volkes kämpfen, solange unsere Kräfte dazu ausreichen.
Dieser Entschluß stjmmt mit dem Mitte April vom Reichstag einstimmig gefaßten überein. Damals hatte nämlich der Reichstag ohne jegliche Meinungsverschiedenheit die von der Sowjetunion vorgeschlagenen Waffenstillstandsbedingungen abgelehnt, die formell noch keine Kapitulation bedeuten. In Wirklichkeit hatten die damaligen Bedingungen sehr nahe an die Kapitulation geführt, und ihre Annahme würde nach der Auffassung der Regierung unser Volk ins Verderben gestürzt haben. Schon damals hat unser Volk klar und entschlossen den harten Weg des Kampfes der Ergebung auf Gnade und Ungnade des Feindes vorgezogen.
Dte Kraftprobe mit der Sowjet- Union ist aus natürlichen Gründen eine ungleiche. Der Feind ist uns nicht nur zahlenmäßig überlegen, weil ihm große Menschenmassen zur Verfügung stehen, sondern auch, weil sein technisches Material reichlicher ist. Darum brauchen wir für unseren Kampf jede Hilfe, die wir nur bekommen können, seien es Waffen oder bewaffnete Truppen.
. Das einzige Land, das eine solche Hilfe geben kann und will, ist Deutschland. Obgleich Deutschland selbst in einem Riesen- kampf steht, hat es uns In den vergangenen Krlegsjahren Waffen und anderes Kriegs' material geben können. Ebenso wichtig war die deutsche Hilfe durch Lebensrnittel.
ln diesem Augenblick brauchen wir unbedingt in möglichst großem Ausmaße mili tärische Hilfe, um uns gegen den Großangriff der sowjetischen Wehrmacht zu ver-. teidigen. Diesmal kämpfen wir auch nicht allein. Technisch gut ausgerüstete deutsche Einheiten haben sich uns sofort zur Seite gestellt. Sie haben ihren Anteil an dem den feindlichen Luftstreitkräften und Panzern beigebrachten bedeutenden Verlusten.
Deutschland hat sich auch weiterhin verpflichtet, uns jede militärische Hilfe zu leisten, die es zu leisten imstande ist. Der Erfolg unseres Kampfes ist auch ausschließlich mit Hilfe des aus Deutschland kommenden Kriegsmaterials und der übrigen Hilfe mög lieh. Da wir uns nicht dem Feinde auf Gnaden wnd Ungnaden ergeben wollen, haben wir keine andere Wahl als zu kämpfen. Finnland ist entschlossen, an Deutschlands Seite und als Deutschlands Waffenbruder Krieg gegen die Sowjetunion zu führen.
In Anbetracht der Hilfe, die uns Deutschland in unserem Kample gegen den Bolsche; wismus leistet, ist es Finnlands selbstverständliche Pflicht, erst nach Einvernehmen mit Deutschland die Waffen niederzulegen. Es ist natürlich, daß wir, während wir deutsche Hilfe entgegennahmen, nicht zugleich mit dein Gedanken an Beendigung des Kampfes umgehen können. Das würde ja schon die Forderung der Ehrlichkeit verbieten, die das finnische Volk mehr als vielleicht irgendein anderes Volk der Welt ein- zuhalten gewöhnt Ist.
Im Ausland, gibt es über unsere Entscheidung verschiedene Meinungen. Wir seihst haben nur einen Leitstern: Finnland und das finnische Volk vor dem drohenden Untergang zu bewahren. Dieses ist unser aller gemeinsame Aufgabe, Alle anderen Interessen müssen beiseite gelassen werden, und alles, was in unseren Kräften steht muß zu diesem einen Zweck vollständig aufgeboten werden. Kampf und Arbeit, sie und ausschließlich sie, sind die Losung des heutigen Finnland. Das finnische Volk verläßt sich auf sjein Heer und auf dessen hochgeachteten Oberbefehlshaber, erfahrene Führer und unverzagte Mannschaft. Sie alle sind bereit, den Kampf auszuhalten, den sie für ihr Vaterland und ihre Famjlien zu führen haben. Sie wissen, daß, falls sie dieses Land schutzlos ließen, ihr eignes Leben nicht mehr lebenswert wäre. Aber dasselbe Pflichtgefühl wird auch hinter der Front verlangt. Auch hier muß alles bis aufs äußerste aufgeboten werden. Wir wissen, daß die Arbeiter ohne zu murren ihre Aufgaben erfüllen, die Leistungen der Rüstungsindustrie müssen immer größer werden. Iri einer Stunde, wo die Existenz dfes ganzen'Volkes auf dem Spiele steht, muß
V ‘ (Fortsetzung auf Seite 2)
Hafenanlagen in Cherbourg gesprengt
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PK-Kriegsbefichter Peter (Sch) Um dem Feinde da* Ausladen ron schicerem Kriegsmaterial im Hajen Cherbourg unmöglich zu machen, wurden alle Kais und Hajenunlagen zerstört. — t nser Bild zeigt: Die U irkung einer ■einzigen Sprengladung im Kai A nrmandie. Im Hintergrund der Seehafen Cherbourg.
Die KtieQtfifiM&etuiHf det Jeindmächie
Von
Professor Dr. Hans Hohlfeld
Direktor des Instituts für Bank- und
Finanzwirtschaft an der Universität Köln
In einem modernen Kriege, in dem über Sein oder Nichtsein ganzer Kontinente und Völkerschaften entschieden wird, stehen Kriegswirtschaft und Kriegsfinanzierung in allen Ländern grundsätzlich vor dem gleichen Problem. Wie schon im Verlauf des ersten Weltkrieges, so kommt es für jede kämpfende Nation .auch heute vordringlich darauf an, ihre kriegswirtschaftliche Produktion bis zur Grenze des Möglichen zu stärken. Das bedeutet zweierlei: einmal, daß die gesamte menschliche und maschinelle Leistungskraft bis zum Aeußersten ausgenützt wird, um möglichst viel Kriegsgüter zu erzeugen, und zweitens bedeutet es, daß der zivile Verbrauch ebenfalls bis zur Grenze des Erträglichen gesenkt wird. Steigerung der Produktion insgesamt, Erhöhung des Anteils der Kriegsgütererzeugung und Senkung des Anteils der zivilen Gebrauchsgüterherstellung, sind also das Ziel jeder Kriegswirtschaftspolitik. Aber auch die Finanzierung wirft Fragen von größter Wichtigkeit auf. Finanzierung bedeutet die Bereitstellung geldlicher, zur Bezahlung erworbener Güter. Die Probleme der Kriegsfinanzierung drehen sich im wesentlichen um die Fragen nach dem Wie und dem Woher, das heißt: in welchen Formen soll sich die Finanzierung vollziehen und aus welchen Quellen soll sie gespeist werden?
Die deutsche Kriegsfinanzierung ist von Anfang an so konstruiert worden, daß sie sozusagen zwangsläufig und automatisch lauft und daß sie eine grundsätzlich unbegrenzte Zeit funktionieren muß. Ihre wichtigste und solideste Quelle ist das Aufkommen an Steuern und ähnlichen Einnahmen, auf dem sie etwa zur knappen Hälfte basiert. Die darüber hinaus benötigten Mittel beschafft sie sich auf dem Kreditwege, etwa zur Hälfte durch Ausgabe langfristiger Schatzanweisungen und zur anderen Hälfte, durch Verlauf kurz- und mittelfristiger Titel. Ihre stärksten Stützen sind Rationalisierungs- System und Preisstop, die bewirken, daß ein bestimmter Teil, der aus dem Einkommen stammender Kaufkraft auf den Konsumgütermärkten unanbringlich wird und auf diese Weise zwangsläufig dem Reich entweder unmittelbar als Anleihekauf oder mittelbar auf. dem Wege über die Kreditinstitute zufließt. Wir bezeichnen diesen Vorgang als Abschöpfung freier Kaufkraft. Als besonderen Vorzug können wir für uns geltend machen, daß die Art und Weise der deutschen Kriegsfinanzierung zum ersten Male •in der Kriegswirtschaftsgeschichte frei von inflationistischen Zügen ist. Unsere Gegner dagegen sind Wege gegangen, 'die sich teilweise deutlich . von den deutschen unterscheiden, teilweise sie auch nachahmen, soweit sie mit ihren eigenen Methoden nicht weiter kamen.
Den gefährlichsten Weg hat sicher die französische Kriegsfinanzierung einge- schlagen. Sie bediente sich in erster Linie der Notenbankkredite. 'immer wenn die Staatskasse leer war, wurde die Leitung der Bank vop Frankreich gezwungen, neue Noten zu drucken und dem Staat zur Bezahlung seiner Anleihe Zur Verfügung zu stellen. Steuern und Anleihen snielten daneben eine geringe Rolle. Hätte Frankreich nicht aus militärischen Gründen kapituliert, dann- wäre vermutlich schon bald eine Finanz- krise größten Ausmaßes ausgebrochen, die seine Widerstandskraft zermürbt hätte.
Ganz arijrlers oeartet sind di° Metbnden der S o w j e t - R e p u b 1 i k. Für die bol-