Ausgabe 
(26.9.1943) 266
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ParleiarnrUclie Layeszeilung

vas flmtsdlatt des Legierenden vürgermeisters der Zreieo Hansestadt vremen,

Nr.26S , 1Z. Jahrgang

Sonntag, 2K. September 184Z

üev NationatfdziaMerr Vremens

flmtiiches verkündungsbiatt des Ncichsstatttialters in oidenbur g und vremen

kinzelpreis 15 Kpf.

kroatverkürrung als logiscde kolge

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Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung

§oe. Berlin, 25. September. In offiziösen englischen Organen erstattet der englische Rundfunk- und Filmrepörier Kimmins so­eben «inen ausführlichen Bericht über die Landung bei Salerno, der wegen der darin formulierten feindlichen Pläne und Ab­sichten Aufmerksamkeit verdient. Kimmins erklärt die gestellten Aufgaben mit den Wor­ten:Den Krieg so weit wie Möglich in das feindliche Festland zu tragen und gleichzeitig eiNS Abschneidung der gegen unsere Trup­pen kämpfenden deutschen Streitkräfte zu versuchen".

Wie zutreffend diese Formulierung ist, geht auch aus den im Waffenstillstand ge­troffenen Abmachungen mit dem Verräter Badoglio und seiner Clique hervor: Man wollte in Salerno unter Ausnutzung dieses Verrats und bei gleichzeitigem Einsatz der Badoglio-Armee die in Calabrien stehen­den deutschen Truppen absprengen, einkesseln und zu Gefangenen machen. Der Gegner wollte weiter über Neapel vorstoßen und von hier aus den Marsch auf Rom vorneh­men. Gewisse Hoffnungen setzte er weiter auf die Bandenkämpfe im Laibacher Gebiet und an der dalmatinischen Küste, wo sogar englische und sowjetische Offiziere als In­strukteure und Führer zum Einsatz gelangten.

Aus alledem läßt sich «das Bild der groß­angelegten gegnerischen Planung erkennen, die beabsichtigte, von den Vorpostenstellungen des Mittelmeeres aus den Stoß gegen die Weichteile des europäischen Körpers" zu führen. Gerade aus der Größe dieser Pla­nung, aus den Erfolgen, die sie einbringen sollte, läßt sich die Bedeutung der erfolg­reichen deutschen Gegenmaßnahmen erkennen.. Mit dem Vorstoß im Süden Europas sollte der andere Hebel einer riesenhaften Zange angesetzt wewen, der die deutsche Wehrmacht in ihrer Gesamtheit zwischen' oie vereinten Massen der sowjetischen Heere und der bri­tisch-amerikanischen Landungstruppen ge­bracht hätte, um so in einer einzigen Ope­ration von riesenhaften Aus-maßen die deut­sche Stärke zu vernichten.

Allein die bei Salerno entstandenen Ver­luste des Gegners führten zu einem tiefen Eingriff in die anglü-amerikanischen Reser­ven. Im engeren Raum von Salerno fanden die Kampfhandlungen am 18. September mit der Zurücknahme der deutschen Linien auf beherrschende Höhenftellungen -ein vorläu­figes Ende. 4100 Gefangene fielen in deut­sche Hand, 10 000 Tote hatte der Feind zu verzeichnen. Insgesamt wurden fünf Infan­terie-Divisionen und zwei Panzer-Divisionen zerschlagen. Seine Landungsabsichten nördlich Neapel mußte der Feind aufgeben. Der ganze Kampfplan der Anglo-Amerikaner wurde empfindlich gestört. Hinzu kommt, daß jetzt die deutschen Truppen in Ka-mpfposition ste­hen, die von den Anglo-Amerikanern eine weitere Verstärkung ihrer Anstrengungen er­fordern. Dabei ist es aufschlußreich, wenn der schon genannte Rundfunkreporter Kimmins die Schwierigkeiten verrät, die jedeamphi­bische Operation" des Feindes erfordert, und die vor allem darin bestehen, daß zu ihrer technischen Durchführung regelmäßig eine Vorbereitung von mehreren Wochen notwen­dig ist. Wenn er weiter sagt, daß den zur Landungsoperation ber-sitstehenden englisch- amerikanischen Truppen die Badoglio-Kapi- tulation erst unmittelbar vor der Landung bekanntgegeben worden sei, so wird auch daraus deutlich, daß man hoffte, Italien im Handstreich aufrollen zu können.

Erst von diesen Gesichtspunkten aus sind auch die augenblicklichen Ereignisse im Osten ganz zu verstehen. Ja, es zeigt sich hier, daß die Unterlassungen einer eigenen deutschen Offensive in den sowjetischen Gebieten wäh­rend dieses Sommers bereits einer großen, weitschauenden Voraussicht -entsprang, welche die Zwangsläufigkeit der feindlichen Maß­

nahmen sowohl im Osten, wie auch im euro­päischen Süden rechtzeitig in ihre Berech­nung einbezog. Damit wird aber erneut deut­lich, Laß die Ereignisse an der Ostfront eben­so wie alle anderen nicht für sich gesondert betrachtet werden können, sondern daß sie unter dem 'Gesichtspunkt der Eefamtkrie-gfüh- rung zu werten sind. «

Es wäre sinnlos gewesen, wenn wir im Osten stärkste Kräfte massiert und die von den Anglo-Ame-vika-nern bedrohten Punkte Südeuropas außer acht gelassen hätten. Hier liegt Sinn und Bedeutung der deutschen Ab­setzbewegung, ebenso wie der

änderten Taktik, welche die

«samten ver- ämpfe dieses

Sommers im Osten beherrscht hat. Hier ent­wickelte eine neu« Strategie die bewegliche Verteidigung, schwächte die bolschewistische Offensivkraft durch Riesen» etluste an Pan­zern und Menschen, vereitelte aber vor allem das Ziel der verzweifelten bolschewistischen Offensivstöße: ihr Zweck, der Durchbruch und die Ausrollung unserer Front, wurde nicht erreicht.

In diesem Sinne stellt die jetzt zur Durch­führung gebrachte Frontverkürzung die lo­gische Ergänzung der Abnutzungsstrategie dieses Sommers dar. Der Feind wurde durch

(Fortsetzung aus Seite 2)

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Die Solidarität tckes scdakkenden Luropas taust eins wirkungsvolle öekrsttigung in ck«,r grobqn Kundgebung, stis in einem berliner Instustriewerk lausende stsutscksr Krdeits- ksmsrssten mit sten 6skolgsckakten von 20 in diesem Werk arbeitenden Nationen ver­einte und bei der ksicksorganisstionsleiter vr. bey eins aufrüttelnde -knsprscks dielt. Oer lleicksorgakisationsleiter bei der Ssgrüüung ausländiscdsr Irscktsngruppsn.

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Vergebliche keiliäsugritke sm Mtel-llnjepr

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Aus dem Führerh»uptquartier, 28. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Kuban-Brückenkopf setzten die Bolschewisten ihre starken Angriffe den gan­zen Tag über ohne Erfolg fort. An der Nordkiiste des Asow-Meeres führte ein eige­ner Angriff zum Erfolg. Gefangene und Beute wurden eingebracht. Am mittle­ren Dnjepr griff der Feind an zahlrei­chen Stellen die Brückenköpfe ostwärts des Flusses vergeblich an. Eine größere Anzahl von Panzern wurde dabei vernichtet. Nörd­lich Tscherkassy zerschlugen deutsche Pan- zerkräfte kleinere feindliche Gruppen.

Im mittleren Frontabschnitt fanden west­lich des Vahnknotenpunktes Unetschau und südlich Smolensk heftige Abwehrkämpfe statt, die noch andauern. Die Städte Roslawt und Smolensk wurden nach vollständiger Zerstörung und Vernichtung aller kriegs­wichtigen Anlagen, vom Gegner völlig un­gehindert, geräumt. Südlich des Ladoga­

sees erreichte ei« Angriff deutscher Jäger­divisionen das befohlene Angriffsziel. Mit Panzern unterstützte Gegenangriffe der So­wjets scheitetten. Im hohen Norden schlu­gen deutsche Truppen im Kandalakscha-Ab- schnitt und an der Murmanfront mehrere Vorstöße des Gegners unter Verlusten für ihn ab.

An der siiditalienischen Front herrschte auch gestern lebhafte Kampstätigkeit. Die Angriffe britischer Truppen im Abschnitt Salerno wurden nach harten Kämpfen abgewiesen. Sturzkampfflugzeuge versenkten im Mittelmeerraum ein großes feindliches Torpedoboot und trafen zwei Frachtschiffe vernichtend.

In der vergangenen Nacht warfen einzelne Störflugzeuge wirkungslos einzelne Bom­ben auf nordwestdentsches Gebiet. Deutsche Lustverteidigungskräste brachten gestern zehn feindliche Flugzeuge über den besetzten West- gebieten und ein schnelles britisches Aufklä­rungsflugzeug über dem Reichsgebiet zum Absturz.

Die Z0 kl-isyLSl-fikei Oc. Oosbbsk' luc c^sukckis Volk

Z. 8. v. Bremen, 26. September.

Des Reichspropagaüdaministers Dr. Goeb­bels allwöchentlich imReich" erscheinende Aufsätze sind längst ein unentbehrliches Be­dürfnis für die deutschen Leser und eine Quelle sich ständig verjüngender Kraft und nationalsozialistischen Glaubens geworden. Sein letzter aber, den wir bereits in unserer Freitag-Nummer auszugsweise wiedergaben, kann schlechthin als das''Rückgrat unserer po­litischen Kriegführung angesprochen weichen.

Es bilden die darin enthaltenen dreißig Kriegsartikel für das deutsche Volk in ihrer Wucht und Kürze geradezu die Gebotstafel für unser Denken, Fühlen und Verhalten im Kriege. Wenn sie befolgt werden, und welcher Deutsche wollte es nicht tun werden die Feinde vergeblich sich abmühen, die Moral des deutschen Volkes zu untergra­ben und ihre Hoffnung, das, was sie mi­litärisch nicht zu erreichen vermögen, durch

flieger versenkten rlrei Kreuzer, svet Zerstörer

5ciiwe5e ^ilkvel/uLls cisc ^okcismSk'iksliel' bei l.sncfunyzopsi'sff'onsn in fm5ciiiisisn su/ ^suyuinss

Tokio, 25. Septembckk. Wie das Kaiser­liche Hauptquartier bekanntgibt, landeten am 22. September starke amerikanische Truppenverbände in Finschhasen (Neu­guinea). Japanische Besahungstruppen stell­ten sie zum Kampf. Im Augenblick finden heiße Kämpfe statt.

Lustverbände des japanischen Heeres und der japanischen Marine sührtM starke An­griffe gegen die Transporte iz^d Landungs­

truppen bei Finschhasen und erzielten vom 21. bis 23. September folgende Erfolge: Drei Kreuzer, zwei Zerstörer und ein großer Transporter wurden versenkt, zwei Kreuzer und zwei mitt­lere Transporter in Brand geworfen, zwei weitere Kreuzer wurden durch Bombentref­fer beschädigt. In Lustkämpfen wurden 22 feindliche Maschinen abgeschossen, wobei der Abschuß von acht Maschinen nicht mit

Lscloglio-Verräter ermordeten Lttoro Mti

-Hmliiciis llnlsrruciiuny über cis; 5n6s cisr OsrisrskskrSlZrr cisr fs5ciii'5li'5ciisn ?srlsi

Rom, 2Z, September. Von amtlicher ita­lienischer Seite wurde ein ausführlicher Be­richt über die Ermordung des früheren Ge­neralsekretärs der Faschistischen Partei Ettore Muti am 24. August dieses Jah­res gegeben. Die Badoglio-Elique hatte erst die Nachricht verbreitet, daß derOberst­leutnant und Träger höher Tapferkeits- ,Medaillen Ettore Muti gestorben" sei. Spä­ter wurde erklärt, Muti sei von Carübinieri auf der Flucht erschossen worden, und man verband diese Mitteilung mit der verleum-, derischen Behauptung, er hätte sich polizei­lichen Nachforschungen wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten während seiner Amts­führung entziehen wollen.

Nach den amtlichen Feststellungen der fa­schistischen Behörden wurde Muti von 14 Ca-

rabinieri unter dem Kommando des Leut­nants Taddei des Nachts aus dem Bett ge­holt und nur notdürftig bekleidet mitgenom­men. In einem Gehölz zerrte man ihn aus dem Auto und ermordete ihn durch Schüsse aus mehreren Maschinenpistolen. Nach der Mordtat erklärte der Leutnant der Carabi- nieri:Endlich ist dieses Schwein tot."

Die Stadtverwaltung von Rom hat be­schlossen, zu Ehren des auf persönlichen Be­fehl Badoglios ermordeten früheren General­sekretärs der Faschistischen Partei, Oberstleut­nant der Flieger Ettore Muti, einen Platz der Stadt RomPiazza Ettore M-uti" zu benennen. In der Begründung heißt es, Ba­doglio habe befürchtet, daß Muti einen Plan zur Befreiung des Duce ausarbeitete.

Sicherheit festgestellt werden konnte. Außer­dem gelang es den japanischen Fliegern, an 15 Stellen der Landungsgebiete Brände zu verursachen. Auf japanischer Seite stürzten sich 1K Maschinen vorsätzlich auf feindliche Ziele oder werden vermißt.

6ubel äsr kkMoomos

Tokio, 25. September. Die philippinische Nationalversammlung, die am Sonnabend ihre erste Sitzung abhielt und Josö P. Lau- rel zum Kandidaten für die Präsidentschaft der künftigen philippinischen Republik er­wählte, setzt sich aus 108 Abgeordneten zu­sammen. Davon wurden 54 in der allgemei­nen Wahl am 20. September gewählt, und zwar jeweils ein -Volksvertreter aus jeder der 46 philippinischen Provinzen und je einer aus acht bestimmten Städten. Die übrigen Abgeordneten setzen sich aus den Provinz­gouverneuren und Bürgermeistern dieser Städte zusammen.

Berichten aus Manila zufolge fand die erste feierliche Sitzung unter großer Anteil­nahme der Bevölkerung statt Mehr als 200 000 Personen waren auf dem Platz vor dem Gebäude der Nationalversammlung er­schienen, die mit größtem Interesse dem Wahl­vorgang folgten und Laurel sowie -dem eben­falls von der Versammlung gewählten Spre­cher Aquino Ovationen bereiteten. Nach der Eröffnungssitzung hielt der Jubel der Phi- lippinos über die kommende Unabhängigkeit des lange unterdrückten Vaterlandes noch stundenlang an.

Viv üokdslliiilg äv8 Verrats imä ikre beseeltere Asräe

Omtrsrto von 5ovo/sn, c/sr minc/srlvsrtl'gs 5pkoü s/nss vsrc/orbsnsn /-/ou5ss unci c /05 /c/o/ c/sr §ogsnonntsns/sI0Ntsn ^Vs/t"

Von, wohlinformierter Seite wird uns geschrieben:

In einer Vorlesung an der Universität Turin über die Körpereigenschaften des Ge­wohnheitsverbrechers und deren Erblichkeit machte der weltbrühmte Kriminalist Pros. Lombroso folgende Feststellung:Ein typi­sches Beispiel für viele Körpereigenschaften des Verbrechers, die sich in einzelnen Fami­lien weitervererbt haben, ist das Haus Sa- voyen." Wenn man jedoch, so fügte er hinzu, in den schwarzen Chroniken nicht von dieser Familie gesprochen habe, so sei dies aus­schließlich darauf zurückzuführen, daß die re­gierenden Häuser durch die von ihnen selbst sanktionierten Gesetze sträflicher­weise unverantwortlich seien. Natürlich be­zog Professor Lombroso sich aufseinen" Kö­nig Umberto I. und auf dessen Nachfolger Viktor Emanuel, def ein deutliches Anspiel für jene sprichwörtliche physische Unzuläng­

lichkeit sei, die moralische Unzulänglichkeit zur Folge habe. Viktor Emanuel, der küm­merliche und rachitische Sproß einer unglück­lichen Ehe zwischen Kusin und Kusine, ver­suchte das degenerierte Blut des Hauses Sa- voyen durch die Heirat mit Elena, der Toch­ter des Königs Nikolaus von Montenegro, zu verbessern. Aus dieser Ehe ging Umberto von Savoyen, Prinz von Piemont, hervor, der augenblickliche Erbe der Krone.

Die Chronik hat sich auffallend wenig mit ihm beschäftigt. Behaftet.mit einem schwachen Charakter, verweichlicht und sklavisch an die Etikette gebunden, weil sich der eigenen Minderwertigkeit bewußt, ist Umberto von Savoyen.das Idol der sogenannten^elegan­ten Welt", jener an-tifafchistiichen, pluto- kratischen und aristokratischen Kreise, die in den Schwarzhemden die Feinde aller ihrer ungerechten Privilegien sahen. In den Krei­sen dieseshigh lif-e", die von Juden usst>

Freimaurern durchsetzt waren, und denen fast alle Generale und der gesamte Generalstab sowie, die Finanz- und Industriegrößen, die Aristokraten und die in der politischen Schlacht Unterlegenen angehörten, bildete Umberto von Savoyen das antimussolinische Gegengewicht zu König Viktor Emanuel, der dem Schein nach die Krone auf den Fa­schismus stützte.

Der Kronprinz, groß und von guter Erschei­nung, gleicht sehr seiner Mutter. Dom Va­ter'hat er die charakteristischen abstehenden Ohren und die Schädetform, eben jene Kenn­zeichen, die Professor Lombroso nach sorgfälti­gen Beobachtungen als typische Merkmale für Gswohnheitsverbrechertüm bezeichnete. Abge­sehen von der äußeren Erscheinung hat er von der Mutter auch das unklare und un­disziplinierte slawische Temperament geerbt. Während er in den offiziellen Kreisen äußerste Sistenstrenge Mr Schau trug, war er

in seinem Privatleben ein richtiger Schürzen­jäger. In ihm stecken zweierlei Persönlich­keiten, eine öffentliche die falsche, von Etikette und Prunk ganz verdeckt, und die andere die wahre, nur darauf bedacht, den leidenschaftlichen und unklaren, von den Eltern ererbten Instinkten nachzugehen.

Nach der Heirat mit der Prinzessin Maria Jos6 von Belgien gelang es Umberto von Savoyen wenigstens teilweise, seine physischen Triebe zu bezähmen und mit einer gewissen Ungezwungenheit den Hypokriten, den Heuch­ler zu spielen. Seine Adjutanten verbreite­ten geschickt allerlei politisch abgestimmte, aber sich dauernd mitsprechende Gerüchte, die bis in die breiten Volksschichten drangen, und die den Thronfolger je nachdem als Freund Mussolinis oder als schärfsten Geg­ner des Faschismus hinstellten. Auf diesen Mann haben die Feinde der faschistischen Idee (Fortsetzung auf Seite 2)

Unterwühlung des politischen Fundaments ° des Volkes zu erreichen, für immer aufgeben müssen.

Im Gedenken der in dem gewaltigsten Schicksalskampf unserer Geschichte an der Front und in der Heimat Gefallenen, ange­sichts der ungezählten Millionen tapfer kämpfenden deutschen Soldaten auf allen Kriegsschauplätzen und fleißig arbeiteichen Männer und Frauen in der Heimat, sollen diese Artikel nach Dr. Goebbels Absicht, das Vermächtnis Der Gefallenen an die Leben­den, den Kämpfenden und Arbeitenden die Bestätigung ihres hohen Opfersinns, den Säumigen und Unentschlossenen aber eine harte Mahnung und strenge Aufforderung zur restlosen Erfüllung ihrer Pflichten sein.

Wenn Dr'. Goebbels in dem ersten Stan­dardsatz seiner 30 Kriegsartikel in lapida- rer Eindringlichkeit verkündet, daß alles in diesem Kriege möglich sein kann, nur nicht, daß wir kapitulieren und der Gewalt des Feindes uns beugen, so ist damit schon das ausgesprochen, was den Endsieg uns ver­bürgt. Daß derjenige aber feigen Verrat be­geht am Lebensrecht des deutschen Volkes und sich der Ehre begibt, noch weiter der kämpfenden und arbeitenden deutsche» Ge­meinschaft anzugehören, der gegen diesen Grundsatz verstößt, ist selbstverständlich. Denn schon am Endsieg zu zweifeln, heißt knieweich werden und dem Feind neuen Auf­trieb zu geben und dazu noch die geschichtliche Sendung unseres Volkes verkennen, dessen Ende der Verlust dieses Krieges wäre. Schmach und Schande, so sagt Dr. Goebbels in seinem dritten Artikel, würde ein solches Schlußkapitel unserer Geschichte sein, und verloren wäre, was in ungezählten deutschen Generationen und in einem jahrtausendlan- gen Lebenskampf durch Mühe und opfervol- len Fleiß ausgebaut wurde und von unseren Feinden in satanischem Haß gegen alles Deutsche zerstört werden soll und darum von uns verteidigt werden muß mit der letzten Faser unseres Herzens und mit dem letzten Tropfen unseres Blutes.

? uns von unseren Feinden aufgezwun- gene Verteidigungskrieg mag wohl, wer weiß es nicht, harte Anforderungen an uns stellen, Gefahren und Risiken in sich bergen, die manchem übermächtig erscheinen mögen: Sie sind es aber nicht, wenn wir uns mit allen Kräften, und auf unsere Stärke und zielbewußte Führung uns verlassend, dage­gen stemmen und kein Mittel unversucht lassen, damit fertig zu werden. Der Gemein­schaftssinn des deutschen Volkes wird es nicht zulassen, daß Faule, Feige und Wan­kelmütige treu- und gewissenlos in diesen Zeiten handeln oder auch nur gleichgültig beiseite stehen. Aber er wird auch dafür Ge­währ bieten, daß jeder, der auf die Hilfe und den Halt der Gemeinschaft angewiesen ist, in diesen Zeiten der gemeinschaftlichen Betreuung gewiß sein kann. Jeder Volksge­nosse aber, der darauf angesprochen wird, den Feinden etwas Gutes zuzutrauen, fei aus der Hut vor solcher Tücke und dessen ge­wiß, daß er es Hier mit einem feindlichen Agentey oder aber mit einem Dummkopf zu tun hat, dessen Torheit diesen aber gewiß nicht vor der Strafe schützen kann.

Wenn aber über kriegswichtige oder gar kriegscntscheidende Fragen da und dort Ge­rüchte auftauchen, zu^denen aus guten Grün­den weder Presse, Kriegführung noch Partei Stellung nehmen, dann sollte darum erst recht der Kriegführung, der Partei und der Presse das Vertrauen des Volkes entgegengebracht werden, dem deshalb nicht alles gesagt wer­den kann und darf. weil die Feinde davon sonst den Gewinn hätten. Die Führung des Krieges handelt nach bestem Wissen und Ge­wissen und wenn es selbst der Gutwillige nicht immer versteht, was er davon zu halten hat, so muß er sich nur dessen erinnern, in wie ungezählten Fällen Mut, Kühnheit und Weitsicht der Staats- und Kriegführung im­mer wieder zur rechten Zeit den Erfolg da­vonzutragen wußte.

Es ist ein alter Trick der politischen Kriegführung", so heißt es in Artikel 11,

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