Ausgabe 
(29.9.1943) 269
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vas flmtsdlatt des Negierenden vürgcrmcists rs ücr Zreicn fjanscstadt vremen

Nr. 269 , 1Z. ZMgang

der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkünüungsblatt des Ncichsstattiialters in Oldenburg und vremen

Mittwoch, 29. September 194Z

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88 meist viermotorige Lomdsr vernicktet

Aus dem Führerhauptquartier, 28. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Kuban-Brückenkopf wurden mehrere örtliche Angriffe der Sowjets abgewiesen. Die Stadt Temrjuk wurde planmäßig zerstört und geräumt.

Im Kampfraum südostwärts und ostwärts von Saporofhje setzte der Feind seine Durchbruchsversuche mit massierten, zum Teil neu herangeführten Kräften fort. Alle Angriffe scheiterten in erbitterten Kämpfen unter hohen feindlichen Verlusten. Eine sowjetische Kampfgruppe, die vorübergehend in unsere Stellungen eingebrochen war, wurde im Gegenangriff zurückgeworfen. Am mittleren Dnjepr griffen die Sowjets wie­derum die deutschen Brückenköpfe erfolglos an. Die Kämpfe gegen einige im Schutz der Dunkelheit über den Flug gefetzte schwache sowjetische Abteilungen sind noch im Gange.

Im mittleren Frontabschnitt hält der starke Feinddruck unvermindert an. Mehrere feind­liche Angriffe an der Murmansront wurden zerschlagen.

Leichte deutsche Seeftreitkräfte versenkten im Schwarzen Meer vor der Taman-Küste ei ^wjetjfchcs Kanonenboot und auf der Recde von Anapa mehrere Nachschubsahr- zeuge mit zusammen 216V BRT.

In Süditalien hat sich der Druck der Anglo-Amcrikaner. die neue Kräfte ange­landet haben, wesentlich verstärkt. Während im Raum Salerno alle Angriffe abge­wiesen wurden, haben sich unsere Truppen im Raum Foggia planmäßig vom Feinde gelöst und sich auf vorbereitete Gebirgs- stellungen zurückgezogen. Foggia wurde nach Zerstörung aller kriegswichtigen Anlagen ge­räumt.

In Nordostitalien und Dalmatien wurden starke Bandengruppen eingeschlossen. Sie gehen ihrer Vernichtung entgegen. Der Adriahasen Split, den Vadogliotruppen gemeinsam mit kommunistischen Banditen verteidigten, wurde im Sturm genommen. Auf der Insel Korfu, deren verräterische Besatzung die Verbindung mit den Anglo- Amerikanern aufgenommen hatten, landeten nach Ablehnung eines Ultimatums deutsche Gebirgsjäger. Bon Kriegsmarine und Luft­waffe wirksam unterstützt, zerschlugen sie den Widerstand des Feindes, brachten mehrere tausend Gefangene ein und besetzten die Insel.

Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Ge­leits versenkten bei Föcamp vor der fran­zösischen Küste zwei britische Artillerie­schnellboote.

Nordamcrikanische Fliegerverbände ver­suchten am gestrigen Tage im Schutze der Wolken über die Deutsche Bucht nach Nord- Westdeutschland einzudringen. Sie wurden von deutschen Jagdgeschwadern zum Kampf gestellt und zersvrengt. Damit wurde der vom Feinde beabsichtigte zusammen­gefaßte Angriff vereitelt. Durch Vomben- würke »nf niedrere Orte und Landgemeinden im Kiistenraum entstanden Verluste unter der Bevölkerung und Schäden an Wohn­häusern. In der vergangenen Nacht führten britische Bomberverbände Terroranqrifse gegen Hannover und mit schwächeren Kräften gegen Vraunschweig. Dabei entstanden Personenverluste und Zerstörun­gen in einigen Wohngebieten. Jäger und Flakartillerie der Lustwaffe und Sicherungs­streitkräfte der Kriegsmarine brachten über dem Reich und dem Westraum 56 meist vier­motorige Bomber zum Absturz.

Zu dem Fliegerangriff am Montagvormit­tag auf ostfriesisches Gebiet erfahren wir noch. das; von Focke-Wulf- und Mcsserschmitt- Jägern 14 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Außerdem wurden mehrere vier­motorige Bomber durch zahlreiche Treffer, deutscher Bordwaffen beschädigt.

Rom, 28. September. In einer Stadt in Norditalien hat am Montag die erste kon­stituierende Sitzung der Faschistischen Repu­blikanischen Regierung Italiens unter dem Vorsitz des Duce stattgefunden.

Der Führer hat an den Duce folgendes Telegramm gerichtet:An den Chcs der Fa­schistischen Republikanischen Regierung Ita­liens, Benito Mussolini, Rom. Duce! Mit Freude und Genugtuung habe ich Ihre Mit­teilung von der Gründung der Faschistischen Republikanischen Regierung Italiens erhal­ten. Ich beehre mich, Ihnen Duce, mitzu­teilen, daß die Regierung des EroHdeutschen Reiches die von Ihnen gebildete neue Fa­schistische Republikanische Regierung Italiens anerkennt und entschlossen ist, in treuer Vundesgenossenschast Seite an Seite mit ihr den Krieg bis zum siegreichen Ende zu sühren. Adols Hitler".

Mit der Anerkennung der Faschistischen Re­publikanischen Regierung Italiens durch dir Reichsregierung hat auch die Kaiserlich- japanische Regierung am Montag die Anerkennung ausgesprochen. Von den dem Dreierpakt angeschlossenen Staaten haben fol­gende die Anerkennung der Regierung Musso­linis am Montag ausgesprochen: Als erster Staat Rumänien, dessen Staatsfiihrer Marschall Antonescu an den Duce ein in herzlichen Worten gehaltenes Telegramm gerichtet hat; ferner Bulgarien und die Slowakei. Mandschukuo hat die An­erkennung ausgesprochen.

LotsrÄsUer Lntuso in äer keiciiLksuorstsäl

Berlin, 28. September. Der vom Duce neuernannte italienische Botschafter in Ber­lin. Filippo An fußn. traf am Dienstag in der Reichshauptstadt ein. 2m Namen des Reichsministers des Auswärtigen von Rib- bentrop wurde der Botschafter vom Chef des Protokolls, Gesandten von Doernberg, auf dem Flugplatz begrüßt. Ferner war der italienische Geschäftsträger in Berlin. Graf Rogeri, mit dem Personal der Botschaft zum Empfang erschienen.

Botschafter Anfuso war bisher Gesandter Italiens in Budapest. Er gilt als einer der geschicktesten italienischen Diplomaten und erfreut sich des besonderen Vertrauens von Mussolini. Als langjähriger Kabinettschef im italienischen Außenministerium nahm er, bevor er Gesandter in Budapest wurde, stets an den deutsch-italienischen Ministerbegeg­nungen in Deutschland und Italien teil. Nach der Befreiung Mussolinis reiste er so­fort zum Duce und stellte sich ihm zur Ver­fügung.

Sein Vorgänger auf dem Berliner Posten, der frühere Propagandaminister Dino Alfieri, nahm am 25. Juli an der Sitzung

des Faschistischen Großrates in Rom teil und stimmte gegen Mussolini für die Re­solution Erandi-Ciano. Die Badoglio-Re- gierung .hatte als Nachfolger Alfieris jn Berlin General Pariani vorgeschlagen. Kurz vor dem Eintreffen Parianis in Berlin ka­pitulierte Italien. Alfieri lebt heute in Ita­lien auf dem Lande.

kioslien briclü mit äsm Lsäoglio-Ksgims

Ngram, 28. September. Das kroatische Ministerpräsidium gibt bekannt:König

Viktor Emanuel und seine Regierung des Marschalls Badoglio haben am 3. September 1943 ohne Ilebereinkunst und ohne vorherige Benachrichtigung ihrer bisherigen Verbün­deten mit dem Feinde Waffenstillstand ge­schlossen. Die Regierung Viktor Lmanuels ist nach den Bestimmungen der Waffenstill­standsbedingungen auf die Seite der Femde getreten und hat die Wehrmacht des König­reiches Italien dem feindlichen Kommando unterstellt. Die bisher verbündeten italieni­schen Truppen, die sich auf kroatischem Bo­den befanden, nahmen zum Teil eine feind­liche Haltung unserem Lande gegenüber ein. Die Regierung des unabhängigen Kroatien beschließt infolgedessen den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der königlichen Regierung des Marschalls Badoglio."

Das kroatische Ministerpräsidium verlaut- bart weiter:Die Regierung des unabhän­gigen Staates Kroatien nimmt zur Kennt­nis. daß Benito Mussolini eine italienische Republikanische Faschistische Regierung ge­bildet hat. anerkennt diese vom heutigen Tage an als die alleinige gesetzliche Vertre­tung des italienischen Staates."

Kruütelögrsmm vr.Iukss sn üenvues

Preßburg, 28 September. Die slowakische Regierung beschloß in ihrer Sitzung am 27. September 1943 die Anerkennung der Re­publikanischen Faschistischen Regierung Be­nito Mussolinis durch den slowakischen Staat. Der slowakische Ministerpräsident und Außenminister Dr. Tuka sandte aus diesem Anlaß an den Duce ein Begrüßungs- telegramm.

Lins tlols Iklsnüsekllkuos

Tokio, 28. September. Die Regierung von Mandschukuo hat am Dienstag be>chlossen. die Faschistisch-Republikanische Regierung Ita­liens anzuerkennen. Die Erklärung lautet nach einer Domei-Meldung aus Hsinking: Die Regierung von Mandichukuo hat heute an den Premierminister und Außenminister der neuen faschistischen Regierung Italiens eine Note gerichtet, in welcher die Errichtung der neuen Regierung Italiens unter Füh­rung Mussolinis formell anerkannt wird."

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vss Ltsatsbsgrädilis kür Wilbelm kLude. in kolontagmittag kand im dlossilrsssl der dlsuen llsickslcanrlsi der ksierlicks Ltastsslct kür den Osnsrallcorninissar von VVsiö- rutksnisn, Qaulsitsr Wilhelm Xubs statt, der in t/liaslc einem bolsckszvistiscksn dlsu- ckslmord rum Opksr gefallen ist. Der llsi cksminlster kür die besetzten Ostgebiets, ksicksleitsr /^Ikred llosenberg, würdigte in seiner Oedenlcreds die groüen Verdienste des Verstorbenen und kektets dann das ll itterkrsur des Kriegsvsrdisnsticrsurss mit Sebwertsrn, das der llükrer Wilhelm Kubs nachträglich verlieben bat, an das Ordsns- lcisssn des Verstorbenen. Unser 8ild reigt: lleicksminister Kosenberg entbietst

seinem toten dditarbsiter seinen letzten Oruü. kresse-Nollmsnn

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Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung

dr. rv. sod. Berlin, 28. September. Die Konstituierung der Faschistischen Republika­nischen Regierung Italiens und ihre An­erkennung durch die Reichsregierung, durch die Kaiserlich-japanische Regierung und durch die dem Dreierpakt angeschlossenen Staaten stellt wie eine Selbstverständlichkeit ein Aus­rufungszeichen hinter der eindrucksvollen Kundgebung dar, die durch den Jahrestag des Abschlusses des Dreimächtepaktes gege­ben wuwe.

Ausgerechnet in diesen Tagen erschien in Schweden ein Buch, das ein früherer Ber­liner Vertreter desSvenska Dagbladet" über Deutschland geschrieben hat und in dessenauthentischen Angaben" folgende Sätze zu lesen sind:Das deutsche Bündnis- system ist ein sinkendes Schiffs, das von den Ratten verlassen wird. Die Achse Berlin- Rom-Tokio gehört der Geschichte an." Diese Auffassung entstammt einer politischen At­mosphäre, die durch eine hysterische Agitation der Feindmächte erzeugt und die inzwischen durch die militärischen und politischen Tat­sachen der letzten Tage in geradezu knallig ohrfcigenmäßiger Weise Lügen gestraft wor­den ist. Die Tatsache kann in ihrer politi­schen und militärischen Bedeutung heute wirk­lich nicht mehr bestritten werden, daß die außenpolitische Konzeption der Führung des Reiches und der mit ihm verbündeten Staa­ten intakt geblieben ist und reibungslos funktioniert, was die andere Tatsache ein­schließt, daß der große strategische Plan, den Roosevelt und Churchill vor neun Monaten

in Casablanca beschlossen hatten, restlos zum Scheitern verurteilt worden ist.

Das weltpolitische Dreieck, das mit dem Dreimächtepakt in weitschauender Anlage be­gründet worden ist, ist in den Grundlagen seiner Wirksamkeit nicht im geringsten er­schüttert, und nach dem Scheitern eines Unterminierungsversuches, der sich als der jämmerlichste Versuch eines mißglückten Treu- bvuchs erwiesen hat, ist eine neue Phase der Kriegspolitik eingeleitet worden.

Die Hoffnungen, die an das Programm von Casablanca und an den Verrat von Ba- doglio unter dem Segen von Viktor Emanuel und Umberto geknüpft waren, sind so kläg­lich zusammengebrochen, wie das überhaupt nur vorstellbar ist. Heute muß der Unter- staatssekretär im amerikanischen Kriegsmini­sterium. Robert Patterson, in einer öffent­lichen Erklärung feststellen:Das nächste

Kriegsjahr wird uns teuer zu stehen kommen, teuer an Gut und Blut". Patterson hat sich auch in der letzten Zeit des längeren an der pazifischen Front aufgehalten und gibt seine Eindrücke in folgender Weise wieder:Ich bin soeben von der pazifischen Front zurück­gekehrt und hin tief beeindruckt von den Schwierigkeiten, die unsere Fronten dort auf sich zu nehmen haben." Es scheint nach diesen Erklärungen immerhin so, daß sich in Wa­shington wenigstens die militärischen Kreise allmählich davon überzeugt haben, daß we­der in Europa noch in Asien Siegesparaden abgehalten werden können, daß vielmehr die Notwendigkeit bestehen bleibt, schwer und hart zu kämpfen.

Auf dieser Linie liegen auch die Fest­stellungen, die der stellvertretende General- stabschef des amerikanischen militärischen Geheimdienstes. Generalmajor Strang, am Montag ausgesprochen hat. Deutschland, so sagt Strang, sei weit davon entfernt, schwä­cher zu sein als vor vier Jahren. Es habe jetzt beinahe dreimal soviel kampfkräftige Divisionen im Feld als im Jahre 1939. Im einzelnen veröffentlichte Generalmajor- Strong als Tatsachen, die auf Informatio­nen des amerikanischen militärischen Ge­heimdienstes beruhen sollen, daß die deutsche Luftwaffe stärker als jemals früher sei. daß die Beschäftigungsziffer in der Kriegsindu­strie der von Deutschland beherrschten Län­der erheblich angestiegen sei, daß die japa­nische Luftflotte sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ im Aufstieg begriffen sei, und daß auf der.Grundlage ungeheuerlicher Hilfsquellen die Moral der japanischen Armee und der Zivilbevölkerung sich in einem ausgezeichneten Zustand befinde, der durch geographische Vorteile einer günstigen Verteidigüngsstellunq eine gewaltige Ve^ stärkunq' erfahre. Den Gedanken, dem sich leichtfertige Illusionisten in England und in den Vereinigten Staaten nach dem Ver- rar Badoglios hingegeben haben mögen, daß nämlich der Sieg sich in bald greifbarer Nähe zeigen werde, weist General strong mit äußerster Entschiedenheit von sich.

Es ist ganz offenkundig, daß die Kämpfe im Südwestpazifik in ähnlicher Weise wie die militärischen Ereignisse in Süditalien

bei den militärischen Fachleuten im Feind­lager eine Auffassung geschaffen haben, die den Vorstellungen Roo;evelts und seines jüdischen Eehirntrustes in keiner Weise ent­sprechen. Es bleibt beim Dreimächtepakt und bei den durch ihn geschaffenen militärischen und politischen Realitäten.

Auf der Gegenseite muß Reuter die kläg­liche Frage auswerfen, ob die Badoglio-Re- gicrung alsRegierung Italiens" oder als Komitee für die Befreiung Italiens" ähnlich dem französischen Nationalkomitee in Nordafrika anerkannt werden solle. Die Badoglio-Regierung, so heißt es in dieser offiziösen englischen Darstellung weiter, be­herrsche tatsächlich nur einen kleinen Teil Italiens, und sie könne darum keineswegs als eine vollständige Regierung angesehen werden. Dazu kommt ein Vorstoß desNews Chronicle" gegen die weitere Zusammen­arbeit mit der Badoglio-Clique, in dem qanz eindeutig das Verhallen der italienischen Episoden-Regierung als der jämmerlichste Verrat aller Zeiten auch aus feindlicher Seite angeprangert wird Durch all' diese Erschei­nungen der Zugeständnisse und der gleich­zeitigen massiven Eselstritte werden ganz eindeutig die Feststellungen unterstrichen, die in der Kundgebung zum dritten Jahrestag des Dreimächtepaktes zu erblicken sind, und die nichts anderes besagen, als daß Grund­sätze, Wege und Zielsetzungen der in einer unauslöschlichen Schicksalsgemeinschaft ver­bundenen jungen Ordnungsmächte Europas und Oftasiens sich als die natürlich und ge­schichtlich Berechtigten erwiesen haben.

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Kein Königreich Italien mehr

är. v. i Mit der konstituierenden Sitzung der Faschistischen Republikanischen Regie­rung hat nach dramatischen Wechselfällen die faschistische Revolution den konstitutionell monarchistischen Engpaß überwunden, in dem sie 1922 bei der Machtübernahme unter dem Zwang der Verhältnisse steckengeblieben war. Die faschistische Staatsführung ist damit von einer Problematik befreit worden, die den damals in Rom einmarschierenden Squa- dristen als eine rein verfassungsrechtlich-for­melle Behinderung ihrer innerpolitischen Konzeption erscheinen konnte, die in Wahr­heit aber im Lichte der Iuli-2eptember-Er- eignisse dieses Jahres jede freie Entwicklung des Faschismus in der praktischen Durchfüh­rung seiner Ideen verhinderte. Seit dem 28. September gibt es mit der Sitzung der faschistischen Regierung de facto kein Königs­haus von Saooyen mehr. Der geographische BegriffKönigreich Italien" ist somit zu streichen.

Es ist augenscheinlich, daß dieser historische Prozeß noch seinen feierlichen Rahmen durch eine entsprechende Proklamation in der dazu berufenen Faschistisch-Republikanischen Kör­perschaft finden wird. An dem ds-kscto-Be- stand ist jedoch bereits seit dem 28. Septem­ber nichts mehr zu ändern. Dagegen konnte der de-jure-Bestand in internationaler Be­ziehung solange bezweifelt werden, als dieser Vorgang in Italien nicht von den befreunde­ten Mächten sanktioniert worden war. Diese Anerkennung ist durch das Reich, Japan und die dem Dreierpakt angeschlossenen Staaten unverzüglich geschehen. Die Worte im Führer- Telegramm an den Duce:Mit Freude und Genugtuung" legen vor aller Welt dar, mit welchem Vertrauen und welcher Zuversicht die Führung des Reiches diese Wandlung in Italien begrüßt und den republikanischen Fa­schismus als Bundesgenossen anerkennt. Für Italien ist mit diesem Schritt, der nach der Haltung des Chefs des Hauses Savoyen am 3. September zwangsläufig war, die Epoche der Halbheiten beendet. Für Deutschland und leine Verbündeten bedeutet dies insofern eine Entlastung, als die beständige Gefahr der Ileberraschungen im Süden beseitigt und an Stelle der durch die Königrclique für die Reichspolitik latent stetig dauernden Un­sicherheit die Gewißheit auf die Treue des neu zu organisierenden faschistischen Staats­apparates getreten ist.

Der große Schlag, den die Plutokratien durch den Verrat Viktor Emanuels und Badoglios nicht nur militärisch, sondern vor allem auch politisch zu führen trachteten, ist nicht nur abgewehrt, sondern unsererseits, und zwar vom Standpunkt der Dreimächte­pakt-Staaten wurde nicht die politische Defen­sive, sondern der Angriff gewählt, der den Plutokratien die Waffe aus der Hand schlägt, in ihrem Interesse mit dem nun­mehr verflossenen italienischen Königshause zu operieren. Durch die Anerkennung der faschistischen republikanischen Regierung ist nicht nur für den Faschismus in seiner klassisch-reinen Form der Weg frei, vielmehr wurde auch der italienischen Oberschicht, so­weit sie mit dem Königshaus Savoyen sympathisierte, der Boden entzogen, da der klaren Anerkennung des neuen republika­nischen Italiens von unserer Seite bisher n»ch nicht einmal die Anerkennung der Ba­doglio-Regierung durch die Feindseite ge­genübersteht, die vielmehr in den plutokra- tischen Hauptstädten nach Wesen, personeller Be>etzung und selbst als Körperschaft lebhaft diskutiert wird, ganz zu schweigen über das von der Feindseite dem Hause Savoyen zu­gedachte Schicksal überhaupt.

Wenn Deutschland und seine Verbündeten Italien somit den Weg freimachten, so wird es an dem faschistischen republikanischen Ita­lien liegen, die vollzogene Anerkennung zu verdienen, und zwar im Geiste einer unzer­brechlichen und bedingungslosen Kamerad­schaft, die ohne irgendwelche Hemmungen nur ein Ziel kennt. Mit der Anerkennung wurde dem republikanisch-faschistischen Ita­lien staatsrechtlich die Grundlage gegeben. Es liegt an Italien selbst diese Grundlage zu einer breiten Plattform des Vertrauens und zum Siege zu gestalten im Sinne der Entschlossenheit, die das Telegramm des Führers an den Duce kennzeichnet.

NlHsvlÄvd Mr VepersI

Berlin, 28. September. Der Führer verlieh dem General der Flieger Kurt Student, Kommandierenden General eines Fliegerkorps, als 3st5. Soldaten der deutschen Wehrmacht am 27. Sentember das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Der Name des Generals wurde in diesem Kriege erstmalig genannt und bekannt, als er bei der Eroberung der Festung Holland den Einsatz der Fallschirmtruppen leitete. Schon am ersten Tage des Westfeldzuges wurde er schwer verwundet. Wegen hervor­ragender Tapferkeit und erfolgreich durchge­führter. für den Krieqsverlauf entscheidender Waffentat erhielt er vom Führer das Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes und wurde außer der Reibe zum General der Flieger befördert. Zuletzt wurde der Name des Generals in den Berichten über die Befrei­ung des Duce ehrenvoll erwähnt, da es ihm unterstehende Fallschirmtruppen waren die bei dieser einzigartigen soldatischen Waffen­tat maßgeblich mitwirkten.